Ausgabe 
(23.12.1944) 337
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der Nationalsozialisten Bremens

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Sonnabend/Bonnlag, Z3./24. Dezember 1944

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Angriff im Westen schreitet weiter fort — St. Vilh im konzenirischen Angriff gefallen

Ans dem Führerhauptquartier, 22 . Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht ' gibt bekannt:

In Südbelgien wurden auch gestern alle Versuche des Feindes, unseren Angriff mm Stehen zu bringen, zerschlagen. Von den feindlichen Stützpunkten, die eingeschlossen hinter unserer Front zurückgelassen wurden, ist «esterri St. Vith im konzentrischen An­griff gefallen. Die Besatzung wurde gefangen- genommen. Unsere Angriffsspitzen drangen weiter nach Westen vor und bildeten mehrere Brückenköpfe über die Ourthe. Im Raum Sfavelot entwickelten sich schwere Kämpfe mit feindlichen Panzerkräften, die, aus dem Baum Aachen herangeführt, in unsere Nord­flanke zu stoßen versuchten. Auch Im mitt­leren Luxemburg ist unser Angriff in gutem Fortschreiten. Durch überraschende Vorstöße schneller Verbände in rückwärtige Verbin-

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düngen erlitt der Feind schwerste Verluste. Unsere Erfolge in Belgien haben die feind­liche Führung gezwungen, starke Verbände aus den bisherigen Angriffsfronten abxu- ziehen. Vor Aachen konnte der Gegner daher . nur eine Reihe von vergeblichen Fesselungs­angriffen führen. An der Saar mußte er sogar seine Brückenköpfe bei Dillingen und Enzdorf räumen, um weitere Verbände frei zu bekommen. Im Raum von Ritsch hat der Feind seine Angriffe nicht fortgeführt, nord­westlich Weißenburg wurde er aus einer Reihe von Bunkergrüppen geworfen. Im Oberelsaß wird westlich Kaysersberg heftig gekämpft.

^London und Antwerpen lagen auch gestern unter stärkstem Beschuß.

. Am Kleinen St. Bernhard kam es zu ört­lichen Kämpfen, die mit einem Mißerfolg der feindlichen Angreifer endeten. Nordöstlich Faenza in Mittelitalien haben die feindlichen Angriffe an Stärke nachgelassen. Im Raum von Bagnacavallo gelang es dem Gegner erst nach zahlreichen schweren Angriffen, unsere Truppen in einem schmalen Abschnitt' auf das Nordufer des Senio zurückzudrücken.

An den Brennpunkten der Abwehrschlacht in Ungarn setzten die Bolschewisten ihre An griffe mit starken Infanterie- und Panzer, kräften fort. Bei Stuhlweißenburg und öst' lieh des Velencze-Sees wurden die feindlichen Angriffsgruppen nach geringem Gelände­gewinn durch Gegenangriffe unserer Panzer aufgefangen. 33 feindliche Panzer wurden in diesen Kämpfen vernichtet. An der slowaki­schen Südgrenze konnten bewegliche sowjeti­sche Kräfte östlich des mittleren Gran durch eine schmale Frontlücke in nördlicher Rich­tung Boden gewinnen. Bei Szeczeny und am oberen Sajo scheiterten feindliche Dureh- bruchsversuche bis auf geringe Einbrüche. Auch südlich Kaschau wiesen unsere Trup­pen stärkere Angriff«! des Gegners ab.

In Kurland trat der Feind in den Morgen­stunden des gestrigen Tages südwestlich und südlich Frauenburg nach Trommelfeuer er­neut zum, Großangriff an. Zum drittenmal hielten unsere dort kämpfenden Divisionen dem Ansturm der Sowjets stand. Nur in ein­zelnen Abschnitten gelangen den Angreifern geringe Einbrüche, um die noch schwere Kämpfe im Gange sind.

