Ausgabe 
(12.6.1944) 160
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parteiamtliche Tageszeitung

Da, Amtsblatt des Regierenden Bürgermeister s der Freien Hansestadt Bremen

Nr. 160 14. Jahrgang

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkundungsblaft des Reichsstatihaliers in Oldenburg und Bremen

Montag, 12. Juni 1944

Dramatische Szenen bei Transporteruntergang

Schwere Schläge gegen die Invasionsflotte - Mehrere Truppentransporter und Landungsboote vernichtet Bombenhagel auf die Landelröpfe Eindrucksvolle Lultwallenerlolge über Rumänien und an der Ostfront

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Die Landung begann

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Bericht unseres Luftwaffen-Korrespondenten G. H. Berlin, 11. Juni. Trotz des star­ten Jagdschirmes, mit dem der Feind sei- en Brückenkopf in Nordfrankreich von der teil her zu schützen versuchte, konnten stärkere Verbände der deutschen Luftwaffe auch in dm letzten 48 Stunden neue, wir­kungsvolle Schläge gegen die britisch-nord- amevikanischen Landungstruppen und SchiBsansammlungen durchführen. Weder an den kämpfenden Fronten noch an seinen ständig wechselnden Landeplätzen war der Gegner vor heftigen Bombardements und überraschenden Tiefangriffen unserer Kampf- Bid Schlachtflieger sicher, die bei Tage und In der Nacht immer wieder lohnende Ziele 2 H finden wissen.

Besonders erfolgreich war dabei nach den jetzt vorliegenden Meldungen ein massier­ter Vorstoß deutscher Kampfverbände in der Seine-Bucht. Die in geringer, wirksamer Angriffshöhe anfliegenden deutsthen Kampf- Ingzeuge stürzten sich aus mehreren Rich­lingen zwischen 3 und 4 Uhr früh auf linen feindlichen Schiffsverband, der sofort ieifiges Abwehrfeuer eröffnete. Schon die jsten Bombentreffer setzten ein großes, rollbeladenes Fahrgastschiff von 810 000 IST. in Brand und trafen einen Zerstörer, kr das Geleit schützte, vernichtend. Im tuerschein der nächtlichen Brände spielten dth rings um die getroffenen Schiffseinhei- u dramatische Szenen ab, als die ksatzungsmitglieder und die transportier- a Truppen durch einen Sprung in die See Ir Leben zu retten versuchten. Ein weite- tr Treffer riß jedoch das Fahrgastschiff hdgültfg in die Tiefe. Auch der Zerstörer ink noch während des Angriffs. Ein weite- (;Truppentransporter von 6000 BRT. wurde lieblich beschädigt.

Etwa zur gleichen Zeit führte ein deutscher loband ein§n heftigen Angriff gegen' die Feinde besetzte Stadt Bayeux und jB Straßen im Landekopf durch. .Explo- n und Brände bezeugten den Erfolg die- «Schlages, Weitere .deutsche Kampfflieger teilen'im Gebiet der Orne-Mündung Tref­fer auf mehreren Landungsbooten. Nacht- lachtflieger schalteten Flak- und Schein- rsferstellungen am Strande au£.-- Mehrere hundert deutsche Schlachtflieger Eiten ihre ebenso überlegen wie über­sehend geführten Schläge gegen Landungs­itze, Truppenansammlungen und Geschütz- Etlungen im Feindraum fort. Dabei kam es riederhoit über der Front zu h e f t i g e n iftkämpfen mit nordamerikanischen

Jägern, die dabei 30 Maschinen verloren. Viele weitere Abschüsse erzielten schwere und leichte Flakbatterien sowie' deutsche Jagdstaffeln' bei freier Jagd über dem Front­gebiet.

In der Nacht zum 11. Juni ist ein konzen­trierter, heftiger Luftangriff gegen den vom Feind gehaltenen Raum an der Ostküste der Cotentin-Halbinsel erfolgt. Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen außerdem, wie schon in der Vornacht, wichtige Einzel­ziele in Südostengland erfolgreich an. Auch der Feind ließ einen starken Verband britischer viermotoriger Bomber erneut zu einem nächtlichen Angriff gegen verschie­dene Ziele im französischen Raum starten. Nach den bisher vorliegenden Meldungen schossen deutsche Nachtjäger im Kampf mit den Britenbombern mindestens 20 vier­motorige Feindmaschinen ab.

Während starke Kräfte der deutschen Luftwaffe an der Westfront in ihrem schwe­ren Einsatz gegen einen in der Luft zahlen­mäßig überlegenen Gegner stehen, könnte die deutsche Luftwaffe auch an zwei an­deren Fronten des Luftkrieges bedeutsame Leistungen verzeichnend die im Zusammen­hang mit den Kämpfen in Frankreich ge­wertet werden* müssen, da sie eindeutig und" 1

eindrucksvoll gewisse Agitationsthesen des Feindes widerlegen. Zu einem überragenden Erfolg unserer Abwehr wurde dabei der Einsatz deutscher und rumänischer Jagdstreitkräfte gegen einen Ver­band von rund hundert nordamerikanischen Langstreckenjägern, die in den frühen Vor­mittagsstunden des 10, Juni von Süditalien aus in den Raum von Bukarest einflogen und nach dem Bombenabwurf zu Tiefan­griffen auf verschiedene Ziele übergingen. In heftigen Luftkämpfen sprengten unsere Lüfjtverteidigungskräfte, wirksam unter­stützt durch schwere und leichte Flakbatte­rien dieLightning"- undMustang-Forma- tionen auf und schossen dabei insgesamt 40 Feindflugzeuge ab. Die tapferen und viel­fach bewährten rumänischen Jagdflieger konnten über die Hälfte dieser Abschüsse für sich verbuchen.

Wenn schon diese Katastrophe der ameri­kanischen Luftwaffe über Rumänien überzeu­gend darlegt, daß der eben angefangene Kampf im Westen durchaus nicht die deutsche Luftwaffe an der Erfüllung ihrer vielfachen anderen Aufgaben hindert, so wird diese Tatsache noch nachdrücklich unterstrichen durch einen neuen, schweren, operativen Schlag, den deutschen Kampiverbände in der Nacht zum 11. Juni gegen den sowjeti­

schen Verkehrsknotenpunkt S m e r i n k a durchführten. Durch ein zusammengeiaßtes heftiges Bombardement zerstörten sie im Bahnhofsgelände mehrere abgestellte Züge, Lokomotivschuppen, Güterdepots und Stell werke. Alle deutschen Flugzeuge kehrten von ihrem Angriff zu ihren Flugplätzen, zu rück.

Gleichzeitig griffen weitere Verbände von Kampffliegern und Nachtschlachtfliegern sowjetische Verkehrseinrichtungen im Ge­biet am Mittel- und Südabschnitt der Ost­front mit gutem Erfolg an. Allein im Raum von GomeT wurden dabei Volltreffer, auf vier Bahnhöfen und ein vollbeladenes Transportschiff erzielt. Ein weiterer nächt­licher Schlag aus der Luft traf den Bahn­hof Podweloczyska, ostwärts Tärnopol.

Während die schweren britischen Bomber­verbände offenbar von der britisch-ameri­kanischen Luftkriegführung zur Zeit in erster Linie zur Unterstützung der Landeoperatio­nen im Westen eingesetzt werden, haben die Engländer in letzter Zeit ihre Stör­angriffe gegen Westdeutschland und die Reichshauptstadt zu forcieren versucht. Bei'dem Angriff in der Nacht zum 11. Juni wurden 3 Störflugzeuge abge schossen.

71 Invasionsschiffe gingen zum Teufel

Güterzüge voll Wallen und Munition ruhen im Kanal Ganze Regimenter ertranken

400 Bomber und Jäger vernichtet

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Eigene Meldung

BZ. Berlin, 11. Juni. Die Invasoren haben bisher folgende Verluste auf See erlitten: 43 Transporter und große Landungs­schiffe, 17 Kriegsschiffe vom schweren Kreu­zer bis zum Schnellboot, 21 Panzeflandungs- schiffe und Spezialfahrzeuge, darunter solche von 5000 BRT. Größe, sowie ungezählte Mannschaftslandungsboote wurden bisher von Kriegsmarine, .Luftwaffe und Heeres­verbänden vernichtet oder so schwer ge­troffen, daß sie iiir lange Zeit unbrauchbar sind. Von den Menschenverlusten, die nach Regimentern zählen, abgesehen, sind mit den Schiffen mehrere hundert Panzer und Ge­schütze und ganze Güterzüge voll Waffen, Gerät und Munition versunken.

Durch die 68 neuen Abschüsse hat sich die Gesamtzahl der im Invasionsraum seit dem

6. Juni durch Luftwaffenverbände vernich teten feindlichen Bomber und Jäger aut weit über 400 erhöht.

Eichenlaub für General Hell

dnb. Führerhauptquartier, 11. Juni. Der Führer verlieh am 4. Juni das Eichenlaub zum Ritterkreuz des- Eisernen Kreuzes an General der Artillerie Ernst Eberhard Hell, Kommandierenden General eines Armeekorps, als 487. Soldaten der deutschen Wehrmacht.

Das von General Hell geführte Armee­korps hat im Sommer und Herbst 1942 im Brückenkopf von Woronesch bei der Ab­wehr von vier feindlichen Offensiven rund 1000 sowjetische Panzer abgeschossen. Während der Wiriterkämpfe 1942/43, als seine Truppen sich von Woronesch mitten

leutsche Seesfreltkräfte versenkten neun Transporter

Keine Vertiefung der Invasionsbasis Weitere Luitlandetruppen in der Normandie vernichtet

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inb. Aus dem Führerhauptquaf- <r, 11. Juni. Das Oberkommando der 'etirmacht gibt bekannt: hder Normandie zwischen Orne und «b. wo sich der Gegner laufend verstärkt, fiten die schweren und erbitterten Kämpfe Die Versuche des Feindes, nach der Raum zu gewinnen, scheiterten unter Mten Verlusten. '

nach Westen, ln Richtung I s 1 g n y, dem Gegner in einem schmalen j-slenstreifen die Vereinigung mit den jaetikanern im Brückenkopf nördlich [bentan. Dort wurden alle Versuche Feindes gegen Cherbourg vorzustoßen, ;-teitelt, Ueberall im feindlichen Lande- U! halten sich zahlreiche unserer Stütz- FÄte und Widerstandsnester in zähem, ^issenem Kampf. Erneut hinter unserer ^ abgesetzte feindliche Luftlandetruppen zum größten Teil vernichtet.

, ^ den schweren Kämpfen im feindlichen fekopf und bei der Vernichtung der im bfergelände ahgesetzten feindlichen Fall- JgdB- und Luftlandetruppen haben sich das '^isch-westfälische Grenadierregiment 736 ,' ,er Führung von Oberst Grug, die 352. In- ®erie-Di v j s j on unter Führung von General- \. «hl Kraiß und das Fallschirmjäger- ?Uient 6 unter Führung von Major von Heydte besonders ausgezeichnet.

W der Invasionsfront nehmen die nächt- Aen Kämpfe leichter deutscher ; es treitkräftemit vielfach überlege- ® Feind an Härte zu. Unsere Torpedoboote bllait ln den Morgenstunden des 10. Juni in * Seine-Bucht einen feindlichen Zerstörer- r « an. Nach hartem Artillerieduell stie- ' s fe außerdem auf Schnellboote, von de- a «Ines versenkt und zwei schwer beschä- Wurden. Trotz stärkster feindlicher : ® nm g versenkten Schnellboote aus der Sl j C Sc l' ul >flotte des Gegners neun vollbe- . fne Transportschiffe mit zusammen 9 BRT. und einen Zerstörer. Außerdem i 6,1 e ' n Landungsboot von 3000 BRT., ein P j er mittlerer Größe und ein Artiilerie- lboot Inrpediert. Ein Unterseeboot ver- e .. aus einem Sicherungsverband vor der jhste der Bretagne einen -feindlichen

Kampfflugzeuge vernichteten in der Nacht zum 9. und 10. Juni ein Fahrgastschiff von 9000 BRT. und einen feindlichen Zerstörer. Ein weiterer Transporter von 6000 BRT. wurde schwer beschädigt.

Küstenbatterien des Heeres versenkten vor der Ostküste der Halbinsel Cherbourg einen feindlichen Zerstörer und beschädig­ten zwei weitere schwer. Ein starker feind­licher Minenräumverband wurden im glei­chen Seegebiet durch gutliegendes Feuer zum Abdrehen gezwungen.

Der Feind verlor gestern über dem Lan­dungsraum 68 Flugzeuge.

In Italien führte der Gegner von Pan­zern unterstützte Angriffe gegen unsere neuen Stellungen, die östlich des Bolsena- Sees zu einem Einbruch führten. Uebersetz- versuche über den Tiber nach Nordosten wurden bei Orte verlustreich für den Geg­ner ahgewiesen.

In einem Seegefecht vor der Insel Elba wurden zwei feindliche Schnellboote ver­nichtet.

An der Ostfront fanden bis auf die

erfolgreiche Abwehr örtlicher feindlicher Angriffe nordwestlich Jassy und südöstlich Witebsk keine Kampfhandlungen, von Be­deutung statt.

Kampffliegerverbände bekämpften in der letzten Nacht den sowjetischen Nachschub­verkehr mit gutem Erfolg. Schwere Schä­den und große Brände entstahden vor allem in dem wichtigen Bahnknotenpunkt Schmerinka.

Einzelne britische Flugzeuge warfen ln der vergangenen Nacht Bomben in den Räumen von Berlin und Wiener-Neustadt. Drei Flugzeuge wurden abgeschossen.

Caen vollständig in deutscher Hand

dnb. Berlin, 11. Juni. Anhaltende Stürme und Regenschauer verhinderten am 10. Juni wiederum stärkere Fliegertätigkeit im nor­mannischen Küstenraum. Eines der Ergeb­nisse des Kampftages ist die Säuberung des südöstlichen Stadtrandes von Caen von einzelnen Widerstandsnestern britischer Luftlandetruppen. Das ganze Stadtgebiet ist damit wieder in deutscher Hand.

-durch die Bolschewisten nach Westen zu­rückschlugen, erhielt General Hell das Rit­terkreuz. Im Sommer und Herbst beim Zu­rückführen der ihm unterstellten Verbände, im Winter 1943/44, bejm deutschen Angriff südlich Schachkoff zur Vernichtung starker feindlicher Kräftegruppen und später zum Entsatz der Gruppe Stemmermann hat sich General der Artillerie Hell durch geschickte und tatkräftige Führung seines Armeekorps besondere Verdienste erworben. Am 12. März wurde General Hell zusammen mit drei zu seinem Korps gehörenden Divisionen im Wehrmachtbericbt genannt.

General der Artillerie Hell wurde am 19. 9. 1887 in Stade geboren.

Ritterkreuz nach dem Heldentod

dnb. Berlin, 11. Juni. Oberleutnant Hans Speckter, am 27. 8. 1919 als Sohn des Baununternehmers Oskar Sp. in Gütersloh geboren, stoppte in den Kämpfen südwest­lich Luga als Chef einer schweren Panzer­jäger-Kompanie den Angriff sowjetischer Panzer. Der Oberleutnant, der wenige Tage später den Heldentod fand, wurde mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.

Der Führer verlieh das Ritterkreuz des- Eisernen Kreuzes weiter an:

Oberst Kurt Hummel, Kommandeur eines Trierer Grenadier-Regiments, geboren am 17. 11. 1^01 in Dresden als Sohn des Polizeikommissars i. R. H;j Hauptmann Günter Sattler, Bataillonskommandeur in einem bayerischen Grenadier-Regiment, ge­boren am 13. 3. 1912 in Rudolstadt/Thürin­gen als Sohn des Staatsministers a. D. S.

Zentnerschwere Geschosse erfolglos

dnb. Berlin, 11. Juni. Wie schwer es ist, die deutschen Stützpunkte in der normannischen Küstenzone auszuschalten, erlebten die Briten wieder am Sonnabend­nachmittag, als sie östlich der Orne-Mün­dung ein Küstenwerk mit Schiffsgeschützen unter Feuer nahmen. Zwei 38-cm-Granaten trafei^. Eine kleine Aufschlagstelle war aber alles, was die zentnerschweren Geschosse anrichteten. Der Stützpunkt feuerte weiter und zwang das Schlachtschiff zum Ab­drehen.

Enthüllungen über die Raubpläne Washingtons

Britisches, französisches und italienisches ImperiumInteressenzonen" Nordamerikas - Europa und China als Machtbereich der Sowjets anerkannt - Roosevelts Pläne mit de Gaulle

Von unserem Vertreter

w. s. Lissabon, 11. Juni. Welche Ausmaße die nordamerikanischen Raubpläne anneh- men, enthüllt ein Artikel der letzten Aus­gabe der USA.-ZeitschriftUnited States News. Zwecksstrategischer Sicherheit des amerikanischen Kontinents" wollen die Vereinigten Staaten die strategischen Außenposten, die heute von'den verschie­denen Kolonialreichen der Welt kontrol­liert werden, in ihren -Machtbereich einbe­ziehen. Roosevelt hat bereits Ansprüche auf Französisch - Dakar bekanntgegeben.

United States News" zählt eine -Reihe wei­terer französischer Stützpunkte auf, die Nordamerika zu kontrollieren gedenke: Sai­gon in Indochina, Martinique, Madagaskar, Neu-Kaledonien, Französisch-Guayana, Mi­quelon und St. Pierre. Hierüber will Roose­velt mit de Gaulle sprechen. Auf Grund von Erklärungen hoher am er lk a nischer R e- giefungsbeamter bemerkt die Zeitschrift, Amerika bestehe darauf, daß jeder Marme- und Luftstützpunkt innerii'en» des italienischen Kolonialreiches den USA. zur

Verfügung gestellt werde. Ferner seien Grönland und Islandunentbehrliche Glie­der" in der amerikanischenVerteidigung?- kette" im Atlantik, und die portugiesischen Azoren seien für die amerikanische Ver­sorgungslinie ebenfalls von hoher strategi­scher Bedeutung.

Sensationell wirkt die Mitteilung, von der USA.-Regierung seien bereits Schritte unter­nommen worden, um eineRegelung der amerikanischen Interessen in den britischen Stützpunkten wie Neufundland, Bermuda,

West-Indien, Hongkong (?), Singapur (?) und Burma (?!) herbeizuführen". Die britischen Dominien schauten, so.erklärtUnited States News" weiter, heute nicht mehr nach Eng­land, wenn sie eine militärische Hilfe be­nötigten: infolgedessen begründet die Zeit­schrift den Anspruch Washingtons auch auf diese Gebiete.

Da man bei dieser Weltaufteilung weder von Europa noch von der Türkei und China spricht, bestätigt sich die in der USA.-Presse leit langem geäußerte Vermutung, daß Roosevelt diese Gebiete für den Fall eines | störender Faktor aufzutreten.

angelsächsisch-bolschewistischen Sieges als schließlichen Machtbereich der Sowjets anerkannt hat. *

Roosevelt habe bereits, so teilt die Zeit­schrift weiter mit, wichtige Schritte eingelei­tet, um den britischen Plan, der auf ein Welt­gleichgewicht hinziele, unter*allen Umstän­den zu verhindern.

Roosevelts sogenannte Europapolitik

Von unserem Vertreter

hw. Stockholm, 11. Juni. New Yorker Be­richte bezeichnen Roosevelts geplante Ver­handlungen mit de Gaulle und auch mit dem bereits in Washington befindlichen so­genannten polnischenMinisterpräsidenten als Finten gegen die amerikanische Oeffent- lichkeit. Auf keinen Fall gedenkt man ir­gendwo Konzessionen zu_ machen. Die Lon­doner Fmiqrantenpolen sollen auf die not­wendige Unterwerfung unter die Sowjets vorbereitet werden. De Gaulle soll daran gehindert werden, als marhfbilrlenrier und damit in den geraubten Kojppialbcreichcn

General Eisenlwwer gab den Befehl zum Invusionsbegirm. Zeichnung Erik/Scherl,

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Von

Prof. Dr. Dr. h. c. Paul Schultze-Naumburg

Unser alter Parteigenosse, der verdienst­volle Vorkämpfer für gesunden und schö­nen Städtebau erhielt, wie wir gestern meldeten, den Adlerschild des Reiches.

Die Schriftleitung.

Das 19. Jahrhundert wird unter dem Na­men de* liberalistischen Jahrhunderts in die Geschichte eingehen. Da die wirtschaftlichen Gewinne, die im Liberalismus erzielt werden konnten, diejenigen des nur Schaffenden bald ganz erheblich überwogen, traten bald der Handwerker und der Künstler in den Hintergrund, und der Unternehmer prägte das Gesicht der Zeit. Das ist nirgends ein­facher und klarer aus den Zeitdokumenten abzulesen, als aus dem großen Buch des Städtebaues. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts zeigte der Städtebau noch das Gesicht klaren, organischen Wachstums. Ge­sund wie die Jahresringe eines Eichbaumes hatten sich hier neue Teile um festes, älteres Holz geschlossen, und technischer Fortschritt war mit Freude an sichtbarer Schönheit Hand in Hand gegangen. So waren nicht allein in Deutschland, sondern auch in manchen an­deren Teilen ries Abendlandes herrliche Stadtgebilde entstanden, die die köstlichen Einzelteile zum Ganzen reihten und die den berechtigten Stolz der Einwo.bner bildeten. Dies wurde nun mit einem Schlage anders.

Das Todesjahr Goethes, der seherisch mit banger Sorge diese Entwicklung voraussah, kann als der Wendepunkt angesehen werden. Mit dem zweiten Drittel des Jahrhunderts beginnt das Gesicht der Städte sich zu än­dern. Erst vereinzelt, dann immer mehr fan­gen Bauten an aufzutauchen, die nicht mehr das Gesetz von Zucht und Sitte in ihrem Antlitz tragen, sondern die sichtbar erken­nen lassen, daß hier nur noch der unge­hemmte Drang nach Gewinn Ursache des Entstehens gewesen ist. Mit dem Anwach­sen der zahllosen Unternehmungen auf in­dustriellem Gebiet brauchte man Arbeiter, die man nirgends billiger als vom Lande holen konnte. Aber diese Arbeiter mußten irgendwo wohnen, und da, verhieß es ein glänzendes Geschäft, diesen Mengen von Menschen Wohnungen anzubieten, ganz gleich, wie sie aussahen, oder wie sie be­schaffen waren.

Die einfache Not gebot, das Angebot an­zunehmen. Je schlechter und billiger sie hingehauen waren, um so größer war ja der Profit. Mit dem Anwachsen der Städte be­gann der unheilvolle Wunschtraum nach der Großstadt, die man sich als ein gar nicht heiß genug zu ersehnendes Ziel vorstellte.

Eine Landflucht von nie gesehenem Aus­maß begann. Und da das Geld auf der Straße lag, brauchte man nun nicht nur Arbeitskasernen zu bauen, sondern herr­schaftliche und hochherrschaftliche Wohnun­gen waten ein Artikel geworden, der rei­ßenden Absatz fand.

Ihre Produktion war mit keinem Risiko mehr verbunden und je mehr billiger Gips­stuck daran klebte, um so höher stieg die Rente. Eine Bodenspekulation nahm ihren Anfang, die die letzten gesunden Instinkte des Bauerntums zu vernichten drohte, indem eine im wesentlichen aus Juden bestehende Horde übelster Bodenwucherer den Bauern den Acker aus den Händen riß, um planlos und in völlig unüberlegter Form unabseh­bare Mietskasernenreihen von fünf Stock­werk Höhe auf freiem Felde entstehen zu lassen.

Waren vorher die Stadtplaner mit ihren Wegen und Bauten vorsichtig dem Diktat des Gpländes gefolgt, so sah man nur noch das Reißbrett. Hatte man sonst alle gegebe­nen Bedingungen auf Schritt und Tritt zu­grunde gelegt, war man hier dem Wasser­lauf gefolgt, hatte man dort Unebenheiten des Geländes geschickt zur Wirkung ge­bracht, unfruchtbaren, aber tragfähigen Bo­den bebaut, guten Boden zu Gärten ausge­nützt, nicht tragfähigen Boden nach Mög­lichkeit gemieden und Geländebewegungen nicht einfach übersehen, sondern klug be­nutzt, so schien es nun, als ob all diese Dinge den Städtebauer des 19. Jahrhunderts nichts mehr angingen. War das Rerhteck- schema einmal entworfen, so wurde mit einem großen Hobel das einst lebendige Ge­lände brutal nivelliert. Wo es sich nicht