Ausgabe 
(20.1.1944) 19
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Varleicnntlictie Layeszettung

Da» flmtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Zielen Hansestadt Vremen

üev Nationaildzial-iftLN, Vremens

simtlichrs vciKündungsbiatt des Ticichsstatttialters in LIldendurg und Vremen

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Hr. 19 , 14. Jahrgang

Vonnerstag, 20. Januar 1944

kinzelpreis 15 7ipf.

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K.^Ebbe. 26. Nil, 27. Z

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Bei, 13. Athena. 14, Z . Stehr, 20. Gala, 21 stj Ern. ' °

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Kreslau, 1!>. Januar. Auf historischem Bo­den inmitten eines alten schlesischen Sied­lungsgebietes fand der Reichsappell 1941 der ländlichen Jugend statt, auf dem Reichs,- banernführer Oberbefehlsleiter Backe, Reichs­jugendführer A^mann und Gauleiter Hanke zur Landjugend und dörflichen Bevölkerung zprachen. Nach der Verkündung der Jahres- parol« der Hitler-Jugend, deren Kernstück das Bekenntnis zur Kriegsfreiwilligkeit im fünften Kampfjahr ist, nach der Eröffnung des Kriegsberusswettkampses > als Willens­kundgebung der schaffenden Jugend zu Lei­stung und Disziplin am Arbeitsplatz, um­schließen diese in allen Gauen stattfindenden Appell« der ländlichen Jugend die Forde­rung zum verstärkten Kriegseinsatz der land- willrgen und landgeborenen deutschen Ju­gend. Unter den vielgestalteten Pflichten, die nn neuen Kriegsjahr die Jugend Adolf Hit­lers zu erfüllen bemüht sein wird. haben sich Millionen Jungen und Mädel zu den nach­drücklichsten Forderungen des zur Entschei­dung reifenden Krieges freiwillig bekannt: Zum kämpferischen Einsatz des deutschen Gre­nadiers. zum Auftrage des deutschen Rll- stungsarbeiters und zum Kriegsbeitrag des deutschen Bauern.

Reichsjugendsührer Axmann sagte in seiner Ansprache zur ländlichen Jugend, allein'durch die ungebrochene Kraft des deut­schen Bauerntums haben wir die schweren Schichalsschlage, die unser Volk in seiner chechselvollen Geschichte zu ertragen harte, überwinden können. Und mit dieser Kraft werden wir auch die grössten Wechselsälle dieses Krieges meistern. In der ständigen Verjüngung unseres Volkes aus dem Bau­erntum liegt die geschichtliche Gewähr da­für, daß unser Volk niemals müde werden

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Trahtbericht unseres Vertreter?

ep. Paris, 19. Januar.Die Stadt der be­siegten Kokarden" nennt ein Sonderbericht­erstatter vonParis Midi" einen Platz in Frankreich, wo die deutsche Lustwaffe aus einem Gebiet von mehreren Quadratkilome­tern die Verwertung und Verschrottung un­zähliger auf französischem Boden abgeschosse­ner Flugzeuge vornimmt. Der Korrespondent schreibt:Ueberall häuien sich die Ueberreste von Bombern und Jagflugzeugen, die mir als grausige Denkmäler des totalen Krieges erschienen. Hier ist die Straße der Motoren, dort der Boulevard der Propeller, etwas weiter befindet sich das Viertel der viermo­torigen Bomber, die mit ihren gen Himmel gerichteten Flügeln und Kabinen Kathedra­len gleichen. Hunderte von Maschinen liegen hier und die trikoloren Farben der Englän­der sowie die weißen Sterne der Nordameri­kaner erinnern an den Tod taufender engli­scher, und nordamerikanischer Flieger. Auch materialmäßig handelt es sich um bedeutende Werte, wenn man bedenkt, daß ein viermoto­riges Bomberflugzeug 496 009 Dollar kostet.

Dieser Friedhof ist gleichzeitig eine reiche Fundstätte für Kupfer, Stahl und Hartalu- minium. Sachverständige studieren .an Ort und Stelle die britisch-nordamerikanische Flugzeugindustrie. Jedes dieser Flugzeuge wurde von deutschen militärischen Stellen ge­nau eingetragen und auf einer großen Karte konnte ich sehen, wo sie in Frankreich abstürz­ten. Die Totalzifser- wird geheimgehalten, aber ich war überrascht über den Wald von Nadeln, die auf die Karte.Frankreichs inner­halb der letzten fünf Wochen gesteckt waren."

