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Parteiamtliche Tageszeitung
paa Amteblaü des Regierenden Bürgermeister» d«i Freien Hansestadt Bremen
der Nationalsozialisten Bremens
AmBiches Verkündungsblaä des ReichsstaUhallero ln Oldenburg and Bremen
Kummer 329 14. Jahrgang
Donnerstag, 14. Dez.ember 1944
Einzelpreis 15 Rpf.
Wiedererslarkung Deutschlands
Reichsminisiei Dr. Goebbels vor Arbeitern einer westdeutschen Großstadt
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Berit* 1 » 13- Dez. Reichsminister Dr. FAjoebbels besuchte auf einer Fahrt durch 7'm 1 “' 1 W® L westlichen Grenzgaue des Reiches eine - r ’' u , e von Städten, die unter dem feind- Bombenterror besonders schwer gelten haben. In seiner Eigenschaft als Vor- des interministerieüen Luftkriegs- th ^ ena iisschusses überzeugte er sich von den etageleiteten Hiifs- und Instand- ^„jsniaßnahmen und führte mit den zu- ständiges Gauleitern und Reichsverteidi- -Kstanmissaren ausführliche Besprechun- rtjiiberFragen der zivUen Luftverteidigung, jjs vielen Gesprächen mit Volksgenossen jjl f r Alters- und Berufsschichten in den G'^ithutzräumen und Bunkern der am schweren heimgesuchten Städte gewann Dr. joebbels die Überzeugung, daß die Bevöi- jnmg der deutschen Westgrenze allen Bedungen zum Trotz in unbeugsamer Ent- yossenheit die Pflichten erfüllt, die ihr der ilale Kriegseinsatz und die gegenwärtige iegslage auferlegen.
Dfn Mittelpunkt des Besuches, den Dr. cebbels seiner westdeutschen Heimat ab- ittete, bildete eine Rede des Ministers vor item einer westdeutschen Großstadt, riehen zwei Terrorangriffen, während idgerueh und Rauchschwaden noch über b Gebiet lagen, versammelten sich in :sr halbzerstörten Versammlungshalle viele ädert Männer und Frauen, um aus dem mde von Dr. Goebbels einen Bericht über (augenblickliche militärische und politi- he Lage zu hören und aus grundsätzlichen Führungen über Sinn und Wesen dieses sättigen Völkerringens neue Kraft für die irtführung ihres Kampfes zu gewinnen. Itae Männer, die zum großen Teil mit acke und Spaten in anstrengender Schanz- ibeit geholfen haben, den Westwall in Ver- jidigungsbereitschaft zu setzen, und jetzt rieder an die Werkbank zurückgekehrt sind, bi in freiwilliger Mehrarbeit oder bei zu- .■zlichem Dienst als Volksstujm-Soldaten Ille Krait für den Endsieg einzusetzen, beendeten auf der Versammlung- ihren fana- schneiisteii ttscfien Willen, alles zu tun und nichts zu Mythologie, r »terlassen, Um ihre Heimat gegen den ver- uMä ^ ten Peind zu verteidigen.
