Ausgabe 
(25.3.1944) 84
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imittelbezugs- Zuteilmigspe- 4. 19441 wer- ipäteatens am 44. ins Hans ind Brot-Son- nicht mehr teile der bis- elkarte für Getreide wer- irmittelkarten zwar eine für dliche von 3 eine für über trersorger mit zu 3 Jahre elbstversorger ten* naeh wie nittelkarte füi

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Parteicfmiliche Tageszeitung

l w . ,,_u des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reichs Statthalters in Oldenburg und Bremen

Tß. 14 . Jahrgang

Sonnabend, den 25. März 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

jDiery gesteht: 668000 Hungertote in Bengalen

Eine fixierte amtliche Bilanz — Die wahren Zahlen der Opfer englischer Ausbeutung weit höher

Eigener Nachrichtendienst

I» „ Rer! in, 24. März. Indienminister

teere Fltf * *hat im Unterhause Uber die von J* er ^ verschuldete Hungerkatastrophe in nkh '^ K £ bericht«t, die Millionen Indern das

111 "‘"'«»Mw,,. ^freundliche Verwaltung aus dem

jj^ter'hai:'mir weil die angeblich "«bftjn [uä das e

^'«lu.Tnelische 1 Politik hat sich bisher die Mühe gegeben, den ganzen Umfang (rer Katastrophe zu verkleinern. Auch

b '«»o<bl> S das letzte Getreidekoni herausgepreßt

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Ute englische

heut» «„ ■ ' s D f8S<ri(n

w ,v isi dieser Tradition treu geblieben,

M toi die Zahl, die er nennt, schon grauen '«end genug ist. Er machte folgendes

M KÄ 1,9 Mil onen Menschen ge-

mit« Arcln,

Bengalen sind im

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, Das j S t gegenüber dem Durchschnitt

vergangenen

fünf Jahre ein Mehr von

tÜ Vese Zahl', so sagte Amery, „stellt Silihr die auf Verhungern, Unterernäh-

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"emmtelfau.iirT® 1

Krankheit zurückzufiihreuden Todesfälle

"VriSsi diese rund 668 000 will Amery also >» , II,s ‘aiÄru,r des englischen Hungerkrieges an-

Oefhilb tptn y

SÄSSS - wo;!e ™ ar das furcht -

lienen. Er fügte mit echt englischer- Scliein-

l'nglück nicht bagatellisieren, er freue

«erden geiondol jedoch, daß die sehr viel größeren Zif-

mMsiifa^IpBndie.jn anderen Kreisen genannt v/ov- ein, rolti&k'rrtrfei sseien, sich als falsch herausgestellt hät- sdnmt««ndl(jlRr : c Für die Engländer mag das ein Trost »eichwissti.Soiitei » für die übrige Welt aber verstärken grob«; Sdmitah: iw Zahlen eigentlich nur die Wucht der ohne die piil.r.::, ckläge, die vor der Geschichte gegen Eng- verstärken oder dty ri erhoben werden muß. Denn das ganze 4r\ ,stWl"lfe rrseiempel ist falsch.

UllSTü Enmal spricht Amery nur von den „ur-

ziich belegten' Todesfällen, und bei den ulender englischen Verwaltung ist es itverständlich, daß die Zahlen von vorn- !ij frisiert werden, daß außerdem ein thr Teil der Opfer überhaupt nicht oder 11 großer Verspätung zur Kenntnis der :nien kommt. Aber selbst diese amt-. ^ , i P Unterlagen bleiben immer noch

fB y, t lfiüli feerregend.

•R« ™ icgalen hat knapp 50 Millionen Ein­

te Wenn davon in normalen Zeiten iki jährlich M Millionen sterben, dann I*unrein Beweis dafür, wie gering die h>r§s der englisch-indischen Behörden f die Gesundheit und das Leben der Inder ja Beweis, daß der Hunger oder zu- -tel die Unterernährung ein Dauer- Stl für Millionen von Indern ist, die Krankheit nur eine geschwächte Wi- «.ändskraft haben. Infolqe dieser eng

