Ausgabe 
(16.6.1944) 164
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parteiamtliche Tageszeitung

Dafl Amtsblatt dea Begierenden Bürgermeister!» der Freien Hansestadt Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstatthalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 164 14. Jahrgang

Freitag. 16. Juni 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

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Unsere Linien um den Brückenkopf geschlossen

Steigende Heftigkeit der Kämpfe in der Normandie Die Schiacht strebt ihrem Höhepunkt

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Hannover

Rücker, Engelbert (KM wlermWeMg£ /Hannom) 61 Simder*»*

Das zeitgemäße Rezept

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Druck und Verlag! Bremer Zeitung, KS.-Gss verlag Weser-Ems GmbH., Brenn, ü : ü direktor: Walter Wittenberg, Bio

Hanptscbriftleiter: Kurt ß. Stu1 1 enberf Bremen. - Gültig ab 1.1.**»

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

goe. Berlin, 15. Juni. Am zehnten Tage der Invasion stellt der WehrmachtberlcJit test, dafl die Schlacht in der Normandie sich von Tag zu Tag in ihrer Heiligkeit steigert und ihrem Höhepunkt zustrebt. Der Auf- a irsch der beiden Fronten ist also im wesentlichen vollzo­gen, so daß in Kürze auf der Halbinsel Cherbourg größere fntscheidungen heranreifen.

Der Gegner befindet sich un­ter einem Zwang, der ihm die Gesetze seines Handelns vor­schreibt, und der bis in Einzel­heiten genau bezeichnet wer­den kann. Eisenhower muß um jeden Preis versuchen, aus dem schmalen Küstenstreifen zwi- Cherbourg und Orne-Mündung herauszukommen. Dabei erge­ben sich die möglichen Stoß­richtungen seiner Offensive.

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Drei Stoßrichtungen des Feindes

Im wesentlichen sind die Be­mühungen des Gegners von der Absicht getragen, die Inva­sionsbasis zu verbreitern und sie dabei mit starken Stützpunkten zu ver­sehen. Von diesem Wunsch war der feind- li che Vor stoß auf Le Havre dik­tiert. Bis heute hat die gegnerische Füh­rung ihre Anstrengungen in dieser Rieh- tirng, wie die fortlaufenden Kämpfe an der Ome-Mündung und bei Caen zeigen, nicht eingestellt. Weitere schwere Kämpfe müs sen infolgedessen hier erwartet werden. Die weite Stoßrichtung der Anglo-Amerikaner seit nach Norden auf Ch erbourg. Die serationen, mit denen dieses Ziel ange- lebt wurde, bewegten sich in einer dop- rilen Richtung, nämlich einmal unmittel- hr gegen 'Norden und andererseits in der isgefähren Höhe von Sainte Mere Eglise scharf nach Westen, wo man beabsichtigte, «en Durchstoß durch die Halbinsel Cotentin jj verwirklichen. Cherbourg selbst lag wäh- endessen fortwährend unter dem Feuer der feindlichen Flotte, das die starken Werke der Festung freilich nicht zu erschüttern vermochte.

An diesem Nordteil der Front ist beson­ders bemerkenswert, daß die hier einge­setzten Nordamerikaner infolge des starken Aderlasses ihrer Kräfte nur mit Mühe einen ihmalen Küstenstreifen behaupten konn­ten, Auch hinter diesem verlustreichen Vorhaben des Feindes steht das harte Muß eißen brauchbaren Hafen zu gewinnen.

Die dritte Stoßrichtung des Feindes geht eus dem Raume von Bayeux heraus nach Sden, um den Durchbruch nach ordfrankreich zu erzwingen. Die Operationen des Feindes in diesem Front- shschnitt lassen jedoch seine Lage im Süden ttd Norden der Invasionsfront deutlich^ er­lernten, da er sich immer wieder zu Schwer- Sewichtsverlagerungen in dem Sinne ge­zwungen sah, seine Streitkräfte bei Bayeux eiuzusetzen, um den linken Flügel an deT Ome zu entlasten und den rechten Flügel !E i Carentan zu unterstützen.