Deutsche Schlachtflieger unterstützten die Kämpfe des Heeres besonders im ungari­schen Raum. Begleitende Jäger schossen IS feindliche Flugzeuge ab. Weitere 56 Flug­zeuge wurden durch Luft Verteidigungskräfte über dem Kampfraum in Kurland zum Ab­sturz gebracht. ’

Britische Terrorflieger griffen Orte lm vestdentschen Raum sowie im Osts eegeb iet a n. Vor allem ic Trier und Bonn wurden Wohngebiete stärker getroffen. Die Nord- smerikaner warfen ohne Erdsicht Bomben in Süddeutschland.

Bestürzung bei den Feinden

Berlin, 22. Dez. Die Weihnachtsstlm- m ung in London Ist sehr gedrückt. ,-An- ?esichts der deutschen Offensive im Westen kann keine Weihnachtsfreude aufkommen“, so heißt es in ein«m Barieht des Londoner Korrespondenten der schwedischen Zeitung ( Göteborgs Posten". Ähnlich äußert sich er englische Kriegskorrespfendent Jack Sheuy. »Bas ist das freudloseste Weihnachten für

uns seit langer, langer Zeit. Die deutsche Offensive dauert weiter an. Der Feind hat erstaunliche Kräfte eingesetzt. Er zeigt eine solche Kraft, die jeden von uns, der Deutsch­land für ein verwundetes Tier gehalten hat, in Erstaunen setzt. Nach unserem Vorstoß durch Frankreich und Belgien «raren die meisten von uns fest davon überzeugt, daß unser Sieg bis Weihnachten gesichert sein würde. Wir können jetzt nur auf den Kalen­der blicken und festsustellen, daß wir jetzt die vielleicht grimmigste Sehlacht in unserer Geschichte schlagen.“

Die militärischen Sachverständigen geben weiterhin in ihren Berichten zu, daß die deutsche Offensive mit dem gleichen Schwung fortgesetzt wird. Fraser vom Lon­doner Nachrichtendienst »teilt fest, daß die Deutschen ein erhebliches Stück vorgedrun­gen seien. „Die Deutschen waren in der Lage, in drei Tagen so weit vorzurücken, wie wir in den letzten drei Monaten“, heißt es in einem Bericht des Kriegskorrespondenten Cassedy, der sich bei der I. amerikanischen, Armee befindet. Der militärisch* Mitarbeiter von „News Chronicle“, Cummings, setzt seine Kritik an der militärischen Führung der Anglo-Amerikaner fort und bezeichnet es „wirklich eigentümlich“, daß es dem alliier­ten Informationsdienst nicht gelang, die um­fassenden Vorbereitungen für dieses Unter­nehmen zu enthüllen. Er warnt vor der Tor­heit, anzunehmen, daß die Kraft dieses „un­

erwarteten deutsch« Schachzuges“ sich ver­ringern werde.

Ein Reuter-Korrespondent an der West­front muß sich zu dem Geständnis beque­men, daß die deutsche Offensive, „außer­ordentlich gut durchdacht und ungewöhnlich gut durchgeführt" sei. Eine Armee, von der man angenommen habe, daß sie geschlagen sei, und die mm plötzlich eine Offensive be­gonnen habe, zwinge dazu, neue Überlegun­gen anzustellen, und es werde sich nicht vermeiden lassen, dabei den Deutschen einige Blumensträuße zu überreichen. Dieses Geständnis legt Alexander Clifford in der „Daily Mail“ ab. Er hebt nochmals hervor, daß der deutsche Angriff eine vollkommene Überraschung gewesen sei. Er erinnert an den „brillanten deutschen Sieg“ bei Arn­heim, erinnert daran, daß die Deutschen wachsend die Initiative in die Hand be­kamen und hinter der Bühne jene großen Vorbereitungen getroffen hätten, die jetzt in die Tat umgesetzt worden seien. Eine tapfere deutsche Jugend, die eine Grundlage harter Ausbildung in. der Hitler-Jugend habe, sei an die Front, gekommen. Alexander Clifford muß weiter gestehin, daß alle Bombardierungen nicht in der Lage waren, die Ausrüstung der deutschen Armeen zu behindern, und alle Unterbrechungen der Eisenbahnen und An­griffe auf die Verkehrswege hätten nicht verhindern können, daß Männer, Maschinen und Nachschub aa die Front gelangten.

