Ausgabe 
(27.12.1943) 357
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Bremen: Geeren 6/8, Ruf 2 19 81; Ratztruf s. sonntags 217 65; Obernftr. 86. Ruf 219 31; Eyke: Mühlendamm 2: Br.-Hemelingen: Bahn« hofstrahe 6. Eck, Poststratze. Ruf 18158; Br.« Degefack: Rohrstr. 21. Ruf 1 «. 8; Br,-Blumen­thal; Kapt.-Dallmann-Etr. 11/13, Ruf 63 p. 89

parteiamtliche Tageszeitung

Uoa Amtsblatt des Negierenden Biirgeimciftcrs tfn freien fjanfcftaöt Bremen

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üer Nationalsozialisten, vremens

TlmNiches Berkünvungsbiatt des Beichsstatttialters in Mdenburg und Bremen

7Ir. 357 , 13. Jahrgang

TNontag, 27. Dezember 1943

Linzelpreis 15 Hpf.

Auftakt der Sowie t-Winleroffensive

Ununterbrochen rennen die Bolschewisten an den Schwerpunkten der Ostfront im Raum von Shitomir, Kiew, Witebsk und Newel gegen die deutsche Verteidigung an

Berlin, 26. Dezember. Die schweren An­griffe der Sowjets an der Ostfront haben am Freitag aus neue Frontabschnitte über- gegrifsen und an Heftigkeit zugenommen. Ununterbrochen rollen die Angriffe der Bol­schewisten als Auftakt der sowjetischen Win- terossensive an den Schwerpunkten im Raum

von Shitomir-Kiew und Witebsk-Rewel ge­gen die deutsche Verteidigung an. Es ist mehr als ein Zufall, sondern geradezu ein warnendes Symbol für die Menschheit, dah sich die Bolschewisten gerade den Heiligen Abend zum Beginn ihrer Winterofsensive ge­wählt haben.

Die Kämpfe am Heiligen Abend

Stahlzäune im Meer. Unermüdlich sind un­sere Netzleger tätig, um wichtige Hafenein­fahrten und Küstenabschnitte durch, ihre Netze für feindliche U-Boote und Torpedos unpassierbar zu machen. ' Ein großes Tor­pedofangnetz wird mit Winden -und Fäusten zu Wasser gebracht, daß es nur so staubt.

PK.-Kriegsberichter Richter (Sch)

Britische Langzeifziinder sollten am Heiligen Abend explodieren

Berlin, 28. Dezember. Die britischen Terrorflieger haben bei ihren ringriffen aus Wohnbezirke des Reichsgebietes in den Mor­genstunden des 24. Dezember eine große An­zahl von Langzeitzündern verwandt. Diese waren so eingestellt, dah sie am Heiligen ritzend explodieren sollten. Durch den Einsatz deutscher Feuerwerker und andere Mahnah- men konnte dieser Absicht wirksam begegnet werden. Eine solche gemeine Handlungsweise ist typisch britisch. Jene bigotten Heuchler, die lu „fromm“ sind, um am Heiligen Abend selbst zu morden und ihre Trrrorangriss« ans das deutsche Volk zu starten, wenden diese heimtückische Kampsesweise an, um zu errei­chen, dah in dem Augenblick, wo sie in ihren Kirchen die blutbefleckten. Hände im Gebet erheben, wehrlose deutsche Frauen und Kin­der durch die Wirkung ihrer Bomben zerrissen, und deutsche Wohnstätten zerstört werden.

