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Amtsblatt des Referenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt BremTn
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Sonntag, den 21. Mai 1944
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[ ta h'bericht unserer Berliner Schriftleitung nwscli, Berlin, 20. Mai. „Eine ge- .ijiterte Invasion müßte für Eng j !U einer nationalen Katastro- „ werden. Deshalb darf nur mit allem ■‘behalt an diese große .Aufgabe heran- jingen werden." Dieser qualvolle Aus- iych des englischen Publizisten Hannen «aller im Londoner „Daily Herald" spie- ,11 dj e bohrenden Zweifel, das geheime haen und die lähmenden Alpdruckgefühle iin, die das englische Volk um so stär- s befallen, je näher der Beginn der In liion heranrückt. Nachdem den Englän ua und Nordamerikanern schon so oft higemacht worden ist, welche gewaltigen (in mit dem geplanten Angriff auf die litiing Europa verbunden sein werden, |:i die sorgende Frage im Feindlager noch uer erörtert, ob es nicht doch eine Mög- iieit geben könne, ohne den Versuch des polen Abenteuers" den Krieg zu gewinnen, ist wohl nicht von ungefähr, daß seit ler Zeit britische Militärschriftsteller iCvrill Falls und Lidddll Hart immer Jet aufgeboten werden, um darzutun, ca nach allen Erfahrungen der letzten ä mit Bombenangriffen allein ein Sieg st Deutschland nicht errungen werden ;-e. Man scheint sich in London maßlos jer geärgert zu haben, daß die deuten Zeitungen die Argumente der Falls’ Harts aufgegriffen, haben, um mit ihnen Tatsache beweiskräftig zu unterstrei- wir die Entwicklung und die be-
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seit langer Zeit richtig vorausgesehen cargestellt haben. Das mag mit ein dafür gewesen sein, daß jetzt die n Illustrated News“, die Zeitschrift ia der Cyrill Falls seine Kritik an den sehen widerlegten früheren anglo- sanischen Luftkriegsphantasien veracht hat, vom Luftpostversand ins ÜEd ausgeschlossen worden ist und dort 1& vierwöchiger Verspätung eintreffen
bischen aber haben auch nordamerika- isililitärkritiker, so vor allem Hanson ■t'dwin in der „Newyoric Times“ in die 'ce Kerbe geschlagen und die Auf- —»S als einen grundlegenden Irrtum Bestellt, daß die Armee nur eine i'fsw affe für die Luftstreit- =|te darzustellen brauche, während es Wirklichkeit genau umgekehrt sei und
richtig zu beurteilen." Das Blatt Edens unterstreicht damit die Warnungen Smuts', °er m geradezu beschwörender Form übersteigerten Erwartungen entgegenzuwirken versuchte: „Möglicherweise, wird es Aufenthalte, Rückschläge oder Pausen geben“.
Hs ist auffällig, daß Smuts die Hoffffnun- gen von einer Front im Westen abzulenken und wieder in stärkerem Maße auf die alte These Churchills zu konzentrieren versucht, der in Anlehnung an die Erfahrungen des ersten Weltkrieges einem Einbruch durch die „europäische Hintertür“ im Süden des Kontinents offenbar immer noch besondere Erfolgsaussichten zumessen möchte. Smuts war gemeinsam mit Churchill der besondere Fürsprecher des Unternehmens in Afrika und in Italien, und er möchte darum auch heute wieder die Mittelmeer
front als „schicksalsvoll" ansehen, weil dort im ersten Weltkrieg die feindliche Front zuerst Verfallserscheinungen gezeigt habe.
Der bisherige Verlauf der Kämpfe in Süditalien entspricht jedoch nicht diesen feindlichen Erwartungen. Sie mögen hier ihre Divisionen und ihr Material bis zum letzten Ausmaß dessen zusammenballen, was die verhältnismäßig geringe Frontausdehnung und das gebirgige Gelände gestatten, sie werden uns dennoch das Gesetz des Handelns nicht vorschreiben können. Unsere militärische Führung wird sich auch hier nicht täuschen und von der Erkenntnis abbringen lassen, daß schon die geographischen Verhältnisse eine große Entscheidungsschlacht im Kampf um Europa in diesem Raum kaum möglich erscheinen lassen, daß es sich also hier um ein Ablenkungs
und Fesselungsmanöver größten Stils handelt.
