Ausgabe 
(11.1.1944) 10
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Punkt, 2. Elite. 3. Leber, r. 7. Ries, l>. Troß,. 10. Autor, Lesen, 17. Terz, 18. Liter, irrte, 21. Assel, 22. Seil.

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Vcu^teicmrt^iclie Layeszettnng

Das flmtsdlatl des Negierenden Bürgermeisters der Zielen Hansestadt Bremen

üev Narionaildzial.isteri. Vrenrens

sinnliches verkündungsbiait des Neichsstattlialters in Bldenburg und Bremen

Nr. 10 , 14. Jahrgang

Vienstag, 11. Januar 1944

kinzelpreis 1S l^pf.

vis ksrlen MnIsrkLmpke so üer Osttronl äauern an

Schiffsziele vor der Cyrenaika bombardiert

Aus dem Führerhauptquartier, 10. Januar. Das Oberkommando der Wehr, macht gibt bekannt:

Westlich von Otschakow wurde «in bolsche­wistischer Landungsversuch von Einheiten der Kriegsmarine vereitelt.

Im Raum von Kirowograd wurden starke feindliche Angriffe abgewehrt und die Bol- schewisten in erfolgreichen Gegenangriffen zurückgeworfen.

Südlich und südwestlich Progrebischtfche sind harte, wechselvolle Kämpfe mit dem weiter vordringenden Feind im Gang«. Eine vorübergehend verlorengegangene Ortschaft wurde im Eegcnstog zurückerobert und da­bei ein sowjetisches Bataillon vernichtet. Der Feind hatte hohe, blutige Verluste und verlor 17 Geschütze. In den letzten Tagen hat sich bei den Kämpfen in diesem Raum die 17. Panzerdivision unter Führung des Generalmajors von der Meden durch Standhaftigkeit und schneidig geführte Ge­genangriffe besonders ausgezeichnet.

Südlich und westlich Verditschew zerschlu­gen unsere Truppen zum Teil im Gegenstoß heftige Angrisse der Sowjets und vernich­teten, 31 feindliche Panzer.

Die deutsche Luftwaffe griff wiederholt mit starken Kräften an den Schwerpunkten in die Erdkämpfe ein und belegte Bereit­stellungen und Panzeransammlungen des Feindes wirksam mit Bombe«. Bei der Be­kämpfung des sowjetischen Nachschubverkehrs wurden fünf Materialzüge zerstört, acht wei­tere Züge beschädigt.

Im Randgebiet der Pripjetsümpfe kam es zu örtlichen Kämpfen mit feindliche» Aus, klärungskräften westlich NowogradWolynfk und Tarny.

Westlich Retschiza setzten die Sowjets ihre Angriffe fort. 2n schweren Kämpfen schei­terten auch gestern alle Durchbruchsversuche der Bolschewisten. Oertliche Einbrüche wur­den abgeriegelt.

Südöstlich Witebsk wiesen unsere Truppen erneute starke Angrisse des Feindes ab. Die gestern für den Bereich eines Korpsabschnitts gemeldete Abschußzahl von S7 Panzern hat sich aus 71 erhöht. 2m gleichen Korps­abschnitt wurden gestern weitere 87 sowje­tisch« Panzer abgeschossen. Nordwestlich Wi­tebsk grisfen die Bolschewisten wiederholt erfolglos an. Bei der Säuberung eines Wald­gebietes wurde eine stärkere Kampfgruppe des Feindes vernichtet. Das sächsische Gre­nadier-Regiment 458 unter Führung des Oberstleutnants Lacher hat sich hier bei den Kämpfen der letzten Tag« besonders be­währt.

Im Westabschnitt der süditalienischen Front brachen mehrere örtliche Angriffe des Fein, des in unserem zusammenqefatzten Artillerie­feuer zusammen. An der übrigen Front ver­lief der Tage bei ersolgreicher eigener Stotz- trupptätigkeit ruhig.