vor Mord rast auf Sizilien

Rom, 26. Dezember, lieber einen Fall un­fassbarer Mordlust 'nordamerikanischer. Poli- zeitruppen auf Sizilien berichtet der römische Rundfunk. Ein sizilianischer Landmann in der Umgebung Messinas, namens Giovanni Nicosia wollte nicht zugeben, dah seine Kin­der im Alter von zehn, neun und sieben Jah­ren in die bolschewistische Hölle verschleppt werden sollten. Daraufhin erschien eine Patrouille USA.-Soldaten, um die Kinder des Nicosia abzuholen. Als der verzweifelte Väter drohte, -den Soldaten den Zugang zu seinem Hof mit dem Gewehr in der Hand unmöglich zu machen, umzingelten die Ame­rikaner das Haus und nahmen die ganze Familie gefangen. Der Bauer, feine. Ehefrau und sein ältester Sohn wurden von den Ame­rikanern erschossen. Das Haus wurde ange- zündet und die drei.jüngsten Kinder mitge- ichleppt, um dem vorgesehenen .Sammel­transport italienischer 'Kinder nach der Sowjetunion .zugeteilt. zu werden.

Großes USA.-Unterseeboof versenkt

Gens, 26. Dezember. Das nordamerikanische Unterseeboot „Grayling“ ist überfällig und muh als verloren' gelten, teilte das Marine- minifterium in Washington nach einer Reu­termeldung mit. Das Boot wurde, am 6. Januar 1641 in Dienst gestellt und hatte eine Verdrängung von 1473.Tonnen

Weihnachten stand im

Besonders iizp Kampfraum östlich Shitomir hatten die Sowjets erneut starke Kräfte bereitgestellt, mit denen sie bei­derseits der Strafte Kiew—Shitomir nach ausgiebiger Artillerievorbereitung zum An­griff antraten. Ein überaus wirksames deut­sches Abwehrfeuer schlug ihnen entgegen. Doch ohne Rücksicht auf die ungewöhnlich höhen Ausfälle erneuerte der Feind immer wieder feine Angriffe. In den schweren wechselvollen Kümpfen leisteten unsere Gre­nadiere, Panzergrenadiere und Sturmartil­leristen fast Uebermestschliches. Hinzu kommt, bah das an diesem Kampfabschnitt inzwi­schen eingetreteneTauwetter die Kampf­handlungen weiter erschwert, da die durch den vorangegangenen Frost gerade wieder passierbar gewordenen Strahen und Wege abermals grundlos geworden sind, so dah Truppenoerschiebungen und das Heranfahren des Nachschubs nur unter grössten Schwierig­keiten möglich waren.

Ein. weiterer Schwerpunkt der Kämpfe lag im Raum von Wi tobst, wo die Sowjets ihre schon am Vortage wieder auf- genommenen Durchbruchsversuche mit - stär- ieren Kräften erneuerten. Ohne Schonung ihrer Verbände trieben sie die inzwischen neu herangeführten Kräste in den Kampf. Am Heiligen Abend hielten die Kämpfe bis

in die späte Nacht an, so dah sich unsere Grenadiere nicht einmal an diesem Abend eine Ruhepause gönnen konnten. An jeden einzelnen Mann stellten diese Kämpfe die denkbar höchsten Anforderungen. Die Schwere der sowjetischen Verluste ist schon ans der ungewöhnlich hohen Panzerabschnhzahl der beiden letzten Tage zu ersehen, wurden doch in 48 Stunden 126 Panzerkampswagen ab- geschossen und vernichtet.

Auch nordwestlich Retschiza, zwischen Bere- sina und Dnjepr kam es zu heftigen Kämpfen. Dort machte der eigene Angriff trotz Ver­steifung des feindlidsen Widerstandes weitere Fortschritte. In dem sehr schwierigen Sumpf- und Waldgelände kämpften sich unsere Trup­pen ständig weiter vor. Durch Verminungen und Brückensprengungen versuchten die Bol­schewisten das..Fortschreiten des deutschen Angriffs abzustoppen, aber auch diese Hinder­nisse konnten unsere Truppen nicht aufhalten. Der liebergang über einen iaktisch wichtigen Fluhlauf wurde erzwungen und anschliehend weiteres Gelände gewonnen. In dem weiter nördlich gelegenen Kampfabschnitt nordöst­lich Shlobin verstärkte, der Feind seine An­griffe, um den am Vortag erzielten Ein­bruch zu erweitern. Zunächst gelang es ihm, bis zu unseren ArtillerieschutzsteNungen bor- zustohen. dod) warf ihn ein eigener Gegen­angriff auf seine Ausgangsstelliingen zurück.

