Ausgabe 
(19.4.1944) 108
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parteiamtliche Tageszeitung der Nalionalsozic

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Bremen: Geeren 6 8. Rul 2 18 31: Nachtrut unr sonntags 2 47 65: ObernstraBe 86. Rul 2 19 3) Syke:- Mühlendaram 2: Br -Hemelingen: Bahr holstraße 6. Edre Poststraße. Rul 4 34 58: Bt Vegesack Rnhrstt 24 Ruf 4 0 8: Br Blume: th:il Knp' naMmann Str .143 Rn' 8R o ►'

der Nationalsozialisten Bremens

AmtMch.es Verkündungsblatt des Peichsslatthallers >n Oldenburg und Bremer

14. Jahrgang

Amten,

Mittwoch, den 19. April 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

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Treue zum Führer der Jugend größte Ehre

lülnohme der Zehnjährigen in die Hitler-Jugend - Reichsfeier mit Reichsjugendführer Axmann in der Marienburg

Felsen sichern die Aegäis

Ssi sparsam mH rAKSda"

, Breitestr. is Donners- ■mit Marte ilich, Theo rbot.

, Breitestr. fMiltn-och).

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1“, Kasper- von Dorn-,

:„b Marienburg, 19. April. Nach -’Vebernahme der Besten der deutschen Lj in die NSDAP., nach der Verpflich- W jer Jugendlichen, denen das Leben ln Gemeinschaft und am Arbeitsplatz eine ■ Verantwortung aulerlegt, erfolgt

■ am Vorabend des Führergeburtstages mit di es e m Uainahme der Zehnjährigen in die

w»ltk l '® ! "“ Hler-Jugend. Diese Feiern sind Ausdruck «i'bekonnl, W ( „ ( teJ beständigen Erneuerung der Gemeln- heil,e l 'ithtinw.,,.L iiil des deutschen Volkes aus seiner iniederu. ' nod Sie sind aber auch ein Zeichen ^«"erMengsnn jaß die Erziehung der Jugend trotz Slnd , so bringe it ( ,„ L Krieges nicht abreitit und in ihr die nie krie gsbedian|..i" ,htmende nationale Kampfmoral begrün-

Vor.iBB. • “ liegt. Feber allen diesen Feiern steht

n ° nis ®%j( ^ Bekenntnis zum Kampf des Reiches und inu»kl., h:Gelöbnis der Treue zum Führer. In der

JvtlANNA.WOIFIK larienburg, die von der Hitler-Jugend Beruh, (ion immer als Wahrzeichen deutscher läiidwacht im Osten erwählt wurde, nahm fcStsjugendführer Axmann die Zehn- Jiigen in die Gemeinschaft der Jugend

•feWtePMäu.a, ,# ”p — “ e]dete 1,6111 FU1,rer zu seinem Ge- . t ™ ^ „isijg, dali ein neuer Jahrgang zum Die- ** « z * f 9 # *»8eii"l'lEi j(t a für Deutschland angetreten ist.

») bodiMjndgidjj je Reichsjugendführer bezeichnete die btWbt Ibooi do puhme der Zehnjährigen am Geburtstag k Führers als der deutschen Ju- ä ud schönsten B r a u c h. Der Kampf eine haßerfüllte Welt lasse die Weihe solchen Stunde tiefer empfinden, da vom unbegrenzten Vertrauen der deut­en Eltern und vom gläubigen Bekenntnis irer Jüngsten zu Adolf Hitler getrageu Mil diesem neuen Glied der Kette kamp­ier Geschlechter mehre sich die Bürg­et für das ewige Dasein unseres Volkes, eher dem Weiheort liege vernehmlicher je zuvor das harte Ringen am Ost­abendländischen Kultur. „Die Ma- so sagte “Artur Axmann, „ist' ordener Ausdruck unserer Sendung, starke Schild des Abendlandes gegen Mrohung der östlichen Steppe zu sein, vielen Jahrhunderten auf uns Gegen- ige überkommen, ist ihr Sinn aber so klar erkannt-,-.worden, ..wie - in lagen, da des Reiches und Europas zur Frage unseres Lehens geworden ■'So liege im Bekenntnis der Zehnjähri­ger der kämpfenden Front im Osten i liefe und ernste Bedeutung. Diese an- f i ungmädel -seien ge-

^Uufihre Art dieser Entscheidung zwi- öa kulturlosen Steppe und dem schöpfe- Ken Geist 'zu dienen. ■

