Ausgabe 
(22.3.1944) 81
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urteiamiliche Tageszeitung

U sblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblalt des Reichsstatthalters in Oldenburg und Bremen

. 14 . Jahrgang

Mittwoch, den 22. März 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

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Beispiellose Tapferkeit der deutschen Soldaten

Selbst der Feind kann den heldenhaften Verteidigern von Cassino seine Achtung nicht versagen

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Berliner Schriftleitung erlin, 21. März. Die engli-

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^odienzeitschriftSphere" schreibt fol- Koerkenswerten Sätze über die hel- i| e Verteidigung der deutschen Solda- 'jder Ifalien-Fronl:Die Tapferkeit des jen Soldaten in diesem Kriege kennt Geschichte überhaupt keine Parallele. Ae Moral der Deutschen ist unge- d'roit hu bniJT[ ( |, Somit besitzt Deutschland nocjj ~-'lüge Strategische Reserven, während Heilig der Sinn der Einigkeit, der Mut {(Disziplin auf englischer Seite ini­tiier absinken." Der Londoner Rund- «klärte in der Nacht zum Dienstag Hw Sendung aus Neapel zu der un­löslichen Haltung der deutschen Trup- jn Cassino:Es sind keine gewölin- i,Truppen. Es sind besonders ausgebil- lliiglieder der Partei und Soldaten der luridivision. Sie sind zäh, ohne eine dnordabteilung darzustellen. Sie leisten irlichen Widerstand." Und wenige ei später, am Dienstag noch um 1 Uhr, is in einer Rundfunksendung des bri- ti l'eberseedienstes:Wo immer der Je Soldat kämpft, kämpft er tapfer mit einer solchen verbissenen Ent- issenheit, dail es dumm wäre, dies zu tu Die deutsche Militärmaschine bleibt liier groß. Die industrielle Lage der sehen bedeutet immer noch eine

m Gefahr. Es gibt keinen einzigen (örtlichen Staatsmann in Großbritan- ier heute nicht sagen würde, daß es ißlig ist, sich der Macht Deutsch- n erinnern, wie dies immer der Fall

pe und ähnliche Aeußerungen macht i England gewiß nicht um unserer 1 blauen Augen willen und um un-

Echlheitsbiw!

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serer Eitelkeit zu schmeicheln. Alle die Ur­teile gruppieren sich im wesentlichen um die Kämpfe im Raume von Cassino, wo der Gegner in den zurückliegenden Tagen zu einer ganz außergewöhnlichen Kraftanstren­gung ausgeholt hat, um womöglich doch noch die Verbindung zum Landokopf von Nettuno herzustellen und dann beschleunigt den Traum Churchills zu verwirklichen, dessen Blick, wie er in seiner letzten Rede deutlich zu erkennen gab, dauernd sehn­süchtig nach Rom und nach dem Brenner gerichtet bleibt. Den Beginn des neuen An­griffs in der Richtung auf Cassino hatte man in England und in den Vereinigten Staaten mit gewaltigen Prahlereien verbunden, weil man es geradezu als eine Unmöglichkeit be­trachten wollte, daß ein Gegner einem tage­lang durchgeführten und in dieser Stärke noch niemals an einer Landfiont erlebten Bombardement durch Schlachtflieger und ungeheuerlich massierte Artillerie stand­halten könnte.

Der Gegner glaubte, das Aeußerste zur Erringung eines vollen Erfolges eingesetzt zu haben und suchte darum auch in den er­sten Tagen der Weltöffentlichkeit gegenüber den Eindruck zu erwecken, als ob der Erfolg dem Einsatz zu entsprechen scheine. Inzwi­schen haben sich auch die feindlichen! Be­richte wieder gezwungen gesehen, sich der deutschen Darstellung über den Kampfver­lauf zu nähern, wonach in der Stadt Cassino auch am Montag wieder alle feindlichen, von starken Panzerkräften unterstützten An­griffe im Abwehrfeuer der tapferen Vertei­diger verbluteten.

