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Parteiamtliche Tageszeitung
Da. Amisblaü de* Bewenden Bürgermeister. der Freien Hansestadt Bremen
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Nummer 333 14. Jahrgang
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblan des Reichs stallhallen in Oldenburg and Bremen
Dienstag. 19. Dezember 1944
Einzelpreis 15 Rpf.
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Auf breiter Front im Angriff
Starke deutsche Kräfte aus dem Westwall (uicjetreten mm Vorderste Feindsiellungen überrannt
Budapester Wandlungen
Von
Dr. Oeltze von Lobenthal, Budapest
Für die gesamte zivilisierte Welt lebt, Budapest in der Erinnerung als strahlende Friedensstadt mit erleuchteten Brücken, be*
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Aus dem Führerhauptquartier, 18 . Dez- Das Oberkommando der Wehrmacht gl it bekannt:
Erheblich starke deutsche Kräfte sind am jj, Dezember, um 5.30 Uhr, in breiter Front äts dem Westwall nach einer kurzen, aber gültigen Feuervorbereitung zum Angriff anjette*«* 1 und haben die vordersten ameri- Jtanischen Stellungen zwischen dem Hohen Venn und dem Nordteil Luxemburgs im festen Ansturm überrannt. Die große An- jriffsschlacht nimmt, von starken Jagd- fl/egerverbänden geschützt, ihren Fortgang. Einzelheiten können, um dem völlig überraschten Gegner keine Anhaltspunkte zu bieten, erst später bekanntgegeben werden. Im Kampf mit der. feindlichen Luftwaffe über dem Frontgebiet haben Geschwader unserer Jagdflieger nach bisher vorliegenden Meldungen 48 feindliche ’ Jagdbomber abgeschossen. . Flakartillerie der Luftwaffe vernichtete außerdem 21 feindliche Flugzeuge, fn der Nacht griffen starke Kampf- und Vachtschlachtverbände die feindlichen Be-: regi’"~en " Nachsehubzentren mit guter Wirkung an.
. An der übrigen Westfront wird weiterhin bn Bör-Abschnitt westlich und südlich Düren, in den Bunkersteliungen bei Saar- lautern, vor Ritsch und vor dem Westwall an der pfälzisch-elsässischen Grenze gekämpft. Im Oberelsaß sind unsere Truppen im Gegenangriff wieder in Kaysersber g ein- jedrungen.
Lüttich und Antwerpen lagen unter stärkstem Fernfeuer.
In Mittelitalien haben die feindlichen Angriffe westlich Faenza an Stärke und Ausdehnung nachgelassen. Beiderseits Bagnaca- vallo endete der mit verstärkten Kräften, geführte Ansturm der kanadischen Verbände auch gestern unter blutigen Verlusten mit püfer Niederlage.
In Ungarn schlugen unsere Truppen stärkere sowjetische Angriffe südlich des Plattensees ab. Im Kampfabschnitt SzeCzeny Scheiterten erbeute, diesmal nach dem Osten zielende feindliche 1 Durchbruchsversuche. Im Gegenangriff wurde • eine Frontlücke geschlossen. Zwischen Biikk-Gebirge und dem Hemad bezogen wir neue Stellungen, die fegen heftige sowjetische Angriffe behauptet wurden.
< Nordamerikanische Terrorflieger warfen am Tage Bomben auf Orte in Oberschlesien und Südostdeutschland. In der Nacht führten die Briten unter abermaliger Verletzung schweizerischen Hoheitsgebietes einen Terrorangriff gegen die Innenstadt von München. Es entstanden, erhebliche Schäden in Wohngebieten, an vielen Kulturbauten und anderen öffentlichen Gebäuden, darunter mehreren Krankenhäusern. Andere Verbände warft n eine große Zahl von Bomben auf Ulm. Auch der rheinisch-westfälische Raum war das Ziel weiterer feindlicher Luftangriffe. Luftvert? 5 digungskräfte schossen 36 anglo- amerikanische Flugzeuge, darunter 24 vier- imtorige Bomber, ab.
