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parteiamtliche Tageszeitung
P0 AmteblaU des Regierenden Bürgermeisters der Freien Bremen
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblaü des fieichsslaüh alters In Oldenburg Und Bremen
minner 316 14. Jahrgang
Mittwoch, 29. November 1944
Einzelpreis 15 Rpf.
Abwehrmassierung bei Aachen
Neue Schlachtenphase Eisenhowers Nachschubschwierigkeiien ■■ Bewegungskämpfe im Elsaß
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unserer Berliner Schrlftleitung
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3 , r iin, 28. Nov. Die Schlacht bei Untere ^ jst nach dem Einsetzen klaren Win- ts, uu t jj) eine neue Phase gerückt, die und neue Panzerdivisionen
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Qjjttrs in neuerlichem Ansturm gegen X>litk. 8 djutsclien Verteidigungsstellungen sieht. Wd ? ^te Oberkommando konnte den icr aajtschlagenen Truppen der 2. briti- I der 1. und 9. nordamerikanischen nur sehr wenige Tage einer Atempause
da die erste Phase der Schlacht Zeitfaktor auszuschalten ver-
st u, G| ,>i jenen
a . l’-i ', fi der ursächlich für die November- j j ^“ 1 e j n überhaupt maßgebend war. Die an- fe-i itsde n Divisionen mußten in ihrem fort- «.Ky (jiden Ansturm seit dem 16. November - erkämpften Kilometer Boden mit etwa ! fotcn bezahlen. Trotz der Bereitschaft, sit Ir» i Opfer hinzunehmen, trotz der außer- !il- ;;;| [geben Materialmassierung und einer «iife’t Luftwaffenunterstützung gelang es ;:; <i Gegner jedoch nicht, den erstrebten jj :® 1 jbruch zu erzwingen, so daß die ur- : ^ jlich zur Auswertung eines Durch- -It'.j Erfolges vorgesehenen Reserven heute fest 3 || jn Durchbruchskämpfen stehen, dabei Ti |t„ e deutsche Verteidigungsstellung vor 9 haben, die als schier unüberwindlicher ' iangesehen werden muß.
(Bewegungskämpfe im Elsaß verdeut- li 3 ' me sehr die deutsche Führung ihr r ,,, iffl ierk gerade auf den Frontabschnitt n gais jschen richtet, wo die stärkste Abwehr- jgelassa vorgenommen wurde, unterstützt ugeiäf*' fest rs:
üdi -teilen Wehrmacht in diesem Krieg bestellt worden ist. Die schmerzlichen Ge- ü, die sich deshalb angesichts der Ent- 1,1 l£mg im Elsaß einstellen mögen, können lodi keineswegs die Bedeutung des bisher ™men Abwehrerfolges hei Aachen und
Artillerieaufgebot, wie es in dieser ie"wohl bisher an keiner Stelle von der
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.f 1 “f e ’"stritegische Aufgabe in den neuen am“ ärnpfenschmälern. In diesem Kampf geht I. sc« , um die lebenswichtigsten Zentren des Ehe die des besonderen Schutzes bedür- s w i um deren Erhaltung willen selbst ie. J IT o;vH an anderen Frontabschnitten in ün'pffi af genommen werden müssen, miclic s v Abwehrerfolg in der ersten Phase der S- dacht hat die deutschen Soldaten mit tief- jehrünr: 2 Vertrauen erfüllt, „denn wenn dieser sensturm einer gepanzerten Wand auf der ,|j 1E j und in der Luft abgeschlagen werden a. i Ita :!e, ohne daß wir dem Gegner Gleich' " f ®"i iees in der Luft entgegensetzen konnten, ! ii"i wievld mehr werden wir mit ihm fertig ue.IUj den, wenn die Bedrohung aus 'der Luft ischränkt oder gebannt ist“, schreibt :jS ie ein deutscher Kriegsberichter. Diese ■- s osicht wird nicht unwesentlich auf die ’v a'moral des deutschen Soldaten ein wir 1
