Ausgabe 
(20.5.1944) 138
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p. ä liiberieht unserer Berliner Schriftleitung . Berlin, 19. Mai. Die Schlacht ln Siid- ijrn dauert jetzt eine Woche, ohne daß Ji die Ausmaße dieses Waffenganges .be- ls In aller Klarheit andeuten. Das Gesclie- "winl durch die außerordentliche Erbitte-

h geht

wenn ^ Di « Speiselaiti S s 9« nicht eiiiid. se in, die (rlibu;.'; fr8 « Rifätttli.

BM-Düdlstjac-.,

als feiaea örtj etate: : -

Tageszeitung

AmiBbla« des Regierenden Bürgermeiatera d er Freien Hansestadt Bremen

^j38 T4. Jahrgang

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Peichsstatthalters in Oldenburg und Bremen

Sonnabend, den 20. Mai 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

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Waffen der Gegenseite und der Liellosen Einsatzbereitschaft und Tapfer- jll des deutschen Soldaten bestimmt. Ob- 41 In keiner Weise die Absicht besteht, i( durch deutsche Frontverlegungen cha- itlerisierte Schwere der Schlacht zu baga- dlisieren, fallen doch die außerordentlichen l'nlusle der Anglo-Amerikaner und vor lltm ihrer Hilisvölker ins Gewicht.

fich der kampflosen Besetzung von Monte issino stehen die alliierten Truppen nun- nlrvor den noch höheren Geblrgs- isunen des Monte Calro und des Monte i,so daß die Kriegskorrespondenten des igjers bereits das Vorgehen ln Süditalien liBerghüpfen" in Anlehnung an das ver- aliticheInselhüpfen im Pazifik -bezeich- Die Presse der Westmächte versucht, :i kampflose Besetzung C a s s i n o s als ta großen Sieg zu bezeichnen, der die pölkerung begeistern soll, während man militärischen Kreisen zu einer voisich- jm Beurteilung rät.

Cie politischen Hintergründe der anglo- inischen Offensive auf dem süditalie- len Kriegsschauplatz erhalten eine sen- lelle Beleuchtung durch Informationen amerikanischen Journalisten B r e w Saison in derWashington Post". Im [M dieser Schilderung erscheint das feind- ie Unternehmen'bereits in seinen Anfan­gs ein Produktaus dem Meinung s- jtreit zwischen Churchill und dem Titanischen General M a r s h a 11, die schließlich auf denVormarsch, die: lische Halbinsel hinauf geeinigt" hat- lereits auf der Konferenz zwischen ifcll und Churchill in den Januartagen hatte der britische Premier seine Ab- EJ gegenüber Plänen eines Landungs- teehmens in Westeuropa unterstrichen.

in Casablanca im Januar 1943 und h darauffolgenden Washington-Konfe- i im Mai und Juni des gleichen Jahres ih Churchill bei seiner Weigerung, um «Blich dem Kompromiß zuzustimmen, Deutschland weiter aus der Luft ange- fen und die zweite Front verschoben wer- i'isolle, bis die deutsche Flugzeugproduk- ja so entscheidend geschwächt erscheine, die erwarteten Risiken der Inva- n herabgemindert wären.

j-s der britische Premier Washington ® den Junibesprechungen verließ, wurde Jon General Marshall auf Befehl Roose- begleitet.In amerikanischen Krei- so sagte Pearson,ging damals das Marshall müsse Churchill über- Je®, damit dieser nicht doch noch *Mower überrede, den Angriff auf den ® zu unternehmen." Churchill habe

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I eingesetzt-und gefordert, daß nach der erung Siziliens und des Südzipfels ens der Angriff weiter quer über die J ä nach dem Balkan vorgetragen wer- - solle. In dem Augenblick eines solchen 'inehmens sollte Wilson über das 'i'j ^ eer * n Griechenland eindrin- wi'ii r ^ ntw ick.lung diöser Pläne wußte i ' * °ffenbar schon von der Käuflich- "uu der verräterischen Gesinnung

einiger italienischer Generäle auf dem Bal­kan. General Marshall hatte nach den Be­richten des Journalisten alle Mühe Chur­chill von seinen Plänen abzubringen.

