Ausgabe 
(18.6.1944) 166
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parteiamtliche Tageszeitung der Naiionalsozi

Pas Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen v—i—J.

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Bremen: Getreu •'§. Rat 2 19 31: Kacbtra! und tonnUgt 2 47 05: Obersstraße 86 . Rof 2 19 31; Sjrke: Mühlendaram 2: Br.-Benelingeo: Bahfl* hofstraße 6 , Eck« Pottstraße. Ruf 4 34 58: Br.* Vegesa<±: Rohrstr. 24. Ruf 4 a. 8 ; Bf.-Blumeo- thal, Kapt-Dailmanfl-Str. 41/43» Rul M 1 89

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Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstatihalfers in Oldenburg und Bremen

Nr. lob • 14. Jahrgang

Sonntag, 18. Juni 1944

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Einzelpreis 15 Rpf.

Nachruf

Auf der Rückfahrt von einer Reichsinspektion erlag gestern Bremens Regierender Bür­germeister und Führer der SA.-Gruppe Nordsee, SA.-Obergruppenführer Böhmcker, einem Herzschlag. Für mich und uns alle hat damit urplötzlich das Leben eines alten bewährten Kämpfers unserer Bewegung und des in Krieg und Frieden um Bremens Geschicke hoch­verdienten Bürgermeisters sein Ende gefunden.

Ein alter Haudegen aus echtem Schrot und Korn, ein anständiger und treuer Kamerad, ein Kenner seines Fachs, der mit Ueberlegenheit und menschlicher Güte die ihm anvertrau­ten Aufgaben zu meistern wußte! Neben der gesamten Parteiführerschaft trauert nicht nur der Senat und die Bevölkerung Bremens, sondern vor allem auch die SA. innerhalb der Gruppe Nordsee. Alle beugen wir uns vor einem vom Kampf und Erfolg erfüllten Leben, einem Leben, das beseelt von der nationalsozialistischen Welt, alles an Kraft und Gesund­heit gab. Ohne Schonung seiner Person war Böhmcker im Einsatz und ist nun im unermüd­lichen Dienst an Führer und Volk den Weg alles Irdischen gegangen. Böhmcker liebte den Kampf, wich keinen Schwierigkeiten aus, sondern stellte sich und ging mit eigener Verantwortungsfreudigkeit seinen Aufgaben nach. Wie keinem Menschen, so blieb auch ihm manche Anfeindung nicht erspart. Am Ende aber steht und spricht für ihn der Erfolg. Seine Sorge um Bremen, um das Leben seiner ihm liebgewordenen Hansestadt und seiner Wirtschaft, vor allem aber seine väterliche Sorge um die Sicherung der Bevölkerung im Kampf gegen den Luftterror unserer Feinde, haben bleibend diesem treuen Gefährten Adolf Hitlers ein Denkmal gesetzt.

- Männer und Frauen Bremens, meine Parteiführerschaft und Kameraden der SA.! Johann Heinrich Böhmcker, Euer Obergruppenführer, Euer Bürgermeister, unser Kamerad und Kampfgefährte ist nicht mehr!

Am Tage der beginnenden Vergeltung für die unmenschlichen Methoden der feind­lichen Luftkriegsführung schloß er die Augen. Sein sehnlichster Wunsch, Deutschlands Sieg miterleben zu können, ist ihm versagt geblieben. Eifern wir ihm, was Treue und Einsatz­bereitschaft angeht, nach. Dann hat sein Einsatz den höchsten Sinn erhalten.

Bremen, 17. Juni 1944.

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Gauleiter und Reichsstatthalter

Bremen, 17. Juni. Auf einer Dienstreise ist der Regierende Bürgermeister unserer Hansestadt, SA.-Obergruppenführer Johann Heinrich Böhmcker, am 16. Juni einem Herz­schlag erlegen. Der Führer hat ein Partei­begräbnis angeordnet.

