Ausgabe 
(30.12.1943) 360
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Nr. ZS0 , 1Z. Jahrgang

üer Nationaildzialisten vremens

flmilicties verkünüungsblatt Oes NcichostoNsiallers in lllüenburg und Vremen

Vonnerstag, Z0. vezember 1S4Z

Linzelpreis 15 Npf.

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Trahtbcricht uiiscrer Berliner Tchristlcitung - ckr. w. seil. Berlin, 29. Dezember. Es gibt kein Geheimnis mehr um Teheran. Roofevelt selbst hat sich jetzt aus einer Pressekonferenz gezwungen gesehen, die letzten Agitalions- schleier zu zerreitzen, mit denen er seine Reise ins Morgenland bisher noch umgeben wollte. Er hatte sich offenbar der trügerischen Hoffnung hingegeben, daß ihm Stalin zur Beruhigung seiner Roosevelts innen­politischen Gegner »inige Versicherungen abgeben würde, die zwar nicht ernst gemeint zu sein brauchten, die aber den Anschein einer Begrenzung der territorialen Ansprü­che der Sowjets hätten erwecken können. Aber nichts dergleichen geschah.

Rooseoelt sagte auf der erwähnten Presse­konferenz über die Konferenzen von Kairo und Teheran, datz man sich erst im Stadium der grundsätzlichen Erörterungen befinde. Das Stadium der Einzelausführung werde später kommen. Das heitzt nichts anderes, als datz Rooseoelt mit all seinen politischen Wünschen in Teheran glatt heruntergefallen ist.

Zum Stadium derEinzelausführung werde man erst später kommen? Sagen wir es deutlicher und im einzelnen: über die Zu­kunft der baltischen Länder, über die terri­torialen Mindestforderungen der Sowjets ge geniiber Polen, gegenüber Mitteleuropa, dem Balkan und Mittelmeerraum hat sich Stalin überhaupt nicht auf Erörterungen eingelassen. Bekannt ist sein Argument, datz diese Dinge auf einer zwischenstaatlichen Konferenz eben­sowenig zur Debatte stehen könnten, wie etwa die Frage der Zugehörigkeit von Texas oder Kalifornien zu den Vereinigten Staaten. Von, Gesichtspunkt Stalins aus hatte die Konferenz in Teheran nur den einen Sinn. datz er Rooseoelt und Churchill persönlich und mit der brutalsten Deutlichkeit seinen Stand­punkt klarmachen konnte. Er hat gegenüber seinen westlichen Alliierten immerhin so v>el Trumpfe in der Hand, datz er sie zu jedem Versprechen, und schlietzlich sogar zur Durch­führung von Versprechungen zwingen kann, ohne datz er dafür den geringsten politischen Preis zu zahlen braucht. , .

Diese Wahrheit ist auch in den Vereinig­ten Staaten durchgesickert, nachdem Rooseoelt selbst die vorbereitenden Maßnahmen für die Durchführung des Stalindiktates und gleich­zeitig die eigene Öffentlichkeit auf ungeheure Blutopfer als Folgen seiner verbrecherischen und verfehlten Politik der sinnlosen Kriegs­hetze vorbereitet hat. Man hört geradezu das Ziihneknirschen, wenn dieN-wyork Times" über die dramatische Zuspitzung der Gegen- sätze zwischen den Alliierten auf der Konfe- renz von Teheran schreibt, datzStalin per­sönlich einen geradezu erpresserischen Druck aus Rooseoelt und Churchill ausgeübt hat.

Auch zu anderen nachdenklichen Betrach­tungen dürsten die Bemerkungen des ame­rikanischen Präsidenten in der Pressekonferenz vielen Amerikanern Anlaß geben. Rooseoelt sagte nämlich, datz er an Stelle des New Deal, mit dem er so kläglich Schiffbruch er­litten hat, ein neues Programm brauche, für das er das Schlagwort«-in >K« war" (Ge­winne den Krieg") geprägt hat. Da» heiht doch gar nichts anderes, als datz er in ver­brecherischer Weise sein eigenes Volk über den Zusammenbruch einer höchst ehrgeizigen, aber völlig dilettantischen-pseudosozialen Reformpolitik hinwegtäuschen wollte, indem er Panik und Leidenschaften des Krieges entfesselte. Das neue Programm, so sagte er, müsse den Patienten, nämlich das amerika­nische Volk, von hen Verletzungen heilen, die «r bei der Katastrophe von Pearl Harbour

I vor zwei Jahren erlitten habe. Damit wird gleichzeitig zugegeben, datz sich Roosevelts Kriegführung in zwei Jahren noch nicht von den Schlägen erholt hat, die ihr zugefügt wurden.

