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Bremen: Ceeren 6/8, Ruf 2 16 31; Naehtruf uni sonntags 2 47 85; ObernstraBe 86. Ruf 2 18 31; Syke: Mflbleniamra 2; Br.-Hemelingen: Bahn* holstraBe 6, Ecke PoststraBe, Ruf 4 34 58: Br.* Vegesack: Rohrstr. 24, Ruf 4 u. 8; Br.-Biumen* thai, Hapt.-Dallmann-Str. 41/43, Ruf 88 0. 89
iamiliche Tageszeitung
Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen
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Donnerstag, den 23. März 1944
Einzelpreis 15 Rpf.
tr Kampf auf indischem Boden hat begonnen
Sn Fanal für alle unterdrückten Völker Eine historische Proklamation Subhas Chandra Böses
unserer Berliner Schriftle.tung * Berlin, 22. März. Für alle
^ amerikanischen Imperialismus un-
m und bedrohten Völker in der fdie Mitteilung der Sprechers der K, Regierung wie ein Fanal wir- ! alionalindische Truppen an der l Japaner die indisch-burmesische ha Raungzon überschritten haben L „I dem Vormarsch auf indischem üuien. Eine Erklärung, die der ja- Ministerpräsiden t T o jo aus dife- 1| gegeben hat, spiegelt die große liebt Bedeutung dieser Tatsache
„ „alt den Briten bisher als das Juwel im Diadem des Empire, Wirklichkeit bedeutete, daß die- jmitfast 4Q0 Millionen Einwohnern sück der Ausbeutungspolitik; zu- i»er hauchdünnen plutokratischen öl in England darstellte. Schon zu als die Atlantik-Charta verkündet t,]te es Churchill entsetzt ab, daß Satz vom Selbstbestinlmungsrecht auch einmal auf Indien Anwen- s;a könnte. Mit Indien steht und System, auf dem das Empire und üisch-plutokratische Ausbeutungs- achtet sind. Alles was im Verlauf faes an Scheinverhandlungen über Bliche Entwicklung zur indischen «seit geführt worden • ist, war il; Betrugsmannöver, wie die Ver-' w, die den Indern im ersten Welt- Beten und niemals gehalten worin Wirklichkeit hat es sich für lei diesen Verhandlungen immer a gehandelt, Indien in das Poem Kriegführung einzufügen, aus icheit Volk Kanonenfutter zu od das Land zum Aufmarschglacis »iedereroberung der verlorenen 5 in Ostasien zu gestalten, än aus sollte nach dem amerika- iihen Kriegsplan zunächst die sie nach Tschungking-China wie- z werden, nachdem sich die Verraten darüber klar geworden as Inselspringen am pazifischen siswall Japans auf die Dauer zu hohen Verlusten an Menschen sh! führt und sinnlos ist, so lange agking-China zu einer wirlc- s der Kriegführung gegen Japan,
: aas der Luft, gemacht werden 'W dieser Richtung zielten auch tt-Men, Jie L or( j Mountbatton, der /Oberbefehlshaber, vor einiger Zeit ■- W, die aber nach der Vernich- hritisch-indischen 7. . Division zu ■rt Arakan-Tragödie und im An- t® zu lebhaften • Auseinander- ■ fischen Mountbatton und dem g« Kommandeur Stillwell. gewinnen an der burmesisch-indi- «te verlaufen jetzt gerade umge- «y. e i s ' ch die gegnerischen Heer- IniJa® ^ “ alten - Nach den vernich-
W*t*v%7, «t 5 n ;, dl u e , Sie einzustecken hatten, j 1 T| h.ick auf die beginnende |0 IZ, Jr lange Zeit ihre eigenen ' U ' .u' ährend ™qekehrt die Ja- lhn t en die natdonalindischen J iahen er l ol9re . ichen Gegenschlag UjS j- l Ware verförht, an die :’j burmesische Grenze, über- ; rat, ?- a ^ keute bereits japa- ■ä'onahndische Streitkräfte auf ’= v„\. kampfen ' weitergehende wunbinationen zu knüpfen.
