Ausgabe 
(23.2.1944) 82
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iamiliche Tageszeitung

Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

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Amtliches Verkündungsblaii des Reichssiaithalters in Oldenburg und Bremen

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Donnerstag, den 23. März 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

tr Kampf auf indischem Boden hat begonnen

Sn Fanal für alle unterdrückten Völker Eine historische Proklamation Subhas Chandra Böses

unserer Berliner Schriftle.tung * Berlin, 22. März. Für alle

^ amerikanischen Imperialismus un-

m und bedrohten Völker in der fdie Mitteilung der Sprechers der K, Regierung wie ein Fanal wir- ! alionalindische Truppen an der l Japaner die indisch-burmesische ha Raungzon überschritten haben LI dem Vormarsch auf indischem üuien. Eine Erklärung, die der ja- Ministerpräsiden t T o jo aus dife- 1| gegeben hat, spiegelt die große liebt Bedeutung dieser Tatsache

alt den Briten bisher als das Juwel im Diadem des Empire, Wirklichkeit bedeutete, daß die- jmitfast 4Q0 Millionen Einwohnern sück der Ausbeutungspolitik; zu- i»er hauchdünnen plutokratischen öl in England darstellte. Schon zu als die Atlantik-Charta verkündet t,]te es Churchill entsetzt ab, daß Satz vom Selbstbestinlmungsrecht auch einmal auf Indien Anwen- s;a könnte. Mit Indien steht und System, auf dem das Empire und üisch-plutokratische Ausbeutungs- achtet sind. Alles was im Verlauf faes an Scheinverhandlungen über Bliche Entwicklung zur indischen «seit geführt worden ist, war il; Betrugsmannöver, wie die Ver-' w, die den Indern im ersten Welt- Beten und niemals gehalten wor­in Wirklichkeit hat es sich für lei diesen Verhandlungen immer a gehandelt, Indien in das Po­em Kriegführung einzufügen, aus icheit Volk Kanonenfutter zu od das Land zum Aufmarschglacis »iedereroberung der verlorenen 5 in Ostasien zu gestalten, än aus sollte nach dem amerika- iihen Kriegsplan zunächst die sie nach Tschungking-China wie- z werden, nachdem sich die Ver­raten darüber klar geworden as Inselspringen am pazifischen siswall Japans auf die Dauer zu hohen Verlusten an Menschen sh! führt und sinnlos ist, so lange agking-China zu einer wirlc- s der Kriegführung gegen Japan,

: aas der Luft, gemacht werden 'W dieser Richtung zielten auch tt-Men, Jie L or( j Mountbatton, der /Oberbefehlshaber, vor einiger Zeit - W, die aber nach der Vernich- hritisch-indischen 7. . Division zu rt Arakan-Tragödie und im An- t® zu lebhaften Auseinander- fischen Mountbatton und dem g« Kommandeur Stillwell. ge­winnen an der burmesisch-indi- «te verlaufen jetzt gerade umge- «y. e i s ' ch die gegnerischen Heer- IniJa® ^ alten - Nach den vernich-

W*t*v%7, «t 5 n ;, dl u e , Sie einzustecken hatten, j 1 T| h.ick auf die beginnende |0 IZ, Jr lange Zeit ihre eigenen ' U ' .u' ährendqekehrt die Ja- lhn t en die natdonalindischen J iahen er l ol9re . ichen Gegenschlag UjS j- l Ware verförht, an die :j burmesische Grenze, über- ; rat, ?- a ^ keute bereits japa- ä'onahndische Streitkräfte auf = v\. kampfen ' weitergehende wunbinationen zu knüpfen.

ers ten Operationen

Der r ; 11 ? aIler vor erst nur die h TnIf t0ß der iapanisch-natio- « rh;Ä en erfo 'gte am Oberlauf

naaiay verläuft. Mountbat­

ton gibt in seinem Heeresbericht selbst zu, daß sich die'Japaner westlich des Chindwin- Flusses im Vormarsch befinden, wobei die Zielrichtung offenbar die Stadt Manipur auf indischem Boden ist. Der Chindwin-Fluß nähert sich bei Homarin etwa 100 km öst­lich von Manipur bis auf 20 km der indi­schen Grenze. Hier offenbar erfolgte der entscheidende Vorstoß, der die Japaner und die indischen Freiheitskämpfer in der Letzten Woche sehr gut vorwärts gebracht zu haben scheint, Wie weit die Spitzen des japani­schen Vormarsches noch von Manipur ent­fernt sind, das etwa 400 km genau östlich von Kalkutta liegt, ist aus den Berichten noch nicht zu übersehen.

