Ausgabe 
(28.3.1944) 87
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der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstatihaliers in Oldenburg und Bremen

^7.14. Jahrgang

Diensiag, den 28. März 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

Sowjelsturm gegen Sperriegel in Transnistrien Kamj 4 Mit AKtäetdam

Hohe Verluste im Süden der Ostfront Eindrucksvolle Abwehrerfolge im Mittel- und Nordabschnitt

Berlin, 27. März. Im Süden der 'I setzten die Bolschewisten am 26. ihre starken Angriffe in den bisheri- "rfungen fort. Am unteren ukraini- stießen sie wiederholt mit Kräf- ® u Regimentsstärke gegen unsere enköpfe Nikolajew und Wos- sk vor. Gleichzeitig versuchten l!!! Verbände, an mehreren Stellen den , überschreiten. Alle diese Unter- scheiterten, wenn auch bisweilen erst Urten Nahkämpfen. Gegen unseren urdiirchTransnistrien zwischen womaisk und Balta und darüber Bi bis an den Dnjestr gezogenen Sperr­et! richtete der Feind unter Bildung ört- üti Schwerpunkte mehrere starke An- jjt Die Vorstöße scheiterten unter Ab- -etag kleinerer Einbrüche am hartnäcki- jlVidersland der Heeres- und Waffen- ft- phände. Besonders schwere Verluste hatte feind im Kampf gegen Truppen einer srdivision, die im Brennpunkt schwerer anie stehend, mehrere hintereinander Inende Schützen- und Panzerwellen zer­leg. Fortgesetzt angreifende Nahkampf- eger unterstützten die Abwehrkämpfe. Sie achteten 31 Sowjetpanzer, von denen Träger des Eichenlaubes mit Schwer- i' 5 :8: , SSV - Reutlingen VfR.c pm Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes,

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srae» Schutzstellungen im Raum von und nach Westen gegen den Pruth. hei der Abwehr dieser Angriffe hatte Feind erhebliche Verluste. Flakartille- ier Luftwaffe vernichtete 30 Sowjetpan- imd zahlreiche weitere wurden durch äTeffer und hochgehende Minen außer gesetzt. Nördlich des mittleren war durch den Vorstoß der Bolsche- :r, zwischen Zbrucz und Seret nach- a Saum südlich Proskurow ein breiter otsprung entstanden. Diesen griffen Sowjets von Norden und Osten her hau. Energische Gegenangriffe hielten - den scharf vordrängenden Feind so ruf, daß der Zusammenhalt der Ver- Kagslinie voll erhalten blieb, obwohl a einigen Stellen unter dem heftigen W nachgab.

"fitere bolschewistische Angriffe

1 'du bei Tarnopol abgewiesen. Zur pJgung einer Flankenbedrohung traten ihete und Sturmgeschütze zu Gegen- SJ 8 ® an ' Sie drangen in feindliche Ar- uesfellungen ein und vernichteten acht '-Jibe. Im weiteren Verlauf des Angriff s c® sie die Sowjets aus mehreren Ort- ;lf » heraus und beseitigten durch 3 einer Frontlücke die Gefahr der ySsung. Feindliche Angriffe bei Brody ^ owe ' scll eiterten ebenfalls. Vor- -.-eliend konnten die Bolschewisten von -s und Nordosten in die Verteidigungs-

tonKowel eindringen. Die tapfere, seit -®n Tagen aus der Luft versorgte Be-

, 5 vernichtete die eine eingedrungene .-, L Ppe ' jis a uf geringe Reste, und rie-

H andere ab. Unsere Kämpfe zur Be- 1 ® 8er Einbruchsstelle sind noi h

ii'? e ' Bis nordwestlich Kowel " en ^ a 9en laufenden Gegenangriffe ij, n , trotz zähen feindlichen Wider- ,, 'n er an E°den. Nach Wegnahme In. »- , chaften bildeten unsere Trup- ..s, ni ruc * cen J t öpfe jenseits des Propjet- i,en stvT S ® dr d der Pnpjet-Sümpfe lutaei«"""' i-inrtu V Und ^ or Y n wieder aufleben-

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Hunderte von Gewehren und Maschinen­pistolen.

