Ausgabe 
(8.4.1944) 98
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GescKSflsstellent

Bremen: Oeeren 6/8, Rut 2 IS 31; Nachtnil und sonntags 2 47 65; Obernstraße 88. Rat 2 19 31! Syke: Mühlendamm 2; Br.-Hemelingen: Balm­hofstraße 6. Ecke Poststraße, Ruf 4 34 58; Br.« Vegesack: Rohrstr. 24. Rnf 4 n. 8: Br.-Blumen* thal, KapL-Dallmann-Str. 41/43, Rut 83 n. 89

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arieictmlllche Tageszeitung

U des Regierenden Bärgermaiater» der Freien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkiindungsblatl des Reichsstatthaliers in Oldenburg und Bremen

Sonnabend, den 8 . April 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

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1 i n , 7, April. Ser britische Innen- ' (, 4in ery deutete in einer aufseheir- jen Erklärung an, daß sich in den Uien Monaten Lebensmittelmangel in B a | s nicht außerhalb des Bereichs Väqlichkeiten“ angesehen werden ü» Er traf diese Feststellung vor dem Unterhauses, als er die Gründe b indische Hungerkatastrophe im Jahr zu definieren versuchte und K Frage antworten sollte, ob aus- y, Vorbereitungen getroffen würden, 1 Wiederkehr der erschütternden jnage britischer Regierungskunst in

ausiuschließen.

Argumentation Amerys ließ erkennen, ■ britische Regierung sehr wohl die ; iner indischen Hungerkatastrophe -hatte, jedoch aus den bekannten

fertig.

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eurer- iebter »gehen muß elkers 4/ß- ntr, rerdeo tinark untren ie T^e- aigem besten ichten »dingt Lang- lerlin

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in Bremen,'OlJwbiirf. U» Xordht»jjn . aufgenoiDin». t jalirisje fftpliliche AmhiHüii sfantl. Aiw-hlußpriifuj. nHhmeslt«*i\18—35 auRsetznng:: Gute abjwck! lüldung,, charÄklerlicbe Et . und . häiwwirtiohtftüfb« K • nisse. Flir Miidel untsr 11 erfoljrt Einsatz als \'SV,- sVhüterin.' Auskunft erteilt: Tfeichnhumi deutsch, friiv-i f4audiPDstst#ilIe Weier-E». dttnbnrg (t)Itll».), Hiarw' fVrurWf:

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godon geltehl begründete indilche Auffäffigheit

isnminister Amery kündigt neue Hungerkatastrophe an — Britannien unfähig, sein Weltreich noch lange zu halten

politischen und militärischen Gründen nicht gewillt - war,, entsprechende Gegenmaßnah­men, einzuleiten.' So gab Amery die kriegs­bedingte Einstellung der Einfuhren von Reis die Schuld, der mangelhaften Regie­rungsapparatur „zur Kontrolle der Reiserzeu- gung im eigenen Lande, deiü M^nsum, läfer Zunahme der Bevölkerung ünd der Begreh-, zung des Schiffsraumes. Besonders der letzte Grund habe die englische Regierung daran gehindert, die notwendigen Reserven heran- zutjringen, um durch dieses Warenangebot die inflationistischen Tendenzen zu unter­drücken.

In seinen Entschuldigungen für die kom­mende neue Hungerkatastrophe wies Amery dann weiter auf Pflanzenkrankheiten und ungewöhnlich starke Regenfälle hin, so daß die Getreideernte Anlaß zur Besorgnis gebe; Er fügte hinzu: „Die Sicherstellung gewisser

Ueberschuß-Mengen Reis geht der vorsätz­lich vorsichtigen Politik der Regierung zu­folge etwas langsam vor sich,

ein besonderes Hindernis dabei ist Je- ■ doch der Mangel an Vertrauen, der durch die Erfahrungen der beiden letz­ten Jahre Bedingt ist . .