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iJiiÄäer nicht mehr -■ i, dieses Krieges •
aE ''■*4 i Gefühl ausgeliefert ist, daß seine Haut 1 i in ihrer Härte den Vergleich mit nord-
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!■ O j. | statischem Panzerstahl auszuhalten hat. Jkf'ia Ausrüstung des deutschen Verteidigers i ät. Hc;i (llkommnet sich zusehends. In der afeAh acht bei Aachen sind neue Volks- ip z'Ü' “(tiekorps eingesetzt, die unter dem glei-
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wie zu verschiedenen dem oft nur subjek-
l. im Ss! s Gesetz wie die Volksgrenadierdivisionen
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1 9lj iüsischen haben darüber hinaus die deut- 0 V-Waffen ihre weitreichende Wir- smöglichkeit bewiesen. Sie vermögen dem l. er ernsthafteste Nachschubschwierigkei- ' ;; :bereiten. Brüssel ist ein Straßenknoten- rdeict £ erster Ordnung, ebenso auch Schmtt- DafiS. r wichtigsten Eisenbahnstrecken von [AM/ ® eich mim Nordflügel der Westfront, he in. ; bh kann als der entscheidende vorge- ■ " ae Verkehrsknotenpunkt der Schlacht ' l,äctlen angesehen werden, von dem aus Ö lj- . 51 vor allem die zwei Parallelbahnen der r a ' 9 wff' front nach Metz und nach Verdun über laufen. Beide Bahnen sind für die
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jl. Btf j Verschiebung von Eingreifreserven von *£;?■• ^«r Bedeutung, beide Bahnen liegen -i v im Feuer der deutschen V-Waffen.
j” j. ‘,j Nichts dieser Entwicklung scheint es li. t : f begrenzter Zeit zu sein, bis die
S ®o!?e dieser über 500 Kilometer hinweg ® li.’* Waffen eine Schnelligkeit auf
r Oci die einen Einsatz der V-Waffen auch « 3 . 11 . 1 / v 8 Trnppenansammlungen und Panzer A- .. h "'•udezuläßt. Eine Massierui
s Massierung dieser Fem- ’ *^ m >ttel kann also zu einer äußerst ge- ■; Störung des Nachschubs der West- <41 ‘ führen, zumal die Zielgenauigkeit 6,8 frößer wird.
H Reilos haben diese Überlegungen bei der ■ Einleitung der zweiten Phase der .? jf ht be i Aachen im alliierten Oberkom- . zugrunde gelegen. Der neuerliche
. i 8 -f richtet sich vor allem gegen den ..'^hnitt von Jülich, aber auch im vrfC : j,*, ™n Hürtgen wurde beiderseits der .„fM 1 1 Bactl Mren schwer gekämpft. Orte % V. t ^°™au, Kirchbach und Bourhetm waren
^' sa?Tif fspunkte und Abwehrplätze.
Ijep. ;;'«Wicklung am Südflügel der West- (*■'' (j urch dle deutsche Anpassung
dur ch die feindlichen Einbrüche bei
an der Schweizer Grenze 3 e ~
Lage geEemizeichnet. Zur Ab- ' ,Ji S der notwendig gewordenen Be-
nach Norden wurde die ZU' fangende Front, die sich bisher aus ' auai von Sierck über <ien Abset
von St. Avold zum Bitschwald zog, südlich von Hagenau bis an den Rhein fortgesetzt. Hinter dieser Frontlinie befinden sich vorbereitete Stellungen, die sich in der Folgezeit als sehr nützlich erweisen dürften. Wenn heute im Raum östlich Sierck und Finstlin- gen deutsche Absetzbewegungen gemeldet werden, so zielen sie auf eine volle Nutzung dieser vorbereiteten Stellung hin, die weit im Vorfeld der ursprünglichen deutschen Westbefestigungen verlaufen. Im Rahmen dieser Operationen wurde auch St. Avold aufgegeben. Versuche des Gegners, durch einen Vorstoß bei Lützelstein, nördlich von Zabem, in die Flanke dieser neuen deutschen Front zu gelangen, wurden durch deutsche Gegenangriffe abgewiesen.
