Issue 
(29/11/1944) 316
Page
1
 
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

?>t,

>4

viel

*S

Bko]

°OS|i;

m

.^int 6mal wöchentlich

lKS> 31

istezug

2,30 RM einschl. ZusteU-

postbezugsprels monatlich

21 Rpl. Post-

.biib r;

bM (einschl.

..ngsgebühr) zuzügl. 36 Rpf. Be- ^eli Postscheck: Hamburg 172 72.

iTM*S enpreise " nd Aufna,lmebedin -

- aut Preisliste. Auinahme-

fJ »l eD

, '

H'i

v eibr

termine

ohne Verbindlichkeit

Bremer Mtung

Bremer 91adirid)tcn ^

GescHäftgstellem

Bremen: Geschäftsstelle und Schrift­leitung: Geeren 6-8, Ruf 2 19 31; Nacht­ruf und sonntags 2 4111; Syket Mühlendamm 2; Bremen-Hemelingen: Bahnhofstr. 6, Ecke Poststraße, Ruf 4 34 58; Bremen-Vegesack: Rohrstr. 24, Ruf 4 und 8; Bremen-Blumenthal: Kapit.-Dallmann-Str. 41-43, Ruf 88 u. 89

parteiamtliche Tageszeitung

P0 AmteblaU des Regierenden Bürgermeisters der Freien Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblaü des fieichsslaüh alters In Oldenburg Und Bremen

minner 316 14. Jahrgang

Mittwoch, 29. November 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

Abwehrmassierung bei Aachen

Neue Schlachtenphase Eisenhowers Nachschubschwierigkeiien Bewegungskämpfe im Elsaß

^esta,,

unserer Berliner Schrlftleitung

und jp wttM- 1 '-

3 , r iin, 28. Nov. Die Schlacht bei Untere ^ jst nach dem Einsetzen klaren Win- ts, uu t jj) eine neue Phase gerückt, die und neue Panzerdivisionen

K?! «Etters in «

ifh z*®*.

r r«.PTS in

Qjjttrs in neuerlichem Ansturm gegen X>litk. 8 djutsclien Verteidigungsstellungen sieht. Wd ? ^te Oberkommando konnte den icr aajtschlagenen Truppen der 2. briti- I der 1. und 9. nordamerikanischen nur sehr wenige Tage einer Atempause

da die erste Phase der Schlacht Zeitfaktor auszuschalten ver-

st u, G| ,>i jenen

a . l-i ', fi der ursächlich für die November- j j ^ 1 e j n überhaupt maßgebend war. Die an- fe-i itsde n Divisionen mußten in ihrem fort- «.Ky (jiden Ansturm seit dem 16. November - erkämpften Kilometer Boden mit etwa ! fotcn bezahlen. Trotz der Bereitschaft, sit Ir» i Opfer hinzunehmen, trotz der außer- !il- ;;;| [geben Materialmassierung und einer «iifet Luftwaffenunterstützung gelang es ;:; <i Gegner jedoch nicht, den erstrebten jj :® 1 jbruch zu erzwingen, so daß die ur- : ^ jlich zur Auswertung eines Durch- -It'.j Erfolges vorgesehenen Reserven heute fest 3 || jn Durchbruchskämpfen stehen, dabei Ti |t e deutsche Verteidigungsstellung vor 9 haben, die als schier unüberwindlicher ' iangesehen werden muß.

(Bewegungskämpfe im Elsaß verdeut- li 3 ' me sehr die deutsche Führung ihr r ,,, iffl ierk gerade auf den Frontabschnitt n gais jschen richtet, wo die stärkste Abwehr- jgelassa vorgenommen wurde, unterstützt ugeiäf*' fest rs:

üdi -teilen Wehrmacht in diesem Krieg be­stellt worden ist. Die schmerzlichen Ge- ü, die sich deshalb angesichts der Ent- 1,1 l£mg im Elsaß einstellen mögen, können lodi keineswegs die Bedeutung des bisher men Abwehrerfolges hei Aachen und

