Ausgabe 
(15.3.1944) 74
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parieifln^^iche Tageszeitung

m. Amt sblatt des Regierenden Bümsrtneisferg der F reien Hansestadt Bremen

Nn74 14. Jahrgang

der Nationalsozialist« 5

Amtliches Verkündungsblatt des Reichsslatlhalters D

Mittwoch, den 15. März 1944

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Wir wissen, wofür wir opfern und durchhalten

Reichsminister Dr. Goebbels sprach zum sechsten Jahrestag der Heimkehr der Alpen- und Donaugaue

Salzburg, 14. März. In vooetEY. ^thebe nden Feierstunde gedachte

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Goebbels jener Tage, da vor sechs Jah- die Alpen- und Donaugaue heimkehrten Md sich die deutscljen Menschen dieser landslriche mit ihren Brüdern und Schwe- zusammengeschweilH haben zum Reich aller Deutschen.

idi|U Die große Kundgebung im Salzburger [spielhaus wurde auf zwei weitere iiber- Säle und einen Platz vor dem Fest- iaus übertragen. Gauleiter und Reichs- raiter Dr. Scheel begrüßte den sminister als Sprecher des Führers und deutschen Volkes und als Gauleiter der aus hart geprüften, tapferen Reichs­stadt. Dann ergriff Reichsminister Dr. ibels das Wort zu einer mit starkem II und wiederholten stürmischen Zu- lungskundgebungen aufgenommenen

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, topP * n [rzZ Der Reichsminister erinnerte einleitend an oi sechs Jahren erfolgte Befreiung der iark durch den'Führer und wies darauf daß wir uns im Jahre 1939 mit den und Alpengauen zusammen mitten einem segensreichen Aufbauwerk befan- als der Ueberfall der Plutokratien das i aus dieser friedlichen Arbeit riß. Ge- den darniederliegenden Donau- und igauen, stand damals eine glückliche l(le materiellen und kulturellen Wohl­les bevor.

Untrennbarer Bund für alle Zeiten

Dennoch bringe dieser Krieg, der diese Jtwicklung unterbrochen habe, nicht nur Ipfer und Gefahren mit sich. Der Bund, in diesem Krieg geschmiedet und, mit «n Blut .ostmärkischer Söhne besiegelt nrde, sei für alle Zeiten unzertrennbar.

erstenmal marschierten in diesem . lieg nicht mehr Preußen und Ostmärker " fcr Sachsen und Bayern getrennt oder ineinander. Sie ständen den geschwo­ren Feinden unseres Volkes in einem ge­gossenen und einheitlich geführten groß- -«Ischen Reich gegenüber. Es sei heute, 5 fuhr Dr. Goebbels fort, nicht nur eine senpllicht, sondern ein Ehrenbedürfnis kr Deutschen, an diesem uns aufgezwunr Pen Schicksalskampf teilzunehmen.

Mit stärkstem Beifall wurden die Worte ? Ministers unterstrichen:IcH bin der daß gerade am heutigen Tag w Deutschen dieses Gaues stolz sein »flssen, vor den schweren Prüfungen zum "'ich heimgekehrt zu sein, um als Bürger großdeutschen Vaterlandes diesen ichtlichen Prozeß mitbestehen zu

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Her vom Führer gewählte Zeitpunkt des ^Schlusses sei in Wirklichkeit eine glück- e geschicKtliche Fügung; denn wir hät- * so die einmalige Gelegenheit, den Be- eis dafür zu liefern, daß wir unzertrenn- tusammengehören. So stelle also die- , w , au ch die große historische Be- ahrung für die Rückkehr der Donau- und j_.ipengaue in den Verband des Großdeut- !en Reiches dar.

_ Krieg eile f n seinem fünften Jahr iesenschritten seinem dramatischen epunkt entgegen. Kurz vor Toresschluß vor der Efitscheidung ver- * 'erhfi V* 6 ^ e n dtnächte, neutrale oder uns Mete Staaten noch auf ihre Seite zu

locken 1 ..Wir sehen darin einen Beweis da­für , so erklärte Dr. Goebbels unter Zu­stimmungskundgebungen der Versammel­ten,daIHsie sich in keiner Weise so stark fühlen, wie sie nach außen hin den Ein­druck zu erwecken versuchen. .

Das Feindlager weiß heute ganz genau, daß es keine militärischen Möglichkeiten besitzt, diesen Krieg auf dem Schlachtfeld zu seinen Gunsten zu entscheiden. Es hat das an allen Fronlen versucht; aber alle diese Versuche sind bisher unter schwersten Verlusten liir den Feind fehlgeschlagen.

