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Parieiamtliche Tageszeitung
D® Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen
Hummer 320 14. Jahrgang
Montag, 4. Dezember 1944
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstatthalters in Olden b urg und Bremen
Einzelpreis 15 Rpf.
Stalins politische Generaloffensive
Bolschewisierungspläne ohne Grenzen ■- Inglo-Amerikaner nur noch als Znireiher geduldet
[jrabtbericht unserer Berliner Schriftleitung dA w. sch. Berlin, 3. Dez. Stalin hat ^'offenbar entschlossen, auch die letzten
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auf seine westlichen „Verbün- fallenzulassen und ganz offen den lachen Generalangriff auf diejenigen Bereiche Europas einzuleiten, die zur Zeit nicht » e hr innerhalb der deutschen Macht - Sphäre liegen. Ob britische und amerika- jisciie Truppen in den Ländern stehen, die j (r Bolschewismus zum Ziel seiner TJmsturz- ■emiihungen machen will, stört Stalin herz- lirfi lienig.
äo glaubten sich beispielsweise die Engländer in Griechenland noch eine deine Einflußzone auf dem Balkan gesichert haben, und der Chef der britischen Be- iätzungstruppen, General Scobie, wollte in leinen Aufrufen bereits den Eindruck erwecken, als ob unter englischem Schutz die üegierungsautorität und die Ordnung wieder ;öllig hergestellt seien. Scobie ist jetzt durch jen Ausbruch einer ^Regierungskrise Lügen lestraft worden, die ganz offenbar von dem jeauftragten Moskaus, angezettelt wurde. Sechs Minister der Kommunistischen Par- ei und der Partisanenbewegung sind aus der jjgierung Papandreu ausgeschieden, um ,-jBerhaIb des Kabinetts größere Freiheit zu üben, das Volk kur Revolution zu treiben', sie billigten vor allem die Forderung der iteigen Kabinettsmitglieder nicht, daß die iolschewistischen Elemente die Waffen ab- ::fem sollten. General Scobie erklärt zwar sch, daß er die gegenwärtige griechische iegierung „mit Wissen und voller Billigung ier Regierung Seiner Majestät“ unterstütze, äer die sich schon deutlich zeigenden Schwächesymptome der Briten im Falle der heischen Regierung Pierlot lassen vermu- ien, daß England auch in, Griechenland dein beigeben wird, wenn Moskau deutlich tird und die Straße mobilisiert. Das ist indischen bereits geschehen. Reuter berichtet von blutigen Demonstrationen , in Ata, (Wir berichten darüber an anderer Stelle. - Schriftl.)
Moskau entfesselt das blutige Chaos, wo deutsche Truppen nicht mehr die Ordnung verbürgen und an ihre Stelle hilflose Engländer stehen. In Belgien sind die Dinge sehen weiter gediehen. Der .General Erskine hat jetzt ausdrücklich erklärt, _£aß das Eingreifen seiner Truppen nicht zum Schutz der Regierung Pierlot, sondern nur im Interesse ler militärischen Nachschublinien erfolge. Nachdem der Wille Moskaus offenbar geraden ist, beginnt die englische Presse, be- anders scharf und deutlich der „Observer“, an Pierlot abzurücken, und im Unterhaus sachte sich der Abgeordnete Bevan zum Sprecher der bolschewistischen Forderung, Wem er für die Schaffung einer „Volks- 'ront"-Regierung plädierte. Dasi Unheil nimmt auch hier unaufhaltsam seinen Lauf, imal die anglo-amerikanischen Besatzungs- rächte alles tun, um dem Umsturz den Boden n bereiten. Pierlot selbst hat sich schwer larüber beklagt, daß die Anglo-Amerikaner len Hafen von Antwerpen nur für den mili- ärischen Nachschub benutzen wollen, statt ir Versprechen zu halten, daß nach derEr- önung dieses Weges sie von dort aus einen iewaitigen Segen von Lebensmitteln aller t über das Land strömen lassen würden, feu paßt es denn auch, wenn nach der Sew York Times“ die Anglo-Amerikaner a Belgien jetzt alle Lastkraftwagen be- sagnahmt haben« Wenn keine Lebensziel ins Land herein kommen, braucht man ;s ja auch im Lande selbst nicht zu trans- Meren, und Stalin lacht sich ins Fäust, daß ihm auf diese Weise der Weg für politische Generaloffensive geebnet
die der englischen Politik durch die Panne mit Mikolajczyk und durch die Bildung der Regierung Arciszewski entstanden ist. Der Sender Moskau hat bereits ganz kräftig zugeschlagen und läßt kein gutes Haar an den „Bankerotteuren der Emigration“, von denen das polnische Volk nicht das geringste wissen wolle und aus deren Bereichen Leichen- und Modergeruch dringe. Darüber hinaus berichtet die TASS aus Lublin, daß überall in Polen, soweit die' sowjetischen Truppen vorgedrungen seien, jetzt von der Bevölkerung die Forderung erhoben werde, daß' der Lubli- ner Sowjet die vorläufige polnische Regierung werden solle. Man kennt den Dreh zuletzt von Iran her. Eine schwedische Zeitung schreibt, wenn kein Wunder geschehe, werde man bald vor einer von Moskau anerkannten Regierung stehen.
