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Erscheint 7ma l wö chentlich
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Varleiamriiclie Layeszettung
vos flmtsblatl des Negierenden vürgcrmcistcrs der Zielen Hansestadt vremen
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flmtiichcs verkündungsdlatt des Ncichsstatttfalters in Oldenburg und vrernen
Nr. 15 , 14. Jahrgang
Sonntag, 16. Januar 1944
Einzelpreis 15 Npf.
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Silbenrätsels aus Nr. 1Z imkeroi. 3. Marmelade, 1. K isrcr, 6. Allgäu, 7. Teher« e. 10. Neufundland. 11. M ena. 11. Eichkamp, 15. Nem . Banane. — Nimm Rat «g e dein Urteil.
Drahtbericht unserer Berliner Schristleitung
Dr. re. scb Berlin, 15. Januar. Das Oberkommando der Wehrmacht hält es mit Recht im allgemeinen unter seiner Würde und angesichts seiner anerkannten Autorität für nicht notwendig, sich mit der feindlichen Lügouagitation im einzelnen zu befassen. Wenn aber einmal ein Schlag in das gegnerische Lügenkontor geführt wird, dann sitzt er auch. Die Nordamerikaner haben nach den mehrfachen Katastrophen bei den Tagesangrissen ihrer Bomber auf das Reich den Zwang verspürt, den Schock der USA.-Oei- fentlichkeit über die unfaßbaren eigenen Verluste durch maßlose Phantasien über angeblich riesige deutsche Jägerverluste zu -mildern. Diesen frechen Versuchen mußte einmal eni Riegel vorgeschoben werden. Das Oberkommando der Wehrmacht hat darum den verlogenen Zahlenangaben der Amerikaner über die angeblichen deutschen Jägerverluste bei drei amerikanischen Großangriffen die Tatsachen entgegengestellt, nack, denen sich unsere Verluste aus knapp ein Viertel der von den Amerikanern gemeldeten „Erfolge" stellen.
Was jetzt das Oberkommando der Wehrmacht über das Ergebnis der Luftschlachten mit nordamerikanischen Terrorfliegern festzustellen für richtig hielt, wird sich langsam auch in der Öffentlichkeit jenseits des Atlantiks herumsprechen und dazu führen, den niederschmetternden Eindruck noch zu verstär
ken. Wie furchtbar die Nachrichten selbst über die vorher noch vorsorglich halbierten amerikanischen Bombereinbußen, auch auf dem Lügenhintergrunde phantistischer deutscher Jägerverluste, in den Vereinigten Staaten empfunden worden sind, das bezeugt eine Darstellung in der nordamerikanischen Zeitschrift „Colliers", die jetzt in Deutschland eingetroffen ist. Anker Bezugnahme auf die Schlappe von Schweinsurt (11. Okt. 1913) heißt es wörtlich: „Wenige Kriegsereignisse seit Pearl Harbour haben die Nordamerikaner so sehr erschüttert wie die unlängst verlorenen 80 (tatsächlich waren es damals mindestens 123!) Bomber. Im weiteren Verlauf der Bombenangriffe gegen Deutschland werden ebenso groß, wenn nicht weit schwerere Verluste eintreten. Das sind trübe Aussichten."
Diese trüben Aussichten sind inzwischen in noch viel schlimmerer Weise Wirklichkeit geworden, als es sich der betrübte Artikelschreiber im „Colliers" träumen ließ. Die Verluste der amerikanischen Terrorbomber stellen sich ganz bedeutend höher dar, als das USA.- Bomberkommando es bisher zuzugeben wagte, während umgekehrt die Phantasie- eisolge im Lichte der amtlichen deutschen Richtigstellung stark zusammenschmelzen. Wenn sich die amerikanische Zeitschrift dann langatmig um den Nachweis bemüht, daß die amerikanischen Kommandosteklen an den schweren Verlusten keiüe Schuld trügen, so
kann man dem die Aeußerung des Generals Spaatz, des neuen amerikanischen Terroristenhäuptlings in England, entgegenstellen, daß er weder Material noch Menschen schonen werde, um den Erfolg zu erringen. „Colliers" stellt schließlich fest, daß es den amerikanischen Familien, die ein Mitglied im Luftkrieg verlieren, nur geringen Trost biete, wenn man ihnen versichere, daß jeder Angriff bis auf die kleinste Einzelheit sorgfältig vorbereitet und daß mit dem Leben der amerikanischen Boys kein Glücksspiel getrieben werde.