Wenn man Unsere Kriegführung gerecht beurteilen will, so muß man sie stets auch in Vergleich setzen zu der Kriegführung des Gegners, und man darf nicht nur im Auge behalten, was wir uns selbst als Ziel gesetzt haben, aber nur zum Teil erreichen konnten, sondern wir müssen dem auch ge­genüberstellen, was der Feind sich vorge­nommen hat, -und woran er kläglich ge­scheitert ist.".

Der Minister unterzog dann die feind­liche Kriegführung einer kritischen Betrach­tung und stellte in diesem Zusammenhang u. a. fest, daß England, das mit diesem

Krieg das europäische Gleichgewicht gegen das "Reich aufrichten oder wiederherstellen wollte, nun vor einer noch viel stärkeren Bedrohung durch die Sowjetunion stehe. Das - erhelle aus der Tatsache, daß das englische Weltreich in eine absolute ideo­logische und praktische Abhängigkeit vom Kreml geraten sei und damit zwangsläufig auch innerpolitisch dem Bolschewismus Tür und Tor habe öffnen müssen.

Unter stürmischem Beifall erklärte Dr, Goebbels, daß, während die Kriegsziel­setzung unserer Gegner allmählich ins Wan­ken gerät, das deutsche Volk in der .Ver­teidigung seines Daseins bereit sei, alle Kräfte einzusetzen und jede Belastung zu ertragen. Diese Haltung beweise unser Volk heute, indem es unter dem Luftterror des Gegners nicht nur nicht zusammen­breche, sondern darüber hinaus noch durch ihn eine steigende Verhärtung seiner Kriegs­moral erfahre.

Diese Art des Krieges noch erträg­licher als ein Friedensdiktat

Wir wissen", so rief der Reichsminister aus,wofür wir Opfer bringen, wofür wir

Englisches Eingeständnis der Kriegsschuld

Contemporary ReviewWir verwandten unsere Macht dazu, die Welt in zwei gigantische Kriege zu stürzen "

Eigener Bericht

BZ. feerlin, 14. März. Die englische Mo­natszeitschriftContemporary Review" ver­öffentlicht ginen aufsehenerregenden Arti­kel, in dem in dürren und schmucklosen Worten eindeutig die Schuld Englands, nicht nur an diesem, sondern auch am Weltkriege 1914/18 festgestellt wird. In geradezu scho­nungsloser Selbstzerfleischung erklärt das Blatt, daß England seine wirklich weltum­spannende Macht nicht besser habe ein- setzen können, als die Welt in zwei gigan­tische Kriege zu stürzen. Die Strafe, die England sich zugezogen habe, sei seinem V erbrechen angemessen und iolge ihm auf dem Fuß.

Contemporary Review" schreibt im ein­zelnen wörtlich:Großbritannien ist 1939 in den Krieg eingetreten, um die polnische Souveränität gegen einen Feind Polens zu behaupten, der auch ein Feind Großbri­tanniens war. Machen wir uns nichts vor, die politische Frage ist schon entschieden. Sie ist von Sowjetrußland entschieden wor­den; die britische Regierung hatte dabei nicht mitzureden. Diese Tatsache ist eine Erläuterung dessen, was Smuts mit der bri­tischen Verarmung als Preis für den Sieg bezeichnete. Er hat auch gesagt, daß So­wjetrußland der neue Beherrscher Eurqpas sein wird. Sowjetrußiand allein entscheidet daher das Schicksal Polens, der baltischen und Balkanstaaten. Die Atlantik-Charta hat in Europa nicht mehr Einfluß als der Atlan­tische Ozean, auf dem sie 1941 unterzeich­net würde.

