Ausgabe 
(11.12.1944) 326
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

"Sen

vStf

r *ck:^

"' ,0 > U'.'

%ii! y r ^taacit

Ers cheint 6mal wöchentlich

Uonatsbezug 2,SO KM elnschl. Zustell­gebühr; Postbezugspreis monatlich j 30 RM (elnschl. 21 Rpl. p os t. jeitungsgebühr) zuzügL 36 Rpf. Be­stellgeld. Postscheck: Hamburg 172 72. ' An zeigenpreise und Aufnahmebedin­gungen laut Preisliste. Aufnahme­termine ohne Verbindlichkeit

Parteiamtliche Tageszeitung

Da» Aoteblctt de» Begierenden Bürgermeistern der Freien Hansestadt Bremen

^Bremer 91adirid)tea

G e s e h ä f t s s t e 11 e n t

Bremen: Geschäftsstelle und Schrift-

- i

leitung: Geeren 6-8. Ruf 2 19 31; I7acht- Mif und sonntags 2 4111; Syke: MOhlendamm 2; Bremen-Hemelingen: Bahnhofstr. 8, Ecke .Poststraße, Ruf 4 34 58; Bremen-Vegesack: Rohrstr. 24,- Ruf 4 und 6 ; Bremen-Blumenthal: Kaplt.-Dallmann-Str. 41-43, Ruf 88 u. 89

Nummer 326 14. Jahrgang

Montag. 11. Dezember 1944

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatl de» Beichsstatthalters ln Oldenburg and Bremen

Einzelpreis 15 Rpl.

Ssfühtef - ioch

hre

Wi {

^sds4f» r ,: -

Eisenhower im Blitzlicht der Kritik

Offensive bei Aachen festgefahren — Vier Stoßkeile des Gegners an der Samfronl

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

hm. Berlin, 10. Dez. Jüngst® Informatio- ne n aus dem alliierten Hauptquartier im Westen sprechen von weitgehenden Mei­nungsverschiedenheiten zwischen dem nord- jmerikanischen Genefalissimus Eisenhower nnd dem britischen Oberbefehlshaber Mont-

gornery.

die angesichts des offenkundigen

indes jg : Wcftj ir l G-Onj

S£i

si ? Solde;, isaiscj Sißfoul*

te, lelta

? „2s, f;j

ücke

Wi5 wären, daß hier ein Durchbruch hätte er-

SKIS 5. - litt a. aij, v.

iepl

!an klopft Häute sua wa 10 bis ! es te*

pfameos:

und brate fä 2 fc.

: Fleisch „ etwas fcci Petersilie a

Stillstandes der Operationen im Kampfraum östlich von Aachen durch eine Flucht an die Öffentlichkeit die Frage der Verantwortung gjr das bisherige Scheitern der Offensive’ lösen wollen. Nach Mitteilung der „News Review“ wies der britische Oberbefehlshaber bei seinem jüngsten Besuch in London darauf bin, daß Eisenhower einen großen Fehler begangen habe, als er die- alliierten Streit-' Säfte über den ganzen Frontraum zwischen der Schweizer Grenze und der Maäs verteilte. Es wäre sehr viel vorteilhafter und erfolg­versprechender gewesen, wenn die Truppen derart an einem Punkt massiert worden

fandiw

12. Bndß Ge?. Bel«

fa«SifcJ

ferT«r

1. Td »j r- yasUfet , Finaesb fl ,ak Mtof* istnh®-

Ata. “S rtr. ,.SiP“ 4 7 .weiß P® l!t 2 Sei»/' Ewrf«" ■ieb Sei«'“ SobeB'g

1 Marke , Ballenreü; st. Sei«““ en. Inh. JPE

Satiw k°J, ier B.

- b.

das- W

eh-

*;■ & pol# Belohaa«

\2

geg- BeloW i

;>r#

iss*

Ä.

ioM-Ädi

mJJ V

Tnh Irbr.

Sfr

% tlut- 080 ’

iwungen werden können.

