Ausgabe 
(12.2.1944) 42
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Erschein t 7mal wöchentlich

Monal»d-jli, 2,8« RM «Inlchl -juftellg-SLHr; t Postbezugsprei» monatlich 2,M SiM iolnlchl, M.I Rpf. P-ltzeitungsgtbilhl) ,uzL«I. <2 R»f. B-sl-llgeldl Postichecki Sambarg 17 272. Nnzel- g«n»re!l> uns Aufnahmebedinnungrn II Preis­liste. Äusnahmeteimin» ohn» Berblnvlichleit.

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GeschSfl-steklen:

Bremen: Teeren 1/8, Nuf 2 12 81; Nachtrut u. lonntag» 2 47 85; Obernstr. 88, Ruf 218 81; Lyle: Mühlendamm2; Br.-K-mellng-n: Bahn» Hofstrabe 8, Eck« Poststrah«, Ruf 4 84 58; Br.» »egefack: Rohrstr. 24, Ruf 4 ». 8; Br.-Blumen« thal; flaut.-Dallmann^Slr. 41/48, Ruf 88 u. 8»

dev NationalldziaMen. Vremens

flmtUchr, verkündungsbiatt des leichsstatttialters In vldendurg und lremen

Sonnabend, 12. Februar 1944

Linzeipreis 1S Nps.

lülurMIK Hibskollä lür äie ducken

O/s „^ci^crbösr" vvsrc/sn 9sbät5cbs/t, ober /üf c//6 /(r/sgsrvv/tivsn c/sr br/t/scbsn ^o/c/atsn „isb/t" c /05 Os/c/

»e,-leo!i«^^^EL.crickt unsercr Bcrliiier Schriftlektillio Berfjn, ii. Februar. Wie Reuter meldet, tl-> Churchill und General Montgome»i)

"°!lei-o Botschaften an das englische Volk zur

-K°o,vast,g^ldung eines Fonds ausgerufen, um dort Kl>-!,«m«i^,^zgediente Äuden^anzusiedeln. Die Bot- ^^seolih«,haften behaupten, dag 3» Olll) jüdisch« Frei- eolclie V/ao4,«„;lüge aus Palästina im HKr und beilli >ilen Schutzdieust tätig seien.

In dpm gleichen Augenblick, in dem ein glischer Unterhausabgeordneter der parla- ntarischen Jnstutition Englands oorschlug, Regierung möge 'auf jeden Fall Maß- Mfmeri ergreifen, damit dienstbejchädigte Mische Soldaten nach ihrer Entlassung aus ln Heer.nicht als Bettler und Streichholz- ^rkäufer in den Straßen ihr Leben fristen läßten, empfahlen Premierminister Churchill td General Montgomery in Botschaften die ildung eines Fonds, der den Ankauf von md in Palästina gestatten soll, um dort isgediente Juden anzusiedeln. Diese Vol­lasten sollen gleichzeitig die Würdigung der L^^«,Hrdienste eines jüdischen Offiziers, darstel- ' ^n, der sich während des nordafrikanischen

Etappe der englischen Ar- ^ee befand und durch eine Landmine ge- ,>L,lst wurde.

Die Fürsorge, die Churchill den ausgedien­ten Juden aus der Etappe, aus den Marke- tendereien und den zivilen Schuldiensten in Palästina angetieihen lassen will, steht in äußerst krassem Gegensaß zu den mangelnden Maßnahmen, die die Lebensdärfnisse der englischen Kriegsinvaliden und der Hinter­bliebenen sicherstellen. Es sind kaum sechs Monate vergangen, seit Soldatenfrauen aus allen Teilen Londons nach einem Bericht des „Daily! Sketch" mit threZ Säuglingen auf dem Arm und mit ihren Kindern an der Hand in das englische Unterhaus eindrangen und eine Aufbesserung ihrer kärglichen Unter­stützungen verlangten, die kaum ausreich­ten, den notwendig Lebensbedarf zu decken. Der „Evening Standard" berichtete in sei­ner letzten Ausgabe des vergangenen Jahres, daß die bis dahin rund UM Kriegerwitwen in England nicht die geringste Unterstützung erhielten, obgleich ihre Ansprüche als berechn tigt anerkannt worden seien. Das zitierte Blatt schilderte die Not und das Elend, in dem die Frauen zu leben gezwungen sind, während der „Star" in London vor zehn Tagen berichtete, daß auch heute noch Tag für Tag die Unterhausabgeordneten von Kriegerwitwen und deren Angehörigen „herzzerreißende Briefe" erhielten, in denen ihnen mitgeteilt würde, daß sich in der eng­

lischen Armee offenbar immer mehr die Sitte einbürgere, die persönlichen Effekten, vor allem Schmuckstücke, von Gefallenen zu ver­kaufen, statt sie de» nächsten Angehörigen zuzuleiten, für die diese Gegenstände häufig das letzte Andenken an den im Kampf ge­bliebenen Vgter, Bruder, Sohn oder Bräu-' tigam sei. Weitere Briefe klagten über das außerordentlich niedrige Maß der Unter­stützung, das den Hinterbliebenen gewährt werde.