In diesem Bericht deutet sich das Italien­unternehmen der Anglo-Amerikaner in sei­ner Gesamtheit als eine Ausweichlösung, die aus den Besorgnissen vor übergroßen

Verlusten bei einer Durchführung der In­vasion in Westeuropa oder im Balkan ent­stand. Es wäre dabei sicherlich verfehlt, für das gegenwärtige Unternehmen gleiche Hintergründe anzunehmen, da offenbar jetzt die Zeit derart gereift ist, daß neben diesen, mit gewaltigstem Materialaufwand vorge­tragenen Angriffen weitere Offensiven ge-

Der ganze Balkan eine Sowjetunion

Aufsehenerregende Enthüllungen englischer Journalisten in Kairo Stalin soll die Dardanellen erhalten

dnb. Berlin, 19. Mai. Die Kairoer Ver­treter der englischen ZeitungenDaily Herald" undDaily Mail" haben ihren Blät­tern am 13. Mai ein in ihre Hände gerate­nes hochinteressantes Dokument übermit­telt. Es stellt ein Abkommen dar, das die griechischen und bulgarischen Bolsche­wisten über die Gründung einerUnion sowjetischer Balkan-Republi- k e n" unterzeichnet haben.

Der Korrespondent derDaily Mail schreibt in seiner Meldung:Dieses Doku­ment, das ich erst jetzt veröffentlichen kann, kam auf geheimen Wegen in meinen Besitz, kurz nachdem es aus Mazedonien, wo die Kopien des Originals gedruckt und in Umlauf gebracht worden sind, in Aegyp­ten eingetroffen war.

Das Dokument das die UeberschriftAb­kommen" trägt und in Petritsi von Yanni Joannidis für die Griechische Kommu­nistische Partei und von Doussian Das- k a 1 o f f für die Bulgarische Kommunistische Partei unterzeichnet ist, hat folgenden Wort­laut:

Nach der Auflösung der Kommunistischen Internationale beschließen die Griechische Kommunistische Partei und die Bulgarische Kommunistische Partei unter Berücksichti­gung der Politik und der letzten Instruktio­nen der aufgelösten Organisationen in dem Wunsch, zur Sicherung einer schnellen und wirksamen Aktion zusammenzuarbeiten und mit dem Endziel, auf dem Balkan eine Union sowjetischer sozialistischer Repu­bliken zu schaffen und ein für allemal den zwischen den Balkanvölkern herrschenden Streit zu beseitigen, hiermit durch ihre Vertreter und die Unterzeichner dieses Ab­kommens Genosse Yanni Joanpidis von seiten der Griechischen Kommunistischen Partei und Genosse Doussian Daskaioff von seiten der Bulgarischen Kommunisti­schen Partei folgendes:

1. Das Endziel beider Parteien ist die Schaffung einer Union sowjetischer sozi­alistischer Republiken auf dem Balkan, die Griechenland, Mazed o.n i e n , Bulgarien und Se r b i e n umfassen wird.

2. Die kommunistischen Parteien von Griechenland und Bulgarien dürfen eine beliebige Taktik einschlagen, die sie für die Erreichuiig des eben erwähn­ten endgültigen Kontraktes für die ge­eigneteste halten.

3. Beide Parteien Werden für die Sicherheit der nördlichen Grenzen der Union arbeiten, und zwar mit dem Ziel, die Donau zu er­reichen, die die Grenze Bulgariens und Serbiens sein wird. Diese Grenze wird dann nördlich von Fiume an der Adria enden.

4. Bulgarien wird ein Zugang zum Aegäi- schen Meer gegeben werden.'

5. Istanbul und. die Dardanel- 1 e n werden qnter der K o n t r o I le der Union der Russischen Sozialistischen Sowjetischen Republiken eine unab­hängige autonome Republik bilden.