Wir haben politisch Selbst­mord begangen. Wir führten die Welt- bis 1914 in Politik, Wirtschaft und Finanz-, wesen. Wir beherrschten im wahren Sinne des Wortes die Welt. Wir haben unsere Macht nicht besser anwenden können, als die Welt in zwei gigantische Kriege zu stürzen. Und wir müssen dafür durch die

Für Europas Kultur und Ordnung

Aufruf der Protektoratsregierung an das tschechische Volk

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Idi u. ra ® 14. März. Anläßlich des fünf- ioisk R te u ta ® es c * er Errichtung des Protek- Htorat men UIK * erließ die Pro-

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äI » ScbM» 8 e ' n 9 e d«nk dessen", so heißt Unserer isla des Aufr üfes,daß das Wohl v f er unlösbar mit dem Wohl des fuß! U ? den . lst ' Arbeitet alle-in die- 0II 9 eurer If 6 -! mit der äußersten Anspan- 6:16 Schuld f d te ' ^ amt ihr auf diese Weise 4lail dem F~h deutscllen Soldaten und Teil ab [ rer 9egenüber wenigstens

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Ischen r! U f\ eS a -a...» uc. v Kampf a r k' ar geworden sein, daß Kampf fjj r rt . fles deutschen Soldaten ein ^ Otdnunr, 6 . ® 6Samte europäische Kultur JjtBschen tn 1St ' die jüdisch-bolsche-

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8t slowakische Sfaatsfeieitag

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feiertages stand eine Kundgebung der Be­völkerung Preßburgs vor dem Nationalthea­ter, an der die Sfytzen der Partei und des Staates, die diplomatischen Korps und die slowakische Generalität teilnahmen. In der Festrede legte Abgeordneter ITruschivsky unter dem Beifall der Menge ein glühendes Bekenntnis zum selbständigen slowakischen Staat und seiner Führung ab. In der Schluß­ansprache erinnerte de,r Führer der deut­schen Volksgruppe in der Slowakei, Ing. Karmasin, an die treue Kampfgemein­schaft beider Völker. Am Vormittag empfing Staatspräsident Dr. Tiso die Mitglieder der Regierung, ' Vertreter des slowakischen öf­fentlichen Lebens und das unter Führung des Doyen, Gesandten des Großdeutschen Reiches Ludin vorsprechende Diplomatische Korps. Die Veranstaltungen wurdsn am Nachmittag mit einem Vorbeimarsch der Truppen vor Dr. Tiso beendet.

Nicht nur die gesamte Presse der Slo­wakei gedachte anläßlich des Feiertages der Ereignisse innerhalb der letzten fünf Jahre;, auch im befreundeten Ausland, so in Rumänien und Spanien, fand er ein s tazke * Echo. Die deutsch-slowakische Gesellschaft in Berlin veranstalfete eine F eie L z de ^ führende Männer aus Partei staat und Wehrmacht mit Gesandten v. Dornberg und dem Kaiserlich-Japanischen Botschafter Oshima erschienen' waren. ,

Staatspräsident Dr. Tiso hat «us An'aB des fünfjährigen Bestandes des slowakischen Staates eine Amnestie erlassen.

Dei Führer an Dr. Tiso

dnb. Berlin, 14. März. Der Führer hat dem slowakischen Staatspräsidenten Dr. Tis zum slowakischen Nationaltag mit ein< in .herzlichen Worten gehaltenen Telegramm seine Glückwünsche übermittelt.

Einbuße unserer Macht sühnen. Europa liegt im Sterben. Erscheint dieser Umstand nicht als eine gerechte Offenbarung des Natur­gesetzes? Die Straffe ist dem Verbrechen angemessen und folgt ihm auf dem Fuße."

Was bedeuten diese inhaltsschweren Sätze anders als eine vollständige Bankerotterklä- rung der englischen Politik wälirend eines ganzeri Jahrhunderts schlechthin? Der Ar­tikel weiß auch keinen Ausweg aus der hilflosen Lage anzudeuten, in die Churchill als letztes Glied der langen Kette britischer arroganter Premiers, angefangen von den beiden Pitts, über Palmerston, den Jüderi Disraeli, Gladstone bis zu den beiden Cham- berlains und Lloyd George, das einst so stolze und machtgebietende britische Empire hineinmanövriert hat.

Das Wichtigste an dieser Bankerotterjdä- rung ist aber das zum ersten Mal von eng­lischer Seite in einer geradezu erschütternd offenen Weise abgegebene Geständnis, daß England die Hauptschuld am Ausbruch dieses Kriege^ trägt.Mourir pour Dantzig? Für Danzig sterben?, so fragten ein­sichtige französische Politiker im Sommer V939 entsetzt, die nicht einsehen konnten, daß um einerFrage" willen, die den euro­päischen Westen überhaupt nichts angehen könnte, ein neuer furchtbarer- Weltkrieg, entbrennen sollte. Den verantwortlichen eng­lischen Staatsmännern war es im Grunde ebenfalls völlig gleichgültig, ob die deutsche Stadt Danzig zum Reich zurückkehren sollte oder nicht, ob Polen weiterhin als hoch­explosives Pulverfaß den Frieden Europas stören sollte oder nicht. England hat da­mals seine ganze politische und wirtschaft­liche Macht aufgeboten, um den Krieg gegen