Putsche Führung ^stimmt das Schlachtfeld

Alle drei Versuche des Feindes sind bis- !» äescheitert. Es gelang dem Feind weder, seine Stellungen an der Orne-Mündung l^iudringen, noch konnte er die Halbinsel Oentin an ihrer Basis abzusprengen und Golf von Malo gewinnen, wie er Airecht nicht vermochte, den geplanten Khbruch nach Nordfrankreich zu vollzie- Damit aber sind seit dem ersten Tage ®r Invasion so gut wei keine Nachteile für ,s eingetreten, während der Gegner in die- 5 1 zehn Tagen keine bedeutenden Vorteile hat. Dabei bleibt zu berücksichtigen, ä wir dem Feinde in den ersten Tagen «ne gröReren Verbände als die normalen tistensicherungen entgegengestellt hatten, zwischen sind jedoch die deutschen |,jj9r e i f d i v i s i o n e n herange- .. ff worden, so daß die deutschen '"an um den feindlichen Brük- en kopf jetzt geschlossen sind.

Von einem Durchstoßen dieser Linien oder , r 'on dem geplanten Vormarsch des Fein- s aui Paris kann keine Rede sein. Die im ie* 16 Führung hingegen hat sich bisher l' e Größtmögliche Vernich- j. n .? feindlicher Truppen be- w ® tlren d sie gleichzeitig Zeit ge- k n ^ n hat, um die große kommende sch n p s c h 1 a c h t vorzubereiten. Die deut- feinni- hrunff «^erliegt im Gegensatz zu der bt ai ICllen ke t nem operativen Zwang; sie ien S ° ln <ler Lage, hier oder dort anzugrei- iela Utl ? kann damit das ihr gemäße Schlacht- ^ seihst bestimmen.

Nichtige britische Beurteilung

S.J? der britischen Oeffentlichkeit macht .J, 'gesichte der großen Verluste und der j-,,- /? ser hohen Verluste offenbaren Un- eit die ?esteckten Ziele zu er- kij r t eine Beklemmung geltend. So er-

53 S L,. i f. T fnsüsche Nachrichtendienst, jetzt,

se,V 0 ,st; be Publikum müsse sich beim Ab- ' ner Frontlinien auf den Karten da- ertr aut machen, daß das unvermeid-

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Der Westteil der Invasionsfront.

BZ.-Archiv.

liehe Hin- und Herwogen der Schlacht auch Räumungen mit sich bringe, die deshalb aber noch nicht von entscheidender Bedeutung sein müßten.

In den Rahmen dieser vorsichtig gewor­denen Art der britischen Berichterstattung gehört es auch, wenn Reuter am Donnerstag meldete, daß die nordamerikanischen Trup­pen aus Montebourg hinausgeworfen worden seien, oder wenn z. B. mitgeteilt wird, daß 4.54 anglo-amerikanische Flugzeuge, in insgesamt 65 000 Einsätzen an der In­

vasionsfront während sieben Tagen verloren­gegangen seien. Rechnet man mit etwa 4000 eingesetzten Flugzeugen, so ist der hier vom Feind zugegebene Prozentsatz an Verlusten schon recht hoch. Er dürfte dem tatsäch­lichen Sachverhalt ungefähr gerecht werden, wie aus de'r zusammenfassenden Meldung des OKW.-Berichtes zu erkennen ist. Nach dieser sind in den ersten zehn Tagen der In­vasion über 1000 Feindflugzeuge vernichtet worden, so daß also nach der feindlichen Berechnung auf die letzten drei Tage etwas über 400 Flugzeugverl­uste des Gegners kämen, General Eisenhower erklärte zur gleichen Stunde offenbar unter, dem Eindruck der bisheri­gen schweren Verluste, man stehe am Beginn des furchtbarsten Kamp- f e s und brauche alle Kraft, jede Waffe und allen Mut, um das Invasionsziel zu er­reichen.

Nach zehn Tagen

Eigener Bericht

ips. Berlin, 15. Juni. Die" Anglo-Ameri­kaner hatten sicher nicht erwartet, nach zehn Tagen Invasion noch auf einem schma­len Brückenkopf eingeengt zu sein. Augen­zeugenberichte englischer Verwundeter und Korrespondenten schildern dem englischen Volk die Hölle in der Normandie recht anschaulich. Sie wissenf Wunderdinge von den Wirkungen des deutschen Abwehr­feuers zu erzählen. Die Oeffentlichkeit der Feindländer erfährt auch allmählich Ein­zelheiten über die ungeheuren Verluste, die die anglo-amerikanischen Divisionen erst auf dem Anmarsch über See und dann im Landekopf selbst erlitten haben und täglich neu erleiden.

