Ausgabe 
(12.3.1944) 71
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Erscheint 7mai wSchentHch

2,30 RM einsclil. Zustellgebühr: monatlich 2,30 RM (einschl.

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stolz durch % den S* Da» Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremst

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Verbindlichkeit,

Parteiamtliche Tageszeitung

der Meister' jungen Ahorns,

Nr. 71* 14. Jahrgang

Sonntag, den 12. März 1944

escKKITssfetJes?

Bremen: Geeren 8/8. Ruf 2 19 31: Nachtruf und sonntags 2 <7 65: Obemstraße 8«. Ruf 2 19 31: Syke: MOhlendamm 2 ; Br.-Hemelingen: Bahn hofstraße 6, Ecke Poststraße, Rnf 4 34 58; Br.« Vegesack: Rohrstr. 24, Ruf 4 u. 8: Br,-Blumen thal, Kapt.-Dallmann-Str. 41/43, Ruf 88 n. 89

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches. Verkündungsblatt des Reichssialihallers in Oldenburg und Bremen

Einzelpreis 15 Rpl

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die Belehrung, 61

Politische Offensive gegen Eire

Invasionsrisiko als Grund diplomatischer Erpressungsmanöver der Westmächte

Drahtb'ericht unserer Berliner. Schrittfeituhg b. Berlin, 11. März. Wie feindliche ; Nachrichtenagenturen melden, hat der ame- ■——jjkanische Außenminister Hüll in der Pressekonferenz in Washington der Oeffent- tosung des SilhenräUebi lichkeit Kenntnis von einem diplomatischen Silbenrätsel' 1 Kn i Schritt gegen die Re P l,blik Eire gegeben,

kos e, 4. Samum li ; äen die Regierung der Vereinigten Staaten

serker 7 Fini» lr «uak ; n form eines Handschreibens des Präsiden- fl F' ™ le ü e ' - :en Roseveit an den irischen Ministerpräsi- 'lJ 1S ri 0 ? "'dienten Ramon de Valera mit der Forde- Rohrdommel ifi i„, 14 'l ung S ericbtet hat ’ Dublin mö ge die Mit-, 18. Dornrösch ^ 01 " (lieber der Gesandtschaften und Konsulate en ' ie 5 Deutschen Reiches und Japans in Eire

Kunst besteht darin, ft. rasweisen und diesem Vorgang den Ab­bergen. ' " mich der diplomatischen Beziehungen lol-

jen lassen. Das Verlangen wurde mit der Jegründung gestellt, das Fortbestehen dK llomatischer Beziehungen zwischen Irland Kohtenklog's KeKersheljtrll nerelfsr Deutschland und Japan anderer- leits gefährde das Leben nordamerikani- kicher Soldaten in Nordirland und Groß-, Bltannien.

j Nachdem de Valera bereits bei der Ent­gegennahme dieser Note durch den Gesand­ten der Vereinigten Staaten in Dublin be- ont hatte, daß „die irische Regierung un- ‘■hüglich das Ersuchen erfüllen kann“, ließ etzt der, unabhängige Staat Eire der nord-

K i imerikanischen Regierung eine schriftliche 6 ll rOlll'lxierung dpr ablehnenden Stellungnahme

i. ..j,, ..Jublins zugehen. In einer sehr stolzen und

loi ging s mif Pimplidi, omiK flWr- , X, , . . .. ., rr . .

c -kk.- . . , . 'on der Rechtmaßigkeit ihres Flandelns

rrunneizer, und dann kan« w.», , , ... «

Helfershelfer kohlen Mu K J«reMningei.en Art Werst die irische Re-

läs S ige,di«,roß.».rill»fc' i t rUng dara “.. hm ’ da “ sle den ait l enkamJ Geschlechts! chen Vorschlägen nicht entgegenkommen