Schlachtausweitung am 1. Weihnachtstag

Die als Beginn, der. Winteroffensive sich seit dem Heilsgen Abend immer mehr ver­stärkende Angriffstätigkeit der Bolschewisten erfahte am ersten Weihnachtsta.g weitere Frontabschnitte. Auher in den Räumen von Shitomir und Witebsk erneuerte der Feind seine Durchbruchsversuche am Dnjeprbogen und nordwestlich Kritschew. Die Kümpfe führten besonders an den beiden neuen Brennpunkten zu eindrucksvollen Abwehr­erfolgen. Unsere Soldaten fanden trotz der vorausgegangenen - wochenlangen Kämpfe immer, wieder -die Kraft zur erfolgreichem Widerstand und vereitelten die erneuten, auf ein ZerschlaqeiT der deutschen Front hinzie­lenden Duräzbruchsversuche des Feindes.

Besonders sinnfällig kam diese innere Hal­tung unserer Truppen bei den Kämpfen am Dnjeprbogen zum Ausdruck. Als die Bolsche­wisten hier am 23. Dezember zum sechsten Male am . Brückenkopf Rikopol und südlich Dnjepropetrowsk mit starken Kräften angrif- fen, um unsere als Wellenbrecher wirkenden Stellungen bei Saporoshje abzuklemmen, stell­ten sich unsere Truppen dem Feind energisch entgegen und schätzen allein int- Bereich einer von 166 Panzern angegrisfenen Infanterie- Division 66 Sowjetpanzer ab. Eigene Pan­zer griffen zur Unterstützung der hartbedräng­ten Grenadiere in die Abwehrkämpfe ein. Die ersten 26 Abschüsse erzielte eine dicht hinter

lFortsetzung aus Seite 2)

Abwehrerfolge bei Nihopol und Dnjepropetrowsh

Aufgehngene Angriffe bei Shitomir — Deutscher Bodengewinn bei Retschiza - Erbitterte Kämpfe in Süditalien

Aus dem Führ » rhauptquartier, 26. Dezember. Das Oberkommando der Wehr­macht gibt bekannt:

Die Winterschlacht im Osten ging auch am ersten Weihnachtstag mit unverminderter Heftigkeit weiter. Am Brückenkopf von Riko- pol und südwestlich Dnjepropetrowsk nahmen die Sowjets ihre Angriffe wieder auf. Sie scheiterten in harten Kämpsen. 71 feindliche Panzer wurden abgeschossen, davon allein 68 im Bereich einer Infanterie-Division.

Im Kampfraum von Shitomir dehnte der Feind seine mit überlegenen'Kräften geführ­ten Angriffe aus weitere Abschnitte aus. In unsere 'Stellungen eingedrunqene feindliche Angriffsspitzen wurden in erbitterten Kämp­fen aufgefangen. Nordwestlich Retschiza ge­wann der eigene Angriss weiter Boden.

Im Abschnitt Slobin bereinigten unsere Grenadiere im Gegenangriff eine feindliche Einbruchsstelle. Nordwestlich Kritschew trat der Feind mit stärkeren Kräste» zum Angriff an. Er wurde abgewiesen, ei» örtlicher Ein­bruch bereinigt.

Im Raume von Witebsk dauert das schwere Ringen an. Versuche der Sowjets, ihre Ein­bruchsstellen zu erweitern, und einen Durch­bruch z» erzwingen, wurden durch eingrei­fende Reserven vereitelt.

In Süditalien gehen die schweren Kämpfe im Abschnitt von Ortona weiter. Im Ge­genangriff wurde eine wichtige Höhe zurück- erobert. In Ortona selbst sind erbitterte Stra- henkämpse im Gange. An der übrigen Front verlies der Tag bis auf schwächere Vorstöhe des Feindes nordwestlich Mignano ruhig. Am

24. Dezember versuchte ein aus Engländern und Franzosen bestehender Kommandotrupp sich, unseren Drahthindernissen an der Ka­nalküste zu nähern. Er wurde vernichtet.

