Ausgabe 
(5.3.1944) 64
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Trabibcricht »nlercr Berliner Schriftleitiina V zck, Berlin, 4. März. Stalin hat durch leinen Botschafter in Washington, den Wen Litwinow-Finkelstein, von den West- mächten gesordcrt, dah ihm der Rest der im i-amcritaiiischcn Besitz befindlichen Teile der italienischen Kriegsflotte ausgeliefert «erde. Wie Reuter aus Washington meldet, bat Präsident Roosevelt am Freitag bekannt- ae-tdcn, datz etwa ein Drittel der italieni­schen Flotte an die Sowjetunion übergeben »erde. Ein Teil der Schiffe werde italieni­sche Besatzung erhalten. Roosevelt bestätigte, da« die Forderung Stalins durch den Sowjet- Lotichaster in Washington gestellt worden sei.

x§ ist offenkundig, datz über die Vertei­lung der italienischen Verräterflotte in Tehe- M. obgleich der Badoglio-Verrat schon voll­enden Lanachc war, mit keinem Wort ge­sprochen worden ist. Roosevelt betonte am Freilag ausdrücklich, daß Stalin es war, der die Frage der italienischen Flotte durch sei­ne» Botschafter in Washington habe auswer­ft» lassen. Die Forderung Stalins wird den Amerikanern und erst recht den Engländern stark aus die Nerven fallen. Wenn England sich auch hier dem Willen der Bolschewisten «nierwirft — und daran kann kein Zweifell sei» — so bedeutet das den beginnenden Zer­fall der britischen Mittelmeerstellung zugun­sten der Sowjets.

Man braucht nur an die /italienisch-eng­lische Spannung im Mittelmeer vor Kriegs­ausbruch zu erinnern, um zu erkennen, wel­ches Gewicht der britische Imperialismus aus die Beherrschung des Seeweges über Gibral­tar. Malta. Cppern. Suez und Aden nach ündiei, stets gelegt hat. Sobald sowjetische .tzriegs-chifte im Mittelmeer erscheinen kön- m. ist der Grundstein für eine Entwicklung gelegt, mit der die Engländer, als sie sich joden Krieg stürzten, niemals gerechnet ha­ft». Daran würde sich auch nichts ändern. m»n die Sowjets zunächst die italienischen Knegsichi-fe, die sie fordern, im Nordmeer «menden und die italienischen Matrosen fttthin verschleppen würden.

Für zuverlässig halten die Alliierten die Jadoglio-Matrosen natürlich ohnehin nicht. «M daher Roosevelt weiter mitteilte, dasi eiche der Schiffe mit italienischen oder out alliierten Besatzungen bemannt werden mlen, so deutet das darauf hin. daß die So- Ms im Mittelmeer und vor Algier mit schiften erscheinen, möchten, deren Vesatzun-

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Licdsnlüud vsrUeksn

dnb. »l » s dein F ü h r e r h a u p t q u a r - -n ! ^ Der Führer verlieh am

^ März das Eichenlaub zum Ritterkreuz des esternen Kreuzes an General der Infanterie Medrich Micth, Kommandierender Kene- m eines Armeekorps, als 4ÜS. Soldaten der mischen Wehrmacht.

Usus kilterkrsursrLysr

dob. Fiihrerhauptquartier, 4. März. Der Mrcr verlieh das Ritterkreuz des Eisernen ^iuzes an Generalmajor Ernst Anton von Kommandeur einer Jnfanterie- .otzwnf Oberst Georg Haus, Komman- Ercnadier-Regimeuts.- Oberst- ^iuch von Tau st ein, Komman- Grenadier-Regiments; Major ? ochentin, Vataillons-Kom- einem Grenadier-Regiment; krich Schneider, Führer ch..?e"ö».-EingreisgruPp°. bE «"^"lzträger Hauptmann d. R. Ru- °»r f. Kompaniechef in einem M^.ch^alaillon. ist bei den harten Ab- "" Osten im Januar 1944 ge-

^smsr KitlerkrsuÄrägsr geksllsn

gen entsprechend bolschewistisch gedrillt sind. Roosevelt hat noch versucht, sich zu drehen und zu winden. Er erklärte, dag die anglo- amerikanischen Mächte im Kampf gegen Deutschland und Japan von der verfügbaren Tonnagfe in besonderer Weise abhängig seien. Aber, so sagte er schließlich, man sei „darum bemüht, zu einem Entschluß zu kommen, wie­viele dieser Schiffe oder ihr Aequivalent der bolschewistischen Marine zu überlasten seien."

