Ausgabe 
(30.11.1944) 317
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Parieiamlliche Tageszeitung

Das AmlsblaU dm fingierenden Bürgermeistern der Freien Hansestadt Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches VerkündungsbiaH des Reichsstatthalters in Oldenburg und Bremen

Nummer 317 14. Jahrgang

Donnerstag, 30. November 1944

Einzelpreis 15 Rpi.

«Viktorianisches Erbe geopfert

Britisches Weiflbuch über Kriegsverluste Churchills Liquidationsbericht

urahtberlcht unserer Berliner Schriftleitung g Berlin, 29. Nov.Wir haben den sitten Teil unserer Erbschaft aus dem Zeit- * )l£r [j er Königin Viktoria opfern müssen, ute der englische Informationsminister Biffläm Bracken am Dienstag auf einer

Pressekonferenz in London fest.Es gibt taro eine Heimstätte in Großbritannien, die der Kries nicht gezeichnet hat. Es sind etwa jßüionen Zivüisten seit Beginn des Krieges amquartiert worden. Familien wurden «jseiiwndergerissen und über die ganze Erde jerstrent. Es kam zu Massenabwanderungen jer Bevölkerung aus den Gebieten der Süd- w i Ostküste. Die Leute, die Wundertaten in Arbeitsleistungen verrichteten, mußten (ith mit eintönigen Zuteilungen und einer «nifr abwechslungsreichen Kost zufrieden «eben und mußten sich ständig Gedanken Jachen, Bezugscheine für dieses oder jenes erhalten." Wozu solch eine Aufstellung (rr britischen Kriegsanstrengungen? Das Volk spürt sie ja selbst tagtäglich und iird nicht mehr das Bedürfnis haben, daß £ ' * »m das noch besonders breittritt, lüiiij Die britische Regierung hat nach langer *>5 si (orbereitung und nach einer Monate zurück- lebenden Arbeit ein Weißbnch herausge- lAen, das in der Feststellung gipfelt,die teamtkriegsanstrengungen der Bevölkerung Großbritanniens seien größer als die Irgend ins anderen Kriegführenden. Gegen wen steine solch betonte Formulierung gerichtet Bl was bezweckt sie? Weitere Feststellun- iniBrendan Brackens lassen das erkennen: it allen Dominien außer Kanada

_wir finanzielle Abkommen getroffen,

iie bedeutend ungünstiger für uns sind, als iit die USA aushandeln konnten. So erhal­ten die USA z. B. eine ziemliche Menge Waren und Dienstleistungen ohne jfcde Be ahtang von Australien. Oder ein anderes bezeichnendes Zitat:Als der Krieg begann, bitten wir große Geldreserven ln den USA. Mies dieses Kapital wurde den USA über­eignet und das Gold dafür aüsgegeben, die amerikanische Kriegsindustrie aufzubauen. Sollte diese Herausgabe des britischen Weiß- taches eine Vorbereitung für die kommende Abrechnung mit den USA sein? Bas alte Sriegsisstenverteilungssystem ln einem Bündniskrieg wird hier von seiner negativen Seite her beleuchtet. Der Grundsatzwir schlagen die Schlachten, nnd ihr liefert die lanks" bat schon mehrmals in diesem Krieg Vorwürfen oder zur besonderen Herans- [steliung der eigenen Leistung gegenüber dem (erblindeten Anlali gegeben.

bei Nachkriegserörterungen

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"fort» suchten zwischen Engländern und Amerika- x * - ; *! an immer wieder Meinungsverschieden- isiten auf. So hat der starke Ausbau der SA-Handelsflotte große Befürchtungen in igllschen Schiffahrtskreisen hervorgerufen, £s imperialistischen Luftfahrtspläne der iankees für die Zukunft bereiteten den Bri­ten nicht weniger großes Kopfzerbrechen, und :e Jüngsten Ereignisse in diesem Zusammen- !sng haben durchaus nicht zu einer Beruhi- lag Anlaß gegeben: freier Zutritt amerika- ischer Geschäftsleute in Paris, während die siten keine Einreiseerlaubnis bekamen, 100- 'Eüionen-Dollar-Kredit an die holländische aigrantenregierung, Kreditverhandlimgen CSA-Kapitals mit Belgien, Frankreich, iaemburg.