Bei Angriffen anglo-amerikanischer Flie­gerverbände am ersten Weihnachtstag auf die Stadt Bozen und einige Orte im ober- italienischen Raum wurden fünf feindliche Flugzeuge abgeschossen.

Unterseeboote versenkten in den letzten Ta­gen im Atlantik und im Mittelmccr fünf Schiffe mit 34 500 BRT. und torpedierten ein weiteres. Aus Eeleitsichernng und Unter- seeboot-Jagdgruppen wurden neu» feindliche Zerstörer und Keleitfahrzenge versenkt. Vord- siak der Kriegsmarine brachte über der Bis- caqa ei» Flugboot vom Typ Sunderland zum Absturz. >

Feindangriff auf breiter Front

Wechselvolle Kämpfe östlich Shitomir — Gegenangriff bei Retschiza

Ans dem Fiihrerhauptquartier, 23. Dezem­ber. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: OestkichlShitomir traten die Sowjets mit starken Infanterie- und Panzerkrästen auf breiter Front zum Angriff an. Schwere wechselvolle Kümpfe, in deren Verlauf bisher 38 feindliche Panzer abgeschossen wurden, sind, noch im Gange. Nordwestlich Retschiza setzten unsere Truppen ihren Angriff weiter fort. Ein Fluftabschniit wurde trotz zähen feindlichen Widerstandes überwunden und mehrere Ortschaften im Sturm genommen. Nordöstlichst Shlobin dauern die harten Ab- wehrkämpfe an. Versuche, der Sowjets, eine Einbruchsstelle vom Vortage zu erweitern, wurden im Gegenangriff mit wirksamer eigener Artillerie-Unterstützung vereitelt.

Im Raum von Witebsk verstärkte der Feind seinen Druck erheblich. Die vordringen- den Angriffskeile der Sowjets konnten auf- gefangen und dabei 44 feindliche Panzer ver­nichtet werden. An der übrigen Ostfront fanden keine wesentlichen Kampfhandlungen

statt. In Süditalien setzte der Feind auch gestern seine starken Angriffe im Abschnitt von Ortona fort. In einigen Einbruchs­stellen sind schwere Kämpfe im Gange. Im Mittel- und Westabsthnitt verlief der Tag ohne besondere Ereignisse.

Heue Ritterkreuzträger

Führerhauptquartier, 26. Dezember. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eiser­nen Kreuzes an: Oberst Rolf Mämpel, Kommandeur eines Panzergrenadier-Regi­ments,' Major Willi Eckardt, Bataillons- Kommandeur in einem Grenadier-Regiment: Hauptmann Walter Heim, Führer einer Panzerjäger--Abiei1ung; Oberleutnant Fer­dinand Frech, Kompaniechef in einem Jäger-Bataillon: Leutnant d. R. Martin

Hackt, Schwadronsführer in einer Aufklä- rungsabieilung: Oberfeldwebel Alois Hüb­ner, Zugführer in einem Panzergrenadier- Regiment.

unseres Schichsalskampfes

Mordterror selbst am ersten Feiertag - Schwerste Kämpfe an der Ostfront - Die Kampfbewegungen noch überall im Fluß

Trahtbericht unserer Berliner Schriltleitmig

ckr. w..£ch. Berlin. 26. Dezember. Die Stimmung der kurzen Weihnachtstage hat b-m deutschen Volke, das Bewusttjein nicht zu verdunkeln vermocht, dast es im gewaltigsten Schicksalskampf aller Zeiten steht, in dem es um Sein oder Nichtsein geht. In mehr als vier Jahren eines gigantischen Ringens, in dem wir auch schwere Rückschläge zu ertragen lernten, und in dem Grauen des Bomben- lerrors sind wir so hart geworden, daft wir uns durch keine Stimmung ntehr in unserem unerschütterlichen Kampfes-' und bieges- willen beirren, lassen, wie ihn, die Weih- uachisansprache des Reichsminifters Dr. Eoebbels so zwingend zum Ausdruck brachte, ^»8 uns die harten Notwendigkeiten bieder Zeit keinen Augenblick lang aus dem Bltck- leld entschwinden. •

