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Parteiamtliche Tageszeitung
PagfimtoblaB de» Regierenden B5rg«nn«i»t»T» dw Fr«i»n Hcmoosiadt Brimn
Nr. 167 • 14. Jahrgang
der Nationalsozialisten Bremens
Moniag, 19. Juni 1944
Duell der Panzer in der Normandie
Panzerausfälle des Feindes dreimal höher als erwartet - Schwere blutige Verluste veranlassen die Amerikaner zu Funksprüchen an unsere Vorposten: „Schickt uns deutsche Ärzte!"
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Zum Gegenstoß angetreten
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Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung BZ. Berlin, 18. Juni. Die erbitterten Kämpfe an der Invasionsfront in der Nor- uandle sind im gegenwärtigen Stadium der Schlacht weiterhin durch das Bemühen der beiden Parteien bestimmt, dem Gegner die Initiative zu entreißen. Die Schwerpunkte der Kämpfe lagen am Sonnabend wieder am Siidrand des feindlichen Brückenkopfes und auf der Cotentin-Halbinsel. Daneben kämpften unsere Truppen östlich der Ome und zwischen Vire und Tarde.
Der englische Publizist Ward Price will wissen, daß von deutscher Seite immer mehr Panzer eingesetzt würden. Nach Schilderungen des Korrespondenten C 1 i f f o r d in der „Daily Mail“ übertreifen die Panzerkämpfe an Härte alles, was sonst in der Normandie .geschieht. In der gegenwärtigen Phase der Schlacht gehe es vor allem darum, diese deutschen Panzer auszuschalten. Die ursprüngliche Planung, Städte und Verkehrsknotenpunkte einzunehmen, müsse hinter dieser Aufgabe zu- r ficktreten.
Auch am Sonnabend waren die Ausfälle des Feindes an Panzern wieder sehr schwer. Die Mehrzahl der am Südrand des Brückenkopfes am Sonnabend vernichteten oder bewegungsunfähig geschossenen 52 Panzer wurde im Abschnitt St. L o zur Strecke gebracht. Nordamerikanische Berichte aus dem USA.-Oberkommahdo betonen, daß die I» Nordfrankreich bisher erlittenen P a n - zerverluste dreimal so hoch waren, als ursprünglich angenommen worden war. Diese Informationen erhalten Beweiskraft durch die, Funksprüche der nordamerikanischen Stäbe an unsere Vorposten in diesem Abschnitt; „Schickt las deutsche Aerzte, wir geben dafür Gefangene zurück.“ Ange- Äts der. umfangreichen Ausstattung der Bttiamerikanischen Truppen mit Sanitäts- (ftdpnal ist dieser Funkspruch besonders Stdmtungsvoll, da er unterstreicht, wie we- erwartet die außerordentlich hohen Verluste gekommen sind.
Das nordamerikanisohe Oberkommando befahl die Erhöhung der Panzerproduktion auf Grund der Berichte vom Invasionslandekopf. Der neue Befehl zeigt eine starke Aenderung in der militärischen Ansicht ober die Panzerproduktion, die nach den Kämpfen in Nordafrika herabgesetzt worden war.
Fester Riegel vor Cotentin
Die Nordamerikaner haben westlich Ste. Märe Eglise einen Einbruch erzwungen, der sie bis St. Sauveur—Le Vicomte geführt dät, wo augenblicklich an der Bahnlinie darf westlich der Stadt und vor dem Douve- FluB heftige Kämpfe toben. Zweifellos will ilsenhower durch die Forcierung der Angriffe ln Richtung auf die Atlantikküste der Cotentin-Halbinsel die deutsche Führung zu tlner Umgruppierung ihrer Kräfte veranlas- **#, der sich sperriegelartig den nordameri- känischen Vorstößen bei St. Lo entgegen- slemmt. Ein weiteres Vorrücken nordameri- kinischer Kräfte über St. Sauveur-Le Vicomte hinaus würde dem Gegner zwar mit der^Erziehung der Gegenküste einen augenfälligen Erfolg einbringen. Aber die Festung Cherbourg ist fest in deutscher band, und die nordamerikanische Fiih- Zng muß sie nach wie vor als unerreichtes Ziel ansehen., Strategisch sehr viel gröäere Bedeutung würde einem gelungenen Werikanischen Vorstoß über St. Lo hinaus -"I Coutances zukommen. Hier stößt • j» Gegner jedoch auf erbitterten deutschen Verstand.