Der drastische Gegensatz zwischen der unsag­bar mangelhafteü Fürjorge der englischen Regierung für die verwundeten Soldaten Britanniens und für die Hinterbliebenen der Gefallenen und der Besorgnis des Pre­miers Churchill, daß den jüdischen Armee­angehörigen auf jeden Fall durch Hilfsfonds Unterstützung im überreichlichen Maße. ge­währt werde, bietet ein äußerst packendes Beispiel für die jüdische Verfilzung der eng­lischen Regierung. In dem gleichen Maße, in dem der Premier das Wohlergehen der ausaedienten Juden über das Schicksal seiner englischen Soldaten stellt, in dem gleichen Maße richtet sich seine Politik nicht nach den Belangen Englands, sondern stets nach den Wünschen seiner jüdischen Hintermann«!, als deren Marionette er fungiert.

Line gewaltige Leuerlcrstt ist liier sulinarsobiert. Die Le?>prelckinng >.?i beencket. Die Lturmsrtillerisren eilen ru itiren Osscbul/.sn. ?ir.-Kiisxslnnooiltor Ornnekold Sotil

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Wenn sich heute der 1-tO. Todestag Jmma- nuel Kants jährt, so mag das für uns auch in dieser bewegten Zeit Anlaß genug sein, einen Augenblick im Gedenken an diesen Gro­ßen aup dem Kreise unserer dculschen Geister zu verweilen.

Der Mann, der erst an der Schwelle zum Ereisenaller, nämlich G7jührig, sein gewal-

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T. Februar. Das Oberkommando der Wehr­macht gibt bekannt:

! Die Truppe» der Ostfront wiesen erneut thlrciche starke Angriffe der Sowjets im taum westlich Nikopol und südlich Kriwoi ..... westlich Tscherkassy, östlich Shaschkosf,

4.o.' 04,-5^»,-,^^ Beresina, bei Witebsk und im >aum zwischen Luga und Peipussee in har­rn Kämpfen, die in mehreren Abschnitten och andauern, ab. Oertliche Einbrüche wur- m im Gegenstoß bereinigt. Bei erfolgreichen egenilngrissen wurden feindliche Kamps­uppen zerschlagen und der Gegner an ver- pedencn Stellen zurückgeworfen.

Endlich Pogrebischtsche wurde, eine hinter r Front eingeschlossene bolschewistische ämpsgruppe vernichtet. Der Feind verlor !llli Eesangene und 7ÜÜ Tote sowie zahl- üchc Massen und sonstiges Kriegsgeriit. Im ebici südlich der Pripjctsiimpfe zerschlugen ruppcn einer Panzerdivision in überraschen­dem Vorstoß einen starken sowjetischen Ka- 1 »llerlcverband.

st Im mittleren Frontabschnitt haben sich die tnter dem Beseht des Generals der Jnfan- erie Jordan kämpsende niedersächsische 3l. Infanteriedivision unter Generalmajor . eb«r n„d die ostprenßische 2I)ti. Jnsail-- ^criedivisie» unter Generalleutnant Hitler '«sonders ausgezeichnet.

Im Landekops von Nettuno wurde die änberunq von Aprilia fortgesetzt und auch >cr Bahnhos Aprilia genommen. Feindliche .'"griffe gegen die neuen Linien brachen im kür o>>« gl<ch°"'M"'MEg<siaßten Feuer aller Waffen zu- orbeiieo.de!"'^Seit Beginn der Landung verloren outren kiecli >c Amerikoner und Briten im Gebiet von irt 5 o!mio><-^ über !NM> Gefangene und 8» Panzer.

Landnngsstellen des Gegners liegen un- .er dem anhaltenden Feuer schwerer deutscher 'nernkampsbattsrien.

