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Parteiamtliche Tageszeitung
Da. Amtsblatt du Baai.„nd„ Büre.m.Ute,, de , Fm1m Haa«Mad, ~
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstatthallers tn Oldenburg und Bremen
Sonnabend/Sonntag, 30./31. Dezember 1944
Einzelpreis 15 Rpf.
Slurmwiklnge versenkten 40000 To.
Schwere Kämpfe im belgisch-luxemburgischen Raum — Fortschritte zwischen Slavelol und Murche
Aus dem Führerhauptquartier, 29. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Im belgisch-luxemburgischen Raum kam es gestern in allen Abschnitten zu schweren Kämpfen, ohne daß sich die Lage im großen minderte. Von den im Westen eingesetzten 44 amerikanischen Divisionen sind nunmehr 26 in diesen Kämpfen festgestellt. In den Ardennen wurden zwischen Stavelot und Marche weitere Fortschritte erzielt, Gegenangriffe bei Rochefort'zerschlagen. Erneute amerikanische Entlastungsangriffe südwestlich und südlich Bastogne und an der luxemburgischen Sauer drangen gegen unsere Abwehr nicht durch; nur in einzelnen Abschnitten gewann der Feind örtlich Boden. In den schweren Kämpfen wurden gestern 36 feindliche Panzer und Panzerspähwagen erbeutet oder vernichtet, am 27. und 28. Dezember außerdem durch Verbände des Heeres 50 feindliche Flugzeuge •nd Lastensegler abgeschossen, — Von der -nten übrigen Westfront werden nur Ge- von örtlicher Bedeutung gemeldet. Femfeuer auf London, Lüttich und erpen wurde fortgesetzt, rmwikinge der Kriegsmarine haben mit Kleinst-U-Booten und Kleinkampf- in vor der Scheldemündung den feind- l Schiffsverkehr tagelang angegriffen unter Selbstaufopferung schwer gern. Nach bisher vorliegenden Meldungen u sie aus der Nachschubflotte des Geg- weit mehr als 40 000 BRT. versenkt, ganz Mittelitalien war die Kampftätiggestern gering. Vereinzelte britische Vor- e nordöstlich Faenza scheiterten vor un- n Stellungen.
i Ungarn blieben die erneuten Durch- ihsvei-suche der Bolschewisten zwischen ttensee und Donau im Abwehrfeuer unse- Divisjonen liegen. Nördlich der Donau sich der Uferwechsel unserer Truppen r den Gran trotz starken Eisganges ohne entliehe Einbußen vollzogen. Die Besamung von Budapest behauptete den Stadtkern gegen die heftigen Angriffe der Bolschewisten. Südlich der slowakischen Grenze blieben, die zwischen der Eipel und dem Quellgebiet des Sajo geführten feindlichen Angriffe ohne nennenswerten Erfolg.
In Kurland setzten die Bolschewisten ihre Großangriffe fort. Truppen des Heeres, der Waffen-und Lettische -Freiwilligenver- bände wehrten die überall wieder mit starker Artillerie- und Panzerunterstützung angreifenden sowjetischen Divisionen in harten, aber erfolgreichen Kämpfen ab und vernichteten erneut zahlreiche feindliche Panzer.
Bei den gestrigen Einflügen warfen anglo- amerikanischc Terrorflieger Bomben vorwiegend auf Orte in West- und Süddeutschland. Vor allem in den Städten Koblenz und Kaiserslautern, die in den letzten Tagen schon mehrfach angegriffen wurden, entstanden erneut Schäden in Wohngebieten. In den frühen Abendstunden richteten sich Angriffe britischer Terrorbomber gegen das westliche Reichsgebiet.