Kun wenden die besorgten Briten jedes t:tel an, um dem amerikanischen Partner -zeigen, daß sie ja mindestens ebensoviel Kien oder noch mehr. Und man meint ein te kindliches Triumphieren hinter jedem i-fument dieses Weißbuches zu hören. Wie cs dem britischen Geschäftsmann und dem britischen Reich überhaupt diese idieii. ^tegenheit ist, geht daraus hervor, daß lei- <!*?' ^ Mglisch 0 , Botschafter in USA, Lord Inh.

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- 4Iax, persönlich mit den folgenden Wor- auf dieses Thema eingeht:Die Ameri- -:. r sprechen immer von dem britischen Pire, als ob es ein riesiger Verband sei, 'f auf nackte Gewalt gestützt, nur von der Deutung lebt und nur dazu da ist, Geld - , i j'-h Großbritannien hereinzubringen, auf 3 dieses kein moralisches Recht hat. Die- v Endr uck besteht weiter, ungeachtet der teche, daß das britische Schatzamt von w>- ^ Teil des britischen Commonwealth

i at 5 tr. Ser Empire auch nur einen Bruchteil eines ^ an Profit erhält. Eine weniger andeu- sondern durchaus scharfe Sprache dagegen dieTimes wenn sie sagt, f 3 ®e USA sich darüber klar sein müßten, alle Tricks vielleicht eine kurzfristige, C ; she Periode des Wohlstandes ln den hervorbringen, über kurz oder lang un-

_ lerlich zu einer Wirtschaftskatastrophe ijfhalb und außerhalb der USA genau wie jr führen müßten. Das klingt aggressiv ; ^ *s klingt doch sehr nach der Sprache Schwächeren, der sich in der Verteidi- «dränpi: f«wt. ein Cbarakterzug. den britische Politik früher nicht kannte.

'ben den größten Teü unserer Erb- w 5ft aas dem Zeitalter der Königin Viktoria JJ*!" müssen" Brendan Brackens Worte len ni»-* nur materiell gemeint zu sondern auch auf die geistige Ver-

Churchills einzusetzen.Sieben 1 Millionen Männer und sieben Millionen Frauen gehen in die Industrie oder sind im Kriegsdienst oder im Luftschutz eingesetzt. Nur verhei­ratete Frauen mit häuslicher Verantwortlich­keit, Kinder, Kranke und Männer über 64 Jahre blieben außerhalb der Kriegs­heranziehung, so wird in dem Weißbuch besonders hervorgehoben.

Einen besonders breiten Raum nehmen die Angaben über die Kriegskosten ein. Sie wer­den eingeleitet durchden SatzDer Krieg erfordert immer mehr Geld. Weiter wird darauf verwiesen, daß England in fünf Jah­ren seine jährlichen Ausgaben vervierfachen mußte und daß sich die Kriegskosten im letzten Jahr auf 5,7 Milliarden Pfund Ster­ling erhöhten. Der Preis,, den Churchill für diesen Krieg zählt, kommt in den Feststel­

lungen zum Ausdruck, daß die Ausfuhrziffer Englands in fünf Jahren um rund 70 v. H. gesunken ist. Ferner mußten alle im Aus­land befindlichen Guthaben, deren Wert auf 1,65 Milliarden geschätzt wird, verkauft und neue Uberseeverpflichtungen im Betrage von 2,3 Milliarden Pfund Sterling eingegangen werden.

Interessant ist, was das Weißbuch über die Schäden und Zerstörungen durch deutsche Luftangriffe sagt. Danach werden von einer Gesamtzahl von 13 Millionen Häusern mehr als vier Millionen zerstört oder beschädigt. Von je drei Häusern in ganz England erlitt eines Schäden, und auf je drei Engländer, die auf den Schlachtfeldern von Singapur bis zur Siegfriedllnle getötet wurden, starb einer an der Heimatfront, so heißt es in dem Bericht wörtlich.

