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Parteiamtliche Tageszeitung
Da» Aoteblctt de» Begierenden Bürgermeistern der Freien Hansestadt Bremen
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Bremen: Geschäftsstelle und Schrift-
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Nummer 326 14. Jahrgang
Montag. 11. Dezember 1944
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblatl de» Beichsstatthalters ln Oldenburg and Bremen
Einzelpreis 15 Rpl.
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Eisenhower im Blitzlicht der Kritik
Offensive bei Aachen festgefahren — Vier Stoßkeile des Gegners an der Samfronl
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
hm. Berlin, 10. Dez. Jüngst® Informatio- ne n aus dem alliierten Hauptquartier im Westen sprechen von weitgehenden Meinungsverschiedenheiten zwischen dem nord- jmerikanischen Genefalissimus Eisenhower nnd dem britischen Oberbefehlshaber Mont-
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Stillstandes der Operationen im Kampfraum östlich von Aachen durch eine Flucht an die Öffentlichkeit die Frage der Verantwortung gjr das bisherige Scheitern der Offensive’ lösen wollen. Nach Mitteilung der „News Review“ wies der britische Oberbefehlshaber bei seinem jüngsten Besuch in London darauf bin, daß Eisenhower einen großen Fehler begangen habe, als er die- alliierten Streit-' Säfte über den ganzen Frontraum zwischen der Schweizer Grenze und der Maäs verteilte. Es wäre sehr viel vorteilhafter und erfolgversprechender gewesen, wenn die Truppen derart an einem Punkt massiert worden
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Von neutralen Korrespondenten in London werden die Vorwürfe Montgomerys als ein Versuch des britischen Oberbefehlshabers ^wertet, die Verantwortung dafür abzuleh- sen, daß sich augenblicklich die Schlacht noch immer westlich der Bur abspielt, jenes Flusses ohne „h“, der von den nordamerikanischen Soldaten die „falsche Ruhr“- genannt wird, da sie nicht das ursprüngliche Angriffsziel gebildet habe. „Wir müssen jetzt erkennen“, so meldet ein Kriegskorrespon- jent aus dem Stabsquartier der 2. britischen Armee, „daß die Stärke der deutschen Westwallstellungen, die durch nichts zu erschütternde Kampfmoral des deutschen Soldaten und die totale • Mobilmachung hinter der Front eine neue. Lage geschaffen haben. Deutschland hat jetzt eine bewegliche Reserve, die es früher nicht besaß. Wenn man Kampfgeist einer Armee aus den Aussagen von Kriegsgefangenen abzulesen vermag, so kann ich nur bezeugen, daß die deutsche Moral ausgezeichnet ist.“
Der Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht spricht ausdrücklich davon, daß eine „baldige Wideraufnahme des Großangriffs" in dem Raum von Aachen zu erwarten ist, im vor Illusionen zu Warnen, die sich , an die gegenwärtige Atempause knüpfen könnten. Die Nordamerikaner führen vor allem am Rur-Abschnitt zwischen Linnich und Jülich laufend neue Kräfte heran und stapeln in Frontnähe erhebliche Materialmassen zur Speisung einer neuen Offensive. Die Umgruppierungen der Angriffsverbände müssen umfangreichen Charakter tragen, da nach übereinstimmenden Aussagen eingebractiter Gefangener und eigener Beobachtungen der Gesamtverlust der Nordamerikaner in . der dritten Schlacht bei Aachen auf rund 35 Ö00 bis 40 000 Mann geschätzt werden muß. Eisenhower ist ganz offenbar von der Absicht geleitet, yor dem Wiederbeginn einer Offensive einen völligen Ausgleich der Verluste durch neu herangeführte Truppen vornehmen- zu lassen. Möglicherweise will er weh den Einsatz der Frostperiode im Osten und den dann zu erwartenden Offensivbeginn der Sowjets zwischen der Ostsee und üem Duklapaß abwarten, um bei einem neuerlichen Ansturm jene Unterstützung im Rücken zu haben, die er nach Berichten der fwntkorrespondenten in seinem Hauptquartier außerordentlich vermißt^
