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parteiamtliche Tageszeitung
Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündunasbiatt des Reichsstaiihalters in Oldenburg und Eremen
Nr. 152 • 14. Jahrgang
Sonntag, 4. Juni 1944
Einzelpreis 15 Rpf.
Churchills Unterhausrede im Kreml diktiert
London politisch von Moskau, militärisch von Washington abhängig — Italienkrieg nicht entscheidend
Drai Ritterkreuze in einer Maschine
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Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitang b. Berlin, 3. Juni. Die militärische und politische Macht Englands zwischen den bei
den ?
, Mühlsteinen der alliierten Partner USA. ,4 Sowjetunion zermahlen zu sehen, gehört den aktuellsten symbolhaften Bildern der jwenwärtigen Politik. „Wir Engländer sind Gefahr, immer mehr in die Gefolgschaft Moskaus, militärisch, wirtschaftlich aber un- das Diktat Washingtons zu geraten“, erhärte ein unabhängiger Abgeordneter in der lelrlen außenpolitischen Debatte des briti- idiea Parlaments. Seine Stimme mochte da- (jls von dem fadenscheinigen Vorwurf der Opposition umgeben gewesen sein.
Die Richtigkeit dieser Feststellung wird leiile durch sensationell zu wertende Ent- Hlungen englischer und amerikanischer Bätler unterstrichen. Die politische Abhän- piljkeit Englands von der Sowjetunion wird deutlich in der Feststellung in der englischen Bochenschriit „News Review", daß C h u i - ; hi 11 sich seine letzte Unter- nusrede vom Kreml diktieren assen mußte. Ursprünglich hatte der _iitische Premier die Absicht, in seiner Rede fen dringenden Forderungen des britischen hblikums nach Aufklärung über die amt- zuckerguß ausTä*g'todenacteAnsicht Londons über die . Atlantik- Qiarta und den in Casablanca geprägten Be- der bedingungslosen Uebergabe zu entstehen. Im letzten Augenblick sei jedoch
1. Ithaka, 2. Nachtigall, 3, Dr:; a iisser Hauptteil der Rede auf V e r a n 1 a s ■ läge, 5. Taxus, 6. Spitzweg, ?, fcb-: * - -
Calicut, 9. Höfer, 10. Wiessee, 11.
12. Engadin, 13. Druckte'-. Ü.r 15. Rennenkampf. - Alles Gttadsri sich wieder.
ungdes Kremls gestrichen wor- ien, „denn Churchill hat vorher mit ihm aber den voraussichtlichen Inhalt der Rede icksprache genommen, in deren Verlauf jSlalin noch in letzter Minute diese These imilassen bat.“
Die Tonart dieser „Bitte" Stalins wird fellich als .Forderung charakterisiert, itaman sich vergegenwärtigt, daß Chural sich trotz der ihm bewußten Forde- tq seines eigenen Publikums dazu ent- iifflen .mußte, diese dringend erwünschte Xofklärungen zu unterlassen und dem ffljlischen Volk einige bedeutungslose Päs- iiber politische Feld-, Wald- und lesenprobleme zu bieten. „Churchill weiß ;t nur zu gut, daß diese Rede kein Erfolg sein konnte", meint News Review". Herder britische Premier mußte.sich dem »’jeiischen Verlangen fügen und lieber M Sturm einer Kritik in Kauf nehmen eine Rüge des Kremls, die unausbleib- ih gewesen wäre.
