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Parieiamtliche Tageszeitung
Das Amlflblaü des Regierenden Bürgermeister, der Freien Bremen
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblatl des Reichssiaühallers in Oldenburg und Bremen
Nummer 336 14. Jahrgang
Freilag, 22. Dezember 1944
Einzelpreis 15 Rpf.
Vormarsch auf breiter Front
In den Ardennen Über 20000 Gefangene der Winterschlacht in Belgien
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Aus dem frührerhaupt quartier, 21 . Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht
gibt bekannt:
In der Winterschlacht in Belgien wurde gestern weit hinter der Front die amerikanische Besatzung der Schnee-Eifel verwehtet oder gefangengenommen. 7000 Amerikaner wurden in die Gefangenschaft abge- /üJirt. An der vorderen Angriffsfront sind unsere Truppen in die Ardennen eingedrun- iin und 'haben die große Straße Lüttich— ß&togne —Arlon auf 1 breiter Front überschritten. Gegen die Maas abfließende feindliche Nachschubkolonnen wurden von deutschen Panzern eingeholt und überrollt, neu herangeführte amerikanische Verbände in einzelne Gruppen Verschlagen, ohne daß es ihnen gelang, unseren Vormarsch. aufzuhalten. Die Zahl der Gefangenen hat 20 000 überschritten. In den gestrigen Kämpfen wurden 43 Panzer und Panzerfahrzeuge sowie 50 Geschütze erbeutet, 136 Panzer vernichtet.
In den bisherigen Brennpunkten des Abwehrkampfes an der Westfront setzte der Feind seine Angriffe mit geringeren Kräften erfolglos fort Schwere Abwehrkämpfe entwickelten sieh nur im Baume nordwestlich Bitsch.
Das Fernfeuer auf London und Antwerpen dauert an.
Durch Seekampfmittel .der Kriegsmarine wurden in der Scheldemünduhg sechs große feindliche Nachschubfrachter mit zusammen mehr als 30 000 BBT. versenkt.
In Mittelitalien leitete der Feind seinen gestrigen Großangriff nördlich Faenza mit einem Trommelfeuer von 100 000 Schuß aller Kaliber auf einer Abschnittbreite von 10 km ein. Trotz dieses schweren Feuers konnte er bis zum Abend unsere tapfer kämpfenden Truppen nur um etwa zwei Kilometer zurückdrücken. Nordöstlich der Stadt brachen die feindlichen Angriffe schon vor unsferen Stellungen zusammen. Im Baume von Bag- nacavallo führten die stark .mitgenommenen kanadischen Verbände gestern nur örtliche Angriffe, die bis auf einen geringfügigen Einbruch blutig abgewiesen wurden.
Auf dem Balkan gehen die Bewegungen unserer Truppen, zum Teil unter Brechung heftigen feindlichen Widerstandes, weiter. — In Ungarn traten die Sowjets- zwischen Plattensfee und Donau mit starken Kräften und mit Unterstützung zahlreicher Schlachtflieger zum Angriff >an. Erbitterte Kämpfe sind hier im Gange. Zwischen dem Donau- inie und der Südgrenze der Slowakei verstärkte sich der Druck des Feindes. Am Eipel-Fluß, an den Westhängen des Matra-. Gebirges und beiderseits des oberen Sajo lingen unsere Truppen die Angriffe feindlicher Verbände nach harten Kämpfen auf. Im Baum südlich und nordöstlich Kaschau scheiterten wiederholte Angriffe der Sowjets.
Bei der Abwehr feindlicher Luftangriffe über dem nördlichen und ' südlichen Abschnitt der Ostfront wurden gestern 31 sowjetische Flugzeuge, davon 14 durch Nachtjäger, zum Absturz gebracht. Nordamerikanische Terrorflieger warfen am gestrigen Tage Bomben auf Orte in Süd- und Südost- üeutschland.