Ergänzend zum Wehrmachtbericht wird gemeldet: In der Abwehrschlacht in Kurland hab^n sic^i die mitteldeutsche 31. Volksgrenadierdivision unter Führung des Generalmajors von Stolzmann und die württem- bergisch-bßdische 215. Infanteriedivision, unter Führung von Generalleutnant Frankewitz in Abwehr und Angriff hervorragend bewährt. Die 215. Infanteriedivision schlug allein in der Zeit vom 21. bfs 27. Dez. 111 feindliche Angriffe, die meisten davon in Bataillons- bis Regimentsstärke, ab.
Bsvraßäe Seifesiaufojifensaig
rd. Berlin, 29. Dez. Der todesmutige Angriffsgeist, der die Einzelkämpfer der deutschen Kriegsmärine beseelt, hat sich in den
„Sturm-Wikingen“ izur höchsten Opferbereitschaft für die Nation erhoben. Aus dem Telegramm des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Großadmiral Dönitz, an den Admiral der Kleinkampfverbände, Vizeadmiral Heye, hat das deutsche Volk zum erstenmal von dem Bestehen einer Sonderformation dieses Kommandos erfahren, deren Männer in bewußter Selbstaufopferung auf See den Feind angreifen. Sie tragen den kühnen Namen „Sturm-Wikinge“, der sich auf ihren Entschluß begründet, ohne Rücksicht auf die Möglichkeit einer Heimkehr feindliche Schiffe anzugreifen und ,zu. vernichten. Es bedarf keiner Worte, um den Ruhm dieser jungen deutschen Seeleute und Soldaten hervorzuheben, denn in ihnen erstrahlt der Geist der Selbstaufopferung des einzelnen für die Gesamtheit in makelloser Reinheit.
Nun hat der Wehrmachtbericht genauere Angaben über die Erfolge gemacht, die von den Sturm-Wikingen vor der S.cheldemün- dung erkämpft worden sind. In einem Augen
blick, in dem der Feind während der deutschen Angriffsschlacht im Westen seine: Nachschub besonders dringend benötigte, sint die Sturm-Wikinge durch die stärkste feindliche Geleitsicherung durchgebrochen. Si haben zahlreiche englische und amerikanische Nachschubschiffe versenkt, die m : Kriegsmaterial und Munition für die West front beladen waren. Mit weit mehr a! 40 000 BRT. beziffert der Wehrmaehtberic 1 in vorsichtiger Auswertung der Beobachtungen die feindlichen Schiffsverluste durch di Sturm-Wikinge vor der Schelde. Diese Schiffe hatten eine Ladung von 60 000 To. an Bord, die dem Feind auf dem Höhepunkt der Schlacht nun an Nächschubgütern fehlt. Tatsächlich ist der feindliche Verlust ohne Zweifel noch erheblich höher, denn über den Untergang der erwähnten Nachschubschiffc hinaus sind eine Reihe weiterer nächtlicher Detonationen nach den Angriffen der Sturm- Wikinge beobachtet worden.
In dieser Erfolgsmeldung erwähnt das
Sechs amerikanische GrolSiransfBorier versenkt
Große G$k&tzugschldcht — Japans Luftwaffe im Angriff
■Tokio, 29. Dez. In einer heuen großen Geleitzugschlacht in der Mindanah-See gelang es der japanischen Luftwaffe, deib Feind weitere schwere Schiffsverluste beizubringen. Wie aus einer Verlautbarung des Kaiserlichen Hauptquartiers hervorgeht. Sechs große Transjforter von ungefähr je 10 000 BRT. wurden durch Bombenabwürfe und Rammstöße der Sonderkörps der. Luftwaffe versenkt, und zwei weitere schwer beschädigt.
Der Geleitzug bestand aus annähernd 30 Transportern und war von 20 Kriegsschiffen, - in der ..Hauptsache Kreuzern und, Zerstörern, gesichert. In der Nacht zum 28. Dezember hatten diese Schiffe die Suri- gao-Straße durchquert, um am nächsten Morgen in der Mindanao-See von den Japanern entdeckt. und sofort, angegriffen zu .werden. Die Kämpfe dauern noch an. Es ist anzunehmen, daß sich die feindlichen Verluste noch vergrößern werden.