Artillerieaufgebot, wie es in dieser ie"wohl bisher an keiner Stelle von der

ibgjjjjfl

.f 1f e"stritegische Aufgabe in den neuen am ärnpfenschmälern. In diesem Kampf geht I. sc« , um die lebenswichtigsten Zentren des Ehe die des besonderen Schutzes bedür- s w i um deren Erhaltung willen selbst ie. J IT o;vH an anderen Frontabschnitten in ün'pffi af genommen werden müssen, miclic s v Abwehrerfolg in der ersten Phase der S- dacht hat die deutschen Soldaten mit tief- jehrünr: 2 Vertrauen erfüllt,denn wenn dieser sensturm einer gepanzerten Wand auf der ,|j 1E j und in der Luft abgeschlagen werden a. i Ita :!e, ohne daß wir dem Gegner Gleich' " f ®"i iees in der Luft entgegensetzen konnten, ! ii"i wievld mehr werden wir mit ihm fertig ue.IUj den, wenn die Bedrohung aus 'der Luft ischränkt oder gebannt ist, schreibt :jS ie ein deutscher Kriegsberichter. Diese - s osicht wird nicht unwesentlich auf die v a'moral des deutschen Soldaten ein wir 1

JS-.

iJiiÄäer nicht mehr - i, dieses Krieges

aE ''*4 i Gefühl ausgeliefert ist, daß seine Haut 1 i in ihrer Härte den Vergleich mit nord-

il.: V

! O j. | statischem Panzerstahl auszuhalten hat. Jkf'ia Ausrüstung des deutschen Verteidigers i ät. Hc;i (llkommnet sich zusehends. In der afeAh acht bei Aachen sind neue Volks- ip z'Ü'(tiekorps eingesetzt, die unter dem glei-

iCk

.: r

wie zu verschiedenen dem oft nur subjek-

l. im Ss! s Gesetz wie die Volksgrenadierdivisionen

oSir ; bn.

I D«» f ,

1 9lj iüsischen haben darüber hinaus die deut- 0 V-Waffen ihre weitreichende Wir- smöglichkeit bewiesen. Sie vermögen dem l. er ernsthafteste Nachschubschwierigkei- ' ;; :bereiten. Brüssel ist ein Straßenknoten- rdeict £ erster Ordnung, ebenso auch Schmtt- DafiS. r wichtigsten Eisenbahnstrecken von [AM/ ® eich mim Nordflügel der Westfront, he in. ; bh kann als der entscheidende vorge- " ae Verkehrsknotenpunkt der Schlacht ' l,äctlen angesehen werden, von dem aus Ö lj- . 51 vor allem die zwei Parallelbahnen der r a ' 9 wff' front nach Metz und nach Verdun über laufen. Beide Bahnen sind für die

b d »*

Br .-®'* 8

jl. Btf j Verschiebung von Eingreifreserven von *£;? ^«r Bedeutung, beide Bahnen liegen -i v im Feuer der deutschen V-Waffen.

j j.,j Nichts dieser Entwicklung scheint es li. t : f begrenzter Zeit zu sein, bis die

S ®o!?e dieser über 500 Kilometer hinweg ® li.* Waffen eine Schnelligkeit auf

r Oci die einen Einsatz der V-Waffen auch « 3 . 11 . 1 / v 8 Trnppenansammlungen und Panzer A- .. h "'udezuläßt. Eine Massierui

s Massierung dieser Fem- *^ m >ttel kann also zu einer äußerst ge- ; Störung des Nachschubs der West- <41 führen, zumal die Zielgenauigkeit 6,8 frößer wird.

H Reilos haben diese Überlegungen bei der Einleitung der zweiten Phase der .? jf ht be i Aachen im alliierten Oberkom- . zugrunde gelegen. Der neuerliche

. i 8 -f richtet sich vor allem gegen den ..'^hnitt von Jülich, aber auch im vrfC : j,*,n Hürtgen wurde beiderseits der .fM 1 1 Bactl Mren schwer gekämpft. Orte % V. t ^°au, Kirchbach und Bourhetm waren

^' sa?Tif fspunkte und Abwehrplätze.