ers ten Operationen
Der r ; 11 ? aIler vor erst nur die h TnIf t0ß der iapanisch-natio- « rh;Ä en erfo 'gte am Oberlauf
“■naaiay verläuft. Mountbat
ton gibt in seinem Heeresbericht selbst zu, daß sich die'Japaner westlich des Chindwin- Flusses im Vormarsch befinden, wobei die Zielrichtung offenbar die Stadt Manipur auf indischem Boden ist. Der Chindwin-Fluß nähert sich bei Homarin etwa 100 km östlich von Manipur bis auf 20 km der indischen Grenze. Hier offenbar erfolgte der entscheidende Vorstoß, der die Japaner und die indischen Freiheitskämpfer in der Letzten Woche sehr gut vorwärts gebracht zu haben scheint, Wie weit die Spitzen des japanischen Vormarsches noch von Manipur entfernt sind, das etwa 400 km genau östlich von Kalkutta liegt, ist aus den Berichten noch nicht zu übersehen.
In Verbindung mit diesem japanischen Vormarsch werden die englisch-indischen
Truppen aufs äußerste bedroht, die sich noch zwischen Tiddim und dem Manipur- Fluß auf dem Singer-Plateau befinden. Diesen Truppen sind die Abstiegsmöglichkeften und Ausgänge vom Plateau schon seit einigen Tagen versperrt, so daß die Versorgung bereits auf—dem Luftwege erfolgen mußte.
Der Aufruf S. Ch. Böses
Die Tatsache, daß der Krieg auf dem östasiatischen Festland nunmehr nach Indien selbst hineingetragen worden ist, hat Subhas Chandra Bose, der sich bei den indischen Freiheitskämpfern befindet, Anlaß izu einem Aufruf an das indische Volk gegeben. „Alle Inder, Männer und Frauen, fordern wir auf“, so heißt es' in diesem Au- ruf, 1 „durch systematische Sabotage die
Kriegsmaschine der Engländer und Amerikaner lahmzulegen und so tatkräftig unseren Freiheitskampf zu unterstützen. Indische Soldaten und Offiziere, die Ihr heute noch auf Seiten der Engländer steht, tretet ein, in unsere Reihen, um gemeinsam mit Euren Brüdern für die heilige Sache zu kämpfen."
Besetzte Gebiete kommen unter nationalindische Verwaltung
„Die indischen Gebiete, die im Verlaufe der jetzigen Operationen der nationalindischen und japanischen Streitkräfte besetzt werden, kommen sofort unter die Verwaltung der provisorischen Regierung“, gab Ministerpräsident Tojo in einer offiziellen Erklärung in Tokio bekannt.
Neue ungarische Regierung gebildet
Der bisherige ungarische Gesandte in Berlin, Sztojay, Ministerpräsident und Außenminister
dnb.
rische
Budapest, 22. März. Die unga- Nachrichtenagentur MTI. veröffentlicht am Mittwochnachmittag folgendes amtliches Kommunique:
Um im Rahmen der gemeinsamen Kriegführung der im Dreimächtepakt verbundenen europäischen Nationen gegen den gemeinsamen Feind Ungarn zur Seite zu stehen, insbesondere um die wirksame Bekämpfung des Bolschewismus durch die Mobilisierung aller Kräfte und die Schaffung umfassender Sicherungen zu verstärken, sind auf Grund gegenseitiger Verständigung deutsche Truppen in Ungarn eingetroffen.
Anstelle der zurückgetretenen bisherigen Regierung hat Seine Durchlaucht der Herr Reichsverweser den bisherigen Gesandten in Berlin, S z t o j a y, mit der Bildung der neuen Regierung betraut.
