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ungen g g end
Parteicfmiliche Tageszeitung
l w . ,,_u des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblatt des Reichs Statthalters in Oldenburg und Bremen
Tß. 14 . Jahrgang
Sonnabend, den 25. März 1944
Einzelpreis 15 Rpf.
jDiery gesteht: 668000 Hungertote in Bengalen
Eine fixierte amtliche Bilanz — Die wahren Zahlen der Opfer englischer Ausbeutung weit höher
Eigener Nachrichtendienst
I» „ Rer! in, 24. März. Indienminister
teere Fltf * *hat im Unterhause Uber die von J* er ^ verschuldete Hungerkatastrophe in nkh '^ K £ bericht«t, die Millionen Indern das
111 "‘"'«»Mw,,. ^freundliche Verwaltung aus dem
jj^ter'hai:'mir weil die angeblich "«bftjn [uä das e
^'«lu.Tnelische 1 Politik hat sich bisher die Mühe gegeben, den ganzen Umfang (rer Katastrophe zu verkleinern. Auch
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Ute englische
heut» «„ ■ ' s D f8S<ri(n
w ,v isi dieser Tradition treu geblieben,
M toi die Zahl, die er nennt, schon grauen '«end genug ist. Er machte folgendes
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Bengalen sind im
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, Das j S t gegenüber dem Durchschnitt
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Krankheit zurückzufiihreuden Todesfälle
"VriSsi diese rund 668 000 will Amery also >» , II,s ‘aiÄru,r des englischen Hungerkrieges an-
Oefhilb tptn y
SÄSSS - wo;!e ™ ar das furcht -
lienen. Er fügte mit echt englischer- Scliein-
l'nglück nicht bagatellisieren, er freue
«erden geiondol jedoch, daß die sehr viel größeren Zif-
mMsiifa^IpBndie.jn anderen Kreisen genannt v/ov- ein, rolti&k'rrtrfei sseien, sich als falsch herausgestellt hät- sdnmt««ndl(jlRr : c Für die Engländer mag das ein Trost »eichwissti.Soiitei » für die übrige Welt aber verstärken grob«; Sdmitah: iw Zahlen eigentlich nur die Wucht der ohne die piil.r.::, ckläge, die vor der Geschichte gegen Eng- verstärken oder dty ri erhoben werden muß. Denn das ganze 4r\ ,stWl"lfe rrseiempel ist falsch.
UllSTü Enmal spricht Amery nur von den „ur-
ziich belegten' Todesfällen, und bei den ulender englischen Verwaltung ist es itverständlich, daß die Zahlen von vorn- !ij frisiert werden, daß außerdem ein thr Teil der Opfer überhaupt nicht oder 11 großer Verspätung zur Kenntnis der :nien kommt. Aber selbst diese amt-. ^ , i P Unterlagen bleiben immer noch
fB y, t lfiüli feerregend.
•R« ™ icgalen hat knapp 50 Millionen Ein
te Wenn davon in normalen Zeiten iki jährlich M Millionen sterben, dann I*unrein Beweis dafür, wie gering die h>r§s der englisch-indischen Behörden f die Gesundheit und das Leben der Inder ja Beweis, daß der Hunger oder zu- -tel die Unterernährung ein Dauer- Stl für Millionen von Indern ist, die Krankheit nur eine geschwächte Wi- «.ändskraft haben. Infolqe dieser eng
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1943 der englischen Politik zum Opfer gefallenen Inder in die Millionen geht. Für England ist Indien weiter nichts als . ein Sklavenmarkt, und wenn die „Ware“ nicht mehr arbeitsfähig ist, dann lohnt es sich nicht mehr, daß man sich um sie kümmert. Dann läßt man sie einfach sterben. Nur die erstaunliche Fruchtbarkeit des Indischen Volkes hat es bisher verhindern können,
daß die Folgen der englischen'Hungerpolitik in den vergangenen Jahrzehnten die Bevölkerung dezimierten. Kinder haben immer wieder die ungeheuren Lücken geschlossen, die in die Reihen der Erwachsenen durch die Unterernährung gerissen wu-rden. Aber gerade dieses von Amery als Rechtfertigung hinzugefügte Zahlenbeispiel zeigt deutlich genug, wie notwendig eine Beseitigung der
englischen Mißwirtschaft ist. Was heute in Indien durchexerziert wird, das hat England um die Mitte des vorigen Jahrhunderts in Irland durchgeführt, wo es ia auch erreicht hat, daß die Bevölkerung auf der fruchtbaren irischen Insel mehr als lalbiert wurde. Die Folge war, daß die Iren auch heute noch, und heute erst recht, England als ihren Erbfeind bei rach ten.