In den ersten Morgenstunden des S. Ja­nuar griffen deutsche Kampfflugzeuge Schifss- ziele vor der Nordküste der Cyrenaika an. Aus vier Handelsschiffen mittlerer Größe wurden mehrere Bolltresser erzielt. Mit der Vernichtung zweier dieser Schisse ist zu rech­nen. Ein eigenes Flugzeug ging verloren.

vss Licksnlsud vsrUsksn

Führerhauptquartier, 18. Ja«. Der Führer verlieh am 7. Januar das Eichen­laub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Hauptmann Helmut Kalditz, Komman­deur eines Pionier-Bataillons, als 388. Sol­daten der deutschen Wehrmacht.

vsr külirer ekrt vsräisnlso Ksosrsl äsr sllsa Lsisrrelckincksn Armes

Wien, 18. Januar Am Sonntag feierte ein verdienter Offizier der alten österreichischen Armee, Feldmarschalleutnant Karl Freiherr Tzap von Birken stetten, seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlaß befördert« der Führer Feldmarschalleutnant Czapp von Dirkenstetten zum General der Artillerie a. D. mit der gleichzeitigen Verleihung der Uniform der neuen Wehrmacht und über­mittelte ihm telegraphisch seine Glückwünsche.

VersMklerIemäUZie^llnlck suk unsere Advedriront im ÜLteo

^Vs/'tS5s ^U5c/s/inung c/sf IVi'ntSfLck/oc/it O/s /fö/t Llcrnc/

Drahtbericht unserer Berliner Schristleitung ür. v. «ob. Berlin, 10. Januar. 2n der ge­wandelten gesamtstrategischen Lage des Krieges, in der wir ein verstärktes Gewicht auf die Abwehrvorbereitungen gegen west­liche Jnvasionspläne gelegt haben, mutzten wir selbstverständlich auch mit immer wie­derkehrenden krisenhaften Zuspitzungen an der Ostfront rechnen. Aber aus allen bishe, rigen Erfahrungen können wir die Zuver­sicht schöpfen, daß die überlegene militärische Führung und die unvergleichlich viel stär­kere Kampfmoral unserer Truppen in jeder Lage einen Ausgleich zu schäsjen vermögen. Die Möglichkeit, den weiten Raum als Waffe zu benutzen, ist dank der riesenhaften territorialen Erfolge im ersten Abschnitt des Krieges im Osten noch lange nicht erschöpft.

Berlin, 18. Januar. Wie bereits kürzlich gemeldet, verlieh der Führer dem am 28. De­zember 1883 in Berlin geborenen Oberst Adalbert Schulz als 9. Soldaten der deut­schen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes mit Schwertern und Brillanten. Der Führer empfing am 8. Januar 1944 den verdienten Panzerossizier und überreichte ihm die hohe Auszeichnung. Gleichzeitig beförderte er ihn zum General­major. Damit ist Generalmajor Adalbert Schulz innerhalb Jahresfrist vom Maior zum General befördert worden.

Generalmajor Adalbert Schulz, der erst vor wenigen Wochen 40 Jahre alt geworden ist, hat in ungezählten Kämpfen bewiesen, daß er ein Panzerführer großen Formats ist. Auf den Maashöhen bei Dinant, bei Smolensk und Wjasma, bei Bjelgorod und Shitomir hat er immer wieder, oft mit zahlenmäßig schwachen Kräften, hervorragende Leistungen vollbracht, deren Auswirkungen weit über

Gewiß nehmen wir heute die sowjetischen Angriffe im Raume von Kirowograd, üd- lich von Pogrebischtsche, südlich und westlich Verditschew und das Erscheinen der sowje­tischen Aufklärungskräfte westlich von No­wograd'Wolynsk (Swjagel) und Sarny nicht auf die leichte Schulter. Was unsere Trup­pen an diesen Frontabschnitten gegenüber der zahlenmäßigen Ueberlegenheit des Fein­des zu vollbringen haben, grenzt anS Ueber- menschliche. Aber sie vollbringen es, und wenn auch weiterhin hier und da die Not­wendigkeit zu Frontveränderungen sich er, gibt, so bleibt doch angesichts der immer noch bestehenden Möglichkeiten des weiten Raumes entscheidend, daß die Sowjets nicht zu dem angestrebten Erfolg des strategischen Durchbruchs mit allen seinen Folgen kom-

den öön ihm geführten Verband hinausgin­gen. Gerade bei den Kämpfen der letzten Mo­nate, für die er auch mit den Brillanten aus­gezeichnet worden ist, wurde er oft von einem Brennpunkt der über Hunderte Kilometer ausgedehnten Schlacht zum anderen geworfen und hat häufig, auf sich allein gestellt feind­liche Uebermacht zurückgeschlagen. Das hat gezeigt, daß er Draufgängertum mit Beson­nenheit, Wendigkeit mit zäher Entschlossen­heit in sich vereinigt, daß er ein Kämpfer mit heißem Herzen und kaltem Kopf ist.