6 . Griechisch-Serbisch- und Bulgarisch-

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

dr. w. sch. Berlin, 19. Mai. Man könnte manchmal meinen, daß nach allem, was seit dem Besuch Molotows in Berlin im November 1940 aus allen möglichen Quellen über die imperialistischen Ziele und ihre Unterstützung durch die Westmächte bekanntgeworden ist, jedes weitere Bemü­hen um die nach dieser Richtung gehende Beweisführung völlig überflüssig sein sollte Trotzdem gibt es in einigen verstaubten Winkeln Neutraliöns gewissermaßen ' als petrefakte Raritäten immer noch unheilbare Irre, die sich dem gefährlichen Irrwahn hin­geben,- an dem der anglo-amenkanischen Agitation noch sehr, viel gelegen ist, daß nämlich im Hinblick auf die bolschewisti­schen Zielsetzungen die Suppe vielleicht doch nicht ganz so heiß gegessen werde, wie sie gekocht wird. Eben darum können und dürfen wir es uns nicht versagen, auch wenn wir längst genügend Stiche in die­sem Spiel gemacht haben, weitere in unse­rem Besitz befindliche Trümpfe so knallend auf den Tisch des Hauses zu schlagen, daß auch der letzte Schläfer erwachen- muß.

Das Dokument über die Balkanpläne der Sowjets stellt wirklich eine solche ganz' hohe Trumpfkarte dar. Es wird der briti­schen und amerikanischen Agitation unmög­lich sein, die Echtheit dieses Dokumentes zu bestreiten, dönn, wie der Korrespondent derDaily Mail" zugibt, ist das Abkommen schon vor längerer Zeit und zwar im Januar 1944 in die Hände der Kairoer Vertreter derDaily Mail" und desDaily Herald" gelangt. Sie haben es aber aus Gründen, die sie nicht näher angeben wol­len, zurückgehalten und erst jetzt ihren Zeitungen übermittelt.

DieDaily Mail" wagt es auch heute noch nicht, das sensationelle Schriftstück in vollem Wortlaut zu veröffentlichen, son­dern begnügt sich, damit, seinen Eingang zu verzeichnen. Man braucht nach den Grün­den für diese Zurückhaltung nicht zu su­chen. Nach den reklamehaften Erklärun-

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Schwere Kämpfe in Süditalien dauern an

Der Feind unter hohen Verlusten abgewiesen Mehrere Sowietangrilfe gescheitert

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Aus dem Führerhauptquar- _19. Mai. Das Oberkommando der |u , ac "f 9ibt bekannt:

W ( ,. W W'ieulschen Südfront dauern die Sllu Käm P»e vor allem im Abschnitt und nordwestlich E s p e r i a und r },. 1 ecor vo an. Der mit sehr star- Y um* Schlachtfliegerunterstiilzung Wie* . rs *'* ,u *9 em Arlilierietrommelfeuer 6 Feintl wurde unter schwersten " i h d ab 3 ew * esen > ein örtlicher Ein- e ! S a n O 1 i v i a in erbittertem ^geriegelt.

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Küstenstraße und an den Hängen desjgerte er den Artilleriebeschuß zu schwerem Monte Petracca entlang über M a r a -1 Trommelfeuer urid griff wiederholt, wenn

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Geiji.. e utsche und rumänische Luft- ie üskräite sowie Marineflakartll- 6,1 35 Flugzeuge abgeschossen.

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i FrnM 11 Mai. An der südjtalieni- ^ im ' der Fe ' nc * am '** Mai vor k e Ha Bauabschnitt und im Raum , p 0 n t e c o r v o an. Am Süd- Rten die Nordamerikaner an der

n o 1 a und F o r m i a gegen die über Meter hohen Bergrie.gel östlich 11 r i, sere Nach truppen brachten den Angreifern- schwere Verluste bei und bestimmten durch ihren Widerstand das Tempo der feindlichen Bewegungen.