Die englische Enttäuschung spiegelt sich deutlich in einer Darstellung derNews Chronicle" wider. Darin heißt es, daß die englische Oeffentlichkeit mit ganz besonde­rem Interesse die Bombardierung Cassinos und ihre Wirkung auf den deutschen Wi­derstand verfolgt habe. Es sei nämlich eine Theorie, an der die alliierten Militärs hart­näckig festhielten, daß ein großer Land­

angriff Erfolg habe, wenn man vorher die feindlichen Befestigungsanlagen entsprechend bombardiere;denn so werde erklärt die Verteidiger seien nach solchen Bomben­angriffen so benommen, daß sie nur noch schwachen Widerstand leisten könnten. In Cassino habe man nun versucht, diese Theo­rie in die Praxis umzusetzen. Aber an den deutschen Verteidigern lasse sich nicht er­kennen, daß siebenommen" seien.Nach wie vor müßten die anglo-amerikanischen Truppen schwerste Kämpfe durchstehen. Man müsse also zu der Erkenntnis gelangen, daß auch mit schwersten Luftangriffen gegen tief gestaffelte und gut vorbereitete Vertei­digungsstellungen nicht viel auszurichten sei, so daß ihre Eroberung ein gewaltiges Problem bleibe.

Von hier, aus ist die Verbindungslinie zur Aufgabe einer zweiten Front ohne weiteres zu ziehen. Darüber dürfte sich der Gegner im klaren sein, daß er im Westen Europas auf Verteidigungsstellungen stoßen wird, die noch in ganz anderer Weisetiefgestaffelt und gut vorbereitet" sind, als das in Italien an der Italienfront der Fall ist.

So bleibt, wie die in Tanger erscheinende spanische ZeitungEspana" in einer länge­ren militärischen Betrachtung feststellt, ge­rade im Hinblick auf diese größeren strate­gischen und politischen Zusammenhänge der Kamof um Gassino für die Engländer und Amerikaner ein Alpdruck, der nicht aufhört. Der Gewinn von einigen Metern zerstörten Bodens nützt nichts, wenn der Durchbruch durch die deutschen Linien nicht gelingt."

Heftige Kämpfe zwischen Bug und Dnjestr

In Cassino verbluteten alle feindlichen Angriffe im deutschen Abwehrfeuer

dnb. Führer! auptquartier, 21. März. Das Oberkommando der Wehr­macht gibt bekannt:

Nordöstlich Nikoiajew blieben schwächere feindliche Angriffe erfolglos. Am unteren ukrainischen Bug wurden sowjetische Brückenköpfe durch Gegenangriffe berei­nigt oder eingeengt.

Im Einhruchsraum zwischen dem mittle­ren ukrainischen Bug und dem Dnjestr kam es nur bei Smerinka zu heftigen, noch andauernden Kämpfen. Unsere Luftwaffe fügte mit starken Kampf- und Schlachtflie­gerverbänden den auf den Dnjestr vor­rückenden Bolschewisten hohe Menschen- und Materialverluste zu. Zwischen Prosku- row und Tarnopol drangen unsere Gegen­angriffe fn die feindlichen Stellungen ein. Sowjetische Kräfte wurden zerschlagen,

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Jugend trotzt dem feindlichen Luftterror

fcisnnung des Reichsjugendlührers für die Nordsee-HJ.:Die Hitler-Jugend des Reiches ist stolz auf euch"

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IVllhe 1 ms h a v e n, 21. März.