Südöstlich Witebsk hielt die Kampf­pause dagegen noch an. Der Feind hat hier seine schweren Ausfälle in den seit dem 21. März immer wieder gescheiterten Durch­bruchsversuchen, bei denen er außer Tau­senden von Toten und Verwundeten 42 Be­gleitpanzer und 25 Geschütze verlor, noch nicht wieder ersetzen können. Die Ge­fechtstätigkeit beschränkte sich daher auf Abwehr schwächerer feindlicher Vorstöße gegen die am Vortage im Gegenangriff zu­

rückgewonnenen alten Stellungsabschnitte. Im Norden der Ostfront flamm­ten die Kämpfe wieder stärker auf. Süd­östlich Ostrow versuchten die Sowjets un­ter Einsatz mehrerer Divisionen die deut­schen Linien zu durchstoßen. Unsere Grena­diere und Schulter an Schulter mit ihnen kämpfenden lettische Freiwillige der Waffen- H schlugen die Angreifer unter Abriegelung des einzigen von den Bolschewisten erziel­ten Einbruchs blutig ab.

An der Narwa nutzten unsere Truppen die gegenwärtige, durch hohe Verluste bei

den früheren vergeblichen Durchbruchsver­suchen entstandene Schwäche beim Feind zu Gegenangriffen aus. Von Artillerie, Pan­zern, Werferabteilungen und Schlachtflie­gern unterstützt, brachen sie in stark be­festigte bolschewistische Stellungen südlich der Bahnlinie NarwaVaiwara ein und be­reinigten dort eine ältere Einbruchsstelle. Die Höhe der feindlichen Verluste bei die­sem erfolgreichen Unternehmen steht noch nicht fest. Die bisherigen Meldungen lassen jedoch erkennen, daß die Sowjets wieder hart getroffen wurden.

Churchill mödite das englische Volk beschwichtigen

Eine mit gewaltigem amerikanischen Reklamegeschrei angekündigte Rundfunkansprache

Drahtbericht unserer Berliner' Schriftleitung

dr. w. sch. Berlin, 27. März. Churchill hat am Sonntagabend 45 Minuten lang im Rund­funk gesprochen. Die Rede, die erste Rund­funkansprache Churchills seit einem Jahr, war in einer selbst nach amerikanischen Be­griffen marktschreierischen Weise angekün­digt worden.

Die Stimmung, in die hinein Churchill seine Rede gehalten hat, wurde wenige Stunden vorher in folgendem Londoner Be­richt treffend widergespiegelt:Man hat

hier den Eindruck, daß die Leute sich wei­gern, Worte als Ersatz für Politik oder Aktionen hinzunehmen. Man will nichts mehr von Worten wissen, denen keine Hand­lungen folgen. Die Leute wollen von Chur­chill etwas über den Weg erfahren, den die Welt geht. Es herrscht hier eine weit ver­breitete Sorge über den Italienfeldzug. Die Menschen wollen wissen, ob in Moskau und Teheran tatsächlich Einigkeit erzielt worden ist, wo doch alle Beweise dagegen sprechen und steigende Besorgnis erwecken. Ebenso herrscht eine wachsende Ungeduld über die Wiederaufbaupläne der Regierung. Die Kri­tiker Sind- der Meinung, daß Churchill, an einer Nachkriegsplanung nicht ernsthaft in­teressiert ist. Also steht er. vor der Auf­gabe, nicht nur das Land für die schreck­liche bevorstehende Aufgabe anzufeuern, sondern auch die aufgekommenen Zweifel zu beschwichtigen.