Zwischen Esperia und den Cassino-Bergen sind die beiden bisher getrennt vorgehen­den feindlichen Stoßkeile im Rauta östlich der Straße Piedimopte-Aquino-Pontecorva- San Olivia-Esperia zum Angriff auf breitester Front mit den Schwerpunkten bei Poilte- corvo und San Olivia zusammengeflossen. Von Esperia aus drangen nach sehr schwe­rer- Feuervorbereitung farbige Trup­pen und nordamerikanische Panzer .in nordwestlicher Richtung vor. Sie stießen beiderseits des Monte d ° rto rbe ! erreichten das im nächsten Talgrund 1 e qende Dörfchen San Olivia^ Dort nege te der von den umliegenden Hohen aus ein- oeleUete deutsche Gegenstoß die vorge- prellten feindlichen Kräfte ab. Die harten, für die Marokkaner und Algierer äußerst verlustreichen Kämpfe, sind hier noch

G"aT Nordrand, des AurunM^-Gebuges grif-

10001 auch jedesmal vergeblifch mit Infanterie

fen weitere Verbände des Gegners den Liri sechs Ws «kl K»! 1 !',,?.

-T-- V' t;hnd der via Casilina meh- 5 zahlreichen Bombern unterstützte

t 6 , 6 und Panzerdivisionen gegen die

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Un-jund Panzern an. Eigene Artillerie und schwere Werferbatterien brachten den An­greifern sehr hohe Veilwste bei und zer­sprengteg erkannte Panzerbereitstellungen.

Nicht weniger erfolgreich war der Wider­stand unserer beweglich operierenden Kampfgruppen in der Ebene südlich der Via Casilina. Sie zwangen den nur zögernd nachfolgenden Feind immer wieder zu ver­lustreichen und zeitraubenden Gefechten um Olivenhaine und Weingärten. 1

Insgesamt gesehen boten die Kämpfe am Donnerstag das gleiche Bild wie am Vor­tage. Trotz größten Materialaufwandes und schwerer Verluste an Menschen und Pan­zern i 9 * dem Feind der erstrebte Durch­bruchserfolg wieder versagt geblieben.

Das Eichenlaub verliehen

dnb. /Führerhauptquartier, 19. Mai. Der Führer verlieh am 14. Mai das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberieldw. Martin Hrustak in einem ostpreußischen Grenadier-Regi­ment als 473. Soldaten der deutschen Wehr­macht.

Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberfeldwebel .Ernst Filius, Bprdfunker in einem Schlacht­geschwader. Oberfeldwebel Filius war Bord fuhker von Major P o e r s t, Ritter des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern, mit dem zusammen er beim Angriff auf eine Panzerbereitstellung den Heldentod starb.

Auf Posten am Atlantikwall

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gen die Festung Europa gestartet werden. Bedeutungsvoll ist die Kenntnis der Hinter­gründe. nur insofern, als sie den italieni­schen Kriegsschauplatz trotz der Härte des Kampfes und trotz der Tatsache, daß sich die Ausweitungen dieser Schlacht noch nicht absehen lassen, in 1 die Reihe der N e - benkriegsschauplätze steilen.

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Mazedonien, das ist das Gebiet zwischen dem Flusse Nestos und dem Berge Ro­dopi im Osten, den Bergen Rila, Oson- koff und Sar im Norden, den albanischen Alpen und der Pindus-Gebirgskette im Westen und dem Berge Ümpus und dem Aegäischen Meer im Süden, mit der'Insel T h a s s o s , wird eine unabhängige auto­nome sowjetisch-sozialistische Republik innerhalb der Union bilden.

Grelles Warnsignal aus Kairo

So wurde Peter von Serbien abgeschoben Moskaus Griff nach Istanbul

gen, die nach der Konferenz von Teheran in England und in den Vereinigten Staaten verbreitet wurden, sollte die Oelfentlichkeit der beiden Länder gewiß nicht glauben, daß das gerühmtevollkommene Einverneh­men" von Teheran ausschließlich darin be­gründet sei, daß Roosevelt und 'Churchill dort jedem noch so weit reichenden Wunsche Stalins zugestimmt hatten.