Weilere Fortschritte in Südbelgien

Räumung feindlicher Saar-Brückenköpfe bei Dillingert und Ensdorf

Berlin, 22. Dez. Unser Angriff in den belgi­schen Ardennen drang weiter durch. Sprach der Wehrmachtbericht am Donnerstag davon, daß unsere Trupp« di»--greße Straße Lüttieh—■: Bastogne-Arlon auf breiter Front überschrit­ten hätten, so weist die Erwähnung der Er­folge an der weiter westlich liegenden Ourthe im Wehrmachtbericht vom Freitag darauf hin, daß trotz feindlichen Widerstan­des dort weitere Geländegewinne erzielt wur­den. Die Befreiung des seit Tagen umkämpf- ten St. Vith gehört dagegen au den be­deutenden Säuberungsaktionen im Rücken der Hauptfront, von denen am Vortage die Vernichtung der in der Schnee-Eifel »teilen­den nordamerikanischen Verbände gemeldet wurde. Den beiden letzten Wehrmachtberich­ten gemeinsam sind Hinweise darüber, daß wiederholt schnelle-deutsche Verbände in die rückwärtigen Verbindungen des Gegners hineinstießen, dabei Nachschubkolonnen ver­nichteten und neu herangeführte feindliche Kräfte zersprengten.

Trotz aller gebotenen Zurückhaltung bei der Bekanntgabe von Einzelheiten über die Entwicklung unseres Angriffes lassen aber schon diese Stichworte erkennen, daß unsere Truppen ständig nach Westen vorwärtskom- men, systematisch den Widerstand restlicher Stützpunkte in dem bereits durchschrittenen Gebiet breehen und durch überraschende Vorstöße in verschiedenen Richtungen den Gegner am Aufbau neuer Verteidigung»linien hindern.

Die Fortschritte unserer Infanterie— und Panzerverbände in Belgien haben den Feind zu Umgruppierungen seiner Kräfte an den bisherigen Brennpunkten der Westfront ge­zwungen. Im Raum von Aachen beschränk­ten sich di* Nordamerikaenr, nach Ver­

schiebung ihrer Panzer an die Nordflanke unseres südbelgischen Einbruchsraumes, auf einige bedeutungslose Fesselungsangriffe ge- .gen unsere^.südlich.. Düren .ii^gendery . Rör-, Brückenkopf zwischen Winden. und Berg­stein. Die auffälligste Entwicklung zeichnete sich an der Saar ab. Hier räumten die Nord­amerikaner in der Nacht zum Donnerstag ihren Brückenkopf Ensdorf, den sie vor rund drei Wochen gebildet hatten. Noch vor drei Tagen wurde hier um einzelne Kampfstände erbittert gerungen. Obwohl einzelne Bunker sechsmal innerhalb 24 Stunden angegriffen wurden, war der. Feind über den Ostrand des Dorfes nicht hinausgekommen. Bei ihrem Abzug sprengten die Nordamerikaner die Häuser und verminten das Gelände. Den­noch stießen unsere 'truppen sofort nach und brachten dem weichenden Feind erheb­liche Verluste bei.

Nach letzten Meldungen haben die Nord­amerikaner, um Truppen freizubekommen, nunmehr auch Dillingen aufgeben müssen, so daß zur Stunde nur noch unmittelbar bei Saarlautern elp letzter feindlicher Brücken­kopf an der Saar besteht, der unter massier­tem Feuer unserer schweren Waffen liegt.