..Ernste Angelegenheit"
Berlin, 21. Dez. „Die Lehre, die aus der deutschen Offensive gezogen werden muß, Ist die, daß kein Krieg gewonnen ist, bevor nicht der letzte Schuß gefallen ist. Diese Lehre müssen sich also alle zu Herzen nehmen, die so tun, als ob der Krieg schon gewonnen Yäre.“ Diesen Rat erteilen die „New York Times" in einer Betrachtung zu der militäri- ttien Lage an der Westfront. Das USA- fiatt weist die Amerikaner weiter darauf hin, daß man sich im anglo-amerikanischen iager schon zu sicher gefügt habe, so daß mm die deutsche Offensive „mit ihren gefährlichen Möglichkeiten wie ein schwerer Schock wirkte“.
Indessen besagen die Berichte anglo-ame- hftanischer Kriegskorrespondenten, daß die deutsche Offensive in weiterer Entwicklung fe( - So heißt es in einem Funkbericht von der 1. USA-Armee an den New Yorker Nachrichtendienst, daß ein äußerst starker Ein- **fa der deutschen Luftwaffe bei der Westoffensive zu verzeichnen sei. Eine amtliche Bekanntgabe aus dem Hauptquartier Eisen- hnwers gesteht sogar, daß die deutsche Offenere „größere Durchbrüche in den amerikani- ochen Linien“ erzielt habe. United Preß meldete ans dem anglo-amerikanischen Hauptquartier laut „Afton Tidningen" die deuteten Angrife seien immer noch nicht auffehalten worden.
°er USA-Journalist James Passedy gab einen ausführlichen Lagebericht über die Westfront, in dem er auch die Haltung der belgischen Bevölkerung schilderte. Darin beißt es wörtlich: „In einer belgischen Stadt habe ich erlebt, was es heißt, das Gegenteil eines Eroberers zu sein.“ Das herzliche Will- tos-imen, das man den Amerikanern vor drei Monaten entgegengebracht habe, sei in Asche Wsammengesunken.- Die meisten Zivilisten ^finden in. schreibenden Gruppen auf den Straßen und beobachteten die schwer mit- fenommenen Militärautos der Amerikaner. Amerikanische Fahnen würden aus den Schaufenstern wieder entfernt. ä
Die Stimmung in England charakterisiert?
der Londoner Berichterstatter der schwedischen Zeitung „Aftonbladet“. Er meldet, daß das englische Volk von Befürchtungen'über die Entwicklung der deutschen Offensive erfüllt und der Auffassung sei, daß die kommenden Tage sehr beunruhigend sein werden. Auch der Pariser Nachrichtendienst drückte; starke Beunruhigung -aus und betonte, daß es sich bei der deutschen Offensive um eine ernste Angelegenheit handele. Die deutschen Truppen seien gut ausgerüstet.
Die militärischen Mitarbeiter der englischen Presse schlagen weiter einen sehr ernsten Ton an. Major Philipp Gribble gibt in „News Chronicle“ zu, daß das „Element der Überraschung“ den Deutschen geholfen habe. Sie hätten die schwächste Stelle der anglo-amerikanischen Front ausfindig gemacht und glatt durchstoßen. In einem Bericht des Londoner Nachrichtendienstes wird hervorgehoben, daß die deutsche Offensive an Geschwindigkeit weiter zunehme, was man aus den Meldungen, die durch die Nachrichtensperre durchsickerten, schließen könne. Im „Daily Expreß“ heißt es, die anglo-amerikanischen Pläne für die Kriegführung im Westen seien durch die deutsche Offensive
„ernstlich in Verwirrung geraten". Der Sonderkorrespondent der „Daily Mail“ gibt zu, daß die deutschen Vorbereitungen zu der Offensive „mit peinlicher Sorgfalt getroffen seien“. Er ist sich darüber klar, daß die kommenden Ereignisse einen großen Einfluß auf die Kriegslage ausüben werden. Ein Sprecher des Londoner Nachrichtendienstes, Wilmot, faßt sein Urteil über dife deutsche Offensive dahin zusammen, daß es sich um einen von starken - Streitkräften vorgetragenen Großangriff handelt, der den Beweis liefere, daß Deutschland noch über große Kraft verfügt. Der militärische Korrespondent der Londoner „Times“ bereitet seine Leser darauf vor, daß die deutsche Offensive so schnell nicht aufzuhalten sein würde und „möglicherweise viel Schaden anrichten“ könne. Er unterstreicht, daß die Deutschen offenbar für ihre Offensive „eher auf Qualität als auf Quantität gebaut“ hätten.