Von neutralen Korrespondenten in London werden die Vorwürfe Montgomerys als ein Versuch des britischen Oberbefehlshabers ^wertet, die Verantwortung dafür abzuleh- sen, daß sich augenblicklich die Schlacht noch immer westlich der Bur abspielt, jenes Flusses ohne „h“, der von den nordamerika­nischen Soldaten die „falsche Ruhr“- genannt wird, da sie nicht das ursprüngliche An­griffsziel gebildet habe. „Wir müssen jetzt erkennen“, so meldet ein Kriegskorrespon- jent aus dem Stabsquartier der 2. britischen Armee, „daß die Stärke der deutschen West­wallstellungen, die durch nichts zu erschüt­ternde Kampfmoral des deutschen Soldaten und die totale • Mobilmachung hinter der Front eine neue. Lage geschaffen haben. Deutschland hat jetzt eine bewegliche Re­serve, die es früher nicht besaß. Wenn man Kampfgeist einer Armee aus den Aus­sagen von Kriegsgefangenen abzulesen ver­mag, so kann ich nur bezeugen, daß die deut­sche Moral ausgezeichnet ist.“

Der Bericht des Oberkommandos der Wehr­macht spricht ausdrücklich davon, daß eine „baldige Wideraufnahme des Großangriffs" in dem Raum von Aachen zu erwarten ist, im vor Illusionen zu Warnen, die sich , an die gegenwärtige Atempause knüpfen könn­ten. Die Nordamerikaner führen vor allem am Rur-Abschnitt zwischen Linnich und Jü­lich laufend neue Kräfte heran und stapeln in Frontnähe erhebliche Materialmassen zur Speisung einer neuen Offensive. Die Um­gruppierungen der Angriffsverbände müssen umfangreichen Charakter tragen, da nach übereinstimmenden Aussagen eingebractiter Gefangener und eigener Beobachtungen der Gesamtverlust der Nordamerikaner in . der dritten Schlacht bei Aachen auf rund 35 Ö00 bis 40 000 Mann geschätzt werden muß. Eisenhower ist ganz offenbar von der Ab­sicht geleitet, yor dem Wiederbeginn einer Offensive einen völligen Ausgleich der Ver­luste durch neu herangeführte Truppen vor­nehmen- zu lassen. Möglicherweise will er weh den Einsatz der Frostperiode im Osten und den dann zu erwartenden Offensiv­beginn der Sowjets zwischen der Ostsee und üem Duklapaß abwarten, um bei einem neuerlichen Ansturm jene Unterstützung im Rücken zu haben, die er nach Berichten der fwntkorrespondenten in seinem Hauptquar­tier außerordentlich vermißt^

Die gegenwärtigen Kämpfe im Raum von Ischen müssen trotz ihres örtlichen öurakters als der Versuch des Gegners Wertet werden, durch den Gewinn von bickenköpfen auf dem Ostufer der “-T zwischen Linnich und Jülich und ®ch Herankämpfen an diesem Fluß aus Wald von Huertgen geeignete Ausgangs-. Positionen für neue Ofensivanstrengungen zu schaffen. Es gelang dem Gegner jedoch bis­her an keiner Stelle, die Rur-Senke zu Über­hocken. übersetzversuche bei Foßdorf

brachen trotz-heftiger Artillerievorbereitung des Gegners zusammen. Die alliierten Front­korrespondenten sind sich darüber einig, daß zwischen Rur und Rhein eine tief gestaffelte deutsche Verteidigung zu überwinden sein wird, die vor jedenf Durchbruchsversuch die allerhärtesten Schwierigkeiten setzt. Man ist im Stabsquartier von Stimson der Auffas­sung, daß Generalfeldmarschall Model sich durch keinerlei Krisenm,omente an südliche­ren Frontabschnitten von der Notwendigkeit ablenken ließ, in diesem Raum vor dem le­benswichtigen deutschen Industrierevier die stärkste Massierung von Abwehrwaffen vor­zunehmen.

Die Wirkungsmöglichkeiten der nach mo­dernsten Erfahrungen ausgebauten deutschen Westwallanlagen werden in der jüngsten Phase den Divisionen der 3. USA-Armee Pattons deutlich, die durch ihren .Angriff gegen die Saarfront das strategische Schwergewicht des Augenblicks in diesen