Seitdem die japanische Luftwaffe in ständigen wirkungsvollen Angriffen den,feindlichen Stützpunkt auf der Molukkeninsel Mo-
rotai mit Bomben belegte, haben die Amerikaner ihrerseits versucht, die Japaner auf der Insel Halmahera (Molukken) durch Luftangriffe auszuschalten. Allein im Monat Dezember hat aber die japanische Abwehr dort, wie der Kaiserliche Hauptquartierbericht bekanntgibt, 76 feindliche Maschinen .herunterholen können, während weitere 142 beschädigt wurden.
„Japans Stärke unvermindert"
ep. Stockholm. 2§. D?z , ,J ipans Flotte ist noch sehr stark.“ Diese Feststellung trifft Reuters Militärkommentator- John Komche im Rahmen eines Berichtes über Japans militärische Stärke. Weiter schreibt er, daß die japanische Armee über ausreichende Reserven verfüge, und daß die japanische Kriegsproduktion allen japanischen Bedürfnissen genüge, die im Rahmen der militärischen Auseinandersetzungen erforderlich würden. Japan sei heute mindestens so stark wie zur Zeit von Pearl Harbour.
Oberkommando der Wehrmacht zum erstenmal eine weitere Kleinkampfwaffe der Kriegs- larine. Bisher kannten wir die „Ein-Mann- orpedos“, die „Sprengboote“ und die Kampfschwimmer“. Die „Sturm-Wikinge“ ber sind, wie der Wehrmachtbericht be- ■nntgibt, außerdem auch mit „Kleinst- gegen den Feind vorgegangen, opferbereite Einzelkämpfer des bedarf technischer Hilfsmittel,
-Booten“ •„ich der eekrieges
aber er setzt gegen einen Feind, der auf die materielle Übermacht der Massen von Kriegsmaterial schwört, den höheren moralischen Wert der Tatbereitschaft von Männern, die im Dienste ihres Volkes das Letzte wagen und auch scheinbar Unmögliches durch ihre Todesverachtung möglich machen.
Die Vernichtung zahlreicher feindlicher Schiffe in der Scheldemündung durch die Sturm-Wikinge steht unseren Feinden als ein feuriges Fanal vor Augen. Diese Flammenzeichen künden davon, daß Völker unbesiegbar sind, die solche Männer hervorbringen, wie die deutschen Sturm-Wikinge oder wie die Kamikaze-Flieger unserer .japanischen Verbündeten. Der Geist der Sturm- Wikinge ist für jeden Deutschen ein Ansporn zur höchsten Pflichterfüllung für die Zukunft unseres nationalsozialistischen Großdeutschen Reiches.
Du muß! steigen oder sinken -
Von Dr. Adolf W o 1 f a r d
Wenn der Bremer Kaufmann am Silvesterabend sein Kontor verläßt, dann pflegt er auf dem Heimweg zu den Seinen wohl noch einmal das zu Ende gehende Jahr zu überblicken und seine Bilanz zu ziehen. Aber dabei verweilen seine Gedanken nicht zu lange, denn es war'schon immer hanseatische Art, es nicht bei dem Erreichten bewenden oder sich durch Mißerfolge abschrecken zu lassen. Die geistige Weite bremischen Wagens und Winnens war schon immer über die rein materiellen Belange hinaus schöpferischer Planung zugewandt, die zukünftiges Schaffen befruchtete. Es versteht sich dabei, daß beim Jahreswechsel im sechsten Kriegsjahr in einem Überseehafen und einer Handelsstadt, deren Ein- und Ausfuhr in die Weite der Welt ging, die Gedanken des Reeders und des Kaufmanns andere sein müssen als in goldenen Friedenszeiten, da Weltverkehr und Welthandel in voller Blüte standen. Und dies zumal in einer Stadt, die schwer, unter dem feindlichen Bombenterror gelitten, die manches alte Kaufmannskontor in Schutt und Asche sinken sah. Aber der bremische Kaufmann weiß nur zu gut, daß es jetzt nicht um seinen persönlichen Vorteil geht, sondern daß sein eigenes Schicksal im buchstäblichen Sinne in die große Entscheidung dieses Welt- ringens gestellt ist.