Ijep. ;;'«Wicklung am Südflügel der West- (*'' (j urch dle deutsche Anpassung

dur ch die feindlichen Einbrüche bei

an der Schweizer Grenze 3 e ~

Lage geEemizeichnet. Zur Ab- ' ,Ji S der notwendig gewordenen Be-

nach Norden wurde die ZU' fangende Front, die sich bisher aus ' auai von Sierck über <ien Abset

von St. Avold zum Bitschwald zog, südlich von Hagenau bis an den Rhein fortgesetzt. Hinter dieser Frontlinie befinden sich vor­bereitete Stellungen, die sich in der Folge­zeit als sehr nützlich erweisen dürften. Wenn heute im Raum östlich Sierck und Finstlin- gen deutsche Absetzbewegungen gemeldet werden, so zielen sie auf eine volle Nutzung dieser vorbereiteten Stellung hin, die weit im Vorfeld der ursprünglichen deutschen West­befestigungen verlaufen. Im Rahmen dieser Operationen wurde auch St. Avold aufge­geben. Versuche des Gegners, durch einen Vorstoß bei Lützelstein, nördlich von Zabem, in die Flanke dieser neuen deutschen Front zu gelangen, wurden durch deutsche Gegen­angriffe abgewiesen.

Südlich dieser neuen deutschen Frontlinie erstreckt sich das große Schlachtfeld der Be­wegungskämpfe bis zur Schweizer Grenze. Nachdem es den Franzosen im Raum der Burgundischen Pforte gelang, den Sperriegel bei Delle zu durchbrechen und mit den ab­geschnittenen drei Divisionen im Raum von Altkirch-Mülhausen Verbindung aufzuneh­men, und nachdem die Nordamerikaner durch die Zaberner Senke weitere Kräfte zu schleu­sen vermochten, sind jetzt die deutschen Truppen auf den Vogesenkämmen gezwun­gen, nach zwei Richtungen zu kämpfen. Die französisc .--srdamerikanischen Operationen haben zweifellos das Ziel, die noch in den Vogesen stehende deutsene Kampfgruppe ab­zuschneiden. Diesen Truppen steht jedoch

noch eine breite Pforte zum Rhein zwischen Colmar und Schlettstadt zur Verfügung, die ebensowohl zur Räumung wie zum Heran- führen neuer Verbände aus dem Raum öst­lich des Rheines benutzt werden kann, wenn eine derartige Verstärkung durchgeführt werden sollte.

Die Nordamerikaner stießen aus dem Raum von Straßburg sowohl nach Norden gegen Hagenau als auch nach Süden vor, um sich mit den aus dem Raum von Mülhausen nach Norden drängenden französischen Truppen zu vereinigen. Sie kamen bei bis zu einem deutschen Sperriegel zwischen Erstem und Barr. Die gaullistischen Truppen konnten aus dem Raum von Mülhausen nur unwesent­lich nach Norden vorrücken.

Krisenslimmimg in Kanada nimmt größere Ausmaße an

Um die hohen Verluste der kanadischen Soldaten in Europa

Drah*bericht unseres Vertreters I

sch. Lissabon, 28. Nov. Die kanadische^ Krise hat sich weiter zugespitzt. Premiermi" nister Mackehzie King hat eine Geheim­sitzung des Parlaments einberufen, in der die Frage der Ausdehnung der allgemeinen Wehrpflicht und damit zugleich über die Vertrauensfrage entschieden werden soll. Mackenzie King mußte der Öffentlichkeit mitteilen, daß er den zurückgetretenen Luft­fahrtminister Power nicht dazu bewegen konnte, seinen Entschluß rückgängig zu machen. Mackenzie King wandte sich in einem beschwörenden Aufruf an das Land und erklärte:Kanada steht vor chaotischen Zuständen, wenn das Parlament sich in der Frage des Wehrgesetzes nicht hinter die Re­gierung stellt. Er wies darauf hin, daß 16 000 Mann schnellstens an die Front ge­schickt werden müßten, die dringend des Er­satzes bedürfe.

Mackenzie King steht zwischen zwei Feu­ern. Auf der einen Seite bekämpfen ihn die Gegner der allgemeinen Wehrpflicht, auf der anderen Seite erklären ihre Anhänger, daß sein Kompromiß unzulänglich sei. An die Spitze dieser Kreise hat sich der ausgeschie­dene Kriegsminister Ralston gestellt, der die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht für den Dienst in Übersee verlangt. Es ist be­zeichnend, daß die Aussprache über diese Dinge in einer Geheimsitzung stattfinden muß, da die Regierung nicht in der Lage ist, ihre öffentliche Diskussion zuzulassen, ohne eine Explosion im Lande hervorzurufen.