Japans Vormarsch löst englische Sorge um Indien aus
„Eine wirkliche Gefahr für lebenswichtige alliierte Flugstützpunkte" - Kundgebungen auf Malaya
Drahtbericht unserer Berliner. Schriftleitung b. Berlin, 24. März. Die neue japanische Offensive westlich des Tschindwinflusses in Nordburma wird nach dem Ueberschreiten der indischen Grenze durch japanische und Truppen der indischen Freifreitsarmee in London als „eine wirkliche Gefahr für Indien und die für die alliieiten lebenswichtigen Flugstützpunkte in Assam 1 ' gewertet, zumal von Assam aus der größte Teil der alliierten Lieferungen für Tschungking-: China in Flugzeugen transportiert wird. Der ,,Daily-Expreß"-Korrespondent, der diese Feststellungen aus Neu-Delhi kabelt, glaubt,- daß das endgültige Schicksal dieser Offensive durch die zur Zeit im Dschungel stattfindende Schlacht entschieden wird.
Subhas Chandra Bose, der sich bei seinen Truppen befindet, bezeichnet in seiner jüngsten Verlautbarung die Ueberschreitung des Grenzwalles ,als einen weiteren Markstein im Endkampf um die indische Unabhängigkeit „Kein Inder wird der indischen Natio- nalarmee Widerstand leisten, wenn sie den Union Jack in den von . ihr befreiten Gebieten Jierunterholen und die Fahne des nationalen Indiens hissen wird", erklärte der Sprecher der indischen Nationalregierung in Schonan. Die Nachricht von der Ueberschrei- fung der indischen Grenze hat ferner in den Ausbildungslagern der nationalindischen Verbände' auf Malava S'pöTiTd-ne Beifallskundgebungen ausgelöst.
Rundfunkreporter soll Porzellan kitten
17 5 . Anhet« 1
, 1 Mißwirtschaft ist also die Sterblich-
iüiiH**»* ^(er — immer nach den Angaben . .■•Ks — auf einer Höhe gewesen, die vor Pzen Welt ohne Beispiel bleibt. Aber ^-■gländer haben ein robustes Gewissen jwden sich auch an der Geschmack- ^i nicht stoßen, daß Amery mit einem kennbaren „Gott sei Dank“ den Tod «.i® 668 000 Indern in Bengalen zu **»11 gibt,
aber auch damit die von den '* a ? 1)ele 9te Tatsache nicht aus der «Ken, daß die Zahl der im Jahre
Nisgeitod des Maiors zur Lippe-Weifienfeld
linnAl*! n ' März. Major Egmont ' eißenfeld, Gruppenkommandeur Ud, ^^'Hgdgeschwader und Träger rt ? Zes des Eisernen Kreuzes mit 5 b 25 i='i, S arb den Fliegertod.
’-bMri n ^ e A 'f a i or Egmont zur Lippe- , '“ äI ein er der besten und er-
| k; e ij. n R “® ut schen Nachtjäger. Als teen q| , ezirks hauptmannes in Salzburg 8«s i jniL 6 , der Beginn seiner militäri- ^tischen 4 t ' m ^ eic hen einer großen feherm,,- , 1 aeUtion der Hoch- und d‘ * ?. r ' in deren Traditionstrup- P eint,., N, ner Infar >terie-Regiment 4 - Luft g C - b dem Anschluß in die
ÜS,. Nach dem Anschluß
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i ^’^achtho^u Nacht i a gd. Viermal im
| «cüiöencht -erwähnt.
hlho • k '‘ VIM -jayu. viermäi im itkia J lch ‘ 'erwähnt, erhielt er nach
;laub vtrTw " Ritterkreuz - Das
‘Unart, j . lhm der Führer am ’ ti,; Si»n6r* ln Nachtjagdsieg. Er blieb lm nächtlichen Luftkampf.
3 S ^ßnlaub verlieben
n-“ 4 Führt
^Dg^bauptquartier, 24. *■ „»»üdL-fi m ^ilsiii, 7I , rer n y erRe h am 20. März das ’ Ji'" än Büterkreuz des Eisernen
24.