In den Hansestädten war schon früh die Erkenntnis Allgemeingut geworden, daß sie nur ein Teil des größeren Ganzen sind. Sie waren' sich schon im Mittelalter ihrer deutschen Sendung zutiefst bewußt, in einer Zeit also, als sie in vieler Hinsicht noch eine selbständige Politik zu treiben vermochten.
Wirkungen der deutschen Wesfofiensive
Bis zu den entferntesten Abschnitten der Westfront spürbar — Wunder Punkt derKriegführuingEisenhowers
Von unserem militärischen v. W.-Mitarbeiter
Vierzehn Tage währt jetzt der dem Feind so überraschend gekommene deutsche Angriff im Westen. Zunächst darf festgestellt werden, daß diese Offensive immer noch langsame Fortschritte macht, die vor allem im Nordwesten des Einbruchsraumes beobachtet werden. Über Motiv und Ziel der deutschen Operation, die in ihrem Grundcharakter ein Gegenschiag gegen die feindlichen Dauerangriffe an unseren Abwehrfronten an Roer, Saar und Pfalz ist, mag auch in Deutschland viel debattiert worden sein. Das OKW. unterstrich soeben den hohen Wert an Entlastung, den unser Angriff für die Westverteidigung des Reiches gehabt hat.
Schon wenige Tage nach Eröffnung des Gegenangriffes löste sich der feindliche' Druck an unseren westlichen Frontabschnitten, soweit sie bis dahin unter feindlicher Einwirkung. starken Ausmaßes gestanden hatten. An dieser Entwicklung hat sich seitdem nichts geändert. Der Gegner hat im Grundsätzlichen seine Angriffe eingestellt. Er ist in vielen Abschnitten zur ausgesprochenen Verteidigung übergegangen. Er
Ml der Ruche nach den Schuldigen
Strategischer Fahrplan durch die Deutschen zerstört
Drahtbericht unseres Vertreters
hw. Stockholm, 29. Dez. In London und Washington ist man eifrig auf der Suche nach Sündenböcken für das Versagen der 1. USA-Armee, die sich bekanntlich von der deutschen Winteroffensive überraschen ließ. Roosevelts Kriegsminister Sthnson hat General Eisenhower aufgefordert, einen genauen Bericht über die deutsche Offensive zu geben und ihm. die Namen jedes Offiziers auf alliierter Seite zu nennen, dessen Fehler die Sc’.d d ar_t Versagen der Amerikaner tragen. Die Engländer legen dem USA-Generalissi- mus Eisenhower nahe, die Truppenführung an der Westfront einem englischen General zu überlassen und wollen ihm nur noch die allgemeine Planung und die Wahrnehmung der politischen Geschäfte eines Oberbefehlshabers zugestehen.
Die Zeitung „Tribüne“ schreibt, es sei leicht, die Schuld an dem. was geschehen sei, hachgeordneten Kräften zu geben, die heute entweder tot oder in deutscher Gefangenschaft seien. Allen Nachrichten zufolge seien die Truppen, die den ersten deutschen Stoß ftushalten mußten, nicht genügend gerüstet gewesen, und für diesen Umstand müsse die militärische Spitze die Verantwortung tragen. Die alliierte Führung hätte keinen Plan auf
gestellt, um die Gelegenheit auszunutzen, die der deutsche Rückzug aus der Normandie seinerzeit geschaffen hätte. In der ersten Freude über die damaligen Erfolge, so betont „New Statesman“, habe das alliierte Oberkommando das Vermögen des Gegners, sich zu erholen und weiter Widerstand zu leisten, falsch 'eingeschätzt. Auch der Londoner „Spectator“ erklärt, der größte Fehler der Verbündeten wäre ihre abnorme Selbstsicherheit seit den Kämpfen in Frankreich gewesen.
