Ausgabe 
(28.12.1944) 339
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Parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches VerkGndungsblatt des Reichssiatthalters in Oldenburg und Bremen

Nummer 339 14. Jahrgang

Donnerstag, 28. Dezember 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

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Panzerschlacht in Südostbelgien

158 Feindpanzer vernichlel oder erbeute! — Heilige Kämpfe auch in Mittel-Luxemburg

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Ausdem Führerhauptquartier, 37 . Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Der Großkampf in Südostbelgien und jiittel-Luxemhurg nimmt weiter an Heftig­keit zu. Im Baum nördlich Laroche hat sich gestern eine Panzerschlacht großen Aus­maßes entwickelt. Bei geringen eigenen Ver­lusten wurden dabei 10 Panzer der 3. und 7. amerikanischen Panzerdivision vernichtet oder erbeutet. Von Südwesten und Süden her angreifend, versuchten die Amerikaner weiter vergeblich, ihre um Bastogne eng zusammen­gedrängten Verbände zu entsetzen. Auch in Mittel-Luxemburg scheiterten neue feindliche Angriffe. Nur im Baum westlich Echternach konnte der Gegner örtlich Boden gewinnen. Die hohe Zahl von insgesamt 158 feindlichen Panzern, die gestern im Westen abgeschossen oder erbeutet wurden, zeugt von der Härte der Kämpfe und der Überlegenheit unserer Panzerwaffe. An der lothringisch-elsässischen Nordgrenze drängten unsere Truppen den Feind in mehreren Abschnitten weiter zu­rück. Nordöstlich Weißenburg wurde das

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' Vorfeld des Westwalls gesäubert und eine Beihe von Ortschaften befreit. Deutsche Jagdflieger schossen über dem Westkampf­raum in heftigen, den ganzen Tag über fort­gesetzten Luftkämpfen 35 feindliche Flug­zeuge ab. Mit starken Kräften belegten in der vergangenen Nacht eigene Kampf- und Schlachtflieger den feindlichen Nachschub­verkehr mit Bomben.

Das Feuer unserer Femkampfwaffen auf Lüttich, Antw;rpen und London wurde fort­gesetzt.

In Mitjelitalien durchbrachen deutsche und italienische Truppen bei einem überraschen­den Angriff im Kaum von Gallicano die amerikanischen Steilungen und warfen Ver­bände der 92. amerikanischen Infanterie­division mehrere Kilometer nach Süden zu­rück. Zahlreiche Gefangene, in der Haupt­sache Neger, wurden dabei eingebracht. Nordöstlich Faenza lebte die örtliche Kampf­tätigkeit wieder auf.

Stärkere deutsche Kräfte hatten bis An­fang Dezember im Kaum Podgorica, nörd­lich des Skutari-Sees, die Westflanke der aus Griechenland zurückmarschierenden eigenen Truppen gesichert. Inzwischen hatten über­legene Bandenkräfte die Kückmarschstraßen nach Norden gesperrt. In harten mehrere Wochen anhaltenden Gefechten gelang es der deutschen Kampfgruppe, die Banden zu werfen und den Durchbruch durch die monte­negrinischen Berge zu erzwingen. Trotz schwierigster Wegeverhältnisse in dem zuerst überschwemmten und dann vereisten Ge- birgsgelände haben sie jetzt den Anschluß an unsere in Nordmontenegro stehenden Haupt­kräfte erkämpft. — In Ungarn wiesen unsere Sicherungen einen Versuch des Feindes, über den Plattensee zu setzen, ab. Die aus dem Raum Stuhlweißenburg vorgetragenen An­griffe der Sowjets scheiterten. Westlich Buda­pest gelang es dem Feind trotz tapferer Gegenwehr unserer Truppen, seine Ein­bruchsräume nach Nordwesten und Norden zu erweitern. Am Westrand der Stadt wird erbittert gekämpft. Nördlich des Donauknies sind wechselvolle Kämpfe im Gange. Im Raum Salgotarjan wird in einzelnen Ein­bruchsstellen gekämpft. Angriffe der Bolsche­wisten bei Groß - S tef felsdorf und östlich Kaschau blieben im Abwehrfeuer liegen.