Hepradshtio* Bfiicisminister Dr. Goebbels stellte in i, KM. 12,- r, dner Rede fest, daß wir im vergangenen ' Pfarrplal t ,mmer und Herbst die größte Belastnngs- Cechn Dhrrep ™' )e dieses Krieges zu bestehen hatten. Mit eit- li, Witte tan ungeheuren Aufgebot an Menschen
0, Meiiita, J id Material versuchte der Feind, die deut- mgrtremm"' Fronten zum Einsturz zu bringen, ostlach 218, Br ieichzeitig steigerte er seinen Luftterror ls-Ihoma-Str. 11 ?en (jj e deutsche Heimat zu nie dagewese-
1. Knfthtarc 1 Brutalität. Doch der Erfolg blieb ihm istr. 8, S. iSU rsagt, sein Ansturm brach sich an den »kw, itschen Grenzen, wo ihm unsere helden- mtL&tSR !& kämpfenden Diyisionen Verluste heiler in SI<k« 1 »chten, die von der feindlichen Öffentlich-
■ a8 2 !L . Ä mit tiefer Niedergeschlagenheit zur
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ntinstr, 8.2 03 8! «ffltnis genommen werden, irn i. V„ langi Den feindlichen Verlusten und Schwierig- o T rn fw i« ät ®> die slch durch den hartnäckigen 11 Kieinitü*. titschen Widerstand ergeben haben, stellte Entbind««,#" - Goebels die Aussichten unserer heutigen K Vor-mdtoi «egegenüber. Gewiß sei der Verlust weiter ebiete, den wir im Verlauf der letzten Jahre H. OntkwFi j lten hinnehmen müssen, schmerzlich; MnÄ« 5ii Zeitig aber ergebe sich daraus eine angenonunfn. ® Reihe von für uns günstigen Umstän- KomkaHM-VM s, wir verfügten über denkbar kurze Ver- :on tor Wacbinsn' ^hmgslinign und äußerst günstige Nachen, Ostcrtarst itubinogllchkeiten an der Frqnt. Eine Etappe 186. b'ät»"* Ä ihren oft negativen Erscheinungen gäbe f'Ät 'nicht mehr. Wir hätten heute gewisser«- 10 . Wir fahr= «fen eine „Front ohne Rückenschmerzen“.
w o,| üs das vordringliche Problem unserer •irs fofisf. 'f®* Rührung bezeichnete der Minister das fe Luftkrieges. Die Belastungen, die der Gliche Luftterror vor allem der westdeut- Bevölkerung auferlege, seien schwer
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idhaft und treu weiter unsere Pflicht er- a, so sei das ein Beweis dafür, daß das
deutsche Volk auch im Nehmen härter als das englische sei.
Im übrigen gab der Minister seiner festen Überzeugung Ausdruck, daß es gelingen werde, wie alle im Verlauf dieses Krieges aufgetauchten Probleme auch das des Luftkrieges zu meistern.
■ Der Minister wandte sich dann der allgemeinen politischen Lage zu und stellte fest, daß der bolschewistische Politruk, der englische Lord und der amerikanische Wallstreetmagnat in diesem Kriege jeder etwas anderes zu erreichen hofften. Je mehr sich der Krieg seinem Höhepunkt nähere, um so offensichtlicher werde es, daß sich unsere Feinde nur im Haß gegen Deutschland einig seien, daß ihnen aber ein positives gemeinsames Kriegsziel fehle. Das deutsche Kriegsziel dagegen sei klar und einfach.
„Unser Volk weiß, daß es in diesem
Kriege um sein Lehen geht, ünsere Generation erlebt die Geburt einer neuen Welt, die sich wie die Geburt eines Menschen unter Schmerzen und Tränen, Leid und Gefahr vollzieht. Ein Volk, das glaubt, sich diesen Prüfungen und Belastungen entziehen zu können, wird znm Dünger anderer Völker, die eine größere Härte, Standhaftigkeit und Lebenstüchtigkeit beweisen. Darum gilt in der Zeit der Entscheidung die Parole: Umklammere mit harten Händen deine Waffen, bleib fest auf deinen Beinen stehen, verlasse dich nur auf dich selbst und nicht auf die Gnade deiner Feinde.“
Der Minister wies auf die Beispiele jener Völker hin, die nicht nach diesem Grundsatz gehandelt haben und in deren Ländern heute Hunger und Seuchen,- Bürgerkrieg und bolschewistische Anarchie herrschen.
Angesichts der im ganzen übrigen Europa
immer chaotischer werdenden Verhältnisse gewinne die Wiedererstarkung Deutschlands nach den schweren Rückschlägen des Sommers erhöhte Bedeutung. Der Feind stehe dieser Tatsache fassungslos gegenüber. Er spreche von einem „deutschen Wunder“. Wir aber wüßten, daß die Wiedergewinnung unserer materiellen und moralischen Stärke kein Wunder, sondern das Ergebnis unserer Zähigkeit und unseres Glaubens an die geschichtliche Notwendigkeit des deutschen Sieges sei.
