Ausgabe 
(13.6.1944) 161
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Bremen: Geeren « 8 Ruf 2 19 31; Naditruf und sonntags 2 47 65; ObernstraBe 86. Ruf 2 19 31; Syke? MOhlendamra 2: Br Hemelingen: Bahn bofstraße 6, Ecke Poststraße. Ruf 4 34 58; Br. Vegesack: Rohrstr. 24, Ruf 4 u. 8; Br.-Blumen- thal, Kapt.-Dallmanu-Str. 41/43, Ruf 88 i.,89

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstatthalters in Oldenburg und Bremen

Einzelpreis 15 Rpf.

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parteiamtliche Tageszeitung

pas Amtsblatt des Regierenden Bürgerfaieister s der Freien Hansestadt Bremen

Nr. 161 * 14. Jahrgang

Dienstag, 13. Juni 1944

Admiral Ramsay holl Sicherungen vom Atlantik

Invasion wird zur Sch/acht um Versorgung Der Feind rechnete nicht mit offensivem Vorgehen der deutschen Küstenfahrzeuge - Unsere Besamungen entwickeln märchenhaften Angriffsschneid

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Eigener Bericht

rd, Berlin, 12. Juni. Der Kampf gegen den feindlichen Nachschub über den Kanal hinweg tobt mit voller Wucht. Ob­wohl sich Engländer und Nordamerikaner als Beherrscher der Gewässer vor der In- vasionsküste fühlen, stoßen die kleinen deutschen Einheiten, Zerstörer, Torpedo- boofe, Schnellboote, Küstenwachfahrzeuge, Vorpostenboote usw. Immer wieder in die Seihen der Invasionsversorgung hinein. Diese Kampferfolge finden ihre Abrundung in den Ergebnissen der deutschen Luftwaffe. Fort­laufend muß der Gegner einen erheblichen Tribut an Frachtern, Landungsschiffen und Landungsbooten zahlen. Er hat auch einige Fahrgastschiffe verloren. Die wach­senden Verluste der Transportflotte haben Admiral Kamsay, der die feind­lichen Streitkräfte im Kanal kommandiert, gezwungen, beschleunigt eine Nachschub- ilcherung in Angriff zu nehmen, indem man ns dem normalen Atlantik-Geleitdienst lerstörer, Fregatten und Korvetten heraus- iahm. Von der Luftwaffe abgesehen liegt Be Hauptlast auf den Schultern unserer, deinen Einheiten, die jeden Abend erneut 3 die Seinebucht hineinlaufen und mit An- iruch der Morgendämmerung wieder zu-

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lie mit den RiesenkästenRodney" und Nelson in den Kanal hineingegangen

Mit einem offens ven Vorgehen der .c- .aj J.. - -'^{ichten deutschen Küstenfahrzeuge hatte !sr Gegner nicht gerechnet. Der Angriffs­ahneid der deutschen Besatzungen, dem die fiten Kampferfolge vor der Küste zu dan- ta sind, erscheint den Kommandanten der bvasorenilotte geradezu sagenhaft.

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tehtbericht unserer Berliner Schriftleitung ir. w. sch. Berlin, 12. Juni. Die Invasions- kämpfe sind, vom Feinde aus gesehen, wie sine englische Zeitung bereits formuliert hat, zu einerSchlacht um denNac li­eh ub geworden. In dieser Schlacht Heibt der Gegner im Wesentlichen auf den hiftweg angewiesen. Das Problem des Nach

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Verzweifelte Schlacht um den Nachschub

waffe und unserer Kriegsmarine problema­tisch. Offenbar ist der Fejnd heute ange­sichts der großen Gefahr im Landekopf be­reit, jedes Risiko zu übernehmen. So ist be­reits ein großes Fahrgastschiff von 20 000 to geopfert worden. Entweder war ein solches Schiff bereits in der sicheren Erwartung in Bewegung gesetzt worden, daß es in einem' schnell eroberten Hafen einlaufen könnte, oder man wollte es sogar darauf ankommen lassen, daß das Schiff bei dem Versuch ver­loren ging und die auf ihm befindlichen Truppen und der Nachschub mit Booten an der flachen Küste an Land gebracht werden müßten.