Jetzt sTehf 5 er am leere. g«tel E ! ÖIine ' obne ibre Politische Sendung völlig fest, daß er auch in diesees Wkeci 11 verraten. Die Annahme einer solchen Geschäft gentadit ho,,0.,S,l li! ; llrde ™ ng . 561 der Aufrechterhaltung

getan, denn manch einer u fh Ih bisherigen strikten Neutralität Eires un- und Kohienklau im Stich getane. ; erembar ' El " Nachgeben müsse unbedingt Dach halll Eine Kerle hl .«tk : m erSten SchrItt ZU elnen > Krie 9® be " pimplidi, der viel z« IfliU* , .. . ... ,

wenn ander« schon heii/r.i. hu b | e irische Neutralität verkörpert den schallen. SdimeiCI oudi de. rail . P üen v OU Volk und Parlament. Sie ist die •gische Konsequenz der - irischen Ge- ,u..z.„t,ta Kl 116 und der erzwungenen Teilung des ■Kien Territoriums.. Gerade dieser letzte finweis muß al|, eine sehr drastische Zu­rechtweisung angesehen werden, die ange- Ichts der Schamlosigkeit des alliierten orgehens von rechtlich denkenden Men- >en als wohltuend empfunden werden

ist sich in Dublin natürlich darüber ,ar, daß Roosevelt in diesem Falle ledig- Ich der Wortführer Englands ist, jenes t _^.taates, der den Iren Jahrhunderte lang jtV'r 5 Rec bt auf die Eigengesetzlichkeib ihres OK ( e bens verweigerte, und dessen willkür-

'Erläuterung Bartletts nicht'bedurft, um die britische Urheberschaft an der entwürdi­genden Forderung zu erkennen.

Es ist symptomatisch, daß nach der Ab­lehnung durch de Valera vor allem die englische Presse entgegen ihrer vorherigen Einsilbigkeit jetzt häßvolle Aeußerungen von sich gibt. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird man Irland „in seinem eigenen Saft schmoren" lassen, bemerkt der „'Man­chester Guardian", während andere Blätter die Möglichkeiten amerikanischer Sanktio­nen gegen Eire erörtern. „Es gibt viele Druckmittel, die von den USA. gegen Dublin angewandt werden können", bemerkt ein Kommentator des englischen Nachrichten­dienstes; „Für die Iren war die Verschiffung von Lebensmitteln, vor allem Weizen, stets ein schwieriges Problem".

Wenn Eire so im Brennpunkt der poli­tischen Offensive steht, die von 'den .West- mächten gegen jene Staaten gerichtet wird, die ihre Neutralität durch die Fährnisse des Krieges hindurchzuretten vermochten, so weist dipses Erpressungsmanöver • in An­lage und Planung starke Aehnüchkeiten mit den bereits bekannten Pressionsversuchen gegen Spanien, Argentinien, Finnland und

die Nahoststaaten auf und verfolgt die gleichen Ziele, die durch die Demarchen in Madrid, Buenos Aires und Helsinki an- gestrebt wurden. • Offensichtlich gründen sich alle diese politischen Manöver auf den Forderungen der militärischen Befehlsstel­len der Westmächte an ihre Diplomatie, durch Einbeziehung der' den Festungs­bereich Europas begrenzenden Staaten Lücken , in das Verteidigungsnetz des Kon­tinents zu scjilagen, das man an den poli­tisch offenen, dafür aber militärisch außer­ordentlich gesicherten Stellen durch Ein­satz kriegerischer Mittel nur unter aller­größtem Risiko bezwingen zu können glaubt.

Der türkische Botschafter in London zurückgetreten

dnb. Stockholm, 1). März. Wie Reuter meldet, ist der türkische Botschafter in Großbritannien Orbay zurückgetreten.

Fareil Staatspräsident Argentiniens

dnb. Madrid, 11. März. Einer offiziellen Meldung aus Buenos Aires zufolge hat Ge­neral Edeimiro F ä r e 11 die Präsidentschaft der argentinischen Regierung angetreten.

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Erbittertes Ringen an der südlichen Ostfront

Abwehrschlacht vom unteren Dnjepr bisTarnopol Durchbruch im Norden vereitelt — Terrorangriff auf Rom — U-Boote versenkten 16 Geleitzerstörer

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Hemmstr. Heute • „Gabriele Dam­it über, Siestfriei Marclayn, Ewiln Kliipfer. JugeM- dassen. .

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Uontag! Täglich ihr. Willi Birgel, ktor Staal: „Du i Ein packender ü’ines berühmten |. nicht zugelass. spiele, Breitestr, 18.15: „SyrnRh»; ,s“ mit Hemu verbot. ■— 8“”“' ;enilvorsf.: »A ,IM Kommando ,

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, Ul 8 englische Regierung. hat es deshalb , ., J Saugen, Roosevelt defi vorprellenden ßiWen zu lassen, -dessen WogenSchlag **"***" ...'• ondon mit beipflichtender Erklärung ei« d*“ 1 ,Ml ^r ugt > s > c ii abei im übrigen größte Zurück- ,!«««» an g auferlegt. '„Die Ursache dieser bri- Haltung“, so erklärt der politische we«et # ‘**' l *' 1 | ° miTlen ^ a ' 0 * des --News Chronicle“, Unter- e«i'd | 'i a " Sa ? eordne,;er Vernon Bartlett, in sei- " "' St mebr Klugheit als Feigheit,

