Ausgabe 
(18.3.1944) 77
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„ Postscheck: Hamburg 17 272. Aurel- f»* ! „ Bd Aufnahmebedingungen 1». Preis- gfjÜteraii“ ohne Verbindlichkeit.

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t> parteiamtliche Tageszeitung

Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

Geschäftsstellen":

Bremen: Geeren 6/8, Rul 2 19 31; Nachtru! und sonntags 2 47 65; ObernstraBe 86, Rul 2 19 31; Syke: MUhtendamm 2; Br.-Hemelingen: Bahn« hofstraBe 8. Ecke Poststraße, Ruf 4 34 58; Br.« Vegesack: Rohrstr. 24, Ruf 4 u. 8: Br.-Blumen« thal, Kapt.-Dallmann-Str, 41/43, Rul 88 u, 89

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblait des Reichssiaiihaliers in Oldenburg und Bremen

14. Jahrgang

Sonnabend, den 18. März 1944

ferner Hilft:

Einzelpreis 15 Rpf.

Englands „idiotische Schwelgerei in Kriegen"

A ?*Si£ M" erte Dipf° matie arbeitet trotz aller Gleichschaltungsausschüsse nicht richtig zusammen / Britische Klagen

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' Brahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

Berlin, 17. März. Britische Blätter

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Abhrnlin™*,!; Sen in steigendem

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an' h n eit ! Ha« Englands gegen Deutschland als die k Ursache aller Schwierigkeiten, in die Eng-

StraBe’ 4«"™*' ff 'tgnd auf dem Gebiet seiner verfahrenen hin,. Allß enpolitik geraten ist. So schreibt George

Deutschlands" aufge- sank England vor den

küuferinnm' ' Glasgow, ein englischer Fachmann für dlplo- fra, 18n 3 £ „atische und Finanzfragen, die britische KnrMadt Ani j e nierung habe sich in ihrer Politik völlig SchühvirkEuf'a ™3« tellt ' Sie wolle Deutschland zerschla- haibe Tif, ." 1 f ta; Jede andere Erwägung, welche es auch , Co.. Am Brill ii "immer sei, werde diesem Ziele geopfert, arbfn" M ' w " 1 iinuts habe in geradezu vernichtender SH!.r'sS®.‘‘' : ffise recht gehabt, als er erklärte, Eng- Frau.n gn UC h| f • hntl werde sein Letztes hingeben. Die f'kuag. mol iii“ .«„-leiunion sei „als ein starker Faktor ln PrtSfi.&^'fcrNlederringung inetürpriieHti« i& leien. Deshalb besehäriijiii. L , tejels in die Knie. So setze England „sein

Ä“, s ;± F zesGeId auf staIin “- Der Verfasser be *

l’aimliorst, «ja^-.Hagt dann den verlorengegangenen Ein- PoststraBe tu, 'y Englands auf Europa, der als ein allzu ^SHiÄ'T ,i: * 0,ler f* 16 * 5 '" r diesen Wandel der briti- An ? S irlm Politik bezahlt werden müsse. Er übt Enirjpschi Frii 6r: ichäriste Kritik an der englischen Kriegs- itJWf"! Ie| ze URtl fra 9 t: ..Sind wir nicht zu Tode rei H. totalrtnttk an dieser irrsinnigen Kavalkade, an FalliazMJrr St, Beser idotischen Schwelgerei ln wieder- Z ^“ n ( 5slrä l f, i , , '“ ! ttlirenden Kriegen, die nur Sieger und Be- iid d"*Sefiwi'ilbrji' äegle verderben, die keine Probleme lösen, Bremer Zoiiirr »ndern immer nur Kriege und nach dem hing, Ge.rti H Iiiene neue Kriege schaffen?“

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zirke ia Pin;,;.. .1 Der Unterhausabgeordnete Thomas nimmt Imnt-Amite >. ji feem Artikel Stellung: „Wir Englän- an^BremerZehfi'' ^ er vers * ;e * len nichts von fremden Ländern." Volteilmj, '"£;-t>er Begriff „Curzon-Linie" beispielsweise lloteiraüe !t i- labe nur deshalb viele Engländer stark be- Büfitthilfi u«i_ HarijAjujt, „weil wir wissen, daß Lord Curzon Bremen! 'dVEi “ Engländer war und weil wir deshalb Jungn Midehti to jlauben, daß diese Grenze fair sein muß".