/

Frontraum verlagerten. Der Angriff wird ln vier Stoßkeilen vorgetragen, die beiderseits Saarlautem, zwischen Warndt und Saar­gemünd, zwischen der Saar und den Vogesen und schließlich im Raum von Hagenau an­gesetzt sind. Hinter diesen Anstrengungen steht offenbar der Gedanke Eisenhowers, durch eine Fesselung starker deutscher Trup­pen an dieser Front zu verhindern, daß im Frontraum von Aachen auf deutscher Seite gleich umfassende Vorbereitungen getroffen werden, wie sie von der 1. und 9. USA-Armee qnd der 2. britischen Armee in diesem Raum durchgeführt werden. In militärischen Krei­sen Berlins wird jedoch darauf aufmerksam gemacht^ Haß trotz des Umfangs der Bätton- Offensiye ah der Saaxfront keine Minderung der Abwehrbereitschaft zwischen Rur und Rhein erzielt wurde. Die Verteidigung der Saarlinie kann sich auf das tiefgestaffelte Netz der Verteidigungsanlagen des Westwalls stützen, das von Truppen getragen wird, die

bereits früher für diese Aufgaben berfeitge- stellt wurden. Obwohl die Nordamerikaner ständig Nebelwände ziehen und heftige Luft­bombardements mit, Trommelfeuer einander ablösen, konnten die. Gegner im Gebiet von Saarlautern aus einer Anzahl an den Vor­tagen genommenen Bunkern wieder hinaus­gedrängt werden. Es ist das Bestreben des Gegners, seine einzelnen Stoßkeile zu einem einheitlichen Ansturm zusammenfließen zu lassen, wobei er seinen rechten Flügel zwi­schen Saargemünd und Bisch weiter forcierte. Aus den Kämpfen der letzten Tage ist hier eine Frontlinie entstanden,, die in flachem Bogen von Saaralben über Rohrbäch bis zum Westrand des Waldes von Hagenau und von dort über Bischweiler nach Süden bis Straß­burg verläuft. Zum Teil wird auf dieser Front die Maginotlinie von den deutschen Truppen mit zur Verteidigung benutzt. Die Kämpfe werden von dem Oberkommando der Wehr­macht als „schwer“ bezeichnet.

Scheuklappen-Politik

Von

Verzweifelte Lage in Athen “ Pulverfaß Saloniki

Steigende Not der Bevöl kerung — Die Bolschewisten halten Hauptkräfte in Reserve

Drahtbericht unseres Vertreters

ost. Stockholm, 10. Dez. Die Lebensmlttellage ln Athen ist so verzweifelt, daß am Sonnabend eine einstündige Waffenruhe vereinbart wer­den mußte, um Milch- und Heilinitteltrans­porte durc'h ein von den Aufständischen be­setztes Gebiet in ein Krankenhaus schaffen zu- können. Die Gefangenen, die bisher von den Engländern gemacht wurden, tragen keine Uniforrtien und gehören weder einem militärischen Verband an, noch kämpfen sie unter einem bestimmten Befehlshaber; es handelt sich meist um Angehörige der Kom­munistischen Partei, die in Athen über 250 Zellen besitzt. Da es sich hier offenbar bloß um gelegentliche Heckenschützen . handeln kann, muß man annehmen, daß die briti­schen Truppen den Kampf gegen die Organi­sation der bolschewistischen „Elas“-„Verbände noch nicht in vollem Umfange aufgenommen haben und sich einstweilen nur ifiit der Be­kämpfung einzelner kleiner Widerstands­nester beschäftigen.

Bis jetzt sollen insgesamt 2500 Gefangene gemacht worden seid, während die Gesamt­zahl der Todesopfer auf 1500 geschätzt wird. Die bolschewistischen Elas-Organisationen sollen Kräfte in Stärke von etwa zwei Divi­sionen in dem Gebiet westlich des Piräus stehen haben, die in gut ansgebauten Gra­

benstellungen untergebracht sind und bisher noch nicht an den Kämpfen beteiligt, wor­den sind.. Im Athener Stadtgebiet wird die Stärke der Elas-Verbände auf etwa 10 000 Mann geschätzt.