Neben dieser politischen Abhängigkeit der löschen Regierung von den Entschlüssen Sowjets, die durch die „News Review" sin einem einzelnen, dafür aber-überaus zeichnenden Fall illustriert wird, steht militärische Abhängigkeit ä Entschlüsse Churchills von den Nord- öerikanern. Der Pressejude des USA.- isidenten, L i p p m a n , berichtet in der ew York Herald Tribüne", daß die ge- ! mte Strategie und Kriegführung im Pall nnd in Europa von den nordamerika- chen General- und Admiralstäben ausge- feitet worden sei, während der englische wag als gleich Null zu bewerten sei, * sich stets die nordamerikanische An- gegenüber der englischen durchge- habe. ,Es hat wechselvolle, sich widerstehende Ansichten in unserem Lande in England gegeben, wie der Krieg gekämpft werden' solle", so schreibt der ^amerikanische Korrespondent wörtlich, iahten Endes behielten aber die Ansich- ? der amerikanischen Berufsmilitärs die ■yärhand. Admiral N i m i t z und General atshall bestimmten die Strategie der ragen Kriegführung. Der amerikanische «neralstab ist niemals von der Ueberzeu- *3 abge-wichen, daß der Krieg in
Europa, nur auf dem Kontinent entschieden werden könne. Deshalb habe der amerikanische Generalstab alle Vorschläge aus England abgelehnt, wonach die Hauptanstrengung auf die Entwicklung des Luftkrieges gelegt werden solle. Er hat auch stets die Theorie Churchills abgelehnt, nach der Europa vom weichen Unterleib aus bekämpft und Deutschland vom Mitteimeer aus besiegt werden sollte. Der ganze Mittelmeerfeldzug hat nach amerikanischer Ansicht nur ein begrenztes Ziel. Dagegen hat der amerikanische Generalstafc als Hauptaufgabe immer den Angriff der alliierten Armee von England aus über den Kanal betrachtet. Nach Auffassung unserer Generale würde die Entscheidung in Italien nicht gleichbedeute n'd
mit der Kriegsentscheidung sein."
Wenn auch als Grundmotiv dieser nordamerikanischen Darstellung der Gedanke zugrunde liegen mag, die amerikanischen Militärs von dem Vorw.urf zu entlasten, dpi sich aus den Fehlschlägen einer Nichterfüllung -der strategischen Absichten des Luftkrieges und des italienischen Feldzuges ergeben könnte, so ist doch die Tatsache überzeugend, daß England sich in seiner militärischen Planung völlig im Schlepptau der nordamerikanischen Militärs befindet. Welche Folgerungen da'raus beispielsweise auf die Planung von Invasionen gezogen werden können, liegt auf der Hand. Churchill kann keineswegs aus eigenem Ermessen oder aus dem für ihn ganz offenbar
Nordamerikaner befürditen Zukunft-Chaos
Senator Ball: Eine Katastrophe ist nicht zu vermeiden - Furcht vor der wachsenden Schuldenlast
Drahtbericht unseres Vertreters W. s. Lissabon, 3. Juni. „Wir können keine oder nur sehr wenig Zeichen dafür erkennen, daß es eine Straße zu einem dauernden Frieden gibt, und es ist unvermeidbar, daß wir, selbst wenn wir militärisch einen Sieg erringen sollten,, der größten Gefahr entgegengehen, den Frieden zu verlieren." In dieser Feststellung, mit der vor kurzem der Vertreter des Staates Minnesota im USA.-Senat, Senator Ball, in der Zeitschrift „Colliers" vor die amerikanische Oeffentlichkeit trat, ist die wachsende Besorgnis enthalten, die sich heute weiter Kreise der USA-Bevölkerung bemächtigt hat. Man beginnt zu fühlen, daß die imperialistische Wahnsinnspolitik Washingtons in ihrer inneren Planlosigkeit keine Gewähr iür eine Sicherung des Friedens bietet, und man verlangt von der Regierung immer dringender -Auskunft über klare und den großen Massen verständliche Kriegsziele. - - : „Die Welt", so erklärt Senator Ball im „Colliers", „erwartet von uns irgendwelche Pläne für unsere außenpolitische Einstellung. Die Völker werden nicht warten, bis der Krieg beendet ist, um ihre Außenpolitik festzulegen, und wenn wir uns in Schweigen hüllen, ist es selbstverständltch, daß sie sich eine Sicherheit, die wir ihnen nicht bieten können, durch irgendwelche kollektiven Aktionen zu schaffen versuchen. Damit würde der Weg zu den geheimen diplomatischen Abmachungen, den militärischen Sicherheitsallianzen und der ganzen Politik, die dem ersten Weltkrieg folgte, wieder eröffnet sein und neue noch verderblichere Krisen und ein allgemeines Chaos hervorgerufen werden." Die USA. würden dabei einer unvermeidlichen Kata
strophe entgegengehen. Bei den schweren Opfern, die der gegenwärtige Krieg fordere, werde ftir die Zukunft das Problem der Arbeitskraft sowie das eines umfangreichen Heeres ernste Schwierigkeiten bereiten, und bet der Entwicklung des modernen Flugzeugbaues würden die Städte der USA. dann dem Angriff von Langstreckenbombern ausgeliefert sein.
