Ausgabe 
(9.12.1944) 325
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

s<

S«.

:V "’etb,,

si

^ 'S

«H

S "»H

ff**

fS».

»tem«;.

*s

seit

Erscheint 6 mal wöchentlich

yonatsbezug 2,30 BM elnschl. ZusteU- gebübr; Postbezugspreis monatlich 2 3 0 / KM (elnschl. 21 Rpf. Fost- z eitungsge bühr > zuzügl. 36 Rpf. Be­stellgeld- Postscheck: Hamburg 172 72. Anzeigenpreise und Aufnahmebedin­gungen laut Preisliste. Aufnahme- termine ohne Verbindlichkeit

lircmcräcitung

Sörcmer 9iadtritf)teit ^

Geschäftsstellen.:

Bremen: Geschäftsstelle und Schrift­leitung: Geeren 6-8, Ruf 2 19 31; Uacht- ruf und sonntags 2 41 ll; Syket Mühlendamm 2; Bremen-Hemejingens Bahnhofstr. 6, Ecke Poststraße, Ruf 4 34 58; Bremen-Vegesack: Rohrstr. 24, Ruf 4' und 8; Bremen-Blumenthalt Kapit.-Dallmann-Str. 41-43, Ruf 88 < 1 . 89

^ 1

,dtt

«ei»

3S! »i!.

1 Wreie 58 »H.

3hä5j»

-■-iMo»

fto*

, aii

lust^. wiie - Sinf» Ktö.

h. 21®, -ils» SS

»MBict

- "!•» äSüilt aätaj fi*) Stick, 'tas

Parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien H Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstatthalters in Oldenburg und Bremen

Kummer 325 14. Jahrgang

SonnabendtSonniag, 9./I0. Dezember 1944

Einzelpreis 15 Rpf..

äung

Koebg, V Btt ms, Fs L 2.511. •mätl. i

2589. berafit, 513. ihnpn, . F_m

En, od, Wu«=n.

ficiclfi Idb stk

isr.

... eit?M

tt »r.

V. ll».

5t

■!.

-7.1 lit : ! Ä1L lisüfl «1. Bf

■ 198*.

bteia-t

Hi<*'• 2T«.

L

■*r>. v«

■*“ ’ «*•)•?

E * mt W ’

51-^-

* **•

Schwerste Feindverluste im Westen

270000 Mann USA-Verluste allein in drei Novemberwochen ■■ Zerschlagene Hoffnungen

Drahtbericht' unserer Berliner Schriftleitung dr, y. sch. Berlin, 8. Dez. Es liegt nunmehr ein Vierteljahr zurück, seitdem die anglo- amerikanischen Streitkräfte nach ihrem schnellen und ausgreifenden Erfolg in Frank- re i C h und in Belgien die Reichsgrenze lm Raun von Aachen erreichten. Dieses ganze Vierteljahr hindurch sind die Gegner in ^jirfach neu angesetzten Großoffensiven und mit dem Aufwand schließlich ihrer ge­samt® -Übermacht an Menschen und Ma­terial gegen den Abschnitt der Westfront angersnnt, dem nach wie vor'eine ganz über­geordnete und ; entscheidende Bedeutung zu- jemessen werden muß. Nach dem Ablauf dieses Vierteljahres muß die feindliche müi- täri sehe Führung zwangsläufig zu der Er­kenntnis gedrängt worden sein, daß die Be­rechnungen grundfalsch Waren, die ihnen als Unterlagen für ihre strategischen P ( läne und für das ganze. Programm ihrer Kriegführung gedient haben. Ferner werden sie -sich heute der Erkenntnis nicht mehr verschließen ken­nen, daß sie die für sie unverhältnismäßig günstigen Voraussetzungen bei Beginn ihrer Angriffskämpfe in Europa, niemals wieder rarückgewinnen können. Die Briten und vor allem die Amerikaner hatten für den Zeit­punkt der Invasion eine überwältigende Über­macht an Truppen, Panzern, Geschützen und Flugzeugen gehortet, die sie inzwischen für den Gewinn einer Frontbeüle von höchstens 20 Kilometer Tiefe und ohne den Erfolg eines strategischen Durchbruchs am entschei­denden Frontabschnitt zum großen Teil so eingesetzt und verbraucht haben, daß sie nicht mehr auf einen Hott von Truppen und Material zurückgreifen können, sondern auf den normalen Ersatz und auf die laufende Produktion angewiesen sind..

