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larieiamiliche Tageszeitung
Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstatthalters in Oldenburg und Bremen
Nr. 158 • 14. Jahrgang
Sonnabend, 10. Juni 1944
Einzelpreis 15 Rpf.
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lila, Ostertorslein Montag! Täglich, 5 Ihr: „Tonelli".
eines berühmten Ferdinand Marian, cus, Mädy Rabl, icht zugelassen, i. 19.13, Sonntag „Toll» Nacht“, tspiela Br.-Lcsum iis ,M.OP,tag-täglich onntng auch 16-30 ,d der Nachtigall“. •Film mit, Elfie ohannes Kiemann, her, Paul Kemp. iVill Dohm. Jugend zugelassen. Sonn- Jugendvorstelig-- ie. Erika“, srhude. Sonnabend 19.15 Ehr: „D |e wie“, ein Terra- jz RnhmÄnn, ha-
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Zehntausende von Feind-Elifefruppen verblutet
Steif ansteigende Ver/ustkurve der Anglo-Amerikaner an der normannischen Front — Bilanz dreier Tage
dnb. Berlin, 9. Juni. Drei Tage und vier Nächte schwerer Kämpfe gegen die mit den Machtmitteln zweier Weltreiche ausgestatteten Invasionskräfte liegen hinter unseren Truppen. Der Feind hatte gehofft, se jn Massenaufgebot an Menschen und Material rasch gegen die deutsche Verteidigung an der normannischen Küste zur Geltung bringen zu können. Statt dessen traf er überall auf Männer, die, zum äußersten entschlossen, auf der Erde, auf dem Wasser und in der Luit den Waifengang aufnahmen: Die Verluste der Angreifer sind unübersehbar schwer. Oft sind sie im einzelnen gar nicht festzustellen, aber schon das, was einwandfrei festsieht, gibt einen Begriff davon, was der Gegner opfern mußte, um einen schmalen Küstenstreifen in seine Hand zu bringen.
Die Nordamerikaner haben ebenso wie die Briten und Kanadier Zehntausende in Menschen durch Tod oder Verwundung verloren. Die Aussigen der zahlreichen Gefangenen bestätigen dies. Alle diese Verluste, die um so schwerer wiegen, als sie diesmal nicht von Kolonialvölkern, sondern von Inselbriten, den besten Jahrgängen Kana- und nordamerikanischen Eliteregimen- lim getragen werden, stehen in keinem Verhältnis zu dem bisher Erreichten.
Ais Erste war unsere Kriegsmarine an Feind,' in vier Nächten versenkte sie einen Kreuzer und zwei Zerstörer, drei Pan- serwagenlandungsschiffe, drei Panzerlan- Imgsboote und zahlreiche kleinere Einheiten, Außerdem beschädigte sie einen Kreu- :er und zwei Zerstörer schwer. Dabei versinken allein mit jedem der großen Panzer- ngenlandungsschiffe mehr als 100 Kräftigen und etwa 1200 Mann. Dlie feindlichen WÜffsverluste durch hochgehende Minen al durch Artilleriefeuer auf eingenebeite Jenverbände sind dabei unberücksich- tgafelieben. Mit. den. J-9 von der Luft- wäf bisher versenkten oder schwer beschädigten Transportern uijd Landungsschiffen gingen ebenfalls- mehrere tausend Mann und einige hundert Panzer zugrunde.
feindlichen Luftlandetruppen mußten ken Anflug gleichfalls teuer bezahlen. Luftwaffe und Flak brachten .ganze Staf- lilnzum Absturz. .
Leber unseren Wehrmachtbericht hinaus «eldet der Feind selbst, daß er bis zum Mitlag des dritten Invasionstages 2 8 9 flugzeuge verloren habe. Die vielen hundert Lastensegler, die zertrümmert und ■erschossen in unseren Linien liegen, zählt u dabei noch gar nicht mit.
Als dann die über See und aus der Luft a der normannischen Küste angekomme- sen Irivasipnstruppen in .Kampfberührung •it den Küstenbefestigungen und den eresverbänden traten, .schnellte ‘die Kurve r feindlichen Verluste steil in die Höhe. Ke hinter unseren Linien gelandeten FaH- idurmeinheiten wurden gejagt, abgeriegelt, tetseite gedrückt, in der Masse vernichtet. Ke sich der Küste nähernden oder am Strand gelandeten Infanteristen wurden-von ■eia Feuer überschüttet und fielen in •lassen. Jeder Schritt in der Befestigungs- rone vorwärts kostete den Feind ungezählte -ote.