Der Trost wird schließlich niemanden über­zeugen. daß man jetzt noch keine endgültige Entscheidung herbeiführen werde, sondern damit bis nach dem Kriege warten wolle. Klaubt Churchill im Ernst, daß Stalin et­was, was er in seinen Händen hat, freiwillig auf gutes Zureden Roosevelts und Churchills später wieder herausgeben würde? Stalin wird gegenüber Churchill und Roosevelt als Diktator auftreten, und jede seiner - Forde­rungen wird ohne ein Zeichen ernsthaften Widerstandes mit devotester Verbeugung an­genommen werden. Natürlich soll noch der

Eindruck erhalten bleiben, als ob man die Sowjets in weiteren Verhandlungen zu einer „Beschränkung ihrer Forderungen" und zur Anerkennung der englischen und amerikani­schen Bedürfnisse veranlassen könnte. Das ist natürlich Unsinn.

LilipörunA in Italien

Mit großer Empörung verzeichnet die ita­lienische Presse die Meldung von der bevor­stehenden llebergabe eines Teiles der nach dem Verrat von Vadoglio zu den Engländern übergegangenen italienischen Kriegsschiffe an die Sowjetunion. Die Blätter erklären, daß dieser Plan Roosevelts im ganzen italieni­schen Volk größte Entrüstung hervorgerufen habe. „Die modernsten und am besten aus­gerüsteten Kriegsschiffe, der italienischen Flotte sollen jetzt", so schreibt „Regime Fascista", „im Dienst« der Juden für den Kampf gegen die europäische Kultur und für den Triumpk des Weltbolschewi'smus ein­gesetzt werden. Viktor Emanuel und Badoglio

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Trnhtbericbt unseres Vertreters

>'ch Bichy, 4. März. Das Schicksal der in gaullistischen Händen befindlichen französi­schen Handelsflotte ist jetzt in Algier durch einen Vertrag zwischen den Alliierten und dem „Vefreiungskomitee" endaültig besie­gelt worden. Nach dem Waffenstillstand war den Engländern bereits ein beträchtlicher Teil der französischen Handelsflotte zuge­fallen. nämlich alle jenen Schiffe, die sich in englischen Häfen oder in den Häfen der engli­schen Besitzungen befanden und die von den Engländern kurzerhand beschlagnahmt wur­den. Ein weiterer Teil wurde, wie auch der französische Passagierdampfer „Normandie", in den USA.-Häfen blockiert und nach Aus­bruch des Roosevelt-Krieges der amerikani­schen Flotte einverleibt.

Nach dem neuen „Vertrag" wird nun auch der restliche französische - Handelsschisfsraum, der sich in Nordafrika und in den de Gaulle zugefallenen französischen Besitzungen be­findet, den Alliierten zur Verfügung gestellt. Die Anqlo-Amerikaner werden berechtigt, diese Schiffe je nach Bedarf für ihre eigenen Zwecke zu beschlagnabmen. de Gaulle hat da­mit wieder einen Rest französischen natio­nalen Eigentums an seine Auftraggeber ver­schachert.