Ein amerikanischer Fliegerleutnant berichtet über seine Erlebnisse bei der Luftschlacht in Mitteldeutschland im „Daily Sketch" noch folgendes: „Wir drehten nach Hause ab. und dann war aber die Hölle los. Deutsche Jäger überfielen uns von allen Richtungen, von oben, von unten, von vorne, von beiden Seiten und von hinten. Das Flakseuer war furchtbar. Der Höhepunkt kam, als wir die deutsch-holländische Grenze überflogen. Mindestens 10 Feindjäger griffen die von unserer Formation noch übriggebliebenen 15 Flugzeuge an. Sie setzten vor, drehten, kamen wieder, einzeln oder zu zweien, aus uns zu und überfielen uns mit einem Hagel von Geschossen der Bordkanonen und Maschinengewehre, Wir sahen nichts mehr als gelbes, weißes oder silbernes Mündungsseuer, und (Forkjetzung au) Seile r)
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Ausdem Führerhauptquartier, 13. Januar. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Nordöstlich Kcrtsib, am Brückenkopf Niko- pol und südwestlich Dnjepropetrowsk scheiterten starke sowjetische Angrisse. Dabei wurden 1K feindliche Panzer abgeschossen. Nordwestlich Kirowograd sowie im Raum östlich und südlich Shaschkoff warfen unsere Truppen die Bolschewisten in Eegenangrissen zurück, während feindliche Angriffe erfolglos blieben. Südwestlich Pogrebischtsche machten unsere Gegenangriffe weitere Fortschritte. 15 feindliche Panzer und 23 Geschütze wurden hier vernichtet.
Westlich Verkitschen» zerschlugen Verbände der Waffen-ii im Gegenstoß zwei feindliche Regimenter und sägten den Bolschewisten schwere blutige Verluste zu. 2m Raum westlich Nowograd—Wolynsk und westlich Sarny hält der starke Druck des Feindes weiter an.
Im Kampfraum westlich Netschiza wurden wiederholte Angriffe der Sowjets abgewehrt und vorgedrungene feindliche Kampfgruppen im Gegenangriff zurückgeworfen. Bei Wi- tebsk scheiterten erneute mit Panzer- und Schlachtsliegcrunterstützung geführte Durch- brnchsversuche des Feindes. Oertliche Einbrüche wurden abgeriegelt.
Nordwestlich und nördlich Newel sowie nördlich des Jlmensees und im Raum von Oranienbaum griffen die Sowjets mit stärkeren Kräften an. Sie wurden in harten Kämpfen abgewehrt.
Leutnant Kühn in einem Panzerregiment schoß in den Abwehrkämpfen im Raum von Kirowograd seinen 50. feindlichen Panzer ab.
An der siiditalienischen Front setzten sich unsere Truppen nach schweren, für den Feind besonders verlustreichen Kämpfen im Abschnitt von Cervaro aus vorbereitet« Stellungen wenige Kilometer nach Westen ab. Der stark nachdrängende Feind wurde bei erneuten Angriffen abgewiesen. An der übrigen Front verlief der Tag ruhig.
Bei der Abwehr eines Angriffes britischer Flugzeuge im norwegischen Küstengebiet wurden durch Jäger und Flakartillerie von 12 angreifenden Flugzeugen sechs abgeschossen.
Starke britische Bomberverbände flogen in der vergangenen Nacht nach Mitteldeutschland ein. Unsere Lustverteidigungskräfte verhinderten jedoch die Durchführung eines zu- iammengefahten Angriffes. Der Feind warf planlos Bomben aus einige Orte. Nach unvollständigen Meldungen wurden 10 Bomber abgeschossen. 11 weitere Flugzeuge verlor der Feind bei Tage über den besetzten Westgebieten.