Das Kabinett .setzr' 1 sich wie folgt zu ; sammen:
Ministerpräsident und Außenminister: Dome S z t o j a y ,
Minister ohne' Portefeuille und mit der Stellvertretung des Ministerpräsidenten betraut: Denö R a c z,
Innenminister: Andor J a r o s s ,
Finanzminister: Lajos Remenyi- Schneller,
Industrieminister: Lajos S z a ß ,
Handels- und Verkehrsminister: Antal
Künder,
Ackerbau- und Versorgungsminister: Bela Jurctek,
Justizminister und provosorlsch mit der Leitung des Kultus- und Unterrichtsministers betraut: Istvan A n t a I,
Honved-Minister: Lajos C s a t a y.
Die beiden verbündeten Regierungen sind sich darüber einig, daß die getragenen Maß-, nahmen dazu beitragen werden, im Sinne der alten Freundschaft und Waffenbrüderschaft zwischen dem ungarischen und deutschen Volk alle Hilfsmittel Ungarns für den Endsieg der gemeinsamen Sache einzusetzen.
Or. Veesenmayer Gesandter und Bevollmächtigter des Reiches in Ungarn
dnb. Berlin, 22. März. Der Führer ernannte auf Vorschlag des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop Dr. Edmund Veesenmayer zum Gesandten und Be-
HoheFeindverluite zwiichenBug undDnjestr
Verbissenes Ringen um Cassino - Neuer Großangriff auf London
dnb. Aus dem Führerhauptquartier, 22. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt, bekannt:
Am unteren ukrainischen Bug griffen die Sowjets an mehreren Stellen vergeblich an. Ein feindlicher Brückenkopf wurde im Ge' genangriff weiter eingeengt. Zwischen dem mittleren ukrainischen Bug und dem Dnjestr dauern die schweren Kämpfe mit überlegenen sowjetischen Kräften an. Zahlreiche Angriffe der Bolschewisten wurden unter hohen Verlusten abgewiesen. Die Stadt S m e— r i n k a wurde befehlsgemäß geräumt. Zwischen Proskurow und Tarnopol traten die Sowjets mit starken Infanterie- und Panzerverbänden erneut zum Angriff an. In schweren Kämpfen wurden 33 feindliche Panzer vernichtet. Auch im Raum von Brody stehen unsere Truppen in harten Abwehrkämpfen mit den vorgedrungenen feindlichen Kräften. Die Besatzung von Kowel schlug mehrere feindliche Angriffe ab.
Südöstlich Witebsk nahmen die Sowjets mit mehreren Schützendivisionen und zahlreichen Panzern ihre Durchbruchsversuche wieder auf. Die in mehreren Wellen anstürmenden Bolschewisten wurden unter Abriegelung eines Einbruchs abgeschlagen,
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Im Hohen Norden wies im Kandaiakscha- Ajbscbnitt eine Stützpunktbesatzung hessischer Grenadiere Angriffe von zwei sowjetischen Schützenregimentern unter hohen Verlusten für den Feind ab und brachte Gefangene ein. An der Murman-Front nahmen ostmärkische Gebirgsjäger einen feindlichen Stützpunkt im Sturm und vernichteten seine Besatzung.
In den schweren Kämpfen im Südabschnitt der Ostfront hat sich die rheinisch-westfälische 6. Panzerdivision in Angriff und Abwehr hervorragend bewährt.
In Italien setzte der Feind auch gestern mit größter Verbissenheit seine verlustreichen Angriffe gegen Cassino erfolglos fort. Bei der Bekämpfung der Häfen Anzio •und Nettuno durch unsere Fernkamplbatte- riett wurden Treffer auf einem feindlichen Frachter erzielt. Marineküstenbatterien nahmen in der Adria vor S. Giorgio zwei feindliche Zerstörer unter Feuer, zwangen sie zum Abdrehen und schossen einen von ihnen in Brand. »
Störangriffe feindlicher Flugzeuge richteten sich in der vergangenen Nacht gegen Orte im rheiiiisch-westfälischen Raum.
Ein erneuter Großangriff schwerer deutscher Kampifliegerverbände gegen London verursachte durch Massenabwuri von Spreng- und Brandbomben wieder ausgedehnte Brände und Zerstörungen.