Man wollte, so war marktschreierisch an­gekündigt worden, nach dem Beginn der In­vasion die Freiheitsstatue von New York beleuchten, die Glocken läuten, Konfetti­schlachten veranstalten und die Menschen­massen auf dem Picadilly paradieren lassen.

Nichts fiört man heute mehr von alledem! Statt dessen beherrschen schwerste Sorge und Angst die Stimmung auf der Gegenseite.

Gewaltige Transportprobleme I

Von unserem Vertreter hw. Stockhom, 12. Juni. Wie die englische Presse erzählt,' ist die Invasion seit zwei J a h re n militärisch organisiert worden. Alles zusamengerechnet, von Fahrzeug bis zur Kleidung und den Waffen, brauche jeder einzelne Soldat der Expeditionstruppen auf dem europäischen Kriegsschauplatz rund 10 Tonnen Ausrüstung. Wenn er sich dort hal­ten solle, sei täglich ein Nachschub von un­gefähr 24 Kilo Material aller Art notwendig.

Die USA.-Soldaten wurden vor der Ein­schiffung einzeln von ihren Offizieren aufge­rufen, und zwar mit ihren Nachnamen, worauf jeder mit seinen beiden ersten Vor­

namen antworten mußte, bergerei zu verhindern.

um jede Drückt-

Der Tribut der U-Boote

dnb. Genf, 12. Juni. Das Außenhandels­kommissariat der Sowjetunion hat bekannt­gegeben, daß 1,1 Million*Tonnen wichtigster Rüstungsproduktion auf dem Wege von den DSA. nach den sowjetischen .Einfuhrhäfen vernichtet worden sind. Von den be­deutenden geringeren englischen Lieferun­gen sind 109 000 Tonnen, von den kanadi­schen, die vorwiegend aus Lebensmitteln bestanden, 85 000 BRT verlorengegangen. Insgesamt betrugen nach'den Enthüllungen des Außenhandelskommissariats der Sowjet­union seit August 1941 die Verluste an Kriegsmaterial durch den deutschen Han­delskrieg gegen den Geleitverkehr 1 294 000 Tonnen Güter.

Landungsflotte weiter schwer geschwächt

Feind-Versuche, in Richtung Cherbourg Raum zu gewinnen, scheiterlen Schwerpunkt in Italien zwischen Thyrrhenischem Meer und Bolsena-See Örtliche Sowjetangriiie an der Ostfront

dnb. Aus dem Führerhauptquar­tier, 12. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Landekopi in der Normandie ist die Lage im großen unverändert. Lücken in der eigenen Front wurden geschlossen. Alle Versuche des Feindes, zwischen Caen und Bayeux nach Süden und nördlich der Viremün- d u n g in Richtung Cherbourg Raum zu ge­winnen, scheiterten. Nur Carentan ging nach hartem Kampf verloren. An der Küste beiderseits St. V a a s t östlich von Cher­bourg hielt der Artilleriekampi mit Teilen der ieindlichen Flotte an.

Der feindliche Nachschub erleidet beson­ders unter den tapferen unermüdlichen Nachtangriffen unserer Schnellboote fortge­setzt schwere Verluste. Luitwaffe und Kriegsmarine versenkten trotz der vom Feind wesentlich verstärkten Abwehr drei Fracht- und Transportschiffe mit zusammen 37 000 BRT. Drei weitere große Schiffe mit 27 000 BRT. und ein Zer­störer wurden schwer beschädigt. Bei un­günstiger Wetterlage griffen Schnellboot­

gruppen erneut überraschend einen feind­lichen Kreuzerverband und seine Sicherung an und erzielten zwei Torpedotreffer.

Der Feind verlor gestern über der In­vasionsfront und den besetzten Westgebie­ten 17 Flugzeuge.

In Italien lag der Schwerpunkt . der Kämpfe auf der Front zwischen der Küste des Tyrrhenischen Meeres und dem Bol- senasee. Nach hartem Kampf gelang es dem Gegner, beiderseits des Sees geringen Ge- ländegewihn zu erzielen.