„Daily Worber” rüffelt Smuts
Drahtbericht unseres Vertreters - o. sch Bern, 20. Mai. Das Londoner Kommunistenblatt „Daily Werker" ist mit Smuts Rede in Birmingham unzufrieden. Wenn es nach seinen Worten gehe, so schreibt das Blatt, würden die Operationen im Westen einen geringeren Umfang annehmen als der Durchschnittsbürger in England voraussetze. Smuts wolle die Bedeutrftig der Westfront zugunsten der Südfront heräbmindern. Dies sei aber ein strategischer Fehler allererster Ordnung. Es stehe fest, daß die Rede von Smuts nicht nur in England, sondern auch im Ausland größte Besorgnis hervorrufen
Erbittertes Ringen zwischen Gaeta und Pontecorvo
Entschlossene deutsche Gegenangriffe — 71 Abschüsse bei Ter/orangrilfen auf Berlin und Braunschweig
dnb. Aus dem Führerhauptquartier, 20. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
An der italienischen Südfront hält die große Abwehrschlacht ununterbrochen an. Unsere Truppen kämpften sich zwischen Gaeta und Pontecorvo in erbittertem Ringen mit weit überlegenen feindlichen Infanterie- und Panzerkräften auf neue Stellungen zurück. Der vorspringende Frontbogen von Gaeta wurde geräumt. Einige Höhen nördlich 11 r 1 und der Ort Campo- d i m e 1 e fielen nach hartem Kampf in Feindeshand. Ift anderen Abschnitten brachten unsere Panzergrenadiere ln entschlossenen Gegenangriffen die feindlichen Angriffsspitzen zum Stehen, Beiderseits Pontecorvo wurden alle Angriffe des Gegners trotz stundenlangen Artilleriefrommelfeuers und massierten Panzereinsatzes abgeschla
gen. Im Raum südöstlich A q u i n o brachen die von starker Artillerie und zahlreichen Panzerkampfwagen unterstützen feindlichen Angriffe im zusammengefaßten Feuer unserer Waffen zum Teil im Nahkampf zusammen. In den Nordteil des Ortes eingedrungene -feindliche Infanterie mit Panzern wurde im Gegenangriff geworfen. Der Feind verlor hierbei 30 Panzer. Die 1. Fallschirmjäger-Division hat seit Beginn der Schlacht am 12. Mai 100 Panzer abgeschossen.
In der Adria beschädigten Sicherungsfahrzeuge der Kriegsmarine zwei feindliche Schnellboote.
Von der Ostfront werden nur örtliche Kämpfe am unteren Dnjestr, im Karpaten v o r 1 ä n d und südöstlich Wi- t e b s k gemeldet.
Wachfahrzeuge der Kriegsmarine schossen über dem Finnischen Meerbusen fünf bolschewistische Bomber ab.
Ein finnischer Kampffliegerverband griff in der letzten Nacht einen feindlichen Nachschubstützpunkt hinter der Swirfront mit gutem Erfolg an.
Nordamerikanische Bomber drangen gestern unter starkem Jagdschutz in das Reichsgebiet ein und verursachten durch wahllosen Bombenabwurf auf verschiedene Wohnviertel der Reichshauptstadt sowie auf Braunschweig Gebäudeschäden und Verluste unter der Bevölkerung. Jäger, Flakartillerie der Luftwaffe sowie Einheiten und Sicherungsfahrzeuge der Kriegsmarine schossen 71 feindliche Flugzeuge, in der Mehrzahl viermotorige Bomber, ab. In der vergangenen Nacht warfen einzelne britische Flugzeuge Bomben im Raum von Köln.