Zur Befreiung deutschen Bodens
Berlin, 18. Dez. Am Sonnabendmorgen erschütterte ein kurzer, aber mächtiger Feuerschlag Hunderter vön Batterien die feindlichen Linien der Eifelfront. Durch den Rauch der krepiernden Granaten stürmten Grenadiere und Panzer vorwärts. Auf fast 160 km Breite sind unsere Truppen zur Befreiung deutschen Bodens an- letreten. Der Gegner würde völlig überrascht.
In harten Kämpfen zerschlugen unsere Divisionen den feindlichen Widerstand. Der (fitscheidende erste Schlag, von Artillerie, Panzern, Fallschirmjägern, Grenadieren und Pionieren, Flak- und Fliegerverbänden geführt, gelang in vollem Umfang, über unseren Truppen sichern zur Unterstützung der Offensive Jagdfliegerverbände den Luftraum. Ihre gemeinsam mit der Flak erzielten 69
Abschüsse, die nächtlichen Bombardierungen im feindlichen Hinterland und die Angriffsenergie unserer • Grenadiere und Panzerschützen haben die bekannten Bilder großer Offensiven wieder erstehen lassen. .
Während die ein-, Front angreift, halten die anderen. Eisern stehen unsere Grenadiere in den Trichterfeldern an der Rör, in den Bunkerlinien an. der Saar, an der Blies, bei Bitsch, in der Weißenburger Steige und im Oberelsaß. Ihre Aufgabe ist schwer, denn gerade jetzt wird der Gegner mit aller Gewalt. versuchen, den bisher stets gescheiterten Durchbruch zu erzwingen.
feind völlig überrascht
Berlin, 18. Dez. Der aus. dem Westwall heraus ' vorgetragene deutsche Angriff hat, wie die Berichte aus dem gegnerischen Lager deutlich erkennen lassen, den Feind völlig überrascht. Die anglo-amerikanischen Kriegskorrespondenten können die Wirkung und die
Schlagkraft leugnen.
des deutschen Ansturms nicht
So., meldet der Korrespondent von Reuter bei der 1. amerikanischen Armee: „Im Schutze schwerer Artillerie überrannten starke Infanteriemassen und Panzerverbände mit schweren Panzern die Front der 1. amerikanischen Armee an vielen Stellen." Der Korrespondent des Londoner Nachrichtendienstes, Barr, der den deutschen Angriff als kraftvoll bezeichnet, gesteht ebenfalls, daß den Deutschen „ein gewisser Einbruch in die amerikanischen Linien“ gelungen sei.
In einem Bericht aus dem Stabsquartier der 1. USA-Armee teilt der amerikanische Kriegskorrespondent Hardelet mit, die Deutschen, seien bis Sonntag mittag schon mehrere Meilen tief irii die amerikanischen Linien eingedrungen. Er schilderte weiter, wie die amerikanischen Truppen völlig , überrascht worden seien. Spähtrupps hätten wohl hinter den deutschen Linien in der Morgendämmerung eine Bewegung festgestellt, abCr weder die Anzahl noch die Art der beteiligten Einheiten hätten darauf hingewiesen, daß eine größere. Operation im Gange war. In der
Nacht zum Sonnabend habe dann die deutsche Artillerie eine äußerst schwere Sperre längs der ganzen amerikanischen Frontlinie gelegt und auch die vorgeschobenen Stellungen, die .Nachschublinien und die Verbindungslinien viele Meilen hinter der Front unter stärksten Beschuß genommen. Am Sonnabend früh habe dann die Offensive mit scharfen' Angriffen begonnen. Schon nach wenigen Stunden sei es klar geworden, daß alle Angriffsstöße mit’ größter Kraft vorwärtsgetrieben wurden. Die vorgeschobenen amerikanischen Truppen wurden entweder überrannt oder zurückgeworfen, verfolgt von deutschen Panzern und Infanterie }
Atich aus der Darstellung eines anderen USA-Kriegskorrespondenteh geht hervor, daß der Feind auf den deutschen Angriffsstoß nicht vorbereitet war. Der Berichter Holliwar hebt hervor, daß der deutsche Schlag mit einer ganzen Anzahl von Aktionen eingesetzt habe, ehe es den amerikanischen Truppen klar wurde, daß etwas Größeres im Gange sei.