Churchill bemühte sich, seine Zuhörer durch einen Ueberblick über die militä­rische Entwicklung zu trösten, aus der er die Gewißheit eines Sieges abzuleiten ver­suchte. Er konnte aber selbst bei diesem Ueberblick nicht die Enttäuschung über schwere Fehlschläge verhehlen. Er gab zu, daß die Hoffnung auf einen raschen Vor­marsch in Italien zunichte gemacht worden sei, und daß britische Kriegführung im Aegäischen Meer, auf dessen Inseln und im ganzen östlichen Mittelmeer schwere Rückschläge erlitten habe. Als Ausgleich dafür verwies er auf den Widerstand von Banden auf dem Balkan, wobei er den Ban­

denhäuptling Tito devot alsMarschall titulierte.

Bemerkenswert war allein Churchills Ein­geständnis, daß der U-Boot-Krieg schon bei­nahe zp einer tödlichen Gefahr für England geworden wäre, ehe hier eine Wende ein­trat. In diesem Zusammenhang brauchen wir nur auf die Feststellung des Führers zu ver­weisen, daß im Hinblick auf den U-Boot- Krieg das letzte Wort noch nicht gespro­chen ist. Auch hier gilt wie im Luftkrieg der Satz:Bei Philippi sehen wir uns wie­der!"

Während Churchill einige englische mili­tärische Niederlagen und Enttäuschungen andeutete, vermied er es, die Weltpolitik zu streifen. Kein Wort von den Konferenzen in Moskau und Teheran, von der Türkei, von Südamerika, von Irland, kein Wort mehr von den politischen Zielen dieses Krieges, kein Wort von der Atlantik-Charta. Vor zwei Jahren noch hatte sich Churchill em­pört gegen den Vorwurf zur Wehr gesetzt, daß er mit seinem Namen die Liquidation des Empire decke. Er werde, so sagte er vor zwei Jahren, alles behalten was er habe. Heute hüllt er sich über dieses Thema iii Schweigen.

Es ist verständlich, wenn in einer solchen Lage und mit dem Durchbruch dieser kata­strophalen Erkenntnis die soziale Gärung in England immer bedrohlicher um sich greift. Wie gefährlich sie der herrschenden Plutokratenclique erscheint, ergibt sich dar­aus, daß Churchill einen großen Teil seiner Rede sozialen Problemen widmet. Jedem sei­ner Worte merkt man es an, daß er nach Herkunft und Wesensart den Typ des star­ren englischen reaktionären Geldsacks ver­tritt, und daß es ihm aufs äußerste unbe­quem und völlig zuwider ist, im Stiie eines Sozialrevolutionärs" zu sprechen. Aber das Feuer brennt offenbar den Verantwortlichen in England auf den Nägeln, wenn sich Chur­chill dazu bequemt, dem englischen Volke Zukunftsversprechungen zu geben, wenn er von Plänen für dieErziehung" und für die

Verstärkter Feinddruck am Mittel-Dnjestr

Bodengewinn nordwestlich Kowel - 17 Terrorbomber abgeschossen

so schwer, daß die V- E , d ® s Feindes spürbar unein- X> mp , schw ächer waren. Viele der ^ bis , U ^? men 9erafften Kräften in Mann geführten und lolten Angriffe wurden ' " j8 es »h ^ rtiBeri efeuer zerschla- AbAehrprf^ gelan 9« die eindrucks­ist fl/ °l? e vom Sonnabend fort- G; enadip r S beson dere Verdienst un- 'üls wiri.. 6 ' ° ie ~ v °n Artillerie und Aie i K , a !? entlastet die Haupt- '^Üch ir 6m Stenge behaupteten, /.'ticht , pfte u - a - die im Wehr- ®*paai e , ° m 27. März erwähnte »ts 5 t Un , S m °torisierten Grenadter- v,a ihr h*: ® berleu t nan t H u n c k e. *>'ä ijjj m a i en . einen Frontabschnitt .^ndicen, t * te ZU verte >digen. Die ^«wistp Tr °nimelfeuer angreifen- ^ dann o/i brachen seitlich ein und > Rücken C,hZCitig Von der