Vor unserer Front in Kurland brachen die feindlichen Großangriffe erneut zusammen. Unsere tapfer kämpfenden Divisionen, her­vorragend unterstützt durch fliegende Ver­bände und Flakartillerie der Luftwaffe, brachten den angreifenden Sowjets wiederum eine blutige Nl-derlage bei und vernichteten 111 Panzer. Die Bolschewisten verloren da­mit seit Beginn der dritten Abwehrschlacht lu Kurland insgesamt 334 Panzer.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag waren Orte im westdeutschen Baum, vor allem am

Mittelrhein, das Angriffsziel anglo-amerika- nischer Terrorbomber und Tiefflieger. Nord­amerikanische Verbände warfen außerdem Bomben auf Oberschlesien. Durch Jäger , und Flakartillerie der Luftwaffe verlor der Feind gestern insgesamt 61 Flugzeuge.

Deutsche Unterseeboote versenkten zwei stark gesicherte Dampfer mit zusammen 12 000 BBT. und torpedierten, einen weiteren. Ferner wurde vor Cherbourg ein 14 000 BBT. großes Fahrgastschiff durch Torpedotreffer so schwer beschädigt, daß mit seinem Unter­gang zu rechnen ist. Aus Sicherungs- und Unterseebootsjagdgruppen sind außerdem acht Zerstörer und Geleitfahrzeuge versenkt worden.

Heilige Winierschlachi

Berlin, 21. Dez. In Südostbelgien und Mit­telluxemburg versuchte der Gegner weiterhin die Bewegungen unserer angreifenden Ver­bände durch Stöße gegen die Flanken, durch Vorlegen gepanzerter Kolonnen sowie durch

Bombardierungen zu Hemmen, Obgleich der feindliche Widerstand wuchs, stellten sich an der nördlichen Abriegelungsfront unsere Pan­zer den ihnen entgegengeworfenen nordanje- rikanischen Panzerverbänden zur Schlacht. Mit 10 Panzern mußte der Gegner seinen vergeblichen Versuch bezahlen, die Abschir­mung an der Nordflanke unseres Durch­bruchsraumes nach Westen zu -verlängern. Mit gleicher Härte wie hier wurde auch bei und südlich Bastogne sowie in Mittelluxem­burg gekämpft. Der erneute Versuch des Gegners, zu seinen bei Bastogne eingekessel­ten Kräften durchzustoßen, kostete ihn er­neut zahlreiche Panzer. Weitere Panzer­abschüsse erzielten unsere Truppen bei den Abwehrkämpfen in Mittelluxemburg. Die im Wehrmachtbericht als am zweiten Weih­nachtstag vernichtet oder erbeutet gemelde­ten 158 feindlichen Panzer verteilen sicti somit in der Hauptsache auf den Raum nördlich La Roche, südlich Bastogne und westlich Echternach. Darüber hinaus hatte

der Feind erhebliche Materialverluste durch unsere Luftwaffenverbände, die mit wirk­samen Schlägen gegen Versorgungszentren, Sammelplätze und Kolonnen die Angriffe, des Gegners gegen unsere Nachschubstraßen be­antworteten.

Alle übrigen Kämpfe an der Westfront tru­gen nur örtlichen Charakter. Südwestlich Dü­ren versuchten die Nordamerikaner ihre Um­gruppierungen durch vergebliche örtliche An­griffe gegen unsere Roer-Brückenköpfe zu verschleiern. Aus dem gleichen Grunde setz­ten sie unseren an der Blies und im pfälzi­schen Grenzgebiet scharf nachdrängenden Verbänden an einigen Punkten hartnäckigen Widerstand entgegen. Panzergrenadiere der Waffen-^ und Volksgrenadiere stießen wie­derholt in die feindlichen Absetzbewegungen hinein. Sie nahmen an der Blies und bei Weißenburg mehrere Höhen, befreiten eine Reihe von Ortschaften und säuberten jetzt •auch das Vorfeld unserer Westbefestigungen in der Weißenburger Steige..