lj«gendiührer Arthur Axmann besuchte nstag bei seiner Besichtigungsfahrt len Nordseegau Weser-Ems, die ihn neilkampistätten des Kriegsberufswett- m und in Lager der Landdienstes der Nagend führte, die Kriegsmarinestadt elrashaven. Nach einer Besichti- Marinhelier der Hitier-Jugend bei Hektischen Einsatz sprach der Reiehs- , rer auf einem großen Platz in- ,«eines schwer vom feindlichen Luft- geschändeten Wohnviertels zu Tau- ij . Vor '*' m au * ma rschierten Jun- . ji J j ** el der Hitler-Jugend. Die An- n,, ^iri'sjugendiührers enthielt Ul, d die Anerkennung für den ur er Hitler-Jugend des Frontgaues ?sei der Abwehr feindlicher Ter-

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* r °! z t dem Terror", so sagte der ^ 11 r M Lo h e 1 in seinen Begrüßungs- | ,S ° steht es über dieser Kundge- seil J die Verkörperung der natio- i! * ls ' bea Kampfbereitschaft und üftk, ** e ^ reu de, daß der Reichs- er * u euc h gekommen ist, um zu

i sprechen.

»b hSj i l9endrührer der NSDAP, und «än u , ^ eu tschen Reiches, Arthur 'o'wnij'* zu ^ e 9 lnn seiner Rede, inw«n es , sei ' sich über den Sinn ; i'Te H»»hschaft abzulegen. Er *'5cnl, n i. , e 9 Adolf Flitlers seit dem iäaerjj C \ un d erklärte, daß aus - Eeu. S< ^ a ^. der nationalsozialisti- ' ! 3!sch»» n rl l etzt die Kameradschaft a 5. i.s v °'kes geworden sei. Die

ff'fensint w' an a ' s die Mutter der be ^ elc bnen. Weil die ist ipi. an d die soziale Ordnung "t hah» nSS ! an ? ar d des Volkes nicht i bin ,ui, s j 1 dieser Krieg entstanden, ''4ter f darau i" so fuhr der Reichs ! ' 1: 'Vn " daß im Gegensatz

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PJun e ' = 11 und Freiwilligkeit hgenrl t;° 9 , ut stl i c b habe der deut- I die Uj(] J *®A4 die Parole gegeben, Wreiwiiii_ ugsnd die Bewegung der tarin, ä; 11 Seb , Wi r sehen unsere 'Itn j t . e * e . Kriegsfreiwilligkeit der h Erffin, laiTn er noch zu steigern.

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...., Fiih r L haupt quartier, 21. u* i. tfceil| 4ub ,! Verlieh am 16. März Ritterkreuz des Eiser- . ,f| n j- ., l'eneralleutnant Freiherr h'iX'üivKi- " 1 7 Kommandeur der X \Ve hr ^ h al5 «6. Soldaten der

Dank und meine Anerkennung. Ich weiß, daß ich dem Führer melden kann, daß er sich stets auf die Hitler-Jugend des Nord­seegaues Weser-Ems fest verlassen kann.

Der Terror des Feindes macht uns härter, weil wir schon in der Kampfzeit der Be­wegung gelernt haben, über Gräber vor­wärts zu marschieren. Frei von aller Sen­timentalität gehen wir weiter unseren Weg. Die deutsche Jugend weiß, daß wir unser Volk nur lieben können, wenn wir seine Feinde hassen. Aus den Trümipern und Ruinen wird einst ein neues und schöneres Leben erstehen, weil es Adolf Hitler gelin­gen wird, auch neue Städte nach dem Siege zu erbauen. Es kommt nur darauf an, daß wir uns die Stärke des Herzens bewahren. Beweist, daß die deutsche Jugend den Sol­daten an der Front nacheifert. Wir wer­den, das ist meine feste Ußberzeugung, alles Überstehen, was auch kommen mag. Ich bin bei der Fahrt durch das Gebiet Nordsee zu der Ueberzeugung gekommen, daß die Ju­gend dieses Gaues ihre Aufgaben im Kriegs­einsatz der deutschen Jugend aurh weiter­hin vorbildlich erfüllen wild. Ich bin ge­

wiß, daß wir diesen Krieg gewinnen und ihn mit dem Sieg krönen werden, der Adolf Hitler, dem wir alle gehören, würdig ist.