Erste Frucht der letalen Volkserhebung
Fanfarenstoß des Wehrmachtberichtes — Großer Schlag gegen feindliche Illusionen
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
dr. w. sch. Berlin, 18. Dez. Die Mitteilung im Wehrmachtbericht, daß unsere Truppen im Westen heute bereits am dritten Tage auf breiter Front in einer grollen 'Angriffsschlacht stehen, die nach der Uberrennung des völlig überraschten Gegners im ersten Ansturm unter dem Schutz van starken Jagdfliegerverbänden ihren Fortgang nimmt, erklingt gewiß dem ganzen deutschen Volk wie ein heller und lauter Fanfarenstoß, und für die ganze Weltöffentlichkeit stellt diese Tatsache unzweifelhaft eine riesige Sensation dar.
Wir sind nach dem gewaltigen Auf und Ab der Kämpfe in mehr als fünf Kriegsjahren, und nach den harten Prüfungen, die wir vor allem im letzten Jahre durchmachen mußten, in der Beurteilung der militärischen Ereignisse ganz hart, kalt und nüchtern geworden. Uns sind'die Gefühle des Verzagens in schweren Situationen ebenso fremd geworden wie das Strohfeuer des Hurra-Patriotismus, wenn Erfolgsmeldungen zU verzeichnen sind. Wir kennen unabhängig von allem Hin und Her der Geschehnisse nur ' noch den eisernen Willen, in jeder Lage alle Kräfte bis zum äußersten zusämmenzufassen und in der höchste* 1 Anspannung niemals nachzulassen, bis wir den Vernichtungswillen unserer Feinde endgültig gebrochen.. und Freiheit und Zu-' kunft der Nation gerettet haben. Die entscheidende Bedeutung der großen Nachricht von de* Westfront liegt/lann darin, (Saß sie uns zu unserer starken Zuversicht den Beweis dafür liefert, daß die Anstrengungen der umfassenden Volkserhebung nicht ver-" gebens waren, daß sie vielmehr erst recht den Sieg verbürgen, wenn ihre Auswirkungen nach der kurzen Zeit von wenigen Mönaten seit dem Spätsommer schon jetzt in der Tatsache eines sehr starken deutschen Gegenangriffs in Erscheinung treten konnten.
Vor wenigen Tagen sprach der. Reichspressechef Dr. Dietrich diesen Satz aus: „Im Jahre 1941 haben wir uns getäuscht, diesmal täuschen sich die anderen.“ Für den Ausgang des Krieges aber wird es bestimmend sein, wer sich als Letzter täuscht und wer als Letzter recht behält. Nachdem es den Anglo- Amerikanern gelungen war, in sehr kurzer Zeit den französischen und belgischen Raum zurückzugewinnen, glaubte man im Feindlager, daß nunmehr der letzte Zweifel daran geschwunden sei, daß man in denkbar schnellster Frist' uns den Gnadenstoß versetzen könnte. Die Bedeutung der Tatsache, daß wir dank überragender organisatorischer Leistungen der militärischen Führung und
Wieder Brilenbombeit auf Athens Kulturdenkmäler
Englische „Offensive “ fn it Bombern und T anks
Eigener Drahtbericht
«p. Stockh im, 18. Dez. Zu einer „Of- fensive“ mit Flugzeugen und Tanks sind heute früh die englischen Truppen in Athen »getreten, meldet Reuters Sonderberichterstatter. Damit wurde erneut die britische Luftwaffe rücksichtslos in einer -Stadt ein- Sesetzt, deren Kulturwerte durch die Deuteten während des Griechenlandfeldzuges Und der Besatzungszeit erhalten und gestützt wurden. Jetzt ließ General;,Scobie Nieder seine Flieger starten, die mit den »'Ilsen Denkmälern Athens genau so skru- PßUos verfahren werden, wie sie es überall ln Europa bei ihreh Terrorangriffen auf Kulturstätten getan haben und täglich tun.