Gelungene Enlüuslungseffenslve für bedrohte Fronten

Schnelle Beseitigung des feindlichen Offensivdrucks an Roer, Saar und im Elsaß

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung g. Berlin,. 21. Dez. „Ein Keil in die Stellun­gen der Alliierten getrieben“ — das ist das Stichwort der Gegner bei der Behandlung der deutschen Gegenoffensive im Westen, und das scheint in-der Tat eines der wesent­lichsten Kennzeichen des bisherigen Ver­laufs der großen Winterschlacht im Westen zu sein. In das feindliche Hinterland hat sich ein tiefer bedrohlicher Keil eingebohrt, so daß der Vergleich nicht von der Hand zu weisen ist, den man an einer Stelle findet: Glichen die deutschen Vorstöße im Anfang den gespreizten Fingern einer Hand, so gleichen sie nun einem Fausthandschuh. Tatsächlich ist die deutsche Offensive durch eine Reihe von Tatsachen gekennzeichnet, aus denen man auf die militärische Wirkung im Lager der Gegner gewisse' Schlüsse ziehen kann. Es handelt sich dabei einmal um die Einschließung einer starken feindlichen Gruppe in dem Städtchen Bastogne, ein Er­eignis, das sich stets nur erklären läßt, wenn es gelungen ist, rückwärtige Verbindungen abzuschneiden und den in der Defensive be­findlichen Gegner zu überraschen. Bastogne, ein Städtchen von 4000 Einwohnern ip der belgischen Provinz Luxemburg, ist Bahn­station an einer Nebenlinie, die von der Häuptlinie Lüttich—Luxemburg abzweigt. Der Wehrmachtbericht hebt hervor, daß die Amerikaner immer wieder versuchten, die in

Bastogne zusammengedrängten Verbände zu entsetzen.

Inzwischen liegen aber neben der Ein­schließung von Bastogne auch andere Tat­sachen und Ergebnisse zur Charakterisierung der Situation vor. Die große Panzerschlacht bei Laroche, die im Wehrmachtbericht er­wähnt wird,, findet nur etwa 35 Kilometer nördlich von Bastogne statt. Die hohen Pan- zervernichtüngsziffern, die schon in den letzten Tagen gemeldet wurden, und der heutige Bericht über die Vernichtung weite­rer feindlicher Panzer sind bezeichnend für das Ausmaß der' Kämjixe ,' sie haben aber außerdem eine andere tiefere Bedeutung. Zu­sammengenommen mit der Vernichtung feindlicher Divisionen, mit den hohen Ge­fangenenzahlen, die schon in den ersten Ta­gen berichtet werden konnten, bedeuten alle diese Ereignisse, daß der Gegner Verstär­kungen heranholen und Kräfte verbrauchen mußte, die fer an anderer Stelle einsetzen wollte. So ist der deutsche Gegenschlag zu einer gelungenen Entlastungsoffensive für jenen Frontabschnitt geworden, den die Amerikaner am stärksten berannten und bei dem sie mit Aufgebot aller Kräfte Erfolge zu erzielen suchten, für den Frontabschnitt im Baum von Aachen.

Freilich geht die Wirkung weit darüber hinaus, denn der Gegner hat so erhebliche Reserven heränführen müssen, daß auch an

Gedruckte Stimmung in England und USA

„Tragischste Phase des Krieg es“ — Schlechte Nachrichten

Berlin, 21. Dez. Diese Weihnacht war die „ernsteste Weihnacht des Krieges“, erklärte der Londoner Korrespondent des Brüsseler Nachrichtendienstes, der die Stimmung in England angesichts der deutschen Offensive im Westen charakterisierte. Der Londoner Berichterstatter von „Stockholms Tidningen“ ergänzte diesen Stimmungsbericht durch die Mitteilung, daß die Engländer während der Weihnachtsfeiertage nach Möglichkeit ihren Rundfunkapparat abgeschaltet hätten, um nicht die schlechten Nachrichten von der Westfront hören zu müssen.

Auch die englische Zeitschrift „Time and Tide“ kann nicht leugnen, daß die Weih­nachtsstimmung in England diesmal sehr schlecht war, um dann , einzugestehen, die deutsche Offensive sei „gut überlegt lind für die Briten überraschend gekommen“. Die englische Zeitschrift ;,Sphere“ empfiehlt den Engländern Geduld, muß allerdings be­kennen, daß dieser Rat sehr schwer zu be­folgen sein werde, da „ein plötzlicher Aus­bruch von Optimismus selbst die britischen Führer erfaßt hatte und dadurch das Urteils­vermögen des Volkes zerstört wurde“. „Wahr­scheinlich möchten viele Menschen in Eng­land ausrufen“, heißt es in dem Artikel weiter: „meine Geduld ist erschöpft“, denn sechs Jahre totalen Krieges habe die Eng­länder „stark mitgenommen“. Unter Hin­weis darauf, daß den anglo-amerikanischen Armeen die Verbindungswege fehlten und die Deutschen dadurch, daß den Anglo- Amerikanern die Benutzung vieler Kanal­häfen bis auf den heutigen Tag versagt ge­blieben sei, die Chance gehabt hätten, sich nach den Rückschlägen des Sommers 2 ni reorganisieren, schließt die Betrachtung der Zeitschrift „Sphere“ mit dem Geständnis, England mache jetzt die „dunkelsten, Tage dieses Jahres, die tragischste Phase dieses Krieges“ durch. „Zentimetergewinne hier und dort müssen mit unbeschreiblichem Preis an Gut und Blut bezahlt werden“.