Auch die Zeitschrift „New Republic",-. die sich mit der Frage der nordamerikanischen Zukunft beschäftigt, kommt zu dem Schluß, daß die Zukunftssaussichten der nordamerikanischen Außenpolitik selbst, immer von dem Standpunkt eines Sieges betrachtet, äußerst düster sind. Ueberall, besonders jedoch „in der Oelpolitik, würden sich die USA. in einer Politik der Konkurrenz den Sowjets gegenüber befinden. Selbst die Hoffnungen auf eine gemeinsame internationale Währungsorganisation, mit deren Schaffung sich vor einigen Wochen die Vertreter der sogenannten „vereinigten Nationen" beschäftigten, sind, wie maßgebende Nordamerikaner eingestehen, bei objektiver Betrachtung praktisch gleich Null.
In der Zeitschrift „News Week" erklärte der Journalist Robey, daß zwar der von diesen Vertretern beratene USA.-Plan wie auch der beiseite gelegte britische Keynes-Plan an der Oberfläche annehmbarer erscheinen, daß aber grundlegende Unzulänglichkeiten und Fehler die ganze Idee einer internationalen Währungsorganisation unmöglich machen, solange nicht die innere finanzielle Stabilität' eines jeden Landes von vornherein garantiert wird. Man träume in Washington und London von internationalen Organisationen, die in jedem Land der Welt
Milliarden von Dollar kontrollieren sollen aber man sage wohlweislich kein Wort darüber, daß vorher die einzelnen Länder erst einmal ihre eigenen Haushalte ausgleichen müßten. Robey bezieht, sich dabei unzweideutig auf die wachsende Schuldenlast der Vereinigten Staaten, die heute zu einer der ernstesten Besorgnisse aller nachdenklichen Nordamerikaner geworden ist. Der USA.- Journalist stellt weiterhin fest, daß, solange diese innere Ausgeglichenheit in den einzelnen Ländern nicht geschaffen worden ist, alle Abmachungen, Pläne und Versprechungen nichts als leere Träume seien.
„New York Daily News" stellt angesichts einer solchen Lage fest, daß die Zukunftsaussichten ‘der USA. alles andere als günstig sind, und daß, wenn man je das erwünschte Ziel, Deutschland, und Japan zu schlagen, erreichen würde, tatsächlich nichts erreicht sei; denn das zukünftige Chaos würde u n'l ö s b a r erscheine n I Diese Eingeständnisse und Voraussagen lassen keinen Zweifel darüber, wie die Zukunft der Welt sich gestaltete, wenn die deutschen und verbündeten Waffen nicht die zerstörenden anglo-amerikanisch sowjetischen Kräfte brächen und einen gerechten Frieden der Welt sicherten.
Feind in den Albaner Bergen zum Stehen gebracht
2000. Feindllug des Majors Rudel an der Ostfront — 44 Anglo-ameriranische Flugzeuge abgeschossen
dnb. Aus dem Führerhauptquartier, 3. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Um die Albaner Berge wurde auch gestern’ erbittert gekämpit. Bei und westlich Lanuvie schlugen unsere Truppen in harten Kämpfen alle feindlichen Angriffe zurück. An den Südosthängen der Albaner Berge und beiderseits der Via C a s i 1 i n a griff der Feind mit überlegenen Kräften während des ganzen Tages an. Unseren erbittert Widerstand leistenden Truppen gelang es, die feindlichen Angriffsspitzen in den Abendstunden östlich R o c - ca di Papa und südlich Palestrina-
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Bulgariens Regierung vereidigt
. j tp ' Sofia, 3. Juni. Die neue bulgarische t Bagrianoff wurde vom Re-
... '* c Mftsrat in Audienz empfangen und jtedigt. Am Freitagvormittag hatte sie ■ e rsts konstituierende Sitzung abgehal- Jj w °rauf di e Minister ihre Amtsgeschäfte
Rahmen.
