Ausgabe 
(18.11.1943) 346
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die schwarze Katze h, / ehalten auf dem Ösen, s» und nun schleicht sie « .7 - S'° schaut zu ihr „s kleine Witke greift tämilt anz und zieht die Ach» eMt das nicht, sie h,, t der kleine Witke die §«„ ter Etichwanountsch niml n, und da hört der M, Er tatscht der Mnttei «t ins Gesicht und sie kii'zt ihn Witke ist das NestWn, itka dann die ersten M, Ofen holt, bekommt Mtl« Die andern machen gch a lutscht heftiger am 'Tu» werden auch die andmi us dem Ofen kommen, M kommt einen, - Ljiidi, und Pawlo, der kleine i mit vollen Backen und s Freie,

iecht wieder in seine ticke mit' ganzer Hingebmi Er strampelt mit den At­zen Kopf hin und her nie ön ist die Welt, wenn« essen kann!

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pm^tetamttictie ^rryeszeilluna

vas flmlsblatt des Negierenden vürgcrmcistcrs ücr Zrc irn kzanscstadt vremen

Nr. Z46 , 1Z. Jahrgang

üev Nationalldziatisten vremens

flmtliches verkündungsbialt des Ncichsstatttialters in LUdenburg und Vremen

INittwoch, 15. Dezember 184Z

kinzelpreis 15 Dpf.

LiÄliämscksL Abenteuer Koo 8 evelt 8

0/s cru5gsb//sl)sn6 ^s/5noc5t5Ü^o5^un9 /ül- c/05 c-ng/o-omss^on/Lciis ?u8/,'^um 5,5sn/iohvs5 bss^ünc/st L/c»8 5c5nsc^sntsmpo cis5 5üc/,ta/,'65i-O//sn5,V6

Trabtliericht »»lerer Berliner SSriktlcitn»« d, Berlin, 14. Dezember, Roosevelt hat

seinem Kurzbesuch auf Malta eine längere Usite der amerikanischen Stäbe in P.alermo auf Eizilen folgen lassen, um dort von Ge­neral Eisenhower eine erschöpfende Auskunft aus die pikante Frage zu erhalten, ob' es den nnalo-amerikanischen Truppen an der siid- ilalienischen Front, den ursprünglichen Plä­nen entsprechend, gelinge» weide, bis zum ckt, Dezember Rom zu erobern.

Der Oberbefehlshaber der anglo-amerska- nischen Truppen an dieser einzigen Land- smnt, die bisher von den Westmüchten gegen Europa errichtet ist, konnte die tatsächliche Lage nicht verschleiern und begründete das offensichtliche Unvermögen der ihm unterstell- len Verbünde mit der mangelnden Hilfs-, teieiischaft der italienischen Bevölkerung in den besetzten Gebieten. Austerdem würden die schwierigen militärischen Operationen ge­gen einen starken Feind durch die Angehöri­gen der„Amgot" und des sogenannten „Mit- ielmeerausschusses" stark behindert, die den durch den Zwist der politischen Parteien her- ausbeschworenen Unfrieden nur noch ver­stärkten und völlig überflüssig seien, da es zur Zeit in Süditalsen weder etwas aus­zubauen noch zu produzieren gebe, Eisen- hower betonte, dast er die Verantwortung nur dann weiter tragen könne, wenn ihm die alleinige Befehlsgewalt übertragen würde, die er augenblicklich noch mit Poli­tikern, Schlachtenbummlern und Geschäfte­machern teilen müsse.

Für den Fall dast Roosevelt ihm diese alleinige Befehlsgeipalt übertragen würde, stellte er die Zwangsverschickung aller Italie­ner und Italienerinnen einschliestlich der Kinder, die keine kriegsproduktioe Arbeit lei­den könnten, nach Nordafrika in Aussicht, bcnn sie allesamt seien „Faulenzer und be- mssmätzige Bettler" und könnten sehr leicht die Moral der Truppen untergraben. Zugleich lehnte Eisenhower jede weitere Verantwor­tung für die Zustünde in Nordafrika ab, wo die Verhältnisse aus des Messers Schneide ständen und das Algier-Komitee jede Siche­rung der mühsam eroberten Gebiete unmög­lich mache.