In England wird neben der militärischen Bedeutung der jüngsten Offensive vor allem der politische Charakter des Feldzuges erkannt. Man häit es für erforderlich, an die Vergeßlichkeit des indischen Volkes zu appellieren, und bemüht sich augenblicklich, ihm Schmeicheleien zu sagen. So will der britische Rundfunk seinen Korrespondenten Percival Fearnleys nach Delhi entsenden. Er soll den englischen Rundfunk über „die Wünsche des indischen Publikums beraten, desgleichen über die Erfordernisse eines allindischen Rundfunks“. Um den Indern den Grad der „englischen Höflichkeit" zu demonstrieren, fügt Reuter in seinem Ostasiendienst dieser Mitteilung hinzu: „Fearn- ley ist der erste praktische Pressevertreter, der von dem englischen Riindfunk ins Ausland zur Aufnahme der Fühlung mit dem Publikum geschickt wird.“ Es ist jedoch
kaum wahrscheinlich, daß Fearnleys Mikrophon jene Schäden wieder überlünchen wird, die Linlithgow, Cripps und jetzt Wavell durch ihre Unterjochungsnraxis angerichtet haben.
Der Kampfraum
Der Tschindwin-Fluß ist ein Nebenfluß des großen Stroms Irawadi. Er mündet von Norden her etwa 120 Kilometer westlich Mandalay in den Haüptstrom Burmas. Ungefähr parallel mit dem Oberlauf des Tschindwin läuft die indisch-burmesische Grenze. Diese Grenze haben die indischen Freiheitskämpfer auch bereits hinter sich gelassen und befinden sich im Vormarsch auf die zentrale Stadt des ganzen Gebiets Manipur.
Das Grenzgebiet selbst ist verkehrsmäßig von den Engländern nicht ausgebaut worden. Keine Eisenbahnlinie führt hindurch.
Erst ungefähr -200 Kilometer hinter der Grenze findet sich parallel zu dieser der erste Schienenweg. Es ist der .wichtige Bahnstrang, der über Lumding, Brahman- Bria nach Dacca führt und die beiden mächtigen Wasserstraßen Indiens, den Brahmaputra mit dem Ganges verbindet. Von Dacca führt die Bahnlinie weiter' nach dem militärischen, wirtschaftlichen und verwaltungsmäßigen Mittelpunkt des Gangesgebietes, •Kalkutta. Eine zweite Bahn führt aus dem Küstengrenzgebiet von Tschittagong über die Gangesmündunq und Madarinur ebenfalls nach Kalkutta. Das; Grenzgebiet selbst zeigt Gebirgs- und Dscllurigeicharak- ter. Doch eri eicht das Gebirge nicht die Höhen wie längs der Grenze auf dem Gebiete Burmas, wo es Erhebungen von 2000 bis 3000 Metern aufweist. Diesen Grenzwald von Gebirgscharakter haben die Truppen der Japaner und der indischen Freiheitsarme« bereits überwunden.
Erbitterte Abwehr im Südabsdhnitt
51 Elugzeugabschüsse über Nordwest- und Mitteldeutschland
dnb. Aus dem Führerhauptquartier, 24. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt;
An der Ost- und Nordfront der Krim sowie am unteren ukrainischen Bug scheiterten mehrere Vorstöße der Sowjets.
Zwischen dem mittleren ukrainischen Bug und dem Dnjestr sowie im Raum von Prosku- iow und Tarnopol dauert die erbitterte Abwehrschlacht gegen überlegene sowjetische Kampfgruppen an. Bei erfolgreichen eigenen Gegenangriffen im Raum von Brody wurden mehrere feindliche Bataillone und Batterien sowie eine Anzahl Panzer vernichtet. Nordwestlich Kowel wiesen unsere Truppen die wiederholt angreifenden Sowjets ab und warfen sie im Gegenangriff zurück. Südöstlich Witebsk setzte der Feind auch gestern während des ganzen Tages mit starken Kräften seine vergeblichen Durchbruchsversuche lort.
Von der übrigen Ostfront wird nur örtliche Kampftäligkeit gemeldet.
Ueber dem ünnischen Meerbusen schossen Wachtfahrzeuge der Kriegsmarine ohne eigene Verluste aus mehreren angreifenden Sowjetischen Bomberwellen drei Flugzeuge ab.