„Kalle Dusche'
Stockholm, 21. Dez. Angesichts der nach wie vor von den Anglo-Amerikanern als grpßte Überraschung empfundenen deutschen
Offensive im Westen sieht sich der Londoner Korrespondent von „Stockholms Tidningen“ zu der Feststellung veranlaßt, daß nicht einmal der schlimmste Pessimist diese Entwicklung vorausgesehen habe. Noch vor drei Monaten wäre ein Mann, der sich herausgenommen hätte, zu bezweifeln, daß der Krieg vor Weihnachten zu Ende sei, als unverbesserlich verschrien worden. Heute stehe Weihnachten vor der Tür und werde von der stärksten deutschen Offensive in Westeuropa seit dem Frühjahr 1940 überschattet, sowie durch die politischen Meinungsverschiedenheiten über Griechenland, Polen und Italien verwirrt. Es sei daher nicht verwunderlich, daß die Weihnachtsstimmung -in England aus dem Gleichgewicht geraten und einer gewissen Düsterkeit gewichen sei.
Für den in England gezüchteten Optimismus sei die deutsche Offensive eine unangenehme kalte Dusche gewesen. Das englische Volk frage sich, ob das anglo-amerikanische Hauptquartier schlechter unterrichtet gewesen sei über die wahre Stärke der deutschen Wehrmacht wie gewisse alliierte Frontkorrespondenten.,
Deutsche Fühlung diktiert dus Gesetz des Hundeins
Erste Ergebnisse der Winterschlacht in Belgien —- Eisenhowers großer Irrtum
Eigener Drahtberieht
rd. Berlin, 21. Dez. Die Winterschlacht ln Belgien, wie nunmehr der Wehrmachtbericht die deutsche Westoffensive bezeichnet, hat Fortschritte gemacht, die in jeder Beziehung als erstaunlich bezeichnet werden müssen. Mit der Mitteilung der Erreichung der großen Straße Lüttich—Bastogne : —Arlon, die inzwischen überschritten ist, werden die bedeutenden - Fortschritte zum ersten Maie namentlich angesprochen. Die nachrückende Masse der deutschen Angriffsarmeen hat sich offensichtlich damit beschäftigt,- überrollte Stützpunkte des Feindes auszuheben und unschädlich zu machen. Die feindliche Truppenführung, die sich inzwischen von ihrer ersten Überraschung erholt haben dürfte, bemüht sich, amerikanische Verbände neu heranzuführen, die in einzelnen Gruppen hastig und ohne genügende Einweisung den deutschen Truppen entgegengestellt werden. Sie sind natürlich nicht in der Lage, den deutschen Vormarsch aufzuhalten. Statt dessen werden feindliche Nachschubkolonnen, die der Maas zustreben, von deutschen Panzerverbänden eingeholt und überrollt, womit der Kampf bereits in die Tiefe der r feindlichen Etappe vorgetragen wird.