"Ostens » aren seIlr schwer. Von oflO Gefallenen wurden en und dicht vor unse-

rWdil pn!r«_° nd auRe '' den im Wehr- vp rln ahntp n 89 Panzern und 42

»kehre tn r FRind noch 147 Ma

19 Panzerbüchsen sowie

dnb. Aus dem Führerhauptquar­tier, 27. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Am unteren ukrainischen Bug scheiterten erneute Angriffe und Uebersetzversuche der Sowjets. Zwischen Perwomaisk und Balta wehrten Truppen des Heeres und der Waf­fen-« starke feindliche Angriffe ab. Am mittleren Dnjestr verstärkte sich der feind­liche Druck. Schlachtfliegergeschwader fug­ten den vordringenden Sowjets schwere Verluste zu. Besonders südlich Proskurow stehen unsere Divisionen im schweren Ab­wehrkampf. Im Raum TarnopolKowel grif­fen die Bolschewisten vergeblich an. Nord- westlich Kowel gewannen unsere ^ G e S e " angriffe gegen zähen feindlichen Widerstand

B °Im n Gebiet der Pripjetsümpfe brachen wie­derholte Angriffe des Feindes zwischen Styr und Gory zusammen. Zwischen Dnjepr und Tschaussy setzten die Bolschewisten mit starken Kräften ihre Durchbruchsversuche fort. Sie wurden durch unsere tapferen Gre­nadiere in erfolgreichem Zusammenwirke mit der Luftwaffe in harten Kampfen z' rückgeschlagen. Dabei hat sich die 1 Kom­panie des Grenadier-Regiments mot. 51 un­ter Führung von Oberleutnant Huncke durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet.

In den Kämpfen der beiden ,7 ^

verlor der Feind hier über 3500 Tote, 39 Panzer, 42 Geschütze und zahlreiche andere Waffen.

Im Raum südöstlich Ostrow wehrten let­tische «-Freiwilligenverbände zusan '®""V deutschen Truppen den feindlicher Divisionen ab. Ein örtliche _ E hruch wurde abgeriegelt. An der Na Front durchbrachen unsere Grenadiere, v Artillerie, Panzern, Nebelwerfern und Schlachtfliegern hervorragend un,erstb " stark ausgebaute Stellungen d 7* Feinde und bereinigten eine Einbruchsstelle.

Major Rudel, Gruppenkommandeur in

einem Schlachtgeschwader, vernirhtete im Süden der Ostfront an einem Tage 17 teino

'^Aus^Iiaüen wird nur beiderseitige Späh-

und Stoßtrupptätigkeit r,. a

An der Ostküste des Golfes von Genua wurde ein nordwestlich La Spezia gelande­

ter nordamerikanischer Kommandotrupp in Stärke von zwei Offizieren, und 13 Mann im Kampfe niedergemacht.

Nach Tagesvorstößen nordamerikanischer Bomber gegen Südostdeutschand griffen bri­tische Terrorflieger in der vergangenen Nacht bei geschlossener Bewölkung meh­rere Städte im Ruhrgebiet an. Durch Ab- wurf zahlreicher Spreng- und Brandbomben entstanden besonders in Wohnvierteln von Essen und Oberhausen Schäden und Verluste unter der Bevölkerung. Luftver­teidigungskräfte vernichteten bei diesen An­griffen und über den besetzten Westgebie­ten unter schwierigen Abwehrbedingungen 17 viermotorige Bomber.

Das Eichenlaub verliehen

dnb. Berlin, 27. März. Der Führer ver­lieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Hauptmann Joachim Jabs, Gruppenkommandeur in einem Nachtjagdgeschwader, als 430. Soldaten der

Gesundheitsförderung" des Volkes spricht, wenn er Projekte der.Volksversicherung" erörtert, wenn er von der Sicherung der vollen Beschäftigungsmöglichkeit" schwätzt und Pläne derkünftigen Wohnungsbaues" andeutet. Alles Dinge, die in Deutschland zum Teil schon seit der Zeit Bismarcks ver­wirklicht worden sind, zum anderen Teil dem nationalsozialistischen Gedankengut entlehnt sind.