In Italien selzte der Feind gestern seine Angriffe gegen Cassino infolqe seiner hollen Verluste nicht fort. An beiden Fronten
herrschte nur örtliche Kampftätigkeit. Eine Schlachtfliegergruppe unter Hauptmann Walter und eine Nahaufklärergruppe un- ler ilauptmann ProlJ haben sich in den letzten Kämpfen besonders ausgezeichnet.
In den frühen Morgenstunden des 23. März griffen deutsche Kampfflugzeuge den feindlichen Inselsfützpunkt Lissa an der Adria- ktisle an. Neben umfangreichen Zerstörungen iiu Hafengebiet wurden acht Frachlen- segler durch Bombentreffer schwer beschädigt.
Nordamerikanische Bomberverbände griffen am Vormittag des’ 23. März Orte des nordwest- und mitteldeutschen Raumes an. Luftverteidigungskräfte vernichteten 51 feindliche Flugzeuge, darunter 44 viermotorige Bomber. In der vergangenen Nacht überflogen einige feindliche Störflugzeuge Nordwest- und Südwestdeutschland.
Deutsche Kampfflugzeuge giiffen auch gestern wieder Einzelziele im Stadtgebiet von London mit guter Wirkung an.
Vor der westnorwegischen Küste schossen Siclierungsfahrzeuge eines deutschen Geleits von 14 erfolglos angreifenden britischen Torpedoflugzeugen fünf ab. Drei von ihnen brachte ein kleines, unter Führung des Ober- bootsmanns Willy B ö h m e stehendes Bool zum Absturz.
Im Kampfraum Nettuno
Deutsche Luftabwehr nach wie vor wirksam
Erwartungen des Feindes über den Luftkrieg erschüttert — Stimson tipte gründlich daneben
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3 rheinu\ r ' Ratai B° n skommandeur Oha,, West Lälischen Grenadiei- ■ Fom, eUtnant d - R es - Walter in einem schlem- ^Steirer Leutnant P r ö ß 1 ,
OWou n , e ' ner Nahaufklärungs- *M» ew ebel . Pa «l Hoffmann, ' ! ' k w, p : m “iedersächsischen Gre- Unteroffizi
uzier Walter Knorr,
et 'Reci
einem sächsischen Pan-
( J ! ment.
Drahthericht unserer Berliner Schriftleilung
dr. w. sch. Berlin, 24. März. Die Tatsache, daß bei dem Angriff nordamerikanischer Terrorbomber am Donnerstag gegen Orte des nordwest- und mitteldeutschen Raumes wieder 51 Flugzeuge, darunter 44 viermotorige Bomber abgeschossen worden sind, bedeutet für den amerikanischen Kriegsminister Stimson einen empfindlichen Schlag. Noch ehe die zerfetzten amerikanischen Bomber von ihrem Angriff am Donnerstag heimgekehrt waren, hatte Stimson sich damit gebrüstet, daß die amerikanischen Verbände am Mittwoch bei ihrem Angriff auf Berlin auf fast gar keine Jagdabwehr gestoßen seien.
Stimson wollte anscheinend den Eindruck erwecken, als ob die Anglo-Amerikaner bereits dem von ihnen verkündeten Ziel nahe seien: daß nämlich die deutsche Jagdwaffe durch die systematischen Terrorangriffe in der letzten Zeit so. erschöpft und lahmqeleqt sei, daß künftig die Deutschen ohnmächtig und ohne Gegenwehr Zusehen müßten, wie ihre großen Städte bombardiert würden. Stimson und die Hauptschuldigen am Terrorkrieg, die Bomber häuptiin'ge Harries und Teclder. haben a schon vor längerer Zeit verkündet daß sie die deutsche Luftabwehr l,a . Id scha ' 1 '™ 3 1 setzen und damit eine der wichtigsten aussetzungen für den Beginn der Invasion schaffen würden.
Nachdem nun schon eine geraume Zeit
seit diesen Prophezeiungen verilossen ist, scheint män im Feindlager sich lur « pflichtet zu halten, eine mehr oder wcmge passende Gelegenheit zu ergreifen um der Weltöffentlichkeit zu beweisen daß man aut dem besten Wege sei, das gesteckte Ziel zu erreichen. Allerdings stellen die Engländer und Amerikaner für den Hausgebrauch die Dinge ganz anders dar, um dort die Ment lichkeit auf unausweichlich kommende p Jergänge voizubereiten.