Dr. Goebbels schloß, seine Ausführungen mit einem glühenden Bekenntnis zum Führer, der heute wie in den Tagen des Kampfes um die Macht gerade in Zeiteh schwerster Belastungen dem ganzen Volk ein Beispiel gläubiger Zuversicht, unermüdlichen Einsatzes und unerschütterlicher Standhaftigkeit sei.
Absolute Ohnmacht Englands gegenüber Europa
London sucht nach Kompromissen Neuer Fußtritt Moskaus in der Polenfrage
Srahtberlcht unserer Berliner Schriftleitung dr. w. sch. Berlin, 13. D,ez. Die Nachrichten, die Reuter und Exchange Telegraph gestern und heute aus Griechenland verbreiten, müssen in englischen Ohren stark alarmierend klihgen. Churchill hatte in seiner letzten Rede beinahe wütend erklärt, daß er auf Biegen und Brechen genügend starke militärische Kräfte zur Niederwerfung des Aufstandes einsetzen wolle. An sich müßte in einem solchen Falle die Wahrscheinlichkeit des Erfolges auf derjenigen Seite liegen, die über eine modern organisierte und bewaffnete Truppenmacht verfügt. Der Verlauf der Kämpfe zeigt indessen, daß England in Griechenland mit ganz enormen Schwierigkeiten und auch mit peinlichen Rückschlägen zu rechnen hat. Der bisherige Verlauf braucht gewiß noch keineswegs bestimmend für das Endergebnis der Ereignisse zu sein, aber wenn der erbitterte Versuch Churchills, die ihm vereinbarungsgemäß von Moskau zugesicherte Einflußzone im Mittelmeer sich tatsächlich praktisch-machtpolitisch zu sichern, sich jetzt trotz eines erheblichen Kräfteeinsatzes keineswegs als eine glatte und einfache Sache darstellt, so wird man sich in der englischen Öffentlichkeit über die Hintergründe und Ursachen wohl einige ernste Gedanken machen. Die betonte Genugtuung darüber, daß Moskau konsequent
zu den Ereignissen schweige, denen es nach der Besetzung Bulgariens unmittelbar benachbart geworden ist und in denen ganz offenkundig bolschewistische Drahtzieher, am Werk sind, hat etwas Gekünsteltes an sich. Man stellt sich sicher die Frage, ob es dabei auf lange Sicht sein Bewenden haben soll, daß die Sowjets aus ihrer „neutralen“ Einstellung in der griechischen Frage verstärkt den Anspruch ableiten, auch die leiseste Einmischung der Westmächte in die bolschewistische Politik in den selbst als Abschlagszahlung in Anspruch genommenen Einflußzonen zurückzuweisen. Sie haben gleich die Gelegenheit wahrgenommen, uni den Engländern in der polnischen Frage einen neuen Fußtritt zu versetzen, und es nimmt darum auch England jede Möglich- heit, das Gesicht zu wahren, wenn Moskau jetzt ein&n neuen Anlauf unternimmt, um sich brutal über die „legalen Schützlinge“ Churchills hinwegzusetzen.
Nachdem bereits in den Vereinigten Staaten der Abschluß des sowjetisch-gaullistischen Vertrages als eine „schwere Niederlage Churchills" bezeichnet wurde, dürfte in London die Nervosität sich noch steigern, wenn jetzt berichtet wird, daß de Gaulle zunächst gar nicht daran denke, nach London zu gehen, um so etwas wie einen Parallelvertrag abzuschließen, sondern daß er
Gemeinsame europäische Ideale
Bekenntnis zum Kampf gegen die Feinde des Kontinents
Berlin, 13. Dez. Nach der großen Rede des Reichspressechefs Dr. Dietrich auf dem Kongreß der Union nationaler Joumalistenver- bände bekannten sich Vertreter des Fernen Ostens und des europäischen Westens zu den Idealen des gemeinsamen Kampfes.