Der Verlust an Schiffsraum auf See wird mit 11,5 Millionen Tonnen angegeben. Es handelt sich hier natürlich, wie üblich, nur um ein Teilgeständnis, denn es ist auch der britischen Regierung bekannt, daß die Ver­senkungsziffer viel höher ist. Immerhin ist es interessant, daß Churchill überhaupt schon Angaben über die Schiffsraumverluste macht, während, wie wir aus dem vorigen Kriege wissen, solche Angaben erst nach Kriegs­schluß veröffentlicht wurden.

Das Weißbuch schließt mit der Feststel­lung, daßungeheure Finanzmaßnahmen nötig waren, um die Kosten dieses Krieges zu bestreiten, und es stellt weiter fest, daß die Deckung der Ausgaben nur durch hohe Besteuerung der Bevölkerung und durch starke Heranziehung des Nationalkapfitals möglich sei.

Brüssel wird in Verteidigungszustand gesetzt

Rqjfter meldet Anmarsch bewaffneter Rebellengruppen auf die belgische Hauptstadt

Drah'bericht unseres Vertreters sch. Lissabon, 29. Nov. In Brüssel herrscht Hochspannung. Die alliierten Mili­tärbehörden haben die Situation nunmehr selbst in die Hand genommen und umfas­sende Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, um in Brüssel Unruhen zu vermeiden. Die Straßen rings um das Parlament und das Regierungs­viertel werden durch Panzerwagen kontrol­liert. An mehreren Stellen errichtete man hohe Barrikaden, um die großen Boulevards abzuriegeln. Wie Reuter berichtet, befinden sich starke bewaffneteltebellengruppen ans der Provinz Im Anmarsch auf die bel­gische Hauptstadt. Belgische Polizei und alliierte Truppen suchen sie var Erreichen des Weichbildes zur Auflösung zn bringen.

In der Kammer spielte Ministerpräsident Pierlot, gestützt auf das Vertrauen der inter­alliierten Militärbehörden, noch einmal den starken Mann. Er erklärte, seine Regierung werdeunnachsichtlich alle Unruhen unter­drücken. Alle Versammlungen und Demon­strationen seien bis auf weiteres verboten. Gleichzeiy,_, v ./.-iie er das in Brüssel er­scheinende KommunistenblattDie rote Fahne noch eimal eindringlich und erklärte, wenn sie ihre bisherige Schreibweise fort­setze, müsse die Regierung ihr Verbot in Er­wägung ziehen. Besonderen Eindruck dürfte diese verklausulierte Drohung auf die Kom­munisten nicht machen. Ferner kündigte der Ministerpräsident an, seine Regierung habe sich mit der Bildung einesRats der be­waffneten und nichtbewaffneten Wider­standsgruppen einverstanden erklärt, das heißt praktisch mit einer zweiten zentralen Regierung. Schließlich erklärte Pierlot, er werde demnächst einen Gesetzentwurf gegen Kriegsgewinnler einbringen. Über die Lebens­mittellage und ihre eventuelle Besserung mußte sich Pierlot aber ausschweigen, da er dazu nichts Tröstliches zu sagen hatte. Die in der Regierung sitzenden Sozialdemokraten haben sich mit dem Generalrat der belgi­schen Gewerkschaften in Verbindung gesetzt und diesen veranlaßt, von dem Streik, der von der kommunistischen und anarchisti­schen Widerstandsbewegung proklamiert ist, abzurücken. Der Generalrat forderte gestern abend die belgischen Arbeiter auf, diesen Streeikparolen nicht weiterhin Folge zu leisten, sondern die Arbeit sofort wieder auf­zunehmen. Von Gewerkschaftsseite wurde darauf hingewiesen, Belgien stehe vor einer Hungerkatastrophe von unvorstellbarem Aus­

maß, wenn die jetzigen Unruhen weiterhin andauem.