Seit mehr als sieben Jahren an der Spitze des bremischen Staates, hat der Obergruppenführer sich tätig für unser Gemeinwesen eingesetzt, ini Frieden wie im Kriege seine Einsatzbereitschaft erwiesen, der Beamtenschaft ein Vorbild der Ver­waltungsarbeit aufgezeigt- Er ist dahei ein ein­facher Mensch geblieben, weil er mH ganzem 'Herzen Nationalsozialist war, der nicht nach Rechten fragte, sondern sich seiner Pflicht gegen­über dem Ganzen bewußt war. Seiner inneren Haltung nach Kamerad und Kämpfer, war er der SA. besonders verbunden. Von ihrem frischen Geist und Draufgängertum Heß er sieb leiten in seinen Entscheidungen, bei denen es um das Wohl Bremens, der Stadt, die ihm Heimat geworden war, ging und um die Aufgaben der SA., denen er, beispielgebend im Reich, neuen Inhalt gab. Das Vertrauen, das ihn zum ersten Beamten un­seres Staates berief, hat er nicht enttäuscht. Un­bekümmert ist er auf ein Ziel, das er einmal als richtig erkannt hatte, losgegangen, und hat er, in seiner Aufbauarbeit nur durch den Ausbruch des Krieges gestört. Immer einen Kurs gesteuert, der ihm, dem Ortsfremden, bald die innere Zu­stimmung unserer mit Worten kargenden, aber doch so aufrechten Bevölkerung eintrug. Die Kunde von seinem allzufrühen Tode oing mit Windeseile durch unsere Stadt. Das Bedauern über den nlötzlichen Heimnang des Regierenden Bürgermeisters ist groß. Die Nationalsozialisten Bremens aber sind stolz, daß' er einer der Ihren war. und so wird der Name dps toten Obernruo- Penfiihrers hier immer mit Dankbarkeit und im Gedenken auch an seinen Einsatz tn der Kamöf- zeit genannt werden, auch wenn die Generation, die mit ihm kämnfte und deren Schutz vor feind­lichem Bombenterror in harten Kriegsiahren sein Sinnen und Trachten galt, einmal nicht mehr ist.

b b.

Regierender Bürgermeister SA. - Obergruppen­führer Böhmcker entstammt einer alten holsteini­schen Bauernfamilie. Er wurde am 22. Juli 189R zu Braak bei Eutin geboren. Unmittelbar nach seinem Abiturientenexamen an dem Gymnasium in Eutin meldete er sich als Kriegsfreiwiliiner zum Dragoner-Regt 16. Zahlreiche Kriegsauszeich­nungen, darunter das Eiserne Kreuz, legen Zeug­nis davon ab, daß der junge Soldat schon der gleiche Draufgänger und Kämpfer war, als der e r Jahre später in der Bewegung weit über sei­nen Wirkunnsbereich hinaus bekannt wurde. Nach der Entlassung aus dem Heer am 25. März 'Ü19 studierte J. H. Böhmcker an den Universi­täten Göttinnen, Münster und Kiel Rechts- und Staatswissenscbaften. Der Ablegung seiner ersten

Aufn.: BZ.-Archiv

Staatsprüfung in Kiel folgte die Ausbildungszeit als Referendar und später nach bestandenem Assessor-Examen die Niederlassung als Rechts­anwalt in Eutin.

Der Aktivist Böhmcker gehörte nicht zu denen, die tatenlos Zusehen konnten, wie unser schönes Vaterland und unser deutsches Volk von inneren und äußeren Feinden dem Abgrund zugetrieben wurden. Er schloß sich den Kämpfern an, die sich das Hakehkreuz zum Feldzeichen ihres Kampfes für Deutschland erwählt hatten und wurde am 11. Januar 1926 Mitglied der NSDAP. Er erhielt die Mitgiiedsnummer 27 601 und wurde später Träger des Goldenen Ehrenzeichens der Bewe­gung. Schon bald stand der junge Nationalsozia­list in vorderster Front der braunen Kämpfer. Der Name Heinrich Böhmcker war bald in-Schles- wig-Holstein, besonders in Ostholstein, ein fest­stehender Begriff. Es ist so, daß Heinrich Böhm­cker hervorragenden Anteil - trug an der frühzeitigen' Eroberung Schleswig-Holsteins für. die Idee des Nationalsozialismus. Schon bald nach seinem Eintritt in die Bewegung gründete Heinrich Böhmcker in Eutin eine SA. Er wurde deren Führer. Aus seinen Männern machte er durch sein Beispiel,, durch seinen persönlichen Einsatz eine echte Sturmabteilung, die schnell und überall auftauchte, wo Marxismus und Judentum hervortraten. Bald wurde Böhmcker Führer der SA.-Standarte XI, die das Gebiet des Landesteils Lübeck und den 'Kreis Plön umfaßte. Zugleich hatte er die F%hrung der .Standarte III. in-Kiel inne. Der Führer betraute Heinrich Böhmcker •schließlich mit der Führung' der gesamten SA. Ostholsteins. .