bäs bulgarische Volk hat die Ernennung
Eifl" kM , 11 1 Haifrriarjoff 3 ’ zum Ministerpräsidenten begrüßt. Die bulgarischen Bauern :„ en 'bn schon immer als einen der ihren ächtet, da er aus ihren Kreisen hervor- ™ n <jen ist. Durch die musterhafte Weise, !ti/ r - er Se ^ Jähren seine Ländereien be- ’ ! st er ihnen zum Vorbild geworden, seiner Eigenschaft als Landwirtschafts- t . lste r während der Jahre 1938 bis 1940 Slc h Bagrianoff als befähigter Orpanf- F«p erw * esen - Er veranlaßte eine Röihe ttiaf: eSetZen ’ dae zur Hebung der Lanöwirt- V n ,nd des Lebensniveaus des irulgari- n Bauern führten. Er hat immer ur.ter Wiebe^ ® e ^ eklt und ' st m H in GÜ 'H un 9
y r olessor Walter Brugmann gefallen
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Eigener Bericht
IO,» Herlin, 3. Juni. Im Einsatz an der ton 9e7 dcr Leiter einer OTvEinsatz-
-Jy Professor • Walter Brugmann des Bitterkreuzes des Kriegsver- ■len (i(, rGuzes m *i Schwertern.- Mit ihm fie- ler. pJ ttellvertretende Einsätzgruppenlei- »a,.„ d "Hinsatzlc-iter und der OT.-Grup- Beichsmiuister Speer nahm auf denfriedhof der Ostfront Abschied
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von seinem EinsatzgrufSpenleiter und legte an seinem Grabe einen Kranz des Führers nieder. Der Oberbefehlshaber einer Heeresgruppe, Generalfeldmarschall Model, übermittelte den Dank der Truppe für den vorbildlichen Einsatz Brugmanns. Der Oberbürgermeister der Stadt der Reichsparteitag, ,L i e b e 1, überbrachte den Abschieds- gru'ß der Stadt Nürnberg, als deren Stadtbaurät Professor Brugmann lange Jahre hindurch mit großem Erfolg gewirkt hat.
Am Grabe des OT.-Einsatzgrappenleiters gedachte Reichsminister ' Speer der Verdienste seines engsten Mitarbeiters aus der Vorkriegszeit. • „Brugmann hat mir", so führte Speer aus, „seit dem Jahre 1933 unermüdlich in meinem Auftrag auf dem Par- teitagqelände in Nürnberg die Bauten errichtet und später die Durchführung meiner Berliner Bauten geplant. Bei Beginn des Krieges übernahm er für mich verantwortlich den Rüstungsbau der -Luftwaffe. Um Brugmann besonders zu ehrpn, ordnete Reichsminister Speer an, daß die Einsatzgruppe hinfort den Namen „OT.-Einsatzgruppe Brugmann" trage.
Viktor Emanuel erlitt Sdilaganfall
Drahtbericht unseres Vertreters dr v L. Rom, 3. Juni Der Exkönig Viktor Emanuel III. wurde in seiner ihm als
Zwangsaufenthalt zugewiesenen Villa in clva bei Tirreni- in der Nähe von Neapel von einem Schlaganfall getroffen, nein Zu- sllnd wird als ernst bezeichnet. Er steht im 75 Tebensiahr. Die Badogho-Volksfront- regierung hat jeden Bericht^ über den Zt- , stand des Exkönigs verboten.
C a v e zum Stehen zu bringen. Kampfund Nachtschlachtflugzeuge griffen feind- liehe Kolonnen und Bereitstellungen im Raum von Valmontone mit gutem Erfolg an.
Sicherungsfahrzeuge eines deutschen Geleits und Bordflak schossen vor Kreta bei der Abwehr eines schweren Luftangriffs sechs feindliche Bomber ab.
An der Ostfront versuchten die Sowjets vergeblich, das nördlich Jassy in den letzten Tagen verlorene Gelände zurückzugewinnen. Bei der Abwehr ihrer Angriffe wurde eine aus 23 Panzern bestehende feindliche Kampfgruppe restlos vernichtet. Nordwestlich Jassy brachen deutsche und rumänische Truppen in harten Kämpfen in die stark ausgebauten feindlichen Steilungen ein und nahmen ein beherrschendes Höhengelände. Starke Kampf- und Schlacht-
Bereils 1000 Panzerabschüsse in Italien
Die Abnutzungsschlacht größten Stils geht unvermindert heltig weiter
dnb. Berlin, 3. Juni. Das Ringen im Westabschnitt der italienischen Front, wo auch am 2. Juni das Schwergewicht der Kämpfe lag, ist zu einer Abnutzungsschlacht größten Stils für die Angriffskräfte des Gegners geworden. Zum Ausgleich ihrer bisherigen hohen Verluste mußten die Nordamerikaner am Mittwoch und Donnerstag ein ganzes irisches Armeekorps in den Kampf werfen. Zum ersten Male im italienischen Feldzug tauchten auch überschwere feindliche Panzer in dem Hügelland bei Valmontone auf. Aber auch sie fielen den panzerbrechenden deutschen Waffen, den Sprengladungen unserer Pioniere und den Bomben unserer Schlacht- flugzeuge zum Opfer. Stündlich erhöht sich die Zahl der vernichteten Panzer, die seil Beginn der Kämpfe, in der Nacht zum 12. Mai, aui rund 1000 angestiegen ist. Ueher 300 davon wurden im Raum einer deutschen Armee innerhalb der letzten elf Kampftage zur Strecke gebracht.