Im Hintergründe dieser Auskünfte vor dem Unterhaus steht die starke Besorgnis Londons über, die Ereignisse an der indisch­burmanischen Grenze und ihre politische Auswirkung auf die gärenden indischen Massen. Die von Amery umrissenen Ur­sachen mußten von einer vorsorglichen Re­gierung in Rechnung gestellt werden. Eng­land dachte nicht daran. Rechtzeitig ent­sprechende. Maßnahmen einzuleiten. Die Art der Ankündigung einer neuen Hungersnot unterstreicht, daß die britische Regierung auch jetzt noch keinerlei Vorsorge trifft,

Id harten Kämpfen feindliche Gruppen zersdilagen

nicht Gegenangriff» deutscher und rumänischer Truppen - Weiterer Bodengewinn nördlich Czernowitsch sowjetische Angriffe nördlich Kowel gescheitert - Blutige Verluste des Feindes in Italien - Im Golf von Genua Artillerie-Schnellboot versenkt

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Ans dem Führerhauptquar- l April. Das Oberkommando der licht gibt bekannt:

In nördlich Odessa sowie zwischen und Prulh griffen die Sowjets er- is. Durch Gegenangriffe deutscher panischer Truppen wurden ln harten l feindliche Kampfgruppen zerschla­gt zahlreiche Panzer, Geschütze und Waffen vernichtet. Nördlich iinowitsch gewann auch gestern itgriff unserer Divisonen weiter Bo- i Abschnitt Stanislau-Tarnopol und Brody brachen unsere Truppen im feindlichen Widerstand und warfen fjets unter Abwehr heftiger Gegen- t weiter zurück. Flier hat sich der “ Klippel, Kompanieführer in einem is-Regiment, durch besondere Tap- B ausgezeichnet.

recht. Bremen-Horn, AIihE »lidi Kowel scheiterten stärkere

der Bolschewisten.

h N a r w a - Front brachen unsere >ain stark ausgebaute feindliche Stel­ein und wiesen Gegenangriffe der

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Villen zerstörten eigene Stoßtrupps ifa Bunker und vernichteten einen M des Gegners mjt seiner Besatzung, iwl halte hohe blutige Verluste und f ite Anzahl Gefangener. Feuerüber- Uifter Artillerie verursachten in Ma­rt Explosionen und anhaltende Uunkampfbatterien nahmen das Ha- *1 von Anzio und Nettuno bei Tag uhl virksam unter Feuer. ,™arlillerie-Regiment 135 (mot.) hat der Kämpfe in Italien seinen -“gieugabschult erzielt.

■tnngsfahrzeuge der Kriegsmarine j™ j m . Go 'f von Genua ein feind- Juilerie-Schne 1 boot und beschädig- ''etteres so schwer, daß mit seinem -; s 5 tu rechnen ist.

‘•Jesvorstöfien feindlicher Fliegerver- / “ äs sii dostdeutsche Grenzgebiet J "wn feindliche Flugzeuge abge- Außerdem verlor der Feind durch rt ' Hleidi gungskräfte über dem ita- - Kaun sechs Flugzeuge.

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“S'iBe feindlich

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, wir-- und Westdeutschland.

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G «rrans Heldentod

i-flü' ^ A P r n. Im Osten starb den 1 ; e neralmajor Gurran, Träger ,,;«Vum ^ isernen Kreuz.

1 -,J or J’ühI Gurran, Kommandeur

■'-’uek ' 1 ^ S20n ' der am 111 J anuar ■ Ov/ qeboren wurde, er-

: un( l Regimentskommandeur

" r emb er 1941 für hervorragende

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Führungskunst und beispielhafte persönliche Tapferkeit das Ritterkreuz .des Eisernen Kreuzes. Der General war aus dem Unter­offizierskorps hervorgegangen.

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dnb. Berlin. 6. April. Major "Werner Friedrich, am 7. 11. 1909 als Sohn des Lokomotivführers F. geboren, hat am 23. Dezember 1943 an der Ostfront den Helden­tod gefunden. Führer eines norddeutschen Grenadier-Regiments, hielt er. Mitte Dezem? ber gegen alle Angriffe des- Feindes seine Stellungen. Mehrmals e»geschlossen, kämpfte er sich mit wenigen Grenadieren wieder frei und warf die Sowjets im Gegen­stoß zurück. Die Verleihung des Ritterkreu­zes für sein zähes Ausharren hat der tapfere Offizier nicht mehr erlebt.

Neue Ritterkreuzträger

dnb. Führerhauptquartier, 7. April. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalleutnant Hans Krebs, Chef des deneralstabes einer Heeresgruppe; geboren am 4. März 1898 in Helmstedt (Gau Südhannover-Br.) als Sohn eines Oberlehrers.

Major Wilhelm Osterholt, Ba- taiilonskommandeur in einem pommersch­mecklenburgischen Füsilier-Regiment, ge­boren am "12. Januar 1914 in Bad Oldesloe (Gau Schleswig-Holstein), als Sohn des Buchdruckers O.

