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(10.1.1944) 9
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V arteianrtkclie Layeszettung

Las flmtsblatt des Negierenden vürgcrmcistcrs der Zielen fjansestadt IZrenien

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üer Nalionalsoziai-isten. Vremens

flmlliches verkündungsblatt des Ncichsstattiiailers in Videndurg und lZremen

7lr. 9,14. Jahrgang

Montag, 10. Januar 1944

Linzelpreis 1S Rps.

SAKS

vis sckvlsren LdvskrLSmyks sn äsr VsttroM üäusrn sn

NachlaZien der Kampstätigteit in Italien

Aus dem Führerhauptquartier, S. Januar. Das Oberkommando der Wehr­macht gibt bekannt:

Im Raum von Kirowograd dauert das schwere Ringen mit unverminderter Heftig­keit an. Im Westteil der Stadt wird weiter erbittert gekämpst. Entschlossen geführte Ge- genangrifse warfen die vordringenden Bol- schewisten trotz hartnäckigen Widerstandes an verschiedenen Stellen zurück. Dabei wurden zahlreiche Panzer abgeschossen.

Südlich Kiew, südlich und westlich Pogre- bischtsche und im Raum von Berditschew zer­schlugen unsere Truppen zahlreiche feindliche Angriffe. Verbände der Massen-ss warsen im Gegenstoß eine feindliche Brigade auf ihre Ausgangsstellungen zurück und vernichteten 27 sowjetische Panzer und fünf Sturmgeschütze.

Die Luftwaffe griff an den Brennpunkten mit gutem Erfolg in die Erdkämpfe ein und fügte den Sowjets hohe Verluste an Men­schen und Material zu.

Westlich Retschiza ging der Feind nach hef­tiger Artillerievorbereitung mit starken Kräften aus breiter Front zum Angriff über. Unsere Stellungen wurden unter Abriegelüng einiger Einbrüche überall gehalten.

Bei Witebsk lag der Schwerpunkt der so­wjetischen Durchbruchsangriffe gestern südöst­lich der Stqdt. Sie wurden trotz starken Pan­zer- und Schlachtsliegereinsatzes in erbitterten Kämpfen blutig abgewiesen. Die Sowjets verloren hier 84 Panzer, davon allein 57 in einem Korpsabschnitt.

An der füditalienischen Front lieg die Kampstätigleit des Feindes im Abschnitt westlich Mignano-Venafro nach. Mehrere ört­liche Angriffe gegen unsere Höhenstellungen wurden unter hohen Verlusten für den Feind abgewehrt. Auch an der Adria-Küste blieb ein starker Vorstoß des Feindes ohne Erfolg. Ein eigener Stoßtrupp vernichtet« einen feindlichen Stützpunkt und sprengte Mu­nitionslager in die Lust.

Einzelne britische Flugzeuge warfen in der vergangenen Nacht Bomben auf Orte in West- deutschland. Dabei wurde erneut der Aachener Dom getroffen.

Usus KMsrkrsurliLgsr

Führerhauptquartier, 9^.Hanuar. Der Füh­rer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generalmajor Richard John, Kommandeur einer Jnsanterie-Divifioni Mu- jor Beindt von Mitzla-ff, Kommandeur einer Panzcraufklärungs-Abteilung; Ober­leutnant d. R. Kurt Haude, Kompaniechef in einem Panzergrenadier-Regiment; Unter­offizier Friedrich Gab, Zugführer in einer Aufklärungs-Abteilung. Oberleutnant Haude ist an der Ostfront gefallen.

Ritterkreuzträger Major d. R. Hans Helm- ling, Bataillonskommandeur im einem würt- tembergisch-badischen Grenadier-Regiment, ist am ü. Dezember an der Spitze seines Batail­lons bei den weiteren Kämpfen an der Ost­front gefallen. .