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt ferner bekannt:
Um den Eindruck der fortgesetzten schweren Verluste, die die nordamerikanischen Terror- slieger bei ihren Angriffen gegen die deutsche Bevölkerung erleiden, in der amerikanischen Oeffentlichkeit abzumildern, gibt die amerikanische Luftwaffe fortlaufend weit übertriebene Abschuhzahlen deutscher Jäger bekannt. So behaupten die Amerikaner, bei ihren Angriffen am 11. Oktober 1013 auf Schweinfurt 101, am 11. Dezember 1013 auf
Emden 138 und am 11. Januar 1011 in Mitteldeutschland 152, also insgesamt 381 deutsche Jäger abgeschossen zu haben. Die tatsächlichen Verluste dagegen betrauen 98 deutsche Flugzeuge. Mehr als ein Drittel der Besatzungen konnte mit Fallschirm abspringen und blieb unversehrt.
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Berlin, 15. Januar. In den Abendstunden des 11. Januar drangen, wie der Wehrmachtbericht vom 15. Januar meldete, britische Terrorbomber unter Ausnutzung der für vie Luftabwehr ungünstigen Wetterlage gegen das Innere des Reichsgebietes vor. Die feindlichen Verbände wurden jedoch beim Attslug von deutschen Nachtjägern ersaßt und mit stärkeren Kräften bekämpft. Flakbatterien legten gutgezieltes Sperrfeuer, bei dessen Ueberwindung die Terrorverbände ebenfalls Verluste erlitten.
Einige unserer Nachtjäger errangen mehrere Luftsiege, so Eichenlaubträger Major Lent, der allein drei Terrorbomber in kurzer Zeit abschoß. Abgesehen von den bisher bereits festgestellten 19 abgeschossenen Bombenflugzeugen dürste damit zu rechnen sein, daß die von deutscher Seite nicht kontrollierbaren Verluste der Briten durch Abstürze beschädigter Flugzeuge auf dem Rückflug über See odgr beim Versuch der Landung recht erheblich sind. da während des Bombenangriffs von Westen her eine Schlechtwetterfront heraufzog, die mit Nebel und Wolkenbildung eine starke Sichtverschlechie- rung mit sich brachte.
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ckr- w Berlin, 15. Januar. Nach viertägigem Brüten haben die polnischen Emigranten am Sonnabend früh in London ihre Antwort auf das Moskauer Ultimatum, das die Taß-Agentur am 11. Januar verbreitete, veröffentlicht, Sie standen vor der Wahl, entweder ihre, bisherige unnachgiebige Haltung fortzusetzen, um dann auch von den Engländern und Amerikanern abgeschüttelt zu werden, oder nachzugeben und vielleicht vorläufig doch einen Teil ihres eingebildeten Einflusses zu retten. Sie haben sich unter mehr oder minder starkem diplomatischen Druck für den letzten Weg entschieden, ohne auch nur den Versuch zu machen, dabei eine heldische Rolle zu spielen.
' Ihre Antwort ist ihnen offenbar ziemlich wörtlich von Eden redigiert worden; denn sie haben versprechen müssen, jetzt von jeder weiteren öffentlichen Erörterung abzusehen. Auch der verklausulierte Verzicht auf die polnische Ostgrenze ist aus englischen Einfluß zurückzuführen. „Die polnische Regierung" so heißt es in der Erklärung des polnischen Emigrantenklubs, „kann einseitige Entscheidungen nicht anerkennen oder Tatsachen nicht zustimmen, die sich auf dem Boden der polnischen Republik abspielen oder abspielen Tonnen," Sie habe aber wiederholt ihren „aufrichtigen Wunsch nach einer Verständigung mit Moskau" zu erkennen gegeben. Deshalb wende sie sich an die Regierungen in London und Washington, um durch deren Vermittlung (!) polnisch-bolschewistitche Besprechungen herbeizufüh'en, an denen die beiden anderen Regierungen teilnehmen sollen. In diesen Besprechungen könnten dann ,,alle noch offenen Probleme" erörtert werden
Der Verzicht auf Ostpolen ist also für die Polen heute nur noch ein „offenes Problem". Sie spielen in dieser ganzen Angelegenheit eine klägliche Rolle, ebenso kläglich wie England, das seine berüchtigte: Sicherheits- garantie für Polen vom Frühjahr 1939 vergessen hat und die -Polen jetzt nach dem Befehl Stalins mit der Hoffnung auf Gebiete „entschädigen" möchte, die erst noch erobert werden müssen.