Als Vertreter des japanischen Fressever- bandes wies Dr. Kato auf die hohe moralische Verpflichtung hin, unter der die Presse der verbündeten Völker arbeitet. Kafo erinnerte an Opfergeist und Einsatzfreudigkeit der japanischen Soldaten,, die sich vor allem bei den Sonderformationen der Kampfflieger äußerten. Diese tapferen Kämpfer dürften darauf rechnen, daß die Presse mit allen Mitteln am gemeinsamen Sieg mithelfe.
Der Delegierte der französischen nationalen Regierungskommission, Marcel D e a t, befaßte sich mit den Vorgängen, die zum Krieg und zur Niederlage Frankreichs geführt haben. Den 6. Februar 1934, an dem Doumergue an die Macht kam, nennt er als das Datum, an dem die Wendung zum Krieg
Oer fliegende Tod über London
„Fürchterlich wehrlos “ — Keine Minute Ruhe in der Hauptstadt
Drahtbericht unseres Vertreters ^ & Stockholm, 13. Dez. V 1 und V 2 reißen !f» 1 d® Nerven der Londoner Bevölkerung. v\ k englischen Tageszeitungen bleiben zwar '3t schweigsam, und nur selten läßt die eine Meldung heraus, jedoch mehren die Berichte amerikanischer Journalisten ß « ugl S'’ * r das Leben, das der Londoner führt, ob ;y hbacbstr. ® Bett liegt, ob er auf der Straße steht, rt Eide«!?.N «Autobus fährt, sich in einem vollbesetzten •• ®aurant befindet oder auf einem über-
äfitÄiiniss^W'ten Bahnhof drängt. „Jeder Alarm senkt - wie ein tiefer Druck über die Menschen. r '"" „J* einem Schlage wird es auch in der ge- i 2 and lase £‘ GtU trt t '‘“ Sten Menschenmase' völlig still und b. 3., ^ und man beginnt ein vorsichtiges
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Magen um, die Finger werden eiskalt und die Handflächen feucht. Man versucht zu rauchen oder zu arbeiten, man sieht immer wieder in den Spiegel, um zu kontrollieren, ob man so gelbgrün im Gesicht ist, wie man sich fühlt. Die nächste Bombe kommt, und diesmal ist der Einschlag ganz in der Nähe. Mir passiert nichts, aber die Staubkörner der Explosion dringen überall hin. Meine Kleider sind feucht vom Schweiß. Geht man ins Bad, tut man es so schnell wie möglich, aus Angst, von einer Bombe heimgesucht zu werden. Und trotz allem muß man fortfahren, in London zu leben und zu arbeiten.
■Spricht man mit anderen Menschen über ihre Erlebnisse und Gefühle, so stellt sich .heraus daß alle von der gleichen Angst besessen sind. Die größte Furcht hat man vor den Nächten, auch in den bombensichersten Luftschutzräumen. Sogar hier lauscht man unfreiwillig auf das Gebrumm der V-Waffen. Man schlummert ein Weilchen ein und wird plötzlich von einem Sausen aufgeweckt. Eben ist der fliegende Tod über den Schutzraum hinweggejagt.“ — Das ist das Leben in Lon
in Frankreich begann. Dieser Tag habe das Ende jeder Abrüstungsbemühung bedeutet und den Versuch zur Schaffung eines Kerkers, in dem das ausgehungerte Deutschland gefangen gehalten werden sollte. Die Kommunisten hätten sich bereits damals die demokratische Ideologie zunutze gemacht. Stalins Absicht sei klar geworden: Der Bolschewismus habe eines Krieges im Westen bedurft, um die großen Nationen zu schwächen und sein Eingreifen vorzubereiten. Von da ab sei Frankreich nur noch ein Bauer auf dem Schachbrett Englands und der Sowjets gewesen. De Gaulle sei unfähig, eine nationale Politik zu treiben, weil seine widernatürlichen Verbündeten kommandierten. Vielleicht werde man Frankreichs Jugend gestatten, am Rhein oder auf chinesischer Erde zu sterben; das aber sei das Ende Frankreichs als Nation. De Gaulle gehe nach Moskau und mache den Kommunisten Zugeständnisse. Die alten französischen kom- munistenführer seien alle wieder in Paris, mehrere davon in der Regierung. Sie bereiteten den Bürgerkrieg vor unter den Augen der Geweht hei Fuß stehenden Amerikaner. Die Franzosen mußten sich darüber klar werden, daß ein Schutz vor dem Bolschewismus, eine Befreiung vom Kapitalismus nur dann möglich wären, wenn Europa neu aufgebaut werde und der Sozialismus sich durchsetze.