Nach dem Reuterbericht wird als Ziel des “('■tischen Angriffs angegeben, daß die Straße »’techen Athen und dem Meer und die sie ^herrschenden Hügel von den Elas-Truppen {(säubert werden sollen. Die Briten hätten (ich bereits in den Besitz von drei Hügeln f es etzt, zu denen der Berg Ardhittos gehört, *°b dem aus' das Stadion beherrscht wird. °'&es befindet sich in den Händen der Elas,
die es zu einem der stärksten Stützpunkte ausgebaut haben.
Trotz dieser neuen- militärischen Anstrengungen General Scobies .wird weiter verhandelt. . Zu den Hauptforderungen der Elas- Verbände gehört der Rücktritt des Ministerpräsidenten Papandreu, während, laut Reuter Scobie die völlige Entwaffnung der Aufständischen Verlangt, die den Engländern das Recht bestreiten, sich in ihre griechischen Angelegenheiten zu mischen.
Mehrere hundert Bulgaren (offenbar Kommunisten) haben in bewaffneten Formationen die griechisch-bulgarische Grenze überschritten und sich mit den aufständischen Elas-Truppen vereinigt.
Die Straßenkämpfe in Athen wurden in der Nacht zum Sonntag und auch am Sonntag mit imverminderter Härte fortgesetzt. Die Maas beschoß mit Artillerie die von den Regierungstruppen und den Engländern gehaltenen Teile Athens.
Die Vertreter der Unrra haben angesichts der Fortdauer der Kämpfe Athen verlassen. Die Hungersnot beginnt grauenhafte Ausmaße änzunehmen.
dank einem gewaltigen Wiedererwachen der Widerstandskraft des ganzen Volkes an den Grenzen des Reiches wieder festen Fuß fasSen und die Voraussetzungen für einen entscheidenden Zeitgewinn erkämpfen konnten, ist den Gegnern erst ganz allmählich zum Bewußtsein gekommen. Heute beginnt es sich schon deutlicher abzuzeichnen, daß wir mit unseren Voraussagen über den Wert des Zeitgewinns nach der Wende in der Schlacht. ,von Arnheim recht ' behalten werden. .
General Eisetäihwef;- dem die • kommende Wende zu dämmern schien, Wollte, ohne die Voraussetzungen der günstigen Witterung und des notwendigen Nachschubs abzuwarten, alles daran setzen, um uns die Auswertung des Zeitgewinns streitig zu machen, und er ließ darum seine Truppen in immer ( wiederholten Rammstößen des erstarrenden Stellungskrieges im Raum von Aachen und fm lothringischen Vorfeld des Westwalls seine Ivüppen in ungeheuerlicher Weise sich ausbiuten. Die politisch maßgebenden Männer auf der Gegenseite wollten nicht s wahr haben, was sich anbahnte, nämlich die ans Wunderbare 'grenzende Wiedererstarkung und Steigerung der deutschen militärischen Kraft; sie verteilten in ihren Reden, wie es erst .dieser Tage Churchill tat, bereits in präziser Form die Provinzen einer naerf ihrer Meinung endgültig am Boden liegenden Macht und erörterten mit ungeheuerlichem Zynismus die Frage, wieviel Millionen Deutsche man vorher noch ausrotten werde. Manchmal, so schrieb dieser Tage „Stra- tegicus“ in der britischen Zeitschrift „Spec- tator“, hätten sich die alliierten Militärs erstaunt über das Vertrauen geäußert, das das deutsche Oberkommando in , die eigene Widerstandskraft gesetzt häbe, um später ein- sehen zu müssen, wie berechtigt dieses Selbstvertrauen gewesen sei. Jetzt, wo sich das Jahr seinem Ende, nähere, müßten sie ihre bisher wohl schwersten Schlachten durchstehen, bei' denen man häufig den Bodengewinn mit dem Zentimetermaß abmessen könne. Als „Strategicus“ das schrieb, war ihm die Tatsache des großen deutschen Gegenangriffs noch nicht bekannt, und er Wird abwarten müssen, ob sich auch deren Erfolg nur mit dem Zentimetermaß ablesen lassen wird.