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Vedietee induni

durchhalten und wofür viele Tausende von Volksgenossen ihres Hab und Gutes be­raubt werden. Wir wissen, daß selbst diese Art des Krieges für uns noch erträglicher ist als ein Friede, wie ihn uns unsere Feinde zugedacht haben. Wir wissen dar­über hinaus, daß wir unser Großdeutsches Reicjh nicht nur als theoretisches Gebilde verteidigen, sondern daß hinter ihm eine moderne soziale Staats- und Gesellschafts­auffassung steht, die für die Gegenseite mit ein Grund dafür gewesen ist, uns zu diesem Krieg zu zwingen."

Der Reichsminister erinnerte an die gro­ßen Beispiele von Idealismus und Hirigabe- bereitschaft unseres Volkes in seiner Ver- angenheit und erklärte, daß sich wahre harakterstärke nicht in Zeiten großer Siege zeige, sondern gerade dann erst, wenn es gelte, auch in Stunden harter Schicksals­schläge tapfer und treu hinter dem Führer zu stehen.

Ich glaube, eine Berechtigung zu dieser Feststellung zu haben", so erklärte Dr. Goebbels,denn ich führe eine Stadt, die nun seit vier Monaten in ihrer Zivilbevölke- (Fortsetzung auf Seite 2)

das verhaßte Deutsche Reich zu entfesseln. Und jetzt?Europa liegt, im Sterben!" stelltContemporary Review" entsetzt fest. Aber durch wessen Schuld? Auch darauf antwortet das Blatt:Durch Englands

Schuld!" Dieses Schuldbekenntnis wird wahrscheinlich noch einmal eine große Rolle spielen, wenn vor dem Forum der Weltge­schichte England gewogen werden wird.

Daß Europa aber nicht stirbt, sondern daß es weiterlebt dafür kämpfen und blu­ten deutsche Soldaten und die Soldaten der mit- Deutschland verbündeten Nationen.

Briten bombardieren spanisches Handelsschiff

dnb. Marseille, 14. März. Die Englän­der ließen sich eine neue Verletzung der spanischen Neutralität zuschulden kommen. Am Sonntag wurde der spanische Dampfer Cabo San Sebastian" (4000 BRT.) in der Nähe von Tarragona von einem britischen Flugzeug durch zwei abgeworfene Bom­ben so schwer getroffen, daß er in Brand geriet und Schlagseite bekam. Diese unerhörte Mißachtung der spanischen Neu­tralität erfolgte zur gleichen Stunde wie der Angriff auf das deutsche SchiffKilissl", wenige Kilometer weiter südlich an der Ebro-Mündung. Das britische Flugzeug flog nach den BombenVürfen in niedriger Höhe erneut gegen das spanische Schiff und feuerte mit seinen MGs. auf die Besatzung, die versuchte, den Brand zu löschen. Meh­rere Mitglieder der spanischen Besatzung wurden schwer verletzt. Ein Matrose ist In­zwischen seinen Verletzungen erlegen.

Erbittertes Ringen im Süden der Ostfront

Erfolgreiche Gegenangriffe südlich Staro-Konstantinoff und östlich Tarnopol Cherson geräumt Feind-U-Boot im Mittelmeer vernichtet

dnb. Aus dem Führerhailptquar- t i e r , 14. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Südabschnilt der Ostfront, wo sich bei grundlosen Wegen und völlig verschlamm­tem Gelände ein erbittertes Ringen abspielt, in das von beiden Seiten neue Verbände geworfen werden, zeichnen sich unsere Truppen den überlegenen feindlichen Kräf­ten gegenüber immer wieder durch beispiel­hafte Standhaftigkeit und unerschütterten Angriffsgeist aus. So haben sich in den letz­ten Tagen die Panzergrenadier-Division Großdeutsrhiand" unter Führung des Ge­neralleutnants von Manteuifel und die Truppen des 59. Armeekorps unter Führung des Generalleutnants Friedrich - Wilhelm Schulz besonders hervorgetan.

Im Rahmen einer vorgesehenen Absetzbe­wegung wurde die Stadt Cherson nach Zerstörung aller kriegswichtigen Anlagen geräumt. Im Raum südlich Staro-Konstanti-

noff und östlich Tarnopol waren eigene Ge­genangriffe erfolgreich.

