Ausgabe 
(23.5.1944) 141
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14. Jahrgang

Dienstag, den 23. Mai 1944

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Senkrecht: 1. Lena, 2. Eis, Uri' 6. Wendehals, 7. Steuernd, 1 En Ost, 15. Abt, 18, Aste, % k", 23. Erl. '

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> fl rteiamiliche Tageszeituna ^ der Ncrfioncr 1 <sft^i

Amlsblalf des Regierenden Bürgermeisters d« Freien HansestedTlJ ® all0naiS0Z1

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der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkiindungsbiatt des BeichEsiatthalters >n Oldenburg und Bremen

Deutschlands Arbeitertum muß siegen!

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iauleiter Paul Wegener und Gauobmann Seiler auf der Jahrestagung der Gauarbeitskammer Weser-Ems

Eigener Bericht

22. Mai. Auf der heute im großen Saal derGlocke" in B r e - Jahrestagung 1944 der Gauarbeitskammer Weser-Ems erhiel-

unseres Gaues aus Bremen und aus Oldenburg _An-

des Führers für besondere Kriegsleistungen. In Anwesenheit des wurden ferner zum Abschluß des Kriegsleistungskampfes 1943/44 der

BZ. Bremen, gen abgehaltenen m zwei Betriebe ukennungen Gauleiters w

(Hitschen Betriebe weitere von heimischen Betrieben errungene Auszeichnungen übergeben. Der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront, Seiler, stellte die Aufgaben und Maßnahmen der Sozialpolitik im Kriege heraus. Gaulei terPaul it'egener gab durch Herausarbeiten der in Seilers hervorragendem sozialpoli- i Referat angeklungenen Grundidee der Tagung die nationalrevolutionäre \ofe: Niemals soll vergessen werden, daß der Arbeiter der treueste Sohn des Vaterlandes ist, wenn die Nation für den Arbeiter da ist!

Der Nachmittag, der im Zeichen der Goldenen Fahne der DAF., mehrfach dem Kriegsverdienstkreuz geschmückt, stand und den versammelten Arbeiter- verlretern und Betriebsführem traditionsgemäß durch Darbietung deutscher Mei- ilemusik Freude und Genuß nach harter Anspannung brachte, bewies, daß der Valionalsozialismus sich seit je nicht mit schönen Reden und schwungvollen Zei- tungsartikeln zu begnügen gedenkt. Gerade in einem Kriege, mit dem plutokra- tische und bolschewistische Juden und Judengenossen den ersten sozialistischen Nationalstaat der Welt überfielen, muß das Ziel unseres Sieges, für die, welche iür in kämpfen und werken, auch praktisch greifbar sein.

In Mittelpunkt der schaffende Mensch

Nachdem die heroischen Klänge von in LisztsLes Preludes", vom Orchester Hansestadt Bremen unter der Leitung a Walters meisterlich dargeboten, [klangen waren, ergriff Gauobmann iler das Wort.

Za Beginn seines Rechenschaftsberichtes :>£h Gauobmann Seiler davon, daß die liehe Arbeitsfront ihre vornehmste ±äbe darin sieht, den Blick der Schaffen- für das Leben der Volksgemeinschaft taten, um aus einer gesunden selbst- -itwortlichen Haltung heraus das Druck und Veriag: Breme Zekk R4p^| e an Einsatz und Leistung zu errei-

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Als Beispiel und Symbol für diese antwortung gab er einen Ueberblick fedie B e t e i I i g u n g am Kriegs- b.i'.un g s k a m p f der deutschen Be­it: 1943/44 im Nordseegau Weser-Ems. täc.r'fTaben sieß ü fcr el 4ri)'G'0 B er* isisgemein s c h af t e n am Lei- "Cskampf beteiligt. Von diesen konnten 11. Mai 1944 zwei als Kriegs- uterbe tr i e b e durch den Führer Kezeichnet werden. Und bei dieser ratagung erhalten durch den Gauleiter Betriebe das Gaudiplom für wagende Leistung und weiterhin zahl­te Betriebe die erste Anerkennung zum Jlegsmus terb e t r i eb. Damit haben inn weit über 150 Gaudiplombetriebe Weser-Ems und eine große Zahl von sehen, die mit den übrigen Leistungs- schen belohnt worden sind, ferner eine se Anahl vorbildlicher Kleinbetriebe.