An der Ostfront führten die Sowjets ört­liche Angriffe nordwestlich Jassy, im Karpatenvorland und im Raum südöstlich Ostrow, die blutig abgewiesen wurden. Die Bekämpfung des sowjetischen Nach­schubs wurde auch in der vergangenen Nacht erfolgreich fortgesetzt. Durch zusam­mengefaßte Angriffe starker KampffUeger- verbände auf die Bahnhöfe K a s a t i n , F a s t o w und Kiew-Darniz wurden große Mengen an Nachschubmaterial ver­nichtet. Die Bahnanlagen wurden nachhal­tig zerstört.

De GauIIe-Mafrosen als Seeräuber

Geheimnis um drei verschwundene Kriegsschiffe aufgeklärt Furchtbare Szenen an Bord

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ips. Berlin, 12. Juni. In der Algier- itte hat eine schwere und sehr geheimnis- lle Meuterei stattgeiunden. Zwei Zer- irer und ein Torpedoboot hatten den Be- M erhalten, den Hafen von Anzio anzu- iileh. Sie hatten auch mit voller Besatzung h Hafen in Nordairika verlassen, sind ter niemals an Ihrem Bestimmungsort an- ttommen. Durch französische Fischer er- man, daß die Besatzung gemeutert und Offiziere nach gutem Moskauer Beispiel [t »mordet und ins Meer geworfen hat. Hel- krshelfer an der afrikanischen Küste hatten tonn die Meuterer erwartet. Nach Aus- Änderung der Schiffe ist die Besatzung ^iand gegangen, wo sich ihre Spur verlor. Dn ähnliche Meutereien auch auf .grie- -schen Schiffen stattfanden, haben die -^lo-amerikanischen Marinebehörden ver-

i! daß die Schiffseinheiten der franzö- toden Dissidenten in Zukunft nur noch ^ der Bewachung von alliierten Kriegs- to®en den Hafen verlassen dürfen.

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^rbien durchschaut ßalkangelchäfte

/»b. Belgrad; 12. Juni. Ministerpräsident 'eraloberst N e d i t s c h sprach im Bel- imder Rundfunk zum serbischen Volk .und Ondte sich dabei erneut mit schärfsten r? r ' e n sowohl gegen d.en Anführer der p schewistischen Balkanbanden Josip Broz- äls auch gegen die anglo-amerikani- ijto Freunde undVerbündeten". Die T_ r en sähen jetzt, so sagte Neditsch, daß ser ganze Krieg ein Großhandel der Eng­

länder und Amerikaner mit Menschenblut und Menschenleben sei. Es hätten sich ihnen die Augen geöffnet, obwohl die jüdisch- plutokratische Maffia in London und Washington tyie .Moskau weiter nach ser­bischem Blut schrien. An der Seite Josip Broz 1 stehe nur ein internationaler Auswurf. Aber das serbische Volk habe sich in Massen gegen Tito erhoben.

Zur Rolle des Königs Peter sagte der Ge­neraloberst: Das serbische Volk weiß, daß er keine Willensfreiheit hat. Er ist englischer Kriegsgefangener, und alles, was er spricht und tut, geschieht unter englischem Druck.

Niedertracht gegen Eingeborene

dnb. Tokio, 12. Juni. Auch von der indo- burmesischen Front wird eine gemeine und niederträchtige Kriegführung der Alliierten gemeldet, die sich in erster Linie gegen unschuldige Zivilisten richtet. Auf ihrem .Rückzug im Kampfgebiet von Imphal brannten die Engländer nicht nur alle Eingeborenenhütten nieder, sondern verschleppten auch . Greise, Frauen und Kinder. Widerstrebende wurden von den Briten erschössen.

Draganoff Außenminister

ep. Sofia, 12. Juni. Der bisherige bulga­rische Gesandte in Madrid, Parvan Dra­ganoff, übernahm am Montag das bulga­rische Außenministerium. Draganoff vertrat bis 1942 Bulgarien als Gesandter in Berlin

60 Sowjetflugzeuge abgeschossen

Bolschewisten-Durchbruch in Karelien aufgehalten

I 1 . Helsinki, 12. Juni. Der finnische jmrmachtbericht meldet pausenlose

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lern o* 6 auf der karelischen Landenge seit jj Juni. Es ist gelungen,-den im Küsten- !u t n Ht durchgebrochenen Gegner auf- . , ilte n. Finnische Verstärkungen sind