Die gegenwärtigen Kämpfe im Raum von Ischen müssen trotz ihres örtlichen öurakters als der Versuch des Gegners Wertet werden, durch den Gewinn von bickenköpfen auf dem Ostufer der “-T zwischen Linnich und Jülich und ®ch Herankämpfen an diesem Fluß aus Wald von Huertgen geeignete Ausgangs-. Positionen für neue Ofensivanstrengungen zu schaffen. Es gelang dem Gegner jedoch bisher an keiner Stelle, die Rur-Senke zu Überhocken. übersetzversuche bei Foßdorf
brachen trotz-heftiger Artillerievorbereitung des Gegners zusammen. Die alliierten Frontkorrespondenten sind sich darüber einig, daß zwischen Rur und Rhein eine tief gestaffelte deutsche Verteidigung zu überwinden sein wird, die vor jedenf Durchbruchsversuch die allerhärtesten Schwierigkeiten setzt. Man ist im Stabsquartier von Stimson der Auffassung, daß Generalfeldmarschall Model sich durch keinerlei Krisenm,omente an südlicheren Frontabschnitten von der Notwendigkeit ablenken ließ, in diesem Raum vor dem lebenswichtigen deutschen Industrierevier die stärkste Massierung von Abwehrwaffen vorzunehmen.
Die Wirkungsmöglichkeiten der nach modernsten Erfahrungen ausgebauten deutschen Westwallanlagen werden in der jüngsten Phase den Divisionen der 3. USA-Armee Pattons deutlich, die durch ihren .Angriff gegen die Saarfront das strategische Schwergewicht des Augenblicks in diesen
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Frontraum verlagerten. Der Angriff wird ln vier Stoßkeilen vorgetragen, die beiderseits Saarlautem, zwischen Warndt und Saargemünd, zwischen der Saar und den Vogesen und schließlich im Raum von Hagenau angesetzt sind. Hinter diesen Anstrengungen steht offenbar der Gedanke Eisenhowers, durch eine Fesselung starker deutscher Truppen an dieser Front zu verhindern, daß im Frontraum von Aachen auf deutscher Seite gleich umfassende Vorbereitungen getroffen werden, wie sie von der 1. und 9. USA-Armee qnd der 2. britischen Armee in diesem Raum durchgeführt werden. In militärischen Kreisen Berlins wird jedoch darauf aufmerksam gemacht^ Haß trotz des Umfangs der Bätton- Offensiye ah der Saaxfront keine Minderung der Abwehrbereitschaft zwischen Rur und Rhein erzielt wurde. Die Verteidigung der Saarlinie kann sich auf das tiefgestaffelte Netz der Verteidigungsanlagen des Westwalls stützen, das von Truppen getragen wird, die
bereits früher für diese Aufgaben berfeitge- stellt wurden. Obwohl die Nordamerikaner ständig Nebelwände ziehen und heftige Luftbombardements mit, Trommelfeuer einander ablösen, konnten die. Gegner im Gebiet von Saarlautern aus einer Anzahl an den Vortagen genommenen Bunkern wieder hinausgedrängt werden. Es ist das Bestreben des Gegners, seine einzelnen Stoßkeile zu einem einheitlichen Ansturm zusammenfließen zu lassen, wobei er seinen rechten Flügel zwischen Saargemünd und Bisch weiter forcierte. Aus den Kämpfen der letzten Tage ist hier eine Frontlinie entstanden,, die in flachem Bogen von Saaralben über Rohrbäch bis zum Westrand des Waldes von Hagenau und von dort über Bischweiler nach Süden bis Straßburg verläuft. Zum Teil wird auf dieser Front die Maginotlinie von den deutschen Truppen mit zur Verteidigung benutzt. Die Kämpfe werden von dem Oberkommando der Wehrmacht als „schwer“ bezeichnet.