Hinter all diesen Betrachtungen, versteckten und offenen Vorwürfen steht die Sorge der Anglo-Amerikaner, daß die Krise im Westen noch keineswegs behoben sei. Durch-' weg wird hervorgehoben, daß die deutsche Führung in der Erfassung der Situation und in der Ausnutzung aller Schwächen ihrer Gegner eine Geschicklichkeit bewiesen haben, die Engländer und Amerikaner nur veranlassen könne, weiterhin auf der Hut zu bleiben Am prägnantesten gibt „Daily Sketsch“ diese Ansicht mit den Worten wieder, bei derartigen Gegnern wie den Deutschen dürfe man sich auch nicht die kleinsten Fehler erlauben, und „Time and Tide“ betonen, daß die deutsche Offensive den ganzen strategischen Fahrplan der Alliierten in Unordnung gebracht habe.
hat an der saarländischen und pfälzischen Front die letzten Bodengewinne wieder aufgegeben, die sich offenbar von seiner Seite nur hätten halten lassen, wenn sie von starken Truppen hätten besetzt werden können. Der Feind mußte dabei die Feststellung machen, daß die deutschen Truppen den Räumungsbewegungen scharf nachstießen und damit dem normalen Ablauf des Überganges vom Angriff zur Verteidigung auf feindlicher Seite manche Schwierigkeit und Verwirrung bereiteten.
Vornehmlich waren es die amerikanischen Angriffe seit September gewesen, die die Gesamtkraft der eisenhowerschen Armeen stark mitgenommen hatten. Es sind in letzter Zeit Verbrauchszahlen der feindlichen Offensive genannt worden, die durch die Ereignisse selbst ihre volle Bestätigung fanden. Der Feind mag zunächst stärkere Reserven zu- rückgehaltefi haben. So hielt er bis vor wenigen Wochen noch die 9. amerikanische Armee fest in der Hand, um sie für alle Notfälle als operative Reserve verfügbar zu haben. Wenn Eisenhower jedoch seine Angriffe im Aache-' ner Abschnitt hatte fortsetzen wollen, so war er schließlich doch gezwungen worden, sich seiner letzten großen Reservemasse zu begeben. Die automatische Folge war, daß er praktisch nichts an der Hand hatte, als unser plötzlicher Angriff, der noch dazu den rechten Flügel der 1. USA-Armee völlig überraschte, zu einem tiefen Einbruch geführt hatte.
In diesen Tagen mußte Eisenhower sich entschließen, entweder auf eigene Angriffe grundsätzlich zu verzichten oder die weitere Entwicklung im Angriffsraume der deutschen Offensivgruppe abzuwarten auf die Gefahr hin, daß dieser Vorgang die gefährlichsten Folgen für die gesamte Westfront der Gegner mit sieh bringen würde. Eisenhower wählte das für ihn gewiß kleinere Übel, den schnellen Verzicht auf die Offensive, aber was muß das für ihn bedeuten? Denn sie ist ja doch das Grundelement seiner Kriegführung gegen uns, weil nur die Offensive den entscheidenden Erfolg bringen kann. Ein Verzicht auf sie bedeutet nicht weniger als den Verzicht auf den Versuch zur Kriegsentscheidung auf mehr oder weniger lange Zeit. Dieser Vorgang ist es vor allem, der auf das feindliche Ausland niederschmetternd gewirkt hat. In ihm sehen die "Kritiker, der eisenhowerschen Kriegführung durchaus den eigentlichen wunden Punkt, wie er.sich nun im Blick auf d ! » weitere Kriegführung der Gegner enthüllt.