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ren ve ranlassen würde, nein zu sagen, samli« wenn die Briten ihnen den Rat geben,

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Das Eichenlaub verliehen

ß- Führerhauptquartier, den - Marz. Der Führer verlieh am 6. März Hchenlaub zum Ritterkreuz des Eiser- ntcuzes an Oberst Hermann-Heinrich

ehrend

llrh n" “' Kommandeur eines norddeut- inrlA» e A Gr<!naclier - Re giments, als 421. Solda- eP? der deutschen Wehrmacht.

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deutschen Wehrmacht.

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. der schon am 15. Juli m Klajor und Bataillonskommandeur

sieneueß ' kdterkreuz des Eisernen Kreuzes nach mocM 111 hau» tlana hme von Tauroggeh erhalten

broueü 1 n - stand Anfang Februar 1944 mft sei-

teef* Anori« e ^ llnent west 'ich der Stadt Luga im mit S' 1 " ViW'■■ ß egen den Feind. In rücksichtslosem "iS?“'“?" zerschlug er an der Spitze. 1 sowie!' G ' ena d>ere einen zäh verteidigten Wonnen « Brückenk opf und hielt die ge- , e . Klellung gegen zahlreiche starke i Boise!« ° ße ' ^ 0n a " en Seiten strömten den / Sch ließ^h ten Verstärkungen^ zu, bis t ment Reh 6lne vo " e Division das Regi- 3ft !r if( read von allen Beiten umfassend Hmtlich^ ahrehd .. g' eicb zeitig Bandenkräfte brache rdck 'T art 'S en Verbindungen un-

W, schlossen"! a 16 ' Tage vom Feind ein S e ‘

\ son, hiei. i? d ®uf Luftversorgung angewie- */ '•nersrhiut , erst Ee hrend mit eiserner Ruhe_ M Hetzen Sr ich stand - Als der Befehl zum 0h erst „ gegeben wurde, schlug sich j,#:* Kämijip a,lr end in zweitägigen erbitterten f, hahme anp m -ij eden K'etez Boden unter Mit* tB wjetisrs r Verw undeten mitten durch den

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' i’ l89 8 als rend wurde am 25. August

llk' gr * in Pp i k e ' nes kaufmännischen Direk- T^e 8s[r eii!f, ber g gehören.-1915 trat er als j 1 * Rostock 1 ’- ger in das Füsilier-Regt. 90 t w ,j tr aus.Hpr m 11 !' Nach dem Kriege schied j §" 5!c Mru n5 .k jUzmacht aus und wurde Ver-

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i|“' Kfieoipf, ? Pirb *V<»hr ein und war 1939 ^mar-Hp— ' ibrilc h Major und Bataillons- cirmm Bremer Grena-

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dnb. Aus dem Führerhauptquar­tier, 11. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Vom unteren Dnjepr bis in den Raum von Tarnopol tobt die erbitterte Abwehrschlacht in den bisherigen Brennpunkten. Südwest­lich Ktiwol Rog, im Kampfgebiet *vpn Kiro- wograd ’ und’ südwestlich Swenfgorodka konnten die Bolschewisten trotz zähen Wi­derstandes unserer Truppen 1 weiteres Ge­lände gewinnen. Im Raum zwischen Pogre- bischtsche und Tarnopol kam es im Angriff und Abwehr zu schweren wechselvollen Kämpfen. In die Stadt Tarnopol vorüber­gehend eingedrungener Feind wurde im Ge­genangriff wieder herausgeworfen.

Im mittleren Frontabschnitt herrschte auch gestern nur örtliche Kampftätigkeit.

Im Norden der Ostfront griffen die Bol­schewisten nordwestlich Newel, im Raum von Ostrow, bei Pleskau und bei Narwa mit starken, von Panzern unterstützten Kräften an. Ihre Durchbruchsversuche scheiterten am hartnäckigen Widerstand der Truppen des Heeres, der Waffen-ii sowie lettischer und estnischer ii - Freiwilligenverbände. Oertliche Einbrüche wurden in sofortigen Gegenstößen ber4inigt oder abgeriegelt. Der Feind verlor 101 Panzer. In diesen Kämpfen haben sich die 6. Kompanie des Grenadier- Regiments 273 unter Führung von Haupt­mann Claus und die 1. Kompanie des Gre­nadier-Regiments 272 unter Führung von Leutnant Kaie p k y besonders ausgezeich­net.