Die Luftaangster der anglo-amerikanischen „Murder Jncorporation“ haben noch am Morgen vor dem Heiligen Abend ihre Mordlust an der Berliner Bevölkerung aus- gctobt und gleichzeitig in Aachen sinnlose Zerstörungen an ehrwürdigen Lulturstätien der abendländischen Menschheit verübt. Dar­über hinaus haben die angloamerikanischen Mordvcreine offenbar endgültig beweisen wollen, datz pe-sich in nichts mehr von der

bolschewistischen Barbarei und vom Nihilis­mus der östlichen Steppe unterscheiden, in­dem sie am ersten Weihnachistaq einen Ter­rorangriff auf Bozen und auf einige Orte in Oberitalien durchführicn. Gleichzeitig haben die Bolschewiken ausgerechnet den Heiligen Abend und die Weihnachtsjeiertage gewählt, um die Winteroffenfive an der Östfronl einzuleiten. _ •

Allen Menschen, die sich bewußt zum abendländischen Kulturkreis zählen, müssen diese Dingo die ernsteste Mahnung in dem Sinn sein, daft die gegen uns vereinten Geg­ner innerlich nichts zu tun haben mit den Ueberlieferungen aus der europanchen Wiege der abendländischen Kultur, aus der wir unsere schöpierischen und ausbauendcn Kräfte herleilen. sondern daß vielmehr, wenn sie Erfolg hätten, Vernichtung und trostlme Nivellierung und Verflachung auf dem tfiiße folgen würden. , . „ r .

Unsere kämpfenden Soldaten an der Ost­front haben gerade an diejen Weihnachts­tagen wieder ihre beiondere Ausgabe als Wächter für die abendländnche Kultur er­füllen müssen^ Die ganze Front stand im Zeichen-schwerster Kämpfe, beiondcrs an zwei Äbichnitten. Ostwärts von ^h>iomlr und im Raum von WitebTk hatten die Bolichewisten ihre Kräfte erne>zt in stärkstem Ausmag maj-

siert, um hier zum Beginn ihrer Winter- offensive noch einiiial den strategischen Durch­bruch zu versuchen, der ihnen dank der über­legenen Führung und soldatischen Kampfkraft itoif unserer Seite in den langen Monaten der Soinmer- und Herbstoffensive trotz aller unheimlichen Verluste versagt geblieben war. Auch an diesen Weihnachtstagen haben unsere unvergleichlichen Truppen trotz der besonde­ren Schwierigkeiten des Wetters und des Ge­ländes Uebermenichliches geleistet, um den strategischen Plan des Feindes schon im Keime zu ersticken.

An der Strafte Kiew—Shitomir, wo bis vor kurzem noch eigene erfolgreiche Gegen­angriffe vorgetragen wurden, haben die Sowjets alles, was ihnen hier an Truppen und Material zur Verfügung stand, zum Durchbruchsverfnch angesetzt. Die Kämpfe werden, weil der Gegner hier offenbar alles noch einmal auf eine Karte setzen will, mit einer Wut und Erbitterung ohnegleichen ge­führt. Aber wenn auch die Bolschewiken nach den schwersten Ausfällen immer wieder vor- stürmen, so konnten doch in diesem kritischen Abschnitt die Angrifie aulgefangen werden.