Die Notwendigkeit einer Geheimsitzung läßt ferner den Schluß zu, daß die Erklärung des zurückgetretenen Luftfahrtministers, wo­

nach die nationale Ehre es nicht erfordere, daß kanadische Truppen jede Stunde und jeden Tag im Einsatz stehen, ihren Eindruck im Parlament nicht verfehlt haben dürfte: Powers Erklärung richtete sich gleichzeitig gegen General Eisenhower, dessen Strategie es sei, innerhalb von 24 Stunden Ausfälle zu ersetzen. Ständig müßten die Bataillone neu aufgefüllt werden, da Eisenhower pausenlos und ohne jede Rücksicht auf Verluste seine Truppen ins Feuer schicke. Es wäre ah der Zeit, die Aufmerksamkeit der kanadischen Frauen und Mütter auf diese blutige Stra­tegie Eisenhowers zu lenken, der, um seine Pläne zu verwirklichen, die Verstärkungen in den Schlachtentod treibe. Wenn gesagt würde, daß andere Alliierte noch höhere Verluste hätten als Kanada, so könne er nur die Frage stellen, ob es der Sinn des Krieges sei, Rekorde an Verlusten aufzu­stellen.

In Ottawa ist es wieder zu Tumulten ge­kommen, als eingezogene Soldaten einen De­monstrationszug gegen die Uberseedienst­pflicht veranstalteten. Aus Prince Rupert in Britisch-Columbien wird ferner gemeldet, daß drei kanadische Regimenter in einen Sitz­streik eintraten, um gegen den Einsatz in Übersee zu demonstrieren.

Englands schwierigstes Jahr

Drahtbericht unseres Vertreters

kl. Stockholm, 28. Nov. Der britische Ma­rineminister Alexander hielt eine bemerkens­wert pessimistische Rede. Er versicherte, daß Großbritannien noch lange nicht über den Berg sei. Die Lage sei zwar hoffnungsvoller

Folgenschwere Explosion in England

In die Luft geflogenes Munitionslager verursachte größte Verwüstungen

Drahtbericht unseres Vertreters ost. Stockholm, 28. Nov. Unter den stren­gen Zensurbestimmungen, die heute in Eng­land herrschen, darf die englische Presse über die Wirkung der Beschießung Londons mit V-Waffen nur gelegentlich und eine gewisse Zeit berichten. Zwei solcher Meldungen aus London liegen heute vor. Danach traf kürz­lich eine V-Bombe ein Warenhaus in vollem Betrieb und zerstörte es. Die Explosion rief auch große Zerstörungen in der Umgebung hervor und verursachte auch im Innern des Stadthauses, zahlreiche Schäden.

Eine weit größere Explosion trat, wie' schon kurz gemeldet, in dem nordenglischen Ort Barton-on-Trent am Montag ein, wo ein Mu­nitionslager der Luftwaffe in die Luft flog. Augenzeugen berichten, daß die Kraft der Explosion so unerhört war, daß' die Gebäude in der Nähe einfach von der Bildfläche ver­schwanden. Das gesamte Gebiet um die in die Luft gesprengten Anlagen sah aus, als ob dort ein Erdbeben oder ein gewaltiger Luftangriff stattgefunden hatte. Die Erde sei überall in weitem Umkreis mit Schutt bedeckt. Viele Bauernhöfe seien vollständig vom Erd­boden verschwunden. Die Bergungsmann­schaften arbeiteten fieberhaft, um die unter den Trümmern Begrabenen zu retten. Die kleine Stadt Barton-on-Trent, die wegen ihrer Brauereien bekannt ist, wurde von der Ex­plosion stark erschüttert. Reuter meidet heute, daß infolge der Explosion durch die Erdober­fläche hindurch Bomben in die Luft geschleu­dert wurden, die in der Umgehung nieder­regneten und weitausgedehnte Zerstörungen anrichteten. Ein großer Teil von Burton-on- Trent ist schwer beschädigt. Die Explosion wird als das folgenschwerste Unglück des Krieges bezeichnet. Bisher sind ihr 220 Tote zum Opfer gefallen.

Die Zahl der noch Verschütteten wird zur Zeit mit 60 Personen beziffert. 26 tote Zivi­listen sind identifiziert, aber, so heißt es in dem Reuter-Bericht weiter, viele Personen seien noch vermißt und man wisse nicht, was mit ihnen geschehen sei. _

Der Bericht meldet abschließend:Die ganze Umgebung sieht aus, als hätte sie stun­denlang unter unaufhörlichem Artillerie­beschuß gestanden, überall sind Krater, die Fabrikgebäude in der Nähe des Lagers ver­schwanden einfach in der Luft. Der Gebaude- Vipr aus schaden erstreckt sich auf viele Meilen im

pen sind zu den Räumungs- und Rettungs­arbeiten herangezogen worden. Sie sind mit Antigasgeräten ausgestattet' und versuchen einen Tunnel durch die Erde und die Trüm­mer herzustellen.