Die Stimmung in den USA ist nicht besser als ln England. Der nordamerikani­schen Bevölkerung sei, schreibt ein spani­scher Korrespondent aus New York, „eine schwarze Weihnacht“ beschert worden. Man könne in den USA-Zeitungen heute Schlag­zeilen lesen, wie etwa: „Die Schlacht in Belgien und Frankreich wird zu einem Solda- tenmassenetab für die Alliierten, wie es die

Geschichte noch nicht gesehen hat“. Alle Blätter wiesen darauf hin, es hape diesmal zu Weihnachten kaum eine amerikanische Familie gegeben, die nicht etwa um einen gefallenen Angehörigen getrauert oder um die Rückkehr eines anderen gebangt habe. Die „New York Times“ sprechen von einer „schwarzen Woche“, wie sie die Amerikaner während dieses Krieges bisher noch nicht erlebt hätten.

Die amerikanischen Kriegskorrespondenten wissen immer noch nichts Tröstliches zu be­richten. In einer Reportage zweier Bericht­erstatter wird vielmehr wiederum zugegeben, daß die deutsche Offensive „gut vorbereitet“ und daß das „Überraschungsmoment“ gut ausgenutzt worden sei. Überall in den USA folge man besorgt den Operationen. In­teressant ist in diesem Zusammenhang das Geständnis des Vorsitzenden des USA- Kriegsproduktionsausschusses, der auf einer Pressekonferenz in' Philadelphia nicht ver-, heimlichen konnte, daß die deutsche Offen­sive „eine Menge alliierten Materials ver­nichtet“.

Schwerter verliehen

Führerhauptquartier, 21. Dez. Der Führer verlieh das Eichenlaub .mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Gene­ralleutnant Alfred Reinhardt, Komman­deur der fränkisch-sudetendeutschen 98. Inf.- Div., als 118. Soldaten der deutschen Wehr­macht.

Anfang September 1944 wurde die 98. Inf.- Div. in der Abwehrschlacht an der adriatischen Küste eingesetzt und zeichnete sich dank der geschickten Führung und des starken persön­lichen Einflusses des Divisionskommandeurs durch besondere Standhaftigkeit aus. Am 10. Sept. 1944 wurden die Division und ihr Kommandeur dafür im Nachtrag zum Wehr­machtbericht genannt. Einen Monat später stand die Division in der Ertuskischen Apen­nin-Front. Hier griff der Gegner mit stärksten Kräften an und erzielt* mehrere tiefe Ein­brüche. Die Lage war kritisch, aber der uner­müdlichen Tatkraft des Generals gelang es, die feindlichen Einbrüche unter geschickter Feuer­zusammenfassung aller schweren Waffen an der einen Stelle durch geringfügige Frontzurück­nahme aufzufangen, an der anderen Stelle im Gegenangriff zu beseitigen. Der Divisionskom­mandeur befand sich hier wie stets in der vor­dersten Linie und holte durch sein Beispiel das letzte aus seinen Truppen heraus.

der Saarfront und an der elsässisch'en Front die Entlastung in Erscheinung treten wird. Dabei muß eines festgehalten werden: Kämpfe im 6. Kriegsjahr gehen, da alle Kriegführenden ihre Rüstung auf einen Höhepunkt gesteigert haben, stets unter einem großen Einsatz von Truppen und vor allem von Material vor sich. Damit unter­scheiden sich die Kämpfe des 6. Kriegsjahres etwa von den Kämpfen des Jahres 1940, in dem der Bewegungskrieg schnellere und wei­tergreifendere Formen trug. Diesen Bedingt­heiten paßt sich Charakter und Ausmaß der -deutschen Offensive an, und im Rahmen dieser Bedingtheiten sind ihre Erfolge zu be­trachten, deren einzelne Punkte sich eben aus den Angaben der Wehrmachtberichte Nachschubbedrohung, Mannschafts- und Panzerverluste, Gefangenenzahlen — ablesen lassen.