Am 10. Juli 1934 wurde Heinrich Böhmcker mit der Führung der SA.-Gruppe Nordsee be­auftragt. Mit diesem Tage begann der am 9. No­vember 1934 zum SA.-Gruppenführer Beförderte eine Tätigkeit, die im ganzen Gruppenbereich Nordsee, insbesondere aber im engeren Gebiet der Hansestadt Bremen, von großer Bedeutung wurde. Gauleiter Carl Rover konnte sich, als er schon vor der Machtübernahme im Reich Mini­sterpräsident des Landes Oldenburg wurde, kei­nen besseren Regierunpspräsidenten im oldenbur- gischen Landesteil Lübeck wünschen als den energischen Kämpfer Heinrich Böhmcker und es gelang seiner Tatkraft, seiner Umsicht und sei­nem Geschick, den finanziell vor dem Zusammen­bruch stehenden Landesteil auf eine gesunde Basis zu stellen. In zäher, unermüdlicher Arbeit leistete Regierungspräsident Böhmcker vorbild­liche nationalsozialistische Aufbauarbeit. Durch das Reichsgesetz vom 26. Januar 1937 ging der Landesteil Lübeck am 1. April 1937 auf Preußen über. Iq Anwesenheit des Reichsinnenministers Dr. Frick und des damaligen Reichsstafthalters und Gauleiters Carl Rover konnte Regierungs­präsident Böhmcker im Rahmen eines Staatsaktes dem Gauleiter und Oberpräsidenten der Provinz Schleswig-Holstein, Lohse, einen fest fundierten

und in seiner Verwaltung vorbildlich geleiteten Kreis übergeben.

Bis zu seiner Ernennung zum komm. Reg. Bür­germeister der Freien Hansestadt Bremen am 16. April 1937 führte Heinrich Böhmcker den neuen preußischen Landkreis Eutin als komm: Landrat. Schon am 24. Juni 1937 ernannte -der Führer Heinrich Böhmc-ker endgültig zum Regie­renden Bürgermeister in Bremen.-Das „größere Bremen", dessen Werden sich nicht ohne Schwierigkeiten vollzog,' fällt in die Amtszeit Heinrich Böhmckers..

Soweit ihm sein gerade im Kriege besonders verantwortungsvolles Staatsamt irgend Zeit ließ,

war der Obergruppenführer bei seinen SA.-Män­nern, begeisterte sie immer wieder und scharte eine große Anzahl fähiger SA.-Führer um sich, immer bestrebt, den Ausbildungsstand der SA. in Stadt und Land zu fördern. Seine Verdienste auf diesem Gebiet erkannte der Führer besonders dadurch an, daß er ihn am 15. Oktober 1940 zum SA.-Obergruppenführer, den höchsten Dienstrang, den die SA. nach dem Stabschef zu vergeben hat, ernannte. Unvergessen bleibt der große SA.-Aufmarsch eben vor dem Kriege, als in An­wesenheit des damaligen Stabschefs Lutze die • SA.-Gruppe Nordsee in Bremen aufmarschierte und die Straßen unserer Stadt Vom Marschtritt der braunen Bataillone widerhallten.

]ohann Heinrich Böhmcker in memoriam

Von Dr. Hans Brinkmann

Die Reichsdienstflagge an unserm altehrwür- digen Rathaus- ist auf, Halbstock gesetzt und zeigt so an, daß der oberste Verwaltungsbeamte unseres Landes, SA.-Obergruppenführer Böhmcker, nicht mehr ist. Mitten aus seinem Dienst an der Ge­meinschaft unserer Hansestadt, . deren . Glied er wurde, ist er abberufen worden. Im Einsatz zur Abwehr feindlichen Lüftterrors, auf einer Dienst­reise, hat ihn der Tod ereilt, und es ist nur ein kleines Zeichen des Dankes, den wir ihm schul­den, daß SA.-Obergruppenführer Heinrich Böhm­cker nun an der Stätte aufgebahrt liegt, die ihm seit sieben Jahren Inhalt seines Lebens war und Kraft gab für sein Wirken' um das Gemeinwohl.