Da Eisenhower eine disponible Hauptreserve fehlte', schuf er sich Ersatz durch starken Abzug von Divisionen aus den übrigen Abschnitten der Westfront, vor allem aus
dem Aachener ■ und Saarabschnitt. Damit war wohl auch eine Streckung der Fronten für die nicht in Bewegung gesetzten feindlichen Kräfte verbunden, die in die Lücken einrücken mußten, die durch den Abzug' der Truppenverbände entstanden, welche in den neuralgischen Raum erwischen Maas und Mosel geworfen wurden. Am schnellsten hatte der Gegner noch am Südflügel der Aachener Front Kräfte herangebracht, die von Norden her zunächst schwachen,.später dann stärkeren, Druck gegen die Nordflanke unseres Einbruches ausübten. Gegen die Südflanke 'dieses Einbruches kam der Gegner erst später zum Tragen, weil die dafür bestimmten Divisionen von der Saarfront abgezogen werden mußten und nach Norden in längeren Marsch gesetzt wurden. In den letzten Tagen hat Eisenhower den Druck von Süden her erheblich verstärkt und aufrechterhalten.
Der Schlacht in Belgien - gibt zur Stunde die Begegnung starker deutscher und amerikanischer Kräfte das Gepräge.. Sie entstand durch das Heranführen der von anderen Abschnitten herangeholten Feinddivisionen, unter denen sich auch eine ganze Anzahl von Panzerdivisionen befanden. Vor einigen Tagen schon erwähnte der OKW.-Bericht ein
Goebbels spricht zum Jahreswechsel
B e r 1 i n, 29. Dez. Reichsminister Dr. Goebbels spricht zum Jahreswechsel am .31. Dez. 1944, 20.15 Uhr, über den Großdeutschen Rundfunk zum deutschen Volk.
schweres Panzertreffen nördlich von Laroche. Zwei namentlich genannte amerikanische Panzerdivisionen erlitten dabei höhe Verluste, müssen aber neue Panzerverstär- kungen erhalten haben, denn die sich daraus entwickelnde Bewegungsschlacht hält an, ohne daß nähere Angaben gemacht werden, in welchem engeren Raume sie sich abspielt; Sie erlaubt keinen Vergleich fnit einer Offensive im Stil von 1940, well sich Zeiten, Gegner, technische und taktische Mittel verändert haben. Wenn auch der Feind zunächst völlig überrascht war und unser darauf basierender Erfolg ein großes Ausmaß angenommen hat, so kann dieser Gegner doch nicht als schwach gelten, sondern als ein militärisches Gewicht von erheblichem Umfang, von hoher technischer Leistungsfähigkeit und von einem Manne geführt, der hart genug ist, Rückschläge in Kauf zu nehmen und mit den höheren Kommandeuren der französischen Armee von 1940 darum
(Fortsetzung auf der nächsten Seite)
Aber diese Zeit ist längst dahin. Im deutschen Bruderkrieg 1866 waren sie letztmalig — wenigstens formal — Herr über Krieg und Frieden und schlossen sich als selbständige Staaten der preußischen Einigungsbewegung an. Im Einheitsstaat des Dritten Reiches sind nach verschiedenen Etappen der dahin führenden zwangsläufigen EntwickliAig die Hansestädte völlig ihrer Eigenstaatlichkeit entkleidet worden und wieder Städte im eigentlichen Sinn des Wor-< tes geworden. Vielfach mag das bedauert worden sein, aber wer so denkt, übersieht, daß in der Zeit des Flugzeugs, des Rundfunks, jä, der Rakete, in einer Zeit, dp nicht mehr Staaten und Völker, sondern ganze Kontinente und Weltanschauupgen Krieg gegeneinander führen, kleinere Gemeinschaften als selbständige Willensträger nicht mehr existent sind. Ist nicht das beste und zu- . gleich tragischste Beispiel dafür das Schicksal unserer früheren osteuropäischen Verbündeten? Wie ein Rutenbündel unzerbrechlich ist, so wären sie in der europäischen Gemeinschaft sichei* und unbesiegbar gewesen. In dem Augenblick aber, da sb’ glaubten, „selbständige“ Politik treiben zu müssen,, wurden sie das Opfer der tödlichen Gefahr aus dem Osten, des bolschewistischen Moloch.
