Ausgabe 
(7.12.1944) 323
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Parteiamtliche Tageszeitung

paa Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstallhalters in Oldenburg und Bremen

Nummer 323 14. Jahrgang

Donnerstag. 7. Dezember 1944

Einzelpreis 15 Rpl.

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Ablenkungsschwindel Roosevells

Chaos in feindbeseizien Ländern zugegeben Europa kennt die wahren Schuldigen

prahtbericht unserer Berliner Sehriftleitung Berlin. 6. Dez. Präsident Roosevelt hat j für nötig gehaltep, vor dem Kongreß die tfnben der Unrra zu erläutern, also Her Institut' 011 die nach amerikanischer Absicht und Ankündigung maßgebend an fliitschaftlichen Neugestaltung der Ver- "^jgsverhältnisse in Europa beteiligt sein Es wurde daraus eine Agitationsrede sb reinsiem Wasser mit einer Verherr-

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eben dieser Unrra und mit sehr

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,.,yfen, allerdings auch ebenso plumpen (.griffen gegen Deutschland und seine in den Staaten und Gebieten, die .' 0 -j em von deutschen, heute von ameri- jüiischen und ' englischen Truppen besetzt ren bzw. sind. Immerhin war es in- ..pssant, aus dem Munde des amerikani- tien Präsidenten ausdrücklich bestätigt zu galten, daß die eigentlichen Lieferungen Unrra noch nicht eingesetzt hätten si man erstin Kürze dazu übergehen pje, den befreiten Gebieten Lebens­ittel und sonstige Unterstützung zu- amen zu lassen. Solche Feststellungen i erstaunlich angesichts der Riesen- tlame, die die politischen Stellen in den Billigten Staaten schon bisher mit den geblichen großen Leistungen dieser Be­ide und ihrer Organe gemacht haben, ilerdem sollen nach dieser neuesten Er- jnmg Roosevelts die betreffenden Länder M 90 Prozent ihres Nahrungs- und Klei- ngsbedarfes auch Weiterhin tragen ein steres Eingeständnis der außerordentlich schränkten Möglichkeiten und wohl auch sichten der USA, die wieder einmal durch iigierung, Presse und Rundfunk sowie ;mh andere Stellen sehr viel mehr vor- ssgesagt und versprochen haben, als sie zu alten in der Lage oder gewillt sind. Im Urigen sang Roosevelt ein einziges Loblied d diese umstrittene Hilfsorganisation.

Es ist vielleicht ganz interessant, bei die- ätegtr/.'-oi* an einen Bericht zu erin­nern, den sich dieNeue Zürcher Zeitung jur Zeit der Unrra-Konferenz in Kanada aus loncfon geben ließ und in dem es hieß:Die Kredite, welche die holländische Exilregie- rag in den letzten Tagen in Amerika, Schweden und der Schweiz aufgenommen ist, haben da und dort den Eindruck auf- tanmen lassen, daß sich die Holländer von Hilfsorganisation der Vereinigten Staa- 1 cb so gut wie nichts versprächen. Immer rieder begegnet man Leuten, die sich ein feil bilden können, von der Hilfsfähigkeit » Unrra aber recht pessimistisch reden.* i einem anderen, aus Washington datierten '«rieht der gleichen Zeitung war davon die «de, daß die Endergebnisse der Konferenz Jgten,wie wenig von dem ursprünglichen kalistischen Programm der Organisation iriggeblieben ist. In weniger als einem Jahr zt sich die Unrra ursprünglich geplant -> eine Organisation für eine internationale Sisaktion und für den Wiederaufbau der »Kriege heimgesuchten Länder in ein -'trument der Machtpolitik verwandelt, so man an gewisse Aktionen des Völkerbun- s erinnert wird. Es wurde dann davon he­lfet, daß die Gehälter für die Beamten s Zentralstelle der Unrra sich allein für » Monat auf 220 000 Dollar belaufen, wäh- ad die Gehälter für die Mitglieder der Mis- fflen auf dem Balkan auf rund 200 000 cilar im Monat veranschlagt werden. Diese Wen feien im Vergleich mit dem mageren t, das etwa dem Internationalen Roten in Genf und ähnlichen Instituten zur Fügung steht, so hoch, daßsie zu einer femüberstellung der Leistungen geradezu Msforderten. Eine europäische Delegation, ten Heimatland besonders dringend der