Südlich dieser neuen deutschen Frontlinie erstreckt sich das große Schlachtfeld der Bewegungskämpfe bis zur Schweizer Grenze. Nachdem es den Franzosen im Raum der Burgundischen Pforte gelang, den Sperriegel bei Delle zu durchbrechen und mit den abgeschnittenen drei Divisionen im Raum von Altkirch-Mülhausen Verbindung aufzunehmen, und nachdem die Nordamerikaner durch die Zaberner Senke weitere Kräfte zu schleusen vermochten, sind jetzt die deutschen Truppen auf den Vogesenkämmen gezwungen, nach zwei Richtungen zu kämpfen. Die französisc .--srdamerikanischen Operationen haben zweifellos das Ziel, die noch in den Vogesen stehende deutsene Kampfgruppe abzuschneiden. Diesen Truppen steht jedoch
noch eine breite Pforte zum Rhein zwischen Colmar und Schlettstadt zur Verfügung, die ebensowohl zur Räumung wie zum Heran- führen neuer Verbände aus dem Raum östlich des Rheines benutzt werden kann, wenn eine derartige Verstärkung durchgeführt werden sollte.
Die Nordamerikaner stießen aus dem Raum von Straßburg sowohl nach Norden gegen Hagenau als auch nach Süden vor, um sich mit den aus dem Raum von Mülhausen nach Norden drängenden französischen Truppen zu vereinigen. Sie kamen bei bis zu einem deutschen Sperriegel zwischen Erstem und Barr. Die gaullistischen Truppen konnten aus dem Raum von Mülhausen nur unwesentlich nach Norden vorrücken.
Krisenslimmimg in Kanada nimmt größere Ausmaße an
Um die hohen Verluste der kanadischen Soldaten in Europa
Drah*bericht unseres Vertreters I
sch. Lissabon, 28. Nov. Die kanadische^ Krise hat sich weiter zugespitzt. Premiermi" nister Mackehzie King hat eine Geheimsitzung des Parlaments einberufen, in der die Frage der Ausdehnung der allgemeinen Wehrpflicht und damit zugleich über die Vertrauensfrage entschieden werden soll. Mackenzie King mußte der Öffentlichkeit mitteilen, daß er den zurückgetretenen Luftfahrtminister Power nicht dazu bewegen konnte, seinen Entschluß rückgängig zu machen. Mackenzie King wandte sich in einem beschwörenden Aufruf an das Land und erklärte: „Kanada steht vor chaotischen Zuständen, wenn das Parlament sich in der Frage des Wehrgesetzes nicht hinter die Regierung stellt.“ Er wies darauf hin, daß 16 000 Mann schnellstens an die Front geschickt werden müßten, die dringend des Ersatzes bedürfe.
Mackenzie King steht zwischen zwei Feuern. Auf der einen Seite bekämpfen ihn die Gegner der allgemeinen Wehrpflicht, auf der anderen Seite erklären ihre Anhänger, daß sein Kompromiß unzulänglich sei. An die Spitze dieser Kreise hat sich der ausgeschiedene Kriegsminister Ralston gestellt, der die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht für den Dienst in Übersee verlangt. Es ist bezeichnend, daß die Aussprache über diese Dinge in einer Geheimsitzung stattfinden muß, da die Regierung nicht in der Lage ist, ihre öffentliche Diskussion zuzulassen, ohne eine Explosion im Lande hervorzurufen.
Die Notwendigkeit einer Geheimsitzung läßt ferner den Schluß zu, daß die Erklärung des zurückgetretenen Luftfahrtministers, wo
nach die nationale Ehre es nicht erfordere, daß kanadische Truppen jede Stunde und jeden Tag im Einsatz stehen, ihren Eindruck im Parlament nicht verfehlt haben dürfte: Powers Erklärung richtete sich gleichzeitig gegen General Eisenhower, dessen Strategie es sei, innerhalb von 24 Stunden Ausfälle zu ersetzen. Ständig müßten die Bataillone neu aufgefüllt werden, da Eisenhower pausenlos und ohne jede Rücksicht auf Verluste seine Truppen ins Feuer schicke. Es wäre ah der Zeit, die Aufmerksamkeit der kanadischen Frauen und Mütter auf diese blutige Strategie Eisenhowers zu lenken, der, um seine Pläne zu verwirklichen, die Verstärkungen in den Schlachtentod treibe. Wenn gesagt würde, daß andere Alliierte noch höhere Verluste hätten als Kanada, so könne er nur die Frage stellen, ob es der Sinn des Krieges sei, Rekorde an Verlusten aufzustellen.