Zerstörer vor Lnrio gesunken

dnb. Berlin, 4. März. Deutsche Aufklärer überflogen am Freitag das Angriffsziel un­serer Kampfsliegerverbände vom Donnerstag im Seegebict von Anzio. Sie stellten fest,

daß einer der von unseren Kampffliegern beschädigten feindlichen Zerstörer gesunken ist. Die Beschädigungen des 7900 BRT. gro­ßen Handelsschiffes sind so schwer, daß mit seinem Totalverlust zu rechnen ist. In der Nacht zum Freitag bombardierten unsere Kampfflugzeuge erneut die Hafenanlagen sowie Treibstoff- und Munitionslager im Landekopf Nettuno, wobei sich rasch aus­dehnende Flächenbräude entwickelten. Zahl­reiche dicht aufeinanderfolgende Detonatio­nen geben die Gewißheit, daß feindliche Bomben- und Munitionslager in die Luft geflogen sind.

finden nun den Lohn für ihren schmachvollen Verrat. Der Beschluß beweist von neuem, daß die Vereinigten Staaten und Engtanö sich heute jedem Wunsche Stalins zu beugen haben, und daß er der wahre Beherrscher dieses Bündnisses ist".

IlederrasctiunA in cier Lciivveir

Die beabsichtigte Auslieferung eines Teiles her italienischen Flotte an die Sowjetunion hat in internationalen und neutralen Beob­achterkreisen B^rns sehr überrascht, berichtet „La Suisse". Gerade von neutraler Seite höre man übereinstimmend die Meinung, daß Stalin „immer größer« Gelüste" zeige und. wie der Fall der italienischen. Flotte bewefte. weder Washington noch London'irgend etwas zu verweigern wagten.

Vsskington krickt mit Argentinien

dnb. Stockholm, 4. März. Reuter meldet aus Washington, daß dort amtlich der Ab­bruch der Beziehungen der USA. zu Argen­tinien bekanntgegeben worden ist. Der stell­vertretende Staatssekretär Stettinius er­klärte auf der Pressekonferenz, daß der USA.- Botschafter in Argentinien instruiert wor­den sei, die offiziellen diplomatischen Be- zehungen mit dem neuen Regime in Buenos Äires nicht fortzusetzen.

Die Welt ist damit um ein Schulbeispiel der anglo-ameriknnischen Erpressermethoden gegenüber den kleinen Staaten reicher. So sieht also das von Roosevelt und seinen Kumpanen vielaepricsene ..Selbstbestim­mungsrecht" der Völker in Wirklichkeit aus Washington hat den amerikanischen Ländern nicht bester zu verstehen geben können, was es unter „guter Nachbarschaft" versteht, näm­lich .jüdisch-imperialistische Beherrschung und Ausbeutung.

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Drahtbericht unseres Vertreters rk. Stockholm, 4. März. „Sagen Sie mir, welche Abkommen wir nach dem Kriege über die Petroleumquellen der Welt treffen werden, und ich werde Ihnen sagen, wie lange der Friede dauern wird". Mit dieser zynischen Feststellung leitet der nordamcri- kanifche Innenminister und Oeldiktator einen Artikel der nordamerikanischen Zeitschrift „American Magazin" ein.

Der Zugang zum Oel, so schreibt Jckes weiter, werde das wichtigste und schwierigste Nachkriegsproblcm sein. Wenn Amerika seinen auf dem Gasolin aufgebauten Stan­dard behaupten wolle, dann müsse es dahin gehen, wo Oel zu haben sei. Eine Reserve

für mindestens 2V Jahre müsse für künftige Kriegsfälle jederzeit zur Verfügung stehen, und zwar nicht nur auf dem Festlands.

Die USA. Hütten insofern Glück gehabt als Fachleute der Standard Oil von Kali­fornien in Saudi-Arabien „das gewaltigste Oelfeld der Welt" entdeckten und sich die Konzession zur Ausbeutung sicherten. „Die Engländer", so stellt Jckes schadenfroh fest, „hatten das Pech, das Oel nicht zu finden. Unsere Leute hatten die besseren Augen." Die USA. die 9ö v. H. des von den Ver­einigten Nationen verbrauchten Gasolin lieferten, so schließt der USA.-Minister, Hütten jetzt das gute Recht, sich für die reichen Oelquellen-der Welt zu interessieren

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/-/öiisn ksi Xpr///o unc/ Osksrno skvirsrt — 26 amsn'kam'sclis Isskor//ugrsugs obgsLckosrsn dnb. Aus dem Führerhauptquar-I Truppen ihre Stellungen gegen die wieder-

4. März. Oberleutnant Hans ^0. September 1912 in Wil- iftborcn ^Sohn eines Kaufmannes

tier, 4. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Kampf- und Schlachtslieger versenkten in der Straße von Kertsch zwei beladen« feind­liche Fähren und beschädigten einige an­dere. Angriffe auf die Ausladestellen des sowjetischen Landekopfes verursachten starke Brände.