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1943 der englischen Politik zum Opfer ge­fallenen Inder in die Millionen geht. Für England ist Indien weiter nichts als . ein Sklavenmarkt, und wenn die „Ware“ nicht mehr arbeitsfähig ist, dann lohnt es sich nicht mehr, daß man sich um sie kümmert. Dann läßt man sie einfach sterben. Nur die erstaunliche Fruchtbarkeit des Indischen Volkes hat es bisher verhindern können,

daß die Folgen der englischen'Hungerpolitik in den vergangenen Jahrzehnten die Bevöl­kerung dezimierten. Kinder haben immer wieder die ungeheuren Lücken geschlossen, die in die Reihen der Erwachsenen durch die Unterernährung gerissen wu-rden. Aber ge­rade dieses von Amery als Rechtfertigung hinzugefügte Zahlenbeispiel zeigt deutlich genug, wie notwendig eine Beseitigung der

englischen Mißwirtschaft ist. Was heute in Indien durchexerziert wird, das hat England um die Mitte des vorigen Jahrhunderts in Irland durchgeführt, wo es ia auch erreicht hat, daß die Bevölkerung auf der frucht­baren irischen Insel mehr als lalbiert wurde. Die Folge war, daß die Iren auch heute noch, und heute erst recht, England als ihren Erbfeind bei rach ten.

Japans Vormarsch löst englische Sorge um Indien aus

„Eine wirkliche Gefahr für lebenswichtige alliierte Flugstützpunkte" - Kundgebungen auf Malaya

Drahtbericht unserer Berliner. Schriftleitung b. Berlin, 24. März. Die neue japanische Offensive westlich des Tschindwinflusses in Nordburma wird nach dem Ueberschreiten der indischen Grenze durch japanische und Truppen der indischen Freifreitsarmee in London als „eine wirkliche Gefahr für Indien und die für die alliieiten lebens­wichtigen Flugstützpunkte in Assam 1 ' gewer­tet, zumal von Assam aus der größte Teil der alliierten Lieferungen für Tschungking-: China in Flugzeugen transportiert wird. Der ,,Daily-Expreß"-Korrespondent, der diese Feststellungen aus Neu-Delhi kabelt, glaubt,- daß das endgültige Schicksal dieser Offen­sive durch die zur Zeit im Dschungel statt­findende Schlacht entschieden wird.

Subhas Chandra Bose, der sich bei seinen Truppen befindet, bezeichnet in seiner jüng­sten Verlautbarung die Ueberschreitung des Grenzwalles ,als einen weiteren Markstein im Endkampf um die indische Unabhängig­keit „Kein Inder wird der indischen Natio- nalarmee Widerstand leisten, wenn sie den Union Jack in den von . ihr befreiten Gebie­ten Jierunterholen und die Fahne des natio­nalen Indiens hissen wird", erklärte der Sprecher der indischen Nationalregierung in Schonan. Die Nachricht von der Ueberschrei- fung der indischen Grenze hat ferner in den Ausbildungslagern der nationalindischen Verbände' auf Malava S'pöTiTd-ne Beifalls­kundgebungen ausgelöst.

Rundfunkreporter soll Porzellan kitten

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, 1 Mißwirtschaft ist also die Sterblich-

iüiiH**»* ^(er — immer nach den Angaben . .■•Ks — auf einer Höhe gewesen, die vor Pzen Welt ohne Beispiel bleibt. Aber ^-■gländer haben ein robustes Gewissen jwden sich auch an der Geschmack- ^i nicht stoßen, daß Amery mit einem kennbaren „Gott sei Dank“ den Tod «.i® 668 000 Indern in Bengalen zu **»11 gibt,

aber auch damit die von den '* a ? 1)ele 9te Tatsache nicht aus der «Ken, daß die Zahl der im Jahre

Nisgeitod des Maiors zur Lippe-Weifienfeld

linnAl*! n ' März. Major Egmont ' eißenfeld, Gruppenkommandeur Ud, ^^'Hgdgeschwader und Träger rt ? Zes des Eisernen Kreuzes mit 5 b 25 i='i, S arb den Fliegertod.

’-bMri n ^ e A 'f a i or Egmont zur Lippe- , '“ äI ein er der besten und er-

| k; e ij. n R “® ut schen Nachtjäger. Als teen q| , ezirks hauptmannes in Salzburg 8«s i jniL 6 , der Beginn seiner militäri- ^tischen 4 t ' m ^ eic hen einer großen feherm,,- , 1 aeUtion der Hoch- und d‘ * ?. r ' in deren Traditionstrup- P eint,., N, ner Infar >terie-Regiment 4 - Luft g C - b dem Anschluß in die

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i ^’^achtho^u Nacht i a gd. Viermal im

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hlho • k '‘ VIM -jayu. viermäi im itkia J lch ‘ 'erwähnt, erhielt er nach

;laub vtrTw " Ritterkreuz - Das

‘Unart, j . lhm der Führer am ’ ti,; Si»n6r* ln Nachtjagdsieg. Er blieb lm nächtlichen Luftkampf.