Usmvslmsnn blouiltdLllsn"

Genf, 9. Januar: Englische Berichterstatter in Washington beschweren sich über eine giftmischerische" nordamerikanische Presse­kampagne gegen den neuen Oberkommandie­renden in Östasien, Lord Louis Mount- Üatton. So läßt sichOhio State Journal" vernehmen:Die würdige Haltung Mc Ar­thurs steht in schroffem Gegensatz zu dem Auftreten des Luftikus - Mounibatton, der übrigens ein Schwager des englischen Königs ist. Es wäre tragisch, wenn die Befehls­gewalt des Generals Mc Arthur zugunsten eines Londoner Windhunds. beeinträchtigt würde."Newqork Herald Tribune" ver­öffentlicht ebenfalls Leserbriefe, die den glei­chen Standpunkt vertreten. In einem von ihnen heißt es: ..Wenn es sich bestätigt, daß der USA.-Held Nr.- 1 'Mc Arthur tatsächlich dem Hampelmann Mountbation untergei ordnet wird. dann wird eine Welle des Zor­nes über das Land hinwegfegen, die ge­wissen Leuten in Washington höchst unbe­quem werden kann."

llie^llterscklscklImvÄes ill «acksenäer ttsktjgkeii iwä Härte

5c/ivvsfSL K/ngsn ks/ /(iVovvogfae/, 5Üc///ck /(k'svv unc/ öiSfc/,'t5c/isvv unc/ ks/ v^/tsi) 5 k /^6U65 Oi/sn5/vLto6 c/s5 <5ow/6t§ W65t//c/i Kstscli/ra

Berlin, S. Januar. An den Schwer­punkten der Winterschlacht im Osten blieb das Bild der Front am 8. Januar gegen­über dem Vortag im wesentlichen unverän­dert, obwohl die Bolschewisten an einigen Abschnitten, so im Dnjeprbogen und bei Witebsk, ihre Anstrengungen »och verstärk­ten. Ihre erneuten Durchbruchsversuche blie­ben trotz ihres Massenaufgebotes an Men­schen und Waffen erfolglos.

Besonders heftige Kämpfe .entwickelten sich im Raum von Kirowograd, und zwar vor allem auch in der Stadt selbst. Auch beiderseits der Stadt griff der Feind wie­der mit starken Kräften an. Er wurde aber abgewiesen oder in Gegenstößen zurückgewor­fen. Die Verluste der Bolschewisten waren schwer. Allein im Kampf um Höhen nörd­lich von Kirowograd betrugen sie rund tau, send Mann an Toten und Gefangenen. -

An den zahlreichen Panzerabfchiissen hat im Luvkampf eingesetzte Flakartillerie der Luftwaffe' wieder großen Anteil, so zum Beispiel eine Dessauer Flakabt-eilung unter Hauptmann Hekenholt, die vor einigen Ta­gen bereits in sechsstündigem Kampf 50 an­greifende Sowfetpanzer abgeschossen und da­mit ihren All. Panzerabschuß erzielt hatte. Weitere hohe Ausfälle an Menschen und

Material hatte der Feind durch Tiefangriff« unserer Kampf- und Schlachtfliegerverbänhe gegen Panzeransammlungen, Artilleriestel­lungen und rückwärtige Verbindungen. Eigene Panzereinheiten meldeten dazu, daß Sowjetpanzer nach wirkungsvollen Stuka- angriffen fluchtartig den. mit Bomben ein­gedeckten Raum verließen.

An der südlich Kiew und Berditschew ver­laufenden Front vertieften sich trotz der fort­gesetzten Infanterie- und Panzerangriffe des Feindes unsere Linien immer mehr. Die Brennpunkte der Kämpfe liegen hier in den gleichen Abschnitten wie am Vortage. Süd­lich Kiew. mußten sich die inr Abwehrkampf schwer mitgenommenen Bolschewisten mit einigen sofort wieder abgeriegelten Ein­brüchen begnügen, südlich Pogrebischtsche brachten unsere Truppen bei Gegenstößen gegen eingebrochene feindliche Kräfte 500 Gefangene ein, und südlich Berditschew schei­terten die zum Teil heftigen Angriffe der Sowjets unter Verlusten von l4 Panzern, 33 weitere Panzer und Sturmgeschlltze brach­ten Truppen der Wasfen-!i westlich Berdit­schew zur Strecke, als sie im Gegenstoß eine bolschewistische Brigade auf ihre Ausgangs­stellungen zurückwarfen, und auch die Luft­waffe konnte'22 Panzer und über 100 Fahr­

zeuge durch Bombentreffer vernichten. Am Westabschnitt des Einbruchsraumes von Shitomir blieb es dagegen ruhiger. Hier schoben die Sowjets Aufklärungskräfte vor, die aber nur gelegentlich in Eefechtsberllh- rung mit unseren Sicherungen kamen.