Mangel an Schiffsraum

Genf, 21. Dez. Unter Bezugnahme auf einen Bericht der „New York Times“ zu den augenblicklichen Besprechungen zwischen Briten und Amerikanern über Versorgungs­lief erungen schreibt der Washingtoner Kor­respondent der AP, der britische Minister Law habe betont, daß der Bedarf an. Liefe­rungen nach Europa so groß sei, daß er eine völlige Umorganisätion der Programme für die Verschiffung erforderlich-*- mache. Die Hauptschwierigkeit bestehe im Schiffsraum, der in zunehmendem Maße nach dem Pazi­fik abgezweigt werden müsse. Zweifellos würden USA-Schiffe fius dem Südamerika­handel herausgezogen werden müssen. Dies würde die Herabsetzung der USA-Einfuhr aus Südamerika bedeuten und beträfe vor­nehmlich wichtige Nahrungsmittel, so daß die USA-Heimatfront den Gürtel noch enger werde schnallen müssen. *

Idee gegen Reaktion

Von

Reichsleiter und Reichsminister

Alfred Rosenberg

Wir alle wissen, daß wir im Jahre 1945 in* entscheidendste Auseinandersetzungen hin- eingehen werden, zugleich wird jeder von uns die Symptome der Kämpfe von 1944 noch einmal überprüfen und sich bemühen, aus ihnen bestimmte Schlüsse zu ziehen. Außer Frage steht, daß unsere Feinde im Jahre 1944 große militärische Erfolge buchen konnten und daß manche Krisen angesichts der Zurückverlegung unserer Fronten im Westen, Süden und Osten zu überwinden waren. Nichtsdestoweniger hat aber auch diese Raum- und Machterweiterung unserer. Gegner politisch-militärische Probleme an die Oberfläche gebracht, die bisher mehr verborgen wirksam gewesen sind.

Im wesentlichen gesehen, konnte Groß­britannien, soweit es überhaupt noch Groß- Britannien sein wollte, eine staatlich utid machtpolitisch endlose Erweiterung Moskaus nicht akzeptieren in den Gebieten, die vom Standpunkt Englands als für diesen Staat lebenswichtig erscheinen. . Die Amerikaner ihrerseits können mit den Engländern ge­meinsam nicht wortlos Zusehen, wie der Nahe Osten von der Sowjetunion über Iran hinweg gefährdet wird und wie, weit über alle Grenzen hinaus, der Bolschewismus seine Hand auf Frankreich, auf Belgien, Italien, Nordafrika'legt. Man hatte sich ver­bündet, um den Gedanken einer europäi­schen sozialen Gerechtigkeit, der aus Deutschland emporwuchs, zu erdrosseln und niederzuschlagen, und -jeder hoffte nun, so schnell wie möglich seine Interessensphären mit seinen Truppen zu besetzen. Alle bis­herigen Gegensätze, die vorhanden waren, wurden durch den gemeinsamen Haß gegen das Deutsche Reich und eine europäische Ordnung immer wieder zusammengeschlossen, und die alljüdische Wirksamkeit sowohl in New York, London als auch in Moskau trieb warnende Köpfe der Völker immer wieder zurück und verwandelte die Regierungen dieser Staaten nicht selten zu ausführenden Organen einer rein jüdischen Haß- und Weltpölitik: der WelUuisbei’t^ag aus Westen, einer Weltzerstörung aus dem Osten.

Der ' ganze Verrat Großbritanniens an Europa aber ist in diesem vergangenen Jahr offenkundig geworden! Der Verrat an Polen, die Vergewaltigung Griechenlands,' die Un­fähigkeit, in den besetzten Ländern auch nur ein Mindestmaß von Ordnuiig, Sicherheit; und Arbeit zu bringen, das alles zeigt, daß die gesamte 1 Demokratie, scheinbar auf der Höhe ihrer, militärischen Macht, innerlich morsch, ideenlos und beschränkt, sich als un­fähig erweist, auch nur wenigen Ländern Europas, geschweige denn dem ganzen euro­päischen Kontinent, zu einer organischen Ordnung zu verhelfen. Und das ist mit das Entscheidende der Entwicklung, namentlich des letzten halben Jahres. Kein einziges „verbündetes“ Volk der Anglo-Amerikaner ist imstande, den Mächten der Unterwelt yon sich aus entgegentreten zu können, und die Engländer können diese aufrührerischen Gewalten ebenfalls nicht voll bändigen, weil Churchill sie an die Sowjetunion gebunden hat, deren Agenten alle , diese revolutionären Strömungen in den Staaten des Südens und Westens Europas geworden sind.