■-J der Erziehung der Jugend, so führte rlteichsjugendführer aus, schaffe dje Na- 'leine Waffe, die kommende Schlachten entscheide. Früher habe der junge

') Di« bekannten „ZebgemöBen Reieph'

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’f le Pimpie und Jungmädel, erstmals er gleichen Uniform, richtete Artur Mn den Appell, immer in unzertrenn­

barer Kameradschaft zusammelizustehen. In eindringlichen Worten forderte er sie auf, die Tugenden unserer Besten zu leben: „Lernt gehorchen, nur gehorsame Menschen erwerben das Anrecht auf Befehlen. Habt Freude an der Verantwortung, sie befähigt euch später zum grollen Entschluß. Lernt das Schweigen, meidet das belanglose und leere Wort. Liebt die Wahrheit und steht Uir eure Fehler ein. Stählt euren Willen und macht euch hart, nur wer härter ist als die Not, besteht in der Welt des ewigen Kampfes. Pflegt eure Begabungen und übt euch im Fleiß. Bewahrt euch den Idealis­mus und die Kraft der Begeisterung. Seid stark in der Hebe zu eurem Volk und un­erbittlich im Haß gegen seine Feinde. D i e

Treue zum Führer aber sei eure größte Ehr e.“

An die Führer und Führerinnen det Hit­ler-Jugend gewandt, traf der Reichsjugend­führer die Feststellung, daß wohl zu keiner Zeit der Führung der Jugend ein größeres Maß an Verantwortung auferlegt worden sei. Das siegreiche Bestehen dieses Krie­ges entscheide der deutsche. Mensch und die Waffe in seiner Hand. Das Schwert dieses Krieges zu schmieden, liege in der Verantwortung des gesamten deutschen Volkes..

„Die kämpferische Gesinnung und Hal­tung des jungen Waffenträgers aber“, so fuhr Axmann fort, „krönt erst das. Werk der Schaffenden in der Rüstung. Jedes

Heim und jede Schule, jedes Elternhaus und Jeder Arbeitsplatz müssen daher Stätten sein, in denen der junge deutsche Mensch für seinen Soldateneinsatz geschmiedet und in seiner ArBeits- und Widerstandskraft für den Sieg gehärtet wird.“ Von alten Erzie­hern und Führern der Jugend müsse daher erwartet werden, daß sie in ihrem persön­lichen. Leben und in ihrem Dienen Vorbild seien, um das große Vertrauen der deut­schen Eltern stets aufs neue zu gewinnen.

Mit dem Treuegelöbnis der großdeulschen Jugend,' die sich millionenstark in Stadt und Land um ihren Führer vereinte, schloß die Reichsfeier am Vorabend des Fülirergeburls- tages.

Der Führer nahm Abschied von Adolf Wagner

Das Goldene Kreuz mit Eichenlaub des Deutschen Ordens verliehen — Dr. Goebbels sprach im Traue>

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dnb. München, 17. April. Am Montag­nachmittag. wurde in München der er,sie Gauleiter des Tradiliönsgaues München- Oberbayern, Staatsminister SA.-Obergrup- penführer Adolf Wagner, zu Grabe ge­tragen. Der F iah rer an der Spitze der Reichsleiter, Reichsminister, Gauleiter und Generale der Wehrmacht nahm in einem Trauerakt im Kongreßsaal des Deutschen Museums Abschied von dem glühenden Nationalsozialisten.

Der Führer hat Gauleiter Adolf Wagner das Goldene Kreuz mit 'Eichen­laub des Deutschen Ordens ver­liehen. Das KämpfeMum und die Bewäh­rung Adolf Wagners haben überdies noch eine besondere Ehrung durch die Beisetzung seiner sterblichen Ueberreste bei den Ehrentempeln am Königsplatz erfahren.

Nach der feierlichen Aufbahrung Adolf Wagners im Sterbehaus inEfad Reich en- h a 11 erfolgte die Ueberiülmmg in das Maximilianeüm in München. Am Sonntag war der Bevölkerung. der Hauptstadt der Bewegung noch besonders Gelegenheit ge­geben, von Gauleiter Adolf Wagner, dessen Sarg inmitten einer Fülle herrlicher Kränze aufgebahrt war, Abschied zu nehmen. Am Montagvormittag fand die feierliche Ueber- führung in den Kongreßsual des Deutschen Museums statt.