Roosevelt legt goldene Fallstricke aus
Weltbeherrschende Rolle der USA soll auf einer internationalen Währungskonferenz sichergestellt werden
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slbstverständlich läßt sich unsere mili- 'rte Führung vor allem, was der Feind fiesem Thema redet .und schreibt, nicht Ängsten beeindrucken. Wir machen *5 Beobachtungen und treffen unsere Weitungen für jeden möglichen Fall, Sie Gegner heraufbeschwören könnten, »rauchen dem Gegner nicht zu verliehen, daß wir wissen, wie die Wochen- *™t „Das Reich" berichtet, in S ü d - iUnd dreieinhalb Millionen ■hoerikaner und Engländer riehen, um mit zum Teil neuen :»zu starten, daß auch im Landekopf ..rituno die feindlichen Kräfte auf- • sijid und auf ihren Einsatz warten, -gellen qelassen fest, daß wir die Mög- «ten im italienischen oder balkani- ™ 11 ' oder an der südfranzösischen unter anderem die bedeutenden Massierungen des Gegners auf n kn- ■■ ~ keineswegs übersehen und iVflC° Wen '3 die anglo-amerikanische In- uopaqanda in Schweden oder die wegen von der Feindseite gemach- ’utungen in den Wind schlagen. ,
, aus dem Ausbau, dem Ausmaß der -»d der tiefen Staffelung unseres *k’*J n ^ ss Vstems an der ganzen Atlantik- I. wir, was die großen Züge be- :, ein Geheimnis gemacht. Die Feinde ■im"' enn s ' e s ' c ^ schließlich doch ein- jj tl , nzentr ischer Anlage oder zeitlich
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung b. B e r 1 i n , 20. Mai. Roosevelt plant, zur Durchführung der von seinem jüdischen Finanzberater B a r u c h ausgearbeiteten Wirtschaftspläne eine „Weltwährungskonferenz“ anzuberaumen, zu der Vertreter aller „alliierten Nationen“ eingeladen werden sollen. Als Grundlage der Weltwirtschaft nach dem Kriege soll auf dieser Konferenz der Goldstandard erklärt werden, da die in den nordamerikanischen Tresoren gehorteten Goldvorräte ein Uebergewicht der USA. sichern und ihre' weltbeherrschende Rolle festigen würden. Es ist bezeichnend, daß die Anregung zu der Konferenz von dem Fi- nanzjuden Morgenthau ausgeht.
Die englische Regierung hat sich trotz einiger formaler- Vorbehalte und einer staik klingenden Erklärung des Schatzkanzle; s Anderson angesichts ihrer geschwächten Lage bereits weitgehend den Wünschen Washingtons unterworfen. Die sowjetische Regierung hat dagegen scharfe Einwendungen erhoben. Sie stimmt zwar' dem nordamerika- nisehen Standpunkt hinsichtlich einer neuen Goldwährung zu, lehnt jedoch den Vorschlag einer internationalen Wähningskontrolle ab. Auf der Weltwährungskonferenz werden sich also voraussichtlich die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion, als widerstrebende Partner gegenüberstehen, während England nicht viel zu sagen, haben wird.
4318 Terrorflugzeuge vernichtet
30000 Feindllieger in vier Monaten über dem Reichsgebiet abgeschossen
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Lij)j . la derschlag der Erkenntnis fin- jf 1 ! 1 Leitern dei Invasion eine na- :i sn i] 3 astro P^ e für England bedeutet, •-,i os ns das nur in unserer fanatischen Wirkst e '* *’ estär ken, in der kommen- e j „ en Bew ährungsprobe tatsächlich • , ers ten Einsatzmöglichkeiten ge- ’^gnpr 01 ^ n P ra " der geballten’ Kräfte htronK S anzuwen den, um diesen in die tBn'sj* e ’ a ' a,, f e n zu lassen und um mit 1 Bre ’keit und Zukunft des deut- ti,r 0 es un ^ darüber hinaus der Na- pas zu erkämpfen und. zu sichern
Smuts bremst ab