Hauptmann Hermann Volk, Abteilungs­kommandeur in einer kürhessischen Panzer- jäger-Abteilung, geboren am 8. Juni 1916 in Frauenzell (Kreis Kempten/Allgäu) als Sohn des sRektors V.

Häüptmann d. R. Kai Bräundle- Schmidt, Regimentsadjutant in einem norddeutschen Grenadier-Reg., geboren am 19. Juni 1917 in Flensburg (Gau Schleswig- Holstein) als Sohn des • Sehiffsreeders B.-S., im Zivilberuf ist er Schiffsreeder.

Oberleutnant Anton Schröter, Führer eines rheinisch-westfälischen Füsilier-Batl., geboren am 2. März 1920 in Heilsberg (Gau Ostpreußen) als Sohn des Bauunternehmers Schröter. 1

Oberfeldwebel Fritz PI i s k a, Zugführer -in einem Holzmindener Panzerpionier-Ba- taillön, geboren am 20. Dezember 1915 in Gelsenkirchen.

um eine Wiederholung des Massensterbens in Indien zu vermeiden. Die verleumdeten deutschen Kolonialmethoden waren anders 1

Brifisdies Krieqssdiiff explodiert

dnb. Istanbul, 7. April. Im Hafen von Beirut explodierte ein britisches Kriegs­schiff. Es gab zahlreiche Tote. Die Ursache der Explosion ist unbekannt.

USA.-Schiff zerschellt

dnb. Stockholm, 7. April. Ein ame­rikanisches Handelsschiff wich nur 60 Meter von der britischen Küste entfernt vom Kurs ab und lief durch einen Hagelsturm und schweren Seegang auf ein Felsenriff auf. Dabei zerschellte es in Stücke. 12 Be­satzungsmitglieder konnten gerettet werden: 62 der amerikanischen Besatzung ertranken.

„Roosevelt gefährdet die Zukunft"

Von unserem Vertreter

ws. Lissabon, 7. April. Wie „Newyork Times“ zu berichten weiß, erklärte auf einer Kundgebung in Dallas der Präsident der be­kannten USA.-Oelgesellschaften „Sun Oil Company“, daß die Einrichtung einer O ei­le i t u n g vom Mittleren Osten in das Mitteltneer durch die nordamerikanische Re­gierung selbst eine sehr ernste Gefährdung des zukünftigen Weltfriedens darstelle und praktisch gar nichts anderes sei, als ein direkter Anlaß zum nächsten Weltkrieg.

„Mißtrauen, Zynismus, Wirrwarr"

ep. Lissabon, 7. April. In einer Rede in Omaha richtete Wendeil Willkie außer­ordentlich scharfe Angriffe gegen Roosevelt und seine Berater, die, wie er feststellte, mit ihrer Politik lediglich all­gemeines Mißtrauen, Zynismus und Wirr­warr gesät hätten. Alles dies, erklärte Willkie, erschwere zusätzlich den Krieg und sei die logische Folge der Tatsache, daß die Roosevelt-Regierung ständig die politisefie' und militärische Kriegführung durcheinander bringe. N i e hätten Roosevelt und seine Be­rater eindeutig erklärt, wofür Nordamerika eigentlich kämpfe, sondern hätten dip USA. auf eine Politik festgelegt, die in geheimen Konferenzen von Geheimagenten ausgear- beitet worden sei. Das einzige Ergebnis ihrer Machenschaften sei eine allgemeine Konfusion, Enttäuschung und Erbitterung im alliierten Lager.

Enthüllungen über den Defaitismus in Ungarn

Aus der politischen Wundertüte einer europafeindlichen Clique — 40 Seiten falsche Prophezeihungen

Von unserem Vertreter

am. Budapest, 7. April. Mit der Auflösung der K 1 e i n 1 a n d w i r t.e p a r t e i ist, wie sich immer klarer herausstellt, ein Sammel­platz des Defaitismus 'in Ungarn beseitigt worden. Der Parteichef, Tibor von Eckardt, schon im März 1941 nach USA. emigriert, hatte dort ein ungarisches. „National­komitee“ gegründet.- In enger, Verbindung, mit der Klein-Landwirte-Partei arbeiteten sowohl die sozialdemokratischen Abgeord­neten als auch “ie Vertreter des „Legiti­mismus“ zusammen. Als Beweis für die ver­räterische Einstellung dieser Cliquen, deren geistige Häuptlinge der sozialdemokratische Abgeordnete Peyer, der Legitimist Graf Sigray und der Abgeordnete der Klein- Landwirte-Partei, Bajcsy-Zsilinski, Waren mag u. a. ein Memorandum der Unab­hängigen Klein-Landwirte-Partei an den da­maligen ungarischen Ministerpräsidenten von 40 Seiten herangezogen werden.