Im Raum von Kriwoi Rog scheiterten zahlreiche starke Angriffe der Sowjets. In einer Einbruchsstelle südlich der Stadt wird noch gekämpft.

Schlachtsliegerverbände griffen wiederholt sowjetische Truppenansammlungen im Raum von Schcpetowka mit guter Wirkung an. Im gleichen Gebiet und südlich der Pripjet- sümpfe wurden bei lebhafter örtlicher Kampf- tätigkeit feindliche Ausklärungsvorstöße ab­gewiesen. Zwischen Beresina und Dnjepr und nördlich Noqatschew brachen wiederholte Angrisse der Bolschewisten unter hohen Ver­lusten für den Feind zusammen.

Südöstlich Witebsk behaupteten unsere

hoit mit Panzern Und Schlachtsliegerunter- stiitzung angreifenden Sowjets, bereinigten einige Einbrüche und schössen 14 feindliche Panzer ab.

Nordwestlich Newel und südöstlich Pleskau ließ die Wucht der feindlichen Angriffe nach. Dagegen setzten die Sowjets ihre hart­näckigen Durchbruchsversuche an der Narwa sort. Mehrere Einbrüche wurden durch Ge­genangriffe bereinigt oder eingeengt.

Der Angriff eines schwächeren Verbandes sowjetischer Torpedoflugzeuge gegen ein deut­sches Geleit an der nordnorwegifchen Küste blieb erfolglos. Jagdflugzeuge des Geleit­schutzes schössen drei, Bordflak zwei feindliche Flugzeuge ab.

Im Landekopf von Nettuno wurden süd­westlich Aprilia und südwestlich Cisterna durch eigene Stoßtrupps einige Höhen genommen. Feindliche Kegenangrisse gegen die neu ge­wonnenen Linien wurden in heftigen Kämp­fen abgewiesen. Bon der Siidsront wird nur beiderseitige Späh- und Stoßtrupptätigkeit gemeldet.

F^ruar im Osten den Hel- !>»» Er hatte als Leutnant in

Ab«>-!,?,°"^.-Küstenartillcrie-Abtlg. bei den »il Wdlich Leningrad im Fcbr.

°0^?istc,i, die durch die vorderste !»>i eingesickert waren, mit weni-

ft» ^ Uferen im Gegenstoß zurückgewor-

fallen Ritterkreuz- Vs,L 0 ,gung c/er ^it^n ^ c,/«5S5 neu gsrsys/t

" ^ >-"d in Bremen ansässig.

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^ttft»n!l7"?°uptqu-rtier. März. 2 n ""knetdm^/brer Leistung wurden Waffen- N Wolf und Oberfunk- »k!» .H o l A E 21. Februar 1944

Ritterkreuz des Kriegs- ikiimet, >"it Schwerlern, ausge-

t>at unter ichwieriq- '9 unermüdlicher Arbeit stets Scmndm,^ um die waiicnmößiqe ^Nusiihr,, „ ^ leine? Grenadicr-RegimentS r ^ >ick M erbolteu. Darüber hinaus

„ ^ selbständig« Erfindungen und

° ^ D.-as'en und Gerät Verdienste

^b-ck ist Führer der Nach-

Starke Verbände nordamcrikanischer Ter­rorflieger griffen gestern das Stadtgebiet von Rom an. Der militärische Schaden ist gering. Es entstanden Verluste unter der Zivilbevölkerung. Bei diesen Angriffen wur­den durch Jäger und Flakartillerie 15 feind­liche Flugzeuge abgeschossen.