Neue harte Kämpfe entwickelten sich west­lich Retschiza. Hier trat der Feind unter gleichzeitigen Fesselungsvorstößen auf die Südmestufer der Beresina beiderseits der von Retschiza nach Westen führenden Bahn in breiter Front zum Angriff an: Die nach

schwerem Vorbereitungsfeuer in zahlreichen Wellen anstürmenden Bolschewisten konnten sich jedoch nicht gegen den zähen Widerstand unserer Truppen durchsetzen. Südlich der Bahn brachen die Angriffe im Abwehrfeuer oder im Gegenstoß zusammen, und auch nörd­lich der Bahnlinie konnte der Feind nur einige bereits wieder abgeriegelte Einbrüche erzwingen, die in keinem Verhältnis zu sei­nen erlittenen hohen Verlusten stehen.

Der Frontbogen von Witebsk zieht nach wie vor die Angriffe starker feindlicher Kräfte auf sich. Nach dem Scheitern ihrer jüngsten Durchbruchsverfuche nordwestlich der Stadt verleaten die Bolschewisten am Sonn­abend den Schwerpunkt ihrer Vorstöße wie- lFortletznng nuf Seite 2)

ver Lscdsller Vorn erneut bombsräiert

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DrahtberiKt unserer Berliner Schrlftlcitiing

x»s. Berlin, 9. Januar. Der erneute An­griff der anglo-amerikanischen Luftgangster auf den Aachener Dom ist ein besonders ein­dringlicher Gegenbeweis gegen die immer wiederholten Versicherungen des Feindes, daß seine Luftangriffe-nur militärischen Zielen" gelten. Man könnte es sich angesichts der greifbaren Zeugnisse des anglo-amerikani­schen Zerstörerwillens und der verbrecherischen Natur der Terrorängriffe eine weitere Be­weisführung ersparen. Aber die neue Zerstö­rung des Aachener Doms geschah unter derart eindeutigen Begleitumständen, daß der Sach- verhalt festgehalten zu weiden verdient.

Wenn bisher Meldungen über die Zerstö­

rung von Domen, Krankenhäusern und Kul­turdenkmälern ausgegeben wurden, so er­folgte «ruf diese Nachrichten stereotyp aus London und Washington die Antwort, es handle sich dabei um ein- bedauerliches Ver­sehen, das aus der Unzahl der abgeworfenen Bomben oder sonstigen widrigen Begleitum­ständen des Angriffs zu erklären sei. Im Falle her erneuten Bombardierung des Aache­ner Doms handelte es sich jedoch um keinen Großangriff, es wurden nur verhältnismäßig wenige Bomben abgeworfen, die jedoch dafür auf besondere Objekte und sorgsältig gezielt geworfen wurden. Dabei sollte mit geringen Mitteln ein möglichst großer Schaden ange­richtet werden. Die Ausrede, daß es sich bei der neuerlichen Zerstörung des Aachener

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Genf, 9. Januar. Die englische Wochen­zeitschriftSphere" besaßt sich mit der Frage, was aus Deutschland im Falle eines alliierten "Sieges werden solle. Das Blatt schreibt: Eventuellen Befürchtungen, daß die Sowjets eines Tages Preußen bolschewisieren würden, müsse man gelassen gegenüberstehen. Denn es ließe sich nur sagen, ein« derartige Aussicht bestände überhaupt überall, wo die roten Armeen stehen.Die Sowjets haben andere Ideen als wir voll einer Besetzung", so fährt dieSphere" sort,sie werden wahr­scheinlich nicht lange planen, was die deut­schen Kinder gelehrt werden soll. Viel wahr­scheinlicher wird ihre Wiedererzichung die Form einer Mobilisierung der deutschen Re­serven und des deutschen Geschicks zum Wie­deraufbau der Sowjetunion haben."

Es ist gut. aus der Feindpresse immer wieder zu erfahren, wie man sich, blind­wütig vor Haß, die Behandlung Deutsch­

lands im Falle eines Sieges der Anglo- Amerikaner und der Sowjetunion vorstellt. Wir zweifeln nicht daran, daß Stalin die deutschen Kinder auch dorthin bringen lassen würde, wo bereits ein großer Teil der aus SllditalieN verschleppten Kinder weilt: nach der Sowjetunion, wo sie Zwangsarbeit lei­sten müßten. Gewiß stehen alle diese Zu­kunftspläne der Feinde auf schwachen Füßen, da ihnen zur Verwirklichung die Vorbedin­gung fehlt: der Sieg. Und siegen werden unsere Eeqner niemals!. Das vereitelt die deutsche Wehrmacht, die als unerschütterlicher Wall an allen Fronten steht, den wütenden Anstürmen des massiert angreifenden Fein­des wohl: ausweicht, sich aber nicht über­winden läßt. Immerhin nehmen wir alle Pläne der Gegner zur Kenntnis, weil sie bezeichnend sind für deren ausschließlich auf Vernichtung Deutschlands abgestellten Nach- kriegsabsichten.