Wir Ungarn haben erfahren, wie die sowjetischen Mordbrenner in den besetzten Gebieten unseres Landes hausten, wie man auch die Ärmsten ihrer Habe beraubte, wie Mütter und Töchter auf den Straßen ungarischer Städte und Dörfer vergewaltigt wurden und wie jeder, der den Mut hatte, sich als Nichtbolschewist zu bekennen, auf den Märkten niedergeschossen wurde.“ Diese aufrüttelnde Anklage erhob der ungarische Kulturminister Dr. R a j n i s in seiner Rede. In diesen schicksalscntscheidenden Tagen sei die größte Kulturleistung der Kampf, denn die dem Bolschewismus sich entgegenstemmenden Millionenheere- kämpften für die zukünftige Rettung der Kultur der Menschheit. Die Sowjetarmee dagegen bringe keine Kultur,. sondern nur Terror, räuberische Instinkte und die Macht der kulturlosen niedrigen Gesinnung. Sie könne auch nichts anderes tun, da sie nur das geben könne, was ihr Wesen sei. Die Ausführungen des Ministers schlossen mit dem Gelöbnis, daß auch Ungarn bereit sei, alles zu opfern.
vorher eine Zusammenkunft mit Roosevelt ins Auge gefaßt habe.
Diejenigen Kreise ln England, die die Folgerungen aus der Abhängigkeit von Moskau ziehen, in die Churchill die britische Kriegführung und Politik geführt hat, handeln nur logisch, wenn sie, wie beispielsweise der „Manchester Guardian“, die englische Unterwerfungspolitik unter Moskau geradezu glorifizieren. Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang die Auffassung der „Yorkshire Post“, die nach Ansicht eines schweizerischen Berichterstatters in London in Übereinstimmung mit dem größeren Teil der übrigen englischen Presse Verhandlungen mit dem „Eam“ als unerläßlich bezeichnet. General Scobie hat bereits Fühler nach dieser Richtung ausgestreckt. Wenn tatsächlich England nach den starken Worten Churchills sogar in Griechenland den Weg zum Kompromiß' suchen sollte, so würde das ein besonders helles Licht auf die absolute Ohnmacht Englands gegenüber Europa werfen.
USA-Miliiürs ausgewiesen
Drahtbericht unseres Vertreters rd. Stockholm, 13. Dez. Die Sowjets haben, wie aus Istanbul verlautet, abermals USA- Militärs aus Bulgarien ausgewiesen, und zwar handelt es sich diesmal um vier Mitglieder des amerikanischen strategischen Büros in Bulgarien. Stalin gibt damit in aller Rücksichtslosigkeit zu verstehen, daß er sich jegliche Einmischung auch seiner Bundesgenossen in sowjetische Interessensphären verbietet. Amerikanische Kreise in London bemühen sich nach besten Kräften, den Vorgang verständlich zu machen. Sie stellen fest, dies sei zwar die zweite Ausweisung'amerikanischer Militärs durch die Sowjets aus Bulgarien, aber nichts deute darauf hin, daß man sie als „unfreundliche Haltung“ betrachten'könne. Die Sowjets seien natürlich berechtigt zu allen Maßnahmen, die sie in jedem ihrer Kontrolle unterstellten Gebiet für notwendig erachten.