Alles in allem machen die bisherigen Nachrichten über die Winterschlacht in Belgien den Eindruck, daß die 1. amerikanische Armee von dem deutschen Vernichtungsschlag nicht nur völlig überrascht worden,ist, sondern sich auch von dieser Überraschung vor der Vernichtung nicht mehr hat erholen können. Die Vermutung Hegt nahe, daß Eisenhower der deutschen Truppenführung eine ernsthafte und auf breiter Front wirksam werdende Winteroffensive einfach nicht zugetraut hat. Er hat diese seine Meinung wahrscheinlich noch aufrechterhalten, als bereits die ersten Nachrichten über das schlagartige deutsche Vorgehen eintrafen, und sich infolgedessen zu spät dazu entschlossen, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Jedenfalls geht aus der amtlichen deutschen Mitteilung ganz deutlich'hervor, daß die deutsche Führung das Kampffeld der Winterschlacht in Belgien in' seiner gesamten Ausdehnung völlig beherrscht und Ihrerseits dem Feind das Gesetz des Handelns bis in alle Einzelheiten hinein vorschreibt.
Hierbei darf man nicht vergessen, daß die Amerikaner ausgezeichnet ausgerüstet sind und daß die Verbände der 1. Armee und deren Reserven sich aus lang ausgebildeten
aktiven Verbänden zusammensetzen. In der Hand eines erfahrenen Oberbefehlshabers besitzen sie deshalb eine bedeutende Schlagkraft, und es besteht immer die Möglichkeit, daß sich gewisse Teüe der zerrissenen feindlichen Verbände sammeln und zu neuem Widerstand organisiefen. Man darf deshalb die Kämpfe in der Winterschlacht keinesfalls unterschätzen und insbesondere nicht der Auffassung sein, daß die bisherigen Erfolge der deütichen Truppeö etwa lefcnf zu efrln-' gen gewesen wären.
Unsere Luftwaffe, die der Feind längst zerschlagen wähnte, hat sich trotz schlechtester Wetterbedingungen mit einem grandiosen Schwung in die Erdkämpfe einge-r schaltet und den Truppen jenen Luftschirm verschafft, der bei der heutigen Technisierung . des Kampfgeschehens die Voraussetzung für die Erfolge der Erdkämpfer bildet. Dann hat das Fernf euer unserer V-Waffe auf die Nachschubzentren des Feindes natürlich sehr zur Unsicherheit der Lage in den entscheidenden Stunden beigetragen, -aber das Hauptgewicht, der Kämpfe lag natürlich bei jener Infanterie, bei jenen Panzergrenadieren und Panzerdivisionen, die im härtesten Zuschlägen den Amerikanern zum erstenmal eine Probe von der Stärke der deutschen Offensivkraft verabreichten.
Der Feind wird natürlich alles unternehmen, um das Kampfgeschehen im belgischen Raum in seinem Sinne zu wenden. Aber wie so oft schon in diesem Kriege die deutsche Führung der militärischen Welt eine neue Taktik vorexerziert hat, so scheint auch diesmal die deutsche Winteroffensive unter ganz neuen taktischen Führungsgedanken zu stehen/' gegen die ein Gegenmittel vom Feinde her erst entwickelt werden muß. Das, was der Wehrmachtbericht bisher über die Schlacht im Westen mitteilt, ( gibt uns die Gewißheit, daß ein Schlachterfolg eingeleitet wurde, der in der Lage sein dürfte, unsere gesamte militärische und politische Position wesentlich zu unseren Gunsten zu verändern.
Während das Fernfeuer auf London und Antwerpen andauert, ist dem feindlichen Nachschubverkehr ein neuerlicher Schlag versetz^ worden. Die sechs versenkten großen Feindnachschubfrachter mit zusammen mehr als 30 000 BRT. kann der Feind während, des jetzigen Kampfgeschehens in Belgien nicht ohne schwere Rückschläge entbehren. Die Einheitlichkeit der deutschen Kampfführung dürfte deshalb ein wichtiges Moment für die
Harle Schläge gegen die 1. amerikanische Armee
Ueberraschende deutsche Vorstöße
Berlin, 21. Dez. Am Mittwoch- machte unser Angriff an der.Westfront weitere Fortschritte. Um Gerüchten und allzu phantastischen Kommentaren ihrer Kriegskorrespondenten entgegenzutreten, sah sich das feindliche Oberkommando gezwungen, die Nachrichtensperre aufzulockem und gab einige Einzelheiten über den Ablauf der Operationen während der ersten 60 Stunden bekannt. Für Mittwoch läßt sich die Lage dahin zusammenfassen, daß der Gegner unseren vorstoßenden Angriffskeilen bisher noch keine zusammenhängende Abwehr ent- gegenzustellen vermochte.