So hat in der Nacht zum Freitag der englische Nachrichtendienst Berichte von amerikanischen Piloten verbreitet, in denen sie ihre Erfahrungen während des Tagesangriffs am-Donnerstag mitteilten. Einer vcfn diesen Yankees erzählte, daß es noch schlimmer gewesen sei als bei den Angriffen auf Schweinfurt. „Die feindlichen Jäger", so berichtet ein" anderer USA.-Pilot, „unternahmen so wütende und kühne Angriffe, wie ich, sie noch nie erlebt habe. Sie flogen durch ihre eigene Flak hindurch, meistenteils direkt auf uns zu, als ob sie uns rammen wollten, und wir mußten mit aller Macht abdrehen, um ihnen auszuweichen. Die deutschen Jagdflieger scheinen entschlossen, uns zu verja- koste es was es wolle." Weiter wurde am Donnerstag in London noch ergänzend bekanntgegeben, daß „eine große Anzahl der Bomber schwer beschädigt in ihren Stützpunkten eintraf". Hier wird noch einmal unsere Auffassung von dem hohen Prozentsatz der „stillen Verluste” der Gegner unterstrichen.
So leben polnische Emigranten
Drahtbericht unseres Vertreters
Luftkrieg und Wetter
Der Luftkrieg ist ähnlich, ja vielleicht sogar noch stärker als der Seekrieg vom Wetter abhängig. Die Engländer selbst bestätigen das praktisch dadurch, daß sie sich für ihre Nachtangriffe stets das Zusammentreffen besonderer Wetterverhältnisse aussuchen. Sie verzichten in der Regel in mondhellen Nächten und auch in dunklen Nächten bei klarem Wetter auf größere Aktionen. Die Amerikaner, die ‘sich früher brüsteten, daß sie mit ihren großen und besonders stark bestückten Maschinen unver- wundbai seien und darum auch bei Tage und bei jedem Wetter angreifen könnten, haben sich längst umgesteilt, nachdem die Legende von der Unverwundbarkeit ihrer Bomber zerschlagen ist. Auch sie kommen meist nur noch mit starkem Jagdschutz bei bdecktem Himmel oder bei einer Wetterlage, bei der sie ohne Vereisungsgefahr
ministeriüm" versetzj worden. Aus all die-
Xurthtm eril.uni‘r werden mich der Gefangen* nähme durch Fallschirmjäger untersucht. Den gesinnten Inhalt ihrer Taschen haben sie vor sich auf den Hoden gelegt. !i affen und Munition werden' ihnen uhgenomtnen, alles andere können sie behalten.
PK.-Aufn.: Kricgsber. Oppits (Hll.)
Sthuedm Oitpolitik
Von
Hans Wendt, Stockholm
starken und in große Höhen aufsteigen können, während unsere Jäger bei anders gelagerten Wolkenverhältnissen über dem Angriffsgebi'et durch Vereisungsgefahr beim Aufstieg behindert werden. Das Wetter braucht nicht einmal' einwandfrei günstig für unsere Abwehr zu sein, wie am Donnerstag, und gleich müssen auch die Amerikaner wieder Verluste in einer Höhe einsrecken, von denen Roosevelt selbst einmal sagte, daß, man sie sj,ch nicht jeden Tag leisten könne.
ep. Lissabon, 24. März. Die Londoner polnischen Emigranten führen nach Ansicht der Londoner Zeitschrift „New Statesman and Nation" ein höchst vergnügliches und luxuriöses Leben. Vor dem Kriege hatte Polen 400 000 Soldaten und 21 Militärattaches, schreibt das Blatt, heute aber besitze die polnische Exilregierung bei praktisch überhaupt keiner Militärmacht 39 Militärattaches. Selbst bei der luxemburgischen Exilregierung habe sich ein polnischer Offizier akkreditieren lassen. Alle diese Attaches er- halterj monatlich .85 Pfund Sterling Gehalt (rund 1000 Mark) und sämtliche Auslagen ersetzt. Außerdem stehen ihnen diplomatische Privilegien zu,, das heißt zollfreie Weine, steuerfreie Zigaretten usw..
Die polnischen Offiziere in London, so betont „New Statesman and Nation", geben Gesellschaften in den besten Gaststätten. Gerade in jüngster Zeit seien zahlreiche junge Polen in England, aus ihrer „Armee” in das polnische „Informations- und Außen-
sen Taisachen zieht die englische Zeitschrift den Schluß, daß „die hefrschende Gruppe polnischer Familien auch in diesem Kriege nichts dazugelernt hat”.