Den Beweis dafür, -können wir in den Aus­führungen erblicken, die soeben der stellver­tretende amerikanische Kriegsminister Pat­terson auf einer Pressekonferenz gemacht hat. Die amerikanische Öffentlichkeit, der HooseveU einmal-versprochen, hatte, ,.daß er tMals die Söhne des Landes außerhalb der Vereinigten Staaten iii den Krieg schicken werde, 'wird jetzt durch die Mitteilung über­rascht, daß das Weiße Haus eine Änderung der Bestimmungen über den Fronteinsatz, und «war insofern für notwendig hält, als jetzt auch Männer unter 19 Jahren in Infanterie- tmd Panzerverbänden auf Kriegsschauplätzen über See eingesetzt werden sollen, was bisher ausdrücklich verboten war. Patterson hatte die unangenehme Aufgabe, diese Notwendig­keit mit der Tatsache der ungeheuerlichen Verluste zu begründen, die die amerikanischen Streitkräfte seit Beginn der Invasion und mit unheimlich ansteigender Kurve iii den letzten Wochen erlitten haben.

Etwa in der Mitte des vergangenen Monats wurde eine Liste der amerikanischen Verluste in Westeuropa bis Ende Oktober bekannt­gegeben. Danach beliefen sich die Ausfälle an Gefallenen, Verwundeten, Vermißten und Kriegsgefangenen bis zu diesem Zeitpunkt auf rund 200 000 Mann. Nunmehr nannte Patter­son eine neue Ziffer, die die Verluste bis zum 22. Nov. enthält und sich auf 474 898 stellt. Oie Zahl der Gefallenen beläuft sich nach dieser Liste auf 91 625, die der Verwundeten auf 268 099, die der Vermißten auf 58 926 und schließlich diejenige der Kriegsgefangenen auf 56 248. Aus dem Vergleich der beiden Verlustlisten ergibt sich zunächst die eine Tatsache, die im amerikanischen Volk ein ganz tiefes Erschrecken auslösen dürfte und andererseits die Auswirkungen der umfassen­den Volkserhebung in Deutschland und die dadurch bewirkte entscheidende Wende spie­gelt, daß nämlich die amerikanischen Ver­loste in den drei ersten Novemberwochen in Hohe von rund 270 000 Mann die Ausfälle des 1 mrausgegangenen fast halben Jahres um ein Erhebliches übersteigen. Wenn man auch an­

nehmen will, daß etwa die Hälfte der Ver­wundeten früher, oder später wieder einsatz­fähig für die Front wird; so bleibt doch — nach dem amerikanischen Geständnis, das sicher hinter der Wirklichkeit zurückbleibt — ein bleibender Ausfall von rund 350 000 Mann, und da Churchill allein für die Kämpfe in Südholland und um die Schelde­mündung kürzlich britische Verluste in Höhe von 40 00f Mann nannte, so kann es nicht dem geringsten Zweifel unterliegen, daß der dauernde Gesamtausfall unserer westlichen Gegner seit dem Beginn der Invasion bis zum 22. Nov. 400 000 nicht unerheblich über­steigt und daß von dieser Zahl der weitaus größere Teil allein aut die drei ersten No­vemberwochen entfällt.

Seit dem 22. November • sind aber in­zwischen schon wieder mehr als 14 Tage verflossen, und Staatssekretär Patterson sah sich auf der Pressekonferenz zu der Fest­stellung gezwungen^ daß nach den ■ bereits erlittenen schweren Verlusten man sich der schlimmen Voraussicht üichtf verschließen könne, daß diese Verluste" weiter andauern würden. Die verschiedentlich gemachten Fest­stellungen im Wehrmachtbericht über die starken Verluste der Amerikaner, waren, wie