So steht er vor uns als der Typ des Pan- zersührers, wie ihn diese junge Wasi? braucht. Wie sie in mancher Beziehung die Nachfolge­rin der Kavallerie ist, so läßt die Beförde­rung des Oberst Schulz zum Generalmajor unwillkürlich auch an einen der berühmtesten und bekanntesten Reitersührer, General von Seydlitz, denken. Die hohe Auszeichnung des Generals gilt mit ihm zugleich den unver­fänglichen Leistungen der Panzerwasse des deutschen Heeres.

men, Haß immer wieder ihr« taktischen Ein­brüche, selbst wenn sie im ersten Augenblick einmal bedenklich aussehen bald abgeriegelt werden können, daß nach ungeheuerlichen Aderlässen der Feind immer erneut sein Spiel beginnen muß. und daß der erfolg­reichen Abwehr von Feindangriffen immer wieder deutsche Gegenangriffe folgen.

Ueber die Kämpfe am Sonntag werden von amtlicher Seite noch folgenbe Einzel­heiten bekannt:

In der Winterschlacht im Osten verstärkte sich am 9.. Januar der feindliche Druck an einigen Abschnitten noch mehr. Im gleichen Maße wuchs aber auch der Widerstand der deutschen Truppen. Ehaiakteicistisch dafür waren die Kämpfe im Raum von Kirowo- qrad. Hier leiteten die Bolschewisten neue schwere Angriffe ein Unsere Grenadiere und Panzerverbände behaupteten aber ihre Stel­lungen und führten an verschieden» Punk­ten energische Gegenangriffe. Die fächer­förmig von Westen her im Bereich der Bahn­linie Rowoukrainsk-Kirowograd angesetzten Gegenstöße durchkreuzten die Durchbrüchs- äbsichien der Bolschewisten.. Sie spalteten im Zusammenwirken mit der Luftwaffe die ge­schlossene Masse der sowjetischen Sloßver- bände auf und drückten sie zurück. Mehrere Ortschaften wurden nach Brechen zäher Ge­genwehr genommen. Auch nördlich Kirowo­grad konnten die den ganzen Tag über an­dauernden seindlichen Angriffe abgewiesen werden, wobei ein« Aufklärungsabteilung 15 Sowjetpanzer abschoß.

An der zwischen mittlerem Dnjepr und sberen Bug gegen die aus dem Raum von Shitomir nach Süden drängenden Bolsche­wisten errichteten Abschirmungsfront ent­wickelten sich in den mittleren und westlichen Abschnitten schwere hin Und her wogende Kämpfe. Südlich Kiew. wo bei den jüngsten Kämpfen um Takuraschtscha eine aus Heeres­artillerie und Pionieren bestehende Kampf- lFortletzung aus Seit» L)

vsutsck-sr-kvsArrckss Vsrvv- imL Astilllnysadkommgn lür 194'i

Berlin, 10. Januar, Die von einer deut­schen Delegation unter Vorsitz des Ministe­rialdirektors Dr. Walter und einer schwedi­schen Delegation unter Vorsitz des Gesandten Häggloff in Stockholm geführten Verhand­lungen über die Gestaltung des deutsch- lchwedischen Waren- und Zahlungsverkehrs im Jahre 1944 sind am 10. Januar 1944 be­endet worden. Es ist dabei gelungen, wie­derum zu einem umfassenden Abkommen zu gelangen. Der Umfang des nach wie vor im Wege der Verrechnung erfolgenden Zah­lungsverkehrs wird wie im Jahre 1943 auf beiden Seiten auf insgesamt rund 900 Mil­lionen Mark geschätzt. Unter Berücksichtigung der planmäßig erfolgenden Rückzahlung der früher vereinbarten Jndustriskredite ergib: sich danach der Umfang des Warenverkehrs im Jahre l944. Schwedischerseits werden in der Hauptsache Erz, Stuhl; Maschinen, Holz. Zellstoff Papier und dergl., deutscherseits Kohle, Koks, Handelseisen, Chemikalien usw. geliefert.