Man muß sich immer wieder vor Augen halten, mit welchen infamen Mitteln und mit welcher Skrupellosigkeit gerade die Londoner Regierung 1939 die Polen gegen Deutschland aufgewiegelt hat. Damals ging es nicht um Abtretung großer polnischer Gebiete. damals ging es nur um die Rückgabe der alten deutschen Hansestadt Danzig an das Reich. Das war alles andere als ein Kriegsgrund. Aber England wollte den Krieg und steckte sich hinter die Polen, die kurzsichtig und verbohrt genug waren, sich für England in den Krieg treiben zu lassen. Jetzt bekommen die- Polen den Dank Englands. Die polnische Exilregierung sieht sich. nachdem sie Macht und Land verspielt hat. verraten und betrogen und gezwungen, vor Moskau in die Knie zu gehen.
Immerhin sind die Engländer heilfroh, dem polnischen Emigrantenklüngel wenigstens die jetzige „Erklärung" abgepreßt zu haben. Eden hatre zunächst darauf bestanden, diese ganze unbequeme Frage bis nach dem Kriege zu verschieben, um dadurch polnische und bolichewistiiche Empfindlichkeiten zu schonen. Das ist ihm von Moskau aus unmöglich gemacht. Jetzt muß er schon zufrieden sein, wenn er einen faulen Kompromiß zu-
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stände bringt. Auch das ist nicht ganz einfach gewesen.
Die Engländer'rechnen damit, daß „einige radikale Persönlichkeiten in der polnischen Regierung die ganze Erklärung süv untragbar halten und aus dem Staatsapparat ausscheiden", was ihnen aber mit Rücksicht auf Moskau nicht einmal unwillkommen wäre. Stalin muß auch nach dieser Richtung bereits bestimmte Wünsche geäußert haben. Deshalb sind die Engländer mit dem „Akt weiser Stwatskunst", den die Polen, von sich gegeben hätten, sehr zufrieden. Die offiziöse Nachrich- tenägentur Exchange Telegraph gibt dieser Stimmung deutlich Ausdruck. Sie spricht davon, daß „die Meinungen hart aneinander gerieten", und deutet gleichzeitig an, daß-es Edens Verdienst, sei, wenn in der ganzen Erklärung „kaum ein'Wort zu finden sei, das die BolHewisten verärgern und die Spannung weiter steigern" könne.
England und Amerika sollen also die „Vermittlung" in Moskau übernehmen. „Exchange Telegraph" nennt das eine heikle Aufgabe, denn bisher hätte Stalin die „polnische Regierung mit abfälligen Aeußerungen bedacht und wenig Neigung an den Tag gelegt, sich mit ihr an einen Tisch zu setzen". Aber umsonst wird wohl Eden nicht fortgesetzt Fühlung mit dem bolschewistischen Botschafter aufrechterhalten haben, so daß Stalin in solchen Formfragen mit sich reden lassen wird. Für ihn ist es die Hauptsache, daß er sein Ziel erreicht hat. Auf dieser Viermächtekonzerenz werden die Polen den Verzicht auf die östliche Hälfte ihres Gebietes endgültig schlucken müssen. i
^ Seil einigen Wochen wenden die Engländer und Amerikaner in ihrer Agitation das Worl vom „mathematischen Kriege" an. Sie tun so, als ob der Krieg ein verhältnismäßig einfaches Rechenexempel sei, dessen Lösung haargenau so ausfallen müsse, wie sie sich aus der Zusammenzählung der ' einzelnen Posten, die sie in die Waagschale weifen können. ergibt. Als ihre Hauptposten stellen sie die Zahl ihrer Boinber und die vielstelltgen Ziffern ihrer Bombenkilogramme auf, die sie über«Deutschland abgeworfen haben oder noch abzuwerfen gedenken. Das Ganze braucht nur mit der entsprechenden Zahl von Tagen, Wochen und Monaten multipliziert zu werden. darunter kommt der Additionsstrich, und dann muß die Rechnung ganz nüchtern und einfach aufgehen. Mit anderen Worten: bis zu einem bestimmten Termin würden sie den Krieg gewonnen haben.