In Ottawa ist es wieder zu Tumulten gekommen, als eingezogene Soldaten einen Demonstrationszug gegen die Uberseedienstpflicht veranstalteten. Aus Prince Rupert in Britisch-Columbien wird ferner gemeldet, daß drei kanadische Regimenter in einen Sitzstreik eintraten, um gegen den Einsatz in Übersee zu demonstrieren.
Englands schwierigstes Jahr
Drahtbericht unseres Vertreters
kl. Stockholm, 28. Nov. Der britische Marineminister Alexander hielt eine bemerkenswert pessimistische Rede. Er versicherte, daß Großbritannien noch lange nicht über den Berg sei. Die Lage sei zwar hoffnungsvoller
Folgenschwere Explosion in England
In die Luft geflogenes Munitionslager verursachte größte Verwüstungen
Drahtbericht unseres Vertreters ost. Stockholm, 28. Nov. Unter den strengen Zensurbestimmungen, die heute in England herrschen, darf die englische Presse über die Wirkung der Beschießung Londons mit V-Waffen nur gelegentlich und eine gewisse Zeit berichten. Zwei solcher Meldungen aus London liegen heute vor. Danach traf kürzlich eine V-Bombe ein Warenhaus in vollem Betrieb und zerstörte es. Die Explosion rief auch große Zerstörungen in der Umgebung hervor und verursachte auch im Innern des Stadthauses, zahlreiche Schäden.
Eine weit größere Explosion trat, wie' schon kurz gemeldet, in dem nordenglischen Ort Barton-on-Trent am Montag ein, wo ein Munitionslager der Luftwaffe in die Luft flog. Augenzeugen berichten, daß die Kraft der Explosion so unerhört war, daß' die Gebäude in der Nähe einfach von der Bildfläche verschwanden. Das gesamte Gebiet um die in die Luft gesprengten Anlagen sah aus, als ob dort ein Erdbeben oder ein gewaltiger Luftangriff stattgefunden hatte. Die Erde sei überall in weitem Umkreis mit Schutt bedeckt. Viele Bauernhöfe seien vollständig vom Erdboden verschwunden. Die Bergungsmannschaften arbeiteten fieberhaft, um die unter den Trümmern Begrabenen zu retten. Die kleine Stadt Barton-on-Trent, die wegen ihrer Brauereien bekannt ist, wurde von der Explosion stark erschüttert. Reuter meidet heute, daß infolge der Explosion durch die Erdoberfläche hindurch Bomben in die Luft geschleudert wurden, die in der Umgehung niederregneten und weitausgedehnte Zerstörungen anrichteten. Ein großer Teil von Burton-on- Trent ist schwer beschädigt. Die Explosion wird als das folgenschwerste Unglück des Krieges bezeichnet. Bisher sind ihr 220 Tote zum Opfer gefallen.
Die Zahl der noch Verschütteten wird zur Zeit mit 60 Personen beziffert. 26 tote Zivilisten sind identifiziert, aber, so heißt es in dem Reuter-Bericht weiter, viele Personen seien noch vermißt und man wisse nicht, was mit ihnen geschehen sei. _
Der Bericht meldet abschließend: „Die ganze Umgebung sieht aus, als hätte sie stundenlang unter unaufhörlichem Artilleriebeschuß gestanden, überall sind Krater, die Fabrikgebäude in der Nähe des Lagers verschwanden einfach in der Luft. Der Gebaude- • Vipr aus schaden erstreckt sich auf viele Meilen im
pen sind zu den Räumungs- und Rettungsarbeiten herangezogen worden. Sie sind mit Antigasgeräten ausgestattet' und versuchen einen Tunnel durch die Erde und die Trümmer herzustellen.