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wirb. Er sprach sodann von den engen Ver­bundenheit zwischen Bauerntum und Ju­gend und nannte die liebevolle Betreuung der jungen Pflanzen durch den Bauern ein Sinnbild für die Notwendigkeit, auch das Pflanzgut des Volkes, seine Jugend, auf das Sorgfältigste zu betreuen Das Gesicht der Jugend von heute sei das Antlitz des deut­schen Volkes von morgen. Sie sei die Trä­gerin aller Ideale, aus denen sie die Krakt nimmt, auch mit Schwerem fertig zu werden. Das Bauerntum und die Juc»eiid, führte der Reichsjugendsührer weiter aus. find auch verbunden in ihrem gemeinsten Bekennt­nis zum deutschen Osten. Die großen Epochen in der deutschen Geschichte hingen stets eng zusammen mit der Gestaltung des Lebens­raumes im deutschen Osten. Aus dieser Er-' kenntnis und aus unseren Idealen schöpfend wollen wir die Folgerungen der Tat ziehen. Eine solche Folgerung ist der Landdienst der Hitler-Jugend, durch den eine Auslese, die vor allem aus den Städten kommt, wieder mit dem Boden des Ostens verbunden wer­den soll. Eine praktische Verwirklichung un­serer Ideale ist ferner der Osteinfatz der Hit­ler-Jugend, der vielen Tausenden von Füh­rern und Führorinnen der Jugend den Osten als neues und reiches Ausgäbengebiet er­schloß. Darüber hinaus hat sich auch die übrige deutsche Jugend auf ihren Zusammen­künften und Heimabenden für den Gedan­ken des Ostens entzündet. In seinen weite­ren Darlegungen umriß Axmann die große Zahl sonstiger Aufgaben, so zum Beispiel das bäuerliche Verufserziehungswerk, den KriegsberufswettkAmpf. zu dem gerade aus der ländlichen Jugend eine starke Beteili­gung festzustellen ist, und schließlich die Durchführung der Winterlager und der plan­mäßige Ausbau der Leibeserziehung der Jungen und Mädel auf dem Lande. Der Reichsjugendsührer schloß seine Rede mit

den Worten der Anerkennung und des Dan­kes für den Einsatz der Jugend auf dem Lande, die neben den Bauern und Bäuerin­nen ihre harte Pflicht erfüllt.

Oberbefehlsleiter Reichsbauernführer Backe hob in seiner Rede den rassisch-blutmäßigen, den ernährungspoliti'schen und den erziehe­rischen Auftrag an die deutsche Landjugend hervor. Er ging dabei davon aus, daß sich nur von einem festen Standpunkt einer Weltanschauung aus ein Maßstab an das Geschehen der heutigen Zeit legen läßt, und daß unser Standpunkt sich aus der national­sozialistischen Weltanschauung, und zwar vor allein aus der Rassenlehre, ergibt, die in der Reinerhaltung unseres Blutes und unierer 'Art die wichtigste Lebensquelle des deutschen Volkes erblickt. In einem Rückblick auf die Entwicklung der Weltwirtschaft im Zeichen des Liberalismus und auf die Abwanderung wertvollsten deutschen Bauernblutes nach Itebersee und nach den Städten in, dieser Zeit zeigte Backe die Notwendigkeit auf. dem Bauerntum seine besten Kräfte und Men­schen zu erhalten, damit es seine Aufgaben für das Volk wieder in vollem Umfang jetzt und in der Zukunft erfüllen kann. Gerade heute ist dein deutschen Bauerntum eine Aufgabe gestellt, die vielleicht einmal in tausend Jahren wiederkehrt, und die sich vergleichen' läßt mit der großen Zeit der Landnahme im Mittelalter, Es ist dies die Aufgabe der landwirtschaftlichen Erschlie­ßung und volkspolitischen Durchdringung des Ostraumes und die jüngere völkische Stär­kung unserer Nation für die Erfüllung fei ner Aufgaben im neuen Europa. Für diese Aufgaben, sagte der Reichsbauernführer. brauchten wir Menschen auf dem Lande, mit einem klaren Blick auf das Ganze, mit einer echten nationalsozialistischen Haltung, mit einem starken Charakter und mit dem besten beruflichen Können.