Zwischen Saar und Rhein sowie im Ober- Elsaß verstärkten unsere Truppen ebenfalls ihren Gegendruck und entrissen im Bereich der Weißenburger Steige und vor allem im Bien-Wald den Nordamerikanem die an den Vortagen erzielten Geländegewinne.. Auch in den Hoeh-Vogesen, wo zwischen dem Col du Bonhomme und dem Schlucht-Paß aus Angriffen und Gegenstößen harte Kämpfe entstanden, mußte der Feind an dem 9 km nordwestlich Münster liegenden Schwarzen See vorübergehend erreicht* Einbrüche wie­der aufgeben.

Clifford schließt mit - der Feststellung, daß die ganze jetzt in Gang befindliche Offen­sive „mit 'außerordentlichem Können und peinlicher Voraussicht vorbereitet worden sei. „Daily Expreß“ teilt seinen Lesern mit, daß die Deutschen zum erstenmal zur Unter­stützung ihres Infanterie- und Panzer-Vor­marsches ein „Sperrfeuer von fliegenden Bomben“ benutzt hätten.

Ein Frontbericht von der I. amerikanischen Armee besagt, daß die Deutschen ihre Offen­sive „mit fliegenden Bomben eingeleitet“ hät­ten, die stärker seien als der schlimmste Robot-Blitzkrieg gegen London. „Ein stän­diger Strom brummender fliegender Bomben flog über die Köpfe der amerikanischen Sol-

I. Blaff

daten hinweg und landete hinter der ameri­kanischen Front, um die rückwärtigen Ver­bindungen der amerikanischen Truppen zu stören“, heißt es in diesem Bericht wört­lich. Der Kriegskorrespondent von UP. nennt den deutschen Durchbruch dureh die Front der 1. amerikanischen Armee den „härtesten amerikanischen Rückschlag seit dem Verlust der Philippinen“. Der UP.. Korrespondent Frankish bezeichnet die Lage der angegriffenen amerikanischen Truppen als schwer.

Schwedische Berichte aus London vermer»- ken, daß die Erfolge der deutschen West­offensive „zu einer drastischen Ansichtsände­rung über die militärische Widerstandskraft Deutschlands geführt" hätten. Der Londoner Korrespondent von „Stockholms Thüringen“ berichtet, daß durch die teilweise Nachrich­tensperre, die Eisenhower verhängt hat, und durch den Ausfall der Pressekonferenz des anglo-amerikanischen »Hauptquartiers am Mittwoch „infolge Nachrichtenmangels“ wilde Gerüchte in Umlauf gesetzt worden seien, die eine große Verwirrung bei der Auslegung der einlaufenden Berichte zur Folge hatten.

Kraft des deutschen Herzens

Von Erich Beck

Das deutsche Volk begeht diese Weihnäch­ten 1944 im Zeichen einer großen, für viele scheinbar neuen und doch uralten und ewigen Erkenntnis. Johann Gottlieb Fichte hat sie einmal in Deutschlands schwerster Zeit in die Worte gekleidet: „Nicht die Gewalt der Armee, noch die Tüchtigkeit der Waffen, die Kraft des Gemütes ist es, die Siege erkämpft“. Wie wahr das ist, das beweisen uns abermals diese Weihnachtstage, die so ganz eingebettet sind in die dankbare Freude über die neuen Taten unserer Soldaten im Westen. Wer hätte das alles noch vor kurzen acht oder zehn Tagen für möglich gehalten, wer hätte — hüben wie drüben — auch nur im ent­ferntesten damit gerechnet, daß deutsche -Ar­meen bereits jetzt wieder zu einer Offensive schreiten und die feindliche Front durch­brechen würden? Und. das nur sechs Monate nach Avranches, wenige Wochen erst, seit­dem' sich die rückflutenden Heere im.Schei­tel des Westwalles neu gesammelt und zum Widerstand bereit gemacht hatten, kaum Tage nach Beginn der vierten Schlacht um Aachen und angesichts eines nach wie vor großen Drucks, der auf unsere Fronten im Elsaß, in Italien und in Ungarn lastet. Aber es ist geschafft worden, es konnte geschafft werden, weil sich hier in der entscheidenden 'Stunde Heimat und Front zu der gewaltig­sten Anstrengung aller Zeiten zusammenfaß­ten und die höchste Kraft schöpften aus dem deutschen Gemüt.