3 S ^ßnlaub verlieben

n-“ 4 Führt

^Dg^bauptquartier, 24. *■ „»»üdL-fi m ^ilsiii, 7I , rer n y erRe h am 20. März das ’ Ji'" än Büterkreuz des Eisernen

24.

In England wird neben der militärischen Bedeutung der jüngsten Offensive vor allem der politische Charakter des Feldzuges er­kannt. Man häit es für erforderlich, an die Vergeßlichkeit des indischen Volkes zu ap­pellieren, und bemüht sich augenblicklich, ihm Schmeicheleien zu sagen. So will der britische Rundfunk seinen Korrespondenten Percival Fearnleys nach Delhi entsenden. Er soll den englischen Rundfunk über „die Wünsche des indischen Publikums beraten, desgleichen über die Erfordernisse eines allindischen Rundfunks“. Um den Indern den Grad der „englischen Höflichkeit" zu demonstrieren, fügt Reuter in seinem Ost­asiendienst dieser Mitteilung hinzu: „Fearn- ley ist der erste praktische Pressevertreter, der von dem englischen Riindfunk ins Aus­land zur Aufnahme der Fühlung mit dem Publikum geschickt wird.“ Es ist jedoch

kaum wahrscheinlich, daß Fearnleys Mikro­phon jene Schäden wieder überlünchen wird, die Linlithgow, Cripps und jetzt Wavell durch ihre Unterjochungsnraxis an­gerichtet haben.

Der Kampfraum

Der Tschindwin-Fluß ist ein Nebenfluß des großen Stroms Irawadi. Er mündet von Norden her etwa 120 Kilometer westlich Mandalay in den Haüptstrom Burmas. Un­gefähr parallel mit dem Oberlauf des Tschindwin läuft die indisch-burmesische Grenze. Diese Grenze haben die indischen Freiheitskämpfer auch bereits hinter sich gelassen und befinden sich im Vormarsch auf die zentrale Stadt des ganzen Gebiets Manipur.

Das Grenzgebiet selbst ist verkehrsmäßig von den Engländern nicht ausgebaut wor­den. Keine Eisenbahnlinie führt hindurch.

Erst ungefähr -200 Kilometer hinter der Grenze findet sich parallel zu dieser der erste Schienenweg. Es ist der .wichtige Bahnstrang, der über Lumding, Brahman- Bria nach Dacca führt und die beiden mäch­tigen Wasserstraßen Indiens, den Brahma­putra mit dem Ganges verbindet. Von Dacca führt die Bahnlinie weiter' nach dem mili­tärischen, wirtschaftlichen und verwaltungs­mäßigen Mittelpunkt des Gangesgebietes, •Kalkutta. Eine zweite Bahn führt aus dem Küstengrenzgebiet von Tschittagong über die Gangesmündunq und Madarinur ebenfalls nach Kalkutta. Das; Grenzgebiet selbst zeigt Gebirgs- und Dscllurigeicharak- ter. Doch eri eicht das Gebirge nicht die Höhen wie längs der Grenze auf dem Ge­biete Burmas, wo es Erhebungen von 2000 bis 3000 Metern aufweist. Diesen Grenzwald von Gebirgscharakter haben die Truppen der Japaner und der indischen Freiheits­arme« bereits überwunden.

Erbitterte Abwehr im Südabsdhnitt

51 Elugzeugabschüsse über Nordwest- und Mitteldeutschland

dnb. Aus dem Führerhauptquar­tier, 24. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt;

An der Ost- und Nordfront der Krim so­wie am unteren ukrainischen Bug schei­terten mehrere Vorstöße der Sowjets.

Zwischen dem mittleren ukrainischen Bug und dem Dnjestr sowie im Raum von Prosku- iow und Tarnopol dauert die erbitterte Ab­wehrschlacht gegen überlegene sowjetische Kampfgruppen an. Bei erfolgreichen eigenen Gegenangriffen im Raum von Brody wurden mehrere feindliche Bataillone und Batterien sowie eine Anzahl Panzer vernichtet. Nord­westlich Kowel wiesen unsere Truppen die wiederholt angreifenden Sowjets ab und warfen sie im Gegenangriff zurück. Südöst­lich Witebsk setzte der Feind auch gestern während des ganzen Tages mit starken Kräf­ten seine vergeblichen Durchbruchsversuche lort.

Von der übrigen Ostfront wird nur ört­liche Kampftäligkeit gemeldet.