Den breiten Massen des englischen Vol­kes waren schon während des ersten Welt­krieges ähnliche Luftschlösser die für uns Deutsche schon längst selbstverständliche Wirklichkeit geworden sind vorgegaukelt worden, von denen nachher, als der Mohr seine Schuldigkeit getan hatte, niemals mehr die Rede war. Churchill wird daher das Mißtrauen der breiten Massen in England nicht abschwächen, wenn er nach seinen kurzen .Andeutungen brutal erklärt, jetzt müsse aber Schluß mit den Erörterungen zu diesem Thema sein, bis der Krieg zu Ende sei, und wenn er jeden Versuch einer verantwortungsbewußten Oppostion durch diffamierende und saloppe Redensarten von vornherein zun) Schweigen verurteilen will, um ungestört seine Totengräberarbeit am englischen Volk und am englischen Welt­reich fortzuführen.

Wenn jemals eine Rede Churchills ein Zeichen der Schwäche, ein Bekenntnis zur politischen Ohnmacht, eine Bankerotterklä­rung im Hinblick auf die Ziele des Krieges und ein Symptom für die gefährliche innere Gärung war. so ist es diese. 20 Schreib­maschinenseiten mit platten Redensarten vermochte der britische Premier zu einem Zeitpunkt vor dem Mikrophon herunterzu­leiern, in dem das englische Volk von tief­ster Uiyuhe und Sorge erfüllt ist und zu ahnen beginnt, daß der politische Zusam­menbruch, ganz unabhängig vom weiteren Verlauf der militärischen Ereignisse, vor der Tür steht.

(Die ersten englischen und nordämerika- nischen Kommentare zur Rede Churchills siehe nächste Seite.)

Deutschen Wehrmacht; Major Bernhard J o p e , Kommandeur eines Kampfgeschwa­ders, als 431. Soldaten der Deutschen Wehr­macht; Major Wilhelm Schmitter, Kom­mandeur in einem Kampfgeschwader, als 432. Boidaten der Deutschen Wehrmacht; Major Dr. Maximilian O 11 e , Kommandeur in einem Schlachttliegergeschwader, als 433. Soldaten der Deutschen Wehrmacht; Major Hansgeorg B ä t c h e r, Gruppenkomman-

Von unserem Vertreter in Amsterdam Karl Brandts

Der Frühling steht vor den Toren der niederländischen Hauptstadt. Selbst ein har­tes, unerbittliches Kriegsgeschehen, das auch die Niederlande nicht ungeschoren läßt und auch ihrenStädten tiefe Wunden schlägt, kann den Lauf der Natur nicht aufhalten, und so machen sich an den Ufern der Amstel und an den Küsten der Nordsee, überall in den weiten Poldern und Weiden der niederen Lande die ersten An­zeichen einer milderen Jahreszeit bemerkbar.

Aber es ist diesmal nicht die bunte Pracht der holländischen Blumenfelder, die trotz I kriegsbedingter Einschränkungen immer ( noch in beachtlicher Fülle an den Straßen­ecken feilgeboten werden kann, nicht das erste unbestrumpfte Frauenbein, oder die sich langsam wieder verändernde Ernäh­rungsweise, die als Symptome des Frühlings beachtet werden. In diesem Frühjahr 1944 lenken andere Dinge die Aufmerksamkeit der Amsterdamer Oeffentlichkeit auf sich. Kaum war eine Märzwoche in das Land ge­gangen, da sahen die Amsterdamer zu ihrem nicht geringen Staunen an den verschiede­nen Punkten der Stadt riesige Trans­parente mit mächtigen Lettern, Plakate an Anschlagsäulen und Mauern. Auf den Plätzen standen wie gewöhnt die schwarzen Soldaten Musserts, die das Kampfblatt der nationalsozialistischen Bewegung der Nie­derlande anboten. Diesmal aber zeigte die WochenzeitschriftVolk en Vaderland'* einen ganzseitigen Aufmacher, dessen SchlagzeileKampf um Amsterdam" lautete.