Die nicht ungeschickte Rechtfertigung des Schneckentempos der als „Schlacht um Rom" versprochenen Ofsensive veranlastt die anglo- amerikanischen Militärbeobachter in ihren .Heimatredaktionen zu sehr nüchternen lleber- legtingen. Laut „Aston Tidningen" wird in London der deutsche Widerstand als unge­brochen hartnäckig bezeichnet und als schwer­stes Hindernis für den Vormarsch der schlämm genannt, in dem Lastwagen und sonstige Fahrzeuge tief einsinken, so, daß sie praktisch, da die eigene Motorenkraft nicht ausreiche, von den Soldaten durch das schlammeer getragen werden müßten.

Eine andere Lesart gibt indessen die spa­nische Zeitung „Ja", nach der die Airglo- Amerikaner ihre besten Truppen aus s:ud- itaiien zurückziehen, da sie nach d" Konfe­renz von Teheran „anderweitig verfügbar iein müßten, Stalin habe es abgelehnt, stch die britische Anschauung zu eigen zu machen, datz der „Abnutzungscharakter" der südrta-

N.1 UiHionva I4srk gvsvsnäst

lienischen Front eine beträchtliche Entlastung für die sowjetischen Armeen darstelle.

Die Inspektionsreise des Eeneralfeldmar- jchalls Nommel entlang d« Westküste des Kontinents ist unter diesen 'Umständen Ge­genstand immer neuer Kombinationen der feindlichen und neutralen Presse. Ganz selbst­verständlich muß ds,e Inspizierung der Kampfbereitschaft der deutschen Verteidi­gungsanlagen im Zusammenhang mit den Mittelostkonferenzen gesehen werden, aus denen es offenbar geworben ist, wie sehr auf der Gegenseite die Zeit drängt, und wie wenig Stalin angesichts der »»geschwächten

Abwehrbereitschaft der deutschen Truppen mit dem Einsatz der Anglo-Amerikaner in Italien zufrieden ist. Sicherlich hat Stalin in Teheran ein militärisches Programm vorgelegt, dessen Hauptpunkt der Angriff gegen die Kanalsront darstellt.

Natürlich bezieht sich die Steigerung der deutschen Abwehrbereitschaft nicht allein auf Dänemark, sondern sie zieht alle in Frage kommenden Möglichkeiten in Betracht, Be­sonders bemerkenswert wird in diesem Zu­sammenhang nach neutralem Zeugnis in London eine Meldung des USA.'-Blattes

lFortsetzung aus Seite 2)

Koks kömäverlusle iwräösllicli Ldilomir

5ovv/st5 V6t/07SN 44006s/angsris, Iwoolots. 927 6src/iützs. 254?onrs, ^rc/isrlcoLL/ Hsräumt — 7s57orong7///s oul ^o^c/vvsLtc/sutrc/i/onc/

Aus dem Führerhauptquartier, Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt:

Im Raum von Kirowograd und Tscher- kassq verstärkte der Feind gestern seinen Druck. Es kam zu erbitterten, noch anhal­tenden Kämpfen, in deren Verlauf die Sowjets unter hohen blutigen Opfern an einigen Stellen Gelände gewinnen konnten. Die Stadt Tscherkassq, deren Besatzung der Feind in wochenlangcn Kämpfen vergeblich einzuschließen versucht hatte, wurde in der vergangenen Nacht von unseren Truppen be­fehlsgemäß geräumt.

Im Angrisssraum nordöstlich Shitomir säuberten unsere Truppen das Westufer des Tctcrew von versprengten feindlichen Abtei­lungen. Vom K. bis 13. Dezember verlor der Feind dort cktlkil Gefangene und rund 11 iwv Tote. 927 Geschütze, 251 Panzer und eine große Anzahl leichter und schwerer In­fanteriewaffen wurde erbeutet oder vernich­tet. Bei diesen Kämpfen haben sich die thü­

ringische 1. Panzer-Division unter General­leutnant Krüger und die brandenbur- gische i>8. Infanterie-Division unter Oberst Scheuerpflug besonders bewährt.

Südlich Newel griffen die Sowjets nach starker Artillerievorbereitung mit mehreren Divisionen und starken Panzerkräften an. Sie wurden abgeschlagen, einige örtliche Einbrüche abgeriegelt, andere im Gegenstoß bereinigt. Zahlreiche Panzer blieben Zer­schossen auf dem Kampsseld liegen.

An der siiditalienischen Front verlies der Tag bis aus örtliche Kampstätigkeit an der «driatischen Küste auch gestern ruhig.