Wir werden jedenfalls nicht den Fehler machen, in Illusionen wie die Feindseite zu verfallen, sondern warten mit ruhiger Gelassenheit ab, welchen weiteren Verlauf die Dinge nehmen werden. Auch wir sind uns bewußt, daß die letzten Schlachten des Krieges die schwersten sein werden und wir täuschen uns nicht darüber hinweg, daß die Anglo-Amerikaner im Westen bisher über die zahlen- und materialmäßige Überlegenheit verfügen. „Gegenwärtig noch“, So schränkt Strategicus in seiner Betrachtung, heute schon diese Feststellung ein. Das amerikanische Kriegsmihisterium hat kürzlich Zahlen über die Verluste in den letzten Wochen bekanntgegeben, die über alle bisherigen Vorstellungen gewaltig hinausgingen. Gleichzeitig erkennen wir heute im ganzen Umfange, welche entscheidende Bedeutung der heldenhafte Kampf unserer Besatzungen in den Atlantikstützpunkten hatte, ’ der den Gegner hinderte, den Nachschub im richtigen Verhältnis zu seinen gewaltigen Verlusten heranzuholgn, während umgekehrt wir in einer elastischen Kampfführung unsere' Kräfte nach Möglichkeit schonten und gleichzeitig die totale Volkserhebung immer wirksamer machen konnten.
Eine deutsche Offensive bereits zu diesem Zeitpunkt hat jedenfalls jenseits unserer. Fronten kein Mensch in der Welt für möglich gehalten. Wir wollen uns*, wie gesagt, in keinem Augenblick verhehlen, daß uns die schwersten / Kämpfe noch bevorstehen, aber' wenn wir nun wieder, an einem wichtigen Frontabschnitt ■ Im Angriff die Offensive an uns gerissen haben, wobei Umfang und strategische Bedeutung der Kampfhandlung zunächst noch nicht entscheidend sind, so be
zeugt das doch eine ganz ungeheuerliche Leistung und Wirkung der totalen Mobilmachung .und gleichzeitig ein unerschütterliches Vertrauen unserer militärischen JTtih- rung zu einer Zeit, wo wir auch auf den Beginn einer neuen sowjetischen Offensive täglich gefaßt sein müssen.
Jawohl, wir nützen die Zeit. Die Feststellung, daß staVke Jagdfliegerverbände den Fortgang der großen Ängriffsschlacht schützen, gibt auch schoß eine Antwort auf manche Fragö, die im Zusammenhang mit der-Entwicklung des- Luftkrieges -in der letzten Zeit gestellt werden konnte. Wir haben den sicheren Glauben, daß auch hoch andere Fragen in absehbarer Zukunft eine für uns beruhigende Antwort finden werden. Voraus- setzupg bleibt, daß wir in keiner Minute in der Konzentration des Willens und im Einsatz und in der Anspannung der letzten Kräfte nachlassen,
„Warschau-Schild"
Berlin, 18. Dez. Der Führer hat zur Erinnerung -an die heldenhaften Kämpfe in Warschau einen „Warschau-Schild“ gestiftet, als Kampfabzeichen für. alle, die in der Zeit vom 1. 8. bis 2. 10. 44 an den Kämpfen in Warschau ehrenvoll beteiligt waren.