Des Abends gab die Tagespresse nähere Erläuterungen. Man erfuhr, daß die NSB. eine großzügige Kundgebungsreihe in Gang setzen werde, die das Ziel verfolgt, Amster­dam für den Nationalsozialismus zu gewin­nen. Drei Monate lang soll diese Großaktion, wie sie an Schlagkraft und propagandisti­schem Aufgebot in den Niederlanden noch nie dagewesen ist, in der niederländischen Hauptstadt aufrütteln und erwecken. Und aus den wenigen anfangs vorhandenen öffent­lichen Werbemitteln sollen im Verlauf die­ser Zeit 800 Transparente und 20 000 Pla­kate werden, die der Stadt für die Dauer der Aktion ihren Stempel auf drücken.

Als erste der vorgesehenen 140 Volksver­sammlungen eröffnete M u s s e r t den Kampf um Amsterdam" mit einer programmatischen Rede im Konzerthaus vor 3000 seiner Amsterdamer Gefolgsmänner, die nach Abschluß der Eröffnungstagung in stolzer Zuversicht vor ihrem Chef vorbei­marschierten. Noch am Abend des gleichen Tages erfuhren die Amsterdamer, daß die Parolen des Werbefeldzuges:Unser Natio­nalismus Eure Rettung",Unser Sozialis­mus Eure Zükunft",Gute Niederländer stehen hinter Mussert" usw. nicht etwa ins Leere gesprochen worden waren, sondern gleich an die Bevölkerung herangetragen wurden, Mit einer Broschüre der Rede Mus­serts, die dieser zum zwölfjährigen Beste­hen der NSB. im Dezember des Vorjahres gehalten hat, begaben sich die Amsterdamer Nationalsozialisten nach dem Vorbeimarsch in die ihnen zugewiesenen Viertel, um den Kampf zu beginnen. lQß 000 Broschüren sol­len im ganzen verteilt werden.

Man muß schon sagen: der Frühling kün­digt sich auf diese Weise für manchen Amsterdamer wie ein unerwaitetes Sturzbad an.Unser Sozialismus Eure Zukunft" ist ein Schlag wort, das seine Wirkung auf die meisten niederländischen Hirne vielleicht noch verfehlen wird. Noch immer ist die Erinnerung an diegute alte Zeit" der Vor­kriegsepoche zu lebendig, als daß hier be-

deur in einem Kampfgeschwader, als 434.: rea ts ein allgemeines Aufdämmern zu erwar- Soldaten der Deutschen Wehrmacht. Maor | ten wäre. Diese Feststellung hindert jedoch

Wilhelm Schmitter ist von einem Feindflug nicht zurückgekehrt.

Neue Ritterkreuzträger

dnb. Ftihrerhauptquartier, 27. März. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalmajor Df. Karl K o s k e , Kommandeur einer bayerischen Infanterie- Division; Oberleutnant Herbert Hein­rich, Batteriechef in einem niedersächsi­schen Artillerie-Regiment: Sanitätsfeld­

webel Karl Nowotnik in einem bayeri­schen Füsilier-Bataillon; Unteroffizier Fritz Kropp, Gruppenführer in einem Neustre- litzer Grenadier-Regiment; Obergefreiten Adolf Bischoff, Gruppenführer in einem kurhessisehen Panzer-Grenadier-Regiment.