* Cht uns Prnr Rerliner Schriftleitung der" Vo Berlin ' 20. Mai. thurchill hat Kteip j^P'nckten Londoner Empire- ’Sotnten e t n ^afrikanischen Minister- und ji. , u 1 s n °ch einmal aufge- , ?5iiia " n in Birmingham zum Inva- —rirgiitj.. Sprec i 1 en lassen. „Diese Rede Jjillt ,j."rieht die „Yorkshire Post.". *äliiti en h d ’ s geplante zweite Front des ganzen Kriegsgeschehens
Eigener Bericht p
BZ. Berlin, 20. Mai. General Arnold,' der Oberbefehlshaber der Armeeluftwaffe der USA. erklärte laut New Yorker Meldungen vor Pressevertretern in USA. u. a.: Die Luftwaffe der USA. hat bisher 5954 F ug- zeuge verloren. In seinen weiteren Erklärungen unterstrich er, daß im Gobjet des Stillen Ozeans die umfassende Luftkrieg- führung gegen Japan auf sehr große Schwierigkeiten stößt. Das Teilgeständnis Arnolds das nur dazu dient, der OeBentlichkeit Sand in die Augen zu streuen, mutet direkt lächerlich an, denn allein in den vier ersten Monaten dieses Jahres verloren die USA 4318 Flugzeuge, darunter 34 viermotorige Bomber über dem Reichsgebiet, von den Verlusten im Pazifik, über Süditalien, dem besetzten Westgebiet und Norwegen ganz zu schwelgen, Mehr noch als der materielle' und finanzielle Verlust dürfte hierbei die Abschreibung des gleichzeitig mit in Verlust gerate nen^fliegenden Personals eine überaus wich- tige Rolle spielen. Rechnet man pro vier-
Das Eichenlaub verliehen
20 d Mai F DerVüLer h v a eri^h aV A.M^Vas
Eichenlaub «um Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generalleutnant EmA V o g e l , Kommandeur der Württemberg. ^sch-bad.sch int Jäoer-Divis on, als 475 una an wuei
Lidwebet Johann S c h w e r d f e g e r in
Re'gimen^als'^hr'^Sold'aten^'der 6 deutschen
n PPe im Raum vtn Kamenez Podolsk Hube im , Rau "? ... jäner-Division unter zeichnete s ' c a h n . dl ® ^ et besonders aus, so Generalleutnan S v/ehrmacht-
daR , am Jnnt wurde. Generalleutnant
bericht 9 e " an " j„ii 1894 als Sohn
eines Kaufmannes v" inViakau geboren.
motorigen Bomber eine Besatzung von-acht bis zehn Mann, je nach Baumuster und Einsatz, so ergibt dies allpin bei 3426 viermotorigen Bombern, zu denen noch die Besatzungen der 892 Fernjäger hinzukopiraen, schuh den Verlust von über 30 000 Mann ausgebildeten, fliegerischen Personals, ganz abgesehen von den personellen Verlusten, die uns verborgen bleiben.
Läßt sich auch der Ersatz der in Verlust geratenen Feindflugzeuge durch eine gestoi- ■gerte Massenfabrikation im Laufe der Zeit wieder wettmachen, so ergibt sich bei der Ausbildung des hierfür benötigten fliegenden Personals doch ein ganz anderes Bild. Zur Ausbildung eines vollwertigen Flugzeugführers, Beobachters, Bordfunkers und Pordwartes wird auch in-England und in den USA. mindestens eine zweijährige Ausbildungszeit benötigt, für das übrige Personal eine einjährige. Wir wissen aber auch aus eigener Erfahrung und Praxis, daß hierzu nur geeignetes Personal gebraucht werden kann, daß sich nicht jeder hierzu eignet und immerhin gewisse geistige und körperliche Veranlagungen erforderlich sind.
Oberfeldwebel Schwerdfeger führte während der Durchbruchskämpfe der unter dem Oberbefehl des Generals der Panzertruppen Hube stehende Kräftegruppe im Raum von Kamenez Podolsk vertretungsweise- eine Kompanie und zeichnete sich bei den mehr als 14 Tage dauernden Nachhutkämpfen gegen mit zahlenmäßig überlegenen Kräften .nachdrängenden Feind durch Draufgängertum, Entschlossenheit und Umsicht aus Oberfeldwebel Schwerdfeger wurde am 24. November 1914 als Sohn eines Landwirtes S. in Plein, Kreis Wittlich, geboren.