De Gaulle, der jetzt die erste Unterhaltung mit Stalin in Moskau geführt hat, dürfte inzwischen auch etwas klarer begriffen haben, wohin der Hase laufen soll. In einem Londoner Bericht aus Moskau wird festgestellt, daß de Gaulle keine wirkliche Billigung durch die Sowjets finden werde, solange er nicht ernsthaftere Maßnahmen zur „Reinigung“ — will sagen zur Bolschewisierung der Verwaltung vorgenommen und nicht die Kräfte der kommunistischen Widerstandsbewegung völlig in die Entwicklung eingefügt habe. Außerdem wird von de Gaulle gefordert, daß er dazu beiträgt, daß das Franco-Regime in Spanien gestürzt wird, d. h. de Gaulle soll den kommunistischen Kräften in Südfrankreich freie Hand lassen und ihnen seine Staatsautorität völlig opfern.
In Italien schleicht die Bonomi-Krise weiter und steht auch dort im Zeichen der Forderung nach radikaler „Reinigung“ von allem, was die Bolschewisten als „faschistisch“ bezeichnen. Besonders symptomatisch für die politische Generaloffensive Stalins ist schließlich die Tatsache, daß nunmehr auch die sowjetische Zeitschrift „Woina i Rabotschi Klass“ eine Attacke gegen den dänischen Emigrantenausschuß in London reitet und seinen Ersatz durch “einen bolschewistischen „Freiheitsrat“ fordert.
Grenzen kennt die bolschewistische Ge- neraioffensive auf Europa nicht mehr, und die Briten und Amerikaner dürfen dabei je länger, je mehr nur noch dis Roile von Zutreibern spielen. Einzig das deutsche Volk und seine Wehrmacht stellen die unüberwindliche Barriere dar.
Immer neue Uebermsdmngen für General Eisenhower
Dauernd Verstärkung der deutschen Verteidigungsfront im Westen — Feinde vor einem Rätsel
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-Jf dem ganzen Balkan schreitet der Bol- pwisierungsprozeß in schnellem Tempo ;Z. Im serbischen Bereich glaubt sich pün im wesentlichen bereits am Ziel, nach- ••0 dort die Unterwerfung der jugoslawi- pen Emigration unter Tito vollzogen ist. In ■■'amänien ist eine neue Krise ausgebro- deren Sinn ganz offen zutage liegt, pater berichtet, daß das Kabinett Sana- ppi zurückgetreten sei, als die linksgerich 1 psti Parteien eine 1 striktere „Innehaltung
p Waffenstillstandsbedingimgen“, also die
pichst weitgehende Auslieferung an die jpfjets und eine stärkere Säuberung .des ^'altungsapparates von „faschistischen" Renten gefordert hatten. „Faschistisch“ 11 ‘•n bolschewistischen Sinne alles, weis für * Aufreehterhaltung der staatlichen und _-“*hafyichen Ordnung eintritt. Jetzt hat t " General Radescu, ein typischer Reprä- ptant des früheren korrupten Systems, den “p-trag (} er Regierungsbildung übernommen, ü? Engerem weilt bekanntlich der stellver- sowjetische Außenkommissar Wy- als Aufseher in Bukarest. Er wird I, ® e Hände reiben. Auf dem Höhepunkt ^ r * se vurde zu seinen Ehren ein Empfang ^staltet. und der Moskauer Sender be- '-tet darüber: „Der Abend verlief in ge- ^s?ner Stimmung. Reuter berichtet ver- daß die Krise in „inneren Angelegen- i.“ e ?' Rumäniens begründet sei. Daß Bul- 1 e 11 vollkommen-im Schlepptau Mos- ^ sieb befindet, darüber ist kaum noch ’ 0rt zu verlieren.