Bet Nordseegau Weser-Ems", so sagte i Gauobmann,kann auf ein solches Lei- uigsergebnis stolz sein, denn diese s uen Auszeichnungen bringen im besten is die vorbildliche Arbeit und Haltung Betriebsgemeinschaften in unserem Gau Ausdruck und zeugen dafür, daß unsere ]®er und Frauen im Rüstungseinsatz den "en an der Front nicht im Stich lassen.

Zielsetzung muß uns auch in der J®enden Zeit beherrschen, nicht um der JWen Auszeichnungen willen, sondern um

die arbeitenden Menschen Deutschlands zur höchsten Arbeitsleistung und sauberen Ar­beitsdisziplin zu führen."

Ruf an den sozialen Betriebsführer

Der Gauobmann wandte sich dann an den sozialen Betriebsfiihver und stellte die Frage: Weicher Betriebsführer ist denn überhaupt sozial?" Nicht derjenige Betriebsführer sei sozial, der dem Drängen seiner Gefolgschaft nach Lohnerhöhung aus Feigheit oder Be­quemlichkeit immer wieder nachgebe, son­dern derjenige, der seine schöpferische Tatkraft und Energie einsetze, um den Ar- beits- und Fertigungsprozeß seines Betrie­bes so vernünftig zu gestalten, daß die Ge­folgschaft bei einer selbstverständlich gerechten Entlohnung höchste

Leistungen vollbringen könne. Die Berufserziehung der Jugend, die Leistungs­ertüchtigung der Erwachsenen, die Entwick­lung bester Fertigungsmethoden, saubere und unfallsichere Arbeitsplätze, eine stete Sorge um Gesundheit und Arbeitsschutz, die Ausmerzung aller betrieblichen Leistungs­hemmnisse und gerechte Lohnbedingungen gehörten dazu.

Vor allem seien es wahre Betriebs­gemeinschaft, echte Kameradschaft und taktvolle Behandlung der schaffenden Menschen, die das Gesicht des sozialen Be­triebsführers prägen. Mit diesen Forderun­gen wandte sich der Gauobmann nicht nur an den Großbetrieb, sondern an alle Be­triebsgemeinschaften jeder Größenordnung. Heute und in Zukunft werde nicht nur der Großbetrieb das Gesicht der Wirtschaft be­stimmen, sondern auch der Klein- und Mit­telbetrieb sei gar nicht wegzudenken. Die Sorge der Deutschen Arbeitsfront gelte da­her den Schaffenden dieser Betriebe ebenso wie den im Großbetrieb Tätigen.

Gute Entwicklung der Sozialgewerke

Die Klein- und Mittelbetriebe müssen sich jedoch, wie der Gauobmann im Laufe seiner Rede weiter ausführte, darüber im klaren sein, daß eine umfassende soziale Betreuung der Schaffenden auch hier Platz greifen muff. In diesem Zusammenhang war seine Fest­stellung interessant, nach der die Sozialge- werke der Deutschen Arbeitsfront im Nord­seegau eine besonders gute Entwicklung ge­nommen haben.

Gauobmann Seiler sagte dazu:Unbe­streitbar steht fest: wenn die verantwort­lichen Betriebsführer aus Handel, Handwerk und Gewerbe aus eigener sozialer Selbstver­antwortung mutig auf diesem Wege der Bil­dung und Entwicklung der Sozialgewerke fortschreiten, dann verteidigen sie dadurch erfolgreich und am besten die Zukunft des deutschen Mittel- und Kleinbetriebes.

Gauobmann Seiler beschäftigte sich dann mit der Tätigkeit der Gauarbeitskam­mer Weser-Ems, deren Arbeitsaus­schüsse und Arbeitsgemeinschaften, vom Gauleiter neu geordnet, durch Eriahrurigs- und Gedankenaustausch zu den Gremien ge­worden sind, die Ae einzelnen sachlichen Probleme beraten und zu einem Ergebnis füh­ren. Auch in Zukunft werde die Gauarbeits­kammer ein lebendiges Instrument der politischen Führung sein. Ganz entschieden waren die Worte des Gauob­mannes in diesem Zusammenhang: I in Mittelpunkt unserer Arbeit steht der sc haftende Mensch. Ihm gilt unsere Sorge und Betreuung. Die Per­sönlichkeit des Unternehmers und Betriebs- iührers habe nicht Sachen zu verwalten, son­dern Menschen zu führen. Deshalb bejahe die Deutsche Arbeitsfront die absolute VerantwortungdesBetriebsfüh- r e r s. Niemand könne ihm diese Verant­wortung abnehmen. Entscheidend bleibe stets das Vorbild des Betriebsiührers und seiner Unterführer, weil dieses Vorbild das Gesicht der Betriebsgemeinschaft präge.