Weder die feindlichen Panzerkeile noch die Schlachtfliegermassen oder das von See her durch Schiffsoeschütze verstärkte Trommelfeuer waren bisher imstande, der anglo- amerikanischen Infanterie den Weg durch
die deutschen. Stellungen freizuschlagen. An keinem Tage und an keiner Stelle blieb ihr der gefürchtete Kampf erspart, in dem sich unsere Grenadiere, Panzergrenadiere und Fallschirmjäger stets als überlegen erweisen. Um jedes der alten Städtchen am Rande der Albaner Berger, die unter den Bombdn der Briten und Nordamerikaner in Trümmer fielen, wurde mit äußerster Erbitterung gekämpft. Oft ging das Ringen mehrfach' über sie hinweg.
Durch ihren hartnäckigen Widerstand binden unsere Soldaten starke feindliche Kräfte samt deren Nachschubflotten weitab von d en Invasionsräumen, und sie zwingen den Feind das zu tun, wozu er die deutsche Führung veranlassen wollte, nämlich starke Verbände von anderen Fronten abzuziehen und in den blutigen Kampf um bedeutungslose Geländestücke zu werfen.
Das Gesamtbild in Italien ist ünvi>änd,rt geblieben. Der Feind sieht sich immer wieder zu neuen verlustreichen Angriffen ge zwungen, und die deutsche Führung bleibt entschlossen, unter möglichst geringem eigenen Einsatz dem Gegner größtmögliche Verluste beizubringen.
vorhandenen politischen Zwang handeln, sondern er muß stets die Ratschläge seiner Alliierten Partner als maßgeblich und bestimmt empfinden. So wie es sich der britische Premier nicht leisten konnte, eine Unterhausrede nach eigenem Konzept zu halten, sondern hier vielmehr auf das Diktat des Kremls angewiesen _war,_ so_ werden seine militärischen Entschlüsse auch nicht in der Downingstreet gefaßt, sondern in den Amtsstuben des Kriegsdepartements in Washington.
Dabei ist der Hinweis Linpmans, bedeutungslos, daß sich die Auffassungen des nordamerikanischen Gmeralstqbes lange Zeit im Gegensatz zu den britischen Plänen gefunden haben, aber stets mit der Meinung Moskaus übereinstimmten.
Neuer Präsident von Cuba
ep. Lissabon, 3. Juni. Zum neuen Präsidenten von Cuba ist Ramon Grau San Martin gewählt worden. Er war von der Opposition als Kandidat aufgestellt worden, während sich der bisherige Präsident General Batista für Carlos Saladrigas erklärt hatte, der als Vertreter der bisherigen Regierungskoalition der Linken kandidierte.
fliegerverbände griffen wiederholt wirksam in die Erdkämpfe ein und unterstützten die verbündeten Truppen in Angriff und Abwehr. 22 sowjetische Flugzeuge wurden über diesem Raum abgeschossen.
Major Rudel, mit dem höchsten deutschen Tapferkeitsorden ausgezeichnet, flog an der Ostfront zum 2000. Male gegen den Feind.
Nordamerikanische Bomberverbände griffen gestern mehrere Orte in Ungarn und Rumänien an. Fünf feindliche Flugzeuge wurden dabei vernichtet.
Einzelne britische Flugzeuge warfen in der vergangenen Nacht Bomben auf Orte im rheinisch-westfälischen Gebiet. Ueber den besetzten Westgebieten und dem Reichsgebiet wurden bei Tage und in der Nacht 33 feindliche Flugzeuge, darunter 20 viermotorige Bomber, zum Absturz gebracht.