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Ltoppsn aul c/sm Wegs rum 49. öuricisbstcrcit cisp Vs/Slnigtsn Ztootsn

Von Dr. Kckoli I) r e ö I e r

Unter den verschiedenen Zerfallserschei- nüngen, die sich Heute im britischen Empire in immer steigendem Maße bemerkbar machen, ist eine der bedeutsamsten das Hin- iiber^leiten des Dominions aus dem briti­schen'Machtbereich in den der benachbarten USA. Wenn wir von einer Loslösungs­bestrebung Kanadas vorn Mutterland spre­chen, so müssen wir uns zunächst klar dar­über sein, daß' ursprünglich nicht England, sondern Frankreich das Mutterland Kana­das gewesen ist. Es waren Franzosen, welche

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Aus dem Führerhauptquartier, 1S. Januar. Das Oberkommando der Wehr­macht gibt bekannt:Am Brückenkopf Niko- pol und nordwestlich Kirowograd blieben auch gestern schwächere Angriffe der Sowjets erfolglos. Im Gegenangriff wurde ei» Ein- druchsstelle aus den letzten Kampftagen ge­schlossen. Im Raum von Shaschkosf und Pogrebischtsche sowie südwestlich Nowograd- Wolqnsk scheiterte» mehrere feindliche An­griffe. Westlich Retschiza dauern die schwe­re» Kämpfe mit unverminderter Heftigkeit au. Nordwestlich und nördlich Newel wie­derholten die Bolschewisten ihre Angriffe. Sie wurden abgelchlagen. Eine Eindruchs- stelle wurde im Eeqenangrisf nach hartem Kampf bereinigt. Nördlich des Jltnensees, iiidiich Leningrad und südlich Oranienbaum setzten die Sowjets ihre Durchbrnchsversuche mit steigernder Heftigkeit fort. Sie wurden in erbitterten Kämpfen abgewiesen oder auf- gesanaen. In den Kämpfen im Siidabschnitt der Ostfront hat sich die ichlesische 320. In­fanterie-Division unter Führung des Gene­ralleutnants Poftel besonders ausgezeich­net. An der siiditalienischen Front trat der Feind östlich des Golfes von Gaeta nach starker Artillerievorbereitung mit mehreren Divisionen gegen unseren Westslügel zum Angriff an. Die Kämpf« sind dort in vollem Gange."

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Bei den ^mit steigender Heftigkeit vorge­tragenen sowjetischen Angriffen am Jlmen- see, bei Leningrad und südlich Oranienbaum

wurde festgestellt, daß nunmehr dort Divi­sionen eingesetzt worden sind, die bisher im großen Dnjepr-Bogen gekümpft haben. Diese Tatsache läßt einmal darauf schließen, daß die Bolschewisten nunmehr dem. Kampf- geschehen an der Nordfront eine erhöhte Aufmerksamkeit widmen und zum zweiten, daß ihre Kräfte nicht mehr dazu ausreichen, sowohl im Norden als auch im Süden mit gleicher Heftigkeit offensiv vorzugehen. Deni-

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entsprechend sind auch die Angriffe gegen den Brückenkopf von Nikopol und nordwestlich Kirowograd schwächer geworden, wie über­haupt an der ganzen Slldsront ein Abflauen der bisher so überaus starken Kampftätigkeit festzustellen ist. Ileberhaupt wird im Augen­blick die sowjetische Offensive, außer an der Nordfront, nur noch im Raum westlich Ret­schiza mit unverminderter Heftigkeit fortge­führt, ohne daß der Feind in der Lage ge­wesen wäre, die Situation nennenswert zu ändern. 'Alle Angriffe des Feindes wurden abgewiesen oder aufgefangen, wie schon seit mehreren Tagen.

Wesentlich erscheint die Mitteilung des Wehrmachtberichtes, daß der Feind an der südiialienischen Front gegen den Westslügel erneut zum Angriff angetreten ist. Die Anglo-Amerikaner haben hier wiederum nach ihrer alten Methode, starke Artilleriekräfte zusammengezogen, die die Aufgabe hatten, die deutschen Stellungen sturmreif zu schießen Sie werden vermutlich einige Tage andau­ern^ so daß sich im Augenblick ihr voraus­sichtlicher Verlauf noch nicht übersehen läßt.

k. s.

vss Licbsnlsud verlielisn

F ü h r « rchanptqun r t i er , 18. Januar. Der . Führer verlieh am 18. Januar das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an General der Artillerie Maximi­lian F r e t t e r - P i c 0, Kommandierende» General eines Armeekorps, als 388. Sol­daten der deutschen Wehrmacht.