Rooseoelt ist in Teheran nicht nur auf den unerbittlichen Diktatwillen Stalins gestotzen, sondern hat auch heftige Auseinandersetzun­gen mit Churchill gehabt. Dieser habe sich, so heitzt es in derNewyork Times", schlietzlich mit der Ernennung eines amerikanischen Oberkommandierenden nur deshalb einver­

standen erklärt, um die Gefahr für sein An­sehen im Falle einer Niederlage zu verrin­gern. Gegen den Plan der Ernennung des amerikanischen Eeneralstabschef Marshall habe er sich immerhin durchsetzen können, um nicht das amerikanische Ilebergewicht zu offensichtlich werden zu lassen. Demnach also wäre nun Eisenhower ein Kompromitzgene- ral, und nun tut man so, als ob man mit einem solchen Kompromitzgeneral die Welt so aus den Angeln heben könnte, wie es Sta­lin befiehlt.

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Berlin, 29. Dezember. Der Generalbevoll­mächtigte für den Arbeitseinsatz, Gauleiter Sauckel, erlätzt an alle Schaffenden der deut­schen Kriegswirtschaft einen Aufruf, in dem es heitzt:

Ein sehr schweres und hartes Kriegs- und Arbeitsjahr ist zu Ende gegangen. Der Füh­rer und der deutsche Soldat haben im ge­waltigsten Ringen aller Zeiten die verbre­cherische Absicht unserer Feinde, das Erotz- deutsche Reich zu vernichten und unsere so­zialistischen Errungenschaften wieder zugun­sten ihrer jiidisch-plutokratischen Ausbeuter­methoden zu beseitigen, zuschanden gemacht. Ihr, liebe deutsche Arbeiter und Arbeiterin­nen, habt dem Führer und seinen Soldaten die Waffen geschmiedet und unserem Volk unter den schwierigsten Verhältnissen und trotz Bombenterror der mörderischen Welt- verbrecher die Lebensgllter geschaffen, die zur Erhaltung des Lebens und der Wider­standskraft der Nation unentbehrlich sind.

Für eure in der Weltgeschichte einzig da­stehende Pflichterfüllung bringe ich euch meine tiefste Verbundenheit zum Ausdruck. Der Dank wird dereinst dadurch an euch voin Schicksal selbst erstattet werden, indem ihr und eure Kinder und Kindeskinder im ersten

und wahrhaftigsten Sozialstaat der Welt, im nationalsozialistischen Erohdeutschen Reich der Ehre, der Freiheit und sozialen Gerech­tigkeit Adolf Hitlers leben werdet. Die un­überwindliche Tapferkeit unserer Soldaten und euer unübertrefflicher Fleitz sowie euer Können bleiben auch für das neue Jahr die unanfechtbare Garantie für die endgültige Verwirklichung dieses höchsten Zieles unserer Volks- und Schicksalsgemeinschaft.

Auch im neuen Kriegsjahr 194-l wollen wir unsere ganze Kraft und unser bestes Können bis zum letzten daransetzen, noch mehr und noch bessere Waffen schmieden, noch schneller und noch fleißiger schaffen als im vergange­nen Jahr, um allen Versuchen unserer Feinde zu trotzen, uns zu versklaven. Das grenzenlose Vertrauen zu Adolf Hitler und zur deutschen Wehrmacht soll unsere Kraft mehren und unsers Köpfe und Arme befähigen, Waffen und Lebensgüter im gewaltigsten Ausmatz aus den Betrieben hervorquellen zu lassen, um unseren Soldaten den Endsieg erringen zu helfen.

Unsere selbstgewählte Parole für das Schick­salsjahr 19-iz aber möge lauten:Tempo, Tempo, Tempo Leistung, Leistung!"