Feindliche Bomberverbände flogen in den Mittagsstunden des gestrigen Tages unter dem Schutz von Nebel und dichten Wolken nach Nordwestdeutschland ein. Zahlreiche Spreng- und Brandbomben verursachten Schäden in Wohnvierteln verschiedener Orte. Elf seindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. In der vergangenen»Nacht watsen feindliche Störflugzenge Bomben iin rheinisch-west­fälischen Industriegebiet.

K-

ln äer StrsKe von Kertsck. Lln. sovvMisckes ^lor.orkLnonendoot n^rcl von kleinen, nn Lckv/srren Ivleer operierenden Linkeilen un86rer Kriegsmarine vor dem von den rnmä- niscken Iruppen rersciilagenen Landekopk der Lov^els südliok Kertsck versenkt.

kK.'Leictinuax' ?ritr krieäl (8eh)

c/sr VsrIcÜTic/uTig c/s§ I?6ic55/ugsnc/gsn'c/itsgs5stzSL

Von Dr. Osorg llbsrsbäok

Jeder Krieg gefährdet die Jugend, Ihre Erziehung wird auf die härteste Probe ge­stellt, Nun muß sich erweisen,'welcher Kern in der Jugend eines Volkes liegt, und mil welcher Umsicht und Verantwortung die Ge­meinschaft den kriegsbebingten Gesahren be­gegnet, In der deutschen Oefsentlichkeit ist heute weit mehr als früher vom Schutz der Jugend, von Maßnahmen der Jugendbetreu­ung, von Gesetz und Erziehung die Rede, In England und Amerika dagegen sind die Spal­ten der Zeitungen mit Nachrichten-angefüllt die für-den Verfall der Sitten und dir Kriegsmoral in der Jugend alarmierende Beispiele bringen.

Oberst Läslbsrl 8 diuk erkisil äie Lrillsnlen

Vom ^ü5lS5 o/s nsuntsd 5o/c/ot asr c/sut5c5sil Ws/irmoc5t m/t c/sm slöc^iLtSli ^apisetrsitzoi-c/sn ouxgsrsi'c/inst

Berlin, 14, Dezember, Die am 2N, und November durchgeführte Dritte Reichs- Msieiisammlung. des Kriegs-WHW, 1943/44 datle ein vorläufiges Ergebnis von 135 897,85 Mark. Bei der gleichen Samm­lung des Vorjahres wurden 39 623 246,93 Nork aufgebracht. Es ist somit lunfl des Ergebnisses um 11512 561,82 -mark Sleich 37,6 v, H, zu verzeichnen.

F ü h r e r h a u p t q u a rti e r, 14. De­

zember. Der Führer hat Oberst Adalbert Schulz, Kommandeur eines Panzerregi- ments, als neuntem Soldaten der deutschen Wehrmacht dbs Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eiser­nen Kreuzes verliehen.

Dreimal ist die 7, Panzerdivision, zu deren Verband das von Oberst Schulz geführte Panzer-Regiment gehört, im Wehrmacht- bericht genannt worden. Immer war neben dem Divisionskommandeur, Generalmajor Manteufel, Oberst Schulz als Führer des Panzerregiments hervorragend an den Er­folgen der Division beteiligt. Nach dem feindlichen Einbruch in die deutsche Dujepr- verteidigung nördlich K!ew war es^in erster Linie dem Eingreifen von'Oberst Schulz zu danken, daß ein Durchbruch der sowjetiichen Offensivarmee verhindert wurde. Immer wieder hat er in zäher Abwehr und m zahlreichem Gege/istößen die feindlichen An­griffsspitzen aufgehalten geschwächt und-in mehreren Fällen zerschlagen. Zu einem er­heblichen Teil ist es sein Verdienst, da» stch die Offensive der Bolschewisten im Raum von Kiew zersplitterte, daß die deutsche Füh­rung die Möglichkeit erhielt, dem Feind im Gegenangriff wesentlichste Teile des gewon­nenen Geländes wieder zu entreißen ihm schwerste Verluste zuzufügen.

und

Auch an dieser Gegenoffensive hat Oberst Schulz maßgeblichen Anteil, So hat er nach einem schweren Kampftag seine Kampf­gruppe — acht Panzer und schwächere Pan­zergrenadier-Einheiten -^-mus eigenem Ent­schluß in schwungvollem nächtlichen Angriff über das ihm gesteckte Kriegsziel zur Straße Kiew—Shitomir, der wichtigsten Nachschub­verbindung des Feindes, vorgerissen und diese vollständig gestört. Mit vier eigenen Panzern vernichtete er allein an zwei an­deren Tagen, des deutschen Kege»aiigriffes 26 schwere und schwerste seindliche Kamps­wagen.