Außenminister niedergeschrien

Bern, 29. Nov. Der belgische Außenminister Spaak wurde von der erregten Menge nie­dergeschrien, so wird aus Brüssel gemeldet, als er in einer Versammlung versuchte, die Auffassung der Regierung zu den jüngsten Ereignissen darzulegen. Es kam dabei zu wüsten Tumultszenen und Schlägereien, die de» Minister schließlich zwangen, seine Rede abzubrechen. Die ixmerpolitische Krise nähert sich infolge der immer mehr anwach­senden bolschewistischen Hetze dem Höhe­punkt. Pierlot scheint nach wie vor die Ab­sicht zu haben, den Kampf gegen die Unter­grundbewegung mit allen Kräften dnr ch zu-. führen. Das Polizei- und Militäraufgebot wurde verstärkt, um alle Zufahrtsstraßen

nach Brüssel unter Aufsicht nehmen zu kön­nen. Brüssel und mehrere andere belgische Städte wurden als Sperrzonen erklärt. In Mons wurden zahlreiche Verhaftungen vor­genommen. In Brüssel ist der Straßenbahn­dienst wieder auf genommen worden. Die Kommunistische Partei und die Leitung der Untergrundbewegung setzen jedoch ihre Agi­tation fort.

Mit den RufenGebt uns Brot und Kohle!, Nieder mit Pierlot! zogen Tausende von streikenden Straßenbahnern, Autobusschaff­nern, Telephonistinnen und Eisenbahnern durch dia Straßen Brüssels und demonstrier» ten gegen die Regierung. Ber von den Kom­munisten proklamierte Streik ist noch nicht allgemein, doch sind die politischen Gruppen des. Unken. Flügels . und die - Unteigrund­bewegung eifrig bemüht, ihn mit allen Mit­teln zu erweitern.

Der Führer an die schaffenden Deutschen

. Botschaft zum Jahrestag der NSG.Kraft durch Freude

Berlin, 29. Nov. Dr. Ley richtete folgendes Telegramm an den Führer:Mein Führer! Die heutige Wiederkehr des Gründungstages der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude veranlaßt mich,. Ihnen, mein Führer, zu mel­den, daß viele Millionen deutscher Arbeiter und Arbeiterinnen in Rüstung und Kriegs­produktion mit zähem Willen und gläubiger Einsatzbereitschaft ihre Leistungen von Mo­nat zu Monat steigern. Durch Bombenterror und Feindeinwirkung entstandene Schäden werden von diesen tapferen Menschen durch phantasievolle Improvisationen und in nie ermüdender Tatkraft immer wieder aus­geglichen. Diese einmaligen Leistungen voll­bringt der deutsche Arbeiter in der Gewiß­heit auf eine wahrhaft sozialistische Zukunft. Sie, mein Führer, dem der deutsche Arbeiter gläubig vertraut, sind ihm dafür der beste Garant.

Der Führer antwortete mit folgendem Telegramm, das gleichzeitig eine Botschaft an alle deutschen schaffenden Menschen ist, die heute an der Front und in der Heimat ihre ganze Kraft und ihren unbändigen Willen' einsetzen für den deutschen Sieg: Das, mir aus Anlaß der Wiederkehr des Jahrestages der NS.-GemeinschaftKraft

Franko -Kanadier verbrennen Union Jack

Maßnahmen Mackenzie Kings gegen die streikenden Soldaten

Engländers»on heute hinzu-

j, 'Weißbuch selbst zeigt, daß auch die reu 8 ^ a ^ on gezwungen wurde, den letz- pMaan und die letzte Frau lür den Krieg

Drahtbericht unseres Vertreters

sch. Lissabon, 29. Nov. Die kanadische Regierung hat neue Disziplinarmaßnahmen gegen die müitärischen Demonstranten ange­kündigt Ein Vertreter des Kriegsministeriums" gab bekannt, daß der Sold und die Familien­unterstützung aller Angehörigen der mili­tärischen Demonstranten einbehalten wird, bis sie sich bequemen, den Befehlen der Re­gierung zu folgen.