Nordamerikanische Bomberverbände dran­gen in den Mittagsstunden des gestrigen Tages - unter starkem Jagdschutz bei dichter Bewölkung in das norddeutsche Küstengebiet ein. Durch weit verstreute Bombenwürfe ent­standen Schäden in den Wohngebieten einiger Orte und in Landgemeinden. Luftvertcidi- gungskräfte der Luftwaffe und der Kriegs­marine vernichteten 21 feindliche Flugzeuge. Feindliche Störslugzenge warfen in der ver­gangenen Nacht Bomben in West- und Nord­deutschland.

Der Krieg ist in erster Linie ein politisches Ereignis, Ei kann in einem Stadium, das ein militärisches Geschehen großen Formates nicht ausweist, doch dramatisch werden. Die gegenwärtige Epoche ist eine der sensationell­sten der neueren Geschichte und darum auch von entscheidender Bedeutung. Sie ist gekenn­zeichnet durch einen klaren Sieg deutscher Kriegs moral über die der Briten. Nicht nur. was die Haltung der Menschen hier und drüben angeht. Mehr. Bedeutungsvolleres ist geschehen. Das. was die ganze britische Welt unter Moral versteht, hat kapitulieren müssen. In der abgelaufenen Woche ist über Britannien der Himmel eingestürzt! Britannien hat wie die Schabbesjuden am Versöhnungsiage im Kol- nidre bekannt und eingestanden: Alle meine Schwüre und Versprechungen sind keine Schwüre und Versprechungen!

Was ist vorgegangen? Die Briten haben in ihrer Presse, wie wir alle lasen, zuge­geben. daß ihr Patent-Erlösungs-Programm, die sogenannte Atlantik-Charta, mit Rück­sicht auf Stalin aus dem Buchhandel zurück­gezogen wurde. „.Die britische Regierung ist vom Idealismus zum Zynismus übergegan­gen". meinte ein Londoner Blatt bedrückt.

Wenn einer die Briten kennt, ist es der Bremer. Daß die ohnedies von uns nicht ernst genommene Charter über Bord ging, ist für Leute, die einmal Bescheid wissen mit den Gentlemen drüben auf der Insel und zweitens nüchtern und kühl denken, kein Wunder. Die große Sache dabei ist. daß der englische „comt". die in allen Lebensüuße- rungcn — ob Leitartikel. Wohltätigkeitsvcr- anstaltung. Tischgeipräch — hochmoralischs Weltbetrachtung öffentlich Konkurs an­gesagt hat. Das ist noch nicht dagewesen. Seit hundert Jahren wußte zwar jedermann, daß der britische Missionar den armen Anden so lieblich „Jesus" zuslötete. damit die Na­turkinder sittsame Schürzen anlegten und dem britischen Kattunfabrikanten seine christlichen Schillinge zu verdienen gäben. Es ging nicht nur um schwarze Heiden; die Apostel der Baumwollbörse gingen hin zu allen Böl­lern, ob in Indien oder Skandinavien, auf dem Balkan oder in Mitteleuropa . . . All­mählich erhob sich ein großes Volksqcmur- mel. doch die frommen Engländer bestritten empört, an Kattun zu denken. Im Jahre 1944 haben sie es nun endlich ausgegeben. Es war aber doch immer Kattun! Das ist allerhand.