•» polnischen Streitfall nimmt nicht mehr die geringste zartfüh- 6 Rücksicht auf die große Verlegenheit,
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung bni. Be r 1 i n, 3. Dez. Das alliierte Oberkommando im Westen ist nach Informationen des Londoner Korrespondenten von „Goeteborgs Handes- und Schiffahrtszeitung“ von der Schnelligkeit und dem Umfang überrascht, mit denen Deutschland die Wieuerauffüiiung seiner Streitkräfte an der Westfront durengeführt hat. „Die Militär- sachverständigen, die Presse und die Londoner politischen Kreise scheinen, als die alliierte Offensive vor drei Wochen begann, nicht geiaubt zu haben, daß das Resultat der deutschen totalen Mobilmachung sich so rasch auf die Kriegsentwickiung auswirken würde.“ Man vermutet, wie der Sprecher im Hauptquartier Eisenhowers betonte, daß Deutschland heute mefir Truppen an" der Westfront konzentriert habe als am Tage des Invasionsbeginns. Frontkorrespondenten wollen beobachtet haben, daß deutsche V-Waffen nicht nur zur Bekämpfung der Nachschubknotenpunkte Antwerpen, • Brüssel und Lüttich in verstärktem Maße eingesetzt sind, sondern auch ein direktes Sperrfeuer vor die nordamerikanischen Linien legen. „Alles deutet darauf hin“, so bemerkt „New York Times“, „daß die Deutschen überdies eine außerordentliche Verteidigungswaffe zur Luft aufgebaut haben, nm die Grenzen des Reiches zu verteidigen. Wenn die alliierten Piloten früher vielleicht einmal einen Flug nach Deutschland als einen Spaziergang ansahen, so ist dies nicht mehr wahr. Gerade der Umstand, daß die Luftwaffe jetzt einen beschränkteren Raum zu verteidigen hat, versetzt die Deutschen in die Lage, ihre Jäger T formationen zu konzentrieren und ihre Flakabwehr besonders in der Gegend wichtiger Industrieanlagen zu massieren. Man muß annehmen, daß sich die Verluste der Angreifer in dem Maße, wie sich die Feindabwehr verbessert, vermehren.“
In einer Pressekonferenz des alliierten Hauptquartiers wurde darauf hingewiesen, daß die deutschen Streitkräfte zahlenmäßig vielleicht nicht die Stärke der kombinierten sowjetischen, nordamerikanischen und britischen Truppen erreichten, dafür aber hätten sie jetzt in sehr beträchtlichem Maße den Vorteil der inneren Verbindungslinien. „Sie. werden ein zusammenhängendes Gebiet verteidigen, das völlig unter ihrer Kontrolle steht. Ihre Verbindungswege werden kurz, und die Beweglichkeit ihrer Truppen, soweit sie nicht durch .Lombardierungen beschränkt wird, wird groß sein.“
Neutrale Korrespondenten in London werten diese Feststellungen als Bestandteile einer agitatorischen Kampagne, die das anglo- amerikanische Publikum aus der künstlich entfachten Siegesatmosphäre zurückreißen will, um auf eine Fortdauer des harten und schweren Kampfes vorzubereiten. Es wird betont, daß im Westen ganze Dörfer bis ins kleinste zu einem sinnvollen Verteidigungssystem ausgebaut worden seien. „Unglücklicherweise treten wir nunmehr in die schwierigste Jahreszeit ein und sollen gegen einen Feind -kämpfen, der ohne Anzeichen einer inneren Erschütterung seih Vaterland mutig und geschickt verteidigt“, bemerkt die „New York Times“, um auf „lange, erbitterte, schwierige und blutige Kämpfe“ vorzube- .reiten, .,... ... ..,...
