Ausgabe 
(15.12.1944) 330
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Parteiamtliche Tageszeitung

pas Amtsblatt de« Regierenden BBrgenaeisten der Freien Hansestadt Brei

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungrsblatl des Beichsstatthaliers in Oldenburg und Bremen

Freilag, 15. Dezember 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

Enttäuschung und Bestürzung in USA

Fehlende Erfolge in der vierten Schlacht östlich Aachen

prahtbericht unserer Berliner Schriftleitung hm. Berlin, 14. Dez. Verwirrung, Be­stürzung und Nervosität werden als charak­teristische Reaktion des nordamerikanischen Publikums auf das Ausbleiben der erwarteten pjtolgsmeldungen von der Aachener Front bezeichnet. ^ Man erinnert sich in den USA der sehr weitgehenden Versprechungen Eisen- jjotrers zu Beginn der Winteroffensive und tmpfindet deshalb das Verhältnis der ge- (onnenen Teilerfolge und der erlittenen Ver­luste als ausgesprochenen Rückschlag.

Das gegenwärtige Bild der Schlacht um die deutschen Verteidigungsstellungen vor dem Industriegebiet des Rheins und der Ruhr kennzeichnet die Hindernisse, die dem alliier­ten Oberkommando in seinem Bemühen ent gegenstehen, die gesammelte Wucht dreier Armeen gegen die deutschen Erontlinien zu stellen. Eisenhower hat sich vielmehr zu einer Ablösungstaktik entschließen müssen, durch die jeweils eine Armee eine Atempause und die Möglichkeit zum Auffüllen ihrer ange­schlagenen Verbände erhält, während der Angriff von der anderen Armee getragen lird. War ursprünglich die 9. USA-Armee ja Kampfraum östlich von Aachen als Trä- jer des Angriffes eingesetzt, so steht in der gegenwärtigen Phase des Kampfes die 1 . nordamerikanische Armee im Angriff, Eisenhower entschloß sich offenbar zu dieser Taktik der Kampfabwechselung, da ihm ein­mal die Möglichkeit des massierten Angriffes aller drei in diesem Raum stehenden Armeen (1. und 9. USÄ-Armee und 2. britische Armee) fehlt, er zum anderen aber keine Unterbre­chung der Offensive zulässen will, die mög­licherweise den Verlust der bisher errunge­nen Stellungen bedeuten könnte.

Das bisherige Ergebnis der vierten Groß­schlacht bei Aachen besteht darin, daß sich die Nordamerikaner zwischen Düren und ÄWch an die Rur heranschieben konnten. Die weite Phase der Schlacht soll offenbar das Ergebnis bringen, auch die 1. Armee südlich von Düren an den Flußlauf heran- subringen, um also die Rur in ihrer Ge­samtheit als Ausgangsstellung eines Offen­sivstoßes zu benutzen, der nach der völligen Umgruppierung zu erwarten ist.

Es darf dabei jedoch nicht übersehen wer­den, daß sich hinter der Rnr besonders aus- jebaute deutsche Verteidigungsstellungen be­finden, die einen Durchbruch schlechterdings unmöglich machen, da sich hier jeder Ein­bruch in dem engen Netz der Stellungen iestfahyen würde, ohne eine operative Ent­faltung zuzulassen. Unter diesen Perspek- liven erscheinen den anglo-amerikanischen Kriegskorrespondenten die Stimmen der Enttäuschung berechtigt, die jenseits des Atlantiks sich in der amerikanischen Presse breifmachen. Der angestrebte Übergang über iie Kur blieb den Nordamerikanem bisher an jeder Stelle versagt., Im Abschnitt süd­lich Düren stehen die amerikanischen An- friiisverbände der 1. Armee noch in dem waldreichen Gelände, an dessen Ausgängen sie nur einige hundert' Meter Bod^ngewinn erreichen konnten. Die Rursenke haben sie ln diesem Abschnitt noch nicht erreicht. In lern neuen amerikanischen Angriffsabschnitt wischen Vossenack und Monschau haben sich, eingeleitet durch heftiges Trommel- lener, sehr schwere Kämpfe entwickelt.