Wie sich aus einer weiteren Reutermeldung ergibt, handelte es sich bei dem in die Luft geflogenen' Bombenlager in Burton on Trent um ein riesiges Lager der britischen Terror­bomber, die die deutschen Städte verwüsten. Ein dort eingesetzter Ingenieuroffizier er­klärte dem Reutervertreter:Der Gesamt­wert der in die Luft gegangenen Bomben muß viele Millionen Pfund betragen. Es wa ren dort genug Bomben für zahlreiche Groß­angriffe auf Deutschland eingelagert. Man nimmt jetzt an, daß eine der Bomben expio diert ist und der Luftdruck als Zünder für alle übrigen wirkte.

Londons Zerstörungen

Genf, 28. Nov. DieNew York Times geben einen Lagebericht über die Verhältnisse, un­ter denen die Londoner heute leben müssen. Die Engländer, so schreibt die Zeitung, sagten einstmals, daß ihr Heim ihre Burg sei. In den letzten sechs Jahren sei die Entwick­lung aber dahingegangen, daß der Keller oder der Andersön-Luftschutzraum oder auch das Metropolitan-Hotel, falls der Engländer sich einen solchen Aufenthaltsraum lei­sten könne, seine Burg darstelle. Wenn der Luftschutzkeller über seinem Kopfe zu­sammengebrochen sei, dann finde er viel­leicht bei seiner Schwiegermutter oder im nächsten Untergrundschacht einen Zu­fluchtsort. Die eine Million Häuser, die in London beschädigt oder durch Feindeinwir­kung im Verlaufe der letzten sechs Jahre zer­stört worden seien und andererseits .die Rückständigkeit der Bautätigkeit bildeten pmp« der vordringlichsten Nachkriegspro­bleme, vor die sich die britische Regierung gestellt sehe. Die früheren britischen Re­gierungen strebten danach, dieses Land *n einer Heimstätte für Helden zu machen, aber die dringendste Aufgabe für die Churchill- Regierung werde jetzt sein, ee für dieüber­lebenden geeignet zu gestalten. Um dieses Projekt durchzuführen, benötige man 600 Millionen Dollar, da 4 MUlionen Häuser ge­baut werden müßten. Das Problem sei so brennend geworden, das sich selbst Churchill mit dieser Frage beschäftigen muß.

als-zu jener Zeit, da Churchill den Briten Blut, Schweiß und Tränen prophezeite, aber das Jahr 1945 werde das härteste und schwerste aler Kriegsjahre sein, und zwar mit Rücksicht auf das Mannschaftsproblem, das sich immer schwieriger gestalte und auch durch die fortgesetzten'deutschen Angriffe. Alexander sagte:Wir müssen hundertpro­zentig entschlossen sein, alle Prüfungen zu überstehen.

Die Kämpfe im nördlichen Teil der West­front werden immer schwerer, stellt Scru- tator inSunday Times fest.Die Deutschen haben dort schwere Artillerie und, ausgezeich­nete Truppen eingesetzt, die um jeden Zoll Boden kämpfen. Werden sie an einer Stelle zurückgedrängt, so machen sie einen Gegen­angriff nach dem anderen, um das Gelände zurückzuerobem. Die Alliierten haben drei ganze Armeen an dieser schmalen Front an­gesetzt, um ' feinen äußerst starken Druck auszuüben; aber trotzdem kommen sie nur ganz langsam vorwärts.*.