Weder durch sogenannte „neue Waffen", •ach durch fortgesetzte Bombenangriffe oder ®rcli großangelegte Täuschungsmanöver, La Abwurf von Puppen östlich der Orne neuerlich an der Westküste der Co- 'Min-Halbinsel,- hat der -Feind seine Ver- a'c verringern können. Trotzdem verstärkte 'i jm 8. Juni seine Landeköpfe aus der S und über See noch weiter, stieß nörd- ^ Caen über die Orne nach Osten vor, ^ Se hier aber vor dem deutschen- Gegengriff weiterkommen zu können, und griff SJ »von Bayeux aus nach Westen und Süd- ' ,es ten an. Gleichzeitig versuchten die an ti fr Ostküste der Cotentin-Halbinsel abge- -aselten Nordamerikaner unsere Sperrlinien ' Lichtung auf Cherbourg und Carenfan auf- ischan. An allen d-esen Stehen waren
neue beträchtliche Verluste der Preis für einige geringfügige Vorteile.
Starke britische Bomberverbände griffen unsere Bereitstellung und rückwärtige Verbindungen an. Zahlreiche neue Luftlande^ einheiten wurden ln den Räumen von Caen, Bayeux und Carentan abgesetzt. Auch von See her erfolgten im Schutz der schweren Schiffsartillerie an den bisherigen Brückenköpfen weitere Anlandungen. Die deutschen Truppen warfen sich in erbitterten Kämpfen auch dieser dritten großen Angriffswelle
entgegen. Sie hielten ihre Riegelstellungen auf der Cherbourg-Halbinsel aufrecht. An der Vire-Mündung griffen sie die neuen Anlandungen des Feindes unverzüglich an. Die von allen Seiten berannten deutschen Stützpunkte zwischen Arromanches und Port en Bessin blieben intakt und setzten ihren Feuerkampf fort.
Oestlich der Orne vernichteten die deutschen Truppen, obwohl der Gegner seine dort eingekesselten Luftlandeeinheiten durch Fallschirmspringer zu verstärken suchte,
weitere feindliche Kräfte. Der trotz heftiger Bombardierung fortgesetzte deutsche Gegenangriff klärte die Lage auf dem Ostufer def Orne und nördlich Caen hielt er den Feind in. schweren Kämpfen an. Bei Bayeux nahmen unsere Panzer den südöstlich der Stadt vorgeprellten feindlichen Stoßkeil in die Zange und -beiderseits St, Mere Eglise lösten sie den feindlichen Angriff in Einzelkämpfe auf, bei denen sich neben. Grenadieren die Marineartilleristen von Marcouf wieder besonders hervortaten.
Schwere Verluste der feindlidien Invasionsflotte
Feindlicher Kreuzer und Zerstörer, sechs Transporter sowie zwei große Landungsschille vernichtet
Heltiger Panzerkampf südöstlich Bayeux
dnb. Aus dem Führerhauptquai- t i e r, 9. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
An der Küste der Normandie gelang dem Gegner, wenn auch unter hohen Verlusten durch die Angriffe der deutschen Seestreitkräfte und Luftwaffe, die Verstärkung seines Landekopfes. Oestlich der Orne gewann unser Gegenangriff weiter an Boden. Aus dem Landekopf westlich der Orne griffen feindliche Panzerkräfte Bayeux umfassend an und stießen weiter nach Westen und Südwesten vor. Sie wurden etwa 10 Kilometer westlich der Stadt aufgefangen. Unsere aus dem Raum von Caen zum Gegenangriff angetretenen Panzerspitzen stehen nunmehr südöstlich Bayeux in heftigem Kampf.
Aus dem Brückenkopf S a i nt e Mere Eglise nach Norden und Süden vorstoßender Feind konnte gegen unsere hartnäckigen Widerstand leistenden Truppen nur wenig Boden gewinnen.