Die gegenwärtige Situation an der Westfront rechtfertigt durchaus diese „realistische Darstellung“ ddr Feindseite. Durch Heranführung frischer Truppen ist eine weitere wesentliche Verstärkung der deutschen Verteidigungskraft bewirkt worden, die sich vor allem im Raum zwischen Eschweiler und Düren in kraftvollen Gegenangriffen äußert. Der OKW-Bericht meldet, daß es an diesem Frontabschnitt gelungen sei, durch Zurückeroberung einiger Höhen die deutschen Stellungen vorzuverlegen. Im gesamten Kampfraum östlich von Aachen gelang es den weiterhin unter starkem Materialeinsatz angreifenden USA-Truppen lediglich im Abschnitt nordöstlich Geilenkirchen in schmalen Abschnitten in das deutsche Hauptkampffeld einzubrechen. Es ist jedoch ein deutliches Nachlassen der Angriffswucht des Gegners festzustellen. Ganz offenbar muß General Eisenhower seinen Truppen eine kurze Atempause gönnen und eine Umgruppierung der Kräfte vornehmen, um die sehr hohen Ausfälle wieder auszugleichen. Die britischen Verbände sind westlich der Maas durch einen mühevollen Meterkrieg im Surppf derartig gebunden, daß die Schlacht bei Aachen heute praktisch nur von den Nordamerikanem geführt wird. Eisenhower kann angesichts dieser Situation jedoch nicht den von verschiedenen USA-Militärkritikem- gegebenen Vorschlag befolgen, ganze Verbände aus den Frontlinien herauszuziehen und im Hinterland aufzufüllen. Er muß vielmehr in die Reihen der angeschlagenen Divisionen fortlaufend Reservekräfte hineinpumpen, um zu verhindern, daß die deutschen Truppen in ihren Gegenangriffen weitere Positionen aus den gewonnenen Linien
Salamis
herausbrechen. Durch diese Taktik wachsen die USA-Verluste ungemein, da die herangeführten Reserven sofort in den Sog der Schlacht gezogen werden und der deutschen Abnutzungsstrategie unterworfen sind.
An der Saarfront und im Elsaß weist das Bild des Ringens gegenüber der Schlacht böi Aachen völlig verschiedene Züge auf. Während die deutsche Verteidigung in der Materialschlacht bei Aachen sich hartnäckig an jedem Meter Boden klammern muß, um ein Vordringen des Gegners auf jeden Fall zu verhindern, dürfen geringfügige Frontveränderungen im Saarabschnitt und im Elsaß ohne größere Besorgnis in Kauf genommen werden, da sich das Ringen hier vor der eigentlichen deutschen Westverteidigungssystemen abspiejt.
* Im “Elsaß-hat - -der noFdame^ksmisslia Vo)t~4~ stoß über die Paßstraße von Markirch bis nach Schlettstadt eine Verengung des Korridors herbeigeführt, der die deutsche Vogesenfront mit der Rheinebene verbindet.
In Schlettstadt tobt ein erbitterter Häuserkampf, in dem die Besatzung der Stadt der Führung die Zeit gewinnt, um eine neue Riegelstellung nördlich von Colmar aufzubauen. Nördlich von Mülhausen - hält der deutsche Sperriegel dem Druck der nach Norden, drängenden gaullistischen Einheiten stand.
Schwerter und Eichenlaub
Führerhauptquartier, 3. Dez. Der Führer verlieh das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberstleutnant Georg Freiherr von Böselager, Führer einer Kavallerie-Brigade, als 114., an General der Artillerie Helmut Weidling, Kommandierender General eines Panzerkorps, als 115. Soldaten der deutschen Wehrmacht, ferner das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Major Klaut von Bismarck, Kommandeur des Grenadier-Regiments 4, Ein Generalleutnant Helmut Reymann, Kommandeur einer ostpreußischen Infanterie-Division, an General der Infanterie Otto W ö h 1 e r, Oberbefehlshaber einer Armeegruppe, als 669.-—671. Soldaten der deutschen Wehrmacht.
Von
Univ.-Prof. Hans Bogner
Wir erleben ln der Geschichte dieser Monate und Tage das Beispiellose — und wir suchen in der Geschichte nach Beispielen. Denn wenn das Ungeheure, das gänzlich Unerwartete geschieht, „steht unser Geist für eine Weile still; wir haben nichts, womit wir das vergleichen“. Und wir wollen, wir müssen vergleichen; das Einzigartige wird dadurch nicht herabgezogen, sondern in seiner Einzigartigkeit erst erkannt und der richtigen Würdigung zugänglich.