Oberst Schulz, der bereits vie rmal verwundet wurde, hat sich in jahrelan­gen Kämpfen als hervorragender Panzer­kommandeur bewiesen, der seinen Panzer­verband stets in vorderster Linie führt und durch sein unmittelbares Eingreifen und seine Persönlichkeit in allen Lagen entscheidenden Einfluß auf die Kampfhandlungen nimmt. Die ihm schon früher verliehenen hohen Auszeichnungen vom Ritterkreuz bis zum Eichenlaub mit Schwertern stellen die äußere Anerkennung einer vorbildlichen soldatischen Bewährung dar; sie hat nunmehr in der Verleihung der .Brillanten ihre Krönung gefunden,

Oberst Schulze wurde am 20. Dezember 1903 in Berlin als Sohn eines städtischen

Angestellten geboren. Nachdem er 1928 als Polizeianwärter in den Polizeidienst einge­treten war, wurde er 1935 als Oberleutnant in einer Panzerjügerabteilung in das Heer übernommen. Seit 19, Januar 1913 ist er Kommandeur seines fränkisch-thüringischen Panzer-Regiments, Am 1. April 1943 wurde er zum Oberstleutnant und schon acht Mo­nate später zum Oberst befördert. Er erhielt das Ritterkreuz am 29. September 19t9, das Eichenlaub am 3i, Dezember 1941 und die Schwerter am 6, August 1913.

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Führerhauptquartier, 14. Dezem­ber. Der Führer verlieh am 8. Dezember 1943 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eiserne» Kreuzes an de» rumänischen Ge­neralmajor Lorncliu Teodo r i n o. Wie der Bericht des Oberkommandos der Wehr­macht am 8. Dezember meldete, haben die Verbände der 8. rumänischen Kavallerie- Division unter Führung des Ritterkreuzträ­gers Generalmajor Teodorino, unterstützt von deutschen schweren Massen und deutschen, ru­mänischen und kroatischen Flieger», den sowjetischen Landekopf südlich Kertsch zer­schlagen. Generalmajor Teodorino steht als Brigade- und Divisions-Kommandenr seit über zwei Jahren in vorderster Linie im Kamps gegen den Bolschewismus.

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Tralstbericht unserer Berliner Schriftlcituna

Ir,»- sck, Berlin, 14, Dezember, Wenn sich vergegenwärtigt, wie absolut Eng-

°>w bisher 'politisch von seinem Machtstolz Ullebt hat, so erscheinen heute die Veriuche d» englischen Presse als ein geradezu ver- jweiseltes Unterfangen, sich mit "Mokan­ten Faktoren", mit „Ruhm und Ehre an rstile der materiellen Macht zu lrosten, „Es schein", so will der „Manchester Enardian einen Lesern einreden, „die Gefahr, dast die schlich aus die materielle Macht gelegte Tönung zu einer Vernachlässigung der ?-rkiilben Interesse» Europas führen ">mite" Dann aber beginnt das große -.mm- ""nu .Wjr sogen uns sür eine Nachkriegs- vorbereiten, in der die Sowjeluinon b» großer Koloß ohne Rivalen im Osten ?'-r iin Westen ist. in der die Vereinigten Laoten ein mächtiges Volk sind, wahrend chb britische Empire arm und -daher i/hlvacki ^ würde, so daß cks nicht mehr zählt. Der Manchester Guardian" . schaut dann hilflos sh einer Möglichkeit aus, „das Mißver-

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zwischen den Reserven Englands und

,^>ien tzxs Sowsetunion durch eine neue Kombination auszugleichen", denn „die Wir- s/chstn dieses Mißverhältnisses auf Europa ,7,^^ unsere eigene Politik sind nicht ab-

Man sieht, die Schleier der Illusionen sind grausam und endgültig vor, der englischen ^essentlichkeit zerrissen worden, nachdem die onenen Worte, von Smuts den Zwang ge­schaffen haben, sich mit den unabstreitbaren Tatsachen anseinanderzuietzen uiib shnon ohne die Möglichkeiten weiterer -Selbsttäu­schung ins Auge zu sehen. D,° bisher müh­sam aufrechterhaltene Fastade ist zummmen- qebtochen, und England mutz stch leibst aui den steilen Wegen des Abstiegs zur macht- politischen Ohnmacht erkennen.