Doms wiederum nur um einbedauerliches Versehen" handelt, verfängt daher nicht.

Wir wissen längst, was der Feind will, er hat in unzähligen eigenen Aeußerungen zugegeben, daß sein Ziel dasKnacken von Wohnblocks", die Zerstörung der deutschen Heiligtümer, die Mißhandlung der bombar­dierten Bevölkerung, brutaler Mord ist, wie es ja aus der NamengebungMurder Jncor-. porated" sMordverein"1 sür amerikanische Staffeln hervorgeht. Wenn London mtd Washington trotz aller sichtbar zutage lie­genden Gegenbeweise niemals den Terror­charakter ihrer Luftangriffe eingestehen woll­ten, so hat nicht nur jene Namengebung, sondern jetzt auch der- Charakter des neuer­lichen Angriffs auf den Aachener Dom die Unwahrhastigkeit ihrer Behauptung voll er­wiesen. Es kommt hinzu, daß täglich neue Meldungen sowohl aus dem Reichsgebiet als auch aus Italien und dem übrigen Europa eintreffen, die eindeutig den Terrorcharak- ier der feindlichen Luftangriffe erweisen. Das deutsche Volk hält sich demgeaenüber an das Wort des Führers, daßim übrigen die Ver­geltung kommen" wird. Es weiß, daß iedes Verbrechen, das der Feind heute ungestraft glaubt verüben zu dürfen, eines Tages nach seinem Maße bestraft werden wird.

Isriorsvsrikk suk I-uccs uvä 8sn kemo

Rom, 9. Januar. Der bekannte Badeort Sän Remo an der italienischen Riviera und die durch ihre mehrtauscndjährige Geschichte, ihre erlesenen Kunstschätze und ihre einzig­artige Bauweise berühmte toskanische Stadt Lucea waren am Sonnabend das Ziel er­neuter Terrorangrisse der ang-lo-amerikani- schen Luftwaffe. Vor allem in Lucea gingen unersetzliche Kunstwerke verloren. Die Zivil­bevölkerung erlitt in beiden Orten schwere Verluste.

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Drahtbciiibt unserer Berliner Schriftleitnng

so«. Berlin, 9. Januar.Die Tragödie der Welt ist. daß man in den USA. die übrige Welt nur durch ein spezifisch-amertkanisches Prisma betrachtet. Wir befürchten sehr, daß die USA.-Oeffentlichkeit eines Tages fordern wird. daß man es den Europäern überlasten soll, ihre eigenen Angelegenheiten zu ordnen. Das aber bedeutet nichts anderes, als daß die Sowjetunion dann die europäischen An- gelegenbeiten so ..ordnet", wie es Stalin paßt". Als Coreia Marques in der Listaboner ZeitungDoz" vor einigen Tagen diese Sätze schrieb, konnte er noch nicht ahnen, daß sie unmittelbar Larauf-dnrch das Bekanntwerden eines geradezu gigantischen amerikanisch- bolschewistischen Schachers eine einzigartiae Bestätigung erhalten würden. Dieses Geschäft das in Teheran zwischen Stalin und Roose- velt persönlich ausgehandelt worden sein soll. sieht, wie wir bereits meldeten, einen sowje­tischen Exportausbau in 'einer Gesamthöhe von zebn Milliarden Dollar an die amerika­nische. Industrie vor. Der ganze Handel soll in den ersten drei Jahren nach Kriegsende abgewickelt werden.