Anschließend fand ein Vorbeimarsch der Wiihelmshavener HJ. statt, den der Reichs­jugendführer zusammen mit dem stellver­tretenden Gauleiter Joel, Gaupropaganda­leiter Seiffe und K.-Gauobmann Seiler sowie hohen Offizieren der Kriegsmarine, umgeben vom Führerkorps des Gebietes Nordsee, abnahm.

Der Reichsj ugendführer, der zum Schluß Gebietsführer L o h e 1 und Gebietsmädelfüh­rerin Suse Nebel-Löffler seine Aner­kennung aussprach, beendete seinen Besuch in Wilhelmshaven mit der Eintragung in das Go* *ldene Buch der Kriegsmarinestadt und einer Besprechung mit dem Oberbürger­meister und dem Kommandierenden Ad­miral.

*

Ueber die Besichtigungsfahrt des Reichs­jugendführers durch das Gebiet Nordsee be­richten wir im lokalen Teil der vorliegenden Ausgabe.

eine Frontlücke geschlossen. Im Raum von Krzemieniez und bei Kowel steigerte sich die Wucht der feindlichen Angriffe. In schweren wechselvollen Kämpfen wurden 18 feindliche Panzer abgeschossen oder er­beutet und eine in Kowel eingebrochene sowjetische Kampfgruppe vernichtet. Süd­lich des Pripjet scheiterten zwischen Styr und Goryn wiederholte Angriffe der Bol­schewisten.

Von der übrigen Ostfront wird nur ört­liche Kampftäligkeit gemeldet. In den schweren Kämpfen im Nordabschnitt der Ostfront hat sich die 2. Kompanie der Schweren Panzerabteilung S02 unter Füh­rung von Oberleutnant v. Schiller be­sonders bewährt.

Aus dem Landekopf von Nettuno wird nur lebhafte Späh- und Stoßtrupptätigkeit gemeldet. In der Stadt Cassino verbluteten auch gestern wieder alle feindlichen, von starken Panzerkräften unterstützten An­griffe im Abwehrfeuer der tapferen Ver­teidiger. Nordwestlich des Ortes wurde eine feindliche Kampfgruppe eingeschlossen. Die Verluste des Feindes betragen ein Viel­faches der eigenen.

In den Mittagsstunden des 20. März flo­gen nordamerikanische Bomberverbände mit starkem Jagdschutz nach Südwest­deutschland ein und führten Terrorangriffe auf Mannhefm, Ludwigshafen so­wie Vororte von Frankfurt am Main. Hierbei sowie bei Einflügen in die besetzten Westgebiete und an der italienischen Front wurden 24 feindliche Flugzeuge vernichtet. Einige feindliche Flugzeuge unternahmen Störflüge über dem Ruhrgebiet und über Süddeutschland.

Sicherungsstreitkräfte eines deutschen Geleits wehrten im Kanal einen britischen Schnellbootangriff ab, schossen ein Boot in Brand und beschädigten ein weiteres so schwer, daß mit seinem Untergang zu rech­nen ist. Damit hat der unter Kapilänleutnant Behrens stehende Verband innerhalb weniger Tage fünf feindliche Schnellboote versenkt und zwei weitere schwer be­schädigt.

Fernkampfbatterien der Kriegsmarine be­schossen in der vergangenen Nacht die eng­lische Küste und feindliche Schüfe lm See­gebiet von Dover.

Amtliche Ablehnung Finnlands

Der Verlauf der Vergewaltigungsversuche der Bolschewiken

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

b. Berlin, 21. März. Die finnische Re­gierung hat in den Morgenstunden des Dienstag einen umfassenden amtlichen Be­richt über die sowjetischen Waffenstill­standsbedingungen veröffentlicht und darin mitgeteilt, daß sie die ultimativen Forde­rungen der Bolschewisten abgelehnt habe. Die sowjetischen Bedingungen seie> 80 heißt es, sowohl von der finnischen Regie- rung als auch vom Reichstag geprüft wor­den. Nach der Erklärung der Sowjets, wo­nach es sich hierbei umMindest- und Elementarforderungen" handele, dieohne Diskussion" angenommen werden müli habe auf Grund eines Beschlusses des Reichstages die finnische R ®3 ier !! ng d R e " Sowjets mitgeteilt, daß sie unter diesen Be­dingungen die sowjetischen Forderungen ablehnen müsse.