Unerwartet hohe Verluste

Ueber diese Verluste gibt der OKW.-Be- richt vom Donnerstag einige erste Angaben. 400 Panzer und mehr als 1000 Flugzeuge

ZU

sind vernichtet werden, wobei die M®*ge von Kriegsmaterial,, die mit den torpedier­ten Schiffen auf den Grund des Meeres ge­sunken ist, gar nicht mitgerechnet ist, weil sich naturgemäß dafür keine Zahlen nen­nen lassen. Auch die Ausfälle, die die feind­liche Invasionsflotte durch Luftwaffe, Kriegsmarine und Küstenbatterien erlitten hat, wachsen immer mehr an. Der OKW,- Bericht meldet fast 300 000 BRT. an ver­senkten oder schwer beschädigten Fracht- und Transportschiffen und Panzerlandungs- schiffen. Außerdem sind eine nicht festzu­stellende Anzahl von feindlichen Schiffen auf deutsche Minen gelaufen.

Montgomerys Schiff auf Mine gelaufen

Es ist bezeichnend, wenn man jetzt er­fährt, daß dieses Schicksal sogar das Schiff betroffen hat, auf dem sich der feindliche Oberkommandierende, General Montgo- mery, befand, der sich nach der Norman­die begeben wollte. Wie derDaily Expreß meldet, gab es eine ungenannte Zahl von Toten und Verwundeten an Bord. Montgo- mery wurde jedoch nicht, verletzt. In dieser Meldung wird ausnahmsweise einmal ein Minentreffer zugegeben, was sonst nicht englische Gepflogenheit ist.

Nach unseren Feststellungen wurden bis­her sieben schwere und leichte Kreuzer, 25 Zerstörer und 10 Schnellboote teils ver­senkt, teils schwer beschädigt. Von größtem Gewicht aber ist die Feststellung, daß die Mannschaftsverluste des Feindes ein Viel­faches der unsrigen betragen.

Diese unerwartet hohen Verluste haben den Feind zweifellos gezwungen, sich in dem Landekopf der Normandie stärker zu enga­gieren, als es seine Absicht war; ganz abge­sehen davon, daß Eisenhowers Terminkalen­der durch _den bisherigen Ablauf der In­vasion völlig über den Haufen geworfen worden ist. Wir können dem weiteren Ver­lauf der Schlacht mit Ruhe entgegensehen.

Deutsche Truppen behaupteten ihre Stellungen

ln zehnTagen 400Panzer, über 1000 Flugzeuge vernichtet, 13 Kriegsschiffe, 23 Frachter, 12 Landungsschiffe versenkt

dnb. Führerhauptquartier, den 15. Juni. Das Oberkommando der Wehr­macht gibt bekannt:

Die Schlacht in der Normandie stei­gert sich von Tag zu Tag in ihrer Heftig­keit. Nachdem es dem Feind in den ersten Tagen der Invasion darauf angekommen war, an der Küste festen Fuß zu fassen, ver­sucht er nun, nach allen Seiten seinen Brückenkopf zu erweitern. Unter den Salven schwerster Schiffsgeschütze, laufenden Luft­angriffen und unter dem Einsatz neu heran­geführter Infanterie- und Panzerkräfte auf beiden Seiten strebt die Schlacht ihrem Höhepunkt zu.

Am gestrigen Tage entwickelten sich be­sonders im Raum um Tilly, Caumont und südwestlich B a 11 e r o y heftige Kämpfe, in deren Verlauf zahlreiche feind­liche Panzer abgeschossen wurden. Der Feind hatte besonders schwere blutige Ver­luste. Unsere Truppen behaupteten überall ihre Stellungen. Oestlich Caumont nahmen eigene Panzerverbände mehrere zäh vertei­digte Ortschaften. Feindliche Fallschirm­jäger, die nordwestlich St. Lo hinter unserer Front abgesprungen waren, wurden vernich­tet. Nur im Raum westlich und nördlich Ste. Mere-Eglise konnte der Feind ge­ringen Geländegewinn erzielen.