An der Saarfront hat sich das Bild wenig terändert. Nach wie vor bildet die Front beiderseits Saarlautem den Schwerpunkt der lordamerikanischen Angriffe, die sich in dem vordersten Bunkersystem festgefressen haben. Alle Versuche, tiefer in das deutsche Ver- Sügungssystem einzudringen, konnten trotz 6s Einsatzes frischer Kräfte keinen Erfolg bien. Ebenso wie im Aachener Raum haben Wb die Angriffe zwischen Saargemünd und öa Rhein eine weitere räumliche Ausdeh- üäg erfahren, so daß nunmehr an dieser Samten Front harte Kämpfe stattfinden.

Ke wichtigsten Schwerpunkte dieser Sshlacht liegen im Raum von Saargemünd, fei Bitsch und in der Stoßrichtung auf Weißenburg, westlich des Hagenauer Forstes.

Ke amerikanische Offensive steht hier äirchveg noch in der Maginotzone, die im Torfeid des Westwalles liegt. "Das amerika- bche Oberkommando verfolgt augenschein- ;ich das Ziel, die gesamte Front.' zwischen Sesrgemünd und dem Rhein bis unmittelbar ® den Westwall zu verlagern, wodurch je- äoch auf deutscher Seite eine zusätzliche Ab- 'ibrkraft gewonnen würde, die sich auf die Anlagen dieses großen Verteidigungssystöns Sitzt. Die deutsche Planung hat offenbar Siese Verlagerung vorgesehen, wobei das onipo der Unternehmungen durch di? deut- *heti Einberechnungen der Zeit als Faktor ® r Unterstützung bestimmt wird.

Saarfrolit, die die beispiellose Heftigkeit der Kämpfe wiedergeben. Ein deutscher Gegen­angriff folge dem anderen. Im Raum von Saarlautern seien die nordamerikanischen Streitkräfte an einem Tage sechsmal von den Deutschen angegriffen worden. Die deutsche Verteidigung sei durchaus nicht passiver Natur. Der Bericht schließt mit den Wor­ten;Wenn man von Fortschritten in Rich­tung auf Berlin berichten will, so muß man sie in Metern messen und nicht in Meilen."

Diese Berichte sind dazu bestimmt, die wachsende Unlust weiter Kreise der in der

Rüstungsproduktion beschäftigten nord- amerikanischen Arbeiter zu bekämpfen und ein weiteres^ Sinken der Fertigung zu ver­hindern. Die nordamerikanische Staats­führung sieht sich genötigt, ihr gesamtes Erzeugungsprogramm, wie es im Früh­sommer und Herbst dieses Jahres geplant wurde, über den Haufen zu werfen, da sich herausgestellt hat, daß die Westfront ganz bedeutend, größerer Material- und Munitions­mengen bedarf, als man ursprünglich für nötig gehalten hatte. Immer wieder tritt in

den nordamerikanischen Berichten das Er­staunen darüber au tage, daß mit bloßen Materialmassen, so riesig diese auch sein mögen, die Kampfmoral des deutschen Sol­daten nicht niederzukämpfen ist. Nordameri­kanische Kriegsberichter melden, die nord­amerikanischen Soldaten seien öfters ge­radezu entsetzt gewesen, als ihnen aus Stellungen, die durch Artillerie und Luft­waffe förmlich niedergewalzt worden waren, bei Angriff der Infanterie ein vernichtendes Feuer entgegenschlug.

ln Deutschlands Händen liegt eine große Mission

Es geht um die Rettung Europas Degrelle sprach auf der Journalistentagung

Berlin, 14. Dez.Heute ist nicht mehr die Zeit, von Europa zu. träumen, heute heißt es Europa zu retten. Und diese Rettung be­steht nur in der Errichtung eines neuen Eu­ropa auf einer sozialen Grundlage. Hierzu ist allein Deutschland in der Lage. Das Schick­sal hat ihm seine große Chance gegeben. Mit dieser Mahnung trat Eichenlaubträger Sturmbannführer Leon Degrelle vor die Ar­beitstagung des III. Kongresses , der Union nationaler Journalistenverbände.