Hamhalt. Hoiir. " ln dieser Aeußerung deutet sich das Zu- Mädehtn f Hntl::PH™eichen der englischen Politik vor den Brauilt.Br.-Hifhiiiukwjetischen Ansprüchen an; hat doch erst

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die ukrainische Sowjetregierung eil ihre Gebietsforderung gegenüber hem Territorium noch über die :Cur- •linie hinaus gesteigert. Stalin benutzt die angeblich autonomen Sowjetrepu- xe , e ,„ u -i dazu, um an allen Ecken der Welt

Hautgthilfin firuSpne unersättlichen Forderungen vorbrin- liauscr Binf ^ gen und vertreten zu lassen. So hat er Karl* Tieste, K" ; lels Möglichkeit, zu erklären, nicht Huf 813Ü3- :<l )ksliau, sondern Kiew habe diese Wünsche Kindtrlitlu Hijij»' forgetragen.

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Ml**.'«* an 9 ! o-amerikanische Reaktion E " tsendun g eines Sowjetbotschaf- für B |1 ! ls l!!Ui.; bku j r B ' 1(lo ßtio-Regierung nach Neapel 1. "'luten H Weltöffentlichkeit nach wie vor

rSS’" 1 * W6iI Sie ’ 3 anz ähnlich wie der märfrüej fJ, ifijjnisrhen d ’ e Scllw äche der anglo-amerika-

C,roBk"J r, ( “p|iiüp Vej . Position gegenüber Moskau nach-

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Iiisohoff. |; ', th - e offensichtlich trotz aller Glelch- fHchti*i'' rll,i ^ V ngs ' Au sschüsse nicht richtig zu-

zusammenarbeite. In der „Daily Mall“ schreibt Allister Forbes, jeder Tag bringe neue Beweise für die „völlige Disharmonie und Erfolglosigkeit" der politischen Strate­gie der Alliierten. So viele Teile in der ver­bündeten Maschinerie würden „nur noch durch zerschlissene Kordeln zusammenge­halten“, die unbedingt durch ein festes Band ersetzt werden müßten, wenn nicht das Ganze noch vor Kriegsende aufeinander fallen solle. Im Falle Polen, so erklärte der Verfasser, habe der Kreml sowohl der pol­nischen Exilregierung als auch Churchill Ohrfeigen verabreicht.

Der ,.Daily Herald“ befaßt sich eingehend mit der durch die Entsendung eines Sowjet­botschafters nach Neapel entstandenen

neuen Lage. Er erklärt, die Angelegenheiten in Italien seien in erster Linie eine Sache von anglo-amerikanischem Interesse, „denn Italien ist ein Kriegsschauplatz, auf dem britische und amerikanische Streitkrafte kämpfen". Jetzt schaffe die Sowjetregierung plötzlich und ohne Ankündigung ein be­sonderes Verhältnis zwischen sich und Eadoglio. Selbst wenn ihre Absicht dabei nur darauf ausgegangen wäre, eine Geste zu machen, so habe diese Geste doph prak­tische Folgen,- denn durch sie werde die ganze alliierte Zusammenarbeit beeinträch­tigt.

Seit Teheran scheinen sich die Wege der Alliierten endgültig getrennt zu haben, deu­

tet der englische Publizist Don Iddon in der f-ondoner „Daily Mail" an. „Unser Gleich­schritt macht einen lumpigen Eindruck, aber unsere Proklamationen sind großspurig", sagt er. Mit immer stärkerem Zynismus spreche man "in den ÜSA. von dem Schicksal der vier Freiheiten und der sogenannten Er­klärung der „Vereinigten Nationen". Stär­kere Sicherung von Rechten und Idealen der kleinen Nationen sei überflüssig, meint Don Iddon, da die USA, sonst genau wie 1919 verbittert und enttäuscht wieder in die Iso­lierung zurückkehren würden, falls sie es diesmal nicht mit dem Gegenteil, nämlich der Ausspielung der imperialistischen Karte am internationalen Pokertisch versuchen wollten.