Es ist am 31. Juli 1943, also fünf Tage

nach dem Sturz Mussolinis, verfaßt und überreicht worden.

In diesem Memorandum heißt es u. a., daß die italienischen Vorgänge „agch dem

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%enderilcher Einlaß - geringer Effekt

'Gelungen des USA.-Uiwaffenchels im M ittelmeerraum

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' h °!*' '• April. Der Oberbefehls- . rtetikanischen Mittelmeer- , J 3 ^ a * ce r, hat seltsame Er- .• - J* eben ' die nur in zweierlei * ! sind. Entweder haben die

• . inenkane* von aller Welt lta ‘ienische Halbinsel er- _ ■ amerikanische General hat ‘ : - ;n t was für eine beispiel- i3 U- Heldemmit, Zähigkeit ünd ;■ 'iVirnr,-. Üle deutschen Truppen K~.hu. ® l n der Südfront. zurück-

Eaker erklärt beispiels- ü : ' är ' UftwaW die ,- Unzu längfichkei^ '’Uenkäni ,a - fdie^gleichwohl den

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S uj S V len Terrorverbänden ' - r ' uste zugefügt und auch ;o _ na a,1 dere Einschätzung ;• durfte) handgreiflicher, meer-Kriegsschauplätzen. rj i ‘ m "nterstellte englisch- s-Zwa*!»- 6 , 6 ' ta 9liyb ungefähr

von den Kampf- ■■ a “ Ansätzen der

General Eaker hat offenbar vergessen, daß es nicht so sehr auf die Anstrengungen als auf die Erfolge ankommt. Wenn die deutsche Luftwaffe ihre Einsätze rationeller gestaltet, so bedeutet, das zehn- oder zwan- ziqtache Uebergewicht der Engländer und Nordamerikaner keineswegs »Uiendeine Uebeflegenheit. Daß eine q.u a n l a t ve Uebermacht besteht, ist bekannt*und er härtet nur um so nachhaltiger den Eindruck von den deutschen Kampfleistungen im Süden. Im übrigen hat dieser Tageem Ko­minternblatt in Schweden den besten, Korn mentar über die englisch-amerikanischen Anstrengungen: an der Südfron^ von smn geqeben, in dem.es dort hieß, mlt d ® r *r‘ oljerung Roms sei bei Fortsetzung des b

herigen englisch-amerikanischen Marsch

tempos kaum vor Weihnachten 1997 zu rechnen. __

Der Unlerstaatssekretär im USA.-Außenmlniste- rium Stettinius traf am Freitag in London

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„Kümmerliche Führereigenschaften, „tr" USA -

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meinte die „Ftew tork Tune* .

müßten“, denn dem baldigen Ausscheiden Italiens aus dem Bündnissystem werde das ganze Dreierpaktsyslern zusammenbrechen. Die Verfasser des Memorandums wiesen stolz darauf hin ,daß ihre Parteileitung 1940 ganz allein gegen die Ratifizierung des An­schlusses Ungarns an das Dreimächteabkom­men gestimmt habe. Dann wird der unga­rische Ministerpräsident darauf aufmerksam gemacht, daß die Niederlage der Achse u n - mittelbar bevorstände.

Das Memorandum befaßt sich dann mit der internationalen Rechtslage Ungarns und kommt (ZU dem Schluß, daß sich aus dem Dreimächtepakt für Ungarn keinerlei Ver­pflichtungen (!) ergäben. So sei auch die Kriegserklärung Unqarns an die Sowjet­union und an die USA. im Gegensatz zum Geiste der ungarischen Verfassung erfolgt. Ungarn könne daher seinen kriegführenden Zustand beenden, wann immjr es wolle, „ohne daß der geringste Schatten des Vertragsbruchs oder der Biindnlsuntreue auf Ungarn fällt.“

Zur Vorbereitung müßten die Juden­gesetze beseitigt und mit „Siidsla- wien“ eine Aussöhnung angebahnt werden. Besonders erheiternd wirjeen die Teile des Memorandums, die sich mit einer,, anglo- amerikanischen Hilfe für einen derartigen Verrat befassen.