Sie lieben es, ihre Schandtaten, mit denen sie wehrlose Frauen und Kinder in Deutschland ermorden und mit denen sie unersetzliche Werte der abendländischen Kuliur in Schutt und Asche legen, ebenfalls ..matbe- matisch" auszudrücken. Die Zerstörung von Hamburg zum Beispiel kostet sie, sagen wir.: rund 359 Millionen Mark, Berlin wird entsprechend „teurer" und andere Städte eben „billiger" veranschlagt. Selbstverständlich wird auch ein bestimmter Prozentsatz der eingesetzten Bomber auf Verlustkonto gesetzt und abgeschrieben. Aber diese ..Risikoquote" richtig einkalkuliert, muß die Rechnung aufgehen. ^ '
» Sie begehen dabei-^nur den einen Fehler, zu übersehen, daß der Krieg eben Krieg und kein Rechenexempel ist. Sie verkennen dabei völlig oder wollen es nicht einsehen, daß nicht die absolute Zahl der Bomber oder das Millionengewicht der Bombenlasten die ausschlaggebende Rolle spielen, fordern jene vielen Unwägbarkeite», die man weder matbe-, malisch noch geschäflstechnisch ausdrücken kann. Und einige dieser UnavwäHbarkeiten sind die Härte, der Fleiß und dre starken Herzen der Heimat und die Tapferkeit und das Draufgängertum unserer Soldaten, in dem speziellen Falle des Terrorluftkrieges auch noch? der Kampfgeist unserer Jagdslie- ger. Nach-dem bekannten Seemannssprich- wort, daß 'nicht Schisse, sondern Männer kämpfen, erfahren wir bei jedem Terror- angriff aufs neue, daß nicht unsere Jagd Maschinen und die darin eingebauten Bordkanonen und MG.s allein es sind, die den Gegner herunterholen, sondern-daß es die Kühnheit und das Können der Männer ist, die die an sich taten Dinge lebendig und zu einer furchtbaren Gefahr für den Gegner werden läßt:
U Daß wir darüber hinaus auch das manchmal erdrückend erscheinende zahlenmäßige Gewicht des Gegners an Menschen und Material unter normalen KaiNpsbedingungen nicht zu fürchten haben, das hat die jüngste, bisher größte-. Luftschlacht über Nordwcft- und Äkitteldeutschland bewiesen, die den Gegner 121 Boinber und 12 Jäger gekostet hat, „Ja, aber wir Häken, auch neun Jäger dabei verloren!" Der Mann, der diesen Einwand bei der Diskussion über diesen immerhin doch sehr großen Erfolg unserer 'Lustabwehr tatsächlich machte, hatt« vielleicht nur sagen wollen. daß kein Sieg ohne Opfer erfochten wird, und daß der Gegner sich nach Kräften, gewehrt hat. Nun hatte der OKW.-Bericht eindeutig von neun eiaenen Verlusten geivrs-, chen. Hätte es stattdessen ..geringe eigene Der, luste" geheißen, dann hätte der Mann mit den objektiven Einwänden vielleicht die rhetorische Frane gestellt: ..Und wie bock mögen da unsere eigenen tatsächlichen Verluste gewesen, sein?" , ^ . s
ff Es .ist ,nicht"nur^eine/ nenneN^ wir es : ..Eigenart" der Deutschen, sondern aller Döst: ker, das Schlimmeueher zu glauben und lo- aar noch zu übertreiben als das Tatsächliche so hinzunehmen, wie es wirklich'ist. Wenn, wie wir es schon oft erlebt haben, ein schweb rer Terroranoriks auk die. eigene oder eine benachbarte Stadt erkolgt' ist. so erbebt sich sofort die Fraae nach der Zahl dex.gingeflo- genen Flugzeuge. Irgend jemand.weiß auch
gleich die Antwort. Woher er sie Hai, das kann er meist selbst nicht sagen; gewöhnlich „aus zuverlässiger Quelle'. Und die Antwort lautet vielleicht: „Es sollen 300 gewesen
sein." Durchaus bewußt und mit Vorbehalt legt er den Ton aus „sollen". Der Nächste läßt das Wörtchen „sollen" einfach weg-und- jagt mit Ueberzeugung:. „Es waren übet; 300." Und nach irgendeinem — vielleicht! mathematischen Gesetz steigert sich diese, Zahl schließlich bis zu einer Höhe. die mit! der Wahrheit auch nicht mehr im entfern-! testen übereinstimmt. Ebenso ist es mit der Zahl der abgeworfenen Bomben, der Anzahl! der Todesopfer, der.angerichtetem Zerstörun-! gen, sehr selten dagegen mit de/ Zahl der) abgeschossenen Tcrrorslugzeuge.