Lln der Tüdfront herrschte nordwestlich stoßina den ganzen Tag über lebhafte Ke- sichtstütiakeit. Der Feind, der zum dritten­mal in den Nordteil von Cassino einge- minoen war, wurde in erbitterten Nah- mpfcn aus den Ruinen der Stadt durch

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unsere tapferen Panzergrenadiere wieder ge­worfen. Eine nordwestlich Lasst«» verloren­gegangene Höhe wurde im Gegenangriff wieder genommen. An der übrigen Front führte der Feind nur'im Abschnitt östlich des Golfes von Eaeta stärkere Angriffe gegen unsere Höhenstellungen, die zum Teil durch zusammengefaßtes Feuer, zum Teil im Gegenangriff, abgeschlagen wurde».

Sicherungsfahrzeuge eines deutschen Ge­leits schössen im Sregebiet von Monaco von acht angreifenden feindlichen Jagdbomber» fünf Flugzeuge ab. Zwei weitere verlor der Feind im Lustkampf.

Deutsche Fernkampfflugzeuge versenkten an der Ostküste Islands einen feindlichen Tanker von 8MIII BRT.

Rordamerikanischc Bomberverbände flogen in den Mittagsstunden des 18. Februar mit starkem Jagdschutz in den mitteldeutschen Raum ein. Die svsort und stark einsetzende starke Luftverteidigung hinderte den Feind an zusammengesaßten Angrissen. Durch wahl­losen Bombenabwurf wurden insbesondere Wohngebiete der Stadt Braunschweig ge­troffen. Im Verlaus heftiger LustkäiNpse und durch Flakartillerie wurden nach bisher noch unvollständigen Meldungen »1 feind­liche Flugzeuge, darunter 32 viermotorige, abgeschossen. In der vergangenen Nacht war­fen feindliche Störfluazeuge Bomben aus Orte in Nord- und Westdeutschland.

In einer großen Luftschlacht haben die deutschen Jagd- und Zerstörerverbnnde im Zusammenwirken mit der Flakartillerie der Luftwaffe den in den Vormittagsstunden des ltl. Februar in das Reichsgebiet einfliegen- den nordamerikanischen Bomberverbänden schwere Verluste zugefügt. In Höhen von 6- bis 8000 Metern, bei Kältegraden von ätz Krad unter Null griffen unsere Flieger die dicht gestaffelten Formationen der USA.- Bonrber an. Gleichzeitig legten zahllose Flak­batterien dichte Feuersperren über den Ein- flugraum und zwangen den Feind zum Aus­weichen. Diese Augenblicke nützten unsere Jä­ger. um in Verbandsangrisfen seitlich und

frontal gegen hie Bomherformätionen vorzu­stoßen. Der Versuch der Nordamerikaner, durch den Einsatz eines starken Jagdschutzes die Angriffswucht unserer fliegenden Ver­bände abzufangen und so die schweren Bom- berverlnste bei' den Unternehmungen der letz­ten Zeit herabzumindern, scheiterte. Wie der Wehrmachtsbericht bereits bekanntgab, ver­loren die USA.-Ameiikaper bei dep wiederum unter für sie günstigen Wetterverhältnissen durchgeführten Unternehmen nach bisherigen Feststellungen mindestens 32 viermotorige Bomher und 1l> Flugzeuge des Jagdschutzes. Aus Berichten von Besatzungsmitgliedern feindlicher Bomber, die in der vergangenen Nacht verbreitet wurden, wird der starke Ein­druck, den die Piloten in einer über drei Stunden dauernden Luftschlacht von der Härte der deutschen Lusiverieidigung erhiel­ten, besonders deutlich.

Lm iLgösdbkskI Llltollsscun

Bukarest, 11. Februar. Die königlich-rumä­nische Marine mit allen ihren See-, Luft- und Vodenstreitkräften wird der Nation sür besondere Leistungen in einem Tagesbefehl des Staatsführers Marschall Antonescu zi­tiert. In dem Tagesbefehl heißt es, daß sie erfolgreich gegen einen zahlenmäßig überle­genen Feind kämpfte und die Ueberlegenheit durch Offensivgcist und Geschicklichkeit auszu­gleichen verstand Es sei dadurch der Marine gelungen dem Land die Unnerletzlichkott der Meeresküsten und die Sicherheit der Seewege zu erhalten.'Auch die Handelsmarine wird im Tagesbefehl genannt. Sie habe ihre wert­vollen Schiffe sowie das Leben ihrer Ma­trosen dem Vaterland zur Verfügung gestellt, ohne Material und Blulopfer zu sparen.