Die wichtigsten militärischen Ereignisse waren am Mittwoch das Eindringen unserer im Angriff stehenden Infanterie- und Panzerverbände in die belgischen Ardennen, die erfolgreiche Abwehr feindlicher Angriffe an der Pfälzer Grenze, das Scheitern britischer Durchbruchsversuche in Mittelitalien und der blutige Zusammenbruch anstürmender sowjetischer Kräfte in Ungarn.
Unserem Angriff im Westen, c^r nach -Zerschlagen der feindlichen Stellungen in i^er Eifel nunmehr ln die ■ belgischen Ar
dennen eingedrungen ist, konnte der Gegner bisher keinen zusammenhängenden Widerstand entgegensetzen. Seine in Eilmärschen herangeführten Reserven wurden immer wieder in den Kampf geworfen, um bald hier, bald dort entlastend einzugreifen. Fortgesetzt von schweren Stößen getroffen, dadurch von benachbarten Verbänden getrennt, ja bereits umfaßt oder abgeschnürt, blieb ihr Einsatz für die Gesamtlage wirkungslos. Wiederholt gelang es unseren Truppen in Ausnutzung des unübersichtlichen Geländes und des Nebels, der den Gegner am Einsatz seiner Bomber- und Aufklärungsstaffeln hinderte, durch überraschende Vorstöße abfließende feindliche Kolonnen zu überholen und zu vernichten oder Reserven zu zersprengen. Die hohe Zahl der hierbei erbeuteten Panzer und Geschütze unterstreicht die Wirksamkeit dieser Kampfführung, während-die 136 außerdem vernichteten 'nordamerikanischen. Panzer und die seit dem Vortage verdoppelte Gefangenenzahl von der Härte der Schläge berichten, die jetzt auf die-l. nordamerikanische ■ ''niedergehen.
Entscheidung ln der Belgienschlacht darstellen. ,
Der in Italien vom Feind am Mittwoch eingeleitete Großangriff nördlich Faenza ist natürlich unter dem Eindruck der deutschen Westoffensive ausgelöst worden. Das feindliche Trommelfeuer hat trotz der ungeheuren Massierung noch nicht den gewünschten Erfolg- gebracht, denn ein Geländegewinn von zwei Kilometer kann die feindliche Angriffs- •spitze kaum über das Trichterfeld minaus- geführt haben, doch dauern die Kämpfe noch an, und man muß damit rechnen, daß die Angriffe schon aus Prestigegründen mit aller Intensität weitergeführt werden. Auch in Ungarn sind die Sowjets zu einem neuen Großangriff zwischen dem Plattensee und der Donau angetreten, um an • Budapest vor- beizustoßen und die südliche Reichsgrenze zu erreichen. Viele dieser Angriffe wurden abgewehrt oder auf gefangen,- doch bleibt der Druck des Feindes stark. Auch hier dauern die heftigen und harten Kämpfe an, deren Ergebnis erst in einigen Tagen voriiegen kann.
Ungeheure USÄ-Verlusie
ep. Lissabon, 21. Dez. „Neue Maßnahmen für die Rekrutierung päd den Nachschub sind erforderlich, da die Verluste der Amerikaner aä der Westfront und auf den Philippinen unvorstellbar hoch sind“, führt Thomas M. Johnson in „New York World Telegramm“ aus. Die Jahrgänge von 18 bis 26 Jahren seien so- gut wie erschöpft. Es komme also darauf an, entweder die Mehr 1 zahl der Rückstellungen aufzuheben oder allgemein die Altersgrenze für die Front zu erhöhen. Ein Frontoffizier habe gesagt: „Es ist nun soweit gekommen, daß wir wirklich kämpfen müssen.“
Die ganzen Überlegungen Johnsons lassen erkennen, wie sehr die amerikanische Öffentlichkeit, die er mit seinem Artikel trösten und aufmunterri wül, durch die katastrophalen Verluste ihrer' Soldaten beeindruckt ist. Man hatte ihr bereits den Sieg versprochen, und jetzt muß Amerika' neue Opfer für einen Krieg ohne Ziel bringen.