Scheuklappen-Politik
Von
Verzweifelte Lage in Athen “ Pulverfaß Saloniki
Steigende Not der Bevöl kerung — Die Bolschewisten halten Hauptkräfte in Reserve
Drahtbericht unseres Vertreters
ost. Stockholm, 10. Dez. Die Lebensmlttellage ln Athen ist so verzweifelt, daß am Sonnabend eine einstündige Waffenruhe vereinbart werden mußte, um Milch- und Heilinitteltransporte durc'h ein von den Aufständischen besetztes Gebiet in ein Krankenhaus schaffen zu- können. Die Gefangenen, die bisher von den Engländern gemacht wurden, tragen keine Uniforrtien und gehören weder einem militärischen Verband an, noch kämpfen sie unter einem bestimmten Befehlshaber; es handelt sich meist um Angehörige der Kommunistischen Partei, die in Athen über 250 Zellen besitzt. Da es sich hier offenbar bloß um gelegentliche Heckenschützen . handeln kann, muß man annehmen, daß die britischen Truppen den Kampf gegen die Organisation der bolschewistischen „Elas“-„Verbände noch nicht in vollem Umfange aufgenommen haben und sich einstweilen nur ifiit der Bekämpfung einzelner kleiner Widerstandsnester beschäftigen.
Bis jetzt sollen insgesamt 2500 Gefangene gemacht worden seid, während die Gesamtzahl der Todesopfer auf 1500 geschätzt wird. Die bolschewistischen Elas-Organisationen sollen Kräfte in Stärke von etwa zwei Divisionen in dem Gebiet westlich des Piräus stehen haben, die in gut ansgebauten Gra
benstellungen untergebracht sind und bisher noch nicht an den Kämpfen beteiligt, worden sind.. Im Athener Stadtgebiet wird die Stärke der Elas-Verbände auf etwa 10 000 Mann geschätzt.
Die Straßenverbindung zwischen Athen und dem Piräus ist durch strenge' Sperren unterbrochen, die die Engländer bisweilen bei Tage entfernen, die ■ abqr jede Nacht aufs neue errichtet und verstärkt werden. Inzwischen langen weitere Verstärkungen von Elas aus allen Ländesteilen an. Nach einer amtlichen Mitteilung sollen sowohl England als auch die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion in dem Hauptquartier der. Elas in Lania durch militärische Delegationen vertreten sein, so daß also die diplomatischen Verbindungen mit den Bolschewisten noch weiter auf rechterhalten werden. Die Lage in Saloniki wird mit derjenigen eines Pulverfasses verglichen, zumal die Elas-Organisation ln Nordgriechenland besonders stark sei. Diö Stadt ist durch eine Garnison von indischen Truppen besetzt, neben der aber auch Elas-Verbände in das Stadtinnere eindringen konnten, ohne von den Besatzungstruppen gehindert zu werden. Pas Stadtzentrum soll demgemäß bereits mit kommunistischen Schlagwörten und Symbolen geschmückt sein, und man hält es für möglich, daß ähnliche Kämpfe ausbrechen wie in Athen. ■
„Es ist ein blutiger und mörderischer Kampf, der jetzt in Athen tobt, und es ist eine scheußliche Art der Kriegführung“, erklärt der britische Funkkorrespondent Goffrey Janssen in einem Bericht über die Lage in Athen; In dep engen Straßen der Stadt sei es überaus schwer, den Feind festzustellen, geschweige denn, „ihn- zu fassen und niederzuschlagen. Der größte Teil der Gegner sei von harmlosen Passanten nicht zu unterscheiden. Andere Korrespondenten berichten, die Läge werde immer wirrer und hoffnungsloser: Jeder scheine jeden zu bekämpfen. Wie die Bevölkerung Athens eigentlich existiere, könne niemand sagen. Zu kaufen gebe es nicht das geringste, ganz abgesehen davon, daß jeder Einkauf in den meisten Stadtvierteln ein Abenteuer au t Tod und Leben sei. Hinter den schweigenden Mauern und Häusern Athens wüte der Hunger. Besonders katastrophal wirke sich die Stillegung der Wasserwerke aus.