Inzwischen haben die Verfasser des Me­morandums, die heute alle hinter Schloß und Riegel sitzen, feststellen müssen, daß die erwartete angloramerikanische Armee nicht nur die östliche Hälfte, sondern auch die westliche Hälfte Ungarns, ja sogar den gan­gen Südosten Europas „vermieden“ hat.

Der Verrat Badoglios hat nicht zu dem er­warteten Zusammenbruch der europäischen Frönt in Italien .geführt und auch' die englisch-amerikanische Invasion agf dem Balkan nicht ermöglicht.

Die Cliquen hinter dem Memorandum waren in den letzten Monaten bemüht, in Ungarn nach französischem Vorbild eine „Volksfront“ zu errichten. Jüdische Rechts­anwälte rosaroter und dunkelroter Färbung versuchten, eine „gemeinsame Front der Ar­beiter, Bauern und der Intelligenz“ zu schaf­fen. Weder die Arbeiter noch die Bauern Ungarns haben sich daran beteiligt, und es blieben nur jene Intellektuellen übrig, die sich seit zwei Wochen *in Budapest nicht mehr auf den Straßen sehen lassen und die seit dem 5. April einen gelben Stern tragen müssen.

Bom hilft sich seihst

Von unserem Vertreter rd. Rom, 7. April. Die angesichts der schwierigen Versorgungslage Roms und sei-

ner 2,3-MilIionen-Bevölkerung getroffene Anordnung, daß jeder Römer berechtigt ist, mit eigenen Transportmitteln eine bestimmte Menge Lebensmitteln für sich und seine Familie in der näheren und weiteren Umgebung der Stadt zu kaufen und nach Rom einzuführen, hat ihre unver­zügliche Wirkung gezeitigt. Seit Inkraft­treten der Anordnung sind viele Tausende von Römern mit Transportmitteln jeder Art, darunter auch zu Pferde, Esel oder Maul­tier, unterwegs, um aus den Landprovinzen Lebensmittel nach Rom zu bringen. Die Be­völkerung gibt ihrer Befriedigung über die Anordnung Ausdruck, durch die es möglich sein wird, den bisher Rom beherrschenden Schwarzhandel in erträglichen G?enzen zu halten.

Gleichzeitig erging die Abweisung, daß die für Lebensmitteltransporte bestimmten, leer aus Rom nach dem Norden fahrenden Lastkraftwagen des Gouvernats Rom unent­geltlich Zivilpersonen mitzunehmen haben, die Rom verlassen wollen. Auch hier wurde beobachtet, wie viele Hunderte von Römern von dieser Fahrgelegenheit Gebrauch machen. Es wird geplant, die Bevölkerungs­ziffer Roms, die normalerweise 1,3 Millionen betrug, auf den Stand vor dem September 1943 zurückzubringen,

Dr. Goebbels auch Oberhaupt von Berlin

dnb. Berlin, 7. April. Der Führer hat dem Gauleiter von Berlin, Reichsminister Dr. Goebbels, in Abweichung von den dies­bezüglichen Bestimmungen des Gesetzes über die Verfassung und Verwaltung der Reichshauptstadt die Lenkung der Verwal­tung der ReichshaupUtadt zur Konzentration ihrer Kräfte, insbesondere für die Zwecke des Krieges, übertragen.

Reichsminister Dr. Goebbels, dessen bis­herige Funktionen als Reichsleiter und Gau­leiter der Partei sowie als Reichsminister durch diese Ernennung nicht berührt wer­den, führt in seiner neuen Eigenschaft die Bezeichnung „Stadtpräsiden t”. Nach seinen persönlichen Richtlinien und Wei­sungen leiten dfer Oberbürgermeister die Ge­meindeverwaltung und der Vizepräsident, auf den die dem bisherigen Stadtpräsidenten zustehenflen Aufgaben und Befugnisse über­gehen, die staatliche Verwaltung der Reichs­hauptstadt gemäß den Bestimmungen des Gesetzes über die Verfassung und Verwal­tung der Reichshauptstadt. Die Stellung der Reichshauptstadt in ihrem Verhältnis zu den obersten Reichs- upd preußischen Landesbe- üörden bleibt unberührt.