Wehdem den nordamerikanischen Trup- k* 8 ein Einbruch zwischen Couvains und ^ Clair gelungen war, zogen sich die MOpfhandlungen bis vor den Stadtrand t S t. L o hin. Die hier erlittenen starken erluste zwangen den Gegner jedoch, wie- t »Uf st. Andrä, ViUers-Fossard und La •leaujfe zurückzugehen. .
2weif e ii os stehen die Angriffe bei St. Lo Jind St. Sayveur-Le Vicomte trotz der räum- Khen Trennung in enger Beziehung. Aller ,'ährscheinlichkeit nach versucht der Geg- ® sr , durch seinen Vorstoß zur Westküste er Cotentin-Halbinsel den deutschen Wi- »tstand bei St. Lo zu brechen. Im Augen- .bat es jedoch nicht den Anschein, -als die deutsche Führung diesen Erwartun- | !n des Gegners auf eine Umgruppierung _ Ier Kräfte entsprechen würde. Sämtliche :‘ s Montgomerys Hauptquartier vorliegen- jV,' : Berichte der anglo--amerikanischen
^■‘Ogskorrespondenten verzeichnen „eine Mündlich steigernde deutsche Gegen- ß«"«" an dem südlichen Rand des Lande-
iiJi?* 2 ^ er heftigen Bombenangriffe auf die ohschubwege könne kein Zweifel mehr «än bestehen, daß die deutschen Verstär- v.,^" tatsächlich die Front erreicht haben r’ha't der
zeln, • oft jedoch auch , in Rudeln von etwa 40 einmotorigen Maschinen.
Die deutschen Gegenangriffe gewannen nordöstlich C a u m o n t weiter Boden. Im Augenblick stehen die deutschen Truppen hier nach, wie vor in sehr schweren Kämpfen. Im Kampfraum Le Qpeshay konnte eine schwächere feindliche Gruppe eingeschlossen werden. Die Briten führen hier neue Truppen in den Kampf. Die letzten feindlichen Truppenlandungen vollzogen sich -vor allem im Mündungsgebiet des Vire.
Die Berichte der anglo-amerikänischen Kriegskorrespondenten sind sehr 1 vorsichtig abgefaßt. Die alliierten Bodengewinne werden von dem ,,T:mes"-Korrespondentf'” „sehr klein“ genannt. "Der „Manchester Guardian“ entschuldigt diesen Tatbestand mit dem Hinweis, daß die Landung schweren Kriegsgerätes für die Alliierten sehr viele technische Schwierigkeiten in sich berge, während -es der deutschen Führung viel’ leichter möglich sei,- heue Divisionen heranzuziehen.
Die Kämpfe am Sonnabend
Oestlich 'der Orne säuberten unsere Truppen weitere Teile des Waldes von Bavent und griffen an der nach , Caen führenden Straße den . britischen Frontvorsprung an!
Bei Herouviolette brachten sie den Briten ungewöhnlich hohe Verluste bei. Trotz ihrer Schwere haben diese Kämpfe jedoch nur untergeordnete Bedeutung.
Entscheidender sind die Kämpfe am Südrand des Landekopfes, die zwischen Brette- ville an der Straße Bayeux—Caen und Ca- vigny im EUe-Vire-Abschnitt zu einer einheitlichen Schlacht Zusammenflüssen. Um den wuchtigen deutschen Gegenangriff aufzuhalten, der rasch Boden gewann, setzte der Gegner starke Kräfte an. Zwischen Bretteville und Tilly sur Seulles versuchten britische Panzerkräfte, nachdem sie durch Aufbau von Pa.nzer- attrappen die deutsche Abwehr vergeblich Zu täuschen versucht hatten, gegen die S.traße Caen—Auvigny vorzustoßen. Weitere Verbände wiederholten ihren Angriff bei Quesnay, um dort den Straßenzug Auvigny—Caumont zu durchbrechen. Das Ziel beider Vorstöße war, Tilly sur Seulles zu nehmen und dadurch die gefährdeten Positionen bei , Caumont zu entlasten. Gleichzeitig stießen die Nordamerikaner beiderseits der Straße Bayeux—St. Lo von ■neuem mit starken, von zahlreichen Fliegern unterstützten Verbänden vor, um Cau- mont von Westen zu entlasten, St, Lo zu gewinnen und eine Uebergangsstelle über
die Vire zu schaffen. Keiner von diesen Plänen gelang.