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^sewjetische Vorstoß hat nicht über- a b ° nt * Die finnische Stellung

esser als im Winterkrieg. Die finnische !- 0 j' IS J un 9 übertrifft jene des Winterfeld- bei weitem. Allein der Um- die finnische Luftwaffe und Flak ''isch ^irmalen Landenge zwischen dem iirip.? 11 Meerbusen -und dem Ladogasee alb von zwei Tagen 6 0 «n ctn 1 ' u 9 z e u g e abschoß, zeugt von b °ischewistisfhpn Materialeinsatz, kjt, y °. r ai ,' dieser front nicht gewohnt u Lande spielen sich die Kämpfe in

der Hauptsache im westlichen Teil der Enge an der Küste des finnischen Meerbusens ab.

Arbeiterfrauen und Kinder füsiliert

dnb. Jassy, 12. Juni. Nach der' Wieder­einnahme des Dorfes Erbiceni nordwestlich Jassy erzählte der Gutsarbeiter Theodor P e s c i u: Hungernde Frauen und Kindei von Feldarbeitern überfielen ein sowjeti­sches Auto mit den geraubten Lebensmitteln ihres Gutes. DiesesVerbrechen mußten mejir als hundert Menschen mit dem Tode bezahlen. Es war ein entsetzlicher Anbhck.. wie die bolschewistischen Mörder wahllos Frauen und Kinder in die Garten trieben und sie dort kaltbl ütig ersc hosseh.

Viele USA.-ächiffe sind während dieses Krieges, ohne eine Spur zu hinterlassen, verschwunden, gesteht ein USA.-Blatt em.

und war am Beitritt seines Landes zum Drei­mächtepakt maßgebend beteiligt. Das Kabi­nett ist nunmehr vollständig.

^26 schwedische Firmen aut der Schwarzen Liste

Drahtbericht unseres Vertreters hw. Stockholm, 12. Juni. 426 schwedische Firmen stehen jetzt auf den Schwarzen Listen der Plutokratien. Die Stockholmer Abendpresse veröffentlicht die Ehrenliste der neu unter Verfolgung gesetzten Unter­nehmungen, unter denen sich Schiffsgesell­schaften, Goldschmiedefirmen und auch'die deutsche Schule in Stockholm befinden.

Die Beziehungen, zwischen den USA. und den iberoamerikanischen Ländern haben sich in den letzten Monaten .laufend verschlechtert, erklärte die LondonerTimes".

Bei Einflügen starker nordamerikanischer Bomberverbände in den bulgarisch-rumäni­schen Raum wurden durch deutsche, ru­mänische und bulgarische Luftverteidigungs­kräfte 18 feindliche Flugzeuge abgeschos­sen. Einzelne britische Flugzeuge warfen in der vergangenen Nacht Bomben auf Berlin. Ein feindliches Flugzeug wurde zum Absturz gebracht.

Eichenlaub

für Generalleutnant Hitter

dnb. F ü h r e r h a u p t q u a r ti e r , ' 12. Juni. Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generalleutnant Alfons Hitter, Komman­deur der ostpreußischen 206. Infanterie-Di­vision, als 488. Soldaten der deutschen Wehrmacht.

Generalleutnant Hitter wurde am 4. Juni 1892 in Hochstadt bei Mühlhauseh i. Eis. als Sohn eines Direktors geboren. Bei Aus­bruch des ersten Weltkrieges studierte er in Straßburg und eilte von der Universität zu den Fahnen. 1922 trat er in die dama­lige Reichswehr ein. Bei Ausbruch des ge­genwärtigen Krieges war er als Oberst­leutnant Kommandeur der 1. Abteilung eines Bonner Artillerie-Regiments. Seit dem Sommer 1942 ist er Kommandeur der 206. Infanterie-Division.