Im Landekopf von Netfuno wurde ein v,on Panzern unterstützter feindlicher Vor­stoß südlich Aprilia abgewiesen. Im übri­gen verlief der Tag an den italienischen Fronten bei lebhafter beiderseitiger Späh- und Stoßtrupptätigkeit ohne besondere Er­eignisse. Fernkampfbatterien hielten die Ausladungen des Gegners im Hälengebiet von Neltuno dauernd unter Feuer, beschä­digten einen Transporter und zwangen mehrere Schiffe zum Auslaufen. Italienische Torpedoflugzeuge griffen Schiffsziele vor Anzio an und beschädigten einen feind­lichein Transporter von 7000 BRT. schwer.

Nordamerikanische Bomber führten in den Mittagsstunden des 10. März erneut einen Terrorangriff gegen das Stadtgebiet von Rom. In mehreren Stadtteilen entstanden schwere Schäden. Sechs feindliche Flug­zeuge wurden vernichtet.

Ein Sicherungsfahrzeug der Kriegsmarine beschädigte in der Aegäis zwischen den Inseln Simi und Rhodos zwei britische Schnellboote, die nach dreimaligen erfolg­losen Angriffen gegen das deutsche Fahr­zeug in türkische Gewässer flüchteten.

Britische Störflugzeuge warfen ip der ver­gangenen Nacht Bomben auf Orte im rhei­nisch-westfälischen Industriegebiet.

Unsere Unterseeboote versenkten in har­ten Kämpfen gegen feindliche Geieitsiche- rungen und Unterseeboot-Jagdgruppen im Nordmeer, im Atlantik und im Mittelmeer 16 Geleitzersförer und schossen außerdem drei Bomber ab.

t Zeichnung ^-Kriegsberichter Prof, Petersen

„Der Helden zu gedenken, hat zu allen Zeiten mir der das Recht, wer sich vor ihnen nicht zu schämen braucht . . . Damit verneigen wir uns wieder in Ehrfurcht vor den toten Kameraden, vor den um sie trauern­den Angehörigen, vor den hingemordeten Männern, Frauen und Kin­dern in unserer Heimat und all den Opfern unserer Verbündeten."

Der Führer am Heldengedenktag 1943

die Jahne hotk!

, Von Kurt G. Stolzenberg

Es war vor fünfzehn Jahren in einer großen deutschen Stadt. Da marschierten durch den Sonntagmorgen in einem langen dunklen Zuge vor dem Ehrenmal für die Gefallenen des Weltkrieges die Männer der Krieger- und Militärvereine auf. Ein alter preußischer General, dessen Poun.le merite am spiegellosen Kragen leise glänzte, mahnte in Würdigen Worten, die gefallenen

Luftkämpfe nach dem Vorbild der Seeschlachten

Angriffs - und Wirkungsweise der deutschen Jagdwaffe — Was bedeuten 261 abgeschossene Feindflugzeuge?

- Drahtbericht unserer-- Berliner Schriftleiturig.

b. Berlin, 11. März. Die Terrorangriffe der vergangenen Woche gegen Berlin kosteten die nordamerikanische Luftwaffe 261 Flugzeuge (ungerechnet die Notlan­dungen in -Schweden), in der Mehrzahl vier­motorige Bomber. Die rein materialmäßige Bedeutung dieser Einbuße wird durch eine Erklärung' des LJSA‘. -Rüstungsministers .Nel­son deutlich', nach der 100 -Arbeiter ein Jahr lang tätig sein müssen, um den Ver­lust von allein 60 Bombern zu ersetzen.