Wer mit Briten zusammenkam, fragte sich oft; ist das nun Heuchelei oder glauben sie selber daran? Es wollte uns nicht in deei Kopf. wie Leute, die sich beim Tcnnismatch oder auf der Regatta oder beim Geschäft als manchmal recht mett und ordentlich zeigten, ungenießbar wurden, wenn die Rede aus die geheiligten Anschauungen John Bulls von Moral und Sittlichkeit im wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Leben kam. Wir armen Nachfahren, der sinsteren Bai­baren Kant, Fichte, Nietzsche. Schopenhauer usw. usw. erkannten immer wieder betrübt, wie weit wir vom echten Oontlemon und von wirklicher ksirnsss entfernt waren. Wir be­gehrten manchmal auf wider die „Heuchelei" des Herrn Vetters — — und bekamen in aller Welt Unrecht. Britische Militärs. Be­amte. Kaufleute. Priester verletzten in haar­sträubendster Weise die einfachsten mensch­lichen Gebote; niemand außer uns. und ge­legentlich auch den Franzosen, fand etwas dabei. Wenn aber die Briten dann schleunigst den Spieß herumdrehend erfundene Scheuß­lichkeiten des Landes eines Goethe, Mozart, Bach, dem Erdball bekannt gaben, war dieser furchtbar entrüstet, und alles zeigte einig mit mehr oder minder schmutzigem Finger­nagel auf uns. Was wir dabei als Heuchelei bewundernswert gerissener Angeklagten empfanden, betraf in Wirklichkeit nicht ein ethisches Problem, sondern eines, das den Psychiater anging. Denn diese Briten heu­chelten gar nicht, sondern waren davon sel­ber überzeugt, und da die Ucbcrzeugungs- kraft des mächtigsten Volkes der Welt nun einmal unwiderstehlich ist, setzte sie sich stets durch. Nein. diese Vastardgermancn. die all­mählich zum maßgebenden Händlcrvolk wur­den. waren an dem seelischen Zwiespalt ihres Werdens unheilbar krank geworden.

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1- « 1 -:,,!^ >vurden. desto mehr bewährten

'»"!»g?!,»b<> und Verantwort«ngs- 0 w es ihm. die Nnchricki-

dwucht>7 Regiments stets in vollem

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^0 zu erholten.

dnb. Berlin, 4. März. Im Venolg des Er­lasses des Führers vom 11. Oktober "^3 >st die Versorgung der Kriegereltern am 1. De- zember 1943 von den Dienststellen des Ober­kommandos der Wehrmacht au; die Verjor- gungsämter des Reichsarbett-m-n-ster-ums übergeleitet worden. Nunmehr :st vom 1. Fe­bruar i944 ab auch die Veporgung der Wit­wen und Waisen dieses Krieges aus die Ver- iorgungsämter übergegangen. Dabei hat der Reichsarbeitsmimstcr gewisse Vorschr,ten aus dem Gebiet der Witwen- und Wauenver- ?7aung in sortschrittlicher Entwicklung um­gestaltet So sind die einschlägigen Bestim­mungen des Einiatz-Wehrmachtfursorge. und V^orgung-gÄe- und des Wehrmachtn.r- some- ^ und 'Veriorgungsgosctzes vercmhelt- iLt Ferner ist bei der Neuregelung der Wchristen den besonderen Bedungen « Netkmun-a Heiraten worden. Uuch wur

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von Gefallenen oder sonst im Wehrdienst Verstorbenen wird wie bisher ohne Antrag durchgeführt. Bereits bewilligte Versor- aungsbezllge werden durch die Versorgungs- amter weiter gezahlt, so daß es keiner er­neuten Antragstellung bedarf. Hiernach sind sür die Versorgung der Witwen, Waisen und Eltern,' die für den Wohnort der Anspruchs- bercchtigten in Frage kommenden Versor- gungsämter zuständig, soweit nicht der Ver­storbene Berufssoldat war. Für die Hinter­bliebenen von Berufssoldaten der neuen Wehrmacht bleiben die Wehrmachtfiiriorge- und Versorgungsämter weiterhin zuständig.

Wogen der Fürsorge und, Versorgung der Beschädigten, die mit dem 1. April 1944 aus die Vcrsorgungsämter übergeht, wird zu ge­gebener Zeit Mitteilung folgen. Den an- spruchsberechtigten Hinterbliebenen stehen die Aemter für Kriegsopfer der NSDAP. sowie die Betreuungsabtcilungen der NS- KOV. jederzeit- mit Rat und Tat hilfreich zur Seite.

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suk einer „Strske" iin Osten viecker IR-Suln. llliexrder. SciUexel