Europa erlebe heute, wie bolschewistische Massen konzentrisch auf Deutschland vor­stießen. Damals, bei Beginn der großen Sowjetoffensiven, habe man in Bürgerkreisen mancher Länder weitgehend geglaubt, daß die Angelsachsen eines Tages kommen wür­den, xim den notwendigen Schutz gegen den Osten zu bieten und eine Überschwemmung Europas durch den Bolschewismus abzu­wehren. Statt dessen erlebe man heute, daß die angelsächsische Herrschaft den Bolsche­wisten nur ein Sprungbrett biete. Wenn die Westniächte, also das Kapital, gesiegt hätten, Wäre das Bild für Europa keineswegs rosiger. Dann stünde Europja unter der Diktatur der Finanz. Nach wenigen Monaten könne man bereits einen völligen Fehlschlag der Pluto- krätien in all den von ihnen besetzten Ge­bieten feststellen. Die Hoffnung auf eine Rettung durch sie schwinde überall dähin. Dabei dürfe man nicht übersehen, daß mit einem bolschewistischen Sieg selbst .Amerika verloren seih würde.

Heute geht es darum, ein Europa zu er­richten, das nicht nur im Kriege, sondern auch danach zusammenhält." Von 1940 bis 1944 habe man am Bau Europas schon be­gonnen. Dieses Europa sei aber hierfür noch nicht reif gewesen, auch nicht bereit. Der Führer der wallonischen Division und be­währte Kämpfer in vielen Schlachten an der Ostfront versicherte indessen, daß der volle Sieg Europas immer noch-möglieh sei. Der Beweis hierfür sei an allen Fronten erbracht worden. Diejenigen, die im September-ange­fangen hätten, an Deutschlands Stärke zu zweifeln, müßten heute zugeben, daß sie sich getäuscht hätten. Die Zeit der Entschei­dungsschlacht rücke heran, und bei dem Mut des deutschen Volkes und seiner Wider­standskraft, die in der Geschichte aller Völker beispiellos sei,, würde Amerika eben«) wie der Bolschewismus geschlagen werden.

Militärisch bestehe ' somit kein Problem.- Aber, so warnte Degrelle, das Problem Eu­ropa bleibe. Man solle sich nicht einbildeB,

daß der Kommunismus aus nichts heraus Millionen von Menschen um seine Fahnen geschart habe. Diese starke Anhängerschaft resultiere daher, daß Millionen von Men­schen, die heute hoffnungslos dahinlebten, nach einem Ausweg suchten. Das Gebot der Stunde sei die Schaffung einer sozialen Ord­nung für ganz Europa, die wirkliche Durch­führung eine? nationalsozialistischen, Revo­lution. Niemals hätten die Soldaten Deutsch­lands so überragendes geleistet, hätte der einzelne Soldat nicht das Gefühl, daß der Führer von der Vorsehung dazu ausersehen sei, in Europa das Gesetz einer neuen Ord­nung und der sozialen Gerechtigkeit zu er­richten. Für die Aufrichtung eines wahren, nicht irgendwie getarnten Sozialismus kämpften heute Millionen von Soldaten, und zwar nicht nur deutsche, .allein, sondern Soldaten der verschiedensten Völker Europas.

In Deutschlands Hände ist eine große Mission gelegt. Ebenso w)e die anderen gro­ßen Völker einmal im Laufe ihrer Geschichte die große Chance gehabt haßen, Bähe jetzt Deutschland seine Chance, Entweder baut Deutschland ein neues, kräftiges Europa, oder Europa versinkt.