Jetzt wird auch die. jämmerliche Rolle klar, die Peter «von Serbien unter dem Druck der englischen und amerikanischen Regierung seit einigen' Monaten 1 spielen muß. t)ie Zeit liegt noch nicht weit zurück, da die englische Presse dem General Mihailowitsch die dicken Lorbeer­kränze wand, weil er eine serbische Wider­standsbewegung gegen die Besalzungsmacht anführte. Inzwischen hat Moskau entschie­den, daß der Bandenführer T i t o im Sinne der völligen Bolschewisierung des Balkans im Auftrag der Sowjets die geplante ser­bische Sowjetrepublik repräsen­tieren soll. Am Ende dieser Entwicklung steht der am Donnerstagabend verkündete Beschluß, der dem Exkönig Peter aufge- zwungen wurde, an Stelle des bisherigen Vorsitzenden im serbischen Emigrantenklub, Puritsch, einen Dr. Subasitsch zu beauftragen und dessen Bedinqung vorbe­haltlos zu akzeptieren, daß Mihailowitsch dem neuenKabinett" nicht angehören dürfe. Von Subasitsch wird gleichzeitig mit­geteilt, daß 'er sich von Anfang an zu dem Bandenführer Tito bekannt hat.

Ganz besondere Aufmesksamkeit dürfte das Dokument über die Sowjetpläne auf dem Balkan in ,der Türkei beanspruchen. Dort kann man sich allerdings seit der deutschen Veröffentlichung über die Berliner Forde­rungen Molotows keinen Illusionen mehr hingegeben haben, der Fund derDaily Mail- undDaily Herald-Vertreter .in Kairo wirft auch auf die türkische Politik der Alliierten ein neues Und interessantes Liebt.

Es werden nunmehr", so schreibt die Deutsche Diplomatische Korrespondenz, letzten Zweifel behoben über die Rolle, die man in Moskau und Teheran der Türkei nach dem Kriege zugedacht hat. Wie schon der letzte Lippmanri-Artikel zeigte, hat Roosevelt den Anspruch der Sowjetunion auf Zugänge nach den warmen Meeren prinzipiell anerkannt. Die jüng­sten sowjetisch-türkischen Besprechungen haben nach Exchange neuerlich die Frage einergemeinsamen Verteidigung der Meerengen im Bündnisfalle", d. h. einer Be­teiligung der Sowjetunion an der türkischen Meerengenwacht für den Fall, daß die Tür­kei sich am Kriege beteiligt, aufgeworfen. Großbritannien und die Vereinigten Staa­ten sind hiermit einverstanden. Aus diesem Grunde haben sie auch die Zuteilung eines Drittels der Badoglio-italienischen Kriegs­flotte an die Sowjetunion eingewilligt und es liegt auf der Hand, daß hinter dem neue­sten Wirtschaftsdruck der Encrländer und Amerikaner auf die Türkei sich mehr und Schlimmeres verbirgt, nämlich die Be­drohung ihrer historischen Rolle als Wäch­ter und Treuhänder der Meerengen zugun­sten der sowjetischen Aspirationen, für die bekanntlich MoMtow hei seinem Besuch in Berlin 1940 vercrebens die deutsche Zustim­mung gesucht hat.

Es ist klar, daß eine sogenannte Darda- nellenrepublik nur der Anfang der völ­ligen Absorbierung der Türkei durch die Sowjetunion wäre. Man kann die Beurteilung dieses Dokuments, das nunmehr aus englischer Quelle bekannt wird, soweit es die Türkei angeht, dem türksischen Volk selbst überlassen. Stellt man es ln den Ge­samtzusammenhang der von Norwegen bis zu den Meerengen und bis zum Milielmeer zum Ausdruck kommenden diplomatischen und mililärischen Forderungen der Sowjets und des auf der ganzen Linie sich voll­ziehenden Rückzuges der Engländer und Amerikaner, dann fügt es sich harmonisch in das Bild ein, das sich über die letzten Ziele der Sowjetpolitik in Europa ergibt.