In der vergangenen Nacht wurden durch Angriffe starker Kampifliegerverbände vier­zehn Transportschiffe mit 101 000 BRT. und zwei Zerstörer durch Bomben- und Torpedo­treffer entweder versenkt oder schwer be­schädigt. Hierbei zeichnete sich eine Kampf­fliegergruppe unter Major Thomsen beson­ders aus. .

Im Verlauf eines harten Nachtgefechtes unserer Marineräumboote mit einem von fünf Zerstörern gesicherten feindlichen Kreuzerverband südwestlich der Insel Jer­sey wurde ein Zerstörer in Brand geschos­sen. Ein eigenes Boot ging dabei verloren.

Heeresküstenbatterien beschossen vor der Orne-Mündung einen von einem Schweren Kreuzer und Zerstörern gesicher­ten Landungsverband und beschädigten den Kreuzer sowie einen Zerstörer. Der Ver­band wurde zersprengt. Vor der Nordkuste der Halbinsel Cherbourg erzielten unsere Küstenbatterien auf weiteren Schiffen Tref fer. Zerstörergruppen und SchneUboote wur- den zum Abdrehen gezwungen. Die Härte der Kämpfe und die beispielhafte Haltung unserer Truppen aller Wehrmachttelle zeigt sich in den bis jetzt erzielten Erfolgszahlen.

In den ersten zehn Tagen des feindlichen In vasion sangriff es haben ^sere Trup pen

über 400 feindliche Panzer und über louu Flugzeuge vernichtet. Nicht eingerechnet

sind die g zahlreichen Panzer. Geschütze und

. _w-.K» n »lipr Art. die bei Angriffen

und der

Kreuzer, drei weitere Kreuzer, 16 Zerstörer, 8 Schnellboote, 58 Handels- und Transport­schiffe mit 235 000 BRT., zwei Landungs­schiffe mit 4000 BRT. und ein Dampfer mitt­lerer Größe schwer beschädigt.

Die Verluste des Feindes an Kriegs- und Landungsschiffen durch Minentreffer erhöhen diese Zahlen wesentlich.

Die blutigen Verluste des Feindes, insbe­sondere an seinen Eliteverbänden, den Luft- landedivisionen, betragen ein Vielfaches un­serer eigenen.

An der italienischen Front hält der starke feindliche Druck beiderseits des Bolsena-Sees unvermindert an. Unsere schwer ringenden Truppen leisteten auch gestern dem Feind erbitterten Widerstand, konnten jedoch schließlich nicht verhindern, daß der Feind nach Norden Boden gewann. Erneute feindliche Angriffe nördlich und

nordwestlich des Sees wurden abgewiesen. Die Kämpfe gehen weiter.

Aus dem Osten werden keine besonde­ren Ereignisse gemeldet.

Im Hohen Norden wurden im Louhi- und Kandalakscha-Abschnitt mehrere starke Vorstöße der Bolschewisten abgewiesen.

Unterseeboote versenkten im Schwarzen Meer zwei sowjetische Kanonenboote und einen Seeschlepper.

Nordamerikanische Bomberverbände grif­fen gestern das Stadtgebiet von Budapest an. Durch ungarische und deutsche Luftver- teidigungskräfte wurden achtzehn Flugzeuge abgeschossen.

Einzelne britische Flugzeuge warfen in der vergangenen Nacht Bomben im rhei­nisch-westfälischen Raum.

Deutsche Kampfflugzeuge griffen Einzel­ziele in Südostengland an.

