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parieifln^^iche Tageszeitung
m„. Amt sblatt des Regierenden Bümsrtneisferg der F reien Hansestadt Bremen
Nn74 • 14. Jahrgang
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Amtliches Verkündungsblatt des Reichsslatlhalters D
Mittwoch, den 15. März 1944
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Wir wissen, wofür wir opfern und durchhalten
• Reichsminister Dr. Goebbels sprach zum sechsten Jahrestag der Heimkehr der Alpen- und Donaugaue
Salzburg, 14. März. In vooetEY. ^thebe nden Feierstunde gedachte
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Goebbels jener Tage, da vor sechs Jah- die Alpen- und Donaugaue heimkehrten Md sich die deutscljen Menschen dieser landslriche mit ihren Brüdern und Schwe- zusammengeschweilH haben zum Reich aller Deutschen.
• idi|U Die große Kundgebung im Salzburger [spielhaus wurde auf zwei weitere iiber- Säle und einen Platz vor dem Fest- iaus übertragen. Gauleiter und Reichs- raiter Dr. Scheel begrüßte den sminister als Sprecher des Führers und deutschen Volkes und als Gauleiter der ■aus hart geprüften, tapferen Reichsstadt. Dann ergriff Reichsminister Dr. ibels das Wort zu einer mit starkem II und wiederholten stürmischen Zu- lungskundgebungen aufgenommenen
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, topP * n [rzZ Der Reichsminister erinnerte einleitend an oi sechs Jahren erfolgte Befreiung der iark durch den'Führer und wies darauf daß wir uns im Jahre 1939 mit den und Alpengauen zusammen mitten einem segensreichen Aufbauwerk befan- als der Ueberfall der Plutokratien das i aus dieser friedlichen Arbeit riß. Ge- den darniederliegenden Donau- und igauen, stand damals eine glückliche l(le materiellen und kulturellen Wohlles bevor.
Untrennbarer Bund für alle Zeiten
Dennoch bringe dieser Krieg, der diese Jtwicklung unterbrochen habe, nicht nur Ipfer und Gefahren mit sich. Der Bund, in diesem Krieg geschmiedet und, mit «n Blut .ostmärkischer Söhne besiegelt nrde, sei für alle Zeiten unzertrennbar.
erstenmal marschierten in diesem . lieg nicht mehr Preußen und Ostmärker " fcr Sachsen und Bayern getrennt oder ineinander. Sie ständen den geschworen Feinden unseres Volkes in einem gegossenen und einheitlich geführten groß- -«Ischen Reich gegenüber. Es sei heute, 5 fuhr Dr. Goebbels fort, nicht nur eine senpllicht, sondern ein Ehrenbedürfnis kr Deutschen, an diesem uns aufgezwunr Pen Schicksalskampf teilzunehmen.
Mit stärkstem Beifall wurden die Worte ? Ministers unterstrichen: „IcH bin der „ daß gerade am heutigen Tag w Deutschen dieses Gaues stolz sein »flssen, vor den schweren Prüfungen zum "'ich heimgekehrt zu sein, um als Bürger großdeutschen Vaterlandes diesen ichtlichen Prozeß mitbestehen zu
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Her vom Führer gewählte Zeitpunkt des ^Schlusses sei in Wirklichkeit eine glück- “ e geschicKtliche Fügung; denn wir hät- * so die einmalige Gelegenheit, den Be- eis dafür zu liefern, daß wir unzertrenn- tusammengehören. So stelle also die- , w , au ch die große historische Be- ahrung für die Rückkehr der Donau- und j_.ipengaue in den Verband des Großdeut- !en Reiches dar.
_ Krieg eile f n seinem fünften Jahr iesenschritten seinem dramatischen epunkt entgegen. Kurz vor Toresschluß vor der Efitscheidung ver- * 'erhfi V* 6 ^ e ’ n dtnächte, neutrale oder uns Mete Staaten noch auf ihre Seite zu
locken 1 .. „Wir sehen darin einen Beweis dafür , so erklärte Dr. Goebbels unter Zustimmungskundgebungen der Versammelten, „daIHsie sich in keiner Weise so stark fühlen, wie sie nach außen hin den Eindruck zu erwecken versuchen. .