Die Verleihung vollzieht- im Namen des Führers W -Obergruppenführer und General der Polizei von dem Bach. Der Chef des Oberkommandqs der Wehrmacht ist beauftragt, die Durchführungsbestimmungen zu erlassen.
rauschend süßen Weinen, umschmeichelnder; zärtlicher Musik und eleganten Frauen. m S chwer fällt dagegen die Vorstellung, daß” auch hier der Krieg mit unerbittlicher Härte eingezogen ist und innerhalb weniger Wochen den etwas weichlichen, weibischen Zügen der ungarischen Hauptstadt ein männlich kämpferisches Gepräge gegeben hat. Vorbei ist es mit den geselligen Spaziergängen am Donaukorso angesichts der Königsburg. Jetzt würde man dort über militärische Baustellen stolpern, womöglich auch in Panzergräben fallen. Spanische Reiter stehen bereit, im äußersten Fall auch für den Naheinsatz; eingesetzt zu werden.
Auch das breite, bequeme Leben hat in dieser Stadt, in der man sich so gut auf Lebensgenuß verstand, überraschend schnell aufgehört. In unzähligen Cafehäusern gibt es keine „echten Schwarzen“ mehr, die „Mehlspeisen" sind rar geworden, und in den Restaurants ist man an Stelle der überreichen Speisekarten, die es noch vor wenigen Wochen gab, mit einem ausreichenden Hauptgericht schon sehr zufrieden. Die Jagd nach Zigaretten verspricht nur bescheidenen Erfolg, in Reih und Glied der allbekannten Schlange, in die man sich, falls Zeit vorhanden, einreihen muß. In den Läden, von denen vielleicht nur noch die Hälfte offenhalten, ist auch nur ein kleiner Teil ' der Waren zu haben.
Diese Wandlung vom friedlichen Leben zum 'harten Kriegsalltag ist für andere vom Krieg betroffene Länder, besonders für Deutschland, keineswegs verwunderlich. In Ungarn ist das alles aber'sehr plötzlich gekommen. Man kann es wohl als eine tragisch ausgleichende Schicksalsfügung auffassen, daß sich hier die Kriegsentwicklung mehrerer Jahre in Monaten, fast nur in Wochen, zu- sammenballte. Dabei sind psychologische Rückwirkungen entstanden, die einmal durch dieses Kriegstempo und zum anderen durch die seelische Veranlagung der Budapester Bevölkerung- zu erklären sind. Während man im Hochsommer die meist stundenlangen, aber recht harmlosen Luftalarme bevorzugt damit verbrachte, in der warmen Sonne am Donaukorso ZU sitzen, begann zum Sommerabschied bereits ein ernst zu nehmender Luftkrieg. Während der Vormittagsstunden kamen die Anglo-Amerikaner, und abend für abend flogen in diesen Wochen die Bolschewisten ein und warfen ihre Bombenlast wahllos über vielen Stadtteilen ab. Von der berühmten Firmer-Bastei aus sahen wir das unheimliche Bild, wie sich blutrote Riesen- bräncle im Donauwasser spiegelten.