Livry-Höhen gewonnen
Hart östlich Caumont 'gewannen unsere Truppen in Fortsetzung ihres-Gngenangrif- fes die Höhen bei Livry. Westlich Caumont erstickten sie im Sperrfeuer die bei Berigny angesetzten Angriffe. Zwischeh'St. Andre und ■Vire errangen sie im Gegenangriff einen besonders. • eimjru.cksvollen Abwehrerfolg, und bei Cavigny drückten sie den' dort gebildeten kleinen Brückenkopf am Vire wieder ein. An allen Brennpunkten waren die Verluste des Feindes an Menschen und Panzern' sehr hoch.
Besonders schwer wurde eine nordamerikanische Division mitgenommen, die vorübergehend nördlich St. .Lo in den Elle-Äb- schnitt einbrach. Es gelang ihm nach' vor- ausgegangenen schweren Luftangriffen zunächst, ihre Angriffsspitzen über Nesnil bis an den Rand von St. Lo vorzutreiben. St. Lo, diese einst blühende Stadt, ist durch Bombenangriffe der Nöfdamerikaner vollständig. niedergewalzt. Dort trafen die Angreifer auf. die Vorausabteilungen einer heranrückenden deutschen Infanterie- Division. Sie wurden abgefangen und auf breiter Front zurückgeworfen.
Schwerstes Störungsfeuer auf London
Höhengelände südlich Livry gewonnen - Fluchtartiger Rückzug des Feindes bei Balleroy - U-Boote versenkten drei Zerstörer — Neue Landungsversuche auf Elba — 67 Sow/eiflugzeuge vernichtet
dnb. Aus dem Führerhauptquartier, 18. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Schwerstes Störungsfeuer Hegt weiterhin fast ohne Unterbrechung auf London und seinen Außenbezirken.
An der normannischen Küste griff der Feind auch gestern in mehreren Abschnitten mit starken Infanterie- und Panzerkräften vergeblich an. Im Raum nordöstlich und südwestlich Tilly zerschlugen unsere Panzertruppen alle feindlichen Angriffe. Ein geringer örtlicher Einbruch wurde im sofortigen Gegenstoß bereinigt. Oestlich Caumont gewann unser Angriff nach Norden das Höhengelände hart südlich Livry. Der Schwerpunkt der Kämpfe lag im Raum südwestlich Balleroy, wo amerikanische Verbände mit massierten Kräften in Richtung S t. L o unsere Front zu durchbrechen versuchten. Sie wurden in erbittertem, wechselvollem Ringen unter schwersten blutigen Verlusten abgewiesen. Allein in diesem ' Abschnitt hatte der Feind über 1000 Tote., Unter dem Eindruck seiner hohen Verluste zog er sich fluchtartig auf seine Ausgangsstellung zurück.
Auf der Halbinsel Cherbourg setzte der Gegner seine Angriffe im Raum St. Sauver—Le Vicomte fort, konnte aber nur geringen Geländegewinn erzielen.
Starke Verbände unserer Luftwaffe griffen während des ganzen Tages wirksam in die Erdkämpfe ein.
Kampf- und Torpedoflieger trafen gestern vor dem Landekopi vier feindliche Schiffe
mit Bomben und Torpedos. Brände und Explosionen wurden beobachtet. Außerdem wurde ein schwerer Kreuzer schwer beschädigt.
Westlich der Halbinsel Cherbourg wehrte ein deutsches Geleit einen feindlichen Schnellbootangriff ab und versenkte dabei eines der feindlichen Boote.
Heeres- und Marine-Küstenbatterien erzielten in der Seinebucht auf feindlichen Kriegsschiffen und Transportern Treffer.
Deutsche Unterseeboote versenkten aus einem feindlichen Verband am Westausgang des Kanals drei Zerstörer.