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Das dritte Hitlerkreuz hat eine deuLsutc. Lettin />/* flupzeugbesaizung soeben erhalten! — Von links nach rechts: Eichenlaub Irriger Oberstleutnant H o g eh ach. Ritterkreuzträger Oberfeldwebel Glasner und Ritterkreuzträger Oberfeldwebel L ebner t. PK-Kricgsber. Winkelnntnn (Sch)
die 4tei
Von
Kurt G. Stolzenberg
Wenn einer wissen will, was Kultui ist, so hat erjgerade jetzt im Krieg Gelegenheit, eine einwandfreie Auskunft zu bekommen. Wie sich menschliches Dasein nie mit stillvergnügtem Dahinvegetieren erschöpft, sondern einfach Kampf bedeutet, so hat auch die vornehmste Aeußerung des Menschentums, nämlich das, was wir Kultur nennen, sein Gesicht durch diesen Lebenskampf der Nationen geformt Die-Kulturen, die uns Unvergängliches schufen: die germanische
Heldensage, die hellenischen Bildwerke, die römischen Tempel — sie entsprangen ausnahmslos Völkern, die mit dem Schwert gut umzugehen wußten. Kulturvölker sind dabei solche Völker, die nicht nur Feinde erschlagen, sondern ebenso Werte von Unvorgäng- lichkeit zu schaffen vermögen. Die Briten und Amerikaner sind demnach keine Kulturvölker, sie sind vielmehr Zivilisations- Völker. Das sind die, welche zu Zeiten zwar Feinde erschlagen können,' aber danach lediglich ihre Zeit zum Entwurf von Spielregeln der Bequemlichkeit verwenden und zur Ersinnung von Methoden, äußerlich Rang zu gewinnen. Wo Deutschland und Frankreich Wunderdome bauten und tiefsinnige Bücher schrieben, während bsi ihnen die erhabendste Musik gefunden und kunstvolle Maschinen entworfen wurden, da konzentrierten sich Briten und Nordamerikaner auf die Erfindung sinnreicher Sportgeräte, angenehmer Wasserklosetts, gekachelter Bäder, der. Spezialitätentheater und schwer verdaulicher Saucen.
Wenn wir behaupten, daß ganz besonders der Krieg jedermann die Möglichkeit gibt, lestzustellen, was Kultur ist, und bei wem sie wohnt, so brauchen wir nur das Leben der Kriegführenden zu prüfen. Es ist der Krieg ein blutiges Handwerk, und der Kämpfende hat ^keioe Veranlassung, engelhafte Gebärden-und himmlische Denkart zu demonstrieren. Aber es zeigt sich in der Begrenzung der vom Soldaten verlangten Zerstörung auf das Kriegsnotwendige und es zeigt sich im immer bleibenden Drang der Schwertfaüst zu Pflug und Hammer und Buch, wessen Seele sich ihr Menschentum bewahrte. Der Deutsche ist ein guter Soldat; aber er ist es gerade deshalb, weil seine Seele angefüllt ist mit Werken, die er für die Welt tun möchte, für die er freie Bahn haben will, die man ihn aber nicht tun lassen will. Der Sowjetrusse oder rlcr Angloamerikaner sind gefährliche Killer, weil ihre Seele angefüllt ist mit Haß und Empörung darüber, daß die Welt sich ihren zweifelhaften Absichten traditionsgemäß zu entziehen versucht. In dieser Zeit nun verbrennen die einen, die schönsten Bauwerke, Bilder und Bücher des Abendlandes in grinsendem Rasen, weil ihnen ein Cocktail kulturvoller erscheint als das berühmteste Gemälde Leonardo da Vincis. Die anderen erwehren sich der Rasenden und suchen zwischendurch in den Pausen des Kampfes weiter den Gott in ihrer Brust und ehren seine Offenbarungen. So geschieht es, daß in einem deutschen Gau während des fünften Jahres eines mörderischen Krieges drei Preise feierlich an die schönferisihe 1.ei- stunq verteilt werden. Der Gauleiter des Nordseegaues WeseT-Ems übergab am 6. Mai dem Bremer Meistergeiger Georg Kulenkampff den Gaukulturpreis 1944 und dem Konstrukteur Kurt Tank den Gau- Ehrenschild. Und am 2. Juni erfolgte hei uns die Uebergabe des ersten deutschen Preises für schöpferische Bauernleistung an den Erbhofbauern Paul Bentlage.
Künstler — Ingenieur — Bauer! Drei P-e- rufsbezeichunngen, die alle dasselbe besagen in dem Volke, das es mit seinen: lebenswerk ernst meint.. Der Ingenieur wie der Bauer sind jeder ein Künstl»-. Dr- Künstler und der Bauer sind vom Ingenum des Neuschaffens ebenso wie der Ingenieur erfüllt, und es bebauen wiederum Künstler und Ingenieur ähnlich dem Dritten, was ihnen ihre Kraft zu unterwerfen gebietet.