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Luftangriffe auf Deutschland kein „Picknick 1

Was der Verlust von 23 Bombern und 13 Jägern bedeutet — „Grausames Erwachen" in London

ep. Stockholm, 17. März. Weder die Tages­angriffe- der nordamerikanischen Bomber, noch die britischen Angriffe auf Deutsch­land können als „Picknicks" bezeichnet wer­den, erklärte der britische • Rundfunkkom­mentator Thomas Cadet. „Die Angriffe sind ebenso unangenehm wie auch gefährlich für die beteiligten Bomber", so sagte er weiter, „denn die Flugzeugbesatzungen müssen je­derzeit damit rechnen, diese Angriffe mit ihrem Leben bezahlen zu müssen."

I^as die entstandenen Ausfälle für die anglo-amerikanische Luftwaffe bedeuten, wurde dieser Tage von der USA.-Zeitschrift „News Week" errechnet. Bei Anwendung der von ihr aufgestellten Tabelle ergibt ein Verlust von 23 Bombern und 13 Jägern — wie ihn der OKW.-Bericht vom Freitag mel« dete — eine Materialeinbuße im Werte von 25 Millionen Reichsmark, während rund, 300 ausgebildete Flieger von den Li­sten gestrichen werden müssen. Die ebenso

heimtückischen wie militärisch sinnlosen Terrorangriffe kommen unsere Feinde also recht teuer zu stehen.

Die deütsche Luftwaffe hat sich bei ihren Luftangriffen auf London hnd Süd-England durchaus nicht als so ohnmächtig erwie­sen, wie das alle möglichen in England auf- gestellten Statistiken vermuten ließen, heißt es in der englischen Wochenschrift „Trulli". Für die Londoner aber bedeute der Wieder­beginn der Luftangriffe ein sehr grausames Erwachen. Die zerstörende Kraft- der Bom­ben habe sich seit 1941 gewaltig gesteigert, so daß die Deutschen heute mit einer ver­hältnismäßig kleinen Anzahl von Bomben große Schäden anrichteten. Jeder Englän­der tue gut daran, wenn er sich im Luft­krieg auf neue Entwicklungen gefaßt mache und von vornherein annehme, daß man die deutsche Luftwaffe bei ihren jüngsten An­griffen noch nicht in ihrer ganzen Stärkte erlebt habe.

Auch seien, so heißt es weiter, durch das Wiedereinsetzen der deutschen Angriffe einige Schwächen in der zivilen englischen Luftverteidigung offensichtlich geworden, die schon früher hätten behoben werden müssen. So fehle es nicht nur in den öffentlichen Luftschutzkellern an Betten sondern die Wasserzufuhr sei bei den Löscharbeiten geradezu ein chaotisches Durcheinander. Gleichzeitig stelle man fest, daß es zu wenig geschulte Feuerwehrleute gebe, obwohl man soviele Verwaltungs­arbeit darauf verwandte, um für jeden Block Feuerwehrleute zu bestimmen.

„Daily Worker" berichtet, an der Lon­doner Börse seien jetzt als Folge der deut­schen Luftangriffe alle Papiere von Braue­reien, Kinos, Lagerhäusern, Wasseir- und Elektrizitätswerken gefallen; statt dessen stürzen sich die britischen Spekulanten er neut in die sicheren südafrikanischen Gold­werte.

Schlacht im Süden der Ostfront dehnt sich aus

Erfolgreiche Angriffs- und Abwehrkämpfe in den Räumen von Proskurow und Tarnopol

dnb. Berlin, 17. März. Die große Schlacht im Süden der Ostfront weitete steh am 16. März nach Norden bis in den Raum von Kowel aus. Die Hauptstöße der Bolschewisten richteten sich gegen den Oberlauf des ukrainischen Bug, gegen den Abschnitt Proskurow—Tarnopol und geuen die Linie Dubno—Kowel. An einigen Stellen konnte der Feind, wenn auch um den Preis hoher Verluste, Gelände gewinnen. Er ver­suchte, diese Vorteile wieder zu Um- fassungsmanövern auszunulzen, doch schei­terten diese Absichten am Widerstand der deutschen Verbände, die Im Zusammen­wirken mit der Luftwaffe die Angriffe im wesentlichen abschlugen.