Nachdem der Gauobmann im einzelnen die Betreuung der fliegerge- schädigten Gefolgschaftsmit­glieder und den Bau von Behelfs­heimen durch die Betriebsgemeinschaf­ten erörtert hatte, wandte er sich prak­tischen Fragen der Mobilisierung der Be­triebsgemeinschaft zu. Die Leistungs- ertiiehtigung könne man nach wie vor als eine Aufgabe bezeichnen, der man sich mit besonderer Aktivität annehmen müsse. Neue Wege und Methoden seien jetzt be­kannt, um nicht nur eine fachliche Förde­rung zu vollbringen, sondern auch die Unter­führerfindung, d. h. die Auslese jener Kräfte, die sich zum Vorarbeiter, Meister usw. eig­nen, zu aktivieren. ,

(Fortsetzung auf Seite 2)

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Feindjäger erniedrigen sich zu fliegenden Mördern

Zu den Tiefangriffen der nordamerikanischen Luftpiraten auf Ei >senbahnzüge und Ortschaften

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung dr. w. sch. Berlin, 22. Mai. Die Fest­stellung des Wehrmachtberichtes, nach der am Sonntag nordamerikanische Jagdflieger- verbände Angriffe auf Ortschaften und Per­sonenzüge in Nord- und Mitteldeutschland durchgeführt haben, zeichnet sich durch ein Höchstmaß an Zurückhaltung aus. Die betroffenen Gaue, unter Ihnen auch in be­sonderer Weise der Gau Weser-Ems, haben an diesem Sonntag in grauenvoller Weise die letztmögliche Bestätigung der schon längst geschaffenen Erkenntnis er­halten, daß der Feind den brutalen Mord an deutschen Menschen, an Frauen und Kindern, an Bauern auf dem Felde und an Spaziergängern in immer ausgedehnterem Maße zum System erhoben hat.

Die BezeichnungMurder Incorporated Mordgesellschaft", die wir Ende November 1943 auf der Uniform in der Nähe von B r e -

Erbitterte Kämpfe in Süditalien

Reiche deutsche Gegenangriffe 65 Terrortlugzeuge abgeschossen

Aus dem Führerhauptquar- Mai. Das Oberkommando der ijrifi gibt bekannt:

M italienischen Südfront griffen »-feindliche Infanterie- und Panzer- i, . eiter Mit Schwerpunkt im Abschnitt a-Pnnt ecor vo an. Wiederholt

Feind

(* | 0rt p * c 0 eingedrungener (t, n sofortigem Gegenstoß weiter zu- Ulern, en Auch im Raum nordwestlich . 1° war f en Gegenangriffe den Geg- Sern C " ^den und beseitigten seine in . e , rr ungenen Brückenköpfe über den ij.| . Pontecorvo tobten erbitterte ii V ;., ln . denen der Feind schwere

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ausgezeichnet.

unter Führung durch besondere

Von der Ostfront werden nur örtliche Kämpfe gemeldet. Am unteren D n j e s t r wurde südlich Dubosari eine Fluß­schleife freigekämpft und die dort einge­schlossene bolschwestische Kampfgruppe vernichtet.

Nordamerikanische Jagdfiiegerverbände führten gestern Angriffe auf Ortschaften und Personenzüge in Nord- und Mittel­deutschland. Es entstanden Verluste unter der Bevölkerung. Leichte Flakartillerie der Luftwaffe und Marineflak schossen 32 feind liehe Flugzeuge ab.

In der letzten Nacht richteten britische Bomber ohne Erdsicht einen Terrorangn« gegen das Stadtgebiet von Duisburg und mehrere andere Orte im rheinisch-west­fälischen Raum. Es entstanden Schäden. Bevölkerung hatte Verluste. Trotz

Die

wurden

schwieriger Abwehrbedingungen 33 viermotorige Terrorbomber vernichtet.

deutsche Kampfflugzeuge griffen ln Ostengland erfolgreich an.