Gleichzeitig find da» Preisabkommen vom Februar 1943 und das Prjvatschuldenabkom- men für das Jahr 1944 verlängert worden. Ein zwischen den beteiligten Stellen abge­schlossenes Schiffahrtsabkommen für dar Jahr 1944 ist genehmigt worden. Gleichzeitig haben Verhandlungen über den sogenannten Goeteborgverkehr stattgefunden, die zu einer vertraglichen Regelung für das Jahr 1944 gesuhlt haben.

Oberst 8ckulr ivuräe Kenerslmsjor

/n ^o/i5sr/nst vom ?4o/of rum Osnsro/ - kin ?onrss/ükrs7 groLsn formots

künsatrbespreckunxen bei clem DrSger cler LriUsaten, Generalmajor ^üalbert 8cbnlr. vsr vivisionskominänäsur eines ^cdsadniN? slinics vorn) bei äsr Linsatrbsspreckunz mit ciein mit «lern Lickenlsub mit Lclivsrtsrn uncl brillanten susgsrsictinetsn Lensrsl- msjor Lctiuir seilte mit scbvsirer kslclmütre) unct seinem 8iab.

rN.-Lutn.: Nctexsder. SctieMer lUU)

LiaLoivjet-Lurops" ivsr in lekersn descklonseae 8scde

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Drahtbericht unserer Berliner Schristleitung är. v. sei,. Berlin, 10. Januar, Im anglo- amerikanischen Lager sollte man aus den früheren Erfahrungen gelernt haben, in der Beurteilung der schweren Kämpfe an der Ost­front vorsichtig zu sein und nicht in nervöser Ueberhastung Folgerungen zu ziehen, die sich bisher stets als Illusionen erwiesen und zu bedenklichen Stimmungseinbrüchen in Eng­land und in den Vereinigten Staaten geführt haben. Aber die britisch-amerikanische Agita­tion hat diesmal erst recht alle Bedenken bei­seite geschoben, weil die Oeffentlichkeit in England und in den Vereinigten Staaten Angst vor den Opfern einer Jnvanon im Westen hat und sich immer noch der Hoffnung hingeben möchte, daß die Bolschewiken es allein schaffen oder zumindest dem General Eisenhower seine Aufgabe wesentlich erleich­tern könnten. Wenn daher im Hinblick auf diese stimmungsmäßigen Momente die Er­folge der Sowjets bei den Weftmächten wie­der einmal ins Maßlose übertrieben werden, so wurde dabei zunächst die große politische Gefahr übersehen, daß das sowset-polnifche Problem in diesem Zusammenhang eine ganz scharfe Zuspitzung erfahren und daß dann gleichzeitig dir Entlarvung der britisch-ameri­

kanischen Kriegspolitik erfolgen mußte Das ist inzwischen so eindeutig geschehen, daß je­der verspätete Versuch, das zerschlagene Por­zellan wieder zu kitten, wie eine Groteske erscheinen muß.

Die weitere Beschäftigung mit dem bri­tisch-amerikanischen Fußtritt für Polen als einem Symptom und endgültigen Beweis für die Bereitschaft der Engländer und Ame­rikaner zum Verrat an Europa könnte bei­nahe schon langweilig erscheinen, wenn es nicht im Interesse der endgültigen Festnoge- lung als eine Notwendigkeit erschiene, auch die weiteren Phasen der Entwicklung zu ver­zeichnen. Es gilt vor allem, auch die plötz­lich aufgetauchten Erkenntnisse in bestimmten neutralen" Bereichen festzuhalten, um dem Gedächtnis dieser Neutralen gegebenenfalls nachzuhelfen, wenn sie über kurz oder lang ihre Neigung zur Vergeßlichkeit offenbaren sollten.

Heute jedenfalls erscheint der stimmungs- mäßige Umschwung an einzelnen Stellen ge­radezu frappant. So hat beispielsweise die schwedische ZeitungAftontidningen" bisher fast ausnahmslos gehässige deutschfeindlich« Karikaturen gebracht. In der letzten Sonn­tagsnummer veröffentlicht dieses Blatt nun

plötzlich eine Karikatur, die das.Thema des britisch-amerikanischen Fußtritts für Polen eindeutig behandelt. Darauf sieht man, wie eine Frau, die das frühere Polen versinn­bildlichen soll, vor einem Amerikaner aus den Knien liegt und ihn um Hilfe anfleht. Der Amerikaner aber gähnt nur gelang­weilt. Unter der Zeichnung steht ein Ge­dicht, dessen erste Strophe in der Ueber- setzung lautet:Für Polen und Danzig ging England in den Krieg, Amerika auch, wenn es auch etwas länger dauerte; so hat man uns wenigstens in der Presse gesagt. Aber offenbar haben wir das nicht richtig begrif­fen." Und die letzte Strophe des Gedichtes lautet:Daß Stalin am Ende doch tut, was er will, dessen kann man jetzt schon sicher sein. Aber Washington mutz offenbar noch ein halbes Jahr lang heucheln, bis die Wahl vorbei ist."