Vor der Ostküste der Halbinsel Cherbourg versenkten Schnellboote in der
Nacht zum 8. Juni einen feindlichen K r e u ,- z e r und einen Zerstörer. Ein weiterer Zerstörer und ein Panzerwagenlandungsboot wurden durch Torpedotreffer schwer beschädigt. In der letzten Nacht versenkten unsere Schnellboote im gleichen Seegebiet aus einem feindlichen Verband zwei große Landungsschiffe mit zusammen 9200 Bruttoregistertonnen. Durch unsere Minensperren erleidet die feindliche Landungsflotte laufend weitere schwere Verluste.
Auch die Luftwaffe setzte mit Kampf- und Schlachtfliegerverbänden ihre Angriffe ge- flen die feindliche Landungsflotte mit gutem Erfolg fort. Sie versenkte am 7. und in der Nacht zum 8. Juni sechs Transporter mit insgesamt 38 000 BRT. und ein Landungsfahrzeug. Außerdem wurden vier Transportschiffe mit über 30 000 BRT. und acht Speziallandungsschiffe schwer beschädigt. Ein schwerer und zwei leichte Kreuzer erhielten Bombentreffer.
Jäger und Flakartillerie schossen 45 feindliche Flugzexige ab.
An der italienischen Front hielt
der starke feindliche Druck gegen unsere Sicherungstruppen westlich des Tiber, im Küstenabschnitt und beiderseits des Vico- Sees während des ganzen Tages an, ohne daß der Feind nennenswerte Erfolge erzielen konnte. Die Stadt Targuinia wurde von unseren Truppen aufgegeben. Von der übrigen Front werden keine besonderen Kampfhandlungen gemeldet.
Bei der erfolgreichen Abwehr eines feindlichen Bandenunternehmens gegen die vor der dalmatinischen Küste gelegene Insel Rrac hat sich ein Bataillon einer ostmärkisch-bayerischen Jäger-Division unter Führung von Hauptmann T h ö r n e r besonders bewährt. Der englische Oberstleutnant Tom C h u r'c h i 11, Kommandant der Insel L i s s a , wurde gefangenqenommen.
Im Osten blieben auch gestern wiederholte Gegenangriffe der Sowjets nordwestlich Jassy erfolglos. Nordwestlich Tar- n o p o 1 kam es zu örtlichen Kämpfen. Unsere Grenadiere und Panzergrenadiere vernichteten dort ein sowjetisches Bataillon und ein Panzerabwehr-Regiment.
„Der Entschluß eines Glüchsspielers"
Der Feind spielt seine letzte Karte aus - Eisenhower übertrumpft Nivelle
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
dr. w. sch. Berlin, 9. Juni. „Als Eisenhower den Befehl zum Angriff gab“, so schrieb „News Chronicle“ am dritten Invasionstage, „war es der Entschluß eines Glücks Spielers. Doch mußte er gefaßt werden.“ Diese Feststellung' liegt auf der gleichen Linie wie die von Montgomery in seiner Botschaft an die englischen Invasionstruppen geprägte -Formulierung, daß, wer nicht alles' auf eine Karte setze, entweder Angst vor seinem •' Schicksal , hal?e oder nur geringen Gewinn erwarten dürfe. Hier wird noch einmal unterstrichen, datj die englisch-amerikanische ’ Kriegführung ihren Entschluß zum Angriff auf Europa unter einem unausweichbaren Zwang gefaßt hat, daß sie von Moskau gezwungen wurde, wie ein Glücksspieler zu handeln.
Aus den Ereignissen der ersten drei Tage seit dem.Beginn des Angriffes auf die nordfranzösische Küste kann man nunmehr die Erkenntnis ableiten, daß der Feind tatsächlich seine letzte Karte ausspielt, das heißt, daß er all seine angesammelten Kräfte ohne Rücksicht auf Verluste in das Unternehmen werfen will,- das er jetzt eingeleitet hat. So stellt die spanische Zeitung „Inforitia- ciones“ fest: „Die Alliierten haben alle verfügbaren Machtfaktoren für die Operationen aufgeboten.“
Roosevelt und Eisenhower halten es aus Gründen der wahlagitatorischen' Notwendigkeit für richtig, das amerikanische Volk durch beinahe brutal Wirkende Mitteilungen über furchtbare Verluste zu „härten“. So wird von militärischer Seite in Washington erklärt, daß die amerikanischen Soldaten jeden Zoll Boden in den Brückenköpfen lauer bezahlen müssen. Selbst der amtliche
Bericht aus dem Hauptquartier der Expeditionstruppen macht das Eingeständnis, daß „der Feind fanatisch kämpft“, und der militärische Mitarbeiter der „Newyork Timgs“ stellt von Bord eines amerikanischen Flaggschiffes aus fest, daß „die deutschen Feuerstellungen sehr, sehr stark“ sind. Ein amerikanischer Rundfunkreporter treibt die Brutalität mit der Erklärung auf die Spitze, daß „die amerikanischen Verluste im Brückenkopf in der Normandie sehr, groß sind“, daß man „dies jedoch erwarten mußte“.