Dollars für England
Von
E. W. Goldstern
Eine kleine, äußerlich bescheidene Bro- schtjre fand in diesen Wochen innerhalb der nordamerikanischen Geschäfts- und Exportwelt reißenden Absatz, eine Broschüre, deren Inhalt den meisten Interessenten aus vollem Herzen gesprochen haben wird. Die berühmtberüchtigte Wallstreet-Firma Rothschild zeichnete als Herausgeberin dieses tendenziösen Druckerzeugnisses mit dem vielsagenden Titel: „Dollars für England, um unsere Waren dort abzusetzen“. Kann es für die Ausfuhrpläne der Vereinigten Staaten in der Tat eine bessere Schrittmacherin geben als eine solche Broschüre, die in tausenden und aber tausenden Exemplaren in allen exportorientierten Kreisen und in den wichtigsten maßgebenden Amtsstellen der USA Einkehr hielt und mit wohlfeilen und geschliffenen Worten die angeblich für, Nordamerika geradezu bittere Notwendigkeit einer Exportausweitung und einer Ausfuhroffensive großen Stils herauszustellen weiß?
Dollars für England — das ist im Augen-, blick für Wallstreet, jene jüdische Finanz- und Bankmetropole Washingtons und damit der USA, die Devise des Tages! Schlägt man mit einem solchen Vorhaben nicht zwei Fliegen mit einer Klappe? Nicht nur, daß man durch einen starken Dollarexport nach England in Form von Anleihen und Krediten das britische Wirtschafts- und Finanzwesen in eine entsprechende Abhängigkeit von Wallstreet bringt, sondern die englische Importwelt ist in gleichem Zuge gezwungen, die betreffenden Dollarbestände zum Bezug nordamerikanischer Erzeugnisse und Produkte zu verwerten. Der nach außen hin scheinbar aus hilfreichen, gemeinnützigen Motiven an England gegebene Dollarsegen würde mithin eines Tages rein zwangsläufig wieder nach USA zurückfließen, nachdem er der Hochfinanz und dem Exportgewerbs der Vereinigten -Staaten große materielle Gewinne spendete.' Und England muß auf diese Weise einen weiteren inneren Substanzverlust in Kauf nehmen, obgleich es bereits auf den mannigfachsten außenwirtschaftlichen Gebieten beträchtlich Federn lassen mußte.
■ Was schlägt die Broschüre des Roth- schildschen Hauses nun im Prinzip vor? Sie enthält den keineswegs überraschenden Vorschlag, daß das USA-Kapital in wichtigen und bedeutenden britischen Industriepapieren Anlage zu suchen hat, um somit wesentliche Dollarbeträge nach London zu überführen, mit denen die britische Industrie ihre Wünsche hinsichtlich des Bezuges nordamerikanischer Rohstoffe oder Fertigwaren befriedigen könne. Die britische Zeitung „Manchester Guardian“ — und nicht nur sie allein — nimmt diesen Plan verständlicherweise mit sehr gemischten Gefühlen auf. Solche' Investierungen dürften letzten Endes nur dazu angetan sein, gewisse englische Industriezweige planmäßig zu überfremden und unter klaren und eindeutigen Einfluß der Vereinigten Staaten zu bringen, zumal diese Investierungen weder kurzfristig noch spekulativ, sondern ganz, bewußt als Daueranlage anzusprechen wären. Je stärker London die Dollarflut in die britische,Wirtschaft hineinströmen läßt, um so mehr liegt unter Umständen die Gefahr einer beginnenden „Veramerikanisierung" des englischen Handels und Wandels auf der Hand.