Darin liegt zunächst ein grundlegender Fch- ler. Stalin wird am Ende nur tun können was er will, wenn der Faktor der deutschen Wehrmacht ausgeschaltet wäre. Der aber steht nach wie vor trotz vorübergehender Kriien unerschütterlich da und wird schließlich doch zum entscheidenden Gewicht in der Waag­schale des Krieges werden. Das jedoch ist rich­

tig. daß England und die Vereinigten Staa­ten von sich aus nichts mehr gegen Stalins Willen ausrichten können und wollen, und daß all ihr Gerede um die Dinge herum nichts als schamlose Heuchelei und ganz plum­per Wahlschwindel für Roosevelt ist.

Veioiüers deutlich hat das kürzlich die amerikanische ZeischristTime',' ausgesprochen. Sie leitet als Ergebnis von Teheran ab, daß die Sowjetunion als die beherrschende Macht im Nachkriegseuropa hervorgehen werde. Daß England im wachsenden Maße die Ausruft- kung erkennen müsse, die ein sowjetrussischer Europa auf die Weltlage haben werde, und daß die Engländer nicht einmal wüßten, ob sie auch nur in Westeuropa ein Minimum an kontinentalem Prestige zurückgewinnen könn­ten, nachdem sie bisher den Vorrang oder mindestens das Gleichgewicht der Macht aus dem europäischen Festland als wichtig für Großbritanniens Sicherheit angesehen hät­ten. Also nicht einmal den lächerlichen Traum von Smuts, der auf ein Ilebergreisen der Empire auf die westeuropäischen Randgebiete spekuliert«, erkennt man in den Vereinigten Staaten heute noch als berechtigt an.

(Fortsetzung auf Seit« U

4/«

Von Helmut Lünäermsnn,

Stsbslsiter cles llsickLpressecdeks

Es ist heute klar geworden, daß der gegen­wärtige große Kamps zu einem Ringen um die Schlüsselstellungen der kommenden Welt- entwicklung geworden ist. Europa oder Ame­rika, Nationalsozialismus oder Bolschewis­mus, Kapitalismus oder Sozialisnius, jü­dische Weltherrschaft oder Völkersreiheit, solche klare Fronten sind es, die sich eindeutig her- ausentwickelt haben aus der Verwirrung der Begriffe, mit der die britisch-amerikanische und die bolschrwistische Propaganda die wah­ren Absichten des Angriffs aus Deutschland und Europa verschleiern wollten.

Von der Antwort auf diese Fragen die durch die kämpferischen Ereignisse dps gegen­wärtigen Krieger entschieden weroen wird die Zukunft bestimmt. Eine Eroberunc, Euro­pa» vom Osten oder Westen würde die Aus- löschung einer Epoche bedeuten, die die Grundlage aller bisherigen Pölkerkultue ge­wesen ist. Ein Sieg oder auch nur die Er­haltung des bolschewistischen Prinzips als weltpolitischer Machtfaktor ist nur aus den Trümmern der Nationen denkbar, dre der Ausgangspunkt aller schöpferischen Kräfte der Menschheit sind. Die Fortsetzung der konzen­trierten kapitalistischen Ausbeutung in den Ländern der Plutokrati« kann ebenfalls nur zu einer Katastrophe führen, weil der Siede­punkt erreicht und ohne grundlegenden Wan­del ein; Erplosion unvermeidlich ist. Und ein Triumph bes Judentums in dem von ihm heraufbeschworenen Weltkampf müßte die end­gültige Machtergreifung dieser Rasse im Ge­folge haben, denn allein um dieies Zieles willen führt sie den Krieg.