Das Feindlager weiß heute ganz genau, daß es keine militärischen Möglichkeiten besitzt, diesen Krieg auf dem Schlachtfeld zu seinen Gunsten zu entscheiden. Es hat das an allen Fronlen versucht; aber alle diese Versuche sind bisher unter schwersten Verlusten liir den Feind fehlgeschlagen.
Wenn man Unsere Kriegführung gerecht beurteilen will, so muß man sie stets auch in Vergleich setzen zu der Kriegführung des Gegners, und man darf nicht nur im Auge behalten, was wir uns selbst als Ziel gesetzt haben, aber nur zum Teil erreichen konnten, sondern wir müssen dem auch gegenüberstellen, was der Feind sich vorgenommen hat, -und woran er kläglich gescheitert ist.".
Der Minister unterzog dann die feindliche Kriegführung einer kritischen Betrachtung und stellte in diesem Zusammenhang u. a. fest, daß England, das mit diesem
Krieg das europäische Gleichgewicht gegen das "Reich aufrichten oder wiederherstellen wollte, nun vor einer noch viel stärkeren Bedrohung durch die Sowjetunion stehe. Das - erhelle aus der Tatsache, daß das englische Weltreich in eine absolute ideologische und praktische Abhängigkeit vom Kreml geraten sei und damit zwangsläufig auch innerpolitisch dem Bolschewismus Tür und Tor habe öffnen müssen.
Unter stürmischem Beifall erklärte Dr, Goebbels, daß, während die Kriegszielsetzung unserer Gegner allmählich ins Wanken gerät, das deutsche Volk in der .Verteidigung seines Daseins bereit sei, alle Kräfte einzusetzen und jede Belastung zu ertragen. Diese Haltung beweise unser Volk heute, indem es unter dem Luftterror des Gegners nicht nur nicht zusammenbreche, sondern darüber hinaus noch durch ihn eine steigende Verhärtung seiner Kriegsmoral erfahre.
Diese Art des Krieges noch erträglicher als ein Friedensdiktat
„Wir wissen", so rief der Reichsminister aus, „wofür wir Opfer bringen, wofür wir
Englisches Eingeständnis der Kriegsschuld
„Contemporary Review„Wir verwandten unsere Macht dazu, die Welt in zwei gigantische Kriege zu stürzen "
Eigener Bericht
BZ. feerlin, 14. März. Die englische Monatszeitschrift „Contemporary Review" veröffentlicht ginen aufsehenerregenden Artikel, in dem in dürren und schmucklosen Worten eindeutig die Schuld Englands, nicht nur an diesem, sondern auch am Weltkriege 1914/18 festgestellt wird. In geradezu schonungsloser Selbstzerfleischung erklärt das Blatt, daß England seine wirklich weltumspannende Macht nicht besser habe ein- setzen können, als die Welt in zwei gigantische Kriege zu stürzen. Die Strafe, die England sich zugezogen habe, sei seinem „V erbrechen angemessen und iolge ihm auf dem Fuß.“
„Contemporary Review" schreibt im einzelnen wörtlich: „Großbritannien ist 1939 in den Krieg eingetreten, um die polnische Souveränität gegen einen Feind Polens zu behaupten, der auch ein Feind Großbritanniens war. Machen wir uns nichts vor, die politische Frage ist schon entschieden. Sie ist von Sowjetrußland entschieden worden; die britische Regierung hatte dabei nicht mitzureden. Diese Tatsache ist eine Erläuterung dessen, was Smuts mit der britischen Verarmung als Preis für den Sieg bezeichnete. Er hat auch gesagt, daß Sowjetrußland der neue Beherrscher Eurqpas sein wird. Sowjetrußiand allein entscheidet daher das Schicksal Polens, der baltischen und Balkanstaaten. Die Atlantik-Charta hat in Europa nicht mehr Einfluß als der Atlantische Ozean, auf dem sie 1941 unterzeichnet würde.