Wir sind in dem Jahr, das hinter uns liegt, hart geworden, und diese neue Härte in uns zwingt uns zur Ruhe und zur nüchternen Betrachtung. Für das deutsche Volk voll heute ist der gesunde Realismus zur Grund­lage aller Betrachtungen geworden, und diese selbstverständliche Zurückhaltung im Urteil verbietet uns jeden Überschwang. Und doch wird in uns allen eine unbändige Freude lebendig über das, was jetzt im Westen ge­schieht. Diese Offensive, die in jedem ihrer Züge die Handschrift des Führers weithin sichtbar an sich trägt, bringt nunmehr aller Welt — und zugleich den Kleingläubigen in unseren Reihen — den besten Beweis unserer ungebrochenen müitärischen und seelischen Stärke. Ein Volk, das nach einem so schwe­ren Weg, wie wir ihn haben gehen müssen, und nach den ernsten Rückschlägen der letz­ten iwei Jahre nicht nur an allen Fronten mit sichtbarem Erfolg eine offensive Abwehr treibt, sondern nun auch noch zu einem Großangriff anzutreten vermag, «in solches

Front in Sfidoslbelgien bleibt in Bewegung

Alle f eindlichen Versuche, den deutschen Vormarsch aufzuhalten, scheiterten

Dr.htberieht unserer Berliner Sehriffleitunz

bm. Berlin, 22. Dez. Die große Offensive im Westen sieht die deutschen Truppen nun­mehr sieben Tage lang im Angriff, ohne daß sich das charakteristische Merkmal dieser Angriffsschlacht gewandelt hätte und an die Stelle des Bewegungskrieges der Stellungs­kampf getreten wäre. Die Versuche der feind­lichen Führung, durch rigorose Umgruppie­rungen einen zusammenhängenden Wider­stand zu bilden, scheiterten bisher. Der Geg­ner stand unter dem Zwang, entweder aus der Tiefe des Raumes oder von anderen Frontabschnitten größer* Truppenteile in Eilmärschen heranzuführen und gegen die deutsche Offensive einzusetzen. Solche Mög­lichkeiten bestehen sowohl nördlich des Offensivraumes von Aachen—Roermond her, wo die herangeführten Verbände etwa einen Weg von 100 Kilometer zurückzulegen hät­ten, als auch von der Saarfront her, wo eben­falls Entfernungen von 100 bis 150 Kilometer zu Überblicken wären.

Es scheint heute, daß Eisenhower während der großen Durehbruchsversuche der nord- amerikanisehen Truppen im Raum östlich der Roer und an der Saar die ursprünglich in der Tiefe des belgischen und nordfran­zösischen Raumes bereitgestellten operativen Reserven nahezu vollständig in den Schmelz­tiegel der Materialschlachten warf und der Ausblutung preisgab, um nicht die ge­wünschte pausenlöse Fortsetzung des An­sturms gegen die deutschen Linien aufgeben zu müssen. Heute räeht sich dieses Verfah­ren, ganz offenbar verfügt das alliierte

Oberkommando nicht mehr über die ausrei­chenden Reserven in der Tiefe des Raumes, um sie der deutschen Offensive in zusam­menhängender Front entgegenzustellen, da sonst eine Abziehung ^von Divisionen aus den Kampffronten östlich von Aachen und an der Saar unverantwortlich wäre.

