Ausgabe 
(14.6.1944) 162
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Parieiamlliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Regier enden Bürg ermeisters der Freien Hansestadt Bremen

Nr. 162 • 14. Jahrgang

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblait des Reichs Statthalters in Oldenburg und Bremen

Mittwoch, 14. Juni 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

Alle zwei Minuten ein Britenpanzer erledigt

Hohe Verluste englischer Angriffstruppen bei Bayeux — Wütende feindliche Ausbrüche trot} Feuer aus Schiffsgeschüt^en und rollender Bombenangriffe zum Stehen gebracht — Freigekämpfte Küstenstreifen

Das Invasions-Kampffeld am Dienstag

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GeneraloberslabsveterMr hol Di, C, !*'„ wurde in Anerkennung seiner Vertat 5 i v eterinärweseu in der deutschen V.'ciij!- - ü'fierkreuz zum Kriegsverdieastireaz rc'c: Prof. Dr. Schulze ist einer der erste Ftdi;' auf pferdezüchterischem Gebiet. Ein« itcsr er­folgreichsten Pferde ist Triboulet

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Druck und Verlag: Bremer Mbl E* uerlag Weser-Ema GrnbH, Brsn m direktor: Walter Wlttenben, to»

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Eigene Meldung

BZ, Berlin, 13. Juni. Die Abwehr bri­tischer und nordamerikanischer Stöße in der Normandie und wuchtige deutsche Gegen­stöße haben zu außerordentlich hohen Pan- jeiverlusten der Invasoren geführt. So wurden beim Zerschlagen eines feindlichen Stoßkeiles bei Bretville im Raume von javenx im Laufe eines Vormittags 18 feind­liche Panzer abgeschossen. Bei der Abwehr des beiderseits Tilly angreifenden Gegners erhöhten wir nach unvollständigen Meldun­gen die Zahl der dort am Montag vernich­teten feindlichen Panzer auf mehr als das Dreifache. Der Führer einer Panzerjägerkom- panie, die allein elf feindliche Kampfwagen bei der offensiven Sicherung des Nordrandes von Breville zur Strecke brachte, berichtete: „Alle zwei Minuten haben wir einen britischen Panzer abge­schossen!" Diese Kompanie stieß nach Abwehr des britischen Stoßes, der über die Orne hinweg in Richtung auf den Bois de Bavent vorgetrieben war, mit Infanterie­verbänden derart überraschend in Richtung aaf die Orne-Brücke von Breville vor, daß ier Feind die ersten neun Panzer bereits ver­loren hatte, bevor er noch an Gegenwehr Senken konnte. Die übrigen britischen Kampfwagen mußten sich im Feuer zurück­liehen.

Diesen ersten Einbruch nutzten unsere Grenadiere energisch aus und vertieften ihn bis zum Plateau St. Como. Der deutsche Erfolg löste starke britische Gegenaktionen aus. Von schwerstem Feuer der Schiffs- triillerie und rollenden Bombenangriffen unterstützt, griffen Infanterie- und Panzer­verbände an. Zu Brennpunkten wurden die Dörfer Breville, Touffreville, Escoville und hnnarville. Nach teuer erkauften anfäng- ichen Bodengewinnen sah sich jedoch der ‘bind, der weitere 13 Panzer verlor, ;ich unsere Truppen abgeriegelt.

Gegenangriff bei Carentan dnb. Berlin, 13. Juni. Ein deutscher, von äer Luftwaffe wirksam unterstützter G e - jenangriff bei Carentan führte teilweise zu Nahkämpfen mit blanker Wafte,

hei denen die am Stadtrand stehenden Nordamerikaner erhebliche Verluste hatten.

Am Brückenkopf an der Ostküste der Co­tentin-Halbinsel war es nach den schweren Kämpfen der vorausgegangenen Nacht tags­über ruhig. Der Feind trieb nur am Nord­abschnitt einige Aufklärungskräfte vor, die glatt abgewiesen wurden.