Am oberen Bug drängten die feber den Ingul und Ingulez vorstoßenden Bolsche­wisten den sich absetzenden deutschen Truppen entlang der nach Nikolajew füh­renden Bahnen scharf nach. Sie stießen je­doch östlich Nikolajew auf deutsche

Brückenköpfe, deren Besatzungen dem Feind das weitere Vordringen verwehrten. Am mittleren Bug trieben die Bolschewisten

südwestlich Üman mehrere Stoßkeile über den Fluß vor, um afrs den verschlammten Uferniederungen herauszukommen und die westlich des Bug liegenden Höhenzüge mit ihren Straßen und Bahnen zu gewinnen. Die

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feindliche Kräftegruppe, die in die Stadt ein- dringen konnte, wurde durch unsere tapfe- ten Fallschirmjäger sofort wieder geworfen. Schwere Kämpfe sind nocli int Gatige. An der übrigen Front kam.es zu keinen Kampf­handlungen von Bedeutung.

Ein deutscher Kampffliegerverband griff in der letztin Nacht mit guter Wirkung Schiffe vor Nettuno und das Hafengebiet an. Dabei wurde ein Transporlschiff von 6500 BRT. versenkt, ein Zerstörer, ein großes Landungs- fahrzeug und zwei Transporter mit 9000 BRT. schwer beschädigt. Außerdem wurden Treffer auf der Mole und den Hafenanlagen sowie zwischen Landungsfalirzeiigen erzielt.

Unter starkem Jagdschutz flogen ain Mit­tag des 16. März noidamerikanische Bom­berverbände in Süddeutschland ein. Bei meist geschlossener Wolkendecke warfen sie auf zahlreiche Orte Spreng- und Brandbom­ben, vor allem auf Augsburg und Ulm. Trotz schwieriger Abwehrbedingungen ver­nichteten deutsche Luftverteidigungskrafte 36 der angreifenden Flugzeuge, darunter 23 viermotorige Bomber. Einige brilisene Flug­zeuge warfen in der vergangenen Nacht Bomben in Westdeutschland.

Das Eichenlaub verliehen

dnb. F ü h r e r h a u p ' 9 “ a . r 'If/' 17. März. Der Führer verlieh am 13. Marz das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eiser­nen Kreuzes an Hauptmann Josef Reit t meier, Kommandeur der württembergtsch- badischen Panzer-Abteilung 5 als 425. Sol

PPe " den Ort Cassino an. Eineidaten der deutschen Wehrmacht.

harten Kämpfe mit dem vordringenden Feind sind hier noch in vollem Gange.

Bei Winniza, wo der Bug eine Schleife nach Norden zieht, griffen die Bolschewi­sten ebenfalls an. Diese Vorstöße brachen verlustreich für den Feind zusammen. Wei­ter nordwestlich gingen unsere Truppen im Raum von Proskuroff und östlich Tarnopol wiederholt zu Gegenangriffen über, um ihre Frontlinien weiter zu festigen. Es entwickel­ten sich daraus schwere, noch andauernde Kämpfe, in die unsere Schiachtfliegerstaf­feln trotz tiefhängender Wolken wiederholt wirksam eingriffen. Wie Nahaufklärer be­stätigten, die während oder nach den Luft­angriffen über dem Kampfraum erschienen, hatte der Feind durch gut in ihren Zielen liegende Bomben erhebliche Ausfälle an Truppen, Panzern und Kolonnenfahrzeugen.

Südlich der Pripjet-Siimpfe erneuerten die Bolschewisten unter gleichzeitiger Vorberei­tung ihrer Ancjriffsfront nach Norden ihre Vorstöße, um ihre am Mittwoch beiderseits Dubno iüi Abwehrfeuer liegengebliebenen Verbände wieder vorwärts zu reißen. Den an zahlreichen Stellen im ganzen Raum zwischen den Kremenez-Bergen und Kowel angreifenden Kräften blieb aber der Erfolg versagt. Von einigen unbedeutenden Ge­ländegewinnen abgesehen, wurden die An­griffe unter Abschuß zahlreicher Panzer ab­geschlagen.