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rember 1943 bvmbarclierten keuickticke'I'srioiklieger ci,e ebrvurckigsn lisutscben Oesckickts- vnck Kulturstätten IN cker Karserstackt backen Der Onm unck cias Kutb-rus veurcten sckrvsr besuksckigt, cler Krcinungsssal vernicklet. l/nser örlrl reigt links rlen /kscirener vorn unck recnts ckss Kutbsus vor ckern /rngrikk. kei cksnr Terrorangritk sinck vier kostbare Kstkel-kuesken vernicklet rvorcken, unck rvsr ckie Darstellungen-Otto III. in cksr Orukt Karls ckes Orollen",Irrninsul",Lsrsrenenscklackt" unckLirrrug in ?av!a". Wie ckurck ein Wuncker sinck ckie vier übrigen Fresken erkalten geblieben Die' grollte blieckertrackt bei ckiesern kultursckänckeriscken -kngrrkk aber bsstsnck darin, cksll, rvle auck in Zsrlin, kangreitrüncksr verwendet wurden, die am llsiligen -kbenck explodieren sollten. DaL es nickt cksru kam, ist dem Linsatr ckeutscker Feuerwerker ru verdanken. KUanlilr - Sclierl

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Von V/oIkZLNZ Lander

Selten ist ein Jahr in unserer Geschichte zu Ende gegangen, das so viel von uns for­derte, uns aber auch so stark die innere und äutzere Kraft bewutzt werden lietz, wie das nun abgelaufene Kriegsjahr I9l3. Lassen wir den Blick über den Rordseegau Weser- Ems gehen, so erblicken wir neue, tiefe Wun- delstim Gesicht der schönen Städte und stillen

Lullskwsnüs KSrls äsr Vmlerscdlsckl

/Vsus?SMc/cing,i//s /m Abrchiriltt Korostsn - 22 von 26 08 A.- 6 ombsrn übst Obsnto/isn obgssc/iorrsn - öntistcbs! Kommonc/ountsrnsbmsn gsysn's ^ono/inss/ 5 snrq gsscbsirsrt

Aus dem Fiihrerhaupt quartier. 28. Dezember. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Nördlich Kirowograd nahmen unsere Truppen trotz zähen feindlichen Widerstan­des mehrere Ortschaften im Sturm und zer­schlugen Bereitstellungen der Sowjets in überraschendem Borstotz.

Im Raum von Shitomir verstärkte der Feind seine Angriffe. In schweren Kämpfen wurden seine Angriffsspitzen südlich Shito­mir aufgefangen. Weiter nördlich scheiterten alle sowjetischen Angriffe. Insgesamt wur­den <1 feindliche Panzer abgeschossen.

Die Sowjets traten gestern nach starker Artillerievorbereitung und, mit zahlreiche» Panzern auch im Abschnitt von Korosten zum Angriff an. Erbitterte Kämpfe sind im

Bei Witebsk wurden weiterhin alle Durch­bruchsversuche des Feindes vereitelt. Sofort angesetzte Gegenstötze warfen die Bolsche- wisten an einigen Einbruchsstellen nach har­ten Kämpfen zurück.

In SUditalien verlief der Tag bis auf einen erfolglosen feindlichen Angriff nörd­

lich Benasro ruhig. Am vergangenen Tage stietzeu 28 schwere nordamcrikanische Bom­ber unter Jagdschutz in den oberitalienischen Raum vor. 29 Bomber wurden in Luft­kämpfen, zwei weitere durch Flakartillrrie der Luftwaffe zum Absturz gebracht. Vier deutsche Jagdflugzeuge gingen verloren, ihre Flugzeugführer konnten sich jedoch durch Fallschirmabiprung retten. An der italieni­schen Westküste würden zwei nordamerikani- sche Jagdflugzeuge vernichtet.

In den Morgenstunden des 28. Dezember versuchten die Briten ein Kommandounter­nehmen gegen die Kanalinsel Sercq. Es scheiterte bereits in den dichten Minenfel­dern der Küste, in denen der Feind bei sei­nem eiligen Rückzug Tote zurückließ.