Uber die Demonstrationen, die, wie schon berichtet, in den letzten drei Tagen in Bri- tisch-Kolumbien stattfanden, werden heute weitere Einzelheiten berichtet. Danach han- delt es sich bei den Demonstranten um französische K a^ n a d i e r .die ih der sogenannten Staatsmiliz . ihrer Wehrpflicht spnüsen aber von der Regierung aus ihrer Heimatprovinz Quebec nach Westkanada übereeführt worden waren. Diese französischen Kanadier verlangen einmal Befreiung von der allgemeinen Wehrpflicht in Ubersee und zweitens die Rückführung in die Stamm- provinz Quebec. Die Demonstranten, die noch nicht zum Dienst zurückgekehrt sind, besitzen starke Waffenvorräte. Das Kabinett Macken­zie King, das sich seiner Schwäche sehr wohl bewußt ist, sucht möglichst ohne Gewalt­anwendung der Krise Herr zu werden. In den 7 >itunaen Kanadas wurde Artikel 7 der kanadischen Kriegsartikel an auffaUcnder Stelle veröffentlicht. Er bedroht jeden Sol­daten, der zu Meuterei oder Ruhestörung auf- reizt mit lebenslänglichem Zuchthaus. Sehr peinlich ist der Regierung die Meldung, daß

bei den Unruhen in Westkanada von den Demonstranten auch der Union Jack ver­brannt worden ist. Im Parlament hofft das Kabinett Mackenzie King, wenigstens eine schwäche Mehrheit zu erhalten und damit im Augenblick Neuwahlen vermeiden zu können.

Streikende

verhindern Abiransporl

Stockholm, 29. Nov. Wie Reuter aus Ottawa meldet, brachen in der Stadt Terrace in Bri- tisch-Kolumbien (700 Kilometer nördlich von Vancouver) unter den französisch-kanadi­schen Truppen wiederum schwere Unruhen in allen sechs Militärlagern der Provinz aus. Hier hatten sich bereits am Sonnabend Kundgebungen gegen die Wehrpflicht ereig­net. Ein Infanterieregiment aus Saskatsche- wan, das zum Überseedienst bestimmt war und von Terrace aus abreisen sollte, wurde von streikenden Heimattruppen mit Gewalt­anwendung bedroht und gezwungen, im La­ger zu bleiben, während die Transportzüge schon zur Abfahrt bereitstanden.

In Ottawa vertagte das Unterhaus nach einer sechsstündigen Geheimsitzung die De­batten über die Wehrpflichtfrage. Während der Tagung gab General McNaughton, der neuemannte Verteidigungsminister, Erläute­rungen über die kanadische Wehrmacht. Die Debatten über den Antrag der Regierung auf ein Vertrauensvotum sollen in öffentlicher Sitzung fortgesetzt werden.

durch Freude übermittelte Treuebekenntnis des deutschen Arbeiters hat mich mit freu­diger Genugtuung erfüllt. Ich weiß, welche Leistungen in der Rüstung nnd Produktion unter härtesten Bedingungen dank der tapfe­ren Haltung der deutschen Arbeiter und Ar­beiterinnen veilbracht werden. Der kulturelle und soziale Aufstieg Deutschlands, der den Neid und die Mißgunst der Feinde erregte, wurde durch den Krieg jäh unterbrechen. Nach siegreicher Beendigung unseres schick­salhaften Ringens werden wir den sozialisti­schen Aufbau des Reiches mit Konsequenz trollenden, denn diesem Ziel einer wahrhaft sozialistischen Zukunft allein entsprechen der Kampf und die Opfer des Ringens, dem alle unsere Anstrengungen gelten.