Der Kongreß der Union nationaler Jour­nalistenverbände hat das folgende Tele­gramm an den Führer gerichtet:Führer} Das Präsidium der Union nationaler Jour­nalistenverbände entbietet Ihnen den ehr­furchtsvollen Gruß der in Wien zu ihrem Jahreskongreß versammelten europäischen Journalisten. Unsere Tagung steht im Zeichen der Gewißheit, daß jeder Gedanke an die europäische Zukunft sich auf der Vor­aussetzung des deutschen Sieges gründet. Die - leidenschaftlichen Wünsche aller nationalen Journalisten unseres Kontinents- gelten dem Manne, ln dessen Händen Euro­pas Schicksal ruht.

Der Führer antwortete mit folgendem Tele­gramm:Den zu ihrem Jahreskongreß .ver­sammelten nationalen Journalisten danke ich für Ihre Grüße. In einer Zielt höchsten militärischen Einsatzes tan Schicksalskampf Europas verfolge ich mit größter Anteilnahme Ihre publizistische Arbeit zur Unterstützung dieses weltentscheidencferi Ringens durSTin# Aufklärung der Völker. Ich wünsche deshalb Ihrem Wirken im Interesse Ihrer Nationen und der Zukunft Europas vollen Erfolg.

Großangriff der griechischen Aufständischen

Gegen die britischen Stellungen im Zentrum Athens

Drahtbericht unseres' Vertreters

ost. Stockholm, 14. Dez. Die griechi­schen Aufständischen gingen am Mittwoch zum Großangriff gegen die britischen Stel­lungen im Zentrum von Athen vor. Sie drangen an einer Stelle in die Kaserne ein, wo heftige Kämpfe stattfanden, in denen auch Panzerwagen eingesetzt wurden. Die britischen Verstärkungen, die im Piräus ge­landet werden, müssen sich bis zur Stadt­mitte von Athen durchkämpfen, um sich mit der Hauptgruppe zu vereinigen. Auch die bolschewistischen Streitkräfte sind weiter verstärkt worden und aus dem ganzen Lande werden sehr wesentliche Truppenbewegungen gemeldet.

Auf den Waffen, kämpft um jedes Haus, um jeden Berg, auf die Barrikaden! mit diesen Worten wandte sich am Mittwoch die Eam an alle Griechen, meldet United Preß aus Athen. Gleichzeitig erhob die . Eam schärfste Anklagen gegen, die englischen Mi­litärbehörden in Griechenland, die entwaff-

Sowjefbiirger im Kabinett Bonomi

Wilde Aufruhrstimmung Blutige Gefängnisrevolte

Fortschritte nur in Meiern

Drahtbericht unseres Vertreters '

J )st - Stockholm, 14. Dez. Die nordameri- Zeitungen unterstreichen erneut ilnm er heftiger werdenden Widerstand deutschen Truppen und die starken Ver- Nordamerikaner in der letzten Jy,' vor allem an den Grenzen des Saar- o 8, Bitten habeh. In einem Bericht wird u. a. wörtlich gesagt:Die Meldungen vom Kriegsschauplatz zei- die Tage der schnell errungenen >e vorüber sind." Der Bericht befaßt sich S 1 ttdt den Schilderungen verschiedener ''amerikanischer Kampfberich ter an der

Drahtbericht unseres Vertreters

la. Mailand, 15. Dez. Dem mit soviel Mühe endlich gebildeten Kabinett Bonomi gehören zwei Männer an, die nicht einmal die, italienische Staatsangehörigkeit besitzen. Zu einem der Vizepräsidenten des Minister­rates wurde Togliatti ernannt, der sich bis vor kurzem als kommunistischer Agitator mit dem Namen Ercoll schmückte. Togliatti hat sieh jahrzehntelang in der Sowjetunion auf­gehalten und ist Sowjetbürger geworden.

Zum Außenminister wurdfT der Angehörige der christlich-demokratischen Partei, c!e Gasperi, ernannt. Zum erstenmal ist dieser Posten mit einem Klerikalen besetzt worden. Dazu kommt noch, daß de Gasperi, der jahrelang Beamter der Vatikanstadt war, auch deren Staatsangehörigkeit angenom­men hat, mithin nicht italienischer Staats­angehöriger ist.