In Verbindung mit diesem japanischen Vormarsch werden die englisch-indischen

Truppen aufs äußerste bedroht, die sich noch zwischen Tiddim und dem Manipur- Fluß auf dem Singer-Plateau befinden. Die­sen Truppen sind die Abstiegsmöglichkeften und Ausgänge vom Plateau schon seit eini­gen Tagen versperrt, so daß die Versorgung bereits aufdem Luftwege erfolgen mußte.

Der Aufruf S. Ch. Böses

Die Tatsache, daß der Krieg auf dem östasiatischen Festland nunmehr nach In­dien selbst hineingetragen worden ist, hat Subhas Chandra Bose, der sich bei den in­dischen Freiheitskämpfern befindet, Anlaß izu einem Aufruf an das indische Volk ge­geben.Alle Inder, Männer und Frauen, for­dern wir auf, so heißt es' in diesem Au- ruf, 1durch systematische Sabotage die

Kriegsmaschine der Engländer und Ameri­kaner lahmzulegen und so tatkräftig unseren Freiheitskampf zu unterstützen. Indische Soldaten und Offiziere, die Ihr heute noch auf Seiten der Engländer steht, tretet ein, in unsere Reihen, um gemeinsam mit Euren Brüdern für die heilige Sache zu kämpfen."

Besetzte Gebiete kommen unter nationalindische Verwaltung

Die indischen Gebiete, die im Verlaufe der jetzigen Operationen der nationalindi­schen und japanischen Streitkräfte besetzt werden, kommen sofort unter die Verwal­tung der provisorischen Regierung, gab Ministerpräsident Tojo in einer offiziellen Erklärung in Tokio bekannt.

Neue ungarische Regierung gebildet

Der bisherige ungarische Gesandte in Berlin, Sztojay, Ministerpräsident und Außenminister

dnb.

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Budapest, 22. März. Die unga- Nachrichtenagentur MTI. veröffent­licht am Mittwochnachmittag folgendes amt­liches Kommunique:

Um im Rahmen der gemeinsamen Krieg­führung der im Dreimächtepakt verbundenen europäischen Nationen gegen den gemein­samen Feind Ungarn zur Seite zu stehen, insbesondere um die wirksame Bekämpfung des Bolschewismus durch die Mobilisierung aller Kräfte und die Schaffung umfassender Sicherungen zu verstärken, sind auf Grund gegenseitiger Verständigung deutsche Truppen in Ungarn eingetroffen.

Anstelle der zurückgetretenen bisherigen Regierung hat Seine Durchlaucht der Herr Reichsverweser den bisherigen Gesandten in Berlin, S z t o j a y, mit der Bildung der neuen Regierung be­traut.

Das Kabinett .setzr' 1 sich wie folgt zu ; sammen:

Ministerpräsident und Außenminister: Dome S z t o j a y ,

Minister ohne' Portefeuille und mit der Stellvertretung des Ministerpräsidenten be­traut: Denö R a c z,

Innenminister: Andor J a r o s s ,

Finanzminister: Lajos Remenyi- Schneller,

Industrieminister: Lajos S z a ß ,

Handels- und Verkehrsminister: Antal

Künder,

Ackerbau- und Versorgungsminister: Bela Jurctek,

Justizminister und provosorlsch mit der Leitung des Kultus- und Unterrichtsmini­sters betraut: Istvan A n t a I,

Honved-Minister: Lajos C s a t a y.