Wenn General Eisenhower den Ehrgeiz hat, den „Blutsäufer“ des ersten Weltkrieges, den französischen , General N i - veile zu übertrumpfen, so deutet das auf die amokläuferische Entschlossenheit hin, nunmehr mit allen Mitteln das. Aeußerste zu versuchen, damit die letzte Karte auch wirklich sticht.
Todeskampf eines großen Schiffes
dnb. Berlin, 91 Juni. Ein Besatzungsmitglied eines deutschen Vorpostenbootes berichtet:
„In der Nacht zum Freitag wurden wir Augenzeugen einer der sicherlich größten Schiffskatastrophen der vor der normannischen Küste versammelten britischen Flotteneinheiten. Trotz der Kilometer weithin sichtbaren Flaksperre durchbrachen. deutsche Bomber vor Mitternacht immer wieder die Feuerglocke. Plötzlich erfolgte inmitten der Schiffsansammlungen eine Explosion von größten Ausmaßen F.ine breite Feuersäule von 'gewaltiger Höhe schoß ilher der Kimm hoch, umsprüht von immer neu aufbrechendem Fünkenrerfen. Glü
hende Wrackteile wurden in den Naclit- himmel geschleudert.
. Obwohl wir fast 20 Seemeilen vom Schauplatz der Katastrophe entfernt ständen, konnten wir über 40 Minuten lang den T o - deskampf einer großen Schiffseinheit beobachten. Ueber der Übergangsstelle verdichteten . sich die Flammen innerhalb einer halben Stunde zu einer schwarzen Oelwolke, die bis zu einer Länge von 20 Seemeilen anwuchs und schließlich mit ihrer Spitze über unserem .Vorpostenboot in der Seine-Mündung stand. Am Morgen des Freitag durchfuhren wir einen breiten Oelstrom, der, umsäumt von unzähligen Wrackteilen und einigen Rettungsflößen, von der Drift immer tiefer ostwärts , in den Kanal getrieben wurde, die letzten Ueber- bleibsel einer sicherlich bedeutenden Einheit der Invasionsflotte."
Das Eichenlaub verliehen
dnb. Führ,erhauptquartier,9. Juni. Der Führer verlieh am 4. Juni das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberfeldwebel Hans S t r i p p e 1, Zugführer in einem thüringischen Panzer-Regiment, als 485. Soldaten der deutschen Wehrmacht.
Oberfeldwebel Strippel wurde' am 1. Dezember 1912 als Sohn eines Land- und Gastwirts in Obergaiß geboren. Nach Besuch der Volks- und Berufschule trat er 1932 in eine Kasseler Kraftfahrabteilung ein und war hier und später in einem Erfurter Panzer-Regiment Beriufsunteroffizier. Im Dezember 1941 erwarb er sich das Deutsche Kreuz in Gold. Das. Ritterkreuz des Eisernen erhielt er am 23. Januar 1943.
Eichenlaubträger gefallen
dnb. Berlin, 9. Juni. Einem Ungiücksfall fiel Major Martin Möbus, Gruppenkom- mande,ur in einem Schlachtgeschwader und Träger des Eichenlaubs zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, zum Opfer.