Von staatlicher Seite her überfluten die Massen der Sowjetarmeen den Balkan, einst das geheiligtste Interessengebiet Großbritan-

Kumpf- und Siegesentschlossenheit Japans

Kriegs- und'Marineminister sprachen vor dem Reichstag

ep. Tokio, 21. Dez. Im japanischen Reichs­tag gab Kriegsminister Feldmarschall Sugi­yama einen Überblick über die Lage an den Fronten des großostasiatischen Kriegsschau­platzes, der die . Nordamerikaner bisher 503 0Ö0 Mann gekostet habe. Im Südwest­pazifik kämpften die Alliierten mit hohen Verlusten um die Oberhand auf einigen In­seln, wie die Palau-Inselgruppe und Moro- tai, hätten sich dort jedoch gegen den japa­nischen Widerstand nicht durchsetzen kön­nen, wodurch ihr Feldzug gegen die Philip­pinen erheblich erschwert würde. Auf dem Birma-Kriegsschauplatz hätten die japani­schen Truppen in der Nähe von Lungling seit dem vergangenen September eine neue Offensive begonnen und die Bemühungen des Feindes, die Ledostraße wieder zu öff­nen, zunichte gemacht. Marschall Sugiyama würdigte dann die Erfolge der japanischen Truppen vom Beginn des Honan-Feld- zuges im April bis zur Einnahme der alliier­ten. Flugbasen in Südwestchina, wobei die japanischen Truppen 1600 Kilometer vorge­rückt seien. Während dieser Zeit hätten sich die alliierten Verluste auf ungefähr- 250 000 Tote und Gefangene belaufen. Abschließend kam Marschall Sugiyama auf die philippini­sche Kriegsfront zu sprechen. Bezüglich der Bodenoperationen erklärte er, daß die Alliier­ten hauptsächlich die Ebene an der Küste von Leyte besetzt hielten. Die Erfolge der japanischen Sonderfliegerkorps und der Luft­waffe hätten dem Feinde jedoch schwer zu schaffen gemacht. Die japanische Wehrmacht sei fest entschlossen, den Feind sowohl auf den Philippinen als auch an den anderen Kriegsfronten endgültig zu schlagen.

Nach dem Kriegsminister sprach Marine- minister Admiral Yonai. Die militärischen Operationen hätten sich in den letzten drei Monaten auf die Philippinen konzentriert, erklärte der japanische Flottenchef, und zwar um Leyte herum, wo der Luftkrieg ständig

schärfer werde. „Die Schlacht, die gegen­wärtig um den Besitz der Philippinen tobt, ist die entscheidende Schlacht des pazifi­schen Krieges, in der Japan, die Gunst sei­ner vorteilhaften strategischen Lage voll aus­nutzend, den endgültigen Sieg über die Alliierten davontragen wird“, erklärte Ad­miral Yonai und fuhr fort: „Ich betone bei dieser Gelegenheit^ daß die absolute Luft­überlegenheit nötig ist, um die Schlacht um die Philippinen erfolgreich durchzuführen.“ Es müßten deshalb immer mehr Flugzeuge für die kämpfende Front zur Verfügung ge­stellt werden. Schon jetzt ließe sich sagen, daß die Siege, die die japanischen Streit­kräfte in den Seeschlachten von Taiwan und den Philippinen errungen haben, zumindest die gegnerische Strategie über den • Haufen geworfen hätten. Es sei auch gelungen, die Überlegenheit des Gegners an Flugzeu s Lä- gem, die ihn überhaupt erst in den Stand gesetzt habe, seine Inselinvasion durchzu­führen, zu beseitigen. Dennoch stünden noch harte Kämpfe um die Philippinen be­vor, für die Japan jetzt seine gesamte Luft- und Seemacht mobilisiert habe. „Japan“, erklärte Yonai mit erhobener Stimme, „wird die Philippinen, koste was es wolle, ver­teidigen.“

UäA-Transporier-Stesfcen

Tokio, 21. Dez. Zur Kennzeichnung der feindlichen Verluste seit der Landung auf Leyte vor rund 50 Tagen unterstreichen hie­sige militärische Kreise, daß in dieser Zeit dort insgesamt 136 Feindtransporter versenkt oder beschädigt wurden. Von diesen verlor der Feind zwischen 20. Okt. und 12. Dez. 110 in den Gewässern von Leyte und weitere 26 in der Sulu-See. Dieser Ausfall stellt eine Gesamttonnage von 1,1 Millionen BRT. dar, die fast die Hälfte der dem Feind im Pazifik zur Verfügung stehenden Transporter- Tonnage ausmachte.