Die beiden verbündeten Regierungen sind sich darüber einig, daß die getragenen Maß-, nahmen dazu beitragen werden, im Sinne der alten Freundschaft und Waffenbrüder­schaft zwischen dem ungarischen und deut­schen Volk alle Hilfsmittel Ungarns für den Endsieg der gemeinsamen Sache einzusetzen.

Or. Veesenmayer Gesandter und Be­vollmächtigter des Reiches in Ungarn

dnb. Berlin, 22. März. Der Führer er­nannte auf Vorschlag des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop Dr. Edmund Veesenmayer zum Gesandten und Be-

HoheFeindverluite zwiichenBug undDnjestr

Verbissenes Ringen um Cassino - Neuer Großangriff auf London

dnb. Aus dem Führerhauptquar­tier, 22. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt, bekannt:

Am unteren ukrainischen Bug griffen die Sowjets an mehreren Stellen vergeblich an. Ein feindlicher Brückenkopf wurde im Ge' genangriff weiter eingeengt. Zwischen dem mittleren ukrainischen Bug und dem Dnjestr dauern die schweren Kämpfe mit überlege­nen sowjetischen Kräften an. Zahlreiche An­griffe der Bolschewisten wurden unter hohen Verlusten abgewiesen. Die Stadt S m e r i n k a wurde befehlsgemäß geräumt. Zwi­schen Proskurow und Tarnopol traten die Sowjets mit starken Infanterie- und Panzer­verbänden erneut zum Angriff an. In schwe­ren Kämpfen wurden 33 feindliche Panzer vernichtet. Auch im Raum von Brody stehen unsere Truppen in harten Abwehrkämpfen mit den vorgedrungenen feindlichen Kräften. Die Besatzung von Kowel schlug mehrere feindliche Angriffe ab.

Südöstlich Witebsk nahmen die Sowjets mit mehreren Schützendivisionen und zahl­reichen Panzern ihre Durchbruchsversuche wieder auf. Die in mehreren Wellen anstür­menden Bolschewisten wurden unter Ab­riegelung eines Einbruchs abgeschlagen,

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Im Hohen Norden wies im Kandaiakscha- Ajbscbnitt eine Stützpunktbesatzung hessi­scher Grenadiere Angriffe von zwei sowjeti­schen Schützenregimentern unter hohen Verlusten für den Feind ab und brachte Ge­fangene ein. An der Murman-Front nahmen ostmärkische Gebirgsjäger einen feindlichen Stützpunkt im Sturm und vernichteten seine Besatzung.

In den schweren Kämpfen im Südabschnitt der Ostfront hat sich die rheinisch-westfä­lische 6. Panzerdivision in Angriff und Ab­wehr hervorragend bewährt.

In Italien setzte der Feind auch gestern mit größter Verbissenheit seine verlust­reichen Angriffe gegen Cassino erfolglos fort. Bei der Bekämpfung der Häfen Anzio und Nettuno durch unsere Fernkamplbatte- riett wurden Treffer auf einem feindlichen Frachter erzielt. Marineküstenbatterien nahmen in der Adria vor S. Giorgio zwei feindliche Zerstörer unter Feuer, zwangen sie zum Abdrehen und schossen einen von ihnen in Brand. »

Störangriffe feindlicher Flugzeuge richte­ten sich in der vergangenen Nacht gegen Orte im rheiiiisch-westfälischen Raum.

Ein erneuter Großangriff schwerer deutscher Kampifliegerverbände gegen London verursachte durch Massenabwuri von Spreng- und Brandbomben wieder aus­gedehnte Brände und Zerstörungen.

Britische Artillerie'beschoß erfolglos ein deutsches Geleit im Kanal. Fernkampfbatte­rien unserer Kriegsmarine nahmen darauf­hin Dover mit beobachteter guter Wirkung unter Feuer.

vollmächtigten des Großdeutschen Reiches in Ungarn. Der bisherige deutsche Gesandte in Ungarn, von Jagow, wurde zur Dienst­leistung in das Auswärtige Amt beruien.