Die ultimative Forderung Moskaus war am 19. Februar 1944 durch die sowjetische Gesandtin in Stockholm, Kolontay, dem l fin­nischen Staatsrat J. K. Pasnkivi In sechs Punkten mitgeteilt worden. Hauptsachlic hatte die Sowjetunion den Abbr ch XX Ziehungen Finnlands zu Deutschland gef) dert, ferner dieInternierung der in i lnn-

land befindlichen deutschen Truppen mit

Hilfe der Roten Armee, die die Finnen z diesem Zweck in das Land hineinlassen soll­ten, die Zurückziehung der fmmschen P

pen auf die ZwangsgrenZen von lSJO die

einseitige Freilassung sowjetischer Kriegs gefangener und Zivilintemierter nnd schließ lieh Zustimmung der finnischen ^g^rung. mit der Sowjetregierung über die nemobdi sierung der finnischen Armee und die - stung von Reparationen sowie über die Zu

kunft des Petsamo-Gebietes in Verbindung zu treten.

Es wird kaum jemand geben, der die wah­ren Ziele der Sowjetunion besser beurteilen könnte als die finnische Regierung selbst, da sie nach dem Winterfeldzug die Praxis sowjetischer Abmachungen zur Genüge durchgekostet hat. Die finnische Regierung hatte am 29. Februar den Reichstag über das Ausmaß dieser Forderungen Moskaus unterrichtet und vorgeschlagen, daß sie Ge­legenheit bekommen möge, ihre Auffassung zu allen jenen Fragen zu äußern, da die Sicherheit und der Bestand des finnischen Volkes auf dem Spiele stiinden. Der Reichs­tag hat zugestimmt. Am 16. März hatte je­doch die sowjetische Regierung den Finnen mitgeteilt, daß man in Moskau diese Stel­lungnahme der finnischen Regierung als völlig unbefriedigend betrachte. Die von Frau Kollontay am 19. Februar übermittel­ten Bedingungen seien als Minimum und als Grundbedingungen anzusehen, über die nicht verhandelt werden könne.

Die Sowjets hatten diese Antwort aus gu­tem Grunde gegeben, da es ihnen ja darum geht,dem Opfer eine Schlinge um den Hals zu legen, um sie .dann zu gegebener Zeit zuziehen zu können," wie der Führer in seinem Interview mit dem Berliner Ver­treter vonStockholms Tidningen" erklärte. Am 14. März hatte dann der finnische Mi­nisterpräsident Linkomies in einer geschlos­senen Sitzung den Reichstag über diese so­wjetische Antwort unterrichtet

Anspannung aller Kräfte

Drahtbericht unseres Vertreters tz. Helsinki, 21. März. Die Darstellung des finnischen Nachrichtenbüros über den

bisherigen Verlauf der finnisch-sowjetischen Fühlungnahme wird von der finnischen Presse sehr stark beachtet. Die Stellung­nahme ist in den Grundzügen einheitlich. Die der Regierung nahestehende Zeitung Uusi Suomi" betont, Finnland könne nicht blind auf Bedingungen ein gehen, die so un­bestimmt sind, daß ihre Tragweite gar nicht abgeschätzt werden könne. Das finnische Volk werde im Glauben an das Recht und die Gerechtigkeit seiner Sache alle Prü­fungen in einmütiger Front bestehen. Die Mahnung zur Anspannung aller Kräfte sei die verpflichtende Parole dieser Stunde.