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Von unserem Vertreter in Vichy Josef Berdolt
Wer die Vorbereitung und die Durchführung des französischen Verrats in Nordafrika'miterlebt hat, wird ihn sobald, nicht vergessen. Als die anglo-amerikanische Bedrohung unverkennbar deutlich wurde, warfen sich führende Französeh in Vichy in die Brust und schwuren feiejrlich in aller Öffentlichkeit, bis zum letzten Blutstropfen werde dieser wertvollste Besitz Frankreichs verteidigt. Admiral Darlan, damals Vize- Ministerpräsident, Außenminister, Generalissimus und zum Nachfolger des greisen Staatschefs vofausbestimmt, unternahm wenige Tage vor dem anglo-amerikanisclien Ueberfall noch eine „Inspektionsreise" nach Nord- und Westafrika und spornte durch flammende Reden überall zum „Kampf bis zäun,. Aeußersten" an. Alles das war Bluff. Der Verrat w.ar längst sorgfältig vorbereitet, und Darlan selbst war pünktlich zur Stelle, um eigenhändig die Auslieferung zu vollziehen.
Die Vermutung liegt nahe, daß sich ein ähnlicher Verrat wiederholen könnte, nachdem die Anglo-Amerikaner zum Sturm gegen Europa ansetzten. Die Feind-Agitation behauptet sogar, mit der Unterstützung durch die Franzosen im Mutterland sei ernstlich zu rechnen ohne allerdings zu verraten, wie eine solche „Cooperation" ermöglicht werden'könnte.
Tatsächlich hat sich die Lage in Frankreich seit November 1942 völlig gewandelt und kann in keiner. Weise mit der in Nordafrika verglichen werden. Frankreich ist heute von deutschen Truppen nicht nur total besetzt, sondern auch zur Festung ausgebaut worden. Das ist Schon so allgemein bekannt, daß weitere Erläuterungen überflüssig sind. In Nordafrika dagegen gab es im Augenblick der Auslieferung überhaupt keine deutschen Truppen. Die französische Armee, die 1942 in Frankreich noch 100 000 Mann zählte, existiert nicht mehr; ihre Rüstung ist in deutscher Hand. Die Kriegsflotte, die 1942 zwar abgerüstet war, aber dennoch vom Feind als Aktivposten gebucht wurde, liegt versenkt im Hafen von Toulon. Auch eine französische Luftwaffe gibt es nicht mehr. Frankreich verfügt heute nicht über ein einziges Flugzeug, und sogar seine Ham delsflotte ist dank des feindlichen Vernich- tungswillens auf wenige Küstenfahrzeuge zusammengeschmolzen.
Neben diesen negativen Argumenten, die den organisierten Verrat großen Stils nach dem Muster Nordafrikas völlig unmöglich machen, muß auf die Entwicklung in Frankreich seit 1942 hingewiesen werden. Diese Entwicklung trägt als positives Gepräge unverkennbar in weiten Kreisen europäisches Bewußtsein. Man könnte hier die Tatsache nennen, daß französische Freiwillige in wachsendem. Maße als bewährte Kämpfer im Osten stehen, und daß sich immer neue Kontingente junger Franzosen in die europäische Waffen- eirireihen. Auch Söhne von heute in Vichy amtierenden Ministern sind dabei. Was aber die Lage in Frankreich selbst stärk beeinflußt, das ist das Gesicht, das heute die französische Regii> rung hat. Es hat seinen guten Grund, we'”i die Anglo-Amerikaner die französische Regierung tagtäglich beschimpfen. „Daran ernennen wir, daß wir endlich französisch denken und handeln", stellte Propaganda- uii ister PHlip Henriot fest.
Gewiß, die Anglo-Amerikaner organisieren in Frankreich wie anderwärts kommunistische Terrorbanden, mit deren Diensten sie rechnen; obwohl unverkennbar nur Moskau Nutzen daraus ziehen Jcann. Die Anführer dieser Banden handeln als Werkzeuge der. Kremls und können selbstverständlich auch durch einen Meister des Wells wie Henriot nicht für Hie Sache Europas gewannen werden,' sondern warten nur darauf, der deulrchen Verteidigung durch Sabotage-Akte gegen Verkehrsein- riclitungen Schwierigkeiten zu bereiten, Ihre Niedcrrlngung und Vernichtung aber hat Joseph Damand, der Ch»f der Ordnunas- slreitkrnfte, übernommen. Seine Streitkräfte sind neben den französischen Qstfrontkämo- fern die ersten Soldaten-Frankreichs, die in Kameradschaft mit den Soldaten der Deutschen Wehrmacht verbunden sind.
Um das Gesicht des heutigen Vichy-Regimes zu vervollständigen, muß auch Maro Dcat, der Minister für Arbeit und Solide