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Tpogsnrturm im Ontsk/iour rum L 0 iv/sti;c/isn m/t c/sn ^m/gfantsnpo/«n ^msn'Icor ?rcrr/c/snt vsktvs/gsrt c//s

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Trabcörricht unterer Berliner Tchrittleituiig i>. Berlin, 19. Januar. Der britische Außen- mrnifter Eden wurde im Unterhaus von einem Fragensturin empfangen, der aus dem aktuellen Anlaß der scharfen sowjetischen Ant­wort aus die vom Foreign Ossice inspirierten Bejchwichtigungsversuche der Einigrantenpo- len in London geformt war und die außer- ordentliche Nervosität widerspiegelte, mit der die öffentliche Meinung die jüngste Aeuße­rung der Sowjcrunion und die strikte Weige­rung des Kreml registrierte, irgend eine ang- lo-rmeritanische Einmischung in die sowjeti­schen Europapinne zuzulassen. . Die Agitation Londons und Washingtons hatte sich bemüht, nie Fiktion aufrecht zu erhalten, daß Stalin rn Teheran zwar gewisse Forderungen vor­gebracht. aber sich unter dem Kennwortkol­lektive Berantwortung" nicht völlgi gegen e.n anqlo-amerikaniiches Mitipracherecht ähnlich der Einflußnahme im Mittelmeeraus- iHuß gesträubt habe. Nachdem bereits die >.Prawda"-Nntwort auf den Willkie-Artikel in derNew Hork Trmes" als unmißverständ­

licher Hinweis des Kreml bewertet werden mußte, Laß sowohl England als auch Amerika sich jeder EinmischunH in die osteuropäischen Pläne zu enthalten hatten, hat die letzte Note der Sowjetunion noch einmal offiziell diese Auffassung bekräftigt und ihre Gültigkeit auf das gesamte europäische Gebiet ausgedehnt, so daß heute selbst noch gewisse Illusionen tra­gende Neutrale sich nicht dieses Eindrucks der Stalinichen Politik entziehen können. Die New Pork Herald Tribune" weist heute noch einmal darauf hin, daß die von starker Kon- zesjionsbereitichaft getragene Note der Exil- polen ja nicht ohn« Kenntnis, wenn nicht gar auf den Rat der briilfchen Regierung formu­liert worden sei. Wenn Moskau sie trotzdem ablehne, so sei das eine unmißverständliche Geste des Kreml, daß er keinerlei Vermitt­lung der Weltmächte wünsche. In Washington schockiert er vor allem, daß dir sowjetische Re­gierung zu dem offiziell vorgebrachten Der- mittlungsangebot des Außenministers Hüll noch keine Stellung nahm. Hüll selbzt ver­

suchte auf der Pressekonferenz die bisher noch ausstehende sowjetische Antwort dadurch zu motivieren, daß wahrscheinlichatmosphäri­sche Störungen" die Ilebermittlung verzögert, wenn nicht gar verhindert Hütten. Verschie­dene amerikanische Zeitungen sind jedoch der Auffassung, daß man weiterhin vergeblich warten dürfe, denn der Kreml werde wahr­scheinlich seine bisherige Weigerung einer Konsultation Englands und der USA, als genügend empfinden.

Mr. Eden sagte die sowjetischen Hinweise offenbar als Schweigegebot für sich aus.Ich glaube nicht", so erwidert er den fragenden Parlamentär» im Unterhaus,daß wir zweckmäßig handeln, wenn wir all diese äußerst schwierigen und heiklen Angelegen­heiten hier zu erörtern suchen. Ich bin über­zeugt, daß das Unterhaus ein Empfinden da­für hat, daß in diesem besonderen Augenblick äußerste Zurückhaltung beobachtet werden sollte und ich hab das Vertrauen, daß wir aus den Beistand der Unterhausabgcordneten

rechnen dürfen". Aehnlickf verhieli sich Roose- velt auf der Pressekonferenz des Weißen Hauses, wo er jegliche Antwort den Fragen der Journalisten verwaigerte.

Die schweizer und schwedischen Korrespon denien in London betonen, daß man an der Themse durchaus die Unversöhnlichkeit der sowjetischen Stellungnahme angesichts der britischen und amerikanischen Vermittlnngs- bereitschaft nicht nur eine Absage an Polen, mnderst auch an die Adresse,, her westlichen Alliierten empfinde. Eine Washingtoner Zeitung berichtet, daß die altmodische Diplo­matie hinter den Kulissen vielleicht ihre Fehler gemacht habe, aberdie neue Kreuz­wortdiplomatie mit össentlichen Erklärun­gen, deren eigentliche Absicht man erraten müsie, noch sehr viel schlimmer ist". DieNew Park Times" meint zu den sow>etischen Ab­sagen:Gewiß haben wir etwas Gelände an der diplomatischen Front verloren" eine sehr delikate Umschreibung des Verlustes jeder Einflußmöglichkeit auf die europäischen Probleme im Falle eines alliierten Sieges.

im 16. Jahrhundert das von Indianern be­wohnte Kanada zuerst erforscht und besie­delt haben.