Die Straßenverbindung zwischen Athen und dem Piräus ist durch strenge' Sperren unterbrochen, die die Engländer bisweilen bei Tage entfernen, die ■ abqr jede Nacht aufs neue errichtet und verstärkt werden. Inzwischen langen weitere Verstärkungen von Elas aus allen Ländesteilen an. Nach einer amtlichen Mitteilung sollen sowohl England als auch die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion in dem Hauptquartier der. Elas in Lania durch militärische Dele­gationen vertreten sein, so daß also die diplomatischen Verbindungen mit den Bol­schewisten noch weiter auf rechterhalten werden. Die Lage in Saloniki wird mit der­jenigen eines Pulverfasses verglichen, zumal die Elas-Organisation ln Nordgriechenland besonders stark sei. Diö Stadt ist durch eine Garnison von indischen Truppen besetzt, neben der aber auch Elas-Verbände in das Stadtinnere eindringen konnten, ohne von den Besatzungstruppen gehindert zu werden. Pas Stadtzentrum soll demgemäß bereits mit kommunistischen Schlagwörten und Symbolen geschmückt sein, und man hält es für möglich, daß ähnliche Kämpfe aus­brechen wie in Athen. ■

„Es ist ein blutiger und mörderischer Kampf, der jetzt in Athen tobt, und es ist eine scheußliche Art der Kriegführung“, er­klärt der britische Funkkorrespondent Goffrey Janssen in einem Bericht über die Lage in Athen; In dep engen Straßen der Stadt sei es überaus schwer, den Feind fest­zustellen, geschweige denn, „ihn- zu fassen und niederzuschlagen. Der größte Teil der Gegner sei von harmlosen Passanten nicht zu unter­scheiden. Andere Korrespondenten berichten, die Läge werde immer wirrer und hoffnungs­loser: Jeder scheine jeden zu bekämpfen. Wie die Bevölkerung Athens eigentlich exi­stiere, könne niemand sagen. Zu kaufen gebe es nicht das geringste, ganz abgesehen davon, daß jeder Einkauf in den meisten Stadtvier­teln ein Abenteuer au t Tod und Leben sei. Hinter den schweigenden Mauern und Häu­sern Athens wüte der Hunger. Besonders katastrophal wirke sich die Stillegung der Wasserwerke aus.

Wie Exchange Telegraph meldet, dauern in Athen und Umgebung die Straßen- und Häuserkämpfe mit unverminderter Heftig­keit an. Die Bolschewisten haben sich am Fuße des Akropolis-Hügels festgesetzt, des­sen oberer Teil sich in britischer Hand be­findet. Die Spitäler sind überfüllt''und lei­den nicht nur an Lebensmittelnot, sondern auch an Wasser- und. Medikamentenmangel.

Deprimierte Unterhnusrede Churchills zu Griechenlund

„Das Gesetz des Pöbels “ — Bankrdtterklärung der britischen Politik

Drahtbericht unserer Berliner. Schriftleitung g. Berlin, 10. Dez. Im englischen Unter­haus hat es eine große außenpolitische De­batte gegeben, in deren . Mittelpunkt eine Rede Churchills stand.' Ohne Zweifel handelt es sich dabei um einen sehr wichtigen politi­schen Gegenstand und es war" bezeichnend, daß Churchill genötigt war, seine Regierung und sich selbst als Angeklagte zu bezeichnen, denen vorgeworfen wird, „britische Truppen einzusetzen, um Freunde der Demokratie in Griechenland und in anderen Teilen Europas zu entwaffnen und Volksbewegungen zu un­terdrücken, die tapfer bei der Besiegung des Feindes geholfen haben“. Den Kern seiner Ausführungen, der Sich mit den drei Themen Belgien, Italien und vor allem Griechenland befaßte, umkleidete Churchill mit einer lang­atmigen akademischen Bestimmung des Be­griffes Demokratie, um auf dem Wege darüber zum Gegenangriff gegen jene An­klage vorgehen zu können. Bei diesem Be­mühen um eine möglichst eindeutige politi­sche Definition kamen einige Formulierun-

,Unsere Gegenmaßnahmen sind im Anlaufen

Wachsende Verteidigungskraft — Fester Siegeswille

Wjsfb-Sgl

%»r

str- 5 * i

UcW.

ieteo-

Berlin, io. Dez. Auf einer machtvollen I Großkundgebung des deutschen Volkssturms I ® Süddeutschland führte der engste Mit- ®beiter des ReiQhsministers Dr. Goebbels, Staatssekretär Dr. Naumann, ln eine]\von Hausenden begeistert aufgenommen'en Rede 1 2 C'nau so wie der Führer in der Kampf- l- d.:n p'-fen Ihn .anstürmenden Schwierig- I , 173 , genau so wird er heute mit

l®‘ ,er ‘ Schwierigkeiten am Ende'fertig wer- Unsere Lage ist heute, nichts schlechter I ■“ au Beginn des Krieges 1939. Sie ist aber |y sse r, als wir vor drei Monaten befürchten mußten, daß sie heute sein könnte.' Der |: e ®d kennt die Gefahr der Zusammen- I “^lung des deutschen Widerstandswillens. «versucht deshalb selbst unter ungünsti­gen äußeren Umständen in kürzester Zeit