Aehnlich verlief die Entwicklung an dem anderen neuen Sckiwerplinkt der Ostiront, an dem die Sowjets bei Witebsk ostwärts und gleichzeitig aus dem Raum von Newel mit

der Absicht nach Süden vorgestoften sind, un­sere Front auseinanderzuspalten. Schwer und wechselvoll waren auch hier die Kämpfe, in denen schließlich der Einsatz von Reserven guf unserer Seite die Voraussetzung schuf, um den Gegner an verschiedenen Stellen zurückzntreiben. Selbstverständlich kann heute noch nicht von einem abschlieftcnden Ergeb­nis der wütenden Kämpfe gesprochen wer­den, die weiterhin andauern und'die an an­deren Frontabschnitten, an denen der Geg­ner zum Zweck der Ablenkung angriff (wie im Raum von Rikopol und südwestlich von Dnjepropetrowsk) im Zeichen klarer deutscher Abwehrerfolge und Gegenangriffe stehen. So gewann der deutsche Angriff bei Retschitza erneut Boden,'und im Raume von Bobyisk konnten feindliche Einbruchsstellen abgerie­gelt werden. Die Kampfbewegung ist über­all noch im Flnft.

Die Heimat verfolgt dieses Ringen mit der festen Zuversicht, daft auch weiterhin die strategischen Durchbruchsversuche der Sowjets zum Scheitern verurteilt fein werden, und wir wißen im Hinblick auf die geiamtsträte- gische Lage des Krieges, daft die Vereite­lung eines solchen Durckbruchsplanes, wie sich auch im einzelnen das Bild 'gestalten mag, als ein voller Sieg angespröchcn werden mühte. i

die Zeit mtd u hhten

Von Werner von L o ] e w s k i

Mit der Konzeption, die sich die Engländer und Amerikaner vom künftigen Fortgang des Krieges gemacht hatten, müftten sie schon ein paarmal als Sieger durchs Ziel gegangen sein. Rur reiften diese Blüteniräume nie. Dies ist der Grund, weshalb wir auch dies­mal ihre Prophezeiungen mit Zuversicht be­trachten. Soweit sie die Möglichkeit besahen, haben sie neuerdings in gewissen europäi­schen Hauptstädten den deutschen Zusammen­bruch für den nächsten Atai angekündigt. Damit ist dieser Termin, der letzhin für den 11. November und dann für Weihnachten in Aussicht gestellt worden war, erneut und be­merkenswert auf die lange Bank geschoben. Auch sollte der Ilmstand zu denken geben, daft der für die iranische Konferenz vorgesehene „Appell“ an das deutsche Volk nicht zustande­kam. Die Unterlassung kann nur bedeuten, daft man inzwischen einen Fehler in der eigenen Rechnung entdeckte, daft man zu der Erkenntnis gelangte, daß ein solches Mani­fest in diesem Augenblick ein Versuch am untauglichen Objekt wäre, und deshalb dar­auf verzichte. Nach solchen Talentproben sind Zweifel in die Verwirklichung auch dessen erlaubt, was nun noch 'angekündigt wird.

Der so oft nicht aufgegangenen feindlichen Rechnung steht die deuiscbe Konzeption ge­genüber. Sie tritt ohne die propagandistische Tlmkleidung auf, die für die andere Seite erforderlich ist, weil diese damit einen' po­litischen Essekt beim Feinde und auch beim eigenen Volk erzielen will. Die deutsche Konzeption kann sich daher an die' Tatsachen halten, ganz abgesehen davon, daft die letz­ten zwei Jahre dieses Krieges jedermann im deutschen Volk an ein Höchstmaft nüchterner Beurteilung der Lage und der deutschen Zukunftsmöglichkeiten gewöhnt' haben.