Außer an den Fronten zwischen Cherson und Kowel griffen die Bolschewisten im Südabschnitt, auch bei Kertsch nach starker Artillerievorbereitung im Schutze künstli­chen Nebels an. I)ie in Bataillonsstärke ge­führten Voistöße scheiterten unter Bereini­

gung örtlicher Einbrüche. Unsere Schlacht­flieger unterstützten den Abwehrkampf und griffen darüber hinaus feindliche LTebersetz- stellen und Versorgungsstützpunkte bei Kertsch und am Faulen Meer an. Trotz starker Jagdabwehr konnten unsere unter Jagdschutz operierenden Flieger ihre Bom­ben ungehindert in die erkannten Ziele wer­fen. Es kam verschiedentlich zu heftigen Luftkämpfen, in denen unsere Jäger über der Krim und dem Asowschen Meer ohne eigene Verluste elf sowjetische Flugzeuge abschossen.

Die Schlacht im Süden der Ostfront nimmt die Kräfte des Feindes in solchem Maße in Anspruch, daß im mittleren Frontabschnitt die Kampfpause weiterhin anhielt.

Auch im Nordender Ostfront'beschränk­ten sich die Bolschewisten auf örtliche An­griffe westlich Newel, bei Ostrow und an der Narwa. An einer Stelle konnten die nach heftiger Artillerievorbereitung in Stärke von zwei Regimentern und 15 Begleitpanzern angreifenden Sowjets vorübergehend in un­sere Linien eindringen. Lettische Verbände der Waffen-jj traten sofort zu Gegenstößen an und säuberten die Einbruchsstelle unter A.bschuß schwerer Panzer. Alle übrigen An­griffe scheiterten bereits im Abwehrfeuer. Erneute feindliche Bereitstellungen wurden von unserer Artillerie erfaßt und zersprengt.

Im hohen Norden blieb es ebenfalls bei örtlichen Zusammenstößen eigener und feindlicher Aufklärungskräfte. Am Südflügel des Kandalakscha-Abschnittes wurde ein feindliches Jagdkommando aufgerieben; eigene Stoßtrupps erreichten ihre Ziele.

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GenoraUmtmmt von Mitnlritffvl, Tr’iscr tlvx Eirhvnluuhs mit Schnrrtnrn tun! Kommandeur dar hei den achurran Kampf an im Siidnbsrhnitt der Ostfront als besonders erfolgreich im OKU",-Bericht genannten l’unzer-Grenadier-Division „Grolldeitlsehlrrnd“ bei einer Besprechung.

PK.-Aufn.: Kriegsberichter Gülten (lllL)

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Von Helmut Sündermann

Stabsleiter des Reichspressechefs

Wir erleben gegenwärtig das merkwür­dige Schauspiel, daß die devot auf Moskau schielenden britischen Redner und Schrei­ber schön nicht einmal mehr von der Un­terstützung zu sprechen wagen, die sie tat­sächlich zu Stalins Gunsten leisten. Das seit zweieinhalb Jahren gegebene und noch im­mer nicht eingelöste Versprechen einer „zweiten Front" im Westen Europas ver­schließt ihnen den Mund. Nur von den. Jagdflugzeugen ist schüchtern die Rede, die die deutsche Kriegführung infolge der Ter­rorangriffe im Westen einsetzt — ein Bei­spiel allerdings, das deshalb nicht recht zu überzeugen vermag, als der Blutzoll der so­wjetischen Flugzeuge im Osten trotzdem nicht geringe! geworden ist.

Wer freilich nüchtern die heutige Kräfte­verteilung in der großen Schlacht um Eu­ropa, in der wir stehen, prüft und über­blickt, der fühlt sich angeregt, Herrn Chur­chill zu fragen: „Warum sind Sie so zurück­haltend, ganz gegen ihre sonstige Art? Warum sprechen Sie denn nicht von den deutschen Armeen, die seit geraumer Zeit im Süden und Westen des Kontinents ste­hen? Auch diese Armeen würden im Osten kämpfen, wenn sie nicht hier auf den Au­genblick warten würden, in dem sie sich mit den laut und lange angekündigten In- vasionsstreitkräften messen werden!"