Schnelle

Einzelziele

ferner Eichenlaubträger

D er F i. h / e r h a u P t q u a r t i e r,

< b Fuhrer

22 .

verlieh am 14. Mai das zum Ritterkreuz des Eisernen a n Generalmajor Rudolf Freiherr <*4.**» f e 1 s, Kommandeur der rhef- ? Soldat 8 schen 6- Panzer-Division, als VM n der deutschen Wehrmacht. Der iikrni. j ferner das Eichenlaub zum laten S Eisernen Kreuzes als 479.

^t^' deutsc h e n Wehrmacht an ff- ättiskom ubrer Walter Schmidt, Ba- N de r u S" deur in einem Panzerregi-

^ '''Panzer-DivisionWiking".

28 7" stunn führer Walter Schmidt,

Nfen? 1917 a,s Sohn des Kriminal viirH rI Sc hmidt in Bremen ge- - K o ' 3areits im Polenfeldzug mit 1 2 ausgezeichnet und bewährte

sich hervorragend in den Feldzügen im We­sten und Osten. Am 4. August 1943 wurde Ritterkreuz des Eisernen Kreu- Seitdem hat er mit sei- Bataillon, das er selbst in vorderster Linie kämpfend führte, tuationen gemeistert und Verluste an Menschen bracht. Beim Ausbruch

er mit dem zes ausgezeichnet, nem

schwierigste Si- dem Feind große und Material beige- aus dem Kessel von

Tscherkassy erwarb sich H'Haupt- sturmführer Schmidt besondere Verdienste. Seiner umsichtigen Führung »««» d f n " H ken, daß das Absetzen der unterstellten nicht verhindert

des Bataillons und Einheiten vom Gegner rmnaen werden konnte. In einem

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men abgeschossener Luftgangster zum ersten Male feststellten, war gewiß nicht, wie man damals die Weltöffentlichkeit glau­ben machen wollte, ein Dummerjungenstreich oder ein Bierulk ohne tiefere Bedeutung, in Wirklichkeit handelte es sich hier um den Ausdruck einer unfaßbar gemeinen Gesin­nung, die, ausgehend von der Venncbtungs- wut der Churchill, Roosevelt und all' der anderen Vansittarts und Supervansittards auf immer weitere Kreise im feindlichen Lager und vor allem auch auf die ausfüh­renden Organe des Gangsterkrieges überge­griffen hat.

Wenn heute die Feldmarschälle der ameri­kanischen Luftgangster mit irgendwelchen neuen Maßnahmen im Luftkrieg drohen, so sprechen sie kaum noch von dem Ziel, unsere Produktion entscheidend zu treffen. Sie stellen vielmehr immer stärker ihre Ab­sicht heraus, das deutsche Volk zu demora­lisieren. Da ihnen das bisher mit ihren Bom­benangriffen auf die großen Städte nicht ge­lungen ist, möchten sie es nun mit neuen Mitteln versuchen.

Daß ausgerechnet die amerikanischen Jäger dazu ausersehen worden sind, in star­ken Verbänden diesen Mordwillen zum Ausdruck zu bringen, hat etwas Nieder­drückendes an sich. Im modernen Krieg der Motoren, der Panzer, der Riesengeschütze und der Betonmauern waren gerade die Jä­ger immer noch etwas von der Romantik der ritterlichen Kriegführung umwoben, weil sie, wenngleich in hörhstgezüchteten Maschinen der modernen Technik kämp­fend, als Einzelkämpfer auf sich selbst ge­

stellt, einen ritterlichen und ehrenvollen Waffengang eines Soldaten gegen den ande­ren auszufechten bestimmt scheinen. Die­sen Ruhm der ritterlichen Kämpfer haben die englischen und amerikanischen Jäger jetzt in schimpflichster Weise endgültig verloren, wenn sie sich zu ausfiihrenden Organen eines Mordsysfems machen lassen, das es auf Mädchengruppen auf der Land­straße, auf erholungsuchende Arbeiterfami­lien in den Schrebergärten, auf Kinder auf den Spielplätzen, auf Bauern auf den Fel­dern, auf Fahrgäste in den Zügen und auf alleinstehende Häuser abgesehen hat.