Eichsnlaubträoer gefallen
dnb. Berlin, 20. Mai. Rittmeister Andreas Thörey, der September 1942 das Ritterkreuz und im Oktober 1943 das Eichenlaub erhalten hatte, hat im April dieses. Jahres hei den srhw-eren Kämpfen im Osten den Heldentod gefunden.
Die Hintergründe dieses neuen nord- amerikanischpn Planes hat jetzt Außenminister Cordell Hui] anläßlich des Beginns der Außenhandelswoche in Newyork .sehr klar dargelegt. Nach Hüll handelt es sich in Washington darum, einen internationalen Finanzplan ausfindig zu machen, der das riesige Potential der USA. berücksichtigt und, wie sich Hüll ausdrückt, den „egoistischen Interessen der USA, zu dienen“ hat. Der USA.-Handelsminister Jesse Jones erläutert diese Andeutungen dahin, daß die USA. nach dem Kriege ein sehr großes Ausfuhrbedürfnis zu befriedigen haben werden, da die Umstellung der Kriegs- auf die Friedensproduktion nur dann reibungslos gewährleistet -.sein wird, wenn es gelingt, ohne hohe Arbeitslosen- Ziffern zu vermeiden, ’ eine Produktionsverlagerung vorzunehmen. Dabei wird die Ausfuhr die Ueberproduktion wegzuschaffen haben, die gegenwärtig der Krieg schluckt,
Angesichts des Ausblutungsprozesses, dem die Volkswirtschaften der einzelnen Länder in diesem Krieg unterliegen, und der sich durch die Verluste der Auslands guthaben und der Goldreserven ausdrückt, halten es die Wirtschaftssachverständigen Washingtons für angebracht, eine internationale Zahlungsform zu finden, die den Wünschen der USA. nach Ausfuhr und nach überragender Stelle gerecht wird. England sieht sich durch dieses' Vorgehen in den Hintergrund gedrückt, ohne etwas daran ändern zu können, da ihm seine aufgebrauchten Auslandsguthaben und die Zer- fallserscheinungen im Empire keiner laute Sprache mehr erlauben. Die Sowjetunion betrachtet sich als wichtigen Handelspartner der Vereinigten Staatep für die Nachkriegszeit und glaubt, hier durch einige Kreditabkommen, mit Washington gesichert zu sein. Sie lehnt es jedoch ab, einer von den USA. präsidierten Institution die Ueber- wachung der Währung zuzuerkennen.
Der Plan Roosevelts und die Erläuterungen Huls und Jones’ verdienen trotz der Eventualvoraussetzung eines alberten Sieges ein gewisses aktuelles Interesse, da sie durch die starke Betonung des Exportzwanges für die USA. den Androhungen Washingtons das Gewicht nehmen, mit dem die USA.-Regierung die neutralen Staaten beeinflussen wollen. In diesem Antineutralitätsfeldzug spielt die Androhung einer „Nachkriegsstrafe" eine gewisse Rolle, wobei die „schwarzen Listen" in den Vordergrund geschoben werden, die den in ihr notierten Firmen der neutralen Staaten den Ausschluß vom Nachkriegshandel androhen Wie bedeutungslos solche Drohungen sind, geht daraus hervor, daß die USA. sich bereits jetzt Gedanken darüber machen müssen, wie sie in der Nachkriegszeit wohl ihren Produktionsüberfluß ufiterbringen werden. Sie suchen bereits jetzt nach einem brauchbaren Zahlungsmodus, ohne später überhaupt die Möglichkeit zu haben .Rachepiäne" in die Tat umzusetzen, da ierie Ausführung eines solchen Plans mil dem Anwachsen der Arbeitslosenziffern im eigenen Land belastet werden würde.