Obwohl im Gefolge der englischen Er­oberung Kanadas in der ersten' Halste des 18. Jahrhunderts sich dort zahlreiche Englän­der niedergelassen haben, haben sich unter sei­ner Bevölkerung, die am 1. Juni 1941 11 419000 betrug, rund 4 Millionen Kana­dier französischer Abstammung behauptet, di« ein freilich mittelalterlich klingendes Fran­zösisch sprechen und an ihren französischen Sitten und Gebräuchen cnit größter Zähig­keit festhalten. Ferner ist hervorzuheben, daß die größtenteils auf dem Lande wohnenden Franco-Kanadier sich durch einen besonders großen Kinderreichtum auszeichnen und baß unter ihnen Familien mit 12 Kindern keine eltenheit bilden. Schon heute übertreffen ne. wenn man von der englisch sprechenden Bevölkerung die Schölten und Iren abzieht, die rein englischstämm'igen Kanadier um das Doppelte und man hat berechnet, baß sie bei einer unveränderten Entwicklung der jetzigen Bevölkerunqsverhältnisse im Jähre 1971 die absolute Mehrheit ausmachen werden. Es ist , daher nicht verwunderlich, daß die Fränco-Kanadier durchaus nicht gewillt sind, die von den Engläaderp zugunsten des heu­tigen britischenMutterlandes" betriebene Ausbeutnngspolitik Kanadas ohne weiteres mitzumachen, vielmehr leisten sie ihr einen nicht zu unterschätzenden Widerstand, dessen Zentrum die überwiegend von Franco-Kana- diern bewohnte Provinz Quebec ist. Als im April 1940 eine Abstimmung über die Ein­führung der allgemeinen Wehrpflicht und über die Verwendung kanadischer Truppen außerhalb Kanadas stattfand, stimmten in der Provinz Quebec 70 Prozent gegen diese Maßnahme. Im Oktober 1942 wurde sogar «ineVplksblockpartei" gegründet, die nur aus Franco-Kanadiern besteht und deren Führer Maxim Ramnond eine lebhactc Pro­paganda für die völlige Loslösnng Kanadas von England nach dem Krieg« betreibt. Die Rekrutierung unter den Franco-Kanadiern stieß, wie selbst die LondonerTimes" im Dezember 1942 feststellen mußte, auf erheb­liche Schwierigkeiten, nicht weniger als 40 Prozent der Wehrpflichtigen frainöstlchcr Ab­stammung entzogen sich dem Militärdienst mit der Begründung, daß dieser Krieg Ka­nada nichts angehe.

Während so das stark« französische Element der kanadischen Bevölkerung der englischen Kriegspolitik erhebliche Schwierigkeiten be­reitet und eine weitgehende Entfremdung Kanadas vom' englischenMutterland" her­beiführt, ist das immer stärker werdende Uebeigreifen der Vereinigten Staaten nach Kanada geeignet, eine völlige Abtrennung Kanadas von England und seine Einalieds- rung als 49. Vundesstaat in die USA. zu erziele». Bietet doch dieser Krieg Herrn Rvosevelt den willkommensten Anlaß, um das benachbarte britische Dominion in im­mer größere politische und wirtschaftliche Hö­rigkeit von den USA zu bringen. Nachdem Kanada «am 10. September 1939 in den iekigen Krieg eingetreten ist. konnte seine Wirtschaft mit derjenigen der USA. im Rahmen des Pacht- und Leihaesetzes immer mehrkoordiniert" werden. Das ging um io leicht«»-, als England schon bald nach Kriegsausbruch gezwungen war. zur Bezah­lung der ungeheuren Summen, welche die Krieaslieserunaen der USA erfordern, seine kanadischen Guthaben an die Banken der Wallstreet abzugeben. Ein weiterer Schritt auf dem Wege in die Abbänniqkeit der USA. war es dann. daß am 18. August 1940 im Städtchen Ogdensburg im Staate Newyork ein Abkommen getroffen wurde, durch wel­ches ein gemeinsamer ..Vcrteidigungsans- schuh" der USA. und Kanadas gebildet