Verioienc SesherrschaÜ

Von

Vizeadmiral Lützow

Nachrichten zufolge hat die britische Re­gierung in letzter Zeit zur Unterstützung der nordamerikanischen Flotte, die seit mehr als einem Monat besonders in den Gewäs­sern von FormosaTaiwan und den Philip­pinen einen schweren Stand und empfind­liche Verluste erlitten hat, ein Geschwader von etwa fünf Schlachtschiffen nach Ostasien entsandt. Es hat wohl gute Gründe gehabt, wenn die öffentliche Mei­nung in den Vereinigten Staaten dringend nach Unterstützung durch die britische Flotte gerufen hat. Ob diese Unterstützung den Bedürfnissen des britischen Weltreichs entspricht, ist eine andere Frage.

Als sich im Sommer 1941 die politischen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staa­te» und Japan zuspitzten, konnte man sich in London nur zur Entsendung von zwei schwachen Schlachtschiffen, noch dazu ohne Beigabe eines unentbehrlichen' lei­stungsfähigen Flugzeugträgers, entschließen, offenbar aus Sorge vor der Bedrohung der heimischen Gewässer durch unsere schweren SchiffeScharnhorst undGneisenau. Die übertriebene Vorsicht trug dazu bei, der japa­nischen Flotte nach ihrem Sieg über die nordamerikanische Flotte in Pearl Harbour auch noch die Versenkung des britischen Hilfsgeschwaders zu ermöglichen; die Ent­sendung von nur zwei britischen Schlacht­schiffen erwies sich als eine halbe Maßnahme. Wäre man 1941 verantwortungsfreudiger ge­wesen und hätte statt zwei fünf Schiffe geschickt, dann, wäre es der japanischen Flotte ungleich schwerer gewesen, im Laufe eines halben Jahres ihren Machtbereich nordwärts bis zu den Aleuten, ostwärts bis zu den Gilbert-Inseln, südwärts bis Neu- Guinea und westwärts bis Birma auszudeh­nen. Ob die jetzige Entsendung von fünf bri­tischen Schlachtschiffen imstande ist, das Versäumte wieder einzuholen, ist fraglich.

Vor allem aber ist es höchst zweifelhaft, ob diese Entsendung jetzt noch geeignet ist, auch nur einen angemessenen Teil der früher starken und gewinnbringenden Stellung der Briten in den Ländern Ostasiens wieder- zugewlnnen. Auf dem ostasiatischen Fest­land haben die japanischen Heere in den letz­ten Monaten ungeahnte Erfolge errungen und dadurch nicht nur die Aussichten Tschiang- kaischeks, sondern auch die der . Nord­amerikaner und Briten verschlechtert. Nach allgemeiner Erfahrung darf man annehmen, daß dies Ergebnis daß Mißtrauen Tschiang- kaischeks gegenüber den Vereinigten Staaten vertiefen wird. Die Erörterungen 'in der nord- amerikanischen Öffentlichkeit über die Not­wendigkeit, zur Abwehr der im Frieden wie­der drohenden Arbeitslosigkeit schon jetzt auf die Sicherung volkreicher Absatzmärkte für eine erheblich gesteigerte Ausfuhr bedacht zu sein, waren schon lange geeignet, Tschung- king-China darauf aufmerksam zu machen, daß der herrschenden Geschäftswelt in den Vereinigten Staaten än einer Stärkung der Macht^Tschiangkaischeks nur insoweit ge­legen ist, als sie dem nordamerikanischen Einfluß nicht unbequem sein oder werden kann.