Unsere Gegenmaßnahmen sind im Anlau­fen. Das Ringen um das techniche Über­gewicht hat für uns erfolgreich begonnen. Trotz Verkehrsstörungen und Ausfällen ver­schiedener Art ist kein Zurückgehen der Produktionszahlen im Vergleich zu früheren Monaten erfolgt. Deutschland weiß, daß es heute eine Festung ist,, die verteidigt werden muß um jeden Preis. Konimt der Feind da und dort in das Land, so tritt ihm ein Volk in Waffen entgegen, das entschlossen ist, um jede Stadt, jedes Dorf und jedes Waldstück zu kämpfen, und das dem Feind Verluste zu­fügen wird, die er auf die Dauer nicht er­tragen kann. Der deutsche Volkssturm wird nicht schlechter kämpfen, als die deutschen Divisionen in aller Welt es taten. Unsere Ver­teidigungskraft wird von Woche zu Woche

? ,Jß Tag für Tag erfahren, daß die mora- r ch e Haltung der deutschen. Truppen heute •®au so hervorragend Ist wie am Anfang 1 5es Krieges. Seine voreiligen Siegesgesänge )e a einer traurigen Betrachtungsweise ‘äte machen müssen.

geben. Kein Deutscher verläßt ln dieser Si­tuation unseren Führer, der bei bester Ge­sundheit mit größtem Optimismus und eiser­ner Energie die Geschicke Deutschlands in seinen treuen Händen hält, bis der Sieg alle gebrachten Opfer lohnt

gen zustande, die ohne Zweifel von hohem aktuellem Reiz sind. „Das allerletzte, was einer Demokratie ähneln würde“ — so sagte Churchill zum Beispiel—, „Ist das Gesetz des Pöbels,, mit Gangsterbanden, die mit töd­lichen Waffen ausgerüstet sind und sich den- Weg in die griechischen Städte . .erzwungen, Polizeistationen und Schlüsselstellungen der Regierung zu besetzen und sich bemühen, ein totalitäres Regime einzuführen.“

Wie drückend die europäischen Verhält­nisse für die Führung Englands gerade in der.Zeit geworden sind, in der auch englische Stellen einen Hauptanteil an der Verantwor­tung für große Gebiete übernommen haben, 'zeigt der Stoßseufzer: „Wir marschieren un­seren beschwerlichen und schmerzlichen Weg weiter — armes altes Britannien! Wir haben eine Last und eine, höchst un­dankbare Aufgabe auf uns zu nehmen,, man. schießt gegen uns, man kritisiert • und schmäht uns aus jeder Richtung". Aus jeder Richtung? Das ist ein neues, sehr bezeichnendes Eingeständnis, wo England doch bisher stets den Eindruck zu erwecken suchte, als würde seine Politik in der ganzen Welt gebilligt und als allein selig machende Methode gepriesen. '

Interessant war die Mitteilung, daß die Engländer „35 000 bis 40 000 Mann verloren, als der Hafen Antwerpen geöffnet wurde“. Im Zusammenhang mit der gerade veröffent­lichten amerikanischen Mitteilung über Ver- . Inste in einem weit größeren Kampfabschnitt liegt auch in dieser Zahl eine Bestätigung für die ungeheuer schweren Verluste, die die Anglo-Amerikaner bei ihren Operationen im Westen verloren haben. r

Zum Falle Griechenland mußte sich Chur­chill zu der Feststellung bequemen: „Ich habe eine große Verantwortung für unsere Außenpolitik gegenüber Griechenland über-: nommen und auch für das, was sich in Athen ereignet hat“. Der britische Premier ging dann zunächst auf die Entstehungs­geschichte des Bürgerkrieges ein, der heute in weiten Teilen Griechenlands tobt, um dann an eine alte eigene Warnung zu er­innern, des Inhaltes, daß, wenn ein langer Zwischenraum nach dem Fortgang der deut­schen und vor dem Funktionieren einer organisierten Regierung in Griechenland /ent­stehen würde, die „Eam“ und die kommu­nistischen Extremisten höchstwahrscheinlich versuchen würden, Athen in ihre Gewalt zu „bringen und alle anderen Formen einer grie­