Flöhepunkt der Ehrung für den fanati­schen ' Verfechter der Ideen des Führers war der Trauerakt im Kongreß-Saal des Deutschen Museums, der seine • Weihe 'durch die Anwesenheit des Führers. er­hielt.

Reichsminister Dr. Goebbels und Gau­leiter Paul G i e s 1 e r. geleiteten die Hinter­bliebenen in den Feierraum, wo sich inzwi­

schen vier Mann der Waffem-jj -mit dem Lorbeerkranz des Führers neben den Trä­gern der Ordenskissen postiert hatten. Die letzten Ehrenposten zogen auf: je zwei

Gauleiter, SA.-Gruppenführer, Generale und Marschierer des 9. November.

Als der Führer mit seiner Begleitung den Saal betreten' hatte, leitete der Trauer­marsch aus der „Götterdämmerung" von Wagner, vorgetragen durch das Orchester der Bayerischen Staatsoper unter Professor Clemens Krauß, über zu der ergreifenden Ge­denkrede des Reichsministers Dr. Goebbels.

Dr. Goebbels spricht

Der Minister führte u. a. aus: „Die na­tionalsozialistische- Führerschaft bildet eine Kameradschaft, auf Leben und Torj einander verschworen.. In ihr ist das germanische

(Fortsetzung auf Seite 2)

England völlig von der Außenwelt abgeschniiten

Fremde Diplomaten dürfen die Insel nicht verlassen - Strenge Zensur - Alliierte sagen: „Ein Invasionssignal"

Eigener Bericht

•BZ. Berlin, 18. April. Reuter hat eine Sondermeldung veröffentlicht, daß von Mon­tag, dem 17. April, 24 Uhr ab, ausländische Diplomaten und Kuriere die englische Insel nicht mehr verlassen dürfen. Ihr Diplo­matengepäck ist einer strengen Zensur unterworfen. Telegramme und Briefe dür­fen nur in Klartext abgefallt werden und unterstehen ebenfalls der Zensur. Der, Ge- leitflugverkehr zwischen England und Schwe­den ist ab sofort eingestellt worden. Diese „Sicherheitsmaßnahme", die Reuter als „die dramatischste Anordnung, die bisher im Zu­sammenhang mit’ der zweiten Front ge­troffen wurde", bezeichnet, gab das britische Außenamt am späten Montagabend bekannt. Von dieser Bestimmung sind allein die Diplomaten der USA., der Sowjetunion und des Britischen Commonwealth ausgenom­

men, Eire jedoch nicht. Auch Tschungking- China wird nicht unter diesen Ausnahmen erwähnt; ein Zeichen also, daß Tschung- 'king-China bereits als Bundesgenosse der Plutökraten und Bolschewisten abgeschrie­ben ist.

In London wird betont, daß über diese einschneidenden Maßnahmen , ein Meinungs­austausch mit den USA.- und der Sowjet­union stattgefunden hat. In der amtlichen britischen Erklärung des britischen Außen­amtes wj.rd die Ausnahme wie folgt be­gründet: „In Anbetracht der beispiellosen Verhältnisse, die durch die in diesem Jahr bevorstehenden militärischen Operationen geschaffen wurden, und angesichts der un­achtsamen Bekanntgabe von Informationen, die dazu 'führte, den Feind zu unterstützen, oder die die- Engländer und die Alliierten unnütze Blutopfer kostete, trat sich die Re-

eireiung der tapferen Tarnopol-Kämpfer abgefchloffen

25 Tage erbittertes Ringen gegen zehnfache Übermacht — Sowjet-Kampfgruppe am Dnjestr vernichtet

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Aus dem Führerhauptquar- ’ 8 : April. Das Oberkommando der lnnacht gibt bekannt:

* Kampfraum von Sewastopol schei- : sil j ersuclle der Sowjets,- ein beherr- Air , llen gelände zu nehmen. Ueber 'dien Krim schossen deutsche Jagd- s «wiT ' 7 in heftigen Luftkämpfen

iljrkni- ISChe Flu 9 z euge, in der Masse lern le ' ,er ' Fiak elf weitere Flugzeuge ill i. 11 , 1 ! 1 F a m b e r t vernichtete allein ® kindliche Flugzeuge.