Die nordamerikanischen Verbände wurden ohne festen Plan in den Kampf geworfen, um bald hier und bald dort entlastend ein­zugreifen. Von deutscher Seite wird fest­gestellt, daß diese Verbände von schweren Stößen der deutschen Truppen betroffen und dadurch von benachbarten Verbänden ge­trennt, ja bereits umfaßt und abgesclmürt wurden, so daß ihr Einsatz für die Gesamt­lage wirkungslos blieb.

Die Schauplätze der großen Angriffs­schlacht werden nunmehr durch den süd­belgischen und den mittleren luxemburgi­schen Raum gebüdet. Während die cfeutschen Angriffskeile weiterhin unter Ausnutzung des unübersichtlichen Geländes und des Nebels, der den Gegner an dem Einsatz seiner Jäger und Aufklärungsstaffeln hinderte, im Vor­dringen sind und durch überraschende Vor­stöße abfließende feindliche Kolonnen über­holen und vernichten und die herangeführ­ten feindlichen Reserven zersprengen konn­ten, erfüllen die nachfolgenden deutschen Divisionen ihre Aufgaben, in der Front auf- zuschließsn und die während der deutschen Vorwärtsbewegungen von der Angriffsspitze umgangenen Stützpunkte des Gegners — die sich jetzt hinter der Offensivfron» befinden — zu bereinigen.

Insgesamt hat sich die Zahl der gefange­nen Nordamerikaner inzwischen auf über 25 000 Mann erhöht. Auch an anderen Orten hinter der deutschen Front, so z. B. bei Stavelot, finden noch Kämpfe mit einge­schlossenen amerikanischen Verbänden statt. Als westliche Begrenzung ist die Ourthe zu sehen, die bei Lüttich in die Maas mündet. Die Amerikaner haben offenbar versucht, diesen Flußlauf als Widerstandslinie zu be­nutzen, ehne jedoch damit Erfolg zn haben. Am Freitag meldet das deutsche Oberkom­mando die Bildung von deutschen Brücken­köpfen auf dem Westufer dieses Flusses, der in seinem Lauf einen großen, nach Osten offenen Bogen beschreibt.

Dr. Goebbels spricht Heiligabend

Berlin, 32. Dez. Beichsminister Dr. Goebbels spricht zum Heiligabend am 24. Dez., 21 Uhr, über den Großdeutschen Bundfunk zum deutschen Volk.

Berlin, 22. Dez. Am Weihnachtsabend wird Gauleiter Bohle, wie alljährlich, über die Richtstrahler der deutschen Überseesender zu den Ausländsdeutschen und den Männern der deutschen Handelsmarine in aller Welt sprechen.

Eichenlaub verliehen

Führerhauptquartier, 22. Dez. Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Major Fritz Jakob, Führer eines Volksgrenadierregünents, als 881. Soldaten der deutschen Wehrmacht.

Volk ist nicht zu schlag«. Es ist un­besiegbar 1

Das ist das Bewußtsein, das wir in diese Weihnachtstage hineinnehmen und das uns begleiten wird durch die Stunden der Be­sinnung, der Einkehr und der Rückschau. Kriege sind immer tragische Perioden im Leben eines Volkes. Oft genug entdeckt erst eine spätere Generation den Sinn ihres Ent­stehens und die Notwendigkeit, sie zu führen. Stets begreifen erst sie das Heldentum und den Opferwillen, (Jen in jenen Zeiten das Volk aufbrachte und dem es den Sieg ver­dankte. Wir selbst, die inmitten dieses ge­waltigen Kampfes stehen, wir empfinden nur allzu häufig fast ausschließlich das Leid, das uns beschwert, und die Last, die auf unsere Schultern drückt. Je mehr wir uns so dem Tag näherten, der sonst im Ablauf des Jah­res einer der schönsten zu sein pflegt, und je lebhafter in unser« Erinnerungen die Ge- aarokeir,wurden äh jene Festtage, an denen wir alle unter dem leuchtenden Weihnachts­baum standen, je' schöner uns also die fried­liche Vergangenheit erschien/ desto leidvoller ward uns die Gegenwart. Vielen unter uns ist das Heim verlorengegangen, so viele Fa­milien wurden auseinandergerissen, Hnd in so manchem Kreis wird der Vater, der Bru­der oder der Sohn auf ewig fehlen. Oft ist uns bange gewesen vor dieser Weihnacht 1944, weil wir kaum je zuvor so stark be­griffen haben, was wir verloren...