Hilfe bedurfte, gab für Reise und Hotelrech­nungen mehr als 15 000 Dollar aus, ohne die geringste Gewähr dafür .zu erhalten, daß der hungernden Bevölkerung ein einziger Kessel Milch zur Verfügung gestellt werden wird. Man wird zugeben müssen, daß solche Hin­weise gerade in einer Zeituhg wie der ge­nannten, die doch mit ihren Sympathien für Engländer und Amerikaner nie hinter dem Berge hält, schon ein erhebliches Gewicht besitzen.

Neben die sachlich durch nichts gerecht­fertigte Lobpreisung der Unrra stellte Roose­velt eine entsprechend derbe, nur vom Be­dürfnis einer möglichst gründlichen An­schwärzung Deutschlands getragene Schilde­rung der deutschen Besetzung in diesen Ge­bieten, wobei er 1 den plumpen Versuch mächte, Deutschland die Schuld an den gegenwärtigen chaotischen Zuständen zuzu­schieben.

braucht man sich nicht aufzuhalten. Roose­velt wird vielleicht in den USA, sicher aber nicht in den betroffenen Ländern selbst da­mit Gehör finden, denn dort weiß man recht genau, wie die Dinge wirklich liegen, und zwar zumeist aus eigener Anschauung und Vergleichsmöglichkeit. So- konnten ja in letzter Zeit auch Immer neue Stimmen aus dem feindlichen oder dem neutralen Aus­lande veröffentlicht werden, in denen offen zugegeberu wurde, wie katastrophal sich die Verhältnisse in diesen Ländern seit dem Rückzug der deutschen Truppen entwickelt haben. Es gibt dafür, wie gesagt, zahlreiche Beispiele.

Ein besonders gutes stellte ein Kommentar der konservativen englischen Zeitschrift Truth dar, in dem es u. a. hieß:Ist es verwunderlich, daß Europa nicht ganz so froh ist, uns zu sehen, wie wir es uns dachten? Eigentlich nein. Nach dem Grund braucht

Mit Einzelheiten dieser Verleumdungen man nicht lange zu suchen. Früher herrschte

Ordnung und es ging diesem Europa ganz gut. Heute herrscht überall Unordnung und es geht ihm schlecht. Es muß zugegeben wer­den, daß deutsche Tüchtigkeit und Geschicklichkeit es vermochten, eine Ord­nung aufzubauen, die den europäischen Völ­kern fünf Jahre lang geregelte Verhältnisse und vor allem eine ausgleichende Ernährung sicherte.

Solche im Sinne der Anglo-Amerikaner ge­wiß unverdächtige Stimmen lassen sich, ebenso die Tatbestände, die ihnen zugrunde liegen, durch die jetzt inszenierten Manöver Roosevelts nicht aus der Welt schaffen. Das unerquicklichste daran aber ist den gespielte Emst, mit dem von maßgebender amerikani­scher Seite die Absicht einer Hilfeleistung für Europa unterstrichen wird, während doch die politische "Praxis vor allem der Freundschaft mit den Sowjets ganz klar darauf hinaus­läuft, Europa immer mehr in eine Anarchie absacken zu lassen.

Der Führer empfing den ungarischen Staatsführer Szalasi

Aussprache im Geiste deutsch-ungarischer Waffenbrüderschaft

Führerhauptquartier, 6.Dez. Der Führer empfing, am 4. Dezember den unga­rischen Staatsführer Franz Szalasi, der zu einem Besuch in Deutschland weilte.