Der erste Ministerrat der neuen Bonomi- Regierung ernannte die Staatssekretäre. Der bolschewistische Einfluß in der neuen Re­gierung ist- damit noch bedeutend verstärkt worden. Nachdem die Bolschewisten Im Ka­binett bereits vier ausschlaggebende Mini­sterien besetzen konnten, sind ihnen jetzt mit den Staatssekretären. im Außenmini­sterium, im Kriegsministerium,' im Ministe­rium für die Handelsmarine und im Mini­sterium für Arbeit und Handel weitere ent­scheidende Schlüsselstellungen überantwor­tet worden.

Die Zeichen von Hammer und Sichel, mit denen Churchill schon im Sommer bei sei­nem Besuch in Rom begrüßt wurde, sind' in den letzten Tagen so häufig geworden, daß sie fast das Straßenbild beherrschen. Gleich­zeitig verdichten sich die Gerüchte von dem

Hungermarsch auf Rom, der am 16. Dez. stattfinden soll, wenn die Regierung der Be­völkerung bis dahin nicht ein Verpflegungs­minimum von 300 Gramm Brot und 100 Gramm anderen Nahrungsmitteln zusagt.

In den kommunistischen Kreisen Bonömi- Italiens herrscht wegen des Bürgerkrieges in Griechenland wilde Aiarmstimmung, wie aus Berichten britischer Offiziere in Gibraltar her vörge ht. Überall seien kommunistische Agitatoren am Werk, um die Bevölkerung äfffzuwiegelii und Zusammenstöße zu provo- zieren. Massenkundgebungen, zu denen die Komnmne . in Rom und anderen großen Städten aufruft, sollen die geeinte Plattform für die Entfesselung von Aufständen im Stile Griechenlands abgeben.

Daß die bolschewistischen Parolen im hun­gernden, frierenden, in Elend und Arbeits­losigkeit versunkenen Italien Bonomis beste Aussichten haben, ist. auch den anglo- amerikanischen Herren des Landes klar. Die alliierte Militärpolizei liegt daher in höchster Bereitschaft, um mit Waffengewalt einen Aufstand im Keime zu ersticken. Sie mußte bereits eingreifen, um eine Revolte blutig niederzuschlagen, die im Militärgefängnis ,vpn Otranto ausgebrochen war. Die gesamte Strafanstalt wurde dabei hiedergebrannt.

Auf Anweisung der Freimaurer

Mailand, 14. Dez. Das Oktober-November- *heft der von dem Rassenforscher Prezlosi geleiteten ZeitschriftLa Vita Italia ver­öffentlicht eine Reihe von Dokumenten, aus denen hervorgeht, daß der Badoglio-Verrat vom 25. Juli 1943 in Ausführung der vom Groß-Orient den Freimaurerlogen erteilten Anweisungen erfolgte.

nete Elas-Soldaten töte und zahlreiche Zivi­listen foltere. 1000 bis 1500 Frauen, Kinder und Greise seien in Gefängnisse geworfen worden.Die Verhafteten werden grausam gequält. Im Namen Griechenlands prote­stieren wir feierlich gegen die Verbrechen des' Britengenerals ßcobie", heißt es ab­schließend in dem Aufruf.,

Wie aus weiteren Berichten hervorgeht, ist der gampf zwischen britischen Truppen und griechischen Aufständischen in den letzten 24 Stunden .noch heftiger geworden. Die Elas- Verbände gehen mehr und mehr zur Offen­sive über. Sie haben angekündigt, eher Athen Haus um Haus in die Luft zu sprengen, als sich zu ergeben. Im Hafengebiet streiken weiter noch die Arbeiter. Die Engländer sind nicht mehr Herr der Lage, sie habeh bereits indische Truppen herangezogen, doch liegt ihr Nachschub unter dem Feuer gegnerischer Artillerie und Heckenschützen. Um so schmerzlicher ist für sie der Verlust von Benzinvorräten, die Elas-Soldaten nach einem Einbruch in die britischen Linien in Brand stecken kpnnten.