Ueber dem ünnischen Meerbusen schossen Wachtfahrzeuge der Kriegsmarine ohne eigene Verluste aus mehreren angreifenden Sowjetischen Bomberwellen drei Flugzeuge ab.

In Italien selzte der Feind gestern seine Angriffe gegen Cassino infolqe seiner hollen Verluste nicht fort. An beiden Fronten

herrschte nur örtliche Kampftätigkeit. Eine Schlachtfliegergruppe unter Hauptmann Walter und eine Nahaufklärergruppe un- ler ilauptmann ProlJ haben sich in den letzten Kämpfen besonders ausgezeichnet.

In den frühen Morgenstunden des 23. März griffen deutsche Kampfflugzeuge den feind­lichen Inselsfützpunkt Lissa an der Adria- ktisle an. Neben umfangreichen Zerstörun­gen iiu Hafengebiet wurden acht Frachlen- segler durch Bombentreffer schwer beschä­digt.

Nordamerikanische Bomberverbände grif­fen am Vormittag des’ 23. März Orte des nordwest- und mitteldeutschen Raumes an. Luftverteidigungskräfte vernichteten 51 feind­liche Flugzeuge, darunter 44 viermotorige Bomber. In der vergangenen Nacht über­flogen einige feindliche Störflugzeuge Nord­west- und Südwestdeutschland.

Deutsche Kampfflugzeuge giiffen auch gestern wieder Einzelziele im Stadtgebiet von London mit guter Wirkung an.

Vor der westnorwegischen Küste schossen Siclierungsfahrzeuge eines deutschen Geleits von 14 erfolglos angreifenden britischen Torpedoflugzeugen fünf ab. Drei von ihnen brachte ein kleines, unter Führung des Ober- bootsmanns Willy B ö h m e stehendes Bool zum Absturz.

Im Kampfraum Nettuno

Deutsche Luftabwehr nach wie vor wirksam

Erwartungen des Feindes über den Luftkrieg erschüttert — Stimson tipte gründlich daneben

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OWou n , e ' ner Nahaufklärungs- *M» ew ebel . Pa «l Hoffmann, ' ! ' k w, p : m “iedersächsischen Gre- Unteroffizi

uzier Walter Knorr,

et 'Reci

einem sächsischen Pan-

( J ! ment.

Drahthericht unserer Berliner Schriftleilung

dr. w. sch. Berlin, 24. März. Die Tatsache, daß bei dem Angriff nordamerikanischer Terrorbomber am Donnerstag gegen Orte des nordwest- und mitteldeutschen Raumes wieder 51 Flugzeuge, darunter 44 viermo­torige Bomber abgeschossen worden sind, bedeutet für den amerikanischen Kriegs­minister Stimson einen empfindlichen Schlag. Noch ehe die zerfetzten amerikani­schen Bomber von ihrem Angriff am Don­nerstag heimgekehrt waren, hatte Stimson sich damit gebrüstet, daß die amerikani­schen Verbände am Mittwoch bei ihrem An­griff auf Berlin auf fast gar keine Jagd­abwehr gestoßen seien.

Stimson wollte anscheinend den Eindruck erwecken, als ob die Anglo-Amerikaner bereits dem von ihnen verkündeten Ziel nahe seien: daß nämlich die deutsche Jagd­waffe durch die systematischen Terror­angriffe in der letzten Zeit so. erschöpft und lahmqeleqt sei, daß künftig die Deut­schen ohnmächtig und ohne Gegenwehr Zu­sehen müßten, wie ihre großen Städte bom­bardiert würden. Stimson und die Haupt­schuldigen am Terrorkrieg, die Bomber häuptiin'ge Harries und Teclder. haben a schon vor längerer Zeit verkündet daß sie die deutsche Luftabwehr l,a . Id scha ' 1 '™ 3 1 setzen und damit eine der wichtigsten aussetzungen für den Beginn der Invasion schaffen würden.

Nachdem nun schon eine geraume Zeit

seit diesen Prophezeiungen verilossen ist, scheint män im Feindlager sich lur « pflichtet zu halten, eine mehr oder wcmge passende Gelegenheit zu ergreifen um der Weltöffentlichkeit zu beweisen daß man aut dem besten Wege sei, das gesteckte Ziel zu erreichen. Allerdings stellen die Engländer und Amerikaner für den Hausgebrauch die Dinge ganz anders dar, um dort die Ment lichkeit auf unausweichlich kommende p Jergänge voizubereiten.

So hat in der Nacht zum Freitag der eng­lische Nachrichtendienst Berichte von ame­rikanischen Piloten verbreitet, in denen sie ihre Erfahrungen während des Tagesangriffs am-Donnerstag mitteilten. Einer vcfn diesen Yankees erzählte, daß es noch schlimmer gewesen sei als bei den Angriffen auf Schweinfurt. „Die feindlichen Jäger", so be­richtet ein" anderer USA.-Pilot, „unternahmen so wütende und kühne Angriffe, wie ich, sie noch nie erlebt habe. Sie flogen durch ihre eigene Flak hindurch, meistenteils direkt auf uns zu, als ob sie uns rammen wollten, und wir mußten mit aller Macht abdrehen, um ihnen auszuweichen. Die deutschen Jagd­flieger scheinen entschlossen, uns zu verja- koste es was es wolle." Weiter wurde am Donnerstag in London noch ergänzend be­kanntgegeben, daß „eine große Anzahl der Bomber schwer beschädigt in ihren Stütz­punkten eintraf". Hier wird noch einmal un­sere Auffassung von dem hohen Prozentsatz der „stillen Verluste” der Gegner unter­strichen.

So leben polnische Emigranten

Drahtbericht unseres Vertreters

Luftkrieg und Wetter

Der Luftkrieg ist ähnlich, ja vielleicht sogar noch stärker als der Seekrieg vom Wetter abhängig. Die Engländer selbst be­stätigen das praktisch dadurch, daß sie sich für ihre Nachtangriffe stets das Zusammen­treffen besonderer Wetterverhältnisse aus­suchen. Sie verzichten in der Regel in mond­hellen Nächten und auch in dunklen Näch­ten bei klarem Wetter auf größere Aktio­nen. Die Amerikaner, die ‘sich früher brü­steten, daß sie mit ihren großen und be­sonders stark bestückten Maschinen unver- wundbai seien und darum auch bei Tage und bei jedem Wetter angreifen könnten, haben sich längst umgesteilt, nachdem die Legende von der Unverwundbarkeit ihrer Bomber zerschlagen ist. Auch sie kommen meist nur noch mit starkem Jagdschutz bei bdecktem Himmel oder bei einer Wetter­lage, bei der sie ohne Vereisungsgefahr

ministeriüm" versetzj worden. Aus all die-

Xurthtm eril.uni‘r werden mich der Gefangen* nähme durch Fallschirmjäger untersucht. Den gesinnten Inhalt ihrer Taschen haben sie vor sich auf den Hoden gelegt. !i affen und Muni­tion werden' ihnen uhgenomtnen, alles andere können sie behalten.

PK.-Aufn.: Kricgsber. Oppits (Hll.)

Sthuedm Oitpolitik

Von

Hans Wendt, Stockholm

starken und in große Höhen aufsteigen kön­nen, während unsere Jäger bei anders ge­lagerten Wolkenverhältnissen über dem Angriffsgebi'et durch Vereisungsgefahr beim Aufstieg behindert werden. Das Wetter braucht nicht einmal' einwandfrei günstig für unsere Abwehr zu sein, wie am Don­nerstag, und gleich müssen auch die Ame­rikaner wieder Verluste in einer Höhe ein­srecken, von denen Roosevelt selbst einmal sagte, daß, man sie sj,ch nicht jeden Tag leisten könne.

ep. Lissabon, 24. März. Die Londoner pol­nischen Emigranten führen nach Ansicht der Londoner Zeitschrift „New Statesman and Nation" ein höchst vergnügliches und luxu­riöses Leben. Vor dem Kriege hatte Polen 400 000 Soldaten und 21 Militärattaches, schreibt das Blatt, heute aber besitze die polnische Exilregierung bei praktisch über­haupt keiner Militärmacht 39 Militärattaches. Selbst bei der luxemburgischen Exilregie­rung habe sich ein polnischer Offizier ak­kreditieren lassen. Alle diese Attaches er- halterj monatlich .85 Pfund Sterling Gehalt (rund 1000 Mark) und sämtliche Auslagen ersetzt. Außerdem stehen ihnen diploma­tische Privilegien zu,, das heißt zollfreie Weine, steuerfreie Zigaretten usw..

Die polnischen Offiziere in London, so be­tont „New Statesman and Nation", geben Gesellschaften in den besten Gaststätten. Gerade in jüngster Zeit seien zahlreiche junge Polen in England, aus ihrer „Armee” in das polnische „Informations- und Außen-

sen Taisachen zieht die englische Zeitschrift den Schluß, daß „die hefrschende Gruppe polnischer Familien auch in diesem Kriege nichts dazugelernt hat”.