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Da; sng/irclis Lmgsstänc/n/s kommt isicli/scki spät

Ist. IV. Stockholm, 1l. Februar. Zum ersten Mal seit langer Zeit ist in der englische» Presse ^wieder das Blockade-Thema ange- ichnitten worden Es Hut ohnehin schon seit Jahr und Tag keine Freude mehr ausgelöst, denn die Engländer halten mehr mit der Abwehr der deutschen Blockade als mit der Verstärkung ihrer Blockade Deulsihlands zu tun. Jetzt hat die „Evening News" das Wort ergriffen, um nüchtern und sachlich festzu­stellen, daß die Blockade Deutschlands ein vollkommener Fehlschlag ist. Nichts deutet darauf hin. baß Deutschlands Fabriken im Begriff stehen, so sagt das Blatt, aus Man­gel an Rohstoffen ihr« Betriebe zu schließen. 2m Gegenteil, Deutschlands Hilfsquellen und sein Erfindergeist sind nach wie vor gewal­tige Faktoren, mit denen man weiter trotz der alliierten Blockade rechnen muß. Dieses Blatt hat, bevor es den Fehlschlag der Blok- kade registrierte, einen Blick nach hinten ge­

worfen und daran erinnert, daß englische Wirtschaiissachverständige bei Kricgsbeginn starke Worte wegen der Wirkung der Blok- kade aus Deuischlands nnlitärsiche Wider­standskraft gesunden hätte». Allgemein Hütte jeder den Eindruck gehabt, daß dtp Deu-tschen bald' ihren letzten Liter Benzin verbraucht haben würden, baß ihr technischer Kriegs­apparat zum Stillstand käme und daß das deutsche Volk in allernächster Zeit in Lum­pen gehüllt einhergehe. Dieses optimistische Gerede sei bald zerplatzt, nichts derartiges babe sich ereignet. Man sei enttäuscht. Noch heute verspüre man keine durch die Blockade verursachte Stockung des deutschen Kriegs- appa^ates. Diese- Erkenntnis, auch noch schriftlich niedergelegt, kommt reichlich spül. Sie ist das Ergebnis einer völlig falschen Beurteilung Deutschlands und einer ebenso danebengegangenen Einschätzung seiner ge­samten Kräfte.

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Don Kriegsberichter Günter Niemeyer

. ii Februar. Unser Flugboot jagt

Morgengrauen über die Aegäis zur Insel sLmos. Außer der Besatzung sind drei Zivi­len an Bord, Aerzte,' die der bringenden Sitte des schwedischen Konsuls in Athen ge- olgt sind und nun dank dem Entgegenkom­men der deutschen Luftwaffe — in-einem Oornier-Flugbooi an die Siätte des Ver- - englischer Flieger an den im Dienst

» internationalen Roten Kreuzes fabren-

seu Schwedendampsers gebracht werden Es

^ E. Bueller aus Zürich, der

»gur >o ueichzeitig in liebenswürdiger Weise den

^ ,z,>Mo!mct!cher zwischen den deutschen Fliegern

^^<ind den beiden anderen herbeigerufenen

Medizinern spielte. Für die bE/slerzte ist es das erste Mal, daß sie sich ant "m'limm zu ihren Patienten begeben Xi. USb-ltr''!, z. ?,/"..nÜ-N- Umfangreich ist das chirurgische Ge- 'ack. Verbandszeug und Arzneien lagern im „ ^ki»» 7 n» Soolsrumpf und besonders kostbar sind die

lioiikeit Ä, j, »«v "/"Lullen mit dem konservierten Menützen- ,ien. M "giäctE' Uni, tzenn man hoiit,

durch Transsunonen

? k's .i' ^ Schwerverwundeten noch retten zu kon

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^^p-iiaoll ssj- . Nach andertba 7 b Fluastunden tauchen 7 wi- ovnölln den Inseln Lesbos und Jkaria die Kon-

7V5»«"° AM ,, lurcn von Lhios

S'-Iien. » O'..! ^ .

vor UNS im Morgenrot au;

iVe^e Agios Elias liegt noch Schnee. Am

«»„»«couAyen Strand, den wir jetzt runden, wachsen Pal-

men und Bananenstauden. Steuerbords liegt die Straße von Ehios, während drüben am jenseitigen User letzt im wahrsten Sinne des Wortes rosenrot das Mortz«nland der Türkei aus dem Dunst wächst. Wenige Fluqminuien noch und unter uns zieht die vorn Motoren­lärm geweckte gleichnamige Stadt Ehios mit ihren schlanken Minaretts.und den bizarren Windmühlen auf den Hafenmoolen vorbei. Schon von weitem erkannten trotz des Zwie­lichtes die drei Doktoren den ieilweüe aus­gebrannten Dampser „Wiril" am Kai und sahen, was sechs englische Bomberbesatznnge» nicht sehen wollten: Die riesigen Rote-Kreuz- Zeichen an den weißen Bordwänden und die ui Schennentorgröße dazugemalien blau- gelben Schwedenflaggen.