chischen Sinnesäußerung außer der ihren zu unterdrücken. Churchill beschwerte sich dann bitter über die Meutereien .und Unruhen während des ganzen .Jahres 1944, „die unzer­trennlich sind mit diesem bis ins tiefste un­einigen Land“, ohne freilich darauf, einzu­gehen, daß es gerade die Politik der eng­lischen Regierung gewesen ist, diese Uneinig­keit zu hegen und zu pflegen. Vorwurfsvoll wird dann wieder festgestellt, daß es in den letzten zwei Jaltren die Hauptbeschäftigung der „Elas“ war, Vorbereitungen zu treffen, um an die Macht zu kommen. „Einige von uns haben den Umfang unterschätzt, in welr chem diese Vorbereitungen durchgeführt wurden und auch „den Umfang des Elends und der Greuel* die der Bevölkerung der Dörfer und allen jenen zugeführt würden, die sich nicht auf die Seite der „Elas“ stellten“.

In dieser Weise geht die Schilderung der Entwicklung in Griechenland weiter, die natürlich vor allem das Bestreben zeigt, die Verantwortung für den heutigen Bürgerkrieg von den maßgebenden englischen Stellen auf (Fortsetzung auf der nächsten Seite)

Rudolf Skuin

Die Schweiz wurde letzthin zweimal kurz hintereinander mit dem Bannstrahl des Bol­schewismus bedacht. Moskau erklärte, es könne sich bei der Luftfahrtkonferenz in Chikago nicht mit den faschistischen Staa­ten Spanien, Portugal und der Schweiz an einen Tisch setzen. Für die Eidgenossen war das ein harter Schlag. Man tröstete sich • aber damit, daß die Sowjetunion ihre Be­gründung nur vorschützte und etwas ganz anderes sich hinter dem Fernbleiben, von, Chikago verbarg. Um so niehr war man ver­dattert, äls bald darauf die Bitte aus Bern um Aufnahme sowjetisch-schweizerischer diplomatischer Beziehungen vom Kreml in schärfster Form abgelehnt und mit Be­schimpfung und Drohungen begleitet wurde. Der Leiter der eidgenössischen Außenpolitik kam darüber zu Fall, und die Handlanger des Bolschewismus in deii 22 Kantonen er­öffnten ein Kesseltreiben gegen den Bundesrat.

Die Schweizer, die sich als Urdemokraten auf spielen und sich selbst gern als Gralshüter der Demokratie beweihräuchern, wozu auch die Anpöbelung des nationalsozialistischen Reiches gehört, werden an dem Brocken aus Moskau, daß sie profaschistisch seien, lange zu schlucken haben. Wenn sich . dabei er­hebliche Beschwerden einstellen sollten, so haben sie sich das selbst zu verdanken. Die Eidgenossen haben seit langem die Gewohn­heit, von ihren Bergen durch das demokra­tische Fernrohr die Geschehnisse ringsum zu betrachten, sie mit meistens aufdring­lichen, von niemand erbetenen Reden zu begleiten und sich dabei im trügerischen Glauben zu wiegen, was draußen jn ' der Welt vor sich .gehe, verdiene nur ihr sozu­sagen akademisches Interesse. Über die vie­len Einschränkungen und Unbequemlich­keiten, die der europäische Krieg auch den Schweizern brachte, ist man deshalb doppelt erbost^

Ein besonders prägnantes Beispiel der eidgenössischen Scheuklappenpolitik konnte man kürzlich in einem Leitartikel. „Ruß­land — eine andere Welt" in der „National­zeitung“ in Basel finden. Der Verfasser ver­suchte darin — wie das seit jeher demo­kratisches Bestreben ist — den Nachweis zu erbringen, daß der Bolschewismus eine ur- russische Angelegenheit sei und deshalb nur in Rußland zur Herrschaft gelangen konnte. Die oft strapazierte „russische Seele“ muß dabei selbstverständlich wieder herhalten. Nach der amtlichen sowjetischen Statistik -sind 53 v. H, der Bevölkerung der Sowjet­union Russen. Wie steht es aber mit der „russischen Seele“ der 47 v. H. Nichtrussen? Was für eine Bewandtnis hat es mit der „Russischen Nationalpsychologie“ des Kauka­siers Stalin und seines jüdischen Hauptrat-, gebers Kaganowitsch?