Die Schwankungen in der Wetterlage der letzten Tage, in der die amerikanischen Bomber bei strahlend blauem Himmel und über dichten Wolkendecken über dem Reichsgebiet operierten, vermitteln wich­tige Erkenntnisse in der Beurteilung der nach beiden Seiten gesteckten Grenzen einer wirkungsvollen Möglichkeit der Luft­verteidigung des Reiches. D>e Vorstöße der amerikanischen Verbände am Montag und Mittwoch gegen das Reichsgebiet . wurden bei Wttterungsverhältnissen unterijyjmmen, die für die Entfaltung der deutschen Ver­teidigungsmittel günstig waren während der Donnerstagangriff mit einem Höghstmaty naturgegebener Beschränkung für die Ab­wehr verbunden war. Die über dem nörd­lichen Reichsgebiet und dem westeuropäi­schen. Raum lagernde Schlechtwetterzone hatte die englische Insel noch nicht er­reicht Die amerikanischen Verbände Tanden also qute Stail- und Landeberlingungen in England Vor. während Wolken schichten un­ter 70 bis 100 Metern

über dem Reichs­

gebiet den Einsatz von Jagern und Zersto-

lern unmöglich machten. Ihr Start aus Pre­stigegründen wäre gleichbedeutend mit einem Verlust von 50 bis 75 Pr ° z ®" 1 ® ig _ ner Jäger gewesen, die scb ' ,n , bel ™ ^, ta * und beim Durchziehen durch die Wolken

ab Dfe St d r eutsrte en Luftve r teidigung hätte also lediglich Verluste, aber keine Er f°'9 e zu verzeichnen gehabt. Die Bekämpfung de Fefndbomher - nach einer Au«w«to» der Schlechtwetterfront nach Englan

Gegner in gleicher Weise in seiner Abwehr gehandicapt gewesen — mußte also am Donnerstag allein der Flakartilerie überr lassen bleiben, deren neuartige Verteidi- gungsverfaKren die Zerstreuung der feind­lichen' Verlrände über dem Zielgebiet und die Verhinderung deS konzentrierten Bom­benabwurfs trotz der auch sie behindernden Witterungsverhältnisse ermöglichten. Die Zahl der abgeschossenen Feindmaschinen aber mußte naturgemäß unter den an den Vortagen erlebten -Höhen bleiben.

Diese vorhergehenden Angriffs- und Kampftage boten geradezu ideale Möglich­keiten zu einer massierten Bekämpfung des Gegners. Die Funkmeßgeräte hatten den Feind, der' sich etwa ein bis eineinhalb Stunden über der englischen Insel gesam­melt hatte, rechtzeitig wahrgenommen, seine Stärke, Flughöhe und Anflugrichtung festgestellt und das mutmaßliche Ziel des Gegners errechnen lassen.

Die Bomber flogen gestuft in Höhen von 6500 bis 7500 Meter, von starkem Jagd­schutz umgeben, der diesen Bomberstrom, soweit es die Kraftstoffmencfe zuläßt, beglei­tete. Die einzelnen feindlichen Jagdwellen löten sich ab, so daß der Bomberstrom stän­dig von allen Seiten von Jägern umgeben war.

Die deutsche Führung bevorzugt es, die eigenen Verteidigungskräfte, Jagdflugzeuge und Zerstörerverbände, in möglichst starker Zahl an einem Punkte zu versammeln, um so geschlossen gegen den Feindverband ge­führt zu werden, in einem gewaltigen An­griff den Bomberstrom auseinanderzuschla­gen, ihn in einige einzelne Pulks aufzutei­len und diese am gezielten Bombenwurf zu verhindern. Die Versammlung unserer Jagd­luftwaffe beginnt bereits über Holland und setzt dich an verschiedenen Punkten im Reichsgebiet fort Besonders beachtet wer­den muß dabei, daß der feindliche Jagd­schutz nicht in die Versammlung der deut­schen Jagdwaffe hineinkormht. -und damit diese erheblich stört; denn dann ist der Verband noch nicht „in Ruhe". Die. einzel­

nen Jagdgruppen und Geschwader fliegen dann zum Versammlungspunkt, sie müssen sich erst formieren, und ihre ganze Auf­merksamkeit ist mehr oder weniger auf die Versammlung konzentriert. Einzelne deut­sche Jagdverbände werden abg?teilt, um den Luftraum zu beobachten. Andere Teile werden wieder abgesetzt, um gegen den feindlichen Jagdschutz zu'kämpfen.

Der Feindverband wird am besten dicht vor dem Ziel kurz vor dem Bombenwurf ge­packt, um ihm die Ruhe zum Zielen zu nehmen. Wie sieht. nun die Durchführung eines solchen Angriffes aus? Vorn im.Ge­fechtsverband fliegen die Zerstörer, die zweimotorigen stark bewaffneten Flugzeuge, Der Angriff wird so angesetzt, daß mit der Masse des Verbandes direkt von vorn in den Feindverband hineingestoßen wird, ohne sich um die feindlichen Jäger zu kümmern. Dieser Angriff von vorn hat die beste Wir­kung; denn der Schutz des Bombers nach vorn ist wesentlich geringer als nach hinten, pie Motoren sind nach vorn nicht gepan­zert, der Führersitz liegt offen vor dem An- gieifer, die Tanks sind nach vorn nicht gut geschützt. Dazu kommt die moralische Wir­kung: der feindliche Flugzeugführer sieht die Zerstörer und Jägef genau auf sich zu­rasen. Er sieht die Bordwaffeneinschläge, sieht links und rechts die Kauneraden aus­einanderfallen.