dnb. Führerhauptquartier, 12. Juni. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Major Ernst Lösch, Batail- lönskomm.andeur in einem thüringischen Panzergrenadier-Regiment, geboren am 18. Dezember 1914 in Rüsselsheim als Sohn eines Verwaltungsinspektors; Hauptmann Walter von Wietersheim, Abteilungs­kommandeur im Panzer-RegimentGroß­deutschland, geboren am 29. November 1917 in Barzdorf/Schweidnitz als Sohn eines Landwirts; Oberfeldwebel Herbert Knap. p e , Zugführer in einem Hirschberger Jäger- Regiment, geboren am 12. Februar 1914 in Schreiberhau, ' Kreis Hirschberg, als Sohn eines Fremdenheimbesitzers; Unteroffizier Christoph Kohl, Kompanietruppführer in einem Meininger Panzergerandi'er-Regiment, geboren am 4. Juni 1923 in Diessfurth (Ober­pfalz) als Sohn eines Schmiedemeisters;

Schweden verstärkt Invasionsabwehr

Minenfelder vor der Westküste / Eine Erklärung des Ministerpräsidenten

Von unserem Vertreter hw. Stockholm, 12. Juni. Schweden hat, wie Ministerpräsident Hansson in einer Rede bekanntgab, seine Bereitschaftsmaß­nahmen erneut für den Fall einer Invasion verstärkt.Wir werden unsere Neutralität aufrechterhalten und jeden Versuch der Kriegführenden abweisen, Vorteile aus unserer. Lage zu ziehen", erklärte das Re­gierungsoberhaupt.

Es handelt - sich vor allem um die An­legung neuer Minenfelder vor der West­küste im ganzen Bereich nördlich, westlich und südlich Göteborg, sowie um Löschung einer Anzahl von Leuchtfeuern an der Westküste.

Knut Hamsun zur Invasion

ep. Oslo, 12. Juni. In einem Telegramm äußerte Norwegens berühmter Dichter Knut Hamsun:Wir warteten Monate und wir warteten Jahre. Nun kam sie endlich, die Landung in Europa. Wie es vorauszusehen war, kam sie^mit Wucht, aber Deutschland hat ihr den gebührenden Empfang bereitet. Wie die Front im Osten bis zum heutigen Tage ungebrochen Ist, so wird auch die Front im .Westen stehen bis zum Ende. Das ist kein Wunschtraum. Es geht hier um Europas Schicksal, um Leben oder Tod. Europa aber wird das Leben wählen. In diesen Tagen, wo die Angelsachsen mit Tod

und Verderben für uns alle wüten, werden die Deutschen, Europas Wacht, vom ersten Augenblick an die Rettung in ihrer Hand halten.

Franzosen rufen nach Rache

ep. Paris, 12. Juni. In Nantes erschien eine Abordnung der Beamten, Angestellten und Arbeiter der Stadt bei dem deutschen Ortskommandanten und erklärte, daß jeder Franzose der ihnen angeschlössenen Organi­sationen eine Stunde am Tage unentgelt­lich länger arbeiten wolle,' um dem Kampf gegen die Invasionstruppen zum Siege zu verhelfen. In R e n n e s. erklärte der Vor­sitzende einer Arbeitervereinigung vor den Vertretern seines Distriktes:Die feigen Luftangriffe auf die Zivilbevölkerung wird England jetzt teuer bezahlen müssen." Die Teilnehmer applaudierten, und stürmische Zurufe wie;Rache für unsere er­mordeten Frauen und Kinder!" Nieder mit den Briten! unterbrachen den Redner.

Gangster säen Haß

ep. Bukarest, 12. Juni. Größte Empörung hatten hier die britisch-nordamerikanischen Terrorbomber hervorgerufen, die das Feuei ihrer Bordwaffen gegen die Zivilbevölkerung, gegen Pferdegespanne, Autos und Eisep- bahnzüge, und selbst gegen zwei Laza­rett z ü g e richteten.

Der Kampf um Caen

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Die seit vorgestern'wieder restlos in deutscher Hund befindliche normannische .Stadt Cuen wurde ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung von britischer Schifjsarlilleric beschossen. Die. Fluchtenden warfen noch einen Blick auf ihre brennenden Heimstätten , bevor sie zum zwei­ten Rial in diesem Kriege , dank dem englischen Europafeind, auf die Landstraße gehen müssen. BKAufn.: fj-Kriegsberichter Zschäckel iHH.)