Wir haben politisch Selbstmord begangen. Wir führten die Welt- bis 1914 in Politik, Wirtschaft und Finanz-, wesen. Wir beherrschten im wahren Sinne des Wortes die Welt. Wir haben unsere Macht nicht besser anwenden können, als die Welt in zwei gigantische Kriege zu stürzen. Und wir müssen dafür durch die
Für Europas Kultur und Ordnung
Aufruf der Protektoratsregierung an das tschechische Volk
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8t slowakische Sfaatsfeieitag
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feiertages stand eine Kundgebung der Bevölkerung Preßburgs vor dem Nationaltheater, an der die Sfytzen der Partei und des Staates, die diplomatischen Korps und die slowakische Generalität teilnahmen. In der Festrede legte Abgeordneter ITruschivsky unter dem Beifall der Menge ein glühendes Bekenntnis zum selbständigen slowakischen Staat und seiner Führung ab. In der Schlußansprache erinnerte de,r Führer der deutschen Volksgruppe in der Slowakei, Ing. Karmasin, an die treue Kampfgemeinschaft beider Völker. Am Vormittag empfing Staatspräsident Dr. Tiso die Mitglieder der Regierung, ' Vertreter des slowakischen öffentlichen Lebens und das unter Führung des Doyen, Gesandten des Großdeutschen Reiches Ludin vorsprechende Diplomatische Korps. Die Veranstaltungen wurdsn am Nachmittag mit einem Vorbeimarsch der Truppen vor Dr. Tiso beendet.
Nicht nur die gesamte Presse der Slowakei gedachte anläßlich des Feiertages der Ereignisse innerhalb der letzten fünf Jahre;, auch im befreundeten Ausland, so in Rumänien und Spanien, fand er ein s tazke * Echo. Die deutsch-slowakische Gesellschaft in Berlin veranstalfete eine F eie L z “ de ^ führende Männer aus Partei staat und Wehrmacht mit Gesandten v. Dornberg und dem Kaiserlich-Japanischen Botschafter Oshima erschienen' waren. , „
Staatspräsident Dr. Tiso hat «us An'aB des fünfjährigen Bestandes des slowakischen Staates eine Amnestie erlassen.
Dei Führer an Dr. Tiso
dnb. Berlin, 14. März. Der Führer hat dem slowakischen Staatspräsidenten Dr. Tis zum slowakischen Nationaltag mit ein< in .herzlichen Worten gehaltenen Telegramm seine Glückwünsche übermittelt.
Einbuße unserer Macht sühnen. Europa liegt im Sterben. Erscheint dieser Umstand nicht als eine gerechte Offenbarung des Naturgesetzes? Die Straffe ist dem Verbrechen angemessen und folgt ihm auf dem Fuße."
Was bedeuten diese inhaltsschweren Sätze anders als eine vollständige Bankerotterklä- rung der englischen Politik wälirend eines ganzeri Jahrhunderts schlechthin? Der Artikel weiß auch keinen Ausweg aus der hilflosen Lage anzudeuten, in die Churchill als letztes Glied der langen Kette britischer arroganter Premiers, angefangen von den beiden Pitts, über Palmerston, den Jüderi Disraeli, Gladstone bis zu den beiden Cham- berlains und Lloyd George, das einst so stolze und machtgebietende britische Empire hineinmanövriert hat.
Das Wichtigste an dieser Bankerotterjdä- rung ist aber das zum ersten Mal von englischer Seite in einer geradezu erschütternd offenen Weise abgegebene Geständnis, daß England die Hauptschuld am Ausbruch dieses Kriege^ trägt. „Mourir pour Dantzig?“ „Für Danzig sterben?“, so fragten einsichtige französische Politiker im Sommer V939 entsetzt, die nicht einsehen konnten, daß um einer „Frage" willen, die den europäischen Westen überhaupt nichts angehen könnte, ein neuer furchtbarer- Weltkrieg, entbrennen sollte. Den verantwortlichen englischen Staatsmännern war es im Grunde ebenfalls völlig gleichgültig, ob die deutsche Stadt Danzig zum Reich zurückkehren sollte oder nicht, ob Polen weiterhin als hochexplosives Pulverfaß den Frieden Europas stören sollte oder nicht. England hat damals seine ganze politische und wirtschaftliche Macht aufgeboten, um den Krieg gegen
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durchhalten und wofür viele Tausende von Volksgenossen ihres Hab und Gutes beraubt werden. Wir wissen, daß selbst diese Art des Krieges für uns noch erträglicher ist als ein Friede, wie ihn uns unsere Feinde zugedacht haben. Wir wissen darüber hinaus, daß wir unser Großdeutsches Reicjh nicht nur als theoretisches Gebilde verteidigen, sondern daß hinter ihm eine moderne soziale Staats- und Gesellschaftsauffassung steht, die für die Gegenseite mit ein Grund dafür gewesen ist, uns zu diesem Krieg zu zwingen."