Zu eingr furchtbaren Lebensbedrohüng wurde der Krieg für Budapest aber erst, als der Feind auf der Erde heranrückte. Der erste Stichtag für eine gewisse Nervosität und auch Evakuierung vor allem von vermögenden Kreisen war der 10. Oktober, als sowjetische Panzer bis Kecskemet durch-, brachen, der letzten großen Stadt vor Budapest. Eine wirkliche Gefahr entstand am
Churchill telephonier! mit Rooseveli
Rundfunkansprache Churchills abgesagt
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung bm. Berlin, 18. Dez. Die offizielle britische Nachrichtenagentur Reuter spricht zum Be-, ^inn der Vorweihnachtswoche erstmals von einer ernsten Bedrohung des alliierten Einvernehmens, die auf der verschiedenartigen Anschauung des polnischen und griechischen Problems in London, Washington und Moskau basiere. Diese Mitteilung spiegelt die diplomatische Geschäftigkeit, die in den letzten Tagen in den Amtsräumen des Foreign Office herrschte und die nach Ansicht neutraler Korrespondenten London das bewegteste Wochenende seif Jahren bereitete. Während sich in den Straßen Londons ein Demonsträtionszug der Gewerkschaft der Feuerwehrleute bewegte, um durch Schilder das Mißfallen an der Regierüngspolitik etwa derart zum Ausdruck zu bringen: „Churchill sagt Eam-Rebellen, — Wir sagen Eam- Helden“, trat die britische Regierung zum ersten Male seit , drei Jahren an einem Sonntagvormittag zu einer Sondersitzung zusammen. Für den Nachmittag war eine Rundfunkansprache Churchills angekündigt, die dann jedoch nach der Ministersitzung abgesagt . wurde. „Stockholms .Tid- ningen“ will wissen, daß der Premier Vor-* mittags direkten Kontakt mit Roosevelt gesucht und eine längere telephonische Unterhaltung mit dem ÜSA-Präsidenten geführt habe. Das Thema der Unterredung soll durch das griechische und polnische Problem gegeben worden sein, das heute in London in einem Atemzug genannt wird, da man vermutet, daß Churchill durch sein Desinteressement an Polen und seinen vollzogenen Treubruch im Hinblick auf das Garantieversprechen von 1939 die sowjetische Haltung gegenüber dem britischen Vorgehen in Griechenland häbe beeinflussen wollen.
Die Polen-Erklärung Churchills fand in den USA eine ähnliche Aufnahme, wie sie die Demarchen gegenüber Sforza in Süditalien und den Elas-Verbänden in Griechenland gefunden hatten. Man will wissen, daß sich die britische Politik heute in einer relativen Isolierung befinde, da weder Washington noch Moskau den Engländern gestatten
wollen, irgendeinen eigenen politischen Entschluß zu fassen, Wie er England als dem Juniorpartner der Hauptalliierten nicht zukomme. „Öbserver“ betont; der ursprüngliche englische Plan habe für die Nachkriegswelt unabhängige und infolgedessen für dfen britischen Einfluß leichter erreichbare europäische Staaten und Bündnisse schaffen wollen. In Teheran habe Churchill jedoch dem sowjetischen Druck nachgeben und sich einer' Aufteilung des Kontinents in Interessensphären fügen müssen. ’ Während der Moskauer Besprechungen wurde Griechenland zur britischen Einflußzone erklärt, während England auf jeglichen Einfluß in Ru- • mänien verzichtete. In Jugoslawien soile das demokratische wie das bolschewistische System ausgeprobt werden, heißt es in einer Information der „New York Times“. Die sowjetische Regierung glaubte sich diese nur scheinbaren Zugeständnisse gestatten zu dürfen, da sie in Jugoslawien bei der Kraftprobe Tito — Schubaschitsch auf Tito und in Griechenland auf die Wirksamkeit der Elas-Verbände hoffen kann.
Nicht zu verkennen sind die innerpolitischen Schwierigkeiten, in die Churchills Koalitionsregierung durch diese Politik hineingeriet. Labour-Partei und auch Splittergruppen der Konservativen glauben es ihrem Parteiprogramm schuldig zu sein, gegen die „Schießpolitik" des Premiers in Griechenland Stellung zu nehmen. .Wenn dies der Preis ist, den wir für Churchills Herrschaft zu zahlen haben, wird er zu hoch sein!", erklärte Lord Strabolgi während , der Demonstrationen des Sonntags. Der Labour-Kon- greß tagt hinter verschlossenen Türen in Permanenz, um zu beraten, ob es sich angesichts der offenkundigen Meinungsströmungen der Öffentlichkeit noch als zweckmäßig erweisen kann, die Vertreter der Partei als Mitglieder der Regierungskoalition Churchills • fungieren zu' lassen. Es wäre zweifellos verfrüht, aus derartigen Erscheinungen auf eine Erschütterung der Stellung Churchills oder auf Auswirkungen im Gebiet der großen Politik zu rechnen, als Symptome einer Krise und Kennzeichnung der ersten Ansätze des bölschewistischen Bazillus verdienen die eng- lis-ben Meldungen jedoch Beachtung.