Britische Artillerie'beschoß erfolglos ein deutsches Geleit im Kanal. Fernkampfbatterien unserer Kriegsmarine nahmen daraufhin Dover mit beobachteter guter Wirkung unter Feuer.
vollmächtigten des Großdeutschen Reiches in Ungarn. Der bisherige deutsche Gesandte in Ungarn, von Jagow, wurde zur Dienstleistung in das Auswärtige Amt beruien.
Ein neues Ungarn
Deutsche Truppen im Karpatenraum Eigener Bericht
rd. Berlin, 22. März. Ein neues Kapitel der deutsch-ungarischen Beziehungen hat begonnen. Im fünften Kriegsjahr ist ein Höchstmaß enger Zusammenarbeit beschlossen worden, wie- es durch das Eintreffen deutscher Truppen und die Regierungsumbildung in Ungarn nicht überzeugender herbeigeführt werden konnte. Die Anwesenheit deutscher Truppen im Zentrum des Donau- raumes hat militärische Gründe, die hinlänglich durch die hervorragende stfjjtegische Lage des Landes, in der ungarischen Tiefebene und im Karpatenkessel gegeben sind. In Ungarns Kampf gegen den Bolschewismus wie überhaupt gegen alle zersetzenden Kräfte treten die deutschen Truppen als ein Garant der Ruhe und der Verteidigungsbereitschaft auf. '
An Stelle der Regierung Kallay ist die Regierung Sztojay getreten. Feldmarschal- leutnant Sztojay, als früherer Militärattache und bisheriger Gesandter in Berlin den deutschen Stellen befreundet,' hat einen hohen Ruf als ein unbedingter Verfechter der herzlichen deutsch-ungarischen Zusammenarbeit.
Die Vorgänge in Ungarn haben wildeste Gerüchte im neutralen und im feindlichen Ausland hervorgerufen und die seit langem betriebene Hetze gegen Ungarn zum Weißglühen gebracht Mit Zuckerbrot und Peitsche hatte man bereits monatelang jenem ungarischen politischen Kreis gedroht, der noch immer nach'dem Ausland schielte und sich in einer „neutralen“, d. h. im Grunde europafeindlichen Politik gefiel und Zwietracht in Ungarn zu säen bemüht war. Erst recht vermochte'sich der jüdisch-marxistisch beeinflußte Teil der ungarischen Prfesse diesen zersetzenden Einflüssen nicht zu entziehen. Die neue Regierung, die der Reichsverweser berufen hat, bietet jedoch die Gewähr dafür, daß der Defaitismus, der sich in Ungarn auszubreiten drohte, zerschlagen wird. Verrat in Mitteleuropa wäre unerträglich, und schon im Keime müssen alle jene Elemente erstickt werden, die zu verhindern trachteten, daß Ungarns gesamte Kraft für die Verteidigung unseres Kontinents eingesetzt wird.
Die Sicherung des ungarischen Raumes ist damit vollzogen, sehr zum Aerger des Auslandes, das die wildesten Gerüchte über die Ereignisse in Budapest verbreitet hatte, um in letzter Stunde noch Mißtrapen und Unruhe auszustreuen: der Reichsverweser sei gefangengesetzt, Banden hätten sich gebildet, die letzte „Insel des Parlamentarismus" sei vernichtet. Stattdessen hat der Geist der alten deutsch-ungarischen Waffenbrüderschaft gesiegt, der, sich bereits im ersten Weltkrieg bewährt hat.
Wieder sdiwerste Bomben auf London
Planmäßiger Angriff tro$ starker Abwehr — Gedrückte Stimmung in London
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Rressc-Uofjmann
dnb. Berlin, 22. März. Starke Kräfte deutscher Kampfflieger führten um die erste Morgenstunde des Mittwoch erneut einen zusammengefaßten Angriff gegen London. Sie warfen in einer knappen halben Stunde über dem Gebiet“ der britischen Hauptstadt zahlreiche Brand- und Sprengbomben schweren und schwersten Kalibers ab. Heilige Detonationen wurden im Zielgebiet beobachtet. Die zuletzt abfliegenden deutschen Flugzeuge konnten bereits zahlreiche kleine und größere Brände beobachten, von denen verschiedene sich zu Fläehenbränden zu entwickeln schienen. Die planmäßige Durchführung des deutschen Angriffs konnte von der starken feindlichen Abwehr nicht verhindert werden.