■ : iv U !'. teren Dnjestr und im Raum von , die Wucht der feindlichen An- 3 siern etwas nach. Eine über den riie ,. selz . te feindliche Kampfgruppe '"■! ernic btet. In der östlichen-Buko- tspiea 9t en rumänische Truppen '-j , Kräfte. Im Raum Delatyn— ä u Ut> d östlich Stanislau brachen ■•«n't “ lln 9 ar 'sche Verbände hart- di e ^ e ‘udlichen Widerstand und war- -■% ; Ur (j' r '|| e,s unter hohen blutigen Ver-

il* j * r n 0 P o 1 kämpften sich weitere “ ’är[ en esa J z ung befehlsgemäß zu den ' n 3!_ if!s kämpfen vorgedrungenen, '' dile wirkungsvoll unterstützten - - Dam t S leeres und der Wafien-W 11111 der heroische Kampf der ; ; ,\ ft ?. ntet Führung des am Vortage 'riien ruc,1 s gefallenen und in- gj' D m , Führer mit dem Eichen- :sn Mpi ltter kreuz des Eisernen Kreu- d 0rj [ net ® n Generalmajors von r«J,i * seinen Abschluß gefunden. ^Rortilio er,litter ten Ringen hat sie, von

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. ^hrhjf'^^esehwadern trotz stärkster v 'ttsomt >Wetlr ln aufopferndem Ein- ■' leh dem ^ nst,lrm einer mehr ach en feindlichen nnd i, , 1 bei schwerstem Artillerie- und ." fen <ien Luftangriffen standge- 1 Urr h das “'

stand unmöglich machten, wurde der Befehl zum Ausbruch gegeben.

In der vergangenen Nacht griffen starke deutsche Kampffliegerverbände die Bahn­anlagen von Ki e w mit guter Wirkung an. In den Zielräumen entstanden -mehrere Großbrände und ausgedehnte Zerstörungen.

In Italien brachen Stoßtrupps einer ost­märkischen Grenadier-Division in die feind­lichen Stellungen ein und sprengten zahl­reiche Unterstände.

Nordameyikanische Bomberverbände führ­

ten tm Laufe des 17. April erneut Terror­angriffe gegen Städte Südosteuropas, be­sonders in Belgrad entstanden Schäden in Wohnvierteln und Personenverluste. Unter schwierigen Abwehrbedingungen wurden sechs feindliche Flugzeuge von deutschen und bulgarischen Luftverteidi­gungskräften abgeschossen. In der letzten Nacht warfen einige britische Flugzeuge Bomben auf das Stadtgebiet von Köln. (Vergleiche auf Seite 2: „Der Heidenkampf in Tarnopol“.)

General Kreysing erhielt die Schwerter

Einen entscheidenden Durchbruch erzwungen

dnb. Berlin, 18. April. Der Führer ver­lieh am 13. April das Eichenlaub mit Schwer­tern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an General der Gebirgstruppen Hans K r e y- sing. Kommandierender General eines Ar­meekorps, als 63. Soldaten der deutschen

Wehrmacht. , __

General Kreysing' hat das Ritterkreuz am 29. Mai 194.0 und am 20. Januar -.1943 das Eichenlaub erhalten.

Im Sommer und Herbst kämpfte er sich als Kommandierender General eines Armee­korps nördlich des Asowschen Meeres an den Dnjepr zurück, verteidigte vier Wochen lang gegen fast pausenlose Angriffe des zahlenmäßig vielfach üherlegenen Feindes den Brückenkopf von Sa P oro ^ e z U ahlreicUen

seine Truppen

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vorbildlicher Haltung auf das Westuler des Dnienr zurück. Als Anfang Februar 1944 der Brückenkopf Nikopol g^umt wurde^ hatte General Kreysing die besonders

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fünftägigen schweren Kämpfen gegen die immer -wieder in Flanke und Rücken an­greifenden Sowjets wurde am 7. Februar 1944 der Durchbruch erzwungen. General Kreysing hat sich stets persönlich rück­sichtslos eingesetzt. Seiner Tapferkeit und seiner überlegenen Führungskunst sind zum erheblichen teil die Erfolge des von ihm geführten Armeekorps zu -verdanken.

Das Eichenlaub verliehen

dnb. Aus dem FUhrerhauptquar- tier, 18. April. Der Führer verlieh am 13.' April das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generalleutnant Johannes Mayer, Kommandeur der rhei­nisch-westfälischen 329 Infanterie-Division, als 453. Soldaten der deutschen Wehrmacht.

Generalleutnant Mayer war bei Ausbruch des gegenwärtigen Krieges Bataillonskom- mandeur in einem Delmenhorster Grenadier; Regiment. 1942 wurde er zum Divisions­kommandeur ernannt.