In ganz Griechenland nehmen die einhei­mischen Truppen Umgruppierungen vor und alle allüerten Korrespondenten berichten von einer weiterhin gefährlichen Läge. Offenbar beherrschen die Elas-Truppen auch die Rundfunkstation Athens, denn von dort- ist jettft, laut United Preß, der SenderFreies Griechenland zu hören, der mitteilte, daß die Elas-Streitkräfte ganz Athenbeherrschen mit Ausnahme kleiner Plätze, auf denen die Briten noch standhalten sollen.

Sowjeispionuge in Stockholm

Eigener Drahtbericht

. ep. Stockholm, 14. Dez. Ein sensationeller Fall von Sowjetspionage ist in Stockholm aufgedeckt worden. Nach Mitteilung der Kri­minalpolizei handelt es sich um den ernste­sten Spionagefall, der während des ganzen Krieges in Schweden vorgekommen ist. Bis­her sind drei Personen verhaftet worden, nämlich ein früherer sowjetischer Offizier namens Staschewski und zwei schwedische Staatsbürger. Einer von diesen ist Steuer­mann in der Handelsmarine, der ebenfalls in der Sowjetunion geboren ist, während über den dritten Verhafteten Angaben nicht be­kanntgegeben wurden.'

Aus einem amtlichen Kommunique geht hervor, daß die drei Spione seit dem Früh­jahr 1943 in sowjetischem Aufträge In­formationen über Verhältnisse in Schweden eingeholt und an ihren Auftraggeber welter- geleite£ haben. Dabei handelt es sich zum Teil um Informationen über das schwedische Verteidigungswesen. Weiter hat sich die Spio­nage auch gegen zwei auswärtige Mächte ge­richtet. Von den 19 000 Kronen, die Sta­schewski nach seinen eigenen Angaben er­halten hat, hat er 10 000 Kronen für sich selbst behalten und den Rest an seine beiden Gehilfen verteilt.

Schatten iiber Moskau

, Von

Bernd W. Beckmeier

Eine Stimme klingt über die Grenzen der Sowjetunion und sucht das Ohr der Völker Rußlands. Es ist eine aufrüttelnde, ankla- gefide und .zur Sammlung aufrufende Stimme, die sich in den Waffenklang der gnadenlosen Auseinandersetzung' mit dem Bolschewismus mischt und neben das Wort der Vernichtung die Parole der Freiheit sejtzt. Muß Moskau diese Stimme, die Stimme Wlassows, furcht ten? Wird ihr Klang einmal einen bestim­menden Faktor in dem Ringen des Ostens bilden? Die Bedeutung eines Kampfträgers läßt Sich an den Reaktionen abschätzen, die seine Aufrufe bei dem Gegner auslösen. Wie reagiert Moskau auf die Kampfparolen des ehedem sowjetischen Generals?