Leichte und schwere Flakbatterien der Luftwaffe schossen seit Beginn der Invasion 301 feindliche Flugzeuge, fünf Lastensegler und 20 Panzer ab und beschädigten einen feindlichen Kreuzer schwer.
Der im Norden und Südoslen der Insel Elba gelandete Feind wurde im Gegenangriff wieder in das Meer zurückgeworfen. Nur bei Marina gelang es dem Gegner, in einem kleinen Brückenkopf Fuß zu fassen. Schwere Kämpfe sind hier und im Raume von Capoliveri, wo der Gegner gestern erneut landete, noch im Gange.
Eine Küstenbalterie der Insel Elba beschädigte einen englischen Kreuzer der „London"-Klasse.
Der Schwerpunkt der Abwehrschlacht in Mittelitalien lag wieder im Raum südlich Perugia. Trotz massierten Einsatzes seiner Panzerverbände konnte der Feind unsere Front nur in einigen Abschnitten etwas zurückdrücken.
Im Golf von Genua kam es zu mehreren Gefechten zwischen unseren Siche- rungsfahrzeugen und feindlichen Schnellbooten. Mehrere feindliche Boote wurden dabei schwer beschädigt.
An der adriatischen Küste wurden bei St. Giorgio zwei kleine feindliche Landungsfahrzeuge durch Artillerievolltreffer vernichtet.
Von der Ostfront werden nur örtliche Kämpfe an der Beresina, südöstlich W i t e b s k und südöstlich Nowoschew gemeldet.
Starke Verbände deutscher Kampfflug zeuge griffen in der vergangenen Nacht die Bahnhöfe Gomel, Nowosybkow und Schtschors mit guter Wirkung an. In Bahnanlagen, Munitions- und Betriebs stofflagern entstanden große Brände und Explosionen.
Bei einem Angriff sowjetischer Bomber auf ein deutsches Geleit vor der n o' r d ■ norwegischen Küste wurden durch Jagdflieger und Marine-Bordflak 37 feindliche Flugzeuge vernichtet. 30 weitere sowjetische Flugzeuge wurden bei einem Angriff auf Kirkenes durch Luftverteidigungskräfte zum Absturz gebracht.
In der vergangenen Nacht warfen einzelne britische Flugzeuge Bomben im Raum von Berlin und im rheinisch-westiäli sehen Gebiet.
Oberstleutnant Le nt, Kommodore eines Nachtjagdgeschwaders, schoß in der Nacht vom 15. zum 16. Juni seinen 100. Geqner ab.
Deutsche Kampfflugzeuge griffen Ziele in Südostengland an.
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Starke deutsche Panzer- und Stürmgeschiitz- vinheilen sind in ihren Bereitstellungsraum an der Invasionsfront in einen Abschnitt • der Invasionsfront gefahren - 1 -* Bei der Einsatz- besprechung. PK.-Kriegsberichter Höhle (Sch)
Fanale von Flammen und Vernichtung
„in wenigen Sekunden glomm von der Erde einroter und gelber Schein auf
-vjuumui uic nuiil ciiciy«“
An, ' ^ er .■Times"-KorresT>ondent. Es lägen srh e,c * 1en dafür vor, daß wirkliche deut- e -Großangriffe bevorständen.
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7 » r Bekämpfung der Luftangriffe auf ^riischubwege eingesetzt sei.'Die deut- : Sieger kämpften mit einer ganz be-
i teri Entschlossenheit, manchmal ein-
dnb. Berlin, 18. Juni. Kriegsberichter T! - ■dick schreibt in einem PK.-Bericht über die Wirkung der neuen deutschen Sprengmittel in London :
Auf die Minute genau zur befehlsgemäß Vorgesehenen Zeit befand sich ein deutsches Flugzeug an einem Punkt hoch über dem Feindgebiet, von dem aus es in der Lage war, das Abrollen des Angriffs in seiner Wirkung zu beobachten. Die Männer in der Maschine waren sich dessen bewußt, daß sie mit den Augen des ganzen deutschen Volkes auf das Schauspiel blickten, das schlagartig begann und mit bisher un- qekannter Heftigkeit und Eindringlichkeit ein Bild von den Möglichkeiten vermittelte, die der deutschen Wehrkraft zur Vertilgung
stehen. - . .