Das Urbild für den Ansturm einer überwältigenden Masse von Menschen und Rüstung gegen eine „nur“ an Wert und Haltung überlegene Minderheit und für den schiießlichen Triumph des Geistes und des Opferwillens über die'Zahl stellen für Europa die Perserkriege dar. Es war ja — so wül es dem Späteren scheinen — die Aufgabe und Sendung der alten Griechen, nicht nur in ewigen Dichtungen und Kunstwerken, sondern auch in ihren geschichtlichen Taten und Leiden dem von ihnen begründeten Eu. ropa die großen Urbilder und Beispiele vorzuleben. So hat man das ewig Bedeutsame der Perserkriege immer empfunden; daß hier — und wie hier — Europa über den Osten, die Kultur über die Barbarei, die Haltung über die Masse, der Mensclji über das Material, der überlegene Geist über das blind Mechanische gesiegt habe. Wegen dieser seiner sinnbildlichen Bedeutung strahit der Tag von Salamis in der Geschichte. Schon nach wenigen Jahren haben ihn griechische Dichter verewigt, am tiefsinnigsten Aeschy- lus in den „Persern“, und noch hach mehr als zweitausend Jahren hat ihn Mölderlin in seinem „Archipelagus“ gefeiert; 1
„Denn des Genius Feind, der vielgebietende
' Ferse,
Jahrelang zählt er sie schon, der Waffen Menge, der Knechte.
Spottend des griechischen Lands und seiner wenigen Inseln.“
Reiner und tiefer konnte niemand dem Sinnbild gültige Worte verleihen; der Sinn ist durch die Jahrtausende der gleiche geblieben.
licht als der Sieg selbst aber'ist der Augenblick vor dem Siege; und doch war vielleicht er am meisten verherrlichenswert. Wie war die Lage der Athener, die das eigentliche Verdienst des Sieges haben; kurz vor Salamis? Sie war, um es kurz zu sagen, nach nüchterner Berechnung aussichtslos. Und das scheint doch zu wenig gesagt. „Sage, wo ist Athen?“ fragt Hölderlin; ist
„Deine Stadt, die geliebteste, Dir an den
heiligen Ufern,
Trauernder Gott! Dir ganz in Asche
zusammengesunken?"
Er fragt mit Recht so; Athen war vor seinem Sieg bei Salamis verbrannt und vernichtet.
Die Gewalt der Masse, das Idol der großen Zahl, hat nie, auch nicht im Altertum, seine Wirkung verfehlt. Schon durch die Macht des Daxius, der zehn Jahre vor Salamis seine Truppen nach Marathon sandte, war nach Platos Zeugnis „der Geist der ganzen Menschheit geknechtet". Furcht und Angst lähmten die Völker, als Xerxes mit noch stärkeren Heeresmsissen gegen Europa zog. Er verwüstete das attische Land, er verbrannte die Stadt Athen mit ihren Tempeln und Heiligtümern. Die ganze Bevölkerung mußte vor diesem Ansturm weichen. Frauen und Kinder fanden auf nahen Inseln Zu-
Japaniiche Landungen an! Leyie
Weitere USA-Schiffe versenkt und beschädigt
Blutige Bolschewistenkrawalle
In Athen schweres Feuergefecht vor dem Königsschloß
Stockholm, 3. Dez. Auch in dem von den Anglo-Amerikanern besetzten Griechenland hat Moskau die Straße mobil gemacht. Das britische Reuterbüro meldet am Sonntag, daß die Regierungspolizei in Athen mit Maschinengewehren und Schnellfeuerwaffen einen Feuerkampf mit mehreren tausend Demonstranten bestand, die sich am Königs- schloß in Athen zusammenrotteten. Die Polizei mußte Tausende von Schüssen auf den demonstrierenden Mob abgehen. Mehrere Lastwagen mit Verwundeten und Toten wur. den abtransportiert.
Als ein zweiter Zug der Demonstranten die Straße hinunterkam, verstärkte die Polizei das Feuer, wobei sie Mörser und leichte Pak- Geschütze einsetzte.
Auch in Rom
M a d r 1 d, 3. Dez. Wie Reuter meldet, kam es am Sonntag Im Zentrum Roms in der Nähe des Quirinal-Theaters zu blutigen Zusammenstößen, als Gruppen von Kommunisten politischen Gegnern auflauerten, die von einer Zusammenkunft kamen.
Die Bolschewisten, die „mit Holzhämmern und sonstigen primitiven Waffen versehen waren", stürzten sich auf die Versammlungsteilnehmer. Nachdem es der Polizei, so schließt Reuter lakonisch seinen Bericht, nicht gelungen war, die Menge auseinander
zu treiben, ritten Karabinieri zu Pferde in die Menge hinein.