An der übrigen Ostfront führten die Bol­schewisten nur noch im Raum nordwestlich Newel stärkere, aber erfolglose Angriffe. In den Kämpfen der letzten Wochen lial sich hier-die niedersächsisch-schleswig-hol- steinische 170. Infanterie-Divison mit unter­stellten Verbänden unter Führung von Oberst Hass besonders ausgezeichnet.

In Italien kam es auch gestern zu keinen Kampfhandlungen von Bedeutung. Deutsche Jäger und Flakartillerie schossen über dem I.andekopf von Kiettuno sieben feindliche Flugzeuge ab. Im Mittelmeer wurde ein feindliches Unterseeboot durch Untersee­boot-Jäger vernichtet.

In der letzten Nacht warfen britische Störflugzeuge Bomben im westdeutschen Raum.

Deutsche Kampfflugzeuge griffen mit gu­tem Erfolg Ziele an der südenglischen Küste jm.

Major Streib erhielt die Schwerter

Einer der ältesten, erfahrensten und erfolgreichsten Nachtjäger

dnb. Berlin, 14. März. Der Führer ver­lieh am 11. März 1944 das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Major Streib, Kommodore eines Nachtjagdgeschwaders, als 54? Sol­daten der deutschen Wehrmacht.

In Major Werner Streib, der als Sohn eines Kaufmannes am 13. Juni 1911 in Pforzheim geboren ist und ursprünglich selbst Kaufmann war, zeichnete der Führer einen der ältesten, erfahrensten und erfolg­reichsten Nachtjäger aus. Er war bereits 23 Jahre alt, als er als Fahnenjunker in einem Infanterie-Regiment seine militä­rische Laufbahn begann. Zur Luftwaffe ver­setzt, war er zunächst Aufklärer, gehörte dann dem Jagdgeschwader Richthofen an

und wurde im Sommer 1940 Staffelkapitän in einem NacHtjagdgeschwader. Er war der erste deutsche Flieger, der einen Nachtjagd­sieg errang.

Der damalige Oberleutnant Streib war auch der erste deutsche Nachtjäger, der im Wehrmachtbericht genannt wurde, nachdem er in einer einzigen Nacht zum 1. Oktober 1940 drei feindliche Flugzeuge abgeschossen hatte. Wenige Tage später verlieh ihm der Führer das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes nach insgesamt sieben Nachtjagdsiegen und einem Tagesabschuß. Als vierzigfacher Sie­ger im nächtlichen Luftkampf erhielt er am 26. Februar 1943 das Eichenlaub zum Ritter­kreuz des Eisernen .Kreuzes. Er hat insge­samt 65 Nachtjagdsiege errungen.

Von Hans Sehadewaldt

Wer hätte sich träumen lassen, daß das einst V^eltbeherrschende England sich die Politik des europäischen Gleichgewichts zur Beherrschung des Kontinents und der Unan­tastbarkeit des Mittelmeerraumes zur Si­cherung Aegyptens und Indiens entwinden lassen würde? Wer hätte geglaubt, daß die einstige Weltmetropole des Kapitalismus dem Bolschewismus das Tor nach Europa und Afrika .öffnen würde? Churchills Kriegs­politik hat es dabin .gebracht, daß die bri­tische Weltmacht zugleich dem Gewaltwil­len des imperialistischen Amerikanismus und der Eroberungsgier des moskowitischen Bolschewismus ausgeliefert ist.

England ist müde und sehr stark ange­schlagen", formulierte es jüngst Roosevelts engster Mitarbeiter Harry Hopkins und zer­störte alle Illusionen der Londoner City und Whitehalls, daß der britische Verbündete irgendwelche Rücksichten seitens der Ver­einigten Staaten bei der Endabrechnung des plutokratisch-bolschewistischpn Weltkriegs­geschäftes erwarten könnte. Die Vereinig­ten Staaten lassen keinen Zweifel darüber, daß sie als Ausgleich der Pacht- und Leih­lieferungen nur Bezahlung in Sachwerten zulassen, daß sie England nach Kriegsende für seine Versorgung nur Schiffe verkau­fen, aber nicht leihen würden, daß sie nach Verdrängung der britischen Auslandskapi­talien sich Südamerika ebenso als USA.- Monopolgebiet sichern werden wie den erd­ölreichen Mittleren Osten. Fest steht, daß die englische Handelsflotte, .die bei Kriegs­ausbruch doppelt so groß wie die Handels­flotte der Vereinigten Staaten war, aus die­sem Kriege etwa als knappes Viertel der nordamerikanischen Handelsflotte hervor­gehen dürfte.