Invasoren wurden hinausgeworfen dnb. Berlin, 13. Juni. An der Nordostecke der Cotentin-Halbinsel hatten die Nord-' Niederungen der Vire festgeläufen. Südöst- amerikaner am Freitag voriger Woche im ■ lieh Isigny versuchte er bei Nacht den Fluß Räum zwischen St. Vaast und Cosqueville | zu überschreiten und in das Dörfchen Mont­zahlreiche Luftlandeeinheiten abgesetzt und.martin einzudringeri. Er wurde vom Gegen- im Schutze schwerer Schiffsartillerie auch stoß erfaßt und auf das Ostufer, des Flusses kleinere Trupps von See her gelanget. Die I zurückgeworfen.

General Marchs verhinderte Durchbruch

Der tapfere General ist in vorderster Linie gefallen

deutschen Truppen säuberten nun das ge­samte Gebiet, so daß sich hier am Montag­abend kein einziger Nordamerikaner mehr an Land befand.

An der Vire festgelaufen

Eigene Meldung

BZ. Berlin, 13. Juni. Im Mündungsdreieck zwischen Elle und Vire wurden erbitterte feindliche Angriffe abgeschlagen. Der Feind hat sich in den teilweise überschwemmten

Eigene Meldung

BZ. Berlin, 13. Juni. Westlich der Vire- Mündung lag das Schwergewicht des nord­amerikanischen Angriffs bei den Höhen westlich Carentan. Die Vorstöße scheiterten. Bei Pont L'Abbe, das mehrfach den Besitzer wechselte, wie zuvor bei Carentan, Chef du Pont und Montebourg waren die Verluste der feindlichen Infanterie außerordentlich schwer. Daß es gelang, die Nordamerikaner auf der Halbinsel Cotentin aüfzuhalten und den vom Feind erstrebten Durchbruch auf Cherbourg zu verhindern, ist das be­sondere Verdienst des im Kampf gefallenen Generals der Artillerie Mareks. Obwohl er nach einer schweren Verwundung, im Osten eine Beinprothese trug, war er stets in vorderster Linie zu finden.- Als Führer und Kämpfer war er seinen Truppen ein leuchtendes Vorbild soldatischer Haltung und Leistung.

Küstenbatterien halten Kriegsschiffe fern dnb. Berlin, 13. Juni. Zwischen unse­ren Marineküstenbatterien und den feind­

lichen Kriegsschiffen entwickelten sich seit Sonnabend ungewöhnlich heftige Artilierie- duelle. Am Montagabend meldete eine un­serer Batterien, daß sie seit vier Uhr im Kampf mit schweren feindlichen Schifls- einheiten stände, daß es ihr aher gelungen sei, jede Annäherung der Kriegsschiffe zu verhindern.

Offenbar will der Feind aber weitere Landeversuche im Nordosten der Halbinsel Cotentin unternehmen, denn immer noch liegen zahlreiche Kriegsschiffe auf See und nehmen die deutschen Küstenbatterien un­ter Feuer. Seit den frühen Morgenstunden des 12. Juni steigerte sich die Heftigkeit der Artillerieduelle. Die deutschen Geschütze erzielten zahlreiche Treffer. Auch die Ma­rineküstenbatterie Marcouf griff wieder in den Feuerkampf ein und erzielte Treffer auf Kriegsschiffen und Transportern.

Seit Sonntag beschießen feindliche Kriegs­schiffe, unter ihnen vier nofdamerikänische und ein britischer Kreuzer, unsere Vertei­digungswerke. Im Laufe des Montag stei­gerten sich die Artillerieduelle zu größter Heftigkeit. Einige der im Wehrmachtbericht

Eichenlaub für den Führer der Schnellboote

Hervorragende Leistung beim Kampf gegen die feindliche Landungsflotte belohnt

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dnb. Berlin, 13. Juni. Der Führer hat dem Führer der Schnellboote, Kapitän z. S. Rudolf Petersen, als 490. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes für die erfolgreiche Führung des Schnellbootkrie- fes gegen die britisch-amerikanische Inva* sionsflotte verliehen.