Auf solche Methoden kann ein Gegner nur verfallen, wenn ihn die Wut der Ver­zweiflung darüber erfaßt hat, daß alle seine militärischen Pläne gegenüber der starken und immer mehr gehärteten Widerstands­kraft des deutschen Volkes an den Außen­fronten und in der Heimat hoffnungslos zum Scheitern verurteilt sind. Die fliegen­den Mörder werden daran gewiß auch nichts ändern. Auf dem Wege vom Ner­venkrieg über BTand und Bomben zum rei­nen Mord werden die Feinde nur noch eine weitere Steigerung unseres Hasses bewir­ken. Die Strafe für den Willen zur Ermor­dung von Zivilisten, die mit der militäri­schen Kriegführung nichts zu tun haben, kann nicht erst durch das Urteil der Ge­schichte ausgesprochen werden, es fordert vielmehr die Gegenwart dieses Krieges die volle Siihne, eine Sühne, die, mag ihr Aus­maß auch noch so groß werden, je länger je mehr der ganzen Weltöffentlichkeit als ausgleichende Gerechtigkeit erscheinen wird.

Die Untaten der Mordpiloten

Angriffe auf Spaziergänger, Bauern, Ausflüglerzüge und Einzelgehöfte

dnb. Berlin, 22. Mai. Ueberall, wo die feindlichen Luftpiraten in den letzten Tagen im Tiefflug mit Bordwaffen angriffen, wird übereinstimmend gemeldet, daß sich die anglo-amerikanischen Banditen mit Vor­liebe auf friedliche Spaziergän­ger, auf pflügende und säende Bauern, auf Ausflüglerzüge und Einzel­gehöfte stürzten und sie mit ihren Bord­waffen beschossen. So wird aus Hützel (Kreis S o 11 a u) ein Tiefangriff auf den Kleinbahnhof gemeldet. In Langen­hagen (Kreis Harburg-Land) griffen die Luftgangster die Feldmark an.

Die gleichen Meldungen kommen aus dem Gau Mecklenburg, wo die feind­lichen Jagdflieger bis dicht über den Erd­boden herabstießen und fahrende Autos auf den Straßen, Gehöfte und Scheunen unter Feuer nahmen. Dabei wurde in Wie- bertsdorf (Kreis L u d w i g s 1 u s t) ein Gehöft mit Bordwaffen beschossen und ein Bauer getötet. Bei einem Tiefangriff der Luftganster in K r a t e b ur g (Kreis S t a r - g a r dl wurde eine Frau schwer verwundet. Im Kreise Malchin wurde ein Rittergut beschossen und zwei Personen verletzt. In

der Stadt H a g e n o w schossen die Terror­flieger auf die Wohnhäuser.

Bis in die Nähe der Reichshaupt­stadt drangen die amerikanischen Mordge­sellen vor und griffen mehrfach sonntägliche Spaziergänger mit Bordwaffen an. So wurden in einem Ausflüglerzug der Strecke Ber­nau Eberswalde drei Fahrgäste ge­tötet, einer schwer und einer leicht verletzt. Auf der Straße LindenbergSchwanebeck wurde ein Lastkraftwagen beschossen und geriet in Brand. Ausflügler, die die an Sonn tagen besonders stark überfüllteHeidekraut­bahn" benutzten, wurden von den Mord­banditen überfallen. Dabei wurden vier Per­sonen verletzt. In Neu-Löwenberg schossen die Tiefflieger einen Bauernhof, in Well­sickendorf (Kreis Jüterbog-Lucken­walde) eine Mühle, eine Scheune, einen Stall und eine Kirche des Ortes in Brand In Appendorf (Kreis Westprignitz) hielten die Mordgangster zwischen eine Gruppe von Zivilisten. In Lennifz bei Berlin wurden Schnitterunterkünfte unter Feuer genommen und dabei ein Landarbeiter getötet und zwei verletzt. Das Bahnauta NeuruppinWildherq wurde auf der Straße angegriffen. Durch Schüsse aus den Bordwaffen wurden fünf In­sassen getötet und sechs schwer verletzt.

1'jilnr Fahrung des Reiclisminislers für Rüstung und Kriegsproduktion und Chefs der OT Rvivhsminister Speer, schaffen die Rüstungs­werke in selbstverantworllicher Tätigkeit mit slfjudig steigenden Rroduktionszifjern. Unser m zeigt Ausschnitte uns einem Werk, in dem Sturmgeschütze in Mussenanferligung entstehen.