Wie sich aus einer weiteren Reutermeldung ergibt, handelte es sich bei dem in die Luft geflogenen' Bombenlager in Burton on Trent um ein riesiges Lager der britischen Terrorbomber, die die deutschen Städte verwüsten. Ein dort eingesetzter Ingenieuroffizier erklärte dem Reutervertreter: „Der Gesamtwert der in die Luft gegangenen Bomben muß viele Millionen Pfund betragen. Es wa ren dort genug Bomben für zahlreiche Großangriffe auf Deutschland eingelagert.“ Man nimmt jetzt an, daß eine der Bomben expio diert ist und der Luftdruck als Zünder für alle übrigen wirkte.
Londons Zerstörungen
Genf, 28. Nov. Die „New York Times“ geben einen Lagebericht über die Verhältnisse, unter denen die Londoner heute leben müssen. Die Engländer, so schreibt die Zeitung, sagten einstmals, daß ihr Heim ihre Burg sei. In den letzten sechs Jahren sei die Entwicklung aber dahingegangen, daß der Keller oder der Andersön-Luftschutzraum oder auch das Metropolitan-Hotel, falls der Engländer sich einen solchen Aufenthaltsraum leisten könne, seine Burg darstelle. Wenn der Luftschutzkeller über seinem Kopfe zusammengebrochen sei, dann finde er vielleicht bei seiner Schwiegermutter oder im nächsten Untergrundschacht einen Zufluchtsort. Die eine Million Häuser, die in London beschädigt oder durch Feindeinwirkung im Verlaufe der letzten sechs Jahre zerstört worden seien und andererseits .die Rückständigkeit der Bautätigkeit bildeten pmp« der vordringlichsten Nachkriegsprobleme, vor die sich die britische Regierung gestellt sehe. Die früheren britischen Regierungen strebten danach, dieses Land *n einer Heimstätte für Helden zu machen, aber die dringendste Aufgabe für die Churchill- Regierung werde jetzt sein, ee für die “überlebenden geeignet zu gestalten. Um dieses Projekt durchzuführen, benötige man 600 Millionen Dollar, da 4 MUlionen Häuser gebaut werden müßten. Das Problem sei so brennend geworden, das sich selbst Churchill mit dieser Frage beschäftigen muß.
als-zu jener Zeit, da Churchill den Briten Blut, Schweiß und Tränen prophezeite, aber das Jahr 1945 werde das härteste und schwerste aler Kriegsjahre sein, und zwar mit Rücksicht auf das Mannschaftsproblem, das sich immer schwieriger gestalte und auch durch die fortgesetzten'deutschen Angriffe. Alexander sagte: „Wir müssen hundertprozentig entschlossen sein, alle Prüfungen zu überstehen.“
„Die Kämpfe im nördlichen Teil der Westfront werden immer schwerer“, stellt Scru- tator in „Sunday Times“ fest. „Die Deutschen haben dort schwere Artillerie und, ausgezeichnete Truppen eingesetzt, die um jeden Zoll Boden kämpfen. Werden sie an einer Stelle zurückgedrängt, so machen sie einen Gegenangriff nach dem anderen, um das Gelände zurückzuerobem. Die Alliierten haben drei ganze Armeen an dieser schmalen Front angesetzt, um ' feinen äußerst starken Druck auszuüben; aber trotzdem kommen sie nur ganz langsam vorwärts“. •*.
1,8 Millionen im Siellungsbau
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung bm. Berlin, 28. Nov. Über die gewaltigen Arbeitsleistungen des Stellungsbaüs, der nach dem ostpreußischen Beispiel im gleichen Umfang auch den Westen, Südosten und alle anderen Grenzgebiete des Reiches umfaßt, ■sind erstmals Zahlenangaben verfügbar. Insgesamt stehen heute 1,7 bis 1,8 Millionen Arbeitskräfte im dauernden Einsatz. In dieser Zahl sind neben einer Million fremdvölkischer Arbeitskräfte 400 000 deutsche Männer und Frauen, 165 000 Jugendliche und 125 000 örtlich gebundene Angehörige der Wehrmacht, der Waffen- ff, der Polizei, des R.A.D. und der Organisation Todt sowie 47 000 Führungskräfte enthalten. Die deutschen Arbeitskräfte rekrutieren sich nicht nur aus den betroffenen Grenzgebieten, sondern wurden zum Teil auch den innerdeutschen Gebieten entnommen. Neben ihrem Dauereinsatz stehen jene Leistungen, die zahlenmäßig schwer erfaßbar sind, da sie an einzelnen Wochentagen oder zum Wochenende freiwillig von unzähligen Frauen, Männern und Jugendlichen vollbracht werden.