Über die Verhältnisse in Rom berichtet der dortige Korrespondent der „Göteborgs Handels- und Schiffahrtszeitung“ es werde auf den Hauptstraßen, Roms marschiert. Schuljungen seien zum Schulministerium gezogen und hätten die Streichung der fünften Unterrichtsstunde verlangt, damit sie um zwei Uhr nach Hause gehen können, denn nur zwischen 12 und 2 Uhr gebe es Gas, und daher müsse die einzige warme Mahlzeit def Römer vor 2 Uhr gekocht seih. Frauen aus den armen äußeren Stadtteilen seien zum Kapitol marschiert und hätten gerufen „Wir sind hungrig!“ Am Sonnabend hätten sie ein Ultimatum gestellt: „Wir warten bis zum
15. Dezember. Wenn wir bis dahin nicht mehr Brot und Makkaroni erhalten, werden wir an diesem Tage eine gigantische Demonstration durch die Straßen Roms machen. Wir fordern Brot und Olivenöl sowie niedrigere Preise für Gemüse und Obst!“
In dem von den Anglo-Amerikanern besetzten Teile Italiens, vor allem in Rom, hat sich eine neue Partei gebildet, die sogenannte „Liga der Hungernden“. Ihr sind be. reits eine große Zahl Arbeitsloser sowie Mütter und Witwen beigetreten. Die Partei fordert Arbeit und eine gerechte Verteilung d- Lebensmittel.
Drahtbericht unseres Vertreters
av. Tokio, 3. Dez. Der japanische Großangriff auf die auf Leyte gelandeten USA- Streitkräfte hat noch nicht begonnen, aber die Vorbereitungen für dieses Unternehmen gehen ihrem Abschluß entgegen — erklären hiesige militärische Kreise. Bei Beginn der feindlichen Landungen verfügten die Japaner, wie weiter gesagt wird, über zahlenmäßig weit unterlegene - Kräfte, die außerdem nur einen Bruchteil der schweren Waffen und Panzer des Feindes besaßen. Gerade deshalb wird es als besonderer Erfolg gewertet, daß die Garnison von Leyte in den sieben Wochen solche blutigen Verluste vom Feind forderte und gleichzeitig strategisch günstig gelegene Stellungen auf den Höhen der Insel besetzte, die sie halten kennte, bis eigener Nachschub eintraf. Über die Ausmaße der In der letzten Zeit durchgeführten japanischen Landungen liegen hier keine näheren Angaben vor, doch wird darauf verwiesen, daß General Yamsishita, der japanische Oberbefehlshaber auf den Philippinen, den Kämpfen auf Leyte entscheidende Bedeutung beimißt.
Die japanischen Landungen, die laufend durchgeführt werden, kamen für den Gegner so überraschend, daß sie nur auf äußerst geringen Widerstand stießen. Sie wurden unterstützt durch die dramatischen Einsätze des Kamikaza-Korps im Leyte-Golf un durch die Angriffe der japanischen Garnison, die die Aufmerksamkeit des Feindes auf sich gezogen hat.
Das Kaiserlich-japanische Hauptquartier •tab bekannt, daß eine Spezialluftlandeein- ■■>.cit am 26. November mit vier Transportflug- --"(ren auf dem vom Feinde besetzten Teil der Insel Leyte landete. Aufklärer stellten
fest, daß diese Truppen einen großen Teil der feindlichen Flughäfen erstürmten, und bisher große Erfolge erzielen konnten.
Das Kaiserliche Hauptquartier gibt bekannt, daß die japanische Luftwaffe und Überseestreitmacht vom 30. 11. bis 2. 12. auf der Karmote-See zwischen den Inseln Leyte und Cebu feindliche Streitkräfte angriffen und einen Zerstörer, sieben Torpedoboote und einen Transporter versenkt haben. Außerdem seien vier Torpedoboote schwer beschädigt worden. In dieser Seeschlacht sei ein japanischer Zerstörer verlorengegangen,
50 v. H. USA-Verluste
Stockholm, 3. Dez. Über die schweren Verluste der USA-Truppen auf der Philippinen- Insel Leyte berichtet der nordamerikanische Nachrichtendienst, daß die Amerikaner verschiedentlich durch ungünstige Witterungs- bqdingungen zum Stillstand gebracht wurden. Eine Division, die kürzlich im Kampf stsind, habe in einem Zeitraum von 27 Tagen 50 v. H. Verluste erlitten.
Brasilien
rüstet gegen Argentinien
Genf, 3. Dez. Mit Unterstützung der USA, so berichtet die „New York Herald Tribüne“ in einem sensationellen Artikel, sei eine beträchtliche Zahl brasilianischer Truppen nach Süden geschickt worden, um die brasilianische Grenze gegen Argentinien „zu verstärken“. Die Truppen seien mit modernen Waffen ausgerüstet, die unter dem Pacht- Leih-System geliefert wurden.
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