Ajan Suunta" begrüßt die Klarheit, die sich in der finnischen Ablehnung über die Haltung der verantwortlichen Stellen aus- drücke. Es sei erfreulich, daß in den grund­sätzlichen Fragen eine klare Mehrheit und Geschlossenheit zutage trete. Die eigene Kraft und die Einigkeit des finnischen Vol­kes seien die sichersten Mittel für die Wahr­nehmung seiner Rechte.

Aufruf an alle Finnen

dnb. Helsinki, 21. März. Der finnische Waffenbrüderverband richtet einen Aufruf an das finnische Volk unter dem Motto: Unser Kampf um das Leben wird mit einem Sieg enden", und führt darin u. a. aus:

Die Sowjetunion zwingt uns, die Fort­setzung des Kampfes als unvermeidlich vor uns zu sehen. Wir wissen, daß dieser Weg schwer ist. Aber wir wissen auch, daß wir nur durch eine unerschütterliche Verteidi­gung unserer Rechte einen Frieden er­reichen, der uns die Erhaltung der Grund­voraussetzungen unseres Lebens garantiert. Ein Aufgeben dieser Rechte würde uns zu einem nationalen Unglück, zu einem hoff­nungslosen Untergang führen. Der Zeit­punkt ist ernst und fordernd. Aber unsere Voraussetzungen für die Selbstverteidigung sind besser und zuverlässiger als in man­cher früheren Phase."

(Velfaetfee Seektieq

Vizeadmiral Lützow vor derWittheit zu Bremen"

In der Vortragsreihe derWittheit zu Bremen sprach Vizeadmiral Lützow über den Seekrieg im Gesamt­rahmen des zweiten Weltkrieges/ Der Vor­tragende, dessen fundierte Kommentare über die weltweite Strategie der Kriegshandlun­gen zur See den .Rundfunkhörern und Zei­tungslesern im Reich und über Deutsch­lands Grenzen hinaus längst zu einem Be­griff zuverlässiger und treffsicherer Beur­teilung eines bedeutenden Zweiges der Ge­samtkriegführung geworden sind, gab sei­nen - zahlreichen interessierten 1 Zuhörern mehr als nur einen Ueberblick über das an­gekündigte ThemaDer Seekrieg gegen England". Er stellte den inneren Zusammen­hang zwischen dem verflachenden Amerika­nismus und dem aus der gleichen Wurzel entspringenden seelenlosen Bolschewismus heraus, denen gegenüber nicht nur das Reich, sondern darüber hinaus der ganze europäische Kontinent anzukämpfen haben, um den uns gestellten im wahrsten Sinne göttlichen Auftrag zu erfüllen. Den Gedan­kengängen des Vizeadmirals entnehmen wir folgende Einzelheiten:

Bis zum Ende des Jahres 1942 brachte der Kriegsverlauf für England eine einzige Kette von Niederlagen und Enttäuschungen. Trotz aller Rückschläge, die uns das Jahr 1943 gebracht, hat, hat sich Englands Lage doch nicht gebessert. Seit 250 Jahren war es ge­wohnt, in Europa einen Festlandsdegen für sich kämpfen zu lassen. Heute verlangt die­ser Festlandsdegen, Stalin, aber selbst in erpresserischer Form den Einsatz nicht nur der Seestreitkräfte, sondern auch der Land­heere der Westmächte.

Ein Ueberblick über die einzelnen See­kriegsschauplätze in Europa, im Atlantik und im Pazifik mag den derzeitigen Stand des Seekrieges umreißen, Im hohen Norden war unseren Seestreitkräften die Störung feind­licher Transporte nach Murmansk bis zum Frühjahr 1943 so gut gelungen, daß der Feind in den Monaten von Mai bis Novem­ber 1943 es nicht mehr wagte, Geleitzüge über diesen Seeweg zu schicken. Die er­neute Aufnahme des Nachschubverkehrs auf der Nordroute vor vier Monaten zwang die deutsche Seekriegführung trotz der damit verbundenen erhöhten Gefahren zum Ein­satz von Ueberwasserstreitkräften, darunter auch des SchlachtschiffesScharnhorst". Wenn auch der Verlust dieses Schiffes am 26. Dezember 1943 schmerzlich bedauert wird, so wird ein Einsatz deutscher See­streitkräfte in diesem Seegebiet auch weiter­hin erfolgen müssen und auch Erfolge zeitigen.