Kapitän z. S. Petersen ist am 15. 6. 1905 in Atzerballig auf Alsen geboren. Er steht töt Kriegsbeginn im Schnellbootemsatz nnd hatte als Chef einer Schnellbootflottille e *h‘e große Anzahl erfolgreichster Unter­nehmungen durchgeführt, bis er am 20. April ^42 zum Führer der Schnellboote ernannt *urde. Er hat in diesen beiden Jahren die ^hnellbootwaffe aus kleinen Anfängen zu torem jetzigen Stand gebracht, den mehr- lj dien Großeinsatz aller Flottillen im Ka- persönlich ^geführt und die Voraus- jungen für den erfolgreichen Einsatz der ^nellboote unter den jetzigen schwersten 1 Dingungen geschaffen.

Ris zur Verleihung des Eichenlaubes ha- ^ seine Schnellbootverbände bisher an ^ er Invasionsfront über 20 Landungseinhei- lejl mit zusammen 36 250 BRT., einen Kreu- zwei Zerstörer und ein Artillerieschnell- f>oot versenkt, sowie einen Kreuzer, einen Zerstörer und ein Landungschiff torpediert.

D äs 3. Eichenlaub der Flakartillerie Berlin, 13. Juni. Der Führer ver- riem Generalleutnant Wolf gang Pik- ^ er >. Kommandierender General eines ^k-Korps, als 489. Soldaten der deutschen " e hrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz ^ es Eisernen Kreuzes.

Generalleutnant Wolfgang Pickert, der als |i? bn . e 'nes Superintendenten am 3. Februar I . > n Posen geboren ist, machte den Welt- ISlä^ia, nachdem er am ersten Mobil- ^d'ungstag als Kriegsfreiwilliger einge- ® p n war, hei verschiedenen Feld-Artillerie- ^Timentern mit. 1916 zum Reserveoffizier U or <lert, wurde er später in den aktiven fu, ns * s > dn d übernommen und trat später zur “lartilierig über. Seit 1942 .Kommandeur },j er . Elek-Division im Osten, hat er sich - 7 ’ n zahlreichen schweren Kämpfen, sei- fänden auch an persönlicher Einsatz- lenri ' 9keit und Tapferkeit stets ein leuch- 4 HriT^ Vorbild, ebenso sehr durch Willens- ,r hn n ,krfi7 >' w > e durch Urhsicht, Wagemut, Wri t Entsch lußkraft bei selbständigem >:“ir u 11 und ffroßer Verantwortungsfreu tig- G« no he , rv °. r 9elan. Am 11. Jatiuar 43 erhielt rl a Pokert das Ritterkreuz des Eiser- r ci 1Zes ' Tieneralleutnant Pickert ist der Eick„ , a kartillerist, dem der Führer das lch ailaub verlieh.

Schnellboote im Kampf mit der feindlichen Invasionsflotte

1 } K-Zeichnung: Kriegsberichter Laicrenz

(Sch)

vom 13. 6. angeführten Batterien sind an diesem Abwehrkampf. beteiligt. Zusammen mit den übrigen haben sie sich vom ersten Invasionstage air allen ^Stellen .des Lan­dungsraumes bei der Bekämpfung von Kriegsschiffen und Landungsverbänden, oft unter zusammengefaßtem Feuer von Schlachtschiffen und im schwersten Bom­benhagel, hervorragend geschlagen. Sie versenkten einen Kreuzer, vier Zer­störer, zwei große Transportschiffe und mehrere Landungsfahrzeuge. Weitere Tref­fer erzielten sie auf einem Zerstörer und einer ganzen Reihe von Landungsbooten. Ihr gutliegendes Feuer verhinderte wiederholte feindliche Ausladungen und zwang Kreuzer und Minenräumverbände zum Abdrehen. Oft griffen sie auch in die Landkämpfe ein, wehrten Luftangriffe ab und schlugen Pan­zerstöße verlustreich für den Feind zurück. Beispielhaft war stets die Haltung der Be­satzung der Marineküstenbatterie von Mar­couf, die unter Oberleutnant der Marine­artillerie Ohmsen eingedrungene feindliche Kräfte im Gegenstoß vernichtete, die Werke von neuem besetzte und sofort wieder er­folgreich in die Artillerieduelle von der Cotentin-Halbinsel eingriff.