Politische Wissenschaft
Von
Dr. Heinrich Hahne
Im Kampf um die Neuorientierung der geistigen Situation unseres Volkes entbrannte zur Zeit d^r Machtübernahme der Streit besonders heftig um die Stellung der Wissenschaft. Das war verständlich, weü die geistigen Belange als die äußersten und feinsten Spitzen der Kultur anzusprechen sind und demgemäß sich ihre Erscheinung in Beweis und Gegenbeweis einem groben und voreiligen Zugriff leichter entziehen als die handfesten Formen des alltäglichen Lebens. Inzwischen haben vor allem die Kriegsjahre mit ihren realen Notwendigkeiten Klärungen und-Lösungen gebracht, mit denen man in den dreißiger Jahren, als der Streit um die politische Wissenschaft schon zu einem akademischen Disput zu verblassen drohte, kaum noch rechnen mochte.
Es hat sich erwiesen, daß man damals die Forderung nach einer politischen Wissenschaft — teilweise mit Recht — falsch verstand; daß andererseits die großen Gesichtspunkte, aus denen die politische Wissenschaft gefordert wurde, der Wissenschaft traditionellen Stils noch gar nicht in den Blick gekommen waren; denn die politische Wissenschaft ist eine Forderung des politischen Kampfes, während die zünftige Wissenschaft der letzten Jahrhunderte ein wesentliches Merkmal ihres Daseins eben in einer betonten Absonderung vom politischen Leben sah. Beide verbinden zu wollen, galt geradezu als dilettantisch.
Heute ist diese Kluft nicht nur überbrückt, die politische Wissenschaft ist vielmehr schon praktisch verwirklicht und erfüllt, teilweise ohne es selbst recht zu bemerken, in vollendeter Weise die an sie gestellten Forderungen. Die große Wissenschaft großer Zeiten war immer eine politische Wissenschaft. Theoretische Schwierigkeiten, die im Zusammenhang mit dieser Frage auftraten, kannte das lebendige Leben riieht. Eine Schwierigkeit, ein Mißverständnis der wissenschaftstheoretischen Überlegungen war es, anzunehmen, daß das Merkmal der politischen Wissenschaft darin bestünde, daß sie ihre Ergebnisse und Arbeitsweisen vor einem möglichst großen Forum ausbreite und sie jedem Willigen, der zumeist seinen Beruf in .durchaus anderen Bereichen gefunden hatte, antrage. Ein Mißverständnis entstand besonders auch um die Objektivität der Wissenschaft, des weiteren um die notwendigen Voraussetzungen in den wissenschaftlichen Folgerungen.
Es ist klar, daß die Befriedigung des öffentlichen Interesses 7 ein untragbarer Ballast für Wissenschaft und Wissenschaftler sein würde; denn schließlich gehören zum Leben in der Theorie ganz bestimmte Voraussetzungen personeller und allgemeiner Art, die eben nicht jedermann mitbringt, eine Bedingung, die übrigens auch für jeden anderen Beruf schlechthin selbstverständlich ist. Sie läßt sich nicht erzwingen. Der Ballast, der sich bei einer Publizierung der Wissenschaft ergeben würde, müßte vor allem die methodische Strenge, die Exaktheit und Gründlichkeit der Forschung belasten. Daß sie einem gewissen Bedürfnis der Zeit entgegenkäme, beweisen die vielen allgemeinen Darstellungen aus dem Bereich der Forschung, die in den Unterhaltungsmitteln der Gegenwart auftauchen. Dagegen ist natürlich nichts einzuwenden. Aber die unterhaltende, nur belehrende Darstellung wissenschaftlicher Fragen ist selbst keine Wissenschaft und auch keine politische Wissenschaft.