Der Führer hatte mit Staatsführer S z a - lasi eine längere Unterredung über alle Fragen der politischen, militärischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit Deutsch­lands und der unter der revolutionären Hungaristen-Bewegung geeinten ungarischen Nation. Die feste Entschlossenheit des deut­schen lind ungarischen Volkes, mit allen Mit- , teln den Verteidigungskampf fortzuführen und dafür auch alle Voraussetzungen zu schaffe^, beherrschte diese Besprechung, die nunmehr wieder im Geiste der alten tradi­tionellen und bewährten Waffenbrüderschaft und Freundschaft der beiden Völker ver­laufen ist.

An der Unterredung beim Führer nahmen von deutscher Seite der ReichsmäniSter des Auswärtigen von Ribbentrop, General- feldmarschall Keitel nnd Generaloberst Gnderian, von ungarischer Seite Außen­minister Baron Kemeny nnd Honved- minister Generaloberst Beregffy teil.

Am 4. Dezember, abends, war der unga­rische Staatsführer mit dem ungarischen Außenminister, dem Honvedminister und den übrigen Herren seiner Begleitung Gast des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop.

In Begleitung Szalasis befanden sich neben dem Außenminister und dem Honvedminister Feldmarschall-Leutnant Henney, Gesandter Baagessy, die Obersteft Hadas, Makkay- Hollosy und Meszaris. Der deutsche Gesandte und Reichsbevollmächtigte, in Ungarn, Dr. Veesenmeyer, und der ungarische Gesandte, in Berlin, Mecser, waren gleichfalls anwesend.

Treue und ehrlicher Kampf

Budapest, 6. Dez. Dieser Tage fand eine Sitzung des Führerrates der Pfeilkreuzler- Partei statt, in der das Mitglied des Regent­schaftsrates, Csia, einen Rechenschafts­bericht abgab. Darin sagte er, die Ziele der" hungaristischen Bewegung seien eindeutig. Ihr Führer stehe auf einer unerschütterlichen moralischen Basis. Nach dem verbrecheri­schen Versuch eines Verrates am 15. Oktober habe die Nation statt der ehrlosen Vernich­tung den ehrlichen Kampf, statt des Ver­rates die Treue, versinnbildlichst in Szalasi,

gewählt. Der Führer der Nation habe da­durch jedem die Möglichkeit gegeben, an seinem Platz seine Pflichten zu erfüllen.

g. Die Meldung vom Empfang des un­garischen Staatsführers Szalasi zeigt auch nach außen hin sehr deutlich, daß eine be­trübliche und gefahrvolle Zwischenperiode der politischen Beziehungen zwischen dem Großdeutschen Reich und Ungarn beendet und durch einen neuen Anfang wirklich vertrauensvoller Zusammenarbeit auf allen Gebieten abgelöst wurde. Es ist auf den ersten Blick zu erkennen, daß mit der Über­nahme der Führung in Ungarn durch den Chef der revolutionärenPfeilkreuzlerbe wegung eine weltanschauliche Bindung zum natio­nalsozialistischen Deutschland geschaffen wurde, die bisher in den Beziehungen zwi­

schen Berlin und Budapest nicht vorhanden war und deren Fehlen auch eine der Haupt­ursachen für den Bruch mit dem in­zwischen abgelösten ungarischen Regime ge­wesen ist. Syalasi, der Führer und Reprä­sentant des jungen revolutionären, bedin­gungslos zu seiner nationalen Ehre stehen­den Ungarns, bietet in seiner Person die sichere Gewähr dafür, daß der gemeinsame deutsch-ungarische Kampf im Sinne der be­währten Waffenbrüderschaft beider Völker fortgesetzt wird. Heute, wo es dem Feind ge­lungen ist, tief- nach Ungarn selbst vorzu­stoßen und die Hauptstadt des Landes zu bedrohen, ist dies notwendiger als je zuvor. In diesem Ringen um Leben, und Tod wird das ungarische Volk ln Deutschland einen unbedingt zuverlässigen Freund behalten, der diesen Kampf zu seinem eigenen ge­macht hat.