Ein neues Ungarn

Deutsche Truppen im Karpatenraum Eigener Bericht

rd. Berlin, 22. März. Ein neues Kapitel der deutsch-ungarischen Beziehungen hat be­gonnen. Im fünften Kriegsjahr ist ein Höchstmaß enger Zusammenarbeit beschlos­sen worden, wie- es durch das Eintreffen deutscher Truppen und die Regierungsum­bildung in Ungarn nicht überzeugender her­beigeführt werden konnte. Die Anwesenheit deutscher Truppen im Zentrum des Donau- raumes hat militärische Gründe, die hinläng­lich durch die hervorragende stfjjtegische Lage des Landes, in der ungarischen Tief­ebene und im Karpatenkessel gegeben sind. In Ungarns Kampf gegen den Bolschewis­mus wie überhaupt gegen alle zersetzenden Kräfte treten die deutschen Truppen als ein Garant der Ruhe und der Verteidigungsbe­reitschaft auf. '

An Stelle der Regierung Kallay ist die Regierung Sztojay getreten. Feldmarschal- leutnant Sztojay, als früherer Militärattache und bisheriger Gesandter in Berlin den deut­schen Stellen befreundet,' hat einen hohen Ruf als ein unbedingter Verfechter der herz­lichen deutsch-ungarischen Zusammen­arbeit.

Die Vorgänge in Ungarn haben wildeste Gerüchte im neutralen und im feindlichen Ausland hervorgerufen und die seit langem betriebene Hetze gegen Ungarn zum Weiß­glühen gebracht Mit Zuckerbrot und Peitsche hatte man bereits monatelang jenem unga­rischen politischen Kreis gedroht, der noch immer nach'dem Ausland schielte und sich in einerneutralen, d. h. im Grunde europafeindlichen Politik gefiel und Zwie­tracht in Ungarn zu säen bemüht war. Erst recht vermochte'sich der jüdisch-marxistisch beeinflußte Teil der ungarischen Prfesse die­sen zersetzenden Einflüssen nicht zu ent­ziehen. Die neue Regierung, die der Reichs­verweser berufen hat, bietet jedoch die Ge­währ dafür, daß der Defaitismus, der sich in Ungarn auszubreiten drohte, zerschlagen wird. Verrat in Mitteleuropa wäre unerträg­lich, und schon im Keime müssen alle jene Elemente erstickt werden, die zu verhindern trachteten, daß Ungarns gesamte Kraft für die Verteidigung unseres Kontinents einge­setzt wird.

Die Sicherung des ungarischen Raumes ist damit vollzogen, sehr zum Aerger des Aus­landes, das die wildesten Gerüchte über die Ereignisse in Budapest verbreitet hatte, um in letzter Stunde noch Mißtrapen und Un­ruhe auszustreuen: der Reichsverweser sei gefangengesetzt, Banden hätten sich gebil­det, die letzteInsel des Parlamentarismus" sei vernichtet. Stattdessen hat der Geist der alten deutsch-ungarischen Waffenbrüder­schaft gesiegt, der, sich bereits im ersten Weltkrieg bewährt hat.

Wieder sdiwerste Bomben auf London

Planmäßiger Angriff tro$ starker Abwehr Gedrückte Stimmung in London

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1 »rsitzenden der Prnlehlorals-Regip.riing, Minister Dr. Krcja.

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im Beisein des Keirhsministers

fr. Lummers (Mitte), des Leiters

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Rressc-Uofjmann

dnb. Berlin, 22. März. Starke Kräfte deutscher Kampfflieger führten um die erste Morgenstunde des Mittwoch erneut einen zusammengefaßten Angriff gegen London. Sie warfen in einer knappen halben Stunde über dem Gebiet der britischen Hauptstadt zahlreiche Brand- und Sprengbomben schweren und schwersten Kalibers ab. Hei­lige Detonationen wurden im Zielgebiet be­obachtet. Die zuletzt abfliegenden deutschen Flugzeuge konnten bereits zahlreiche kleine und größere Brände beobachten, von denen verschiedene sich zu Fläehenbränden zu entwickeln schienen. Die planmäßige Durch­führung des deutschen Angriffs konnte von der starken feindlichen Abwehr nicht ver­hindert werden.