Geister, die, er rief
Von
Hans Schadewaldt
Winston Chürchill hat. dem englischen Volke Schweiß, Blut und Tränen verheißen — er hat inzwischen sein Amheim und Wal- cheren, gewaltige Blutverluste und V 1 und V 2 gehabt. Winston Churchill hat den von England ausgehaltenen, in London ansässigen Exilregierungen das Leben mit britischen Versprechungen versüßt und politische Hoffnungen der Emigration durch oft wiederholte Einflüsterungen des Vertrauens in Englands Macht genährt — er hat inzwischen Englands Verrat, an den betörten und betrogenen Völkern' nicht nur durch den „Fall Polen“ vollzogen. Winston Chur- ‘ chill hat der Welt weisgemacht, daß England diesen Krieg für die Freiheit, das Selbstbestimmungsrecht und die Demokratie der Völker führe — er hat inzwischen die Preisgabe Europas an die Sowjetunion auf Grund der Vereinbarung von. Teheran bewerkstelligt und dem Bolschewismus den Weg zur Macht über die europäischen Nationen freigegeben. Winston Churchill hat einmal den moskowitischen Bolschewismus aufs heftigste bekämpft — er ist heute der glühendste Anwalt der bolschewistischen Inter- essennahme an Europa und als der Minister des Krieges der Schrittmacher des ländergierigen, völkerverzehrenden Imperialismus des Kremls. Winston Churchill hat von Zeit zu Zeit Termine für das Kriegsende ange- ’ kündigt, um dem englischen Volke über bittere Enttäuschungen des Kriegsverlaufs-, quälende Sorgen und' wachsende Kriegsermüdung hinwegzuhelfen — er hat sich inzwischen genötigt gesehen, seinen politischen Zweckoptimismus zu berichtigen und; gewitzigt durch die Kriegserfahrungen mit de» Angriffskraft und dem Widerstandsgeist kraft der deutschen Soldaten, seine Erwartungen auf den Sieg über-Deutschland und Japan beträchtlich herabzustimmen.
Welcher Brite hätte sich bei Kriegsausbruch träumen lassen, daß die größte Gläubigermacht der Welt zum größten Schuldnerstaat des Erdballs herabsinken würde? Was würde der selige Joe Chamberlain, was würden die großen britischen Imperialisten sagen, wenn sie erlebten, wie dank Churchills Kriegspolitik das Erbe der Viktorianische” Epoche, die Englands Weltmacht begründete, vertan worden ist? Durch dj.e Verpflichtungen aus dem Pacht- und Ceih-Abkommen finanziell von den Vereinigten Staaten in hoffnungslose Abhängigkeit gezwungen und durch Roosevelts Stützpurtktpolitik territorial zu- Abtretungen britischen Weltbesitzes gedrängt, dazu aber auch durch Churchills Unterwürfigkeit unter Stalins Europaforderungen moskauhörig geworden, steht England unter dem Zwange, als schwächster Partner in der anglo-amerikanisch-sowjet- russischen Koalition sich bis zum Weißbluten um der Verwirklichung des Welt- herrschaftsmonopols US-Amerikas und der Sowjetunion zu opfern.