Griechenland im Zeichen der Anarchie

Zunehmendes Durcheinander Weitere Unruhen

Große USA-Sorgen um Tschungking

Krise spitzt sich immer mehr zu

Drahtbericht unseres Vertreters Stockholm, 6. Dez. In der Presse schwedischen Berichten zufolge, eine *»Idung aus Tschungking veröffentlicht, In . e »e Zusammenbruchgefahr für Tschung- %-Cliina beschworen wird. Das erkläre ^ Tschiangkaischeks überstürzte Abreise 'bk#' 1 n® e c l lirles lch-japanische Front.

» Oer New Yorker Vertreter desSvenska

glättet schreibt, die Amerikaner müßten "»letzt an den Gedanken gewöhnen, daß dergroßen Vier in der nächsten einem Knock-out-Schlag getroffen könne. In Washington wird jetzt zu- daß die Japaner in China sieben panische Flugplätze eroberten, zwei .fetten sowie zwei weitere bedrohen. Der ^Kommentator Hovard erklärte:In ® KSA Stellte man mit Überraschung daß die Japaner nach ihren beträcht- Erfolgen keine Ruhepause einlegen. .-deicht haben sie bei Ihrem Vorstoß nach »lest-China .eine solche Schwäche des fischen Widerstandes festgestellt, der »mutigte, den Todesstoß gegen zu versuchen. Das Ziel Roose- einen Brückenkopf in China für die Wasserweg beförderten USA-Streit-

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dung aus Tschungking heißt es: Tschung- king-China werde zur Zeit von einer Krise erschüttert, die leicht sehr ernste Folgen haben könnte. Militärisch sei es die Be­drohung von Kweiyang durch die Japaner, die Tschungking sofort in den unmittel­baren Gefahrenbereich bringen würde. Kweiyang sei der wichtigste Verkehrsknoten­punkt in ganz Süd-China, und wenn die Japaner es einnehmen sollten, dann würde ihnen die Tür für weitere Vorstöße nach Kunming (früher Yünnan) oder Tschung­king selbst weit offenstehen. In beiden Fällen würde die Wirkung auf das Tschung- king-Regime katastrophal sein; Kunming sei der Endpunkt der Birma-Strfße und seine Einnahme würde den langsamen und kostspieligen Feldzug in Birma, welcher der Rückeroberung dieser Straße gelte, bedeu­tungslos machen.

Japaner bedrohen Kweiyang

Genf, 6. Dez. Die militärische Lage Tschungking- Chinas sei äußerst kritisch, kabelt der Sonderkorrespondent derNews Chronicle' aus Tschungking. Die Japaner rückten ln großer Stärke und mit großer Geschwindigkeit gegen Kweiyang vor. Wenn mft in Yünnan nicht halten könne, könnten sich auch die USA-Truppen in China nicht länge** halten. Luftangriffe genügten nicht, denn die }apanische Kavallerie rücke Tag und Wacht vor.

Drah'bericht unseres Vertreters

sch.' Lissabon, 6. Dez. London, Washington und Moskau lassen ihre Marionetten in Griechenland und in den übrigen besetzten Gebieten Europas tanzen. Es ist ein schau­riger Tanz auf Ruinen und zwischen hun­gernden und verelendenden .Massen. Das Stück, das von den großen Regisseuren zur Zeit auf dem europäischen Kontinent auf­geführt wird, heißtBefreiung. Die Orchesterbegleitung bilden Handgranaten, Maschinenpistolen und Maschinengewehre.-