Im Nofden sihd heute zwei große Strö­mungen für das Verhältnis zur Sowjetunion zu beobachten: die eine erkennt, daß es

sich um die Wiederkehr der geschichtlichen Gefahr aus dem Osten handelt, nur in noch gewaltigeren Ausmaßen denn je, daß kein Paktieren möglich ist, nur Kampf und Widerstand; die andere spekuliert auf Zu­sammenarbeit, womöglich mit guten kapita­listischen Verdienstnjöglichkeiten im künf­tigen Wirtschaftsverhältnis. Die erste Strö­mung lght in den maßgebenden' Kräften des finnischen'Volk es, die "zweite wirfl repräsen­tiert von den norwegischen Emigranten in London. Schweden steht zwischen bei­den. Die breiten .Massen des Volkes haben, wie selbst amerikanische Beobachter be­zeugten, noch immer den „russischen Schreck“ in sich Viele der „aufgeklärten“ Kreise in Stockholm oder Göteborg dagegen schwärmen von Annäherung. Eine dritte Richtung möchte vorsichtige Politik mit zeit­weiligem Verzichten und späterem Stand- halten machen; im Grunde ist sie so irreal wie die Vorstellung von einer englisch­amerikanischen Hilfestellung, von der sie äusqeht.

1808 ging Finnland für Schweden ver- • loren Die Russen überschritten ohne Kriegs­erklärung nach einem kurzen Ultimatum die Grenze. Die schwedischen Truppen brann­ten zum großen Teil vor Kampfbegier und wollten den Feind aus dem Lande treiben, aber eine zögernde Führung und schließ­lich Verrat spielten die entscheidenden Punkte den Angreifern in die Hände. Die lm Norden löwenmäßig kämpfende finnische Armee, wurde durch die, Preisgabe Svea- borgs schwer getroffen. Am Ende des Jah­res kam es zu einem Waffenstillstand, der Finnland in die Gewalt der Russen brachte. Die tapferen finnischen Truppen mußten das Land verlassen. 1809 besiegelte ein Frie- densschluß • die Abtrennung Finn­lands. Efst 110 Jahre danach erkämpfte sich das finnische Volk mi); eigener Kraft und deutscher Hilfe die Freiheit, die. es heute erneut i mit deutscher Hilfe verteidigt. Das ist der geschichtliche Hintergrund.

Das ganze letzte Jahr war von dem daur ernden. Drang englischer und amerikani­scher, aber auch schwedischer Kreise er­füllt, Finnland zur Einstellung des Kampfes gegen die Sowjetunion, zu bewegen. Zum großen Teil wurde argumentiert: andern­falls 'drohe Finnland, zu unterliegen, und dann würden nach einer völligen Besiegung Finnlands alle Nachbargebiefe Schwedens in sowjetische Hand geraten. Dadurch wäre aber für Schweden selbst und den ganzen Norden eine gefährliche Lage.zu befürchten, während ein rechtzeitiger Kompromiß, ein Einle.nken lind". Nachgeben, wgnn auch unter manchen Opfern für Finnland, wenigsten dessen teilweises Ueberleben. und damit auch die Rettung des Puffers zwischen So­wjetunion - und Skandinavien ermöglichen, vielleicht sogar ein Veffiäitnis der Zusam­menarbeit einleiten könnta. Die offi­zielle schwedische Politik hat sich lange diesen Tendenzen ferngehalten. Die schwedische Presse verfocht sie um so. laute; und nachhaltiger. Ob es den Be­teiligten damit gelungen ist, sich in Mos­kau ein gewisses Wohlwollen zu erwerben, ist schwer nachprüfbar. Auf jeden Fall wurde im eigenen Lager beträchtliche Ver­wirrung angerichtet und wahrscheinlich auch das künftige Verhältnis innerhalb des Nordens nicht gerade gefördert. Um gerecht zu sein, muß man slets berücksichtigen, welche Rolle für Schweden ein Ausgleichen oder gar UeberbrüeRen der niiseinander- strebenden Ansichten Londons und Helsinkis spielt; Die norwegischen Emigranten und die finnischen Nationalisten — diese bei­den extremen Elemente, die Verräter an Europa und die Verteidiger Europas — möchte man irgendwie vor völliger Ver­feindung bewahren und auf alle Falle für das eigene Land die Rode eines vermitteln­den, ja, führenden Faktors im künftige©