man sieht, gewiß nicht übertrieben, sondern sehr vorsichtig gehalten. Und esl ist nach den Mitteilungen des Staatssekretärs Pat­terson ganz gewiß keine Milchmädchenrech­nung, sondern eine ganz nüchterne und un­abweisbare Tatsachenfeststellung,' daß die Gegner im Westen seit Beginn der In­vasion' bestimmt rund eine halbe Million Verluste als dauernde Ausfälle" zu verzeich­nen haben. Das sind die Fronttruppen von mehr als vierzig Divisionen. Ein selbst lm Verhältnis zu dem großen anglo-amerikani- schen Einsatz im Westen ganz ungeheuer­licher Aderlaß, der auf lange Sicht unmög­lich zu ertragen ist. Die englischen Reser­ven für den Fronteinsatz auf den europäi­schen Kriegsschauplätzen sind, das wissen wir ganz genau, faahezu erschöpft, zumal dieses Volk von 46 Millionen den größten Teil seiner Männer für die Kriegsmarine, für die Handelsschiffahrt und für die not­wendigsten Sicherheitsstreitkräfte in Birma, in Indien, im Nahen Osten und sonst in den gefährdeten Bereichen für seine Lebensliziie des Empire braucht.

Auch die Vereinigten Staaten können den pazifischen Kriegsschauplatz nicht außer acht lassen, wo sie nach einer japanischen

Sechs Gründe als Entschuldigung

USA-Korrespondent über die mißglückten Durchbruchsversuche

Drahtbericht unseres Vertreters rd. Stockholm, 8. Dez. Ein United-Preß- Korrespondent zählt in sechs Punkten, die Gründe auf, die nach seiner Ansicht an den mißglückten' anglo-amerikanischen Durch- bruchsyersuchen an der Westfront Schuld sind: den „harten, eigensinnigen und ge­schickten Widerstand der Deutschen“ setzt er an die erste Stelle. Hinzu komme 2. hier und da Mangel an Granaten, Benzin und anderem. Material. Als Nummer 3 mache sehr oft das Wetter einen Strich durch die Rech­nung, indem es deh Alliierten keine Aus­nutzung ihrer Luftüberlegenheit gestatte und deh Einsatz von Panzern erschwere, 4. das schwierige Gelände, 5. Transportschwierigkei­ten, vor allem der Mangel an Häfen und die langen Versorgungswege. Das sechste Hinder­nis bestehe in dem Widerstandswillen des deutschen Volkes und seinem Aushaltever- mögen bei den Terrorangriffen.

Der amerikanische Korrespondent spricht die Überzeugung aus, ,daß Deutschlands Kraft nach wie vor ungebrochen und es imstande sei, weiter hart zu kämpfen. Dieser Eindruck habe sich in ihm festgesetzt nach seinen Be­suchen an den verschiedenen Frontabschnit­ten. Je näher man der eigentlichen Front und der direkten deutschen Feuerlinie komme, desto mehr höre man von den Schwierigkei­ten der Aufgabe, Deutschland militärisch zu zerschlagen. Die Deutschen wenden ihre ganze von früher her-bekannte Geschicklich­keit' an, um den'Kriegführungsprozeß für die Alliierten so kostspielig wie möglich zu ge­stalten. Er habe Gelegenheit gehabt, Ärtüle- rie- und Granatwerferfeuer, Luftbombarde- mentk und den Einschlag fliegender Bomben, darunter auch V 2, zu beobachten. Sein Ur­teil basiere auf Gesprächen mit Infanterie- und Fliegergeneralen, mit Offizieren aller Grade und einfachen Soldaten, außerdem auf dem Studium vertraulicher Dokumente.

Feststellung in den letzten 12 Monaten 226 000 Mann einbüßten. Die Krisenerschei­nungen in Kanada haben das Problem auch' Von dieser Seite her beleuchtet, .und der überseeische Fronteinsatz der " amerikani­schen Soldaten unter 19 Jahren' läßt er­kennen, daß auch in den Vereinigten Staa­ten die Bäume nicht in den Himmel wach­sen, daß vielmehr das Problem des Truppen­nachschubs kritisch zu werden beginnt, nachdem die Hortungsmaßnahmen an dem ständig verstärkten Widerstand der deut­

schen Truppen im Westen sich aufgesplit­tert haben.