Hdomthe KiKikfemde

Von

Prof. Dr. Johann von Leers

Wönn man in Friedenszeiten häufiger ins Ausland reiste, so konnte man etifa in Italien die Beobachtung machen, daß die Deutschen und die Engländer sich dort voll­kommen verschieden verhielten. 1 Bei beiden gab es zwei durchaus verschiedene Typen. Bei den Deutschen einmal, die. Hochzeits­pärchen, die selig in ihrem jungen Glück die Sonne, die Wärme des Südens, die ent­zückende Behaglichkeit kleiner italienischer Ristoranti und die Blumen genossen, zu­sammen durch eine Galerie gipgen, die alten Meister und noch mehr gegenseitig sich bewunderten. Daneben gab es den zweiten Typ des Kunstbegeisterten. Er hatte im Grunde etwas menschlich Rührendes: der junge Student oder die junge Studen­tin, die auf irgendeine Weise eine Italien­reise durchgesetzt hatten, der alte Kunst­professor, der mit verzückter Seligkeit vor einem Botticelli oder Ciotto stand und das Bild immer wieder von allen.Seiten beob­achten konnte, aber daneben Hunderte von Menschen, die fachlich gar nichts mit der Kunst zu tun hatten, Kaufleute, Gutsbesitzer, Offiziere,' Menschen des kleinen Mittelstan­des, die mit viel Verständnis und einer tie­fen Liebe die Schönheiten dieser. Kunst in sich aufnahmen und genossen, die von einer wirklich echten seelischen Bildung zeugten.

Diesen Typ des Kunsttrunkenen gab es auch'unter den Engländern : unbestreitbar. Sagen wir nichs über jenen alten Professor aus Cambridge, der tagelang in Rom immer wieder nur eine bestimmte Stanza der päpst­lichen herrlichen Kunstsammlungen genoß, über jene alte "Lady, die wirkliches Ver­ständnis für Bernini und seine Bauten besaß zahlreich waren sie aber nie. Vor­herrschend war jener andere Engländertyp, der nicht von Kunst, sondern von Wein und Whisky trunken war, der zwar wegen seiner hohen Trinkgelder in den Hotels wohlgeiit- ten war und sich auch mit einer Rücksichts­losigkeit durchsetzte, die den Deutschen nicht lag, im übrigen aber völlig v e r - s t ä n-d n i s 1 o s durch die Schönheiten, zumeist in großen, rein britischen Kara­wanen, hindurchgeschleust wurde, ohne irgend etwas zu begreifen. Noch mehrere Grade geringwertiger war das amerikanische Reisepublikum. Unter ihm war es fast ganz unmöglich, einen wirklich hochstehenden Menschen zu finden. Die meisten waren Pöbel bei Kasse und führten sich auch so auf, laut, lärmend, stillos, anspruchsvoll:

Es wundert einen gar nicht, daß die Nord­amerikaner in diesem Kriege ohne jede Rücksicht das Kloster Monte Cassino und hundert andere Stätten der Kunst in Iralicn bombardiert haben, die Geschmacklosigkeit besitzen, zu erklären, daß man mit wenig Dollars dgn alten Kram wieder aufbauen könne, und gegen Deutschland planmäßig die Vernichtung militärisch völüq wert­loser, aber künstlerisch hochstellender Ge­bäude betrieben. Aber die Engländer sind nicht anders. Harold Nicolson, gewiß nicht unser Freund, aber immerhin ein Engländer, der noch persönliche Bildung besitzt, schreibt am 25. Februar 1944 im ..Spectator:

In den letzten Wochen wurde viel über die Frage gesprochen, ob militärische Er­fordernisse die Vernichtung von Bauten rechtfertigen, die einen religiösen, histori­schen oder künstlerischen Wert besitzen.. Wir müssen aber die Tatsache hinnehmen, daß der englischen Oeffentlichkeit künstle­rische Werte nicht nur nicht bekannt sind, sondern daß sogar ein Vorurteil gegen sie besteht. Dem durchschnittliidien engli­schen Bürger bedeuten die Schätze Italien: entweder nichts oder nur .ein unverständ­liches Spielzeug der reichen Nh iiLduer. ! ist ganz unmöglich solche Leute davon zu überzeugen, daß Vicenza oder Venedig einen Teil ihres eigenen Kulturerbes dar- ciellen. Da aber unsere führenden Männe: