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(10.6.1944) 158
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larieiamiliche Tageszeitung

Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstatthalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 158 • 14. Jahrgang

Sonnabend, 10. Juni 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

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lila, Ostertorslein Montag! Täglich, 5 Ihr: „Tonelli".

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Zehntausende von Feind-Elifefruppen verblutet

Steif ansteigende Ver/ustkurve der Anglo-Amerikaner an der normannischen Front — Bilanz dreier Tage

dnb. Berlin, 9. Juni. Drei Tage und vier Nächte schwerer Kämpfe gegen die mit den Machtmitteln zweier Weltreiche ausgestatteten Invasionskräfte liegen hinter unseren Truppen. Der Feind hatte gehofft, se jn Massenaufgebot an Menschen und Ma­terial rasch gegen die deutsche Verteidigung an der normannischen Küste zur Geltung bringen zu können. Statt dessen traf er überall auf Männer, die, zum äußersten ent­schlossen, auf der Erde, auf dem Wasser und in der Luit den Waifengang aufnahmen: Die Verluste der Angreifer sind unübersehbar schwer. Oft sind sie im einzelnen gar nicht festzustel­len, aber schon das, was einwandfrei fest­sieht, gibt einen Begriff davon, was der Gegner opfern mußte, um einen schma­len Küstenstreifen in seine Hand zu bringen.

Die Nordamerikaner haben ebenso wie die Briten und Kanadier Zehntausende in Menschen durch Tod oder Verwundung verloren. Die Aus­sigen der zahlreichen Gefangenen bestäti­gen dies. Alle diese Verluste, die um so schwerer wiegen, als sie diesmal nicht von Kolonialvölkern, sondern von Inselbriten, den besten Jahrgängen Kana- und nordamerikanischen Eliteregimen- lim getragen werden, stehen in keinem Verhältnis zu dem bisher Erreichten.

Ais Erste war unsere Kriegsmarine an Feind,' in vier Nächten versenkte sie einen Kreuzer und zwei Zerstörer, drei Pan- serwagenlandungsschiffe, drei Panzerlan- Imgsboote und zahlreiche kleinere Einhei­ten, Außerdem beschädigte sie einen Kreu- :er und zwei Zerstörer schwer. Dabei ver­sinken allein mit jedem der großen Panzer- ngenlandungsschiffe mehr als 100 Kräft­igen und etwa 1200 Mann. Dlie feindlichen WÜffsverluste durch hochgehende Minen al durch Artilleriefeuer auf eingenebeite Jenverbände sind dabei unberücksich- tgafelieben. Mit. den. J-9 von der Luft- wäf bisher versenkten oder schwer be­schädigten Transportern uijd Landungs­schiffen gingen ebenfalls- mehrere tausend Mann und einige hundert Panzer zugrunde.

feindlichen Luftlandetruppen mußten ken Anflug gleichfalls teuer bezahlen. Luftwaffe und Flak brachten .ganze Staf- lilnzum Absturz. .

Leber unseren Wehrmachtbericht hinaus «eldet der Feind selbst, daß er bis zum Mitlag des dritten Invasionstages 2 8 9 flugzeuge verloren habe. Die vielen hundert Lastensegler, die zertrümmert und ■erschossen in unseren Linien liegen, zählt u dabei noch gar nicht mit.

Als dann die über See und aus der Luft a der normannischen Küste angekomme- sen Irivasipnstruppen in .Kampfberührung •it den Küstenbefestigungen und den eresverbänden traten, .schnellte ‘die Kurve r feindlichen Verluste steil in die Höhe. Ke hinter unseren Linien gelandeten FaH- idurmeinheiten wurden gejagt, abgeriegelt, tetseite gedrückt, in der Masse vernichtet. Ke sich der Küste nähernden oder am Strand gelandeten Infanteristen wurden-von ■eia Feuer überschüttet und fielen in •lassen. Jeder Schritt in der Befestigungs- rone vorwärts kostete den Feind ungezählte -ote.

Weder durch sogenannte „neue Waffen", •ach durch fortgesetzte Bombenangriffe oder ®rcli großangelegte Täuschungsmanöver, La Abwurf von Puppen östlich der Orne neuerlich an der Westküste der Co- 'Min-Halbinsel,- hat der -Feind seine Ver- a'c verringern können. Trotzdem verstärkte 'i jm 8. Juni seine Landeköpfe aus der S und über See noch weiter, stieß nörd- ^ Caen über die Orne nach Osten vor, ^ Se hier aber vor dem deutschen- Gegen­griff weiterkommen zu können, und griff SJ »von Bayeux aus nach Westen und Süd- ' ,es ten an. Gleichzeitig versuchten die an ti fr Ostküste der Cotentin-Halbinsel abge- -aselten Nordamerikaner unsere Sperrlinien ' Lichtung auf Cherbourg und Carenfan auf- ischan. An allen d-esen Stehen waren

neue beträchtliche Verluste der Preis für einige geringfügige Vorteile.

Starke britische Bomberverbände griffen unsere Bereitstellung und rückwärtige Ver­bindungen an. Zahlreiche neue Luftlande^ einheiten wurden ln den Räumen von Caen, Bayeux und Carentan abgesetzt. Auch von See her erfolgten im Schutz der schweren Schiffsartillerie an den bisherigen Brücken­köpfen weitere Anlandungen. Die deutschen Truppen warfen sich in erbitterten Kämpfen auch dieser dritten großen Angriffswelle

entgegen. Sie hielten ihre Riegelstellungen auf der Cherbourg-Halbinsel aufrecht. An der Vire-Mündung griffen sie die neuen An­landungen des Feindes unverzüglich an. Die von allen Seiten berannten deutschen Stütz­punkte zwischen Arromanches und Port en Bessin blieben intakt und setzten ihren Feuerkampf fort.

Oestlich der Orne vernichteten die deut­schen Truppen, obwohl der Gegner seine dort eingekesselten Luftlandeeinheiten durch Fallschirmspringer zu verstärken suchte,

weitere feindliche Kräfte. Der trotz heftiger Bombardierung fortgesetzte deutsche Gegen­angriff klärte die Lage auf dem Ostufer def Orne und nördlich Caen hielt er den Feind in. schweren Kämpfen an. Bei Bayeux nah­men unsere Panzer den südöstlich der Stadt vorgeprellten feindlichen Stoßkeil in die Zange und -beiderseits St, Mere Eglise lösten sie den feindlichen Angriff in Einzelkämpfe auf, bei denen sich neben. Grenadieren die Marineartilleristen von Marcouf wieder besonders hervortaten.

Schwere Verluste der feindlidien Invasionsflotte

Feindlicher Kreuzer und Zerstörer, sechs Transporter sowie zwei große Landungsschille vernichtet

Heltiger Panzerkampf südöstlich Bayeux

dnb. Aus dem Führerhauptquai- t i e r, 9. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

An der Küste der Normandie gelang dem Gegner, wenn auch unter hohen Ver­lusten durch die Angriffe der deutschen Seestreitkräfte und Luftwaffe, die Verstär­kung seines Landekopfes. Oestlich der Orne gewann unser Gegenangriff weiter an Boden. Aus dem Landekopf westlich der Orne griffen feindliche Panzerkräfte Bayeux umfassend an und stießen wei­ter nach Westen und Südwesten vor. Sie wurden etwa 10 Kilometer westlich der Stadt aufgefangen. Unsere aus dem Raum von Caen zum Gegenangriff angetretenen Panzerspitzen stehen nunmehr südöstlich Bayeux in heftigem Kampf.

Aus dem Brückenkopf S a i nt e Mere Eglise nach Norden und Süden vorstoßen­der Feind konnte gegen unsere hartnäcki­gen Widerstand leistenden Truppen nur we­nig Boden gewinnen.

Vor der Ostküste der Halbinsel Cher­bourg versenkten Schnellboote in der

Nacht zum 8. Juni einen feindlichen K r e u ,- z e r und einen Zerstörer. Ein weiterer Zerstörer und ein Panzerwagenlandungsboot wurden durch Torpedotreffer schwer be­schädigt. In der letzten Nacht versenkten unsere Schnellboote im gleichen Seegebiet aus einem feindlichen Verband zwei große Landungsschiffe mit zusammen 9200 Bruttoregistertonnen. Durch unsere Minen­sperren erleidet die feindliche Landungs­flotte laufend weitere schwere Verluste.

Auch die Luftwaffe setzte mit Kampf- und Schlachtfliegerverbänden ihre Angriffe ge- flen die feindliche Landungsflotte mit gutem Erfolg fort. Sie versenkte am 7. und in der Nacht zum 8. Juni sechs Transporter mit insgesamt 38 000 BRT. und ein Landungs­fahrzeug. Außerdem wurden vier Transport­schiffe mit über 30 000 BRT. und acht Spe­ziallandungsschiffe schwer beschädigt. Ein schwerer und zwei leichte Kreuzer erhiel­ten Bombentreffer.

Jäger und Flakartillerie schossen 45 feind­liche Flugzexige ab.

An der italienischen Front hielt

der starke feindliche Druck gegen unsere Sicherungstruppen westlich des Tiber, im Küstenabschnitt und beiderseits des Vico- Sees während des ganzen Tages an, ohne daß der Feind nennenswerte Erfolge erzielen konnte. Die Stadt Targuinia wurde von unseren Truppen aufgegeben. Von der übri­gen Front werden keine besonderen Kampf­handlungen gemeldet.

Bei der erfolgreichen Abwehr eines feind­lichen Bandenunternehmens gegen die vor der dalmatinischen Küste gelegene Insel Rrac hat sich ein Bataillon einer ostmär­kisch-bayerischen Jäger-Division unter Füh­rung von Hauptmann T h ö r n e r besonders bewährt. Der englische Oberstleutnant Tom C h u r'c h i 11, Kommandant der Insel L i s s a , wurde gefangenqenommen.

Im Osten blieben auch gestern wieder­holte Gegenangriffe der Sowjets nordwest­lich Jassy erfolglos. Nordwestlich Tar- n o p o 1 kam es zu örtlichen Kämpfen. Un­sere Grenadiere und Panzergrenadiere ver­nichteten dort ein sowjetisches Bataillon und ein Panzerabwehr-Regiment.

„Der Entschluß eines Glüchsspielers"

Der Feind spielt seine letzte Karte aus - Eisenhower übertrumpft Nivelle

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

dr. w. sch. Berlin, 9. Juni. „Als Eisenhower den Befehl zum Angriff gab“, so schrieb „News Chronicle“ am dritten Invasionstage, „war es der Entschluß eines Glücks Spielers. Doch mußte er ge­faßt werden.“ Diese Feststellung' liegt auf der gleichen Linie wie die von Montgomery in seiner Botschaft an die englischen In­vasionstruppen geprägte -Formulierung, daß, wer nicht alles' auf eine Karte setze, ent­weder Angst vor seinem •' Schicksal , hal?e oder nur geringen Gewinn erwarten dürfe. Hier wird noch einmal unterstrichen, datj die englisch-amerikanische ’ Kriegführung ihren Entschluß zum Angriff auf Europa unter einem unausweichbaren Zwang ge­faßt hat, daß sie von Moskau gezwungen wurde, wie ein Glücksspieler zu handeln.

Aus den Ereignissen der ersten drei Tage seit dem.Beginn des Angriffes auf die nord­französische Küste kann man nunmehr die Erkenntnis ableiten, daß der Feind tatsäch­lich seine letzte Karte ausspielt, das heißt, daß er all seine angesammelten Kräfte ohne Rücksicht auf Verluste in das Unternehmen werfen will,- das er jetzt eingeleitet hat. So stellt die spanische Zeitung „Inforitia- ciones“ fest: „Die Alliierten haben alle ver­fügbaren Machtfaktoren für die Operationen aufgeboten.“

Roosevelt und Eisenhower halten es aus Gründen der wahlagitatorischen' Notwendig­keit für richtig, das amerikanische Volk durch beinahe brutal Wirkende Mitteilungen über furchtbare Verluste zu „härten“. So wird von militärischer Seite in Washington erklärt, daß die amerikanischen Soldaten jeden Zoll Boden in den Brückenköpfen lauer bezahlen müssen. Selbst der amtliche

Bericht aus dem Hauptquartier der Expedi­tionstruppen macht das Eingeständnis, daß „der Feind fanatisch kämpft“, und der mili­tärische Mitarbeiter der „Newyork Timgs“ stellt von Bord eines amerikanischen Flagg­schiffes aus fest, daß „die deutschen Feuer­stellungen sehr, sehr stark“ sind. Ein amerikanischer Rundfunkreporter treibt die Brutalität mit der Erklärung auf die Spitze, daß „die amerikanischen Verluste im Brückenkopf in der Normandie sehr, groß sind“, daß man „dies jedoch erwarten mußte“.

Wenn General Eisenhower den Ehrgeiz hat, den „Blutsäufer“ des ersten Welt­krieges, den französischen , General N i - veile zu übertrumpfen, so deutet das auf die amokläuferische Entschlossenheit hin, nunmehr mit allen Mitteln das. Aeußerste zu versuchen, damit die letzte Karte auch wirklich sticht.

Todeskampf eines großen Schiffes

dnb. Berlin, 91 Juni. Ein Besatzungsmit­glied eines deutschen Vorpostenbootes be­richtet:

„In der Nacht zum Freitag wurden wir Augenzeugen einer der sicherlich größten Schiffskatastrophen der vor der normanni­schen Küste versammelten britischen Flot­teneinheiten. Trotz der Kilometer weithin sichtbaren Flaksperre durchbrachen. deut­sche Bomber vor Mitternacht immer wie­der die Feuerglocke. Plötzlich erfolgte in­mitten der Schiffsansammlungen eine Ex­plosion von größten Ausmaßen F.ine breite Feuersäule von 'gewaltiger Höhe schoß ilher der Kimm hoch, umsprüht von immer neu aufbrechendem Fünkenrerfen. Glü­

hende Wrackteile wurden in den Naclit- himmel geschleudert.

. Obwohl wir fast 20 Seemeilen vom Schau­platz der Katastrophe entfernt ständen, konnten wir über 40 Minuten lang den T o - deskampf einer großen Schiffs­einheit beobachten. Ueber der Über­gangsstelle verdichteten . sich die Flammen innerhalb einer halben Stunde zu einer schwarzen Oelwolke, die bis zu einer Länge von 20 Seemeilen anwuchs und schließlich mit ihrer Spitze über unserem .Vorposten­boot in der Seine-Mündung stand. Am Mor­gen des Freitag durchfuhren wir einen brei­ten Oelstrom, der, umsäumt von unzähli­gen Wrackteilen und einigen Rettungsflößen, von der Drift immer tiefer ostwärts , in den Kanal getrieben wurde, die letzten Ueber- bleibsel einer sicherlich bedeutenden Ein­heit der Invasionsflotte."

Das Eichenlaub verliehen

dnb. Führ,erhauptquartier,9. Juni. Der Führer verlieh am 4. Juni das Eichen­laub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberfeldwebel Hans S t r i p p e 1, Zug­führer in einem thüringischen Panzer-Regi­ment, als 485. Soldaten der deutschen Wehr­macht.

Oberfeldwebel Strippel wurde' am 1. De­zember 1912 als Sohn eines Land- und Gast­wirts in Obergaiß geboren. Nach Besuch der Volks- und Berufschule trat er 1932 in eine Kasseler Kraftfahrabteilung ein und war hier und später in einem Erfurter Pan­zer-Regiment Beriufsunteroffizier. Im Dezem­ber 1941 erwarb er sich das Deutsche Kreuz in Gold. Das. Ritterkreuz des Eisernen er­hielt er am 23. Januar 1943.

Eichenlaubträger gefallen

dnb. Berlin, 9. Juni. Einem Ungiücksfall fiel Major Martin Möbus, Gruppenkom- mande,ur in einem Schlachtgeschwader und Träger des Eichenlaubs zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, zum Opfer.

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Und die Jtmzam?

Von unserem Vertreter in Vichy Josef Berdolt

Wer die Vorbereitung und die Durchfüh­rung des französischen Verrats in Nord­afrika'miterlebt hat, wird ihn sobald, nicht vergessen. Als die anglo-amerikanische Be­drohung unverkennbar deutlich wurde, war­fen sich führende Französeh in Vichy in die Brust und schwuren feiejrlich in aller Öf­fentlichkeit, bis zum letzten Blutstropfen werde dieser wertvollste Besitz Frankreichs verteidigt. Admiral Darlan, damals Vize- Ministerpräsident, Außenminister, Genera­lissimus und zum Nachfolger des greisen Staatschefs vofausbestimmt, unternahm we­nige Tage vor dem anglo-amerikanisclien Ueberfall noch eine „Inspektionsreise" nach Nord- und Westafrika und spornte durch flammende Reden überall zum „Kampf bis zäun,. Aeußersten" an. Alles das war Bluff. Der Verrat w.ar längst sorgfältig vorbereitet, und Darlan selbst war pünktlich zur Stelle, um eigenhändig die Auslieferung zu voll­ziehen.

Die Vermutung liegt nahe, daß sich ein ähnlicher Verrat wiederholen könnte, nach­dem die Anglo-Amerikaner zum Sturm ge­gen Europa ansetzten. Die Feind-Agitation behauptet sogar, mit der Unterstützung durch die Franzosen im Mutterland sei ernstlich zu rechnen ohne allerdings zu ver­raten, wie eine solche „Cooperation" ermög­licht werden'könnte.

Tatsächlich hat sich die Lage in Frankreich seit November 1942 völlig gewandelt und kann in keiner. Weise mit der in Nordafrika ver­glichen werden. Frankreich ist heute von deutschen Truppen nicht nur total besetzt, sondern auch zur Festung ausgebaut wor­den. Das ist Schon so allgemein bekannt, daß weitere Erläuterungen überflüssig sind. In Nordafrika dagegen gab es im Augen­blick der Auslieferung überhaupt keine deutschen Truppen. Die französische Armee, die 1942 in Frankreich noch 100 000 Mann zählte, existiert nicht mehr; ihre Rüstung ist in deutscher Hand. Die Kriegsflotte, die 1942 zwar abgerüstet war, aber dennoch vom Feind als Aktivposten gebucht wurde, liegt versenkt im Hafen von Toulon. Auch eine französische Luftwaffe gibt es nicht mehr. Frankreich verfügt heute nicht über ein einziges Flugzeug, und sogar seine Ham delsflotte ist dank des feindlichen Vernich- tungswillens auf wenige Küstenfahrzeuge zusammengeschmolzen.

Neben diesen negativen Argumenten, die den organisierten Verrat großen Stils nach dem Muster Nordafrikas völlig unmöglich machen, muß auf die Entwicklung in Frank­reich seit 1942 hingewiesen werden. Diese Entwicklung trägt als positives Gepräge un­verkennbar in weiten Kreisen europäisches Bewußtsein. Man könnte hier die Tatsache nennen, daß französische Freiwillige in wachsendem. Maße als bewährte Kämpfer im Osten stehen, und daß sich immer neue Kontingente junger Franzosen in die euro­päische Waffen- eirireihen. Auch Söhne von heute in Vichy amtierenden Ministern sind dabei. Was aber die Lage in Frank­reich selbst stärk beeinflußt, das ist das Gesicht, das heute die französische Regii> rung hat. Es hat seinen guten Grund, we'”i die Anglo-Amerikaner die französische Re­gierung tagtäglich beschimpfen. „Daran er­nennen wir, daß wir endlich französisch denken und handeln", stellte Propaganda- uii ister PHlip Henriot fest.

Gewiß, die Anglo-Amerikaner organisie­ren in Frankreich wie anderwärts kommu­nistische Terrorbanden, mit deren Diensten sie rechnen; obwohl unverkennbar nur Mos­kau Nutzen daraus ziehen Jcann. Die An­führer dieser Banden handeln als Werk­zeuge der. Kremls und können selbstver­ständlich auch durch einen Meister des Wells wie Henriot nicht für Hie Sache Eu­ropas gewannen werden,' sondern warten nur darauf, der deulrchen Verteidigung durch Sabotage-Akte gegen Verkehrsein- riclitungen Schwierigkeiten zu bereiten, Ihre Niedcrrlngung und Vernichtung aber hat Joseph Damand, der Ch»f der Ordnunas- slreitkrnfte, übernommen. Seine Streitkräfte sind neben den französischen Qstfrontkämo- fern die ersten Soldaten-Frankreichs, die in Kameradschaft mit den Soldaten der Deut­schen Wehrmacht verbunden sind.

Um das Gesicht des heutigen Vichy-Regi­mes zu vervollständigen, muß auch Maro Dcat, der Minister für Arbeit und Solide