Bremen ist ihm zur Heimat geworden, weil er sich, einlebte in die besondere Gedankenwelt unserer Stadt, die dem Meere zugewandt ist, Und, in ihr aufgeh.end, kraft seiner nationalsozialisti­schen Weltanschauung, Besonderes leistete. Er war ein Mann, der hinter sein Werk znrücktrat, seine Leistung sprechen ließ und nicht viel Worte machte, Eigenschaften, die er aus seiner Holstei­ner Landschaft, in der er geboren war, mit­brachte, . und die hier wohlgelitten waren. So kannten ihn zunächst nur wenige eigentlich näher. Allein in der SA. war einem größeren Kreise be­wußt, was den Obergruppenführer bewegte, und Von welchen Gedankengängen er sich bei seinen Entschlüssen’ leiten • ließ:, zuerst und vor allem von der Treue gegenüber' dem Führer und von der Weltanschauung, die der Nationalsozialismus lehrte und vorlebte. Hervortretende Eigenschaf­ten waren auch seine Kameradschaft, seine Na­turverbundenheit und seine Heimatliebe, die in sejnem Wesen beredten "Ausdruck fanden. Gerade in seiner Art, gar nicht eitel, ließ er seinen Mit­arbeitern, denen er unbedingtes Vertrauen schenkte, die Freiheit des Handelns und der Initiative, ja er forderte diese gerade her­aus und brachte damit ein neues, belebendes Moment in den Beamtenkörper. Auf dessen Eifer im Sinne der Forderungen der NSDAP, wirkte er durch sein Beispiel in -besonderem Maße ein, und er bewertete seine Mitarbeiter im Staat nicht nach der Zahl der Amtsjahre, sondern nach dem, was sie für die Gemeinschaft zu leisten qewilit waren. Auch öffentlich hat Her Obergruppen­führer sich zu seinen Verwaltungsgrundsätzen be­

kannt. Als Mann der Praxis und SA.-Führer war er zu dieser Auffassung gelangt, und so hörte er auch gern’ die Meinung anderer, ehe er selbst sein Urteil biidetete oder seine Entscheidung traf. Sie hat sich immer nach dem gemeinen Besten ausgerichtet und führte so die in unse­rer Stadt besonders lebendige Tradition aus der Hansezeit fort. Diese Berufung auf die Vergan­genheit waren ihm, dem Draufgänger und dem Vollzieher revolutionärer Denkweise, aber keine leeren Worte, sondern Mahnung, durch Leistung Gewordenes sich immer wieder von neuem zu erwerben und aus dem Alten mit die Kraft zu schöpfen, Neues zu gestalten. Solche Ge­dankengänge bat er gelegentlich der Einführung unseres Gauleiters als Reichsstatthalter entwickelt und vorgetragen. Sie waren das Zeichen dafür, wie sehr unser Regierender Bürgermeister sich mit dem Wesen unserer Stadt vertraut gemacht hatte, wie tief er darin eingedrungen war, und wie sehr ihm das, was Gestalt gewinnen wollte, am Herzen lag. Seit diesem Augenblick sprach Bremen von dem Obergruppenführer als unserm Bürger­meister. Er hatte die Zuneigung der Stadt und damit das Kostbarste, über das ein Mann seiner Stellung verfügen kann, und wenn die Bremer in vergangenen Terrornächten eine so bei­spielhafte Haltung gezeigt haben, so waren sie damit nur würdig des Vertrauens, auf das der Obergruppenführer bauen konnte und auch ge­wartet hat, daß es ihm. einmal entgegengebracht würde.

Im Zusammenhang damit stand sein unerschüt­terlicher Wille, eine volksnahe Regierung zu leiten, weil er in der SA. erfahren hatte, wie sehr es auf den einzelnen Mann ankommt, und nur eine verschworene Gemeinschaft Außerordent­liches zu leisten in der Lage ist. Sich selbst Rechenschaft zu geben über sein Tun genügte ihm nicht. So ging er selbständige Wege, indem er alljährlich in der oberen Rathaushalle einen öffent­lichen Leistungsbericht vor geladenen Vertretern aus allen Kreisen unserer Stadt erstattete, der auf­zeigte, was geschafft werden konnte, und welche Aufgaben noch ihrer Erledigung harrten. So warb er in seiner Eigenschaft als oberster Leiter eines Landes um die Zustimmung der Gesamtheit und um Widerhall innerhalb unseres Gemein­wesens, ein Zug, der wie kein anderer unsern RC 7 .