Im Seegebiet der Biscaya fanden vom 27. bis 29. Dezember Gefechte zwischen deutschen Zerstörern und Torpedobooten und englischen leichten Seestreitkriisten statt. Die eigene und feindliche Luftwaffe griff lau­send in die Operationen ein. Im Verlaufe der harten Kämpfe entstanden aus beiden Seiten Beschädigungen.

In der vergangenen Nacht führten einige britische Flugzeuge Störangriffe auf west­deutsches Gebiet durch.

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Die kleine Insel Sercq (auch Serk oder auf englisch Sark genannt) ist die malerischste der Normannischen oder Kanal-Inseln, die am Westausgang des Kanals dicht unter der Halbinsel liegen, aus der sich die Hafenstadt Cherbourg befindet. Zusammen mit Alder- neq, Euernsey und Jersey gehörte sie zu England. Im Sommer 1940 wurden sie von deutschen Truppen besetzt. Sercq zerfällt in zwei Teile, in die Inseln Ereat und Little Sark, die durch einen 109 Meter langen, 90 Meter breiten, La Coupee genannten Felsen­wall verbunden sind, über den eine nur fünf Meter breite Stratze führt. Sercq hat 57ö Einwohner. Die Eesamtgrötze der beiden In­seln beträgt fünf Quadratkilometer. Bereits im Jahre 1942 unternahmen die Engländer einen Handstreich auf Sercq, wobei ihnen einige deutsche Soldaten als Gefangene in die Hände fielen.

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Berlin, 29. Dezember. 2n einem bedeut- iLmen Aussatz besaht sich derVölkische Be- obachter" mit dem Kriegseiirsatz der Partei und veröffentlicht erstmalig zahlenniätzige Angaben, die ihren überdurchschnittlichen Anteil an Fronteinsatz und an den Opfern stigen, die der Nation im Kriege auferlegt sind. Fast zweieinhalbmal soviel Parteige­nossen, als ihrem Anteil an der Eesamt- devölkerung entspricht, leisten gegenwärtig den Ehrendienst für das deutsche Volk. Dabei sind in dieser Ziffer noch nicht einmal die Gliederungen und angeschlossenen Verbände der Partei berücksichtigt. Sie allein zeigst lchon, datz sich die Parieigenossenschaft aucki ch ihrem aktiven Einsatz an der Front an die Spitze gestellt hat, so wenig das auch die seindliche Agitation wahrhaben lhüchte. A)enn eines Tages die Archive ohne Kefabr- dung der Reichssicherheit geöffnet werden können, wird die Welt von Bewunderung darüber erfüllt sein müssen, wie schonungs­los die Partei im Inneren unpopuläre Auf­gaben übernahm und sich nach außen in den Kampf warf, wonach die Parteigenossen- fchaft in erster Linie die Lasten des Kampies »u trogen hat. seine Erfüllung gefunden hat und findet.

DerVölkische Beobachter" mach in einzel- uen folgende zahlenmätzige Angaben:

- Bon K,ä Millionen männlichen Parteimit- tzs! gliedern befinden sich gegenwärtig über 40

sl ". H. bei der Weffkmacht oder in einem ahn-

listen Eiwatz ,'Wasfen-tt. NSKK.-Transport-

verbände, Polizei-Divisionen, Reichsarbeits-

dienst, Organisation Todt u. a.), weitere 6 o H haben einen solchen Einsatz bereits hin­ter sich. Diese Zahlen gewinnen selbstver­ständlich nur Gewicht bei Berücksichtigung der Altersgliederung der Parteigenossenschast. Nur 40 o. H. der männlichen Mitglieder der NSDAP. gehören nämlich den Jahrgängen 1900 und jüngeren an, zählen also zu der Altersstufe, die sür den Fronteinsatz vorwie­gend in Frage kommt. Hier aber, unter den Parteigenossen also, die 37 Jahre alt und junger sind, stehen 68,5 o. H aho mehr als wei Drittel, im Wehr- oder Kriegsdienst, weitere sind dort, zumeist infolge Verwun­dung. wieder ausgeschieden. Nur weniger als ein Fünftel dieser Altersstufe ha, am Wehr­ensatz keinen Anteil. Dieses Fünftel fetzt sich also aus jenen Männern zuiammen die aus Gründen ihrer körperlichen Konstitution für den Wehrdienst untauglich find oder aber zu­gunsten der Rüstungsproduktion und lebens­wichtigen Versorgung uk. gestellt wurden.