Unaufhaltsam geht die Entwicklung im Zuge der zunehmenden materiellen und biologischen Schwächung Englands weiter,' so daß kürzlich ein so zuständiger Beurteiler der britischen Verhältnisse wie Minister Lyttelton, mahnend darauf hinweisen mußte, daß das englische Volk nicht nur seinen Lebensstandard nach Kriegsende nicht werde beibehalten, sondern ihn erheblich werde herabsetzen müssen. Die Erhaltung seiner Lebensart und seines Lebensstandards war aber das Kriegsziel Englands; das heute in nebelhafte Feme entschwindet. Die Entmachtung Englands, verbunden mit dem größten Aderlaß der englischen Geschichte am 40-Millionen-Volk der Briten, ■ wirkt sich in der Stellung der Dominien immer nachhaltiger aus, drängt England aber auch unaufhörlich mehr aus Europa heraus.
Was will denn England noch mit diesem Kriege erreichen? Es steht doch fest, daß jeder weitere Tag am Mark Großbritanniens zehrt und seine weltpolitische Lage sich bei
Amerikas Zweifrontenkrieg
Bedenken im Schatten der deutschen Offensive
Drahtbericht unseres Vertreters
hw. Stockholm, 21. Dez. In den USA tauchen, dem „Dagens JUyheter“-Bericht zufolge, Zweifel auf, ob es wirklich zweckmäßig sei, zwei große Offensiven gleichzeitig in Gang zu setzen, auf den Philippinen und in Europa. Der 'schwedische Beobachter meint jedoch, die pblitische Lage in USA würde eine Vernachlässigung des Pazifikkrieges nicht erlaubt haben, da für viele Amerikaner die Japaner den Feind Nr. 1 darstellten, während der Krieg in Europa mehr als Sache anderer Völker erscheine: „Es dürfte nicht überraschen, wenn die Ereignisse in Europa zu dem Gefühl führen, daß Amerika unangemessen große Opfer für eine Sache gebracht hat, in der für das amerikanische Volk eigentlich wenig zu gewinnen steht. Die Haltung gegenüber den europäischen Dingen ist immer sehr labü gewesen, und es kann nicht überraschen, daß sich Enttäuschung bezüglich der wahren Kräfteverhältnisse an der Europafront bemerkbar macht.
Keine Frontmeldüngen
Drahtbericht unseres Vertreters rd. B e r n , 21. Dez. Das Presseamt für Kriegskorrespondenten in Eisenhowers.Haupt- quartier hatte am Mittwoch geschlossen. Die Korrespondenten erhielten den Bescheid, es lägen keine Meldungen von der Front vor, 'Daß diese Maßnahme getroffen wird, wäh
rend die deutsche Gegenoffensive voll hn Gange ist, besagt genug, zumal erstmalig seit dem Beginn der Invasion eine Schließung des Presseamtes erfolgte.
Bärenfell zu früh verfeilf
Berlin, 21. Dez. In der neutralen Presse finden die Fortschritte der deutschen Offensive weiterhin stärkstes Interesse. „Die deutsche Offensive geht weiter“ oder ,„Die deutschen Formationen dringen tief in die Linien der 1. nordamerikanischen Armee ein“. So ähnlich lauten die großen Schlagzeilen in den spanischen Zeitungen, die die deutschen Meldungen über die Kämpfe im Westen überwiegend benutzen. Das deutsche Volk habe der Welt gezeigt, so schreibt „Pueblo“, zu welchen großen Leistungen der feste. Glaube an eine gerechte Sache und an die geschichtliche Mission führen könne. Und „Alkazar“ stellt fest, daß die Welt den Beweis erhalten habe, daß Deutschland nicht an Stärke eingebüßt habe und den weiteren Verlauf des Krieges bestimmen könne. “Der militärische Mitarbeiter der „Basler Nationalzeitung“ macht die Anglo-Amerikaner darauf aufmerksam, daß zu der Zeit, da sie täglich um das Fell des.Eären feilschten, d;r Bär mit seinen bewährten Bärenpranken Zuschlag?.
Graf Sforza hat es abgelehnt, den ihm von Bonomi angetragenen Posten eines Vertreters in den USA anznnehmen,