Das Chaos in Griechenland nimmt immer schlimmere Formen an. Griechische Wider- standsverbände gingen gestern auch gegen das Wohnhaus des unglückseligen, von England eingesetzten Ministerpräsidenten Papandreou vor. Die Straße regiert zur Zeit in Athen. Sie ist gut bewaffnet. Die Hand­granaten und Maschinengewehre, mit denen man die Mitglieder des englandfreundlicheii Kabinetts Papandreou znr Zeit jagt, sind das ist ein Witz der Weltgeschichte fast ausschließlich englischen Ursprungs und wurden in der Zeit der Kämpfe gegen'die deutschen Truppen mit englischen Fall­schirmen abgeworfen. Jetzt ernten die Sowjets, was England säte, und zahlreiche englische Soldaten sind in den letzten 48 Stunden durch englische Kugeln getötet worden.

Das Kabinett Papandreou existiert dem Namen nach immer noch, obwohl sämtliche Mitglieder abgedankt haben und sich ver­borgen halten. Als letzter verließ gestern abend der Unterstaatssekretär des Kriegs­ministeriums seinen Posten, nachdem ihm die Widerstandsbewegung mitgeteilt hatte, wenn er nicht in den nächsten 24 Stunden verschwinde, würde man tätlich gegen ihn vorgehen.

Wie United Preß berichtet, hat Papan­dreou gestern dem König seinen Rücktritt angeboten, der König hat aber abgelehnt. Unterdessen hat Papandreou selbst zugege­ben, daß ihm der englische Gesandte und der englische Oberbefehlshaber General Scobie einfach verboten haben, seinen Posten zu verlassen. In Athen wurden gleichzeitig be­reits neue Ministerlisten herumgereicht, auf denen ausschließlich linksgerichtete Persön­lichkeiten zu finden sind. Als Nachfolger von Papandreou wurde der sogen.Links­liberale Loftilis bezeichnet., Die äußerste Linke soll ihm ihre Unterstützung ver­sprochen haben.

Nach neueren Berichten aus Griechenland nehmen die Auseinandersetzungen immejf- blntigere Formen an. In Athen toben wilde Kämpfe. Das Zentrum der Stadt gleicht einem Heerlager. Den Bolschewisten ist es, nachExchange Telegraph gelungen, wei­tere Verbände in die Stadt zn werfen. Nach einer Reutermeldung war die Nacht zum Mittwoch für die Athener Bevölkerung furchtbar. Leuchtbomben tauchten große Teile, der Stadt in grelles Hobt, um die Be->

trollieren zu können. Mit dem Morgengrauen begannen die Kämpfe von neuem.

Im Laufe des Tages haben englische Pan­zer- und Luftlandetruppen sowie Infanterie­verbände zur Unterstützung griechischer Gebirgstruppen verstärkt in den Kampf ein­gegriffen und gehen vom Zentrum der Stadt aus auf drei Hauptwegeri gegen die bolsche­wistischen Banden vor. Griechische Gebirgs­truppen, die mit britischem Militär und mit Unterstützung der Polizeitruppe vorgingen, besetzten das Hauptquartier der Bolsche­wisten. Bei den bisherigen Kämpfen wurden auch britische Soldaten getötet und ver­wundet.

Mädel in der Waffenschule

Van

Barbara Nadolni

An der Freistellung von Männern und Soldaten für den unmittelbaren Frontein­satz haben die Flakwaffenhelferinnen keinen geringen Anteil. Ihre Zahl hat sich in den letzten Wochen erheblich vermehrt, und ihre Aufgaben konnten erweitert werden: Sie lösen nicht nur das Bedienungspersonal an den Scheinwerfern ab, sondern bedienen auch die dazu nötigen Geräte, lernen sie zu warten und neuerdings auch bei Fehlern und auftretenden Schäden selbst ihstand- zusetzen. Das setzt natürlich eine gewisse Ausbildungsdauer voraus, und ehe die dafür auserlesenen Mädchen zum Einsatz kommen, müssen äie in einer flaktechnischen. Waffen­schule eine gründliche Ausbildung und Lehre durchipacheh.

Der Posten am Wachtor hat sich nun schon daran gewöhnt, daß seit geraumer Zeit die' Mädel in der grauen Uniform und der Schirmmütze die Wache passieren. Diese Mädel haben sich zum großen Teil aus Idealismus als Flakwaffenhelfe- rinnen gemeldet. Da sind zahlreiche junge Bürokräfte, die sich vorher nicht voll aus­gefüllt sahen und in dieser Zeit an kriegs­entscheidender Stelle stehen wollten, da ist eine junge Frau, deren Mann gefallen Ist, und die nun dafür den Platz eines Soldaten einnehmen will, eine Soldatenfrau, die ihr Kind bei den Eltern gut aufgehoben weiß, junge Mädel, Abiturientinnen, die gleich im Anschlüßen den Kriegshilfsdienst als Flak­waffenhelferinnen verpflichtet wurden und sich nicht nur mit dem neuen Dienst abge­funden haben, sondern wirklich mit Lust und Liebe zur Sache dabei sind.

Diese Mädel und Frauen bilden in der Flakschule eine große Gemeinschaft und kennen nur das eine Ziel, lernen, lernen und noch einmal lernen, damit sie recht bald zum Einsatz kommen können. Um sieben Uhr früh beginnt der Dienst, dann stehen sie schon am Gerät und dringen immer tiefer 1 in das Geheimnis der Apparaturen ein. Später sitzen sie auf derSchulbank beim theoretischen Unterricht. Bei den einen mehr, bei den anderen weniger dämmert wieder die Erinnerung an eine frühere Mathematik- oder Physikstunde auf. Hatten sie nicht manches Mal gedacht, daß sie die trockene Wissenschaft nie im Leben wür­den gebrauchen können? Jetzt werden die Kenntnisse wieder aufgefrischt, erweitert und sind für die Praxis von unermeßlicher Wichtigkeit.

Ausbildungsleiter und Lehrer haben sich anfangs immer wieder über die schnelle Auffassungsgabe und Anteilnahme der Mädel gefreut. Die Flakwaffenhelferinnea fragten dazwischen, wollten dieses und jenes wissen, wiederholten lückenlos die Zu­sammensetzung der Apparaturen, die erst am Tage zuvor erörtert wurden. Aber es muß immer von neuem wiederholt werden, denn die Mädel scheinen leichter als die Männer zu vergessen. In der Freizeit sitzen sie über ihren Arbeitsheften und lernen, machenSchularbeiten wie noch vor ein paar Jahren, nur daß sie jetzt voll die Ver­antwortung spüren, die von ihrem Können und Wissen abhängt. Sie sind eine Lei­stungsgemeinschaft geworden. Ihnen, denen vorher die Technik ein gänzlich unbekann­tes Neuland war, - hat sich nun eine Welt erschlossen, für' die sie, was sie selbst nie

Oer Froniverlmif im Westen

An keiner Stelle wurde deutsches Verteidigungssystem durchstoßen

wegunken der bolschewistischen Banden kon-* tmd

Drahtbericht unserer Berliner Schrlltleltung bm. Berlin, 6. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht bezeichnet die Kampftätig­keit im Schlachtenraum von Aachen als wei­terhinörtlich begrenzt. Diese Fortdauer der Kampfpause in dem strategisch wichtig­sten Raum der alliierten Winteroffensive er­laubt eine Aufzeichnung des Frontverlaufs im Westen, um Ergebnisse und Mißergebnisse der anglo-amerikanischen Gewaltanstren­gung aufzuzeichnen. Insgesamt muß festge­stellt werden, daß es dem Gegner trotz der Hinnahme außerordentlich hoher Verluste an keiner Stelle gelang, das deutsche Vertcidi- gungssystem an der Westfront zu durch­stoßen. Vielmehr sind die angreifenden Trup­pen im Vorfeld des Westwalls in stationäre Kämpfe verwickelt. Bei einer Gegenüberstel­lung des vom Gegner Geplanten und des tat-, sächlich Erreichten darf von einem ausge­sprochenen Mißerfolg der Offensivuntemeh- mungen, vor allem im nördlichen Abschnitt der Westfront, gesprochen werden.

Der äußerste Nordflügel der Westfront wird durch das vielgliedrige Stromsystem von Rhein |ind Maas umschlossen, die beide Hochwasser führen und ernsthafte Hemm­nisse bei einem Offensivversuch bilden wür­den. In den holländischen Raum ragt der britische Einbruchsabschnitt Nimwegen-Arn- heim'wie ein Schlauch, der jedoch zur Inak­tivität verurteilt ist, nachdem die von deut­scher Seite verursachten Überschwemmun­gen zu einer Rücknahme aus den vorbereite­ten Ausgangsstationen zwang. Die Front ver­läuft von Arnheim bis zur Maas und folgt diesem Fluß bis in den Raum von Roer­mond, wo das hart umkämpfte kleine Flüß­chen Rur in die Maas mündet. An diesem kleinen Fluß stehen . stafke deutsche Ver­teidigungsstellungen, die ein Überwinden der durch den Fluß gebildeten Senke behindern sollen. Die Rur bildet die östliche Abgren­zung des Schlachtenraumes bei Aachen. Die FrojA Jolfft im wesentlichen öfter Lumich

Düren nach Westen abzubiegen und durch den Wald von Hürtgen zu verlaufen, wo es den Nordamerikanem trotz erbitterter An­strengungen nicht gelang, bis zur Rur vorzu­stoßen. In diesem Gebiet sind die hartnäcki­gen Waldkämpfe trotz des allgemeinen Ab­flauens der Kampfeswucht noch nicht ver­stummt.

Südlich Hürtgen bis zür Mosel verläuft die Front im Vorfeld des Westwalles. Nachdem die ersten nordamerikanischen Versuche, die Eifelfront zu durchbrechen, von keinerlei Erfolg begleitet waren, fanden in diesem Ab­schnitt keine größeren Kampfhandlungen statt. Im Mündungswinkel zwischen Mosel und Saar, dem linken Flügel der nordameri­kanischen Offensive in Lothringen, hat der zum Verteidigungssystem des Westwalles ge­hörende Sperriegel von Orscholz als Ver­bindungsglied zwischen Mosel und Saar dem Vordringen des Gegners Einhalt geboten. An der südlich anschließenden Saarfront er­reichte die nordamerikanische Offensive den Flußlauf bis in dem Raum von Saarlautern, um auf diese Weise mit den auf dem Ostufer des Flusses beginnenden ersten Verteidigungs­anlagen des Westwalles Kontakt zu gewin­nen. Im Süden von Saarlautern biegt die Front wieder in das weite Vorfeld des West­walles ab und verläuft westlich Saarbrücken über Saaralben, Saarunion und Domfessel nach Hagenau.

Im Elsaß besteht nach wie vor der große deutsche Brückenkopf, der die Vogesenfront mit der Rheinebene verbindet. Die Front- liniep laufen vom Rhein südlich an Schlett- stadt' vorbei im großen Halbkreis bis zu den Vogesen, um nördlich Mülhausen wieder zum Rhein zu stoßen, wobei die Brücken von Neu-i enburg innerhalb des deutschen Brückenkopf res liegen.

Der Bionistenhguptllng Dr. Chaim Weizmann unterstrich in einerGemeinschaftssitzung At Jüdischen Auserwählten das Verständnis un4 ^ die Hilfe Englaads wie auch die wirtschaftlicht Wh dem FlUßfcHTf, um westlich von Unterstützung der USA.