Die Begehrlichkeit der Nordamerikaner hin­sichtlich Ostasiens will aber natürlich auch den britischen Geschäftsmann, der dort noch

Explosionskatoslrophe Verlust iiir Englands Krieg

100 Meter tiefer Trichter Furchtbares Chaos

Drahtbericht unseres Vertreters

hw. Stockholm, 29. Nov. Die Aufräu­mungsarbeiten am Schauplatz des furcht­baren englischen Explosionsunglücks bei Bur- ton-on-Trent, wo bekanntlich ein großes un­terirdisches Fliegerbombenlager aus geheim­nisvoller Ursache in die Luft flog, sind noch in vollem Gange. Die amtliche Darstellung geht dahin, eine einzelne kleine Bombe sei aus Zufall explodiert und der Luftdruck habe das ganze Depot zur Explosion gebracht. Der Wert des Lagers habe sich auf mehrere Mil­lionen Pfand belaufen und die Masse der Bomben sei ausreichend gewesenfür meh­rere hundert Großangriffe gegen Deutschland. Amerikanische Agenturen verbreiten sen­sationelle Darstellungen vom Hergang der Katastrophe, die große Gebiete in weitem Umkreis wie ein Erdbeben erschüttert habe. Um den Unglücksplatz selbst herrsche ein furchtbares Chaos.

Einer der Rettungsarbeiter gab United Preß eine Schilderung, in der es heißt:Es war furchtbar und phantastisch. Unter uns sprang plötzlich der Erdboden in die Höhe, ein ganzer Hügel verschwand und ein anderer entstand. Es war unmöglich, in die Nähe der Explosionsstelle zu kommen, aber wir konn­ten von fern in einen gewaltigen Krater blicken. Große Menschenmengen, vor allem Frauen, umdrängen nachts das von der Mili­tärpolizei abgesperrte Gebiet. Die Behörden lehnen jede Auskunft über die Zahl der Opfer ab. Dutzende von Personen seien un­auffindbar, aber es sei unmöglich zu sagen, ob sie einfach atomisiert oder nur geflüchtet seien. Außerdem sei es den Rettungsmann­schaften noch immer nicht gelungen, das Gelände wirklich abzusuchen.

Reuter berichtet, dqr Schauplatz der Ex­plosion ähnelt einerWüste 1 '. Der Haupt­trichter, der eine ganze Farm verschlang, ist 100 Meter tief. Die Rettungsarbeiter erklär-' ten, daß über 100 Leichen noch nicht aus­gegraben wurden.

Reuter meldet ferner aus Burton-on- Trent,

daß die Rettungsarbeiten auf dem Schauplatz des in die Luft geflogenen Bombenlagers wahrscheinlich in Kürze eingestellt würden. Die ' in den Munitionsstollen begrabenen Männer liegen unter Tausenden von Tomen Erde, so habe einer der ersten Ärzte, die auf dem Schauplatz des Unglücks eintrafen, erklärt. Es würde Hunderte von Männern wochenlang beschäftigen, wem sie sich zu einigen der Stollen in diesem Bombenlager durcharbeiten wollten; Aller Wahrscheinlich­keit. nach werden die Behörden die Hoff­nungslosigkeit des Unterfangens einsejjeh und eine Einstellung des Rettungswerkes anordnen.

Vor Leyfe versenkt

Tokio, 29. Nov. Am Morgen N des 29. Nov. griffen japanische Lufteinheiten den feind­lichen Flugplatz auf Saipan an, wobei sie an vier Stellen Brände verursachten. Ferner wird gemeldet, daß bei einem Angriff auf feindlichen Nachschubverkehr in der JBucht von Leyte am 27. November zehn feindliche Schiffe versenkt oder beschädigt wurden. Drei japanische Flugzeuge sind von dieser Aktion nicht zurückgekehrt. Einheiten der japanischen Luftwaffe versenkten, einem Frontbericht zufolge, am 28. November einen großen feindlichen Transporter und- ein Landungsboot westlich von Leyte. Am glei­chen Tage griffen sie feindliche Streitkräfte im Gebiet von Babay an und fügten ihnen schwere Verluste zu.

Schlaganfoll

Stockholm, 29. Nov. Der finnische Wehr­minister General Waiden erlitt in der Nacht zum Dienstag einen Schlaganfall, als er von einerwichtigen Beratung heimkehrte. Der Zustand des Wehrministers Waiden soll zu Befürchtungen Veranlassung geben. Bei den wichtigen Beratungen dürfte es sich üm neue sowjetische Forderungen gehandelt haben.