Sprung ins Bandenzentrum

Lnter dem Oberbefehl des Genendoberst Rvn~ dulic in Kroatien haben Truppen des Heeres und der Waßen-ff das Zentrum der serbi - sehen Bandenführung überfallen und nach schweren Kümpfen zerschlugen . ln den Kämp­fen hat sich die ff-GebirgsdivisionPrinz Bu­gen 4 ' unter Führung des ff -Hauptsturm fiihrers Rybke hervorragend bewährt. Unser Bild zeigt: Ein gefangengenommener Kommunist

wartet auf sein Verhör. ff-PK-Kriegsberichter Kunzmann (Sch)

Gigantischer Schutthaufen von Wracks

EnglischeFronikorrespondentenschilderndasSchlachtleldinderNormandie

von Einheiten der Kriegsmarine Luftwaffe gegen die feindliche Landungs-

flotte unlergingen. T f(waff p Kriees-

Inseesamt versenkten Luftwaffe, nr g marine sowie Heeres- und Marineküstenbat­

terien seit Beginn der Invasion zwei Kreu- onn Zerstörer, zwei Schnellboote, 23

Eigener Bericht

BZ. Stockholm, 15. Juni. Die am Don nerstag aus London vorliegenden Berichte von der normannischen Küste schildern die Kämpfe als immer erbitterter.Es war ein Wunder, daß wir überhaupt auf den Strand kamen, überschreibt dieDaily Mail den Bericht eines Kriegskorresgondenten, der am zweiten Invasionstage an die französische Küste gelangte. Meilenweit sei die Küste von einem gigantischen und gleichzeitig jämmerlichen Schutthaufen von Wracks aller Art bedeckt gewesen. Im Wasser hät­ten Tanks gelegen, die* das Festland nicht mehr erreichten, umgestürzte Landungs­boote, ausgebrannte Fahrzeuge und von Ge­schossen geradezu durchsiebte Gelände­wagen. Daneben habe man lange Reihen ge­fallener Briten und Amerikaner gesehen, zwischen denen arbeitsmüde Truppen aufzir- räumen versuchten.

Welle auf Welle seien die Angreifer dem tödlichen Feuer zum Opfer gefallen. Wem es gelungen sei, seinen Fuß aus dem Lan­dungsboot auf den Strand zu setzen, der habe auf eine Mine getreten. Unter der Wasseroberfläche seien von den Deutschen alle nur denkbaren Hindernisse angebracht worden.Noch immer laufen Schiffe oder Boote, so berichtet der Korrespondent von seinem Abschnitt,auf eine der vielen ver­borgenen Minen. Unsere Männer kamen einfach nicht vom Strand los. Sie lagen stundenlang, anstatt, wie erwartet, nur einige Minuten auf ihm fest. Ganze Einheiten sind gefallen."

Bisher nicht gut ausgelaufen"

Das bisherige Ergebnis an der Invasions­front ist nicht so gut ausgefallen", schreibt Liddell Hart in derDaily Mail,wie wir es gewünscht hätten, aber immerhin noch besser, als es schlechtestenfalls hätte aus- fallen können."

Ein Militärkorrespondent der spanischen ZeitungABC vergleicht die Situation Montgomerys mit der eines Läufers, der kurz nach seinem Start über eine Mauer

springen muß, diese aber nur mit einem Fuß erreicht, während der andere in der Luft hängen bleibt. Der Läufer befindet sich in Gefahr, sich das Genick zu brechen. Schaut er um sich, so findet er nirgends Hilfe, nicht einmal teilnahmsvolle Gesichter.

Fanatischer Glaube an Hitler

Die meisten deutschen Soldaten, die an der nordfranzösischen Küste gefangen­genommen wurden, legen einen fanati­schen Glauben an Hitler und an Deutschlands Endsieg an den Tag. Das muß die LondonerNews Chronicle zugeben, nachdem sie vor kurzem noch etwas ganz anderes zu behaupten gewagt hatte.

Montgomery

befehligt alle Feldtruppen

ep. Bern, 15. Juni.Exchange meldet am Donnerstag eine Aenderung im alliierten Kommando an der Invasionsfront. Danach ist der Oberbefehlshaber der englischen Truppen an der Invasionsfront, General Montgomery, Befehlshaber aller alliier­ten Feldtruppen in Frankreich geworden. Ihm untersteht auch der Befehlshaber der USA.-Truppen, General Bradley, der bis­her im gleichen Range mit Montgomery stand.