Don knapp drei Millionen im Wehr und Klieasdien t eingesetzten oder e,nge,etzt gewe­senen Parteimitglieoern befinden >>ch etwa 237 000 im Besitz des 'chw^-i^ oder

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Altersstufe verlor ungefähr jeder dreizehnte sein Leben.

Auch diese Verlustziffern übertreffen bei weitem die durchschnittlichen Kriegsverluste des deutschen Volkes, Bemerkenswert ist da­bei, daß dieser Anteil am Blutzoll des Krie­ges um so Höher steigt, je mehr die darüber unternommenen Erstehungen sich auf die führende Parteiklasse konzentrieren. Die Alte Garde beispielsweise hat schon jetzt rela­tiv gesehen ein Mehrfaches der Blutopfer gebracht, die der männlichen deutschen Be­völkerung im Durchschnitt auferlegt wurden, obgleich bei den Ehrenzeichenträgern natur­gemäß die jüngsten Jahrgänge fehlen.

Stichproben in den einzelnen Großstädten ergeben, datz die Politischen Leitet und Füh­rer der Gliederungen der NSDAP. im Ver­hältnis drei- bis viermal soviel Gefallene ausweisen wie der Durchschnitt der männ­lichen Einwohner. Das Schulungslager Tölz z. B. verlor von zehn Abteilungsleitern neun. die führenden Kräfte der Reichs- itudentenfiihrung blieben zu mehr als zwei Dritteln vor dem Feinde, von 39 Kaustuden- tenführern fielen 23, und im mittleren und Höheren Führerkorps der Hitler-Jugend sind die Verhältniße ähnlich. 42 Reichstagsabge- ordnete gaben bisher ihr Leben an der Front, während im ersten Weltkrieg zwei den Soldatentcd fanden.

All diese Zahlen scheinen im Widerspruch zu stehen zu den UK-Stellungen. Jedoch ist das optische Bild, das sich uns liier bietet, ausgesprochen irreführend. Die Männer in der braunen Unijorm, seien sie nun alt oder

jung, tun ihren Dienst in der Partei ja ehren­amtlich und zusätzlich. Eine Ausnahme bilden hier lediglich die hauptamtlichen Mitarbeiter der NSDAP. f sie aber machen innerhalb der gesamten Amtsträgerschaft nur etwa 0,5 v. H. aus. Gerade von ihnen aber, soweit sie den kriegsverwendungsfähigen Jahrgängen ange­hören, verlangt die Parteiführung eine Be­währung an der Front. Wehrmachtange­hörige, die hauptamtlich im Dienst der Par­tei stehen und dem Jahrgang 1901 oder einem jüngeren angehören, dürfen nach einer Vereinbarung zwischen Parteikanzlei und OKW. nicht in rückwärtigen Gebieten oder in Ersatzeinheiten eingesetzt werden, sondern müssen eine wirkliche Frontverwendung finden. Diese Forderung ist iiberdurch'chnitt- lich streng: denn gewöhnlich stellt man nur die Jahrgänge von 1906 an zur kämpsenden Truppe ab.

Diese Strenge drückt sich auch in der Hand­habung der UK.-Stellung der hauptamtlichen Parteilichste aus. Von den 85 800 hauptamt­lichen Amtsträgern der gesamten national­sozialistischen Bewegung befinden sich gegen­wärtig 48 600 bei der Wehrmacht, von den verbleibenden 37 200 gehören allein 26 000 weltkriegsgedienten Jahrgängen an, mehr als die Hälfte davon sind vor 1900 geboren, und ein weiteres Drittel verteilt sich auf die Jahrgänge 1901 bis 1905. käme also im Nor­malfall nur für die Ersatzwehrmacht in Frage. Es blieben nur 2000 Angehörige der frontverwendungssähigen Jahrgänge übrig,

(Fortsetzung aus Seit« 2)