NSKK.-Kriegsberichter Hurtmann (Sch)

Ute Stand

de « Beklfi&emßmeei

Von

Hans-Erich Graßhoff

Bei der Betrachtung des derzeitigen Stan­dest; des Deutschen Wohnungshilfswerkes wäre, es falsch, wenn man irgendwelche Zahlen anführen wollte, denn die Zahl der fertiggestellten bzw. im Bau befindlichen -B(?fey-sheipie. ändert sich täglich, ja man kann wohl sagen stündlich. So wurde" z. B. vor einigen Wochen die Fertigstellung von 40 000 Behelfsheimen gemeldet. Diese Zahl umfaßte aber nur die rein fabrikmäßig her­gestellten Heime und gab damit nur einen Bruchteil der tatsächlich fertiggestellten an. Im übrigen ist auch inzwischen die Se­rienproduktion so gesteigert worden, daß, prozentual gesehen, von Monat zu Mo­nat eine Steigerung um ein Vielfaches v. H. zu verzeichnen ist.

Grundsätzlich ist nach dem ersten halben Jahr seit der Verkündung des Deutschen Wohnungshilfswerkes zu sagen, daß diese Monate als Anlaufzeit gelten müssen. Das DWH. ist ja keineswegs eine der vielen Maßnahmen und Aktionen, wie sie bereits vorher schon im Baugewerbe liefen, son­dern es handelt sich hier um eine völlig neue, ja, man kann wohl sagen revolutio­näre Tat, die weit über das Bauwesen hin­aus von größter Bedeutung in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht ist. Aus den Notwendigkeiten des Krieges und den Aus­wirkungen des feindlichen Bombenterrors hat der Führer durch einen Erlaß das Deut­sche Wohnungshilfswerk befohlen. Dieses Werk gründet sich also auf die höchste ge­setzgeberische Form, die wir zur Zeit ken­nen. Damit allein schon war seine Wich­tigkeit gekennzeichnet. Die Durchführung wurde dem Reichswohnungskommissar übertragen.

_Dr. Ley ging von der Erkenntnis aus, daß eine solche Maßnahme nicht durch starre paragraphenmäßige oder gar bürokratische Formulierungen zum Ziel geführt werden kann. Er schaltete deshalb die Partei maß­gebend in das DWH. ein. Wie überall in unserem Volksleben, wirkt sie sich auch hier als die motorische Kraft aus, die nie­mals einen Stillstand zuläßt und alle Schwierigkeiten überwindet. Neben der Be­hörde des Reichswohnungskommissars ist maßgebend am DWH. beteiligt das Reichs- heimstättenamt mit den Gauheimstättenäm­tern, Kreisheimstättenämtern und Ortsheim- stättenwaltern. Als weiterer Kreis der Be­teiligten müssen gewertet werden: die Ar­chitekten, die Ingenieure (Baustoffe), Ge­sundheitspolitiker und Bauwirtschaftler.

Es kam zunächst einmal darauf an, alle beteiligten Stellen und Kreise auf eine ein­heitliche Linie auszurichten. Diese Aus­richtung mußte nach den politischen Not­wendigkeiten erfolgen. So gesehen kommt es also darauf an, daß das DWH. die größtmöglichste Zahl von Wohnungen bei geringstem Verbrauch an Arbeitskräften und Materialien erstellt. Alle übrigen Ge­sichtspunkte, die zu anderen Zeiten selbst­verständlich mit an erster Stelle stehen, wie beispielsweiseSchönheit des Woh­nens und alles, was mit Wohnkultur zu­sammenhängt, haben sich dieser einen Grundforderung unterzuordnen. Gerade in diäser Beziehung mußte im ersten Halb­jahr mancher Strauß aus'gefochten werden. Bekanntlich ist ein Reichstyp für den Behelfsheimbau angeordnet worden, in dem alle Größen genau fesfqeleqt sind. Es war n,icht leicht, alle beteiligten Stellen davon zu überzeugen, daß dieser Typ unbedingt eingehalten worden mußte.

Fast jeder Gau und ungezählte Architek­ten brachten andere Vorschläge und Wün­sche vor. Diese mußten alle abgelehnt wer­den obwohl sie zwar manchmal wohl eine schönere oder geräumigere Wohnstatt vorschlugen; da sie für ihre Bauweise