Judenhaß in USA. wächst

ep. Stockholm, 15. Juni.Ein rasches An­wachsen des Antisemitismus in den USA. ist nach dem Kriege sehr wahrscheinlich", erklärte der bekannte schwedische Volks­wirtschaftler Bertil Ohlin, der soeben von dem Kongreß der internationalen Arbeits­amtes in Philadelphia heimgekehrt ist. In einem Aufsatz inStockholms Tidningen" schreibt Ohlin, gegenwärtig gewähre nur der Umstand, daß der Antisemitismus mit dem deutschen Nationalsozialismus in Ver­bindung gebracht werde, den Juden Sicher­heit. SobaM der Krieg vorüber sei, könne ei sehr schnell entflammen.

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Von

Regierungspräsident ii -Brigadeführer Hans Krebs

Der nationalsozialistische Staat ist weder das Machtinstrument einer Dynastie, noch das einer bevorrechteten Schicht oder Klasse. Das Reich Adolf Hitlers hat nur eine einzige Aufgabe: Schutz und Schirm des deutschen Volkes, seiner Ehre, Größe und Wohlfahrt zu sein. Diese Zielsetzung ist nur erreichbar, wenn das Volk selbst den Staat trägt und wenn das Reich eine auf dem Volkswillen sich stützende starke Zentralgewalt besitzt. Des­halb hat der Führer in den 25 Thesen des Programms der NSDAP, am 24. Februar 1920 an die Spitze seiner Forderungen die Schaf­fung eines Großdeutschland gestellt, das alle Deutschen umschließt, und die Thesen mit der Forderung nach einer starken Zen­tralgewalt des Reiches gekrönt. Er wußte, daß nur ein starkes und zentral geleitetes Reich allein in der Lage wäre, die Grund­sätze seines Programms durchzusetzen.

Die nationalsozialistische Revolution hat zweierlei große Ergebnisse: Einerseits die Erfüllung des ganzen deutschen Volkes mit einer großen politischen Idee, durch die ,es seine innere, nicht zu brechende Einig­keit und Stärke erlangte, und andererseits die Aufrichtung einer starken Zentral­gewalt, die nach der Machtergreifung angebahnt und seither immer stärker aus­gestaltet wurde. Die Aufspaltung in Par­teien, Länder und Klassen, wie sie früher zum Schaden des deutschen Volkes in Er­scheinung getreten war, ist seit der Macht­ergreifung 1933 im Altreich und nach der Errichtung des Großdeutschen Reiches im Jahre 1938 für die Gesamtheit der Nation, endgültig, überwunden. Diese, politische Lei­stung war das Ergebnis des Erziehungs­werkes des Führers' und seiner NSDAP.

Die große Fülle von Sonderaufgaben, die von dem Reich schon vor dem Kriege, aber in noch vermehrtem Umfange während des Krieges gelöst werden mußten, erzwang eine Reihe von Einrichtungen, die eine Auf­splitterung der Verwaltung zur Folge hatte und unter der das Streben nach Einheit und Einfachheit der Verwaltung litt. Die erste grundlegende Anordnung des Reichsführers H Heinrich Himmler in seiner Eigenschaft als Reichsminister des Innern war der Er­laß über die Verwaltungsgrundsätze vom 28. Oktober 1943, der an die Reichsstatt­halter, Landesregierungen, Oberpräsidenten, Regierungspräsidenten, die Landräte und Oberbüigermeistej gerichtet ist. Er spricht von der starken Zentralgewalt des Reiches, die eine Grundvoraussetzung für die Durch­setzung des nationalsozialistischen Wollens und für die siegreiche Beendigung des Krie­ges sei Ein klarer, nicht von Sonderstellen durchbrochener Befehlsweg müsse von oben bis zur untersten Stufe der Verwaltut -i gehen und die Anordnungen der Ri-irh .- zentrale in unbedingter Disziplin zur un­verzüglichen Durchführung bringen.

Allein der Reichsminister des Innern will keine Erstarrung des Zentralismus. Er er­blickt vielmehr die wesentlichste Sicherung einer starken Reichsgewalt in .einer Reichsfieudigkeit aller Reichriei!-; und sieht diese in lebensstarken und lebensvollen Gauen, in denen die in den Landschaften wurzelnden Kräfte un­sere« Volkps zum Wehle des Reiches ent­wickelt und gefördert werden müssen. Daraus folgL, so heißt es in dem Minister­erlaß wörtlich,daß- nur das zentral zu behandeln ist, was unbedingt zentral be­handelt werden muß. Richtlinien und allgo-