Einqj englischen Meldung zufolge fiel beispielsweise eine besonders schwere Sprengbombe mitten in das Zeitungsviertel. Die Londoner Flak versuchte, die Stadt durch ein heftiges Sperrfeuer zu Schützern das jedoch, wie englische Berichte sich aus- 'drticken, „unterflogen" wurde.
Ueber die dürftigen amtlichen Verlautbarungen hinaus veröffentlicht „Sunday Chronicle” interessante Einzelheiten, die auf die. gedrückte Stimmung der Londoner Bevölkerung schließen- lassen. Die Schäden und die Nienschenverlüste genügten vollauf, um. jedem klar zu machen, daß man noch mehr von den Deutschen zu erwarten habe, und es sei, nur klug, wenn man «ich rechtzeitig darauf gefaßt mache.
Ein Schweizer Journalist berichtet, daß man am Hafen eine umfangreiche Sperre habe errichten müssen, dä.dort zahlreiche Gebäude getroffen seien. Weiter erfahre man, daß die „Königliche Marineschule“ durch Brand zerstört sei. Ebenso zeigten das Maiinearsenal sgwie mehrere Stadtteile Londons ein Bild vollkommener Vernichtung. Zum Teil seien die Elektrizitätszufuhr und die Kanalisationsanlagen zerstört. Auch die Bank von England befinde »ich unter den vollkommen vernichteten Gebäuden. Aber nicht nur London, sondern auch die Vorstädte hätten fürchterlich gelitten.
Den Sfituaq ah Me Hölle
Von Generalleutnant Klingbeil
Der Bündniskrieg hat von jeher seine Sonderbedingtheiten gehabt, die heute trotz der schnelleren Nachrichtenübermittlungsmöglichkeit, infolge der außerordentlichen waf-. fentechnischen Entwicklung — Luftwaffe, Panzerwaffe — v«m politischen wie vom militärischen Gesichtspunkt aus ungleich schwieriger zu meistern sind, als in früheien Wehrzeitaltern. Auch unsere Gegner im jetzigen Kriege mühen sich . bisher offensichtlich vergeblich um die Probleme des Bündniskrieges. Trotz der,von Stalin bereits vor Jahren erhobenen Forderung nach der „zweiten Front" ist sie bisher nicht zustande gekommen, und es hapert noch immer mit dem in Teheran proklamierten einheitlichen Zusammenwirken der Bündnispartner. Wählend der „Festlandsdegen" der Atlantik- mächte, die Sowjetheere, noch immer unsere Ostfront angreifen, während an der italienischen Front die Lage im Südabschnitt stationär geblieben ist und die britisch- amerikanischen Truppen im Landekopf von Nettuno durch örtlich begrenzte deutsche Unternehmungen immer weiter eingeengt worden sind, befindet sich die mit großem Aplomb angekündigte „Invasion" noch im- mhr im Stadium der Vorbereitung.
Außer anderen Hemmungen und Schwierigkeiten, die sich der Durchführung eines großangelegten Landungsunternehmens entgegenstellen, haben offensichtlich auch die enttäuschenden Erfahrungen, die die Anglo- Amerikaner südlich Rom gemacht haben, dazu beigetragen, ihnen die Größe ihres Risikos bei einer Landung an der stark befestigten Atlantikfront oder der Mittelmeerküste drastisch vor Augen zu führen. Wenigstens hat Sich ein mit den Vorgängen in Nettuno bestens vertrauter britischer Ga- neralstabsoffizier in Gibraltar mit größter Sorge über die kommenden militärischen Aktionen geäußert und hat seine Ansicht in die Worte zusammengefaßt: „Unsere
Flugzeugträger sind seit Salerno und Nettuno stark im Kurse gesunken, weil es nicht möglich ist, mit ihrer Hilfe große Truppenmassen voll zu decken. Nettuno ist schuld daran, daß wir unsere Pläne, die die Inva- ' sion betreffen, noch für kurze Zeit zurück- steilen müssen. Es ist notwendig geworden, die Lehren, die die Deutschen uns erteilt J haben, noch einmal zu verarbeiten. Wir wären wie blinde Füchse in die Falle getappt, hätten wir nicht vor der Invasion noch Nettuno erlebt."