Ebenso wie die Küstenbatterien setzten auch leichte Seestreitkräfte und Luftwaffen­verbände den Kampf gegen die feindlichen Nachschubflotten fort, und erzielten Treffer auf Transportern und sichernden Kriegs­schiffen.

Stürmische See dezimierte die Landungsboote

ips. Berlin, 13. Juni. Alle anglo-amerikani- schen Zeitungen berichten über die unge­heuren Ausladeschwierigkeiten durch die heftigen Stürme im Kanal. Ein briti­scher Offizier erzählt von dem „erbärm­lichsten Massenkotzen" aller Zeiten und dem Untergang zahlreicher Landungsboote. „Hilflos waren diese Fahrzeuge den schwe­ren Brechern einer stürmischen See aus- geliefert", schreibt Ward Price in dc>r „DailyMail", „die sie dann zu Wracks zer­schlagen.

„Manchester Guardian" findet es völlig unverständlich, daß der gesamte Nachschub infolge der Kanaistürme 24 Stunden hin­durch aufgehalten wurde. Infolge schwerer Fehler würde die „Unfall-Liste" immer län­ger. Die „Times" äußert immer noch Er­staunen, daß der Atlanlikwall doch kein Bluff war. Auch „Daily Expreß" wundert sich: „Die deutschen Befestigungswerke

sind doch alle stark, furchtbar stark. In der Normandie stellen sie einen Wall mörderi­scher • Kreuzfeuersysteme dar, durchsetzt mit mächtigen Bunkern, vor denen ge­schickte Drahtverhaue, Minen und sonstige Sperren errichtet sind."

Auch die alte Agitationslüge, daß die Deutschen während der Besetzungszeit Frankreich ausplünderten, muß jetzt über Bord geworfen' werden. So schreibt eip „Times'-Korrespondent von der Invasions­front: „Die Franzosen, die wir antraferr, sehen gut ernährt aus, Ihre Kinder haben rote Backen, während es auf ihren Bauern­höfen und in ihren Gärten von Hühnern und Enten, Schweinen, Kälbern, Ziegen, Pferden und Kühen wimmelt. Die Felder sind gut bestellt und das Volk hat Gemüse in Hülle und Fülle."

Rouen bittet um Gefangene

Von unserem Vertreter

rd. Paris, 13. Juni. Im Anschluß an eine Kundgebung in Rouen entsandte die Be­völkerung an die deutschen Dienststellen eine Abordnung, die im Namen der Stadt ciarum bat, daß man die bei den Landungs­operationen gemachten anglo-amerikani- schen Kriegsgefangenen zu Aufräumungs­arbeiten in dem verwüsteten Rouen ein- setzen möge. Die Bevölkerung will persön­lich die Wache über die Gefangenen und ihren Arbeitseinsatz übernehmen.

Feind verlor insgesamt 97 Flugzeuge

76 Feindflugieuge über dem Invasionsraum abgeschossen - Angriffe in Italien nach erbittertem Ringen zerschlagen 21 Terrorbombet bei Nachtangriffen auf rheinisch-westfälisches Gebiet vernichtet

dnb. Aus dem Führerhauptquar­tier, 13. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: In der Nor­

mandie versuchte der Feind gestern unter sehr starkem und anhaltendem Ein­satz der Luftwaffe an zahlreichen Stellen seinen Brückenkopf nach Süden und Süd­westen zu erweitern. Besonders heftig waren die Kämpfe dabei im Raum west­lich Caen und südlich B a y e uj s. I lei der erfolgreichen Abwehr der feindlichen Angriffe wurden zahlreiche Panzer abge­schossen. Der Feind erlitt schwere blutige Verluste. Kampfflugzeuge erzielten bei der Bekämpfung der feindlichen Land U ngs«otte Bombenvolltreffer auf zwei größeren Fracht­schiffen. Ueber der Invasionsfront « nd den besetzten Westgebieten wurden 76 feind­liche Flugzeuge zum Absturz gebracht.