Im Nofden sihd heute zwei große Strömungen für das Verhältnis zur Sowjetunion zu beobachten: die eine erkennt, daß es
sich um die Wiederkehr der geschichtlichen Gefahr aus dem Osten handelt, nur in noch gewaltigeren Ausmaßen denn je, daß kein Paktieren möglich ist, nur Kampf und Widerstand; die andere spekuliert auf Zusammenarbeit, womöglich mit guten kapitalistischen Verdienstnjöglichkeiten im künftigen Wirtschaftsverhältnis. Die erste Strömung lght in den maßgebenden' Kräften des finnischen'Volk es, die "zweite wirfl repräsentiert von den norwegischen Emigranten in London. Schweden steht zwischen beiden. Die breiten .Massen des Volkes haben, wie selbst amerikanische Beobachter bezeugten, noch immer den „russischen Schreck“ in sich Viele der „aufgeklärten“ Kreise in Stockholm oder Göteborg dagegen schwärmen von Annäherung. Eine dritte Richtung möchte vorsichtige Politik mit zeitweiligem Verzichten und späterem Stand- halten machen; im Grunde ist sie so irreal wie die Vorstellung von einer englischamerikanischen Hilfestellung, von der sie äusqeht.
1808 ging Finnland für Schweden ver- • loren Die Russen überschritten ohne Kriegserklärung nach einem kurzen Ultimatum die Grenze. Die schwedischen Truppen brannten zum großen Teil vor Kampfbegier und wollten den Feind aus dem Lande treiben, aber eine zögernde Führung und schließlich Verrat spielten die entscheidenden Punkte den Angreifern in die Hände. Die lm Norden löwenmäßig kämpfende finnische Armee, wurde durch die, Preisgabe Svea- borgs schwer getroffen. Am Ende des Jahres kam es zu einem Waffenstillstand, der Finnland in die Gewalt der Russen brachte. Die tapferen finnischen Truppen mußten das Land verlassen. 1809 besiegelte ein Frie- densschluß • die Abtrennung Finnlands. Efst 110 Jahre danach erkämpfte sich das finnische Volk mi); eigener Kraft und deutscher Hilfe die Freiheit, die. es heute erneut i mit deutscher Hilfe verteidigt. Das ist der geschichtliche Hintergrund.
Das ganze letzte Jahr war von dem daur ernden. Drang englischer und amerikanischer, aber auch schwedischer Kreise erfüllt, Finnland zur Einstellung des Kampfes gegen die Sowjetunion, zu bewegen. Zum großen Teil wurde argumentiert: andernfalls 'drohe Finnland, zu unterliegen, und dann würden nach einer völligen Besiegung Finnlands alle Nachbargebiefe Schwedens in sowjetische Hand geraten. Dadurch wäre aber für Schweden selbst und den ganzen Norden eine gefährliche Lage.zu befürchten, während ein rechtzeitiger Kompromiß, ein Einle.nken lind". Nachgeben, wgnn auch unter manchen Opfern für Finnland, wenigsten dessen teilweises Ueberleben. und damit auch die Rettung des Puffers zwischen Sowjetunion - und Skandinavien ermöglichen, vielleicht sogar ein Veffiäitnis der Zusammenarbeit einleiten könnta. Die offizielle schwedische Politik hat sich lange diesen Tendenzen ferngehalten. Die schwedische Presse verfocht sie um so. laute; und nachhaltiger. Ob es den Beteiligten damit gelungen ist, sich in Moskau ein gewisses Wohlwollen zu erwerben, ist schwer nachprüfbar. Auf jeden Fall wurde im eigenen Lager beträchtliche Verwirrung angerichtet und wahrscheinlich auch das künftige Verhältnis innerhalb des Nordens nicht gerade gefördert. Um gerecht zu sein, muß man slets berücksichtigen, welche Rolle für Schweden ein Ausgleichen oder gar UeberbrüeRen der niiseinander- strebenden Ansichten Londons und Helsinkis spielt; Die norwegischen Emigranten und die finnischen Nationalisten — diese beiden extremen Elemente, die Verräter an Europa und die Verteidiger Europas — möchte man irgendwie vor völliger Verfeindung bewahren und auf alle Falle für das eigene Land die Rode eines vermittelnden, ja, führenden Faktors im künftige©