Auf 200 km Frontbreite nach Indien

Neue britisch-indische Divisionen vor der Einschließung

Von unserem Vertreter

rd. Tokio, 27. März. Die neuesten Mel­dungen, die über den Vormarsch in Indien einlaufen, erstaunen durch die Fülle der gleichzeitig angesetzten Stöße und durch die Schnelligkeit, mit der sich die japanischen Truppen an die einzelnen Ziele heranarbeiten. Man muß darauf schließen, daß von japanischer Seite das Nachschub­problem doch weit besser gelöst wurde, als bei den Briten.

Die japanische Heeresleitung meldet be­reits die Abschneidung des wichtigen ost­indischen Stützpunktes Imphal nach Nor­den hin. Weitere Verbände eroberten nach Durchbrechung verschiedener Verteidigungs­linien in Assam eine ebenfalls sehr wich­tige britische Schlüsselstellung. Bei dem japanischen Vormarsch gegen T a m u , der die Schlucht de« Kawau-Tals in südlicher Richtung durchsiößt, -wurde eine kleinere Einheit des Feindes eingekesselt und ver­

nichtet. Durch den raschen Fortschritt dieser Aktion sind nunmehr größere britisch- indische Verbände, die bei S i b o n g stehen, von ihren rückwärtigen Verbindungen abge­schnitten worden.

Die amerikanische Agentur United Preß gibt zu, daß japanische Stoßtruppen bereits von Imphal aus 50 km nach Indien vorge­drungen seien. In einer Frontbreite von 200 km rückten sie durch die indischen Berg­dschungel voran.

Weiters 3000 Briten umzingelt

Eigener Funkbericht

ep. Schanghai, 27. März. In den Operatio­nen der Japaner im burmesich-indischen Grenzgebiet ist es nach Montag eintreffen­den Frontmeldungen den Angreifern gelun­gen, bei Taunozan weitere dreitausend Mann britischer Truppen einzuschließen.

die Pioniere der neuen Ordnung und Weg­bereiter des europäischen Zusammenschlus­ses in den Niederlanden nicht, ihre Parolen in die Massen zu schleudern und das Volk aufzuklären.

Die Bedingungen des Krieges gestalten dieses Werk vor allem auf dem sozialen Gebiet schwierig. Aber auch die nieder­ländische Arbeitsfront ist sich trotz dieser Widrigkeiten ihrer Mission be­wußt. Zwar umfaßt sie, da die Zugehörig­keit zur NAF auf Freiwilligkeit basiert, nur einen verhältnismäßig geringen Teil der 2 800 000 Schaffenden der Niederlande, daß schon allein deshalb die Verwirklichung der Ziele in naher Zukunft gefährdet erscheint. Die Arbeitsfront will mit ihrem unermüd­lichen Leiter Woudenberg keineswegs hinter der politischen Aktivität der NSB zurück­stehen. Im ganzen Lande organisiert sie zur Zeit nicht weniger als 400 Versammlungen, in denen der Standpunkt der niederländi­schen Werktätigen im Rahmen der neuen Verhältnisse zur Diskussion steht. Zum Teil parallel mit dieser NAF-Aktion läuft die Woche der schaffenden Jugend 1944", die, in der Zeit vom 19. bis 25. März ebenfalls von der Arbeitsfront organisiert, dieses Jahr zum zweiten Male veranstaltet wird. Der in diese Woche fallende erste Früh­lingstag wurde bereits im Vorjahr vom Lei­ter der NAF zumTag der schaffenden Ju­gend" erklärt. Von Utrecht aus, wo die Eröffnung mit einer Ansprache Woudenbergs stattfindet, soll die NAF-Jugendaktion auf das ganze Land ausgedehnt werden. In den Lichtspielhäusern wird ein Werbefilmstreifen der niederländischen Arbeitsfront den Be­suchern veranschaulichen, daß trotz Ungunst der Zeit in den Niederlanden bereits beute der Grundstein für den zukünftigen sozialen Aufbau gelegt wird.

Der diesjährige Lenzmond sieht ein wenig anders aus, als es sich die meisten Nieder­länder vor Jahresfrist norb gedacht haben. Es ist schon so, wie Mussert sagte:Nun,