1,8 Millionen im Siellungsbau

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung bm. Berlin, 28. Nov. Über die gewaltigen Arbeitsleistungen des Stellungsbaüs, der nach dem ostpreußischen Beispiel im gleichen Umfang auch den Westen, Südosten und alle anderen Grenzgebiete des Reiches umfaßt, sind erstmals Zahlenangaben verfügbar. Ins­gesamt stehen heute 1,7 bis 1,8 Millionen Ar­beitskräfte im dauernden Einsatz. In dieser Zahl sind neben einer Million fremdvölki­scher Arbeitskräfte 400 000 deutsche Männer und Frauen, 165 000 Jugendliche und 125 000 örtlich gebundene Angehörige der Wehr­macht, der Waffen- ff, der Polizei, des R.A.D. und der Organisation Todt sowie 47 000 Führungskräfte enthalten. Die deut­schen Arbeitskräfte rekrutieren sich nicht nur aus den betroffenen Grenzgebieten, sondern wurden zum Teil auch den innerdeutschen Gebieten entnommen. Neben ihrem Dauer­einsatz stehen jene Leistungen, die zahlen­mäßig schwer erfaßbar sind, da sie an ein­zelnen Wochentagen oder zum Wochenende freiwillig von unzähligen Frauen, Männern und Jugendlichen vollbracht werden.

Politische Wissenschaft

Von

Dr. Heinrich Hahne

Im Kampf um die Neuorientierung der gei­stigen Situation unseres Volkes entbrannte zur Zeit d^r Machtübernahme der Streit beson­ders heftig um die Stellung der Wissenschaft. Das war verständlich, weü die geistigen Be­lange als die äußersten und feinsten Spitzen der Kultur anzusprechen sind und demgemäß sich ihre Erscheinung in Beweis und Gegen­beweis einem groben und voreiligen Zugriff leichter entziehen als die handfesten Formen des alltäglichen Lebens. Inzwischen haben vor allem die Kriegsjahre mit ihren realen Not­wendigkeiten Klärungen und-Lösungen ge­bracht, mit denen man in den dreißiger Jah­ren, als der Streit um die politische Wissen­schaft schon zu einem akademischen Disput zu verblassen drohte, kaum noch rechnen mochte.

Es hat sich erwiesen, daß man damals die Forderung nach einer politischen Wissen­schaft teilweise mit Recht falsch ver­stand; daß andererseits die großen Gesichts­punkte, aus denen die politische Wissenschaft gefordert wurde, der Wissenschaft traditionel­len Stils noch gar nicht in den Blick gekom­men waren; denn die politische Wissenschaft ist eine Forderung des politischen Kampfes, während die zünftige Wissenschaft der letzten Jahrhunderte ein wesentliches Merkmal ihres Daseins eben in einer betonten Absonderung vom politischen Leben sah. Beide verbinden zu wollen, galt geradezu als dilettantisch.

Heute ist diese Kluft nicht nur überbrückt, die politische Wissenschaft ist vielmehr schon praktisch verwirklicht und erfüllt, teilweise ohne es selbst recht zu bemerken, in vollendeter Weise die an sie gestellten Forde­rungen. Die große Wissenschaft großer Zeiten war immer eine politische Wissenschaft. Theo­retische Schwierigkeiten, die im Zusammen­hang mit dieser Frage auftraten, kannte das lebendige Leben riieht. Eine Schwierigkeit, ein Mißverständnis der wissenschaftstheoreti­schen Überlegungen war es, anzunehmen, daß das Merkmal der politischen Wissenschaft darin bestünde, daß sie ihre Ergebnisse und Arbeitsweisen vor einem möglichst großen Fo­rum ausbreite und sie jedem Willigen, der zu­meist seinen Beruf in .durchaus anderen Be­reichen gefunden hatte, antrage. Ein Miß­verständnis entstand besonders auch um die Objektivität der Wissenschaft, des weiteren um die notwendigen Voraussetzungen in den wissenschaftlichen Folgerungen.

Es ist klar, daß die Befriedigung des öffent­lichen Interesses 7 ein untragbarer Ballast für Wissenschaft und Wissenschaftler sein würde; denn schließlich gehören zum Leben in der Theorie ganz bestimmte Voraussetzungen per­soneller und allgemeiner Art, die eben nicht jedermann mitbringt, eine Bedingung, die übrigens auch für jeden anderen Beruf schlechthin selbstverständlich ist. Sie läßt sich nicht erzwingen. Der Ballast, der sich bei einer Publizierung der Wissenschaft erge­ben würde, müßte vor allem die methodische Strenge, die Exaktheit und Gründlichkeit der Forschung belasten. Daß sie einem gewissen Bedürfnis der Zeit entgegenkäme, beweisen die vielen allgemeinen Darstellungen aus dem Bereich der Forschung, die in den Unterhal­tungsmitteln der Gegenwart auftauchen. Da­gegen ist natürlich nichts einzuwenden. Aber die unterhaltende, nur belehrende Darstellung wissenschaftlicher Fragen ist selbst keine Wissenschaft und auch keine politische Wissenschaft.