Wir machen uns gewiß keine Illusionen: noch Ist das zahlenmäßige tibergewicht der Gegner im Westen auf allen Gebieten vor-: handen, und Roosevelt und Churchill wer­den gewiß alles tun, um dieses Übergewicht zu erhalten und gegebenenfalls noch zn steigern. Aber wenn der Feind weiterhin durch unseren Widerstand zu so unheim­lichen Aderlässen wie in der letzten Zeit gebracht wird, so läßt sich absehen, wann für ihn die Grenze des Erträglichen und Möglichen gezogen wird. Unterstaatssekre­tär Patterson siebt jedenfalls schon schwarz, „wenn an der Heimatfront“, so sagte er, „irgendwie der Eindruck vorherrscht, daß dir Krieg, bereits gewonnen sei, so ist das völlig unbegründet, zumal die Vereinigten Staaten in Ostasien überhaupt noch nicht auf die feindliche Hauptmacht gestoßen sind.“

,Harle Kruste um Deutschland'

Von Erich Beck

Ein englischer Journalist hat kürzlich in einer Betrachtung über die Kriegslage ge­schrieben, es sei eine „harte Kruste“, die sich um Deutschland gelegt habe,- und es sei schwer, bitter schwer, sie zu durch­brechen. Aber wenn der Mann, der diese Erkenntnis veröffentlichte, immerhin noch die Hoffnung haben sollte, daß diese „harte Krusfe“ einmal zerschlagen werden könnte, dann irrt er sich gewaltig. Denn hier han­delt es sich längst nicht mehr um das, was man in früheren Kriegen als eine mehr oder weniger breite Frontlinie kannte, son­dern heute umspannt das ganze deutsche Volk von seiner Westgrenze bis zu der im Osten und vom Norden bis zum Süden ein so einhelliger und so entschlossener" Wider­standswille, daß man von einer „Kruste“ überhaupt nicht mehr sprechen kann.

Es ist sicher, daß man das in London und in Washington inzwischen auch be­griffen hat. Zu eindeutig sind die Entwick­lungen der letzten sechs Monate, seitdem bei Avranches der Durchbruch ein^r. ameri­kanischen Armee gelang, und zu klar die Schilderungen, die aus neutralen Quellen über die Stimmung im deutschen Volk auch in die Länder unserer Gegner gelangt sind. Eüi spanischer Korrespondent, der. jüngst Deutschland bereiste und insbesondere das frontnahe Rheingebiet besuchte, schilderte dieser Tage seine dort gewonnenen Ein­drücke in der Madrider Zeitung „Arriba“. Es ist ein wahrer Hymnus auf den Helden­mut und auf die Opferbereitschaft ln ganz Deutschland, der da niedergeschrieben wurde und der ganz sicherlich seinen Ein­druck auch jenseits des Kanals nicht ver-

Britische Kriegsschiffe schießen auf griechische Aufständische

Auch Fallschirmjäger und Panzer eingesetzt — Bevölkerung leidet größte Hungersnot

Drahtbericht unseres Vertreters

sch. Lissabon, 8. Dez. „Es ist unmög­lich festzustellen, wer zur Zeit auf wen in Athen schießt“, erklärt der britische Zei­tungskorrespondent John Nixon in seinem letzten Bericht. In der griechischen Haupt­stadt wird weiter heftig gekämpft, und die britischen Truppen nehmen noch stärker an diesen Kämpfen'teil. Währenddessen irrten nach dem englischen Bericht verzweifelte Frauen durch die Straßen auf der Suche nach irgend etwas Eßbarem für ihre Kinder. Diese Such'e ist meist vergeblich. Alle Ge­schäfte sind geschlossen. Brot steht nicht zur Verfügung. Es gibt keine Transportmittel. Die »Privathaushalte verfügen auch über keinerlei Brennstoffe mehr. Gas und" Strom sind nür noch sagenhafte Erinnerungen.

Es ist ein erstütternder Anblick, wie grie­chische Zivilisten mit hocherhobenen Hän­den. — um zu -zeigen, daß sie an den Kämp­fen nicht teilnehmen — von Haus zu Haus in . den von Maschinengewehren bestrichenen Straßen huschen, um sich nach dem Schick-

Tso^iungking im kritischsten Stadium

Feststellungen amerikanischer Kommentatoren

sp. Schanghai, 8. Dez. über .die Zukunft Tschungking-Chinas und über den Verlauf ®nes Krieges mit Japan gab der Korre­spondent Opper folgenden bemerkenswerten Rundfunkkommentator ans Tschungking: "Oie militärische Lage in China ist heute fe itisch, kritischer als sie zu irgend einer Zeit war, seit China die Waffen gegen Japaner vor 1]/^ Jahren .ergriff, kritischer ^sar als vor drei Jahren zum Zeitpunkt japanischen Angriffes auf Pearl Harbor, feitischer als in den letzten sieben Monaten, China den größten Teil von drei wichti- Provinzen verlor. Heute kommt eine Jie rte Provinz hinzu.' •

°ie Strategie der Chinesen , und Ameri- fener auf diesem Kriegsschauplatz hat sich 'nuner darauf gestützt, daß Kunming als Ausgangspunkt der Versorgung für die Undoffensive der Chinesen verwendet Jurde. Wenn Kunming verloren geht, dann “deutet das, daß zwei Jahre der Arbeit und “ er Ausrüstung im Werte von Millionen Ooliar und tausende von Menschenleben er- gobnisios geopfert wurden, um den großen Luftstützpunkt Kunming aufzubauen und Indien über die Ledo- und Birma- “feuße vorzudringen. Ich kann erklären, daß ® e Beobachter in Tschungking das Gefühl

“®ai, die Lage sei außerordentlich gefähr­

lich für die alliierten Pläne. Tschungking ist besorgt wegen der Bedrohung durch die Japaner. - Man ist der Ansicht, daß China heute drei Jahre nach Peayl Harbor in der kritischsten Lage ist, die es je erlebt hat und der Krieg auf diesem Kriegsschauplatz für uns entschieden nicht günstig verläuft.“ Auch der USA-Kommentator Brown machte im Rundfunk von San Franzisko bemerkenswert pessimistische Äußerungen über die Kriegslage in Ostasien. Er sagte: „In China machen die Japaner die besten Fortschritte seit vielen Jahren. Sie haben jetzt eine durchgehende Landverbindung von Mandschukuo bis Singapur (Schonan). General Wedemeyer in Tschungking erklärt, daß die Lage für die Alliierten weiter un­günstig ist. Weder die USA noch Groß­britannien sind in der Lage, die Chinesen miff Kriegsmaterial zu beliefern. Die gegen­wärtigen Lieferungen an Tschungking-China reichen nicht aus, um me dortigen Armeen schlagkräftig zu machen. Es ist Tatsache, daß wir auf den .Nachschubstraßen nicht so viel Kriegsmaterial befördern können, um die Cainesen in die Macht zu verwan- wandeln, die wir brauchen. In Birma ist noch immer kein großer Feldzug gegonnen

keine Anstalten dazu.“

sal ihnen nahestehender Menschen zu er­kundigen. Trotzdem sind innerhalb der letzten 48 Stunderi nach einem englischen Bericht 30 völlig harmlose Passanten nieder­geschossen worden. Die Zahl der Menschen, die während der letzten Kampftage ' in ihren Wohnungen verhungerten, gibt der britische Bericht nicht an. Besonders herzzerreißend ist der Anblick herumirrender Kinder, die ihre Eltern verloren haben und nicht mehr ein noch aus wissen.

Die Berichte aus. dem Hauptquartier des britischen Oberkommandierenden General Scobie erklären, daß anch gestern Flugzeuge, Artillerie und Panzerwagen gegen die grie­chischen Bolschewistenverbände eingesetzt wurden. Die britischen Truppen machten rund 450 Gefangene. Es besteht nach diesen Berichten aber keinerlei Hoffnung auf eine Niederwerfung der sogenannten Aufständi­schen. Teile von ihnen beschossen einige Stadtviertel von Athen mit Mörsern. Beson­ders kritisch ist die Lage rings um den Hafen Piräus. Da die britische Flottenstation in Griechenland annahm, daß ein Angriff der griechischen Kommunistenverbande auf den Häfen unmittelbar bevorstehe, wurden Zer­störer und Kanonenboote eingesetzt, die die Stellungen der Aufständischen beschossen. Alle wichtigen Punkte des Piräus sind durch britische Marineinfanterie besetzt. Gleich­zeitig wird bekannt, daß General Scobie in verstärktem Maße britische Fallschirmjäger zum Einsatz gebracht hat, die im Kampf mit den -bolschewistischen Scharfschützen auf dem Parthenon stehen. Die Stärke der be­waffneten bolschewistischen Verbände wird allein in Athen auf annähernd 10 000 Mann geschätzt.