Es soll hier nicht einer leichtfertigen Vaga-s tellisierung das Wort geredet werden. Daß die durch den Terror angerichteten Schäden in den betroffene^, Städten zum Teil sehr groß sind, daß Hunderte und Tausende den Tod gefunden haben, daß noch mehr ausgebombt sind und damit alles verloren haben, was sie sich in Jahren und Jahrzehnten mühsam erworben haben, ist häufig leider traurige Gewißheit. Aber hüten wir uns vor maßlosen Uebertreibungen., Sie sind gerade das. was der Gegner beabsichtigt. Denn dadurch schwächen wir unsere seelische Widerstandskraft: in einer nicht zu verantwortenden. Weise.
, Man frage einen Kolporteur solcher Meldungen : „Woher haben Sie diese Neuigkeiten?" Und er wird regelmäßig einen dritten oder vierten nennen, der sie von einem fünften oder -feckmen haben ..soll". Ost kann man sich darüber hinaus durch eigenen Augenschein - K B. durch Besichtigung von Schasensstel-' len davon überzeugen,'Laß Sensationslust oder ein anderes Phänomen, das nur in Kriegen aufzutreten pflegt, solche Uebertreibungen hervorgerufen haben. - H
Dieses erwähnte Phänomen ist durchaus nicht erst in unseren Tagen und in diesem Kriege aufgetaucht, es ist vielmehr uralt. Ge- ncral Carl von Llausewitz, der wohl wie kein zweiter sich in die Probleme des Kriegcs vertieft har, hat dieses Phänomen ini O. Kapitel des '. Buches -eines schon vor 115 Jahren geschriebenen Werkes „Dom Kriege" untersucht und ist zu folgender -Feststellung gekommen: „Ein großer Teil der Nachrichten, die onan im Kriege bekommt, ist widLr'ptechend, ein noch größerer ist -falsch und ben. weiten, der größte einer ziemlichen UngchNtWü'.l unterwarfen. In der -Regel ist jeder genest, das Schlimme etwas zu vergrößern; Lud-die GejKhrsichkeiken, welche auf MeM Weise berichtet werden, obgleich sie wie die Wellen des Meeres in sich selbst zufammenfintcu. kHren
doch wie jene ohne sichtbare Veranlassung, immer von neuem zurück." . ',
Selten ist Böstvilligkeir, viel häufiger dagegen -Gedankenlosigkeit und auch >das verständliche Bedürfnis, sich über den Krieg, der ja in das Leben iast eines joden einmal schmerzlich eingreffr, auszu-sprschen. die Ursache dafür, daß das „Schlimme" viel schlimmer dargestellt wird, als es wirklich ist. Das Erstaunliche dabei -ist jsrner, daß das „Schlimme" mit -wachsender Entfernung - also -je weiter vom Ort des Ereignisses, um, so mehr -- -sich vergröbert und vergrößerKWie oft ist von maßgeblicher Stelle darauf hingewiesen worden, daß der Gegner zwar nicht unterschätzt, aber auch nicht überschätzt wenden >da.w. „Beim 'Feind regnet's auch", haz der Alte Fritz gesagt. Der Gegner kanri -viel, aber er -kann nicht alles, und wie oft schon hat-chr erkennen müßen, daß auch-seine Baume nicht in den Himmel wachsen. ,
am,
es zu denken: „Wir wollen das' Schlimmste annehmen; wenn es dann weniaer ichtl-mv, kommt, um so besser" Der Geg rer , »ir r immer wieder das Schlimmste i-ur unsere Zukunft aus. Er Knickst sparsam m-st Hoppla- ^ren. Ex erzählt uns init sadistlichcr Freude 'fastZäglich, wie Deutschland anfgete l m ec wirtschaftliches nrßd k-uldurelles Leben zerschlagen, uniere. Männer, ja sogar umere Kinder zur FronMekt vertchlcppr -werden -oll^n Eij