Wie Exchange Telegraph meldet, dauern in Athen und Umgebung die Straßen- und Häuserkämpfe mit unverminderter Heftigkeit an. Die Bolschewisten haben sich am Fuße des Akropolis-Hügels festgesetzt, dessen oberer Teil sich in britischer Hand befindet. Die Spitäler sind überfüllt''und leiden nicht nur an Lebensmittelnot, sondern auch an Wasser- und. Medikamentenmangel.
Deprimierte Unterhnusrede Churchills zu Griechenlund
„Das Gesetz des Pöbels “ — Bankrdtterklärung der britischen Politik
Drahtbericht unserer Berliner. Schriftleitung g. Berlin, 10. Dez. Im englischen Unterhaus hat es eine große außenpolitische Debatte gegeben, in deren . Mittelpunkt eine Rede Churchills stand.' Ohne Zweifel handelt es sich dabei um einen sehr wichtigen politischen Gegenstand und es war" bezeichnend, daß Churchill genötigt war, seine Regierung und sich selbst als Angeklagte zu bezeichnen, denen vorgeworfen wird, „britische Truppen einzusetzen, um Freunde der Demokratie in Griechenland und in anderen Teilen Europas zu entwaffnen und Volksbewegungen zu unterdrücken, die tapfer bei der Besiegung des Feindes geholfen haben“. Den Kern seiner Ausführungen, der Sich mit den drei Themen Belgien, Italien und vor allem Griechenland befaßte, umkleidete Churchill mit einer langatmigen akademischen Bestimmung des Begriffes Demokratie, um auf dem Wege darüber zum Gegenangriff gegen jene Anklage vorgehen zu können. Bei diesem Bemühen um eine möglichst eindeutige politische Definition kamen einige Formulierun-
,Unsere Gegenmaßnahmen sind im Anlaufen
Wachsende Verteidigungskraft — Fester Siegeswille
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Berlin, io. Dez. Auf einer machtvollen I Großkundgebung des deutschen Volkssturms I ® Süddeutschland führte der engste Mit- ®beiter des ReiQhsministers Dr. Goebbels, Staatssekretär Dr. Naumann, ln eine]\von Hausenden begeistert aufgenommen'en Rede 1 2 C'nau so wie der Führer in der Kampf- l- d.:n p'-fen Ihn .anstürmenden Schwierig- I , 173 , genau so wird er heute mit
l®‘ ,er ‘ Schwierigkeiten am Ende'fertig wer- Unsere Lage ist heute, nichts schlechter I ■“ au Beginn des Krieges 1939. Sie ist aber |y sse r, als wir vor drei Monaten befürchten mußten, daß sie heute sein könnte.' Der |: e ®d kennt die Gefahr der Zusammen- I “^lung des deutschen Widerstandswillens. «versucht deshalb selbst unter ungünstigen äußeren Umständen in kürzester Zeit
Unsere Gegenmaßnahmen sind im Anlaufen. Das Ringen um das techniche Übergewicht hat für uns erfolgreich begonnen. Trotz Verkehrsstörungen und Ausfällen verschiedener Art ist kein Zurückgehen der Produktionszahlen im Vergleich zu früheren Monaten erfolgt. Deutschland weiß, daß es heute eine Festung ist,, die verteidigt werden muß um jeden Preis. Konimt der Feind da und dort in das Land, so tritt ihm ein Volk in Waffen entgegen, das entschlossen ist, um jede Stadt, jedes Dorf und jedes Waldstück zu kämpfen, und das dem Feind Verluste zufügen wird, die er auf die Dauer nicht ertragen kann. Der deutsche Volkssturm wird nicht schlechter kämpfen, als die deutschen Divisionen in aller Welt es taten. Unsere Verteidigungskraft wird von Woche zu Woche
? ,Jß Tag für Tag erfahren, daß die mora- r ch e Haltung der deutschen. Truppen heute •®au so hervorragend Ist wie am Anfang 1 5es Krieges. Seine voreiligen Siegesgesänge )e a einer traurigen Betrachtungsweise ‘äte machen müssen.