Der sowjetischen Marine ist seit August 1.941 ein Eintritt in die freie Ostsee dank der erfolgreichen Absperrung des Finnischen Meerbusens unmöglich gemacht worden. Höchstens einigen wenigen U-BootSn ge­lang es zeitweilig, die gefährlichen Minen­sperren zu durchbrechen und unter der deut­schen Ostseeschiffahrt einigen Schaden an­zurichten, der jedoch keine entscheidende Bedeutung hat. Auf den übrigen Seefahrts­routen vom Nordkap bis zur Biskaya tun nicht nur die Soldaten der Kriegsmarine, sondern auch die Männer unserer Handels­flotte ihren gefahrenreichen und entsagungs­vollen Dienst. Und wenn auch Verluste eintreten, so sind die feindlichen Einbußen und ebenso die Bindung feindlicher Kräfte doch weitaus größer als die auf eigener Seite auftretenden Schäden.

Den breitesten Raum in unserer Seekrieg­führung nahm bis Ende 1942 der U-Boot- Krieg ein, der der feindlichen Schiffahrt ver­heerende Verluste zufügte, bis vor einem Jahr, im April 1943, ein Umschwung eintrat. Der Feind konnte seine Flugzeugsicherung in küstennahen Gebieten so stark aushauen, daß hier ein planmäßiger Rudeleinsatz un­serer U-Boote oftmals nicht mehr möglich war. Das gefürchteteTodesloch" im Atlan­tik, die mehrere tausend Seemeilen große Strecke zwischen Amerika und Europa, die der Feind aus der Luft bisher nicht schützen konnte, hat er jetzt mit Hilfe von Geleit­flugzeugträgem umgebauten Frachtern und durch eine starke Zerstörersicherung überbrücken können. Darüber hinaus hat er ijurch neue Ortungsmethoden den Ansatz unserer U-Boote sehr stark erschwert. Alle diese Abwehrmaßnahmen haben das Absin­ken der U-Boot-Erfolge verursacht. Es be­steht aber die berechtigte Hoffnung, daß sich das Blatt zu gegebener Zeit wieder wenden wird, wenn die inzwischen getroffe­nen deutschen Gegenmaßnahmen wirksam werden. Ob dann auch die Besetzung der Azoren durch die Alliierten am 10. Oktober 1943 noch die vom Feind erhoffte günstige Auswirkung haben wird, wird ebenfalls aie Zukunft lehren.

Eine neue Phase im Seekrieg entstand nach der Landung der Anglo-Amerikaner in Nordafrika am 8. November 1942. Wohl war dem Feind das Ueberraschungsmoment ge­glückt. Man darf die Durchführung des Un­ternehmens jedoch nicht überschätzen; denn am 10. April 1940 hatte Deutschland mit seinem Sprung nach Norwegen und Däne­mark gegen sechsfache feindliche Ueber- macht zur See unter ungleich schwierigeren und .gefahrvolleren Umständen eine seemän­nische Leistung vollbracht, die bedeutend höher zu werten ist als der Griff der Feinde nach Nordafrika. Gleichwohl hat das Sich- festsetzen der Alliierten im Mittelmeerraum die dortigen deutschen Positionen trotz an­fänglich erfolgreicher neuer deutscher Schwerpunktbildung im November 1942 mehr und mehr erschüttert und schließlich unhaltbar-j/gemacht; eine Entwicklung aller­dings, die weitgehend gefördert wurde