Hiesige Tarnnetze überziehen Stellringen, fielt- kor usw. am Atlrmtikwall und schürzen gegen feindliche Fliegersicht. Der Posten ober, der sich an das angenehme Halbdunkel gewöhnt hat, sieht und hört alles in .seinem Bereich, PK-Aufn, Hrihle (HH.)

die UäskfähcuH^ mm du Keim

Von

Erich Glodschey

Der deutsche amtliche Bericht hat die Rückführung der deutschen und rumänischen Truppen von der Krim als eineeinzig­artige UebersetzbewegungV gewürdigt. Sie ist von den .Schiffen der deutschen und ru­mänischen Kriegs- und Handelsmarine sowie von Transportverbänden der Luftwaffe durch­geführt worden. Ueber den Nordwestt.eil des Schwarzen Meeres hinweg war ein wesent­lich weiterer Seeweg, zu überwinden als etwa bei der Räumung'von Korsika im ver­gangenen Jahr. Die Strecke von Sewa­stopol nach dem rumänischen Hafen Constanza ist viermal so lang wie der Seeweg von Korsika zur italienischen Küste, der noch außerdem durch die Insel Elba un­terteilt wird. Zwischen der Krim und der ru­mänischen Küste liegen 220 Seemeilen, was etwa der Entfernung von der deutschen Nordseeinsel Borkum bis zur Straße von- Dover und Calais entspricht. Die Transpor­ter hatten also eine Fahrt von 24 Stunden Dauer oder mehr zu unternehmen. Sie'konn- ten daher nicht das schützende Dunkel der Nacht in Anspruch nehmen, sondern waren auch am hellen Tage den Angriffen, beson­ders der sowjetischen Luftwaffe ausgesetzt. Außerdem setzten die Bolschewisten ihr 9 Unterseeboote und teilweise auch Schnell­boote gegen die Transportfahrzeuge und be­gleitenden Kriegsschiffe ein.

Die Sowjets glaubten, als ihnen nach einer schon fünfmonatigen Isolierung der Halbinsel Krim von den Landverbindungen durch den Masseneinsatz von Menschen und Material der. Einbruch in die Abwehrstellun­gen gelungen war, daß ihnen die Besatzung der Krim damit bereits ausgeiiefert sei. Aber es gelang nicht nur die Absetzbewe­gung der deutschen und rumänischen Trup-, pen auf Sewastopol, die Anfang April be­gann, sondern es ist auch möglich gewesen, dann Sewastopol trotz starker feindlicher Gegenwirkung als Ausgangspunkt der nun glücklich .vollzogenen Rückführung an cjie rumänische Küste zu benutzen. Ja, auch die letzten Nachhuten, die schließlich noch' außerhalb von Sewastopol an ungeschütz­ten Buchten die Einschiffung deckten, sind von deutschen Schnellbooten noch abgeholt worden. Außer den deutschen und rumäni­schen Soldaten sind auch die uns freund­lich gesinnten Krimbewohner, die vor den Bolschewisten flüchteten, abbefördert wor­den. Selbst sowjetische Kriegsgefangene, die während der letzten Kämpfe gemacht worden waren, wurden nach Rumänien mit­gebracht. Diese Angaben zeugen ganz be­sonders von der klaren Planmäßigkeit und hervorragenden Du rchführung der Aufgaben, die bei dieser Seeoperation im Schwarzen Meer unter der Leitung des Kommandierenden Admirals Schwarzes Meer gestellt waren.

Der Seekrieg auf dem Schwarzen Meer steht seit Anbeginn im engsten Zusammen­hang mit dem gewaltigen Geschehen zu Lande an der Ostfront. Was deutsche See­leute auf dem Schwarzen Meer geleistet haben, steht daher naturgemäß im Schatten der Landkämpfe. Um so mehr verdienen diese Leistungen die Anerkennung des deutschen Volkes, wenn es dem Wehrmacht­bericht einmal wie in diesem Falle möglich ist, den stillen Kampf deutsche^ Seeleute auf dem Schwarzen Meer in aller Oeffentlichkeit hervorzuheben. Angesichts der zahlenmäßigen Stärke der sowjeti­schen Schwarzmeerflotte.die auch heute noch über ein Schlachtschiff,.mehrere Kreuzer, eine Anzahl Zerstörer sowie zahl­reiche Untefseeboote und Schnellboote ver­fügt, war es für die deutsche und rumänische Kriegsmarine mit jhren leichten Seestreit­kräften nicht möglich, nach einer Se* schiächt mit der feindlichen Hauptmar zu streben. Aber dennoch sind durch un« Unterseeboote und Schnellboote, die