geben. Kein Deutscher verläßt ln dieser Situation unseren Führer, der bei bester Gesundheit mit größtem Optimismus und eiserner Energie die Geschicke Deutschlands in seinen treuen Händen hält, bis der Sieg alle gebrachten Opfer lohnt
gen zustande, die ohne Zweifel von hohem aktuellem Reiz sind. „Das allerletzte, was einer Demokratie ähneln würde“ — so sagte Churchill zum Beispiel—, „Ist das Gesetz des Pöbels,, mit Gangsterbanden, die mit tödlichen Waffen ausgerüstet sind und sich den- Weg in die griechischen Städte . .erzwungen, Polizeistationen und Schlüsselstellungen der Regierung zu besetzen und sich bemühen, ein totalitäres Regime einzuführen.“
Wie drückend die europäischen Verhältnisse für die Führung Englands gerade in der.Zeit geworden sind, in der auch englische Stellen einen Hauptanteil an der Verantwortung für große Gebiete übernommen haben, 'zeigt der Stoßseufzer: „Wir marschieren unseren beschwerlichen und schmerzlichen Weg weiter — armes altes Britannien! Wir haben eine Last und eine, höchst undankbare Aufgabe auf uns zu nehmen,, man. schießt gegen uns, man kritisiert • und schmäht uns aus jeder Richtung". Aus jeder Richtung? Das ist ein neues, sehr bezeichnendes Eingeständnis, wo England doch bisher stets den Eindruck zu erwecken suchte, als würde seine Politik in der ganzen Welt gebilligt und als allein selig machende Methode gepriesen. '
Interessant war die Mitteilung, daß die Engländer „35 000 bis 40 000 Mann verloren, als der Hafen Antwerpen geöffnet wurde“. Im Zusammenhang mit der gerade veröffentlichten amerikanischen Mitteilung über Ver- . Inste in einem weit größeren Kampfabschnitt liegt auch in dieser Zahl eine Bestätigung für die ungeheuer schweren Verluste, die die Anglo-Amerikaner bei ihren Operationen im Westen verloren haben. r
Zum Falle Griechenland mußte sich Churchill zu der Feststellung bequemen: „Ich habe eine große Verantwortung für unsere Außenpolitik gegenüber Griechenland über-: nommen und auch für das, was sich in Athen ereignet hat“. Der britische Premier ging dann zunächst auf die Entstehungsgeschichte des Bürgerkrieges ein, der heute in weiten Teilen Griechenlands tobt, um dann an eine alte eigene Warnung zu erinnern, des Inhaltes, daß, wenn ein langer Zwischenraum nach dem Fortgang der deutschen und vor dem Funktionieren einer organisierten Regierung in Griechenland /entstehen würde, die „Eam“ und die kommunistischen Extremisten höchstwahrscheinlich versuchen würden, Athen in ihre Gewalt zu „bringen und alle anderen Formen einer grie
chischen Sinnesäußerung außer der ihren zu unterdrücken. Churchill beschwerte sich dann bitter über die Meutereien .und Unruhen während des ganzen .Jahres 1944, „die unzertrennlich sind mit diesem bis ins tiefste uneinigen Land“, ohne freilich darauf, einzugehen, daß es gerade die Politik der englischen Regierung gewesen ist, diese Uneinigkeit zu hegen und zu pflegen. Vorwurfsvoll wird dann wieder festgestellt, daß es in den letzten zwei Jaltren die Hauptbeschäftigung der „Elas“ war, Vorbereitungen zu treffen, um an die Macht zu kommen. „Einige von uns haben den Umfang unterschätzt, in welr chem diese Vorbereitungen durchgeführt wurden und auch „den Umfang des Elends und der Greuel* die der Bevölkerung der Dörfer und allen jenen zugeführt würden, die sich nicht auf die Seite der „Elas“ stellten“.