Der Reichsminister erinnerte an die großen Beispiele von Idealismus und Hirigabe- bereitschaft unseres Volkes in seiner Ver- angenheit und erklärte, daß sich wahre harakterstärke nicht in Zeiten großer Siege zeige, sondern gerade dann erst, wenn es gelte, auch in Stunden harter Schicksalsschläge tapfer und treu hinter dem Führer zu stehen.
„Ich glaube, eine Berechtigung zu dieser Feststellung zu haben", so erklärte Dr. Goebbels, „denn ich führe eine Stadt, die nun seit vier Monaten in ihrer Zivilbevölke- (Fortsetzung auf Seite 2)
das verhaßte Deutsche Reich zu entfesseln. Und jetzt? „Europa liegt, im Sterben!" stellt „Contemporary Review" entsetzt fest. Aber durch wessen Schuld? Auch darauf antwortet das Blatt: „Durch Englands
Schuld!" Dieses Schuldbekenntnis wird wahrscheinlich noch einmal eine große Rolle spielen, wenn vor dem Forum der Weltgeschichte England gewogen werden wird.
Daß Europa aber nicht stirbt, sondern daß es weiterlebt — dafür kämpfen und bluten deutsche Soldaten und die Soldaten der mit- Deutschland verbündeten Nationen.
Briten bombardieren spanisches Handelsschiff
dnb. Marseille, 14. März. Die Engländer ließen sich eine neue Verletzung der spanischen Neutralität zuschulden kommen. Am Sonntag wurde der spanische Dampfer „Cabo San Sebastian" (4000 BRT.) in der Nähe von Tarragona von einem britischen Flugzeug durch zwei abgeworfene Bomben so schwer getroffen, daß er in Brand geriet und Schlagseite bekam. Diese unerhörte Mißachtung der spanischen Neutralität erfolgte zur gleichen Stunde wie der Angriff auf das deutsche Schiff „Kilissl", wenige Kilometer weiter südlich an der Ebro-Mündung. Das britische Flugzeug flog nach den BombenVürfen in niedriger Höhe erneut gegen das spanische Schiff und feuerte mit seinen MGs. auf die Besatzung, die versuchte, den Brand zu löschen. Mehrere Mitglieder der spanischen Besatzung wurden schwer verletzt. Ein Matrose ist Inzwischen seinen Verletzungen erlegen.
Erbittertes Ringen im Süden der Ostfront
Erfolgreiche Gegenangriffe südlich Staro-Konstantinoff und östlich Tarnopol Cherson geräumt — Feind-U-Boot im Mittelmeer vernichtet
dnb. Aus dem Führerhailptquar- t i e r , 14. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Im Südabschnilt der Ostfront, wo sich bei grundlosen Wegen und völlig verschlammtem Gelände ein erbittertes Ringen abspielt, in das von beiden Seiten neue Verbände geworfen werden, zeichnen sich unsere Truppen den überlegenen feindlichen Kräften gegenüber immer wieder durch beispielhafte Standhaftigkeit und unerschütterten Angriffsgeist aus. So haben sich in den letzten Tagen die Panzergrenadier-Division „Großdeutsrhiand" unter Führung des Generalleutnants von Manteuifel und die Truppen des 59. Armeekorps unter Führung des Generalleutnants Friedrich - Wilhelm Schulz besonders hervorgetan.
Im Rahmen einer vorgesehenen Absetzbewegung wurde die Stadt Cherson nach Zerstörung aller kriegswichtigen Anlagen geräumt. Im Raum südlich Staro-Konstanti-
noff und östlich Tarnopol waren eigene Gegenangriffe erfolgreich.