Ueber den Ausbau der militärischen und politischen Stützpunkte hinaus sichern sich die Vereinigten Staaten den Hauptanteil am Weltschiffahrt- und Weltluftfahrtverkehr, an der vorderasiatischen Erdöl- und der afri­kanischen Rohstoffausbeute, und nordame- rikanische Versicherungs- und Kabelgesell­schaften dringen in die englischen Märkte ein. Darüber hinaus schreitet die Amerika- nisierung des englischen Lebens, der Im­port der amerikanischen Moral, amerika­nischer Sitten und Bräuche, amerikanischer Filme und Bücher in das britische Mutter­land und alle Gliedstaaten des Empires un­aufhaltsam fort.

Der Strom der usa-amerikanischen Inva­sion Englands verstärkt sich zusehends, ohne daß sich die Aussichten verbessern, die Sowjetunion in ein Kolonialland .des anglo-amerikanischen Kapitalismus zu ver­wandeln und in dem Aufbaugeschäft mit Moskau einen Ausgleich für die an die Vereinigten Staaten verlorengegangene Machtstellung zu finden. Stalins massive Forderungen, die Sowjetunion durch Ein­gliederung der europäischen Völker zusi­chern" und durch Aufspaltung Kontinental­europas in von Moskau zentral geleitete Sowjetrepubliken für den Bolschewismus reif zu machen, haben das kriegspolitische Weltproblem Sowjetunion gerade auch vor England und seinem Empire als die Le­bensgefahr aufsteigen lassen; denn Moskaus grobkantiges Streben nach der Verwirk­lichung eines europäischen Riesenblocks des Bolschewismus bedeutet die machtpolitische Entthronung Großbritanniens, das durch Churchill und Eden heute Zutreiberdienste leistet.

Die britische Kriegspolitik hat aber das englische Volk derart narkotisiert, daß es die Gefahr des Bolschewismus und der so­wjetischen Eroberungslust nicht mehr er­kennt, obwohl doch der brutale Imperialis­mus der östlichen Steppe für England und sein Empire stets die größte Bedrohung ge­wesen ist und bleiben wird.

Es kennzeichnet die Lage Englands, daß das englische Volk sich von dem planlosen Wechselspiel seiner Regierung zwischen Hoffnungsmache und pessimistischen An­wandlungen von Siegesfanfaren und Alarm­signalen angewidert fühlt. Es ist enttäuscht über das Ausbleiben der Invasion, über das Schneckentempo der militärischen Opera­tionen in Süditalien, über das zeitraubende Inselhüpfen der Pazifik-Strategie, enttäuscht über die ungebrochene deutsche Kampf­kraft und Kriegsmora], über die Blitzangriffe der deutschen Kampfgeschwader auf Lon­don und die Schwächung der politischen Stellung Englands in der Koalition.

Was interessieren den Mann auf der Straße die Gemeinplätze und Phrasen von der Atlantik-Charta, der Demokratie, den Vier Freiheiten'-I Er will wissen, wie sich seine soziale Zukunft gestaltet. Die Frage nach dem Beveridge-Plan bleibt weiter un­beantwortet, und Churchills Versprechun­gen an die Arbeiterschaft auf Wohnungen, Arbeit und Brot sind auf den Niemalstag verschoben. Der englische Bergmann ist der schlechtgestellteste Arbeiter der Welt. Krie­gerwitwen und Kriegerwaisen führen ein kümmerliches Dasein; die Zahl der Totge­burten und der Säuglingssterblichkeit, der Geschlechtskrankheiten und der Abtreibun­gen, der Sittlichkeitsverbrechen und der Jugendkriminalität ist in erschreckendem Maße gestiegen.

England steht, so sagte kürzlich der Bi­schof von Rochester, vor dem Abgrund eines sexuellen Chaos, soweit ist die sitt­liche Verwilderung aller Schichten der Be­völkerung, insbesondere der Verfall der Ju­gendmoral, gedjehen. Wenn nun gar bei dem Sinken der Geburtenkurve auf 14,6 v. H. der Bevölkerung (1940 gegenüber Deutsch­land 21 v. H.) noch der bevölkerungspoli­tische Aderlaß von Millionen Gefallenen im Falle der Generalinvasion des Kontinents