Spricht man heute nicht in offiziellen Kreisen Washingtons ganz offen von dem Objekt, drei bis vier Milliarden Dollar als
Aufständische beschießen Briten-Hauptquartier
Schweres Artilleriefeuer — Heftige Kämpfe in Athen
Drahtbericht unseres Vertreters
rd. Stockholm, 13. Dez. Das britische Hauptquartier in Griechenland liegt unter schwerem Artilleriefeuer. Elas-Verbände
drangen von Süden her in die westlichen Vororte Athens ein, während sie von britischen Flugzeugen mit Bordwaffen und Bomben angegriffen wurden. Dabei ist das Rathaus, von Athen zerstört worden. Zahlreiche Brände wüten in der Nähe des Marktes. Einige Gebäude, in denen sich britische Truppen aufgehalten hätten, seien in die Luft gesprengt'worden. Auf. den nach Athen führenden Hauptwegen seien britische- Truppen das Opfer von Minen geworden. Nach „äußerst harten Kämpfen“ hätten die britisch-griechischen Streitkräfte in Athen einige Stadtviertel aufgeben müssen. Ganz Griechenland mit Ausnahme des Südteils der Piräus-Halbinsel wird jetzt von den Elas-Aufständischen kontrolliert. ^
Die griechischen Marxisten haben in einer Botschaft an die Gewerkschaften Großbritanniens, Frankreichs, der USA Und der Sowjetunion um Unterstützung ihres Kampfes gegen die britischen Truppen gebeten. Sie würden ihren Kampf fortsetzen. Zweck dieser Aktion ist offensichtlich, die Marxisten der anderen Länder einzuschalten und die Bolschewisierung Griechenlands zu beschleunigen.
Reuter verbreitet am Mittwochnachmittag folgenden Bericht aus Athen: Die schweren Kämpfe, die die ganze Nacht hindurch andauerten, waren im Mittelabschnitt der Stadt von starkem Artilleriefeuer begleitet. Streitkräfte' der Aufständischen sind in die britischen Kasernen eingedrungen, wo jetzt die Kämpfe weitergehen. Die Kämpfe in
-Sr, „(t, Amerikaner es »mpfn mten hati (tan das Vaterland und die europäisch« Zu-, 0then dauern, wie der französische Nach- don, wie ein --- richtendienst berichtet, mit größter Heftig-
kunft «rflctBMgewlnoen.
keit an. Schwere und schwerste Artillerie der Elas beschießt den britischen Nachschub.
Wie von der Unrra mitgeteilt wird, mußte auf britische Veranlassung die Lebensmittelverteilung in' Griechenland eingestellt werden. Von griechischer Seite wird dszu erklärt, die Engländer hätten die Einstellung der amerikanischen Lebensmittelversorgung vor allem in Athen erzwungen, um durch den Hunger einen Druck auf die Bevölkerung auszuüben und sie britischen Wünschen gefügig zu machen.
In einem kugelsicheren Auto, unter der Bedeckung von zahlreichen Begleitpanzern hat General Alexander nach knapp zwanzig- stündigem Aufenthalt Athen wieder verlassen. Die Besprechungen, die er mit dem Oberbefehlshaber der britischen Truppen in Griechenland,. General Scobie, und Londons Vertreter im alliierten Mittelmeerausschuß, McMillan, führte, haben kein Ergebnis gebracht. Ebenso muß Reuter kleinlaut zugeben, daß die Verbreitung der Rede Churchills zum britischen Krieg in Griechenland, die in \y 2 Millionen Exemplaren von Flugzeugen* über den griechischen Südost-Gebieten abgeworfefi wurde, nicht zur Entspannung beigetragen hat.
Eichenlaub verliehen
Führerhauptquartier, 13. Dez. Der Führef verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz deä Eisernen Kreuzes an ^ -Sturmbannführef Gerhard Bremer, Abteilungskommandeur in der ^-Panzer-Div. „Hitler-Jugend“ als 668., Generalleutnant Walther Hamm, Kommandeur der 389. Inf.-Div., als 676., Oberfeldwebel Christian Braun, Führef eines MG-Zuges, als 677., Feldwebel Frita Arndt, in einem Panzer-Pionier-Bataillon, als 678. Soldaten der deutschen Wehrmacht.
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