Wir wassern. Hilfreiche Landserhände er­greifen die Wurfleinen und bald ist das- Flugboot am Hafenpier vertäut. Was wir bislang nur in knappen Funklpriichen wußten, enthüllt sich jetzt als schreckliche Wahrheit. Alle, vom Jnselkommandanten'bis zum letz­ten griechischen Hafenarbeiter, vom schwedi­schen' Kapitän der „Wiril" bis zu dem Ma­trosen, der am Fallrcpp des Schwedendamp- scrs den mörderischen Amchlag überlebte, schildern noch unter dem Eindruck dieser Un­taten übereinstimmend das Verbrechen fol­gendermaßen

Sicht und Sonnenschein den kleinen Hafen von Osten kommend an. Bordwaffenfeuer rast aus allen Kanzel» und Tragflächen, da­zwischen fallen kleinkalibrig« Splitterbom­ben, Dann holt der Verband in weiter Rechtskurve vor der türkischen Küste aus und wiederholt diesen eindeutigen Tief­angriff auf den wehrlosen Schwedendampfer mit Bomben und Bordwaffen dreimal, bis die hellen Flammen aus den Decknusdauten schlagen.

Soweit die Augenzeugen am Hasen. Aus allernächster Nähe konnte der gerade am Fallrepp stehende Matrose den Angriff beob­achten. Er berichtet, daß die Briten schon aus großer Entfernung das Feuer eröffneten. Die ersten ungenauen Kanonengarben for­derten schon Opfer unter den griechischen Dockarbeitern. Bereits nach dem ersten An­griff sing die von Einschüssen durchsiebte Kommandobriicke Feuer: das Mittschiff

wurde durch Bombenwurf vernichtet und ging in Flammen auf. Das große Rettungs­boot schleuderte der Luftdruck aus den Da­vits. Rings um fielen schwedische Seeleute und Griechen in dem mörderischen Beichuß der Schnellfeuerkanonen, denen auch am Ka! Frauen und Kinder zum Opfer sielen. So fand u. a. auch Dr. Nilson, der Delegierte des Internationalen Roten Kreuzes für den

Am 7. Februar, um ll.lll Uhr. fliegen Dodekanes, einen tragischen Tvd. Er und sechs zweiniotorige Britenbomber bei klarer! sein Fahrer brachen blutüberströmt in ihrem

gerade neben der „Wiril" haltenden Auto zusammen. Der Tod dieses allseits verehr­ten Mannes erweckt auf der ganzen Insel tiefste Anteilnahme, zumal man weiß, .daß Dr. Rilson am heutigen Tage mit der Toch­ter des ebenfalls verwundeten griechischen Ehrenkonsuls für Schwede» die Ehe schlie­ßen wollte.

Inzwischen ist im Hospital, wo jammernde Angehörige sich um die Betten ihrer verstüm­melten Verwandten drängen, alles zur Blut­transfusion vorbereitet. Wachsbleich, nahezu ausgeblutet, liegen die Schwcrvetletzten in ibren Kissey. Von einem Abtransport, des schwerverwundeten- 3. Offiziers der „Wiril" rät der Schweizer Arzt Dr. Bueller ab. Hof­fentlich bringt ihm die dringend, erforderliche Blutspende, die unser Flugboot mitbrachte, Hilse, ehe auch er ein Opfer britischer „Hu­manität" wird. Alle anderen sind durch eng­lische Bordkanonen bis zu ihrem Tode ge­zeichnet und ihre Wunden werden zeitlebens Anklage erheben gegen dieses heuchlerische Pharisäertum, das nicht müde wird, von christlichem Frieden zu faseln, den es selbst in den entlegensten Häfen Europas meuchelt. Bezeichnend ist. daß der. ebenfalls im Zeichen des Genser Roten Kreuzes fahrende Dampfer .Mongabarra" am 1 Februar 1811 englische Flieger aus Seenot rettete. Zum Dank er­mordeten die Briten die schwedischen See­leute. Britische Fairneß!