In dieser Weise geht die Schilderung der Entwicklung in Griechenland weiter, die natürlich vor allem das Bestreben zeigt, die Verantwortung für den heutigen Bürgerkrieg von den maßgebenden englischen Stellen auf (Fortsetzung auf der nächsten Seite)
Rudolf Skuin
Die Schweiz wurde letzthin zweimal kurz hintereinander mit dem Bannstrahl des Bolschewismus bedacht. Moskau erklärte, es könne sich bei der Luftfahrtkonferenz in Chikago nicht mit den faschistischen Staaten Spanien, Portugal und der Schweiz an einen Tisch setzen. Für die Eidgenossen war das ein harter Schlag. Man tröstete sich • aber damit, daß die Sowjetunion ihre Begründung nur vorschützte und etwas ganz anderes sich hinter dem Fernbleiben, von, Chikago verbarg. Um so niehr war man verdattert, äls bald darauf die Bitte aus Bern um Aufnahme sowjetisch-schweizerischer diplomatischer Beziehungen vom Kreml in schärfster Form abgelehnt und mit Beschimpfung und Drohungen begleitet wurde. Der Leiter der eidgenössischen Außenpolitik kam darüber zu Fall, und die Handlanger des Bolschewismus in deii 22 Kantonen eröffnten ein Kesseltreiben gegen den Bundesrat.
Die Schweizer, die sich als Urdemokraten auf spielen und sich selbst gern als Gralshüter der Demokratie beweihräuchern, wozu auch die Anpöbelung des nationalsozialistischen Reiches gehört, werden an dem Brocken aus Moskau, daß sie profaschistisch seien, lange zu schlucken haben. Wenn sich . dabei erhebliche Beschwerden einstellen sollten, so haben sie sich das selbst zu verdanken. Die Eidgenossen haben seit langem die Gewohnheit, von ihren Bergen durch das demokratische Fernrohr die Geschehnisse ringsum zu betrachten, sie mit meistens aufdringlichen, von niemand erbetenen Reden zu begleiten und sich dabei im trügerischen Glauben zu wiegen, was draußen jn ' der Welt vor sich .gehe, verdiene nur ihr sozusagen akademisches Interesse. Über die vielen Einschränkungen und Unbequemlichkeiten, die der europäische Krieg auch den Schweizern brachte, ist man deshalb doppelt erbost^
Ein besonders prägnantes Beispiel der eidgenössischen Scheuklappenpolitik konnte man kürzlich in einem Leitartikel. „Rußland — eine andere Welt" in der „Nationalzeitung“ in Basel finden. Der Verfasser versuchte darin — wie das seit jeher demokratisches Bestreben ist — den Nachweis zu erbringen, daß der Bolschewismus eine ur- russische Angelegenheit sei und deshalb nur in Rußland zur Herrschaft gelangen konnte. Die oft strapazierte „russische Seele“ muß dabei selbstverständlich wieder herhalten. Nach der amtlichen sowjetischen Statistik -sind 53 v. H, der Bevölkerung der Sowjetunion Russen. Wie steht es aber mit der „russischen Seele“ der 47 v. H. Nichtrussen? Was für eine Bewandtnis hat es mit der „Russischen Nationalpsychologie“ des Kaukasiers Stalin und seines jüdischen Hauptrat-, gebers Kaganowitsch?