Bedenkt man, daß auf der nordamerikani- zchen Industrie nach einer Aeußerung der

USA.-ZeitschriftTime"wie ein Albdruck" die Befürchtung lastete, die Mobilisierung und Umstellung der USA.-Jndustrie für den Krieg würde den USA.-Produktionsapparat in der Nachkriegszeit vor nicht zu bewälti­gende Aufgaben stellen, so werden manche Ereignisse der amerikanischen Innenpolitik, die in der letzten Zeit vor sich gegangen sind. nunmehr erklärlich. Es ist bekannt, daß Roosevelt nur eine Puppe des jüdischen Groß­kapitals und damit der amerikanischen Schwer­industrie ist. Wenn er in der lebten Zeit in seiner Regierung verschiedene Personalver­schiebungen vorgenommen hat. die alle mit­einander die Tendenz aufwieien, die Expo­nenten der amerikanischen Regierung dem Kreml zu empfehlen, und wenn er weiterhin einen so entscheidenden Schritt getan hat, wie er mit der Aufgabe des New Deal erfolgte, so ist die Erklärung für diese einschneidenden Maßnahmen unschwer jetzt in dem amerika­nisch-sowjetischen Geschäft gegeben.

Roosevelt, der fühlt, wie seine Kriegspoli­tik in den USA. propagandistisch an Wert verliert, versucht im Hinblick auf die kom­menden Präsidentenwahlen einen neuen agi­tatorischen Schachzug. indem er nunmehr mit Hilfe des sowjetischen Riesenauftrages dem

USA.-Volk für die Nachkriegszeit den Him­mel auf Erden verspricht. Dem einsichtigen USA.-Bllrger war längst klar geworden, daß die Kriegsindustrie in den USA. lediglich ein konjunkturgebundenes Geschäft bedeuten kann, auf dessen Hochblüte naturgemäß mit dem Wegfall der Kampfhandlungen und der all­gemeinen Rüstung eine um tiefergreifende Depression folgen muß. Jetzt bringt Roose­velt aus Teheran eine« Zehn-Milliarden- Abschluß mit den Sowjets für die Nachkriegs­zeit nach Hause und verwandelt damit den Albdruck" des amerikanischen Bürgers in einen herrlichen Traum von neuer Prosperität.

Der ganze Vertrag, den Roosevelt mit Stalin in Teheran angeschlossen hat, erhält durch die Anwesenheir Churchills am Orte des Geschäftsabschlusses eine besonders pi­kante Pointe. Denn ausdrücklich wird betont, daß die Verhandlungenin aller Heimlich­keit" stattgefunden haben, so daß also auch Churchill offenbar nicht unterrichtet worden war. Diese Heimlichkeit ist um so begreif­licher, als die Amerikaner mit ihrem Zehn- Milliarden-Vertrag den Engländern gerade jenes große Geschäft vor der Nase wegge­schnappt haben, auf das man in London selbst hasste und das die Engländer schon

mit Rücksicht auf den an die Amerikaner ver­lorenen südamerikanischen Markt dringend benötigen. England hatte in diesem gigan­tischen Handei. den Roosevelt nunmehr für die Amerikaner nach Hause gebracht hat, die letzte Möglichkeit gesehen, einen Ausgleich für seine riesigen Auslandsschulden zu fin­den. in die es durch den Krieg hineinaeraten ist. Die Rede Smuts, in der er die Sowjet­union als den neuen Europa beherrschenden Koloß ansprach, erhält unter diesem Gesichts­punkt eine neue Beleuchtung. Smuts. der von dem bevorstehenden Vertrag zwischen Moskau und Washington offensichtlich Wind erhalten hatte beeilte sich mit dieser Rede, dem Kreml englischerseits eine möglichst gün­stige Offerte zu machen, die aber. da Smuts bekanntlich die kleinen Staaten Westeuropas für England reservieren wollte Stalin offen­sichtlich nicht weit genug ging Man kann ge­rade aus diesem Umstände schließen, daß Roosevelt den Bolschewisten ein noch höheres Angebot aemacht haben muß. um mit ihnen ins Geschäft zu kommen. Hier erhält das Wort Correia Marques seine Erläuterung, wonach auf Grund des amerikanischen Des- interessemcnts an Europa die Sowjetunion die Angelegenheiten des Kontinents eines Tages >o ordnen werde, wie es Stalin paßt.

ölicK in den Xlotorenisuin eines Sclinell- dootes. Der kwkrinsat verfolgt sin, Kskrstancl sukinerkssin seiger und Instruments, um die Leketile des kvlasckinentelsgrspksn durcd Kinrsgulieruiig der ^skrgssck 5 villdiglrslt dlitrsctrriell - susrukübrsn.