Der Führer verlieh am 4. April 1944 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an • Generaloberst Petre Diimi- trescu, Oberbefehlshaber einer rumäni­schen Armee.

gierung wider Willen gezwungen gesehen, diese ungewöhnliche Sicherheitsmaßnahme zu ergreifen".

Höhepunkt des Nervenkrieges oder Startzeichen?

Drahtbericht unserer Berljner SchritUeitung ■ BZ. 'Berlin, 18. April. Die Unterbindung des gesamten diplomatischen Verkehrs der ausländischen Vertretungen in London stellt nach den Aeußerungen der britischen Presse „ein Invasionssignal“ dar. 'Man spricht von einer „noch nie dagewesenön Maßnahme in einer nie dagewesenen Lage“ und leitet ihre Berechtigung davon ab, „daß bald eine der größten militärischen Unter­nehmungen der Geschichte durchgefiihrt werden soli.“ Eine kühle Betrachtung der Lage muß zu der Feststellung führen, daß es sich bei dieser Meldung entweder um einen echten Auftakt zur Invasion handelt, oder daß sie in den Rahmen der Maß­nahmen des Nervenkrieges fällt, in beiden Fällen können wir den Engländern schon heute versichern, daß die gewollte Wir­kung auf das deutsche Volk ausbleiben wird.

Churchill selbst kündigte in seiner Rede am 26. März an, „daß es zur Täuschung und Ueberrumpelung des Gegners wie zur Uebung unserer eigenen Kräfte zahlreiche falsche Alarme, zahlreiche Finten und viele Generalproben geben wird.“ Wir sind weit davon entfernt, uns den Kopf darüber zu zerbrechen, ob es sich hier um falschen Alarm, um eine Finte oder um eine General­probe hapdelt. Sollte es sich allerdings um den tatsächlichen Auftakt der Invasion han­deln, so würden die Anglo-Amerikaner in Kürze Gelegenheit zu der Feststellung er­halten, daß Deutschland für diesen Fall bis auf das Letzte gerüstet ist.’ Der Feind wird sich dann wundern, welche Trümpfe das Reich für diesen KampJ in den Händen hat.

Daß auch-dieser britische Schritt einen, neuen flagranten Bruch des internationalen Rechts bedeutet, kann bei der allgemeinen Mißachtung der Engländer gegenüber den geltenden Rechtsgrundsätzen nicht wundem. Bis heute'zählte die Unverletzbarkeit des diplomatischen Gepäcks und die Freizügig­keit der Diplomaten zu den vornehmsten Vorrechten der Abgesandten fremder Staats­oberhäupter. In diesem Vorrecht dokumen­tierte sich die Souveränität der Staaten, die eifersüchtig darüber wachten, daß ihre eige­nen Hoheitsrechte in den Privilegien ihrer Diplomaten respektiert wurden. Um der Mißachtung der Neutralen noch deutlicher Ausdruck zu geben, wird in London offdn angedeutet, daß deren Diplomaten eventuell militärische Geheimnisse durchstecken und verraten könnten. Noch niemals sind be­glaubigte Vertreter fremder Staaten unter schlimpflicheren Verdacht gestellt und mehr beleidigt worden als liier.

Mit einem Achselzucken erkennen einige neutrale Blätter die mißliche Situation an, in der sich die Anglo-Amerikaner befinden. Denn: „Sollte die Invasion mißglücken, und sojlten die Deutschen diese größte Unter­nehmung der Weltgeschichte in ein neues Dünkirchen verwandeln, so sieht die wei­tere Entwicklung öes Krieges für die Alli­ierten bedrohlich aus."

ln dtis l'elseiigeslrin des nuhe tili die Meeres­küste reichenden (*ebirges wurden genau wie um Atlantik Bunker neben Bunker gesprengt. l'reBlitjtbührer mttchen SpreugUieher, FK-Au/n. Kriegsberichter Schlickuni^UUl.)