Der Kommandierende ^eberal eines Ar- meekorps, General der A . rt,1I ® rl f. Her­der tapfere Verteidiger der Ha,h !"* e ' f he J„ bourg, fand bei den schweren Kämpfen m vorderster Linie den Heldentod.

Die Küstenartillerie des Heeres und der Kriegsmarine hat sich bei der Bekämpfung der feindlichen Landung hervorragend ge­schlagen. Besonders bewährt haben sich die Heeresküstenartillerieabteilungen 1254, 1255 und 1261 sowie die Marineküstenbatterien Marcouf, La Pernelle und Longues.

An der italienischen Front griff der Feind gestern mit zusammengefaßten starken In­fanterie- und Panzerkräften von der Küste des Tyrrhenischen Meeres bis zum Tiber an. Während er westlich des Bolsena-Sees einige inzwischen abgeriegelle Einbrüche erzielen konnte, wurden östlich des Sees die fünfmal wiederholten Angriffe nach er­bittertem Ringen zerschlagen. Im Zentral- Apennin und in den Abruzzen folgt der Feind unseren Absetzbewegungen auch weiterhin nur zögernd.

Im Osten scheiterten nordwestlich Jassy und im Karpatenvorland mehrere Vorstöße der Sowjets. In den harten Angriffs- und Abwehrkämpfen der letzten Tage im Raum von Jassy hat sich die hessisch-nassauisrhe 79. Infanterie-Division unter Führung des

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Zeichnung: BZ.

Generalmajors Weinknecht hervorra­gend bewährt. Südwestlich Narwa griffen die Bolschewisten an mehreren Stellen gleichzeitig an. Sie wurde« überall unter hohen blutigen Verlusten abgewiesen.

Britische Bomberverbände warfen in der vergangenen Nacht Bomben auf mehrere Orte im rheinisch-westfälischen Gebiet. Be­sonders in Recklinghausen und Essen entstanden Gebäudeschäden und Personenverluste. Durch Nachtjäger wur­den 21 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Deutsche Kampfflugzeuge griffen in der letzten Nacht Elnzelziele in Südosteng­land an. _

Gewinne der Reichslotterie

dnb, Berlin, 13. Juni. In der 3. Klasse der 11. Deutschen Reichslotterie fielen drei Ge­winne von je 100 000 RM. auf die Nummer 4.5 575, drei Gewinne von je 50 000 RM. auf die Nummer 312 293 und drei Gewinne von ie 25 000 RM. auf die Nummer 95 096. (Ohne Gewähr.)

einst

Von

Hauptmann Werner Stephan

Eine Woche ist vergangen, seit die anglo-amer.ikanischen Fallschirmjäger und Luftlandetruppen zwischen Le Havre und Cherbourg einige Kilometer von der fran­zösischen Küste entfernt vom Himmel fie­len und gleichzeitig Massen von Küsten­fahrzeugen die Panzerdivisionen, Artillerie­brigaden und Infanterieverbände des Fein­des am Südrand des Kanals auf den Strand setzten. Seit Jahren hatten unsere Feinde diesen Tag bis in alle Einzelheiten vorbe­reitet. Sie hatten die riesigen wirtschaft­lichen Kräfte ihrer weltumfassenden Reiche für dieses Ziel eingesetzt. Was die Briten am 4. Juni 1940 bei der Flucht von Dün­kirchen verloren hatten, das sollte durch den Einsatz des gesamten Kriegspotentials Amerikas und Großbritanniens vier Jahre später zurückgewonnen werden.