Wenn der Angriff . richtig sitzt und gut durchgeführt wird, piatzt ein solcher Bomber­verband auseinander und löst sich in kleine Gruppen auf. Damit ist schon viel erreicht Qie Wirkung des Bombenwurfs lauter klei­ner Pulks ist natürlich nicht so groß wie der Wurf eines geschlossenen Verbandes.

Nach dem Angriff kommt natürlich ir­gendwann der Zeitpunkt, wo die Jäger und Zerstörer sich absetzen müssen, um zu lan­den, weil der Brennstoff zu Ende ist. Sie fliegen nun nach einem Flugplatz, der mit Munition und -Brennstoff bevorratet ist, machen sich wieder fertig, sammeln sich neu und suchen den Gegner auf dem Rück­flug wieder zu fassen.

Helden nicht zu vergessen. Die schwarz­weißroten Fahnen mit den alten Adlern und Kronen--senkten sich, und. diö Vorsitzenden begaben sich mit Eichenkränzen nach vorn. Dann marschierten die Vereine zurück in das Stadtinnere, und man merkte an den scharfen Rhythmen der im schwarzen Rock und Hut voranmarschierenden Musikkapelle, daß es- ein verkleidetes Musikkorps der Reichswehr war. Die alten Soldaten aber waren es zufrieden und genossen es, im Gleichschritt unter den Klängen allen be­kannter Weisen, die einmal Parademarsch untergegangener Infanterie-Regimenter wa­ren, einherrückett zu dürfen. Ais sie gerade an einem rotbäckigen Schupoposten vorbei­gezogen waren, der gleichgültig mit ge­grätschten Beinen und die Hände nach den Seiten haltend die Kreuzung freihielt, fohlte es aus einer Seitepstraße. Lachend zeigten Leute in grünlichen Windjacken mit den Fingern auf den Zug. Sie protestierten ge­gen die Fahnen, und sie verhöhnten die von den Marschierenden angelegten Orden. Der alte General an der Spitze sah mit har­tem Gesicht geradeaus; cjie eben noch im Sonnenstrahl funkelnde lange Spitze seines Helmes tauchte in den Schatten eines gro­ßen jüdischen Geschäftshauses. Die Spek- takelmacher sandten zwei Mann zu einem sie freundlich begrüßenden Polize.ioffizier. Sip deuteten auf die Musik, und der Poli­zist trat an die KaDelle heran. Der vor- SDringende zweite Vorsitzende der Ver­einigung Wurde ersucht, den Marsch zu be­enden oder ohne Musik weiterzumarsrhie- ren. So rückten sie denn stumm zu ihrem Appellplatz und gingen dort ’niedergesrbmet- t.ert' auseinander, Weil sich „Andersden­kende" durch einen Umzug mit „nicht ver- fassunggemäßen Farben" verletzt fühlten. Währenddessen drängten sich junge Män­ner mit blauen Schirmmützen, deren Riemen über dem Mützenschirm in der Mitte ge­teilt war, durch die triumnhierenden Stö­renfriede, forderten sie und einige dunkle Altstadtnpstalten unhöflich auf, jetzt splber einmal Platz zu machen und znoen nach Austeiiuncr einiger Jagdhiehe im Chore pfoi- f end weiter. Am nächsten Moroen.lasen die Bürger in der Zeitung, daß selbst an diesem Taue die Radikalen heirler Seiten nicht hät­ten Ruhe halten können.

*

Ich mußte damals an einen anderen Zwi­schenfall denken. Der lag weit zurück. Eine lange Kolonne Soldaten in verwetterten Blusen kehrte aus dem Kriege zurück, An der Spitze ritt ein General in weißem Haar. Als sie am Rathaus meiner Vaterstadt vor- heikamen und die rote Fahne des Arbei­ter- und Soldatenrales da heraushängen sehen, drehte sich der alte Offizier im Sat­tel schweigend um, und ein, Vizefeldwebet