In dem Augenblick, in dem die Leucht- zeiqer der Uhr die entscheidende Minute anzeigten, glomm von der Erde her ein roter und qelber Schein auf, der im Laufe von wenigen Sekunden bereits das Bild eines riesigen Flächenbrandes bot. Und zu gleicher Zeit stiegen an anderen Stellen die gleichen Fanale von Feuer, Flammen und Vernichtung, empor, ver,eilt j?**
Siadtqebiet von London. Man hatte den Eindruck, daß sich dort unten ein unge- heures Feuermeer aiisdehnen mußte, das dweh .Licken in einzelne Felder geteilt
W Wie sah es sonst bei Fliegerangriffen auf Ziele in der Hauptstadt Enqlands oder anderer qroßer Städte und Rustungszentren au«* Da wuchsen aus vielen einzelnen Bombenwürfen Borobenexplosionen, au.^ da
Tausenden von emzemen Bomben'«urten
allmählich aufglühend und RroJ-r
ariden, in denen
deutsche Kampfflugzeuge ununterbrochen kamen und abflogen, bis sich die Wirkung des gesamten Angriffes dem Auge des Beobachters recht enthüllte.
Jetzt indessen wurde aus einem Aufflammen in Sekunden eine rot und gelb leuchtende Fläche, und mehrere gleich mächtige Feuerherde erweckten schließlich den Eindruck einer Katastrophe.
Das Eiäen.'aub verliehen
dnb. Führerhauptquartier, 18. Juni. Der Führer verlieh am 9. Juni das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst Ernst-Wilhelm Hoffman n, Kommandeur eines Meininger Panzergrenadier-Regiments, als 494. Soldaten der deutschen Wehrmacht.
Neuer Ritterkreuzträger dnb. Berlin, 18. Juni. Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generalmajor Werner Anton, Kommandeur einer Flak-Division (mot.).
Die neue bulgarische Wirtschaftspolitik
dnb. Sofia, 18. Juni. Handelsminister Va- s i 1 e f f hielt im bulgarischen Rundfunk eine Ansprache über die Wirtschaftspolitik der neuen Regierung. Die wirtschaftliche Lage in Bulgarien sowie jedes einzelnen Bulqaren, so erklärte er, sei heule =°hr schwer, insbesondere das Beam'en*um könne bei der heutigen Lage kaum eine einigermaßen befriedigende Existenz fuhren.
Dies alles mache durchgreifende Maßnahmen, einen umfassenden Plan und eine strenge Organisation notwendig, allerdings müsse die Einführung einer neuen wirtschaftlichen Politik behutsam und allmählich geschehen.
Der Führer an Horthy
dnb. Berlin, 18, Juni. Der Führer sandte dem Reichsverweser des Königreichs Ungarn Nicolaus von Horthy -zu seinem heutigen Geburtstag ein in herzlichen Worten gehaltenes Glückwunschtelegramm.
Heftige Kämpfe an der Karelischen landenge -
dnb. Helsinki, 18. Juni. Der finnische Wehrmachtbericht vom 18. Juni lautet: Auf der Karelischen Landenge haben sich unsere Truppen weiterhin zurückgezogen und den in der Richtung von Viipuri (Wiborg) einen Druck ausübenden feindlichen Kräften zähen Widerstand geleistet. In den östlich von Kaukjaervi geführten heftigen Kämpfen wurden dem Feinde Verluste, allein etwa 2000 Mann an Gefallenen, zugefügt. Humal- jeki, Kuolomajaervi und Perkjaervi wurden aufgegeben. Im Gelände von Valkjaervi und Rautu sowie Taipale wurde im Laufe des Abends und in der Nacht gekämpft. Mehrere feindliche Panzer wurden zerstört. Von den anderen Teilen der Landfronten nichts besonderes zu melden.
Die feindliche Lufttätigkeit war auch gestern auf der Karelischen Landenge und im westlichen Teil des Finnischen Meerbusens wieder heftig. Die Jagd- und Bodenabwehr schoß auf der Karelischen Landenge 39 feindliche Maschinen ab; davon wurden allein von deutschen Fliegern zwölf Maschinen abgeschosse'n. Auf der Aunus-Lanci- enge s^hoß unseTe Luftabwehr drei weitere feindliche Maschinen ab, so daß der Feind gestern insgesamt 42 Maschinen verlor.