Wir wollen es uns ehrlich gestehen, es ist viel. Schmerzliches, das uns in diesen Tagen bewegt hat und auch noch bewegen wird. Der Gabentisch ist mager geworden und spärlich die Zahl der Kerzen, die den Weih­nachtsbaum schmücken oder den grünen Zweig, der ihn ersetzt. Und doch ist er da! Und doch strömt von ihm heute wie einst all der Glaube und das Vfissen aus, das nicht etwa wir Heutigen, sondern alle Geschlechter vor uns von ihm immer und immer wieder empfingen. Es gibt kein schöneres Symbol all dessen, was wir heute empfinden, als ihn. Die längsten Nächte des Jahres, die wir Weihnachten nennen, sind die Stunden der Geburt, die Stunden des jungen neuen Le­bens, die Stunden des Kindes und der mütterlich gebärenden Kraft. Mögen sich auch im Laufe der Jahrhunderte die äußeren Formen gewandelt haben, sie sind es trotz­dem immer geblieben, ob wir in den Gemein­schaften um den Holzstoß versammelt sind oder ob wir in der Stille des Hauses im engen Kreis der Familie die Heilige Nacht begehen. Das Licht hat wieder gesiegt über das Dun­kel, das Leben über den Tod.

Das ist unser Weihnachtsfest, so sehen wir es und so erleben wir es. Überkommen von unseren Ahnen ward es von Generation auf Generation weitergegeben und so zum schön­sten und erhabensten Zeichen deutscher Innerlichkeit und deutschen Gotterlebens. Es mag vielleicht manchem als überspitzt erscheinen, wenn wir heute feststellen, daß es in diesem Kriege auch um dieses Fest geht. Und doch ist es so! Auf der anderen Seite hat man nie Verständnis aufbringen können für das, was unsere Seele bewegt. Man hat geglaubt, mit einer Handbewegung über alles hinweggehen zu können, was bis dahin jeder anständige und ehrliche Mensch als Beweis höchsten Kulturwillens bewun­derte. Man hat einfach Terrorbomber zu Tausenden in dieses Land geschickt und nun wahllos alles niederkartätscht, was sich auf dem Wege fand. Nicht nur unsere Häu­ser, nicht nur unsere Museen, Theater und unsere wissenschaftlichen Forschungsstätten, sondern auch unsere Heiligtümer. Das Straß­burger Münster sank dahin, die Basilika zu Trier, die Dome zu Aachen, zu Köln und ln so vielen anderen Städten, die Frauenkirche zu München, die Marienkirche zu Lübeck, Ansgari in Bremen und unsere Liebfrauen­kirche — nichts ist ihnen heilig gewesen, am allerwenigsten aber die steingewordenen und gen Himmel ragenden Zeugnisse deutscher Gottsuche.

Das, was sie damit zerstören wollten, da s ist unsere Seele gewesen. Wie sie ganz Deutschland zum Totenacker machen wol­len, wie sie die Hälfte unseres Volkes liqui­dieren und Millionen deutscher Menschen nach Sibirien zu verschleppen trachten, so wollen sie auch unsere Seele abtöten und uns genau so zu stumpfen Sklaven herab­drücken, wie es im bolschewistischen Ruß­land geschehen ist. Einstmals, vor 2000 Jah-