Bauten für die Energieversorgung

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Der sich ständig steigernde Ausbau unserer Rüstungsindustrie brachte einen starken Euer - giemehrbedarf mit sich. Daher mußten die be­stehenden Kraftwerke vergrößert und Neubau* anlagen erstellt werden. Reichsminister S p e c r obliegt als Generalinspektor für Wasser und Energie die Planung dieser Anlagen. — Unser Bild zeigt: ZJeber 15 Meter unter die Fluß­sohle reichende Tief bauten für die Gründung eines Flußkraflwerkes. ,

(Scherl-Bilderdienst-Aiitoflex)

Arnuifmiithe Seeienrnkwifep

Von

Konteradmiral a. D. Tägert

In London berichtete man kürzlich über eine bevorstehende Interpellation im Kon­greß der Vereinigten Staaten über Mißstände auf den neu erbauten Handels­schiffen. Die Vorwürfe, die man darüber hören wird, sind schwer: Die Schiffe be 1 * kommen Risse mit erinem'Geräusch, das sich anhört wie Kanonenschüsse, und wenn diese Risse einmal begonnen haben, verlängern sie sich wie Laufmaschen bei den Damen­strümpfen. Wenn diese Schiffe auf den Wellenkämmen stehen, zittern beide Enden wie Gelee. Die Kongreßmitglieder Magnuson und Senator Wallgren haben neun Not­schiffe in dieser Weise bersten sehen. Sie werden den Antrag stellen, daß diese Schiffe nicht zu Transporten benutzt wer­den sollen, ehe nicht eingehende Unter­suchungen stattgefunden haben.

Es handelt sich offenbar um Schiffe des sogenannten Liberty-Typs; dieser Notfrach­tertyp hat sich nicht bewährt. Man ging zu ihm über, da die zahlreichen letzthin in den Staaten neu entstandenen Werften nicht imstande waren, sofort hochwertige Schiffe zu bauen. Ein mit Automobil-Motoren an­getriebenes Standard-Schiff, die „Seeotter", hatte sich als völlig unbrauchbar erwiesen. Die Liberty-Schiffe, von denen etwa 1200 gebaut werden sollten, sind derbe Schiffe mit einer Tragfähigkeit von etwa 10 500 Tdnnen. Mit Stofe wurde berichtet, daß sie genau so gleichförmig seien wie Automobile, die aus einer Serienreihe kommen. Mit je­dem Schiff, das gebaut werde, gehe die Ar­beit schneller voran. Es werde angestrebt, daß ein Schiff innerhalb von 65 Tagen nach seiner Kiellegung fertig sei zum Auslaufen,

Die Reklameabteilung des bekannten Großunternehmers Henry Kaiser prahlte so­gar damit, daß auf einer dieser Juden­werften ein 10 500 Tonnen Frachtschiff nach der nur zehn Tagen vorher erfolgten Kiel­legung von Stapel gelaufen sei. Die eng­lische Fachzeitschrift „Engineering" kriti­sierte diese Art von Reklame auf das schärfste, indem sie darauf hinwies, daß die gesamte Zeit von zehn Tagen ja lediglich zum Zusammenfügen vollständig fertig ge­machter .Schiffsteile gedient habe.

Dieses Hasten gach Rekorden war wohl einer der Hauptgründe, daß sehr bald Kla­gen laut wurden, die Schiffe des neuen Typs müßten bereits nach wenigen Fahr­ten zu gründlicher Ueberholung eine Werft gehen. Als „lahme Enten" hatte bereits ein englischer Gewerkschaftsführer die neuen Notfrachter bezeichnet, als willkom­mene Beute für die Herren U- Boot-Kommandanten. Der Vorwurf rührt daher, daß man den Schiffen keine modernen Schiffsmaschinen, Turbinen oder Dieselmotoren, gegeben hatten, sondern ver­altete Kolben-Dampfmaschinen, welche die Schiffsgeschwindigkeit auf nur elf Seemei­len brachten.

Im Konvoidienst erfahrene Seeoffiziere erklärten, daß man heutzutage eine Durch­schnittsgeschwindigkeit von mindestens 17 Seemeilen für Geleitzüge benötige, denn Konvois von zehn Seemeilen Geschwindig­keit beständen oft aus Schiffen, die bei stürmischem Wetter so gut wie gar keine Fahrt voraus machten. Man kann sich vor­stellen, mit welcher Sorge die Füh­rer solcher Schiffe jedem schweren See­gang entqegensehen, wenn ihre Schiffe auf jedem Wallenkamm anfangen, an den En­den zu zittern wie eine weiche Masse. See­männische Vorsicht verlangt dann sorofäl- tigstes Beigedrehthalten des in seinen Grundfugen erschütterten schwachen Fahr­zeugs. Jeder U-Boot-Angriff aber macht rasche energische Kursänderungen des Kon­vois nötig, welche die Schiffe schwerster

gegnen-

Taktik