KtaftqeMkH im Stkitktafonol
Von
unserem Berliner Schriftleiter
Dr. Walther Schneider
Was wir in diesen Tagen erleben, muß all denen in der ■ Welt als ein unlösbares Rätsel . erscheinen, die die tiefsten und stärksten Impulse in Führung, Kraft lind Zusammenarbeit des nationalsozialistischen Deutschland niemals begriffen haben. Wir treten nach schwersten Wechselfällen dieses Krieges in dessen Schlußabschnitt .im Besitz ganz revolutionär wirkender Waffen, von denen wir erwarten dürfen, daß . sie der Entwicklung ein ganz neues Gesicht geben und die entscheidende Wende zu unseren Gunsten beschleunigen werden. Nun. rollen schon drei Tage lang fast ohne Un^ terbreehung die „Höllenhunde” nach -London und Südengland. In der Auffassung hat auch der große Lehrmeister der Kriegführung, Clausewitz, Unrecht befialten, daß nach der Erfindung des Schießpulvers und nach der Entwicklung der Gewehre und Kanonen die waffentechnischen, Voraussetzungen der Kriegführung für alle Zeiten im wesentlichen unabänderlich festgelegt seien. Der erste Weltkrieg schon eröffMSte mit dem Einsatz des Tanks und der Luftwaffe völlig neue Aspekte, die heute wiederum, beispielsweise schon durch den Einsatz der elektrischen Aetherwellen für Nachrichten- und Befehlsübermittlung sowie für die Ortung beim Angriff und in der Abwehr weit überholt erscheinen. Wiederum allerdings offenbart sich die Geltung der naturgesetzlichen Wahrheit, daß Größe und Kraft einer rassischen oder völkischen Gemeinschaft nur dann zur vollen entwicklungsbestimmenden und geschichtsformenden Bedeutung gelangen können, wenn sie im Ertragen und im Ueberwinden der schwersten Schicksaisschläge über sich hinauszuwachsen vermögen, wenn sie solche Scbicksals- not durch Kraftsteigerung in sich selbst mehr als ausgleichen. können. Das .ist »pit der Eiszeit, gegen deren Not sich die nor-t dische Rasse durchsetzen und höheTent- wickeln mußte, unverändert geblieben.
Wir traten in den ersten Abschnitt dieses zweiten Weltkrieges, der die Richtung »n- gab und schließlich doch, wie wir heute er; kennen, die Entscheidung vorzeichnete, waffentechnisch, organisatorisch und in der taktischen und strategischen Schulung und Ausrichtung mit einem außerordentlich starken Vorsprung, der uns die Blitzsiege in Polen und in Frankreich in die Hand gab! Dieser Vorsprung wurde wesentlich aus der Ueberwindung des Notstandes gewonnen, den uns das Diktat von Versailles uifge- zwungen hatte. Während die Gegner auf dem militärischen Zustande am -Ende des ersten Weltkrieges weiter eufbauten, also viel Ballast der Tradition und der schwerfälligeren Organisation mitschleppten, während vor altem Frankreich im Maginotgeist so erstarrte, wie das Preußen von Jena und Auerstädt auf den Lorbeeren dps großen Friedrich eingeschlafen war, hatten wir die Möglichkeit, nach der uns aufgezwungenen Zertrümmerung des alten Heeres noch rechtzeitig und ohne alle Vorbelastungen eine ganz neue und moderne Wehrmacht zu schaffen, die mit einer Ueberlegenheit der schnellen Panzerverbände und der Luftwaffe und entsprechend mit einem revolutionären taktischen und strategischen Elan auf dem Kriegsschauplatz erschien. Ganz außergewöhnlich bedingte Schicksalsschläge wie der Ueberfall des ersten Katastrophenwinters an der Ostfront und die schon sehr früh bemerkbaren Auswirkungen der Sa- voyer-Sahotagp im MiUelmeerraum machten die Berechnungen auf einen schnellen Endsieg unserer Waffen hinfällig, und es begann für uns ein langer, Meier und manchmal dunkler Talw»g, Die sn bewirkte und bedingte lange Dauer des Krieges ermög-