Einqj englischen Meldung zufolge fiel bei­spielsweise eine besonders schwere Spreng­bombe mitten in das Zeitungsviertel. Die Londoner Flak versuchte, die Stadt durch ein heftiges Sperrfeuer zu Schützern das je­doch, wie englische Berichte sich aus- 'drticken,unterflogen" wurde.

Ueber die dürftigen amtlichen Verlaut­barungen hinaus veröffentlichtSunday Chronicle interessante Einzelheiten, die auf die. gedrückte Stimmung der Londoner Bevölkerung schließen- lassen. Die Schäden und die Nienschenverlüste genügten vollauf, um. jedem klar zu machen, daß man noch mehr von den Deutschen zu erwarten habe, und es sei, nur klug, wenn man «ich recht­zeitig darauf gefaßt mache.

Ein Schweizer Journalist berichtet, daß man am Hafen eine umfangreiche Sperre habe errichten müssen,.dort zahlreiche Gebäude getroffen seien. Weiter erfahre man, daß dieKönigliche Marineschule durch Brand zerstört sei. Ebenso zeigten das Maiinearsenal sgwie mehrere Stadtteile Londons ein Bild vollkommener Vernich­tung. Zum Teil seien die Elektrizitätszufuhr und die Kanalisationsanlagen zerstört. Auch die Bank von England befinde »ich unter den vollkommen vernichteten Gebäuden. Aber nicht nur London, sondern auch die Vorstädte hätten fürchterlich gelitten.

Den Sfituaq ah Me Hölle

Von Generalleutnant Klingbeil

Der Bündniskrieg hat von jeher seine Son­derbedingtheiten gehabt, die heute trotz der schnelleren Nachrichtenübermittlungsmög­lichkeit, infolge der außerordentlichen waf-. fentechnischen Entwicklung Luftwaffe, Panzerwaffe v«m politischen wie vom militärischen Gesichtspunkt aus ungleich schwieriger zu meistern sind, als in früheien Wehrzeitaltern. Auch unsere Gegner im jetzigen Kriege mühen sich . bisher offen­sichtlich vergeblich um die Probleme des Bündniskrieges. Trotz der,von Stalin bereits vor Jahren erhobenen Forderung nach der zweiten Front" ist sie bisher nicht zustande gekommen, und es hapert noch immer mit dem in Teheran proklamierten einheitlichen Zusammenwirken der Bündnispartner. Wäh­lend derFestlandsdegen" der Atlantik- mächte, die Sowjetheere, noch immer un­sere Ostfront angreifen, während an der ita­lienischen Front die Lage im Südabschnitt stationär geblieben ist und die britisch- amerikanischen Truppen im Landekopf von Nettuno durch örtlich begrenzte deutsche Unternehmungen immer weiter eingeengt worden sind, befindet sich die mit großem Aplomb angekündigteInvasion" noch im- mhr im Stadium der Vorbereitung.

Außer anderen Hemmungen und Schwie­rigkeiten, die sich der Durchführung eines großangelegten Landungsunternehmens ent­gegenstellen, haben offensichtlich auch die enttäuschenden Erfahrungen, die die Anglo- Amerikaner südlich Rom gemacht haben, dazu beigetragen, ihnen die Größe ihres Ri­sikos bei einer Landung an der stark be­festigten Atlantikfront oder der Mittelmeer­küste drastisch vor Augen zu führen. We­nigstens hat Sich ein mit den Vorgängen in Nettuno bestens vertrauter britischer Ga- neralstabsoffizier in Gibraltar mit größter Sorge über die kommenden militärischen Aktionen geäußert und hat seine Ansicht in die Worte zusammengefaßt:Unsere

Flugzeugträger sind seit Salerno und Net­tuno stark im Kurse gesunken, weil es nicht möglich ist, mit ihrer Hilfe große Truppen­massen voll zu decken. Nettuno ist schuld daran, daß wir unsere Pläne, die die Inva- ' sion betreffen, noch für kurze Zeit zurück- steilen müssen. Es ist notwendig geworden, die Lehren, die die Deutschen uns erteilt J haben, noch einmal zu verarbeiten. Wir wä­ren wie blinde Füchse in die Falle getappt, hätten wir nicht vor der Invasion noch Net­tuno erlebt."