Der Zentralausschuß der Aufstandsbewe 1 - gung hat an General Scobie die Auffor­derung gerichtet, die britischen Truppen so­fort zurückzuziehen und sich in Zukunft neutral zu verhalten. Die griechischen Kon­flikte gingen das britische Oberkommando gar nichts an, sondern seien allein eine griechische Angelegenheit. Das Eingreifen der Briten sei eine Verletzung der Atlantik- Erklärung wie auch des Abkommens von Teheran. Die Engländer werden also sehr energisch daran erinnert, was Churchill und Roosevelt den Sowjets in Teheran • zugesagt haben.

Die USA kündigten gestern durch Staats­sekretär Stettinius noch einmal an, daß sie das britische Eingreifen ih Athen nicht billi­gen. Sie stehen auf dem Standpunkt „Hände weg von Griechenland“. Eine , solche Politik

worde" Lord Mountbatten m^auchj sbielt selbstverständlidi Griechenland den worden, uno r“ Sowjets ln die Hände. Aber (Bes entspribht

ja den Abmachungen zwischen Roosevelt und Stalin. Die Roosevelt nahestehende „New York Sun“ gibt in ihrem Leitartikel zu, daß der sowjetische Einfluß, wie die Er­eignisse in Griechenland zeigten, auf dem europäischen Kontinent im wachsen sei. In diesem Zusammenhang wird von verschie­denen englischen Stellen wiederum der Ruf nach einer Dreierkonferenz erhoben, die bis­her infolge der ablehnenden Haltung Stalins nicht Stattfiriden konnte.

Der griechische Ministerpräsident Pa- pandreu gab vor der Presse eine Erklärung über die Entwicklung in Griechenland ab, -In der ei* Beweise ankündigte, daß es sich däbei um einen beabsichtigten bolschewisti­schen Staatsstreich handelte. Die Bolsche­wisten hätten ein unabhängiges Heer im Staate gebildet und den Umsturz seit langem vorbereitet. Der Rücktritt der bolschewisti­schen Minister sei das Signal gewesen.

„Tragödie der Irrungen"

Drahtbericht unseres Vertreters

ost. Stockholm, 8. Dez. Über den blutigen Bürgerkrieg in der griechischen Hauptstadt werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Die St^äßenkämpfe in Athen wurden auch gestern fortgesetzt und bekamen neue Nah­rung durch 7000 Mitglieder der bolsche­wistischen Banden, die in der Nacht am Stadtrand von Athen anlangten und sofort in die Kämpfe etogriffen. Sie wurden von britischen Flugzeugen entdeckt, die sofort Magnesiumfackeln äbwarfen, um den bri­tischen Truppen den Angriff zu erleichtern.

Die sieben, bolschewistischen Minister, die aus dem Papandreu-Regime ausgeschieden sind und dadurch das Signal zu den gegen­wärtigen Unruhen gegeben haben, sollen einen Vertreter zu Papandreu geschickt haben, um mit ihm über eine Beilegung des Konfliktes zu verhandeln. Wie es heißt, soll Papandreu es aber im Vertrauen auf die britische Unterstützung abgelehnt haben, sich mit den aufständischen Bolschewisten in Verhandlungen einzulassen, bevor diese die Waffen niedergelegt hätten.

Die britische Einmischungspolitik hat also, falls dieser ■ Bericht, zutrifft, zum zweiten Male eine Lösung der Krise verhindert. Diese unglücklichen Ergebnisse der britischen Einmischungspolitik werden von den Lon­doner „Times“ in einem Leitartikel, als eine „Tragödie .der Irrungen“ bezeichnet. Das Blatt wendet Sich gegen den Einsatz der bri­tischen Truppen und fragt, warum jeder Versuch einer Neubildung der Regierung Verhindert werde und warum keine anderen Großmächte befragt worden seien. N3#l

fehlt haben wird. „Wenn die Anglo-Ameri­kaner glaubten,“ so heißt es da, „unter der deutschen Bevölkerung durch die Bombar­dierung von strategisch uninteressanten Wohngebieten einen Nervenzusammenbruch oder eine Panikstimmung herbeizuführen, dann haben sie sich verkalkuliert. Der .totale Luftkrieg" der Alliierten hat unter' der deutschen Bevölkerung eine „Super­moral“ geschaffen, d. h. gerade das Gegen­teilt von dem, was man mit dem Luftterror bezwecken wollte“. Der spanische Korre­spondent schreibt- dann noch von einem „Phänomen der deutschen Moral“, das den Ereignissen der nächsten Monate den Stem­pel aufdrücken werde.