Wenn der Mantel süllt, dann muß be­kanntlich der Herzog nach, st"d !? >st nicht weiter erstaunlich, wenn gleichzeitig imt der volitischen Erkenntnis stM, wenn auch zu­nächst nur ganz vereinzelt, Stimmen zum Wort melden, die, zu den Klageliedern über die drohende politische und materielle Ohn­macht so etwas wie Bllß°rge>ange .,ber^>e

eigene moralische Verkommenheit hinzusügen,

Zusammenbruch der Moral in Eng

land" jammeri zunächst als vereinzelter

-»--sdx LB

»ende „Catholic Times , „kann kein ^wegel

Kriea sührt man als Entschuldigung an und sagt, er sei sür das Absinken der Mo-

Den

ral verantwortlich, aber es^ ist wahrschein­

licher"^ daß der Krieg England die- letzte

Tünche des moralischen Ansehens genommen hat, die sie im Frieden noch mit knapper Not aufrechterhielt."

Nachdem das Blatt sich einmal angeschickt hat, dem britischen Volke in verzweifelter Büßerstlinmung Sack und Asche zu predigen, bringt es sein Entsetzen über tzie Methoden des Bombenterrors zum Ausdruck, Es mag dahingestellt bleiben, wie weit in diesem Zu­sammenhang bei einem weißen Raben mora­lische Bedenken auftauchen, oder wie lpeit die aufsteigende Angst vor einem furchtbaren Strafgericht die Sprache bestimmen, jesen- salls können die von der „Catholic Times" festgestellten Tatsachen auch in England nicht bestritten werden, Welle auf Welle schwerer Bomber, so wird hier festgestellt, schicke Eng­land aus, um die deutschen Städte in Schutt und Asche zu legen. Vor allem wolle man Berlin Stadtteil um Stadtteil vernichten Der Geist ichrecke aber schon bei dem Gedan­ken daran zurück und werde zu der Frage gezwungen, ob dies noch moralisch sei. Wie könne England vernünftigerweise sür sich in Anspruch nehmen, Stadtteil sür Stadrteil Berlins stelle ein militäriiches Ziel dar? Wie könne man in England alauben saß Unrecht Recht hervorbringe? Man sehe schon die Früchte dieser Angriffe: Die Saat des Halses in der Seele des deutschen Volk?

uon Vergeltung (also doch moralische Be­denken aus Angst?). Die Alliierten, so he'ßt es zum Schluß, behaupteten nicht mehr von sich, daß sie es bei den Bo'mbenangrissen nur auf Industrien und militärische Anlagen ab­gesehen Hütten, So schürten sie den Haß,

Ganz gleichgültig, welche letzten Grunde man hinter diesem Ausbruch suchen will. Es bleibt die Feststellung, daß der Bombenterror nichts mehr mit Angriffen auf militärische Ziele zu tun hat, sondern nur noch einen verzweifelten Versuch darstellt, das Kriegs- glück durch den Mord an Frauen, Kindern und Kreisen zu wenden, .Wohin man sieht, süllt so die Tünche der Macht und der Mo­ral vom Bilde Englands. Die gleichen West­mächte, die einst behaupteten, daß sie sür die Freiheit der kleinen Völker in den Krieg gezogen seien, haben sich, wie nach Teheran nicht mehr bestritten werden kann, zunächst zumindest mit der Bolschewisierung der bal­tischen Völker, der Polen, der Tschechen und Slowaken, der Rumänen. Bulgaren, Ungarn, Griechen, Serben, Kroaten und Slowenen einverstanden erklärt. Der Ursprung dieses Verrates ist einmal in dem Berlust der ma­teriellen Macht, den Smnts so grausam auf­gedeckt bat, und zum anderen in der mora- liicben Verkommenheit eines England zu suchen, vor dem jetzt die „Eatholic Times"

gehe aus. Nicht nur seine Führer sprächen! den Schleier weggerissen hat.