In der Tat spielte die alles beherrschende Frage der Luftüberlegenheit an den Ein- bruchsstellen eine ausschlaggebende Rolle für das Gelingen der Landungsunternehmun­gen. Der Feind ist daher eingestandener­maßen seit Monaten bemüht, die deutsche Jagdverteidigung lahmzulegen und die Flug ­stützpunkte im Westen zu zerstören. Die nacheinander folgenden deutschen Groß­angriffe auf London und die ständig wach­senden eigenen Bomberverluste haben aber die Gegner inzwischen belehrt, wie es mit beiden Zweigen der deutschen Luftwaffe tat­sächlich steht. Ohne Luftüberlegenheit aber, darüber sind sich die Feinde klar, wird das Risiko einer Invasion zu groß, sowohl fijr die Luftlandetruppen wie für die Landungs­truppen und bedeckenden Kriegsschiffe;

Auch die Aufbringungr des für ein Groß- landuiigsunternehmen benötigten Schiffsrau­mes dürfte dem Gegner einiges Kopfzerbre­chen verursachen trotz des Zuwachses an Schiffsraum, der im 'vergangenen Jahre durch Neubauten bei gleichzeitigem Herab­sinken der U-Boot-Versenkungsziffern ent­standen ist. Nach Admiral Land, dem USA.- Schiffahrtsdirektor, stehen angeblich8 Mil­lionen Tonnen" oder, von Tragetonnen auf Raumtonnen umgerechnet, 6 Millionen BRT. zur Verfügung derzweiten Front'. Dabei entsteht die Frage, ob dieser Schiffsraum über die sonstigen Bedürfnisse hinaus vor­handen und ob der Nachschub für Nord­afrika, Italien und die Südsee befriedigt ist, oder ob er an der Angriffstonnage teil­nimmt. Eine Bilanz des vorhandenen Bestan­des ist von Deutschland aus schwer aufzu­nehmen. Es ist aber nach den Erfahrungen von Bari, Salerno und Nettuno auch in Be­tracht zu ziehen, daß giit hohen Verlusten an Invasionsschiffraum zu rechnen ist, die einen vorher schwer berechenbaren Ton- . nage-Ueberschuß bedingen.

Ferner wird England, das nach zuverlässi­gen deutschen Angaben im vergangenen Jahre einen Flugzeugträger, sechs Kreuzer und 63 Zerstörer durch ^Versenkung einge­büßt hat, nur sehr ungern weitere Flotten­teile verlieren und sein im ersten Welt­kriege verlorenes Uebergewicht über die USA.-Flotte noch ungünstiger gestalten wol­len. Aber auch die USA., die im Kampf um die Südsee-Inseln 600 000 Tonnen Kriegs­schiffsraum eingebüßt haben, werden, ob­wohl sie reichlicher versorgt dastehen, mit Verlusten auch nicht gerade großzügig sein wollen.

Schließlich bleibt für beide Angreifer die Sorge um die Menschenversluste, die mit einem , Großlandungsunternehmen unver­meidlich verbunden sind. England, das es zwar Verstanden hat, gegen Abgabe des Oberbefehls den amerikanischen Anteil an der Invasionsarmee angeblich auf 72 Pro­zent heraufzuschrauben, wird nach den ho-

Das Eichenlaub verliehen

dnb. Berlin, 22. März. Der Führer ver­lieh am 17. März das Eichenlaub zum Rit­terkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst­leutnant Josef Bregenzer, Kommandeur eines fränkisch-sudetendeufschen Grenadier- Regiments, als 427. Soldaten der deutschen Wehrmacht.