Dörfer unserer Heimat. Der Feind, der diese Wunden schlug, wird auch diese Anschläge auf das Leben einst zu verantworten haben. Frische Gräber wurden bereitet, um denen die letzte Ruhe zu geben, die durch den bru­talen und gewissenlosen Luftterror der Anglo-Amerikaner mitten aus ihrem uner­müdlichen Schaffen oder gar mitten aus einer unberührten, herrlichen Kindheit abge­rufen wurden. Der beispiellose Kindermord von Esens, jener feige Vombenwurf auf eine kleine ostfriesische Landstadt ohne jede Indu­strie und militärische Anlage, ist auf immer ein Schandmal der Lufthunnen und uns sür ewig ein leuchtendes Fanal des Hasses gegen den Geist, der die Terrorflieger des Feindes beseelt, wenn sie ihre Bombenlast über Wohnstätten, Kulturdenkmäler und Kranken­häuser abwerfen.

Wir sind nicht vermessen genug, zu behaup­ten, datz alle Not und das Elend in einem Luftnotgebiet, wie es der Nordseegau Wcser- Ems nun schon seit den ersten Kriegstagen darstellt, spurlos an uns vorübergegangen seien, 2m Gegenteil, immer und immer wie­der spüren wir die Lücken, die der Bomben- tod neben uns ritz. Die Wohnstätte und das Liebe und Vertraute, das mit ihr vernichtet wurde, wird täglich aufs neue vermißt. Doch das Leid vermochte uns nicht zu beugen.

Wie oft sind uns sogenannte goldene Dich­terworte schal und inhaltslos erschienen. Heute aber wissen wir um die tiefe Wahrheit jenes Dichterwortes, das davon spricht, datz es der Mut ist, der, gewaltiger als das Schicksal, hilft, es »»erschüttert zu tragen. Jeder Gang zu den Ausgehombten stärkt den Widerstandswillen bei denen, die das Schick­sal noch nicht um einen hohen Zoll anging. Es sind trotzige und in sich fest gegründete Menschen, die den Fehdehandschuh aufgriffen, der ihnen vom Schicksal hingeworfen wurde. Sie sind die getreuen Nachfahren jener Män­ner unseres heimatlichen Gaues, die einst immer wieder auf das Meer hinausfuhren, obwohl sie wußten, daß seit Generationen nur Frauengräber auf den heimischen Friedhöfen zu zählen waren. So ist Männergeneration auf Männergeneratioa auf See geblieben, und keiner der Nachgeborenen ließ sich ab-, halten, abermals die Pflicht zu tun. Hätten diese Männer einst resigniert und feige bei­seite gestanden, so wären wir nicht die Freien auf der Scholle unserer Väter. Es gibt ein altes Gesetz, das fordernd in unserem Bluts liegt und die Menschen an Weser und Ems beseelt; es ruft uns zu, dem Kampf nicht auszuweichen, sondern ihn anzunehmen, wo immer er sich zeigt.

So haben nun die Frauen und Greise, während die waffenfähige Mannschaft an allen Fronten die Soldatenpflicht erfüllt, mehr als ihre tägliche Pflicht getan. Wieder konnten wir in den ersten Oktobertagen für eine Ernte danken, die es uns gestattete, ohne allzu große Befürchtungen in den Min­ien zu gehen. Was wir in den Scheuern bar­gen, war der Erfolg einer gewaltigen Kraft­anstrengung des Landvolks. Das Bekenntnis des Gauleiters zu unserem heimischen Bau­erntum, wie es sich in der Stiftung des Preises zur Ehrung der schöpferischen bäuer­lichen Leistung darstellt, ist mehr als eine Verbeugung vor dem Nährstand. Dieses Be­kenntnis darf man als einen ehrlichen Hand- schlag mit dem Bauern werten, ohne den der Nationalsozialismus nicht wäre, ohne den es keinen Sieg gibt und keine Zukunft. Wenn man auf die vielen Volksgenossen schaut, denen der Krieg alles nahm an Gut, Blut und Leben, dann wissen wir, wie viel von dem zähen, mit der Scholle verbundenen Sinn in dem Menschenschlag lebt, der hier in dem Frontgau, dessen Gesicht unmittelbar

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