Das Komitee zur Befreiung der. Völker Rußlands ist ein politischer und militärischer Faktor in gleicher Weise. Die militärische Bedeutung ist klar ersichtlich' und muß von den gegenwärtigen Machthabern des Krpml durchaus ernst genommen werden.. Eine Millionenmasse junger, in ihrer Mehrzahl kräftiger Männer, Angehörige aller Völker Rußlands, lebt als Kriegsgefangene oder Zivilarbeiter in der Mitte Europas. Den mei­sten dieser Männer steht länger als zwei Jahre hindurch die Möglichkeit offen, zwi­schen den Lebensformen des Bolschewismus und denen Europas Vergleiche anzusteilen, die bei objektiver Betrachtung trotz des Kriegsantlitzes Deutschlands mit seinen Nar­ben und situationsbedingten Widerständen bei dem systematischen Aufbau einer neuen sozialen Ordnung unbedingt zugunsten des Reiches ausfallen müssen. Fast jeder dieser Männer aber hat bereits als Soldat gekämpft, so daß er im Falle eines Aktiverwerdens ledig­lich mit den neuesten Schöpfungen der Waffentechnik vertraut gemacht zu werden braucht. Neben und vor ihki stehen Generale, Obersten, Hauptleute, Leutnants und Unter­führer, die als Träger des Befreiungsgeüan- kens der bloßen militärischen Kraft ihr welt­anschauliches Fundament geben. Truchnüi, der ^Generalstabschef Wlassows. führt seit zwei Jahren an einer besonders eingerichte­ten Schule Lehrgänge durch, in denen junee Aktivisten aus den Lagern, die sich freiwillig meldeten, ausgerichtet und in ihren Führer­eigenschaften entwickelt wurden. Die Wir­kung ihres Vorbildes ist nach Ausweis des Organs der Wlassow-Bewegung, das in seinem TitelWolja Naroda denWillen des Volkes ausdrücken will, nicht unbedeutend. Den Kriegsgefangenen eröffnet sich eine Möglichkeit, den. Weg in die Heimat zu er­kämpfen, nachdem die gegenwärtigen Macht­haber dieser Heimat alle Brücken hinter ihnen abbrachen und für den Fall der Wie­derkehr lediglich den Genickschuß in Aus­sicht stellten. Unter diesen Aspekten ist es nicht überraschend, daß die Zahl der Mel­dungen zur Armee Wlassows im Atigenblick höher ist als die Möglichkeit ihrer Erfassung und daß das Organ des Befreiungskomitees darauf hinweisen mußte, auch der Einsatz an. der Front der Arbeit müsse als Beitrag zum Kampf gegen das System des Bolsche­wismus gewertet werden, da ohne Waffen der Entscheidungskampf nicht geführt werden könne.

General Wlassow darf vielleicht nicht un­begründet auf eine erhöhte Strahlungskraft seiner Ideen in dem Augenblick hoffen, in dem seine Truppen an-, der Front als ge­schlossene Einheiten an den Kampf teil- nehmen. Der Gedanke der Freiheit hat in den Völkern Rußlands trotz" Demagogie de? Sowjetsystems niemals ganz verschüttet wer­den können, und es ist sicherlich kein Zufall, daß dieWolja Naroda Wlassows in ihrer Überschrift an die freiheitlichen Ziele der einst berühmten revolutionären Organisation derNarounaja Wolja im zaristischen Ruß­land erinnert. Es wäre unklug, aus diesen Beobachtungen auf direkte und sofort fühl­bare Rückwirkungen zu schließen, die sich in einem Nachlässen der sowjetischen Kampf­kraft äußern könnten. Hier sieht jedoch Wlassow die Möglichkeit einer Fühlungnahme und Ausrichtung. Es soll dabei nicht ver­kannt werden, daß /Tbei diesen Freiheits­kämpfern der Gedanke einer Einheitsfront gegen den Bolschewismus, auf gewisse Hemm­nisse stößt, da natürlich jedes Volk Rußlands für seine eigene Freiheit kämpft. Es wurde deshalb von Wlassow und seinem Komitee ganz bewußt dieGleichberechtigung 'aller Völker unsefer Heimat, unter Anerkennung ihres wirklichen Rechtes auf nationale Ent­wicklung, Selbstbestimmung und Souveräni­tät als Ziel der künftigen Lebensform in Rußland erklärt. In Gesprächen benutzt der General gern zur Begründung der Einheits­front des Kampfes das Beispiel des Damm­bruchs, dessen Gefahr die verschiedensten Interessenten zusammenführt, um sie nach gemeinsamem Einsatz-und gemeinsam über­wundener Bedrohung wieder zu ihrem eigenen Leben zu entlassen.

Sowjetische Gefangene der letzten Zeit er­klären und ihre Aussagen werden durch sichtbare Schwenkungen in der sowjetischen Agitation bestätigt daß die sowjetische Regierung die Kampfformulierung Wlassows als starke Bedrohung ihres Systems empfindet. Während der ersten Jahre des Ostkrieges mit ihren weitreichenden Rückschlägen für die Rote Armee entschloß sich der Kreml, bei der Beleuchtung des Wortesinternational" die Scheinwerfer der Agitation lediglich auf die letzten Silben zu richten. Der Boden de*- Heimat, das gütige Mütterchen RußlaV würde plötzlich Bestandteil der täglicher.

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