Daß der schöpferische Forscher in einer breiten, allgemeinen Darstellung seiner Tätig-
Hungerkalaslrophe im beselzSen Sadholland
Engländer und Amerikaner lassen die Bevölkerung verelenden
Drahtbericht unseres Vertreters sch. Lissabon, 28. Nov. Während die ganze Welt heute von den Revolten und Unruhen in Belgien spricht, deren letzte Ursache die mangelhafte Ernährung der Bevölkerung ist, hat man bisher die weit schlimmere Hungerkatastrophe übersehen, die über den von den englischen Truppen besetzten Teil Südhollands hereingebrochen ist. Erst heute gibt die britische Militärzensur Berichte über die Lage in Südholland frei. Schon vor einigen Tagen hatte allerdings der holländische General Kruls darauf hingewiesen, daß „die Ernährungslage in gewissen Orten des besetzten Hollands schlimmer sei als zur Zeit der deutschen Besetzung“. Er hatte weiter erklärt, wirkliche Unruhen seien zwar noch nicht ausgebrochen, aber der Hunger habe in manchen Orten „akute Formen“ angenommen. Wer die diplomatische Sprache einigermaßen versteht, konnte sich bereits denken, welches Ausmaß von Elend und Leid sich hinter den vorsichtig formulierten Feststellungen verbirgt. Heute wird von englischer Seite zugegeben, daß in Südholland mehr als zwei Mülionen Menschen unter dem Existenzminimum leben müssen und daß im besetzten Gebiet eine überaus schwere Krise ausgebrochen sei. Das alliierte Transportsystem sei völlig zu- sammepgebrochen. Auf militärischer Seite habe man bisher erklärt, daß der Nachschub für die Front allen anderen Lieferungen vorangehen müsse; Jetzt aber sei die Ernährungslage der holländischen Zivilbevölkerung auch ein militärisches Problem geworden, denn kein Hier könnte hinter seiner Front eine Zivilbevölkerung haben, die von einer akuten Hungerkatastrophe betroffen werde.
auf Grund der schlechten Lebensmittelversorgung veranlaßt die niederländische Öffentlichkeit, sich eingehend mit der allüerten Verwaltung in Westeuropa zu beschäftigen. Das Geständnis des Präsidenten des niederländischen Exilausschusses in London, daß die Ernährungslage in den von den Allüerten besetzten niederländischen Provinzen katastrophal sei, wird von allen Blättern ausführlich gemeldet. Gleichzeitig berichten sie über die zerstörten Illusionen der Belgier angesichts der von britischer und amerikanischer Agitation verschiedenen Wirklichkeit. „Unzählig^ Landsleute haben gedacht, die Allner- ten würden in erster Linie als helfende Bundesgenossen kommen“, schreibt der „Tele- graaf“, „aus ihren Handlungen geht aber jetzt hervor, daß sie sich ausschließlich als Okkupanten fühlen. Die Bundesgenossenschaft kommt nur dann zum Ausdruck, wenn niederländische Männer für den MUitärdienst rekrutiert werden sollen, so daß sie nach ihrer Ausbildung durch englische Offiziere für den Kolonialkrieg gebraucht werden können. Enttäuschung herrscht überall in der Bevölkerung, die weniger zu essen bekommt und in größerer Unsicherheit lebt als es jemals unter der deutschen Verwaltung der Fall gewesen Ist. Es giht in Belgien eine Gruppe, die das innerlich bereits zerrissene Volk auf den Weg zum vollkommenen Chaos bringt, um die durch Hunger und Verbitterung zum Schweigen gebrachten MUlionen für die Segnungen des Bolschewismus reif zu machen. Moskau führt überall dort den Kampf, wo alliierte Heere die Ordnung beseitigt und den Weg zum Bolschewismus freigemacht haben.“
ep. Amsterdam, 28. Nov. Der Proteststreik
sämtlicher Betriebe in der von den Alliierten I führer Thorez mit seiner Familie aus besetzten niederländischen Stadt Eindhoven [Sowjetunion nach Paris zurQckgekehrt.
Wie die Pariser Zeitung ,,Humanit£“ mitteilt, ist der berüchtigte französische Bolschewisten-
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