Hier haben wir das sachliche und nüch­terne Urteil eines Mannes, der ohne Vorein- , genoinmenheit durch die Lande fuhr und der mehr als irgendein anderer berechtigt, war, sich eine Meinung zu bilden und sie auch zu veröffentlichen. Sie aber beweist, daß das schwere Erleben dieser letzten Jahre für das deutsche Volk mehr geworden ist als nur das flüchtige Aufflackern eines verzweifelten Stemmens gegen ein unabänderlich erschei­nendes Schicksal, sondern daß nun wirklich das Volk in seiner Gesamtheit zu einer Na­tion zusammengeschweißt worden ist, die im Glauben an ihre Zukunft und aus dem Wil­len zur Selbstbehauptung das höchste zu - leisten vermag. Reichsminister Dr. Goebbels hat in der großen Rede, die er in unseren^ Gau vor kurzem gehalten hat, u. a. an das Beispiel Roms nach der Schlacht von Cannae erinnert. Es ist nur eines von vielen aus de» Geschichte, die alle, beweisen, wie sich Völ* ker zum Siege durchrangen, weil sie unver­brüchlich an ihre Zukunft glaubten. Cannae ist den meisten von uns von der Schule he» in der Erinnerung als eine Schlacht, in der eine an sich seefahrende Nation durch die Anwendung neuer militärischer Taktiken einen Uberraschungssieg zu Lande erfocht, der den Gegner auf die Knie zu zwingen schien. Von der höheren geschichtlichen Warte aus gesehen ist aber Cannae nicht so bedeutend als kriegerischer Vorgang an sich, sondern vielmehr als Ausgangspunkt einer politischen und als Folge auch militärischen Wiedergeburt Roms. Rom hat damals mit­nichten ein Friedensangebot des Karthagers Hannibai, des Siegers von Cannae, angenom­men, sondern abgelehnt und stattdessen nun begonnen, einen Kampf fortzuführen, der zu­nächst ^hoffnungslos erschien, der zuletzt aber doch mit dem Sieg gekrönt wurde.

Achtzehn Jahre lang hat dieses Rom da­mals Opfer auf sich genommen, die schier unerträglich waren. Alle Männer, so weit sie irgendwie noch zum Wehrdienst tauglich waren, vom Jüngling l?is zum Greis, trugen die Waffen,, das Volk nahm jede, auch die schwerste Last an Gut und Blut auf sich; kein Blutopfer war zu groß, um nicht doch ertragen zu werden. Ein Viertel des Volkes gab in dieser Zeit sein Leben für das Land, aber ein kluger und weiser Senat schuf da- ' durch die Voraussetzungen für den Sieg, der am Abschluß dieser schwersten Periode Roms stand. Das seefahrende Händlervolk der phö- nizischen Karthager zerbrach. JSs siegten die Männer mit den stärkeren Nerven, mit der größeren Entschlossenheit und mit der lei­denschaftlichen Hingabe an ihr Vaterland.

Es liegt uns heute fern, geschichtliche Beispiele anzuführen, um uns Trost zuzu­sprechen, aber eines gilt auch für unsere Zeit: ein Wort, das eimpal Cicero von der Größe Roms sprach: „Wir haben, weder durch überlegene Zahl die Spanier, noch durch Stärke die Gallier, noch durch Schlauheit die Punier, noch durch Technik die Griechen, sondern alle Stämme und Völker überwunden durch Glauben“. Das ist es! Das ist das Geheimnis auch unserer Widerstandskraft von heute. Das ist das „Phänoinen“, von dem die anderen sprechen und das sie nicht zu enträtseln vermögen. Die USA-Zeitschrift „Time“ sagte kürzlich in einer ihrer Betrachtungen über die Kämpfe an der Westfront, daß der Erfolg Eisenhowers nicht so eindrucksvoll ge­wesen sei wie die „explosive Menge menschs­liehen und materiellen Druckes, die Eise»- hower aufgebaut hatte“ und fügt dann nach einer Beschreibung der gewaltigen Feuer­schläge der anglo-amerikanischen Offen­sive klagend hinzu: „Wie konnte überhaupt ein Deutscher nach diesem Eröffnungsfeuer noch kämpfen und aufstehen! Das über­steigt das Fassungsvermögen der Zu-' schauer“. Es mußte ihr Fassungvermögen ttb ersteigen, den slft wußten nichts von dem,