Wenn wir die Lage überblicken, wie sie sich beute im fünften Kriegsjahr im Lichte die­ser großen Auseinandersetzungen darstellt, und wenn wir nachprüfen, wie weit die Ent­scheidungen schon gereist sind, so ergeben sich Feststellungen, die «inen tiefen Einblick nicht nur hinter die Front unserer Feinde, sondern auch einen wichtigen Ausblick aus die weiter« Entwicklung des Kampfes vermitteln.

Unter dem Zwang der Kriegsanstrengun­gen haben die Vereinigten Staaten das Prinzip derkontinentalen Solidarität" in den Mittelpunkt ihrer amerikanischen Politik gestellt. Mit dieser These stürzen sie in Süd- amerika Regierungen, entfesseln sie Revolu­tionen. finanzieren sie Kriegserklärungen, nach Europa aber senden sie verzweifelte Drohungen und Aufrufe zum Verrat an der kontinentalen Gemeinschaft, die sich durch den Verteidiguno^kampf dieses Krieges als natürliche Notwendigkeit herausentwickelt hat. Während die USA. das Prinzip der kontinentalen Solidarität in Amerika so grundsätzlich verkünden, versuchen sie seine Durchsetzung in Europa mit gleicher Leiden­schaft zu verhindern.

Die USA. sind vorangeschritten in der Organisation eines kontinentalen Angriffs. Sie haben Europa nicht weniger heraus­gefordert. als sie es gegenüber Ostasien getan haben. Sie finden die Antwort in dem un­ter langen Mühen und nach vielen Enttäu­schungen endlich emporwachsenden Gemein­schaftsgefühls auch der europäischen Völker­gemeinschaft. Unter diesem Aspekt aber ist Europa dem Angriff des amerikanischen Kon­tinents nicht nur gewachsen, sondern weit überlegen; denn seine Völker bilden letzten Endes die Urheimat des ganzen amerikani­schen Kontinents, und jedes europäische Volk ist das Vaterhaus eines amerikanischen. Un­ter den Schlägen des Krieges fängt Europa an zu begreifen, daß es unüberwindlich ist, wenn es sich nur auf seine kontinentale Kraft besinnt.

Auch die Antithese Bolschewismus Na­tionalsozialismus hat im Verlaus des Krie­ges eine besondere Beleuchtung erfahren. Daß die Bolschewisten nach einem Viertel- jahrhundert blutigster antinationalerEewalt- herrschaft, die sich noch 1940 in den baltischen Staaten in vfthischer Weise ausgetobt hat, nun plötzlich dierussische Volksseele" re­klamieren und in ihrer Propaganda die ver­staubten Walzen der zaristischen Vergangen­heit aufgelegt haben, ist nicht nur ein auf neutrale Journalisten und britische Bischöfe berechnetes Täuschungsmanöver, der Vor­gang zeigt auch, daß «in ganzes Menschen­alter bolschewistischer Vergewaltigung es nicht fertiggebracht hat, die gewiß wenig nachdenklichen russischen Massen zu überzeu­gen. Die hartgesottenen Moskauer Weltver- schworer haben das Klavier einer angeblich nationalen" Rührseligkeit hervorgeholt weil internationale Phrasen und Thesen die Feuerprobe der Schlacht nicht bestehen. Sie taugen nur, um Kraft zu zermürben, nicht, um sie organisieren. Ob die Mikrophone im Kreml vom ..Mütterchen Rußland" wim. mein, oder ob sie von derInternationale" erdröhnen, es sind die gleichen blutigen Lippen, von denen die falschen Laute kom» men die gleiche Absicht des Pölkrbetruqes. die den Ton angibt. I» der großen Ausein­andersetzung zwischen Nationalismus und Boffchcwismus aber zeigt diese Phase nicht nur. wie stark der bolschewistische Wellfeind «chon angeschlagen ist; es liegt für uns darin ^ Bestätigung besonderer Art für

unier Wissen um die naturgegeben« Kraft des Nationalsozialismus, der großen Pa­role. die ebrlich nur auf den Fahne« unseres Kampres steht.

Besonders dramatisch ist unter den Schlä. gen des Krieges die Auseinandersetzung zwi- schen Kapitalismus und Sozialismür gewor­den. Der Krieg, den die Kapitalisten' gegen das sozialistische Deutschland führen, muß auch in ihren Ländern von den breiten Massen der Schaffenden ausgekämpft werden Ihnen verweigert das kapitalistische System da» Anteil an den hellen Seiten des