In der Tat spielte die alles beherrschende Frage der Luftüberlegenheit an den Ein- bruchsstellen eine ausschlaggebende Rolle für das Gelingen der Landungsunternehmungen. Der Feind ist daher eingestandenermaßen seit Monaten bemüht, die deutsche Jagdverteidigung lahmzulegen und die Flug stützpunkte im Westen zu zerstören. Die nacheinander folgenden deutschen Großangriffe auf London und die ständig wachsenden eigenen Bomberverluste haben aber die Gegner inzwischen belehrt, wie es mit beiden Zweigen der deutschen Luftwaffe tatsächlich steht. Ohne Luftüberlegenheit aber, darüber sind sich die Feinde klar, wird das Risiko einer Invasion zu groß, sowohl fijr die Luftlandetruppen wie für die Landungstruppen und bedeckenden Kriegsschiffe;
Auch die Aufbringungr des für ein Groß- landuiigsunternehmen benötigten Schiffsraumes dürfte dem Gegner einiges Kopfzerbrechen verursachen trotz des Zuwachses an Schiffsraum, der im 'vergangenen Jahre durch Neubauten bei gleichzeitigem Herabsinken der U-Boot-Versenkungsziffern entstanden ist. Nach Admiral Land, dem USA.- Schiffahrtsdirektor, stehen angeblich „8 Millionen Tonnen" oder, von Tragetonnen auf Raumtonnen umgerechnet, 6 Millionen BRT. zur Verfügung der „zweiten Front'. Dabei entsteht die Frage, ob dieser Schiffsraum über die sonstigen Bedürfnisse hinaus vorhanden und ob der Nachschub für Nordafrika, Italien und die Südsee befriedigt ist, oder ob er an der Angriffstonnage teilnimmt. Eine Bilanz des vorhandenen Bestandes ist von Deutschland aus schwer aufzunehmen. Es ist aber nach den Erfahrungen von Bari, Salerno und Nettuno auch in Betracht zu ziehen, daß giit hohen Verlusten an Invasionsschiffraum zu rechnen ist, die einen vorher schwer berechenbaren Ton- . nage-Ueberschuß bedingen.
Ferner wird England, das nach zuverlässigen deutschen Angaben im vergangenen Jahre einen Flugzeugträger, sechs Kreuzer und 63 Zerstörer durch ^Versenkung eingebüßt hat, nur sehr ungern weitere Flottenteile verlieren und sein im ersten Weltkriege verlorenes Uebergewicht über die USA.-Flotte noch ungünstiger gestalten wollen. Aber auch die USA., die im Kampf um die Südsee-Inseln 600 000 Tonnen Kriegsschiffsraum eingebüßt haben, werden, obwohl sie reichlicher versorgt dastehen, mit Verlusten auch nicht gerade großzügig sein wollen.
Schließlich bleibt für beide Angreifer die Sorge um die Menschenversluste, die mit einem , Großlandungsunternehmen unvermeidlich verbunden sind. England, das es zwar Verstanden hat, gegen Abgabe des Oberbefehls den amerikanischen Anteil an der Invasionsarmee angeblich auf 72 Prozent heraufzuschrauben, wird nach den ho-
Das Eichenlaub verliehen
dnb. Berlin, 22. März. Der Führer verlieh am 17. März das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberstleutnant Josef Bregenzer, Kommandeur eines fränkisch-sudetendeufschen Grenadier- Regiments, als 427. Soldaten der deutschen Wehrmacht.