Der Artikelschreiber der „Nationalzeitung“ bestreitet seine Arbeit mit ausgiebigen Zitaten aus dem Buche „Die Grundlagen des geistigen Rußland" des hervorragenden Kenners des aljen Rußland, Karl Nötzel. Die Erkenntnisse dieses deutschen Forschers beruhen auf - den Gegebenheiten vor dem ersten Weltkrieg. Das Buch ist 1916 erschienen. „ Nötzels Werk ist vorbolschewistisch, kann also für, eine Beurteilung des Sowjetsystems, wenn überhaupt, so nur sehr bedingt herangezogen werden. Der Satz „Wir finden den Landkommunismus bereits im 14., Jahrhundert“ macht sich bei solcher Beweisführung natürlich sehr dekorativ. Nötzel verstand aber und mußte vor der Machtergreifung, Lenins etwas ganz anderes unter „Landkommunismus“ verstehen als der' Schweizer ihm 'heute unterschieben möchte, tun den Eindruck zu erwecken, das landwirtschaftliche Kollektiv des Bolschewismus knüpfe immittelbar an eine mittelalterliche russische Tradition an. Vielleicht kann man unserem Eidgenossen die Unkenntnis der russischen Geschichte zugute rechnen. Denn Nötzel spricht gleich anschließend von der Stolypinschen Agrar-Re- form von 1907, deren Ziel es war, die rückständige russische „Mir“-Verfassüiig zu beseitigen und dem Individualbauern den Weg zu ebnen.
Die These: „Mir“ gleich „Kolchos“ ist aber auch insofern nicht stichhaltig, als die „Mir“-Verfassung wohl dem Russischen Dorf
Feste Siegesenischlossenheii Japans
Ministerpräsident Koiso über die militärische,Lage
Tokio, 10. Dez., Ministerpräsident Koiso befaßte sich in einer Rede mit der Kriegs-' läge und führte aus: Auf den Philippinen und' in den daran angrenzenden’ Gewässern werden tagtäglich zu Lande, zu See und in der Luft. Kämpfe von größter Erbitterung geführt. In diesen Schlachten wird die Entscheidung für den weiteren Verlauf des Krieges fallen. Unsere Truppen treten dem Feind mit dem ihnen eigenen Mut entgegen. Nach den Seesiegen bei Taiwan und den Philippinen folgte die Versenkung zahlloser feindlicher Schiffe .und die gewaltigen Verluste der Landungsstreitkräfte des Feindes an Menschen und Material, wodurch seine Invasionspläne vereitelt wurden. Unsere 100 Millionen zählende Bevölkerung an der Heimatfront geht mit dem gleichen Eifer und der . gleichen Entschlossenheit an der Arbeit, um. durch die Erhöhung der Kriegsproduktion unsere Kriegsanstrengungen so 1 erfolgreich wie möglich zu gestalten.
In Europa leisten die Armeen unserer Verbündeten den verzweifelten Angriffen
ihrer Feinde hartnäckigen Widerstand, während sie dem Feinde schwerste Verluste zufügen und auf ihre Gelegenheit zur Gegenoffensive warten. Auch die Völker unserer Verbündeten geben Beispiele eines glänzenden Kampfgeistes bei der Verteidigung unseres Vaterlandes, so'daß die gesamte Nation völlig .geeint und mit absolutem Vertrauen dem Endsieg entgegensieht. Je ungestümer die feindlichen Angriffe werden, um so fester ist unsere Entschlossenheit, einen völligen Sieg zu eijringen.
Koiso schloß: „Jetzt, wo der Krieg ln sein kritisches Stadium eingetreten ist, müssen wir auf die härteste und bitterste Kriegsphase vorbereitet sein. In einem entschei- denen Stadium .des Krieges haben wir die von der Vorsehung gegebene Gelegenheit, das Kriegsglück ,zu unseren Gunsten zu wehden.; Wir müssen diese Gelegenheit mit , eisernen' Nerven ergreifen, dann wird unsere gerechte Sache vom Sieg gekrönt sein. Wir wollen mit frischem Kampfgeist uns noch enger zusammenschließen, um unseren Marsch auf den Sieg fortzusetzen.