Der Artikelschreiber der „Nationalzeitung“ bestreitet seine Arbeit mit ausgiebigen Zi­taten aus dem Buche „Die Grundlagen des geistigen Rußland" des hervorragenden Ken­ners des aljen Rußland, Karl Nötzel. Die Erkenntnisse dieses deutschen Forschers be­ruhen auf - den Gegebenheiten vor dem ersten Weltkrieg. Das Buch ist 1916 er­schienen. „ Nötzels Werk ist vorbolsche­wistisch, kann also für, eine Beurteilung des Sowjetsystems, wenn überhaupt, so nur sehr bedingt herangezogen werden. Der Satz „Wir finden den Landkommunismus bereits im 14., Jahrhundert“ macht sich bei solcher Beweisführung natürlich sehr dekorativ. Nötzel verstand aber und mußte vor der Machtergreifung, Lenins etwas ganz anderes unter „Landkommunismus“ verstehen als der' Schweizer ihm 'heute unterschieben möchte, tun den Eindruck zu erwecken, das landwirtschaftliche Kollektiv des Bolsche­wismus knüpfe immittelbar an eine mittel­alterliche russische Tradition an. Vielleicht kann man unserem Eidgenossen die Un­kenntnis der russischen Geschichte zugute rechnen. Denn Nötzel spricht gleich an­schließend von der Stolypinschen Agrar-Re- form von 1907, deren Ziel es war, die rück­ständige russische „Mir“-Verfassüiig zu be­seitigen und dem Individualbauern den Weg zu ebnen.

Die These: „Mir“ gleich „Kolchos“ ist aber auch insofern nicht stichhaltig, als die „Mir“-Verfassung wohl dem Russischen Dorf

Feste Siegesenischlossenheii Japans

Ministerpräsident Koiso über die militärische,Lage

Tokio, 10. Dez., Ministerpräsident Koiso befaßte sich in einer Rede mit der Kriegs-' läge und führte aus: Auf den Philippinen und' in den daran angrenzenden’ Gewässern werden tagtäglich zu Lande, zu See und in der Luft. Kämpfe von größter Erbitterung geführt. In diesen Schlachten wird die Ent­scheidung für den weiteren Verlauf des Krieges fallen. Unsere Truppen treten dem Feind mit dem ihnen eigenen Mut ent­gegen. Nach den Seesiegen bei Taiwan und den Philippinen folgte die Versenkung zahl­loser feindlicher Schiffe .und die gewaltigen Verluste der Landungsstreitkräfte des Fein­des an Menschen und Material, wodurch seine Invasionspläne vereitelt wurden. Un­sere 100 Millionen zählende Bevölkerung an der Heimatfront geht mit dem gleichen Eifer und der . gleichen Entschlossenheit an der Arbeit, um. durch die Erhöhung der Kriegsproduktion unsere Kriegsanstrengun­gen so 1 erfolgreich wie möglich zu gestalten.

In Europa leisten die Armeen unserer Verbündeten den verzweifelten Angriffen

ihrer Feinde hartnäckigen Widerstand, während sie dem Feinde schwerste Ver­luste zufügen und auf ihre Gelegenheit zur Gegenoffensive warten. Auch die Völker unserer Verbündeten geben Beispiele eines glänzenden Kampfgeistes bei der Verteidi­gung unseres Vaterlandes, so'daß die ge­samte Nation völlig .geeint und mit abso­lutem Vertrauen dem Endsieg entgegensieht. Je ungestümer die feindlichen Angriffe wer­den, um so fester ist unsere Entschlossen­heit, einen völligen Sieg zu eijringen.

Koiso schloß: „Jetzt, wo der Krieg ln sein kritisches Stadium eingetreten ist, müssen wir auf die härteste und bitterste Kriegs­phase vorbereitet sein. In einem entschei- denen Stadium .des Krieges haben wir die von der Vorsehung gegebene Gelegenheit, das Kriegsglück ,zu unseren Gunsten zu wehden.; Wir müssen diese Gelegenheit mit , eisernen' Nerven ergreifen, dann wird unsere gerechte Sache vom Sieg gekrönt sein. Wir wollen mit frischem Kampfgeist uns noch enger zusammenschließen, um unseren Marsch auf den Sieg fortzusetzen.