An der übrigen Ostfront führten die Bolschewisten nur noch im Raum nordwestlich Newel stärkere, aber erfolglose Angriffe. In den Kämpfen der letzten Wochen lial sich hier-die niedersächsisch-schleswig-hol- steinische 170. Infanterie-Divison mit unterstellten Verbänden unter Führung von Oberst Hass besonders ausgezeichnet.
In Italien kam es auch gestern zu keinen Kampfhandlungen von Bedeutung. Deutsche Jäger und Flakartillerie schossen über dem I.andekopf von Kiettuno sieben feindliche Flugzeuge ab. Im Mittelmeer wurde ein feindliches Unterseeboot durch Unterseeboot-Jäger vernichtet.
In der letzten Nacht warfen britische Störflugzeuge Bomben im westdeutschen Raum.
Deutsche Kampfflugzeuge griffen mit gutem Erfolg Ziele an der südenglischen Küste jm. —
Major Streib erhielt die Schwerter
Einer der ältesten, erfahrensten und erfolgreichsten Nachtjäger
dnb. Berlin, 14. März. Der Führer verlieh am 11. März 1944 das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Major Streib, Kommodore eines Nachtjagdgeschwaders, als 54? Soldaten der deutschen Wehrmacht.
In Major Werner Streib, der als Sohn eines Kaufmannes am 13. Juni 1911 in Pforzheim geboren ist und ursprünglich selbst Kaufmann war, zeichnete der Führer einen der ältesten, erfahrensten und erfolgreichsten Nachtjäger aus. Er war bereits 23 Jahre alt, als er als Fahnenjunker in einem Infanterie-Regiment seine militärische Laufbahn begann. Zur Luftwaffe versetzt, war er zunächst Aufklärer, gehörte dann dem Jagdgeschwader Richthofen an
und wurde im Sommer 1940 Staffelkapitän in einem NacHtjagdgeschwader. Er war der erste deutsche Flieger, der einen Nachtjagdsieg errang.
Der damalige Oberleutnant Streib war auch der erste deutsche Nachtjäger, der im Wehrmachtbericht genannt wurde, nachdem er in einer einzigen Nacht zum 1. Oktober 1940 drei feindliche Flugzeuge abgeschossen hatte. Wenige Tage später verlieh ihm der Führer das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes nach insgesamt sieben Nachtjagdsiegen und einem Tagesabschuß. Als vierzigfacher Sieger im nächtlichen Luftkampf erhielt er am 26. Februar 1943 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen .Kreuzes. Er hat insgesamt 65 Nachtjagdsiege errungen.
Von Hans Sehadewaldt
Wer hätte sich träumen lassen, daß das einst V^eltbeherrschende England sich die Politik des europäischen Gleichgewichts zur Beherrschung des Kontinents und der Unantastbarkeit des Mittelmeerraumes zur Sicherung Aegyptens und Indiens entwinden lassen würde? Wer hätte geglaubt, daß die einstige Weltmetropole des Kapitalismus dem Bolschewismus das Tor nach Europa und Afrika .öffnen würde? Churchills Kriegspolitik hat es dabin .gebracht, daß die britische Weltmacht zugleich dem Gewaltwillen des imperialistischen Amerikanismus und der Eroberungsgier des moskowitischen Bolschewismus ausgeliefert ist.
„England ist müde und sehr stark angeschlagen", formulierte es jüngst Roosevelts engster Mitarbeiter Harry Hopkins und zerstörte alle Illusionen der Londoner City und Whitehalls, daß der britische Verbündete irgendwelche Rücksichten seitens der Vereinigten Staaten bei der Endabrechnung des plutokratisch-bolschewistischpn Weltkriegsgeschäftes erwarten könnte. Die Vereinigten Staaten lassen keinen Zweifel darüber, daß sie als Ausgleich der Pacht- und Leihlieferungen nur Bezahlung in Sachwerten zulassen, daß sie England nach Kriegsende für seine Versorgung nur Schiffe verkaufen, aber nicht leihen würden, daß sie nach Verdrängung der britischen Auslandskapitalien sich Südamerika ebenso als USA.- Monopolgebiet sichern werden wie den erdölreichen Mittleren Osten. Fest steht, daß die englische Handelsflotte, .die bei Kriegsausbruch doppelt so groß wie die Handelsflotte der Vereinigten Staaten war, aus diesem Kriege etwa als knappes Viertel der nordamerikanischen Handelsflotte hervorgehen dürfte.