Daß man in London diesen strategischen Tatbestand keines Wortes würdigt, dürfte seinen Grund nicht zuletzt in dem Umstand haben, daß unter solchem Blickpunkt man­cher bolschewistische Erfolg des vergan­genen Jahres dem kritischen Beobachter nicht mehr als Stalinscher Triumph, son­dern als die Folge einer Umgruppierung der deutschen Kräfte erscheint. Einen solchen Schatten der Ernüchterung auf'den „Glanz" der bolschewistischen Waffentaten zu wer­fen — das gehört freilich bereits zu den Dingen, für die der Londoner Mut nicht mehr ausreicht. Ein Zweites tritt hinzu: die deutsche Strategie, • die Raumverluste im Osten hinnahm, um sich im Westen auf TJeberraschungen vorzubereiten und im Sü­den die durch den Badoglio-Verrat geschaf­fene Lage zu meistern, hat zuviele Hoffnun­gen im anglo-amerikanischen Lager zunichte gemacht, als daß man es wagen könnte, das eigene Volk noch weiter an dieses Kapitel Churchillscher Fehlrechnung zu erinnern und die für die Invasion vorgesehenen Truppen noch heftiger abzuschrecken, als es durch die Ereignisse in Italien bereits geschehen ist.

Die so erklärbare Londoner Schweigsam­keit wird freilich nichts daran ändern, daß der urteilsfähigere Beobachter den großen inneren Zusammenhang der Ereignisse auf dem Ostkriegsschauplatz mit denen im Sü­den und der Bedrohung aus dem Westen erkennt. Als Churchill seinen europäischen Kriegsplan auf der These vom „weichen Unterleib" aufbaute, da ging er von der Annahme aus, die deutsche Kriegführung würde ihren Blick ausschließlich auf den Osten richten. Es war der Fehler in seiner Rechnung, daß er in sie nicht die deutschen Ueberlegungen und Maßnahmen einbezog. Diese waren und sind bestimmt von der Auffassung, daß der Kämpfer im Osten vor einem Dolchstoß in seinen Rücken bewahrt werden muß. So war die deutsche Führung eher bereit, Charkow und Kiew aufzugeben, als die Atlantikküsten zu entblößen oder gar Italien den Angreifern auszuliefern.

Die Entwicklung hat die deutschen Maß­nahmen des Sommers 1943 als richtig be­stätigt. Der Raum im Osten hat sich dank der unermüdlichen kämpferischen Leistung auch der zahlenmäßig schwächeren Front tatsächlich als Waffe erwiesen. Den Sowjets ist keine Entscheidung gelungen, und das Ergebnis des anglo-amerikanischen Angrif­fes im Süden darf unter der Berücksichti­gung seiner Absichten und der verräteri­schen Mittel, deren es sich bediente, ohne Uebertreibung als eine klare Niederlage be­zeichnet werden. Dieses Ereignis war nur dadurch möglich, daß die Disposition der deutschen Kräfte ebenso rechtzeitig wie großzügig erfolgt ist.

Es ist dabei müßig, darüber Betrachtungen anzustellen, was im Westen vielleicht ge­schehen wäre, wenn die Briten und Ameri­kaner sich in der Erwartung geringen Wi-' derstandes hätten wiegen können. Sicher ist jedenfalls, daß die Gewißheit dessen, was ihrer im Westen harrt, ihren Mut und ihren Angriffsgeist keineswegs angefeuert hat. Sie wissen: Deutschland hat zwar den Schutz des Kontinents gegen den. Bolschewismus übernommen, und es kämpft im Osten mit verbissener Zähigkeit und mit einem Er­folge, der sehr im Mißverhältnis zu den so­wjetischen Hoitnungen steht. Aber dieses Deutschland hat sich dennoch auf einen Waffengang im Westen in einem Umfange vorbereitet, daß es seinen Beginn nicht nur ruhigen Blutes, sondern auch in der Ueber- zeugung erwartet, in einer großen Entschei­dung ein für allemal die Periode des Ueber- falls britischer Piraten und amerikanischer Gangster auf den europäischen Kontinent beenden zu können.

Daß in der gleichen Periode, in der im Süden, im Westen und an anderen bedroh­ten Stellen in Kampf und Erwartung den Anglo-Amerikanern, begegnet wird, die sowjetische Offensivkraft in zähestem Rin­gen zur Abnutzung und Zermürbung ge­zwungen wird und in dem geographischen Bereich des eigentlichen Europas besten­falls ein Zustand des Abgekämpftseins ein- tritt, um dort ein „bis hierher und nicht weiter" zu erleben — das ist eine Tatsache, deren volle geschichtliche Würdigung nicht ausbleiben wird. Die geographischen Um­slände haben in einer Zeit, in der am Donez gekämpft wurde, die Kräfte des Westens