iiges Werk, die „Kritik der reinen Vernunft", schrieb, durchlebte als Zeitgenosse Friedrichs des Großen und als preußischer Bürger eine harte und kampferfüllte Zeit. Dem schwäch­lichen Knaben aus der einfachen Sattler- samilie wurde die Jugend nicht leicht ge­macht: der vaterlose Jüngling mußte das Studium abbrechen und- sich als Hauslehrer neun Jahre hindurch seinen Lebensunterhalt selbst schaffen. Der Privatdozent endlich sah 1738 .die Russen , in Königsberg einmarschie­ren und durch die willkürliche Entscheidung des russischen Stadtkommandanten die. lang­ersehnte Professur in die Hände eines ande­ren gelegt. Trotzdem hat Kant in keinem Augenblick seines Lebens das Ziel aus den Augen verloren oder gar den Mut sinken lasten.

Jederzeit nahm der Philosoph lebhaftesten Anteil am Tagesgeschehen, las mit Interesse die wöchentlicken Zeitungen und lieferte ibnen selbst Beiträge. Wie viele der Kroßen «einer Zeit war er anfänglich aufgeschlossen für die Ideale der französischen Revolution, um sich dann aber ebenso schnell und ent­täuscht wieder von diesen Bestrebungen ab­zuwenden. als er erkannte, welch niedere Instinkte, sich unter dieser Parole der Frei­heit, der E'eichheit und der Brüderlichkeit austobten. Als Beweis sür das europäische Ansehen Kants schon zu Lebzeiten, mag uns aber die Tat'ache dienen, daß man aus fran­zösischer Seite hoffte, ihn zu einer Mitarbeit an -der Verfassung heranziehen zu können. Diese Wünsche, die du-ch den Abt Siey-'-s an ihn herangetragen wurden, lehnte der Phi­losoph abch schroff ab.

Sein Weg führte zu anderen, zu höheren Zielen. Enttäuscht von der Enge der zeit­genössischen Theologie gelängte er über das physikalische - System Newtons und die so­genannte Lcibniz-Wolssiche Cchnlphilosov-hie immer tiefer in philoiophischs Fragen. Der typisch enalischsn Philosoplne des Skeptikers Hume stellte Kant dann sckiließlich seine Phi­losophie der Menschlichkeit gegenüber, die Deutschland binfort zum Herzen und Heimat­land aller Philosophie überhauvt maibte. Kant gab dem Menschen den Glauben an sich, aber auch d!« Verantwortung für sich wieder, als er seinen kategorischen Imperativ aus- sprach:

. „Handle so, daß hie Maxime deines Wil­lens jederzeit zugleich als Prinzip einer all­gemeinen Gesetzgebung gelten könne."

Wie unendlich vertraut klingt uns dach diese- Foxderung in unserer Zeit. Ist sie doch im Grunds nichts anderes, als das was der Dichter mit dem Worte forderte: „Und han­deln sollst du so, als hinge von dir und deinem Tun allein das Schicksal ab der deut­schen Dinge und die Verantwortung wär dein."

lind wer vermag den Satz besser zu ver­stehen, als. wir Deutichen, mit dem der Kö- nigsberger Philosoph sein zweites großes Werk, die »Kritik der praktischen Vernunft", beschloß:

»Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer -neuer und zunehmender Bewunde- rung-und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das mora- lüche Gesetz in mir."

Hier liegt eines der großen Keheimnisie, aber auch eine der großen Verpflichtungen begründet, die uns Deutschen die Pflicht auf­erlegen. uns an die Spitze der Völker Euro­pas zu stellen, !ür sie den Kampf zu iübren und ihnen den Weg in eine glückliche Zu­kunft zu weisen. Wer von unseren Gegnern, die einen bestialischen Plan nach dem an­deren zur völligen Vernichtung des deutschen Volkes ansbecken, ahnt etwas voll diesen inneren Kräften, mit denen schon vor Sllkl Jahren ein deutscher Denker sein Volk be­schenkte?

Weiß der Sowsetsoldat, der seelenlos und aehetzt immer von Neuem in das Abwehr­feuer unserer Waffen rennt, etwas von einem Keietz in sich? Kennt der Bolschewist. in dessen Land der Jude seine Willkürherrschast aus­übt. überhaupt noch ein Gesetz? Abnt der Engländer, der mit Erstaunen feststellt, daß der Kampf gegen deutsche Soldaten in Wahr­heit ganz mnders aussiebt, als er sich das