if-I'K-Zeichnung — Krivgsber. Zenzinger (UH)
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Von
Kurt G. Stoltenberg
Der heutige Sonntag ist der mütterlichen Frau gewidmet. Daß die. deutsche Mutter zusammen mit dem deutschen Soldaten das ausschlaggebende Moment von Krieg und Sieg bildet, wisseii wir heute. Beide, so haben wir neulich einmal besonders einprägsam 'gehört, setzen ihr Leben ein, um der Gemeinschaft Neues zu erkämpfen. Wir wissen im fünften Kriegsjahr, daß es nicht genügt, Soldaten zu haben, die treu und tapfer sind und Mütter, die nur Sorge und Liebe kennen. Der Soldat muß in seinem Innern verarbeitet haben, warum er tapfer und treu sein soll, sonst zermürbt die reichlich lange Dauer des Krieges seine Einsatzfähigkeit. Und die deutsche Frau und Mutter muß sich seelisch umstellen und so sachlich wie nie zuvor das Wesen derer annehmen, die uns als Kameradinnen des Kolonialdeutschen, als LazareUschwestern und als unbeugsame Kämpferinnen der Lager deutscher Zivilinternierter im Feindesland so stolz machen.
Solche Forderungen an unsere Frauen bedeuten selbst' in einer Stadt, deren Straßen von Brandlücken unterbrochen sind und immer wieder Schutthaufen zeigen, viel. Die deutsche Frau. steht ihren Mann im allgemeinen großartig und oft ruhiger und praktischer als der Mann, wenn plötzlich die große Gefahr da ist, Bomben fallen, Verwendete' um Hilfe rufen. Ich, habe selber, gerade aus dem Lazarett entlassen, vöm brennenden Dach meiner Wohnung mit Hochachtung und Stolz gesehen, wie die Frauen der ganzen Straße ln Windeseile die Wohnungen ausräumten, mit alten Heimen auf dem Kopf, nasse Tücher vor dem Mund, durch Qualm und stürzende Balken gingen. Da wußten wir Soldaten, was wir meinten, wenn wir sangen: „Deutsche Frauen, deutsche "freue, deutscher Wein und deutscher Sang!"- Ich lernte in jener Nacht, da Berlin an allen Ecken brannte, fünf mir bis dahin wildfremde Frauen kennen, die ich dann öfters im Alltag sprach. Sie hatten das Herz auf dem rechten Fleck und waren durch den Krieg Aktivistinnen unseres Vaterlandes geworden. Eine Verkäuferin, eine Künstlerin, drei Hausfrauen und Mütter. Das waren Frauen, die den Kompanien, die am nächsten Tage kamen, um die Straßen frei zu schippen, mehr imponierten, als sehnsüchtige Mädchen und kesse junge Frauen, oder auch dfe herzensgute, aber zu betuliche und lächerlich einseitige Mama, die ihr Kind vor Liebe auffressen will. Es ist bekannt; daß der sogenannte Soldaten- und Männerwitz nicht sehr zart ist. Wenn er von blöden Conferenciers immer wieder gepflegt wir(l, Stirbt er nie aus. Aus solchen Witzen junger wie reifer Männer spricht, so weit die Scherze der Frau gelten, etwas mehr Bedenkliches. Man tut nämlich so, als sei die Frau nur als Gattungsbegriff Weibchen ernst zu nehmen und nicht als .Mensch. Und dieselbe Einstellung — in jedem Krieg bei allen Völkern ist das so — drückt sich in der heute oft wenig überlegten Wahl der Gefährtin aus. Der Begriff Braut wird mit dem Begriff der Freundin schlechthin vermischt. Wir haben in der Hitlerjugend; im Arbeitsdienst und in der Wehrmacht die steigende Tendenz, das Thema Frau sauber und sachlich richtig behandelt zu wissen. Der Jugendführer, Feldmeister, Offizier ist iä gerade für ein Alter, wo der junge Deutsche an dem Gesamtproblem des Frauentums seinen Jahren entsprechend schnell vorbeigeht, von größtem Einfluß. Dieser von Männern begonnenen Erziehungsarbeit wird aber kein Erfolg beschicden sein, wenn die Frauen selbst nicht von sich aus (und auch unter sich!!) dem Typ jener Pionierin, Aktivistin, Kameradin und Führerin nacheifern, von dem oben die Rede war. Sie soll die Erziehung ihrer Kinder nicht nur selbst mit sorgender Liebe und Güte versehen, sondern auch die Teilnahme der anderen, in einem verfolgten Volk notwendigerweise aufgestandenen Erzichungsfaktoren fördern.