Wie ist heute, sieben Tage nach dem Be­ginn dieses Unternehmens, die Lage auf jenem etwa 150 km langen Küstenstreifen, der von der Seinemündung bis zur Nord­spitze der Halbinsel Cotentin reicht und auf dessen Erstürmung irri. ersten Anlauf man in London wie in Washington bestimmt ge­rechnet hatte? In der östlichen Hälfte, zwischen Le Havre und der Orne-Mündunq, hat der Feind einen vollständigen Felil- schlag hinnehmen müssen, die Verbände, die aus der Luft zu landen versuchten, wur­den völlig aufgerieben und vernichtet, und die Truppen, die sich unter dem Schutze, ihrer Schiffsgeschütze dem Ufer nähern konnten, verbluteten oder ertranken in den Hindernissen und Minensperren des Allan­tikwalles und seiner Vorstrandhindernisse. Aber auch die feindlichen Einheiten, denen es westlich der Orne, bis zum Fluß Vire, gelang, festen Boden zu gewinnen, mußten — wie die Presse des Gegners Tag für Tag klagend feststellt — mit gewaltigen Ver­lusten jeden Quadratkilometer blutig er­kauften Bodens bezahlen. Vergeblich ver­suchten sie Caen einzunehmen und mit die­ser Hauptstadt des Departements Calvados wenigstens einen Behelfshafen ein paar Kilometer orneaufwärts und damit geschützt vor den Brandungswellen des Kanals in die Hand zu bekommen. Die heldenhaften deut­schen Truppen haben alle Anstürme auf diesen Ze'ntralpunkt des Invasionsgebietes abgewiesen und damit die Pläne des Fein­des in weitem Maße durchkreuzt.

Noch wichtiger war es, daß auch auf dem rechten Flügel der feindlichen Invasions­front, also auf dem Nordabschnitt der Halb­insel Cotentin, alle Angriffe des Gegners sowohl aus der Luft' wie vom Wasser her fehlschlugen. Hier lockte ein großer inter­nationaler Hafen, Cherbourg, dessen Besitz den Feind von den Zufälligkeiten des Wetters, der Meeresströmungen und der Gezeiten unabhängig gemacht haben würde. Aber nach acht kampferfüllten Tagen sind die feindlichen Invasoren noch immer auf den Brückenkopf von St. Mere Eglise be­schränkt, den sie im ersten Ansturm bilden konnten. Und immer noch feuern in diesem Raum gerade so wie auch zwischen Orne und Vire, die deutschen Artilleristen und die deutschen Grenadiere, die in den Stülz- punkten des Atlantikwalles Festungen mit Munitition und Verpflegungsvorräten be­sitzen.

Als der Feind zwischen Caen und Le Hayre scheiterte und gegen Cherbourg nicht weiter durchzudringen vermochte, suchte er auf einem dritten Wege zum Ziel zu kommen, er bemüht sich, in südwestlicher Richtung vorzudringen und dadurch womög­lich die gesamte Halbinsel Cotentin abzu­schneiden in der Hoffnung, daß er das Ziel, das er in direktem Anlauf verfehlte, auf einem Umwege vielleicht doch noch gewin­nen könnte. So toben südwestlich der Stadt Bayeux am Ende der ersten Invasionsworhe besonders heftige Kämpfe, bei denen der Feind vor allem auch seine außerordentlich starken Luftstreitkräfte zur Geltung zu brin­gen weiß. Sie kommen in raschem Flug aus den Häfen jenseils des Kanals und sind nicht, wie die Landetruppen auf den Nachschub an Treibstoff, Munition und Verpflegung ange­wiesen, der mit jedem weiteren Tag schwie­riger herbeizuschaffen ist. Denn wenn auch die Flotten der Invisionsmächte der ünsrigen, die sich bei Kriegsanfang erst am Beginn des Aufbaues befand, zahlenmäßig ungeheuer überlegen sind, so hat doch der Einsatz un­serer Schnell- und Vorpostenboote, wie auch der unserer Luftwaffe erhebliche Opfer unter den Einheiten gefordert, die den gegneri­schen Landungstruppen Material und Ver­pflegung zu bringen bestimmt waren. Denn jeder Liter Treibsloff, jede Granate, jeder Zwieback, den der englische oder amerikn-