Wenn wir Bremer also am Jahresschluß Bilanz ziehen, dann sind wir uns bewußt, daß das Schicksal unseres größeren Vaterlandes unwiderruflich unseres ist. Und wir nehmen es auf uns nicht um unseres Vorteils willen, sondern aus tiefinnerem Bedürfnis, Dieser treue, arbeitsame, erdverbundene Menschenschlag unserer engeren und weiteren Heimat in der Nordwestecke des Reiches hat ja niemals in der Geschichte Deutschlands partl- kularistische Neigungen gehegt, sondern war nur immer dem Reich und nichts anderem verhaftet. Unser Gau an Weser und Ems ist Grenzgebiet und hält als solches die deutsche Wacht. Die Hansestadt an der Weser aber, in der, um mit Gustav Frey tag zu sprechen, die Arbeit eine Freude ist und die Ehre eine Heimat hat, hat immer nur diese Ehre darein gesetzt, Mittler des Reiches zu anderen Völ- , kern zu sein, und seine Arbeit nicht für sich, sondern für Deutschland getan. Ja, wir schickten unsere Schiffe nach Amerika, wir trieben Handel mit England, aber wurden wir darum anglophil? Kreisleiter Max Schümann hat kürzlich an dieser Stelle die passende Antwort auf diese rein rhetorische Frage gegeben. Allerdings, wir kannten darum andere Völker vielleicht besser als mancher Deutsche im Binnenlande, wußten mehr um die Gefährlichkeit und vielleicht auch um die Stärke unserer Feinde. Schon im September 1939 sagte der Amtsvorgänger unseres Gauleiters zu uns Journalisten: „Ich glaube, daß dieser Krieg lang und hart sein wird •. . .“
In der Tat, dieses Weltringen fordert uns den letztfen und höchsten Einsatz ab. Im sechsten Kriegsjahr mehr denn je. Aber ist das ein Grund zum Verzagen? Du mußt stei-gen oder sinken—, eine andere Alternative gibt es für uns nicht. Wollen wir nicht Hammer sein, werden wir Amboß. Wir sind vom Schicksal ln diese höchste Bewährungsprobe gestellt, ob wir wollen oder nicht. Ist jemand unter uns, der den Krieg um seiner selbst willen liebt, wie es Churchill. von seinen eigenen Landsleuten nachgesagt wird? Nein, aber mit der Friedensliebe allein weicht man nicht säkularen Entscheidungen aus, vor die die Menschheit in den letzten Jahrzehnten durch das sprunghafte Anwachsen der Bevölkerungsdichte in den meisten Staaten der Welt und durch die rapiden Fortschritte der modernen Technik gestellt wurde. Kein geringerer als Nietzsche kündigte seherisch an, daß der Kampf um die Vorherrschaft auf unserem Planeten in diesem Jahrhundert akute Formen annehmen werde.
Man mag es beklagen, daß gerade unsere Generation die Last zweier Weltkriege auf ihre Schultern nehmen muß, aber die uns gestellte Aufgabe ist unausweichbar. Und )vir können sie lösen, wenn wir nur u n -. serer eigenen Kraft vertrauen. Gewiß, daß nun zu Ende gehende Jahr hat uns viele und schwere Enttäuschungen bereitet. Aber sind wir an ihnen zerbrochen? Die härteste Belastungsprobe der Sommermonate 1944, als die Sowjets die Mitte unserer Ostfront durchbrachen und bis an die Reichsgrenze vorstürmten und etwa gleichzeitig Eisenhowers Armeen Frankreich und Belgien überschwemmten, ist überwunden und einer ganz neuen strategischen Gegebenheit gewichen. Wir haben heute die Kraft, auch wieder offensiv zu werden, ganz davon abgesehen, daß unsere Abwehr an den