' ?K -4ukn,:' Krlexsber. KröaiLe

Von Lsrnkard Lcdnospk

Die Erzeugung von Eisen und Stahl ist die Grundlage jeglicher Rüstungswrrtschaft. Ob es sich um ihre Verwendung für Waffen aller Art, Munition, Fahrzeugteile, Schiffe und andere Zwecke handelt oder ob Maschinen für die Rüstungsproduktion, Anlagen und Ge­räte für die Kriegswirtschaft hergestellt wer­den sollen, ohne ausreichende Mengen von Eisen und Stahl müssen die kleinsten oder größten Planungen scheitern oder können nur mit entsprechenden Abstrichen und nach vorheriger Abstimmung mit den übrigen Be^ darfsträgern verwirklicht werden.

So weitreichend auch die Absichten der USA hinsichtlich der Ausweitung ihrer Kriegspro­duktion waren und so laut und so oft sie an­gekündigt haben. Europa und Japan mit ih­rer Produktjonsübermacht einfach erdrücken zu wollen, so läßt sich doch nicht verheim­lichen, daß sich der zunächst verhältnismäßig ichnelle Anstieg ihrer Rllstungserzeugung im­mer mehr verlangsamt und schon heute an vielen Punkten die Grenze der gegenwärtig möglichen Ausweitung erreicht hat. Bereits anläßlich des letzten Kohlenarbeiterstreiks des vierten großen im Jahre 1943 wurden immer mehr bedenkliche Stimmen laut, die auf die Gefährdung der Rüstungsprogramme infolge Ausfalls einiger 10 Millionen Ton­nen Kohle hinwiesen, zumal der Kohlenbe- darf der USA. in diesem Kriege, u. a. in­folge des Oelmangels, stark gewachsen ist. An den drei ersten Streiks waren 480 000, dann 530 000 und schließlich 550 000 Ärbeiter be­teiligt, und der Produktionsausfall wurde trotz der Kürze, der Streikdauer auf minde­stens 25 Mill. Tonnen beziffert oder knapp 5 Prozent der Jahressörderung von 1942. Am letzten Streik waren nicht weniger Ar­beiter beteiligt, die Streikdauer aber war länger, so daß mit einem erneuten Ausfall von etwa 10 Mill. Tonnen Kohle gerechnet werden kann. Wie bei den ersten Streiks wurden auch diesmal zahlreiche Stahlwerke, Hochöfen und andere Rüstungsbetriebe in­folge des Mangels an Kohlen und Koks in unmittelbare Mitleidenschaft gezogen.

Aber auch ohne die. Auswirkungen der Streiks wäre die Kohlenversorgung der llSA.-Eisen- und Stahlindustrie nicht in jeder Beziehung gesichert, denn die Erhöhung der Förderung im Jahrs 1941 auf den Stand von 1937 offenbarte bereits einen empfindlichen Mangel an Arbeitskräften, der >942 und 1943 bei der weiteren Steigerung der Produktion immer drängender wurde, da die inzwischen von den Gruben zwar ein­geführten arbeitssparenden Maßnahmen nicht den Abwandeninasverliist ersetzen konn­ten und außerdem durch Einberufungen dem Bergbau gerade- zahlreiche geschulte Kräfte entzogen wurden.

Das Kohlenproblem ist jedoch keinc«weas das einzige, mit dem die Eisen- und Stahl­industrie der USA. fertig zu werden hat. nicht weniger dringend ist die Frage der aus­reichenden Schrottnerioroung. Der Hauptteil der Erzeuaung. etwa 89 Pzt.. entfällt aus Siemens-MartinStahl. der normalerweise aus einer Mischung von gleichen Teilen Robsisen und Schrott hergestellt wurde. Schon 1942 wurde aber infolge Scbrottmano.els die Roheiienbeiniischung auf 60 Pit. erhöht, was iedoch eine entsprechende Erhöbnng der Roh- eisenerienguna voraussetzt, die wiederum von einer reichlicheren Koblen- und Erzver- wraung abbängiq ist. Nach den letzten für >943 vom Bureau of MinSs sür acht Erieu- nungsmonate bekanntaegsbenen Zaklcn baben die Robeiionlieferungen aber seit 1911 nur um 7 Pzt. zugenommen, wäbrend anderer'eits d--- Schrottversorgung nicht min­der schwierig ist.

Zwar waren die USA. vor dem Kriege bekanntlich das größte Schrottcrportland. Ueber 4 Millionen Metertonnen wurden im Jahre 1937 ausgeführt. Bis zum Jahre 1940 nahmen die Lieferungen an andere Länder