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Von

Fritz Seidenzahl

In

.ilzbrunn fand in aller SLiliu eine europäische sozialpolitische Tagung statt. Gute Dinge wollen mitunter ohne Rampen­licht reifen, daher wurde es nicht für nötig gefunden, die . äußerst fruchtbaren Bespre­chungen mit Pauken und Trompeten zu be­gleiten. Das Schlüßprötokoll dieser Salzbrun- ■ ner Tagung mit 17 geschliffenen Entschlie­ßungen spricht für sich, selbst. Es enthält Wollen und \Wissen berufener europäischer Sozialwissenschaftler, und eine wissenschaft­liche Diskussion war es, die sich in Saiz- brunn im Verlauf ’ mehrerer Tage abspielte. Einheit der Grundmeinung konnte erreicht werden, nämlich Abkehr von der marxisti­schen Klassenkampfpolitik wie von'der libe- ralkapitalistisclien Fürsorgepolitik,- statt .dessen Bekenntnis zum völkischen Sozialis­mus. Das bedeutet nicht nur ein Auswech­seln von Worten und Begriffen, sondern eine Abkehr -von bisher für ausreichend ge­haltenen sozialpolitischen Mitteln, mit dem Ziel einer umwälzenden Reform, die vor allem zuerst in den Köpfen stattfinden muß. Die Welt .sollte endlich .begreifen, daß es nicht genügt, noch eine Altersversiche­rung mehr in den Lebenskampf einzubauen. . Was von der herrschenden Generation er­wartet, ja, verlangt wird, ist nichts weniger als die Neugestaltung des sozialen Lebens, ausgehend von der Erkenntnis, daß die ar­beitenden Menschen, die überwiegend ohne Besitz und Einfluß leben, nie wieder Spiel­ball anonymer Wirtschaftsmächte werden dürfen. Das andere Extrem muß freilich ebenso vermieden werden: der Staat als In­validenversicherungsanstalt. Auch dieses törichte Ideal ist abzutun, es hält nicht stand im, Kampf gegen den ewigen Güter- mangel. Zum' Recht auf Arbeit gehört die Pflicht zur Arbeit, zum Rpcht auf Lohn ge­hört die Pflicht zur Leistung.

In Deutschland brauchen wir über diese Lebensfragen nicht mehr zu streiten. Wir haben alle sozialpolitischen Systeme und Methoden ausgeprobt und wissen aus mit­unter unerfreulicher Erfahrung, was not tut. Aus den deutschen Erfahrungen kann ein ganzer Kontinent lernen. An dem deutschen Reformwillen —-der nicht theoretisch ist, sondern Stufe ,um Stufe, unmefklich oft für die Betroffenen, in die Wirklichkeit umge­setzt wird, — könnten sich viele .europäi­sche Politiker entzünden. Die soziale Not ist doch überall die gleiche: fast jeder Ar­beiter, der' an der Erzeugung moderner zivi­lisatorischer Produkte und Genüsse mit- wirk(, würde schon gern 'auf Flugzeug, Kraftwagen und Elektrokühischrank verzich­ten, wüßte er mir immer, daß er übers Jahr noch Arbeit und B rot hat. Solche die Völker beherrschende Ungewißheit der ma­teriellen Existenz muß beseitigt werden. In den Salzbrunner Entschließungen ist ein Weg gezeigt worden. Anderß als in den 300 oder ,400 Paragraphen des Beveridge-Planes, der sich im Gestrüpp versicherungstech­nischer Berechnungen verliert, aber nur an einer einzigen Stelle das Sturmläuten hört, werden in siebzehn- Grundregeln die sozialen Nöte abstrahiert, sachliche und ethische Schlußfolgerungen daraus gezogen und die Stichworte für das politische Han­deln gegeben.

Hier müssen wir uns mit’ eiriem knappen Auszug begnügen, auch auf die Gefahr hin, daß er ein wenig nüchtern wirkt, jedoch ist mit diesen Salzbrunnet Entschließungen das Ringen, um die soziale Neuordnung Europas nicht beendet, es hat erst begonnen. Zwei­fellos werden wir bald mehr hören. Hin folgen neun der siebzehn Entschließungen in Kurzfassung:

Ausgangspunkt jeder sozialistischen Ord­nung ist die Volksgemeinschaft; ihr ordnen sich alle Einzelinteressen unter; sie sichern Leben und Fortbestand der Persönlichkeit.

Die Gemeinschaft ist nur lebensfähig, wenn sie sich auf Persönlichkeiten stützen kann, die ein größtmögliches Maß von Ver­antwortung der Gemeinschaft gegenüber auf sich nehmen.

Die .Leistung für die Gemeinschaft be­stimmt den- sozialen Rang und die soziale Stellung der Persönlichkeit.

Die erfüllte Pflicht der Arbeit ist die Voraussetzung für die Zugehörigkeit zur

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