Auch bei Betrachtung der Lage vock Deutschland, aus gilt es, „vom Feinde zu indizieren“, wie die Generalstäbler sagen. Da kann kein Zweifel bestehen, daft erst recht nach dem endlichen.Zusammentreffen Roose- velts.nnd Churchills mit'Stalin damit zu rechnen ist, datz die gesamte Feindseite im nächsten Jahr alle Kräfte zusammenfassen wird, um die Entscheidung zu erzwingen. Man darf daher unterstellen, daft die „Zweite Front“, dank dem Druck Stalins, nun alle Aussicht hat. unter der Losung „Verkürzung des Krieges“ bald verwirklicht zu werden. Ein englisches Blatt nennt dies heute mit' beflissener Zurückhaltung die „revidierten anglo-amerikanischen Pläne“. Ursprünglich haben Engländer und Amerikaner gehofft, der Feldtug in Italien werde sie von dieser Stalinischen Forderung entlasten können. Sie haben sicher auch Pläne für eine In­vasion auf dem Balkan — bei gleichzeitiger Landung in Däimatien und in dgr Acqäis — fix und fertig ansgearbeitet. Auch drücken sie gegenwärtig au- die Türkei, als ob von deren Krieqseintrilt die Kriegsentscheidung abhange, aber es sollte nicht wnndernehmen, wenn sie trotzdein den Sprung über den Ka­nal versuchen würden.

. Freilich würde dies- wohl bedeuten, datz alles, was auf englischen Inseln vorhanden ist, aufs Spiel gesetzt werden müftte. Und ginge das Unternehmen dennoch schief, dann bestünde Klarheit darüber, was Roosevelts und Churchills innerpolitische Stunde ge­schlagen hätte, wo überhaupt die Uhrenzeiger dieses Krieges angelangt wären. Ein wahr­scheinlich unvergleichlicher Höhepunkt, dieses Krieges wäre erreicht. Die Engländer wür-' den gezwungen gewesen sein, aus ihrer Re­serve herauszutreten und erstmals eine Unter­nehmung einznleiien, die von vornherein mit gröftimöglichem Risiko und gröfttmöglichen Opfern rechnete, während bisher die eng­lischen, aber auch die amerikanischen Stra­tegen peinlich auf ein Mindestinatz an' Risiko und Opfern bedacht waren, um neben den Verlusten nicht auch noch politische und stimmungsmäftige Rückichläge hinnehmen zu müssen. Hier wären sie zum erstenmal ge­zwungen, die starre Methodik 'ihrer Kriegs­führung, die nur auf Sicher gehen will, auf­zugeben und kühn zu wagen, eine Eigenschaft, die sie bisher überall vermissen tieften.

Es bedarf keines Hinweises, daft die deutsche Führung sich auf alle Eventuali­täten vorbereitet hat. Sie konnte es noch dazu, da sich im Osten gezeigt hat, datz die Sowjets nicht imstande find, die Front stra- tegtfch zu durchbrechen und aufzurollen. Daft in einer groft angelegten Winteroffensive ein solcher Versuch wiederum unternommen werden würde, war zu erwarten. Co grofte Verluste an Material die Sowjets erlitten, sie haben es bisher verstanden, diese immer wieder aufzusüllen. Indessen erreicht jede Produktion einen Gipfel. Vor allem aber deutet die kurz bevorstehende Einberufung des Jahrgang 1927 an, welche Breschen der wütende Ansturm gegen die deutsche Front in ihre Mannschaftsbestände reißt, zumal auch alles Menschenmaterial schon aufge- braucht scheint, das in' den früher von der deutschen Wehrmacht besetzten Gebieten un­mittelbar nach der rusirschen Rückeroberung ohne viel Umstände in seiner Gesamtheit so­wjetischen Kaders eingereiht wurde. Da das Urteil der deutschen Front lautet, daft sie sich wertmäßig den Sowjtes nach wie vor überlegen fühlt, müftte die weitere Entwick­lung im Osten unter diesem Blickwinkel zu verfolgen sein. Deutschland, seit diesem Jahr in der Defensive, wird weiterhin die Vor­teile der inneren Linie für sich haben und sie wahren. Sie zu zerstören, ist mit ein Ziel des anglo-amerikanischen Bombenter­rors, deffen erste ,Aufgabe erkläriermaften der Terror gegen die Zivilbevölkerung ist, die moralisch und politisch zermürbt werden soll.

Was bisher in der Abwehr dieses Terrors geleistet wurde, hat dieser Tage einen für einen weiten und schwer betroffenen Bezirk