Nach englischen Meldungen, die über die Schweiz nach Deutschland dringen, hat sich die Trunksucht von Jugendlichen in England in besorgniserregender Weise gesteigert. Aus- schankoerbote in den Gaststätten und polizei­liche Kontrolle hätten vollkommen versagt. In einer eigenen Betrachtung bemerkt „Man­chester Guardian", daß die Neigung zum Al­kohol besonders bei der weiblichen Jugend zunehme. Die heutige weibliche Mode in England gestatte es den Aussichtsorgancn nicht ohne weiteres festzustellen, ob die für den Ausschank geistiger Getränke festgelegte 'Altersgrenze erreicht sei oder nicht, ttcbr!- gens seien die Gastwirte mit den Jugend­lichen einmütig im Bunde, wenn es um die Uebertretung der Alkoholgesetze geh-e.

Aehnliche Betrachtungen werden über Lissabon aus den USA. bekannt. Der Chef der amerikanischen Bundespolizei stellt fest, daß sich unter den Verbrechern in zunehmen­de», Maße Jugendliche befinden. In einem Jahr stieg nach der Zeitschrift „Baltimore American" die Einweisung Jugendlicher in staatliche Erziehung?- und Besserungsanstal­ten in Newyork um 42 v, H,, in Connecticut um 66 v. H„ in Massachusetts um 66 v, H. Es ist charakteristisch, daß man in England und den USA, die Probleme keineswegs ver­kennt,- sie in der Presse auch mit Freimütig­keit anspricht, aber im Irrgarten der demo­kratischen Gepflogenheit doch nicht in der Lage und willens ist, ihnen wirkungsvoll bei- zukommen.

Man muß davon ausgehen, daß sowohl die positive Erziehung als auch die Ahndung suqendllcher Bornen bei den einzelnen Völkern schon immbr aus verschiedene Weise gehandhabt worden ist. Die Jugendstras- sqsteme der einzelnen Länder wurden bisher danach unterschieden, ob das in den Gesetzen vorgesehene Strafmaß größer oder geringer war, ob also die Strenge des Gesetzes den jugendlichen Missetäter mehr oder minder treffen mußte. In dieser Beziehung hat sich indessen eine Wandlung vollzogen. Das Problem, das heute im Vordergrund steht, ist ein anderes. Es geht in der heutigen Strasrechtspraxis darum, ob die Strafmün- dlgkeit des Jugendlichen ohne weiteres vor­ausgesetzt wird, oder ob auf Grund seiner noch nicht voll entwickelten Willens- und Berstandesreife Schuld und Sühne auf be­sondere Art festgelegt werden.

Für die praktische Handhabung ist das me­chanische System, das den Jugendlichen als „kleinen Erwachsenen" behandelt und ihm nur im engsten Rahmen besondere Rücksichten zukommen läßt, naturgemäß weit bequemer, 2» geradezu klassischer Form kommt die? im russffchen Strafgesetzbuch -von 1993 zum Aus­druck. das nach dem Grundsatz versuhr, daß der Jugendliche von 19 bis 12 Jahren ein Viertel, von 12 bis 16 Jahren die Hälfte und von 16 bis 26 Jahren drei Viertel der Er- wachlenenstrafe verdient. Noch heute sotgt man in England in der Behandlung der itraf- lälllaen Jugend den Gerichtsgesetzen >ür Er­wachsene, die man lediglich in rein quanti­tativer Weise für den Jugendlichen «ln- zchränkt. Unter diesem Gesichtspunkt wird die n, Deutschland auf völliges Unverständnis stoßende Meldung mindestens rechtspolit'-ch begreiflich, nach der kürzlich einem Bericht des „Daily Sketch" zufolge ein elfjähr-xer Junge zur Auspeltickiung verurteilt wurde. Einer der Richter äußerte in der Verhand­lung, es müsse viel mehr Gebrauch von der Strafe des Auspeitschen? gemacht werden, anstatt Jugendliche in Erziehungsanstalten einzuweisen. Es muß zugestanden werd-n. daß diese Kerichtspraxis selbst in England Anneben erregt bat.

Im Deutschen Reich sind in den vergan­genen Wochen die Grundläke für die recht­liche Maßregelung der straffälligen Jugend im neuen Relchssuaendgerichtsgesek bekräf­tigt und neu verankert worden. Man ver­stehe es. recht: der Gedanke der Erziehung, der das deutsche Jugendgertchtsgeictz he-' herrscht, löst zwar die Frage nach Schuld und Sühne unter dem Blickpunkt der Er­ziehung, es setzt aber die Verantwortlichkeit der Jugend für begangene Untaten gründ-