Ueber den Ausbau der militärischen und politischen Stützpunkte hinaus sichern sich die Vereinigten Staaten den Hauptanteil am Weltschiffahrt- und Weltluftfahrtverkehr, an der vorderasiatischen Erdöl- und der afrikanischen Rohstoffausbeute, und nordame- rikanische Versicherungs- und Kabelgesellschaften dringen in die englischen Märkte ein. Darüber hinaus schreitet die Amerika- nisierung des englischen Lebens, der Import der amerikanischen Moral, amerikanischer Sitten und Bräuche, amerikanischer Filme und Bücher in das britische Mutterland und alle Gliedstaaten des Empires unaufhaltsam fort.
Der Strom der usa-amerikanischen Invasion Englands verstärkt sich zusehends, ohne daß sich die Aussichten verbessern, die Sowjetunion in ein Kolonialland .des anglo-amerikanischen Kapitalismus zu verwandeln und in dem Aufbaugeschäft mit Moskau einen Ausgleich für die an die Vereinigten Staaten verlorengegangene Machtstellung zu finden. Stalins massive Forderungen, die Sowjetunion durch Eingliederung der europäischen Völker zu „sichern" und durch Aufspaltung Kontinentaleuropas in von Moskau zentral geleitete Sowjetrepubliken für den Bolschewismus reif zu machen, haben das kriegspolitische Weltproblem Sowjetunion gerade auch vor England und seinem Empire als die Lebensgefahr aufsteigen lassen; denn Moskaus grobkantiges Streben nach der Verwirklichung eines europäischen Riesenblocks des Bolschewismus bedeutet die machtpolitische Entthronung Großbritanniens, das durch Churchill und Eden heute Zutreiberdienste leistet.
Die britische Kriegspolitik hat aber das englische Volk derart narkotisiert, daß es die Gefahr des Bolschewismus und der sowjetischen Eroberungslust nicht mehr erkennt, obwohl doch der brutale Imperialismus der östlichen Steppe für England und sein Empire stets die größte Bedrohung gewesen ist und bleiben wird.
Es kennzeichnet die Lage Englands, daß das englische Volk sich von dem planlosen Wechselspiel seiner Regierung zwischen Hoffnungsmache und pessimistischen Anwandlungen von Siegesfanfaren und Alarmsignalen angewidert fühlt. Es ist enttäuscht über das Ausbleiben der Invasion, über das Schneckentempo der militärischen Operationen in Süditalien, über das zeitraubende Inselhüpfen der Pazifik-Strategie, enttäuscht über die ungebrochene deutsche Kampfkraft und Kriegsmora], über die Blitzangriffe der deutschen Kampfgeschwader auf London und die Schwächung der politischen Stellung Englands in der Koalition.
Was interessieren den Mann auf der Straße die Gemeinplätze und Phrasen von der Atlantik-Charta, der Demokratie, den „Vier Freiheiten'-I Er will wissen, wie sich seine soziale Zukunft gestaltet. Die Frage nach dem Beveridge-Plan bleibt weiter unbeantwortet, und Churchills Versprechungen an die Arbeiterschaft auf Wohnungen, Arbeit und Brot sind auf den Niemalstag verschoben. Der englische Bergmann ist der schlechtgestellteste Arbeiter der Welt. Kriegerwitwen und Kriegerwaisen führen ein kümmerliches Dasein; die Zahl der Totgeburten und der Säuglingssterblichkeit, der Geschlechtskrankheiten und der Abtreibungen, der Sittlichkeitsverbrechen und der Jugendkriminalität ist in erschreckendem Maße gestiegen.
England steht, so sagte kürzlich der Bischof von Rochester, vor dem Abgrund eines sexuellen Chaos, soweit ist die sittliche Verwilderung aller Schichten der Bevölkerung, insbesondere der Verfall der Jugendmoral, gedjehen. Wenn nun gar bei dem Sinken der Geburtenkurve auf 14,6 v. H. der Bevölkerung (1940 gegenüber Deutschland 21 v. H.) noch der bevölkerungspolitische Aderlaß von Millionen Gefallenen im Falle der Generalinvasion des Kontinents