Daß der schöpferische Forscher in einer breiten, allgemeinen Darstellung seiner Tätig-

Hungerkalaslrophe im beselzSen Sadholland

Engländer und Amerikaner lassen die Bevölkerung verelenden

Drahtbericht unseres Vertreters sch. Lissabon, 28. Nov. Während die ganze Welt heute von den Revolten und Unruhen in Belgien spricht, deren letzte Ursache die mangelhafte Ernährung der Bevölkerung ist, hat man bisher die weit schlimmere Hunger­katastrophe übersehen, die über den von den englischen Truppen besetzten Teil Süd­hollands hereingebrochen ist. Erst heute gibt die britische Militärzensur Berichte über die Lage in Südholland frei. Schon vor einigen Tagen hatte allerdings der holländische Ge­neral Kruls darauf hingewiesen, daßdie Er­nährungslage in gewissen Orten des besetzten Hollands schlimmer sei als zur Zeit der deut­schen Besetzung. Er hatte weiter erklärt, wirkliche Unruhen seien zwar noch nicht ausgebrochen, aber der Hunger habe in man­chen Ortenakute Formen angenommen. Wer die diplomatische Sprache einigermaßen versteht, konnte sich bereits denken, welches Ausmaß von Elend und Leid sich hinter den vorsichtig formulierten Feststellungen ver­birgt. Heute wird von englischer Seite zugege­ben, daß in Südholland mehr als zwei Mülio­nen Menschen unter dem Existenzminimum leben müssen und daß im besetzten Gebiet eine überaus schwere Krise ausgebrochen sei. Das alliierte Transportsystem sei völlig zu- sammepgebrochen. Auf militärischer Seite habe man bisher erklärt, daß der Nachschub für die Front allen anderen Lieferungen vorangehen müsse; Jetzt aber sei die Er­nährungslage der holländischen Zivilbevölke­rung auch ein militärisches Problem gewor­den, denn kein Hier könnte hinter seiner Front eine Zivilbevölkerung haben, die von einer akuten Hungerkatastrophe betroffen werde.

auf Grund der schlechten Lebensmittelver­sorgung veranlaßt die niederländische Öffent­lichkeit, sich eingehend mit der allüerten Verwaltung in Westeuropa zu beschäftigen. Das Geständnis des Präsidenten des nieder­ländischen Exilausschusses in London, daß die Ernährungslage in den von den Allüerten besetzten niederländischen Provinzen kata­strophal sei, wird von allen Blättern ausführ­lich gemeldet. Gleichzeitig berichten sie über die zerstörten Illusionen der Belgier ange­sichts der von britischer und amerikanischer Agitation verschiedenen Wirklichkeit.Un­zählig^ Landsleute haben gedacht, die Allner- ten würden in erster Linie als helfende Bun­desgenossen kommen, schreibt derTele- graaf,aus ihren Handlungen geht aber jetzt hervor, daß sie sich ausschließlich als Okku­panten fühlen. Die Bundesgenossenschaft kommt nur dann zum Ausdruck, wenn nieder­ländische Männer für den MUitärdienst rekrutiert werden sollen, so daß sie nach ihrer Ausbildung durch englische Offiziere für den Kolonialkrieg gebraucht werden können. Enttäuschung herrscht überall in der Bevöl­kerung, die weniger zu essen bekommt und in größerer Unsicherheit lebt als es jemals unter der deutschen Verwaltung der Fall ge­wesen Ist. Es giht in Belgien eine Gruppe, die das innerlich bereits zerrissene Volk auf den Weg zum vollkommenen Chaos bringt, um die durch Hunger und Verbitterung zum Schweigen gebrachten MUlionen für die Seg­nungen des Bolschewismus reif zu machen. Moskau führt überall dort den Kampf, wo alliierte Heere die Ordnung beseitigt und den Weg zum Bolschewismus freigemacht haben.

ep. Amsterdam, 28. Nov. Der Proteststreik

sämtlicher Betriebe in der von den Alliierten I führer Thorez mit seiner Familie aus besetzten niederländischen Stadt Eindhoven [Sowjetunion nach Paris zurQckgekehrt.

Wie die Pariser Zeitung ,,Humanit£ mitteilt, ist der berüchtigte französische Bolschewisten-

der