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parleicuntlictie Layeszeiiuny
vas flmtsblatt des Negierenden vürgermci strrs der Zielen Hansestadt vremen
Nr.2S6 , 1Z. Jahrgang
üer Nationalsozialisten, vremens
flmtliches verkündungsblatt des Ncichsstatttialters in vldenburg und Vremen
Dienstag, 26. Dktober 134Z
kinzelpreis 15 Npf.
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DrahtSericht unserer Bepliner Schriftleitung üe. v. scd. Berlin, 26. Oktober. Der Wehr- mchtbericht vermittelt mit plastischer Ein- tnicksstärke das Bild eines gigantischen Ringens an der Ostfront, wie es mit solcher «Misten Ballung der Kräfte an den Ent- Widungspunkten und mit einer solchen fanatischen Erbitterung kaum je auf einem Schlachtfeld der Geschichte stattgefunden hat. Ünsere über alles Lob erhabenen Soldaten sind sich der Entscheidungsschwere des Kampfes bewußt, in dem sie stehen und dessen Ausgang für das Schicksal des deutschen Volks, der abendländischen Kultur und der ganzen Menschheit bestimmend werden kann. Unter dem ungeheuerlichsten Druck einer Zwangslage, in der militärische, politische md wirtschaftliche Gründe zusammenwirken, iäamt sich der Gegner wie ein verwundetes Raubtier unter äußerster Aufbietung aller Kräfte auf, um die ihn einengenden Fesseln zu sprengen. Auf ganz schmalen Frontab- Mtten südlich Melitopol und südöstlich Sslporoshje wirft er jetzt ununter- kachen Truppenmassen in einer Stärke nach «am, wieHas auf einer solchen Frontbreite als etwas ganz Außergewöhnliches, sa Erstmaliges erscheint, und dennoch muß er es immer wieder erleben, daß der strategische kurchbruchsplan mißlingt ^nnd daß die erhalten Einbruchserfolge von den deutschen kruppsn bald wieder abgeriegelt werden limen.
Der Ernst der Drohung, der hinter den iiaaskörlichen Angriffen der Bolschewiken im Süden der Ostfront steht, kann gewiß «icht verkannt werden. Die Ortsangabe „südlich Melitopol" weist in Richtung der Bahnlinie, die westlich des tiefeingeschnittenen kalfss von Melitopol nach Süden führt. Aar wenn auch dem Gegner die ganz ab- «aime Verzögerung der herbstlichen wetter- lichen Zwischenperiode mit Schlamm und Regen zu Hilfe gekommen ist, so lehrt doch am Blick auf die Karte, daß ihm auch in Verbindung mit diesem äußerlichen Elücks- iall der letztmögliche Einsatz gegenüber einer m ganzen unerschllttert gebliebenen deutschen Front in keinem Fall den großen strate- giichsn Erfolg des Durchbruchs und der Frantaufrollung bringen kann, den er sich »an der diesjährigen Sommer- und Herbst- aisensive versprechen mußte. Die besondere Wnt der Kämpfe am Dnjepr-Knie wird im Wehrmachtbericht durch die Formulierung
charakterisiert, daß die feindlichen Angriffe gegen unsere Abriegelungsfronten eine seltene Stärke angenommen haben. Wenn zur Kennzeichnung der Lage die sowjetische Angriffsrichtung gegen Kriwoi Rog festgestellt wird, während gleichzeitig über die Bildung von feindlichen Brückenköpfen beiderseits . von Dnjepropetrowsk berichtet wird, so wird es im Zusammenhang mit den Kämpfen südöstlich Saporoshje und südlich Melitopol klar, worauf diese äußersten Krastanstreagungen des Gegners zielen.
Aber wenn sich auch diese Kämpfe heute jenseits der Linie abspielen, die nach den Maßnahmen der Frontverkürzung erreicht war, so bleibt doch nach wie vor von überragender Bedeutung und entscheidend, daß die Erfolge der Sowjets nur räumlicher und nicht strategischer Art sind, und daß nach der letzteren Richtung in keinem Fall ernstere Befürchtungen angebracht erscheinen. Daß die Sowjets aus politischen Gründen gerade im gegenwärtigen Augenblick militärische Erfolge um jeden Preis brauchen, und daß sie darum die anormale Wetterlage bis zum äußersten auszunutzen suchen, ist im Hinblick aus die schwebenden Verhandlungen innerhalb der gegnerischen Koalition verständlich. In der englischen und amerikanischen Presse üben umgekehrt die militärischen Sachverständigen gegenüber den Vorgängen an der Ostfront eine Zurückhaltung, die einigermaßen mit früheren exaltierten Ausbrüchen aur ähnlichem Anlaß konkrastiert. Man scheint nach vielen Enttäuschungen der zurückliegenden Zeit heute doch etwas vorsichtiger geworden zu sein. So erinnert der militärische Mitarbeiter des „News Chro- nicle" an die Erfahrungen, die die Sowjets im Februar dieses Jahres nach der Wicder- eroberung von Charkow hätten machen müssen. Ein sowjetischer Frontvorsprung könne immer wieder den Deutschen eine erfolgversprechende Gelegenheit geben. Der sowjetische Brückenkopf bei Krenientschug nehme sich zwar auf der Landkarte gut aus, aber zunächst bestehe an den offenen Flanken eine ernste Gefahr, und wenn die Sowjets einen durchschlagenden Erfolg erringen wollten, so müßten sie so gewaltige Kräfte einsetzen, wie sie vielleicht im Augenblick im Hinblick auf die Unzulänglichkeit der- rückwärtigen Transportwege nicht verfügbar seien. Wir brauchen die Berechtigung einer solchen zurückhaltenden Beurteilung im einzelnen gart
nicht nachzuprüfen, jedenfalls zeigen solche und ähnliche Betrachtungen im anglo-ameri- kanischen Lager, daß man dort die Hoffnung auf einen entscheidenden strategischen Sieg der Sowjets in diesem Kriegsabschnitt erheblich zurückgeschraubt hat und daß man allmählich einzusehen beginnt, daß begrenzte und furchtbar teuer erkaufte Bodengewinne es allein auch längst nicht zu schaffen vermögen.
Der amerikanische Journalist Lindley, der über besondere Beziehungen zu militärischen Stellen verfügt, bringt diese Frage zur Kampfentwicklung im Osten in eine entscheidende Beziehung zum Kriegsansgang im Ganzen, Die Hoffnung auf den Sieg, so sagt er, sei unbedingt an zwei Voraussetzungen geknüpft, erstens daß die Sowjets ihre Offensive ununterbrochen fortsetzen könnten und zweitens, daß die Deutschen nicht in der Lage seien, die Luftangriffe der'Westmächte einzudämmen. Daß diese beiden Voraussetzungen schon üuf wackligen Füßen stehen, beginnt man im westlichen Feindlager zu ahnen. Lindley stellt es als einen Fehlschlag hin, daß der Rückzug der Deutschen im Osten weiterhin den Charakter eines strategischen Absehens habe, was sich den Westmächten gegenüber bereits auf dem Lande und in der Luft ungünstig auswirke, und dazu komme, daß man mit einem moralischen Zusam- menbruch Deutschlands leider nicht mehr rechnen könne. Im Luftkrieg habe Deutschland auch entsprechende Maßnahmen geKdf- fen und das letzte Wort darüber, ob die alliierten Bomber oder die deutsche Verteidigung besser seien, könne noch nicht gesprochen werden. Offenbar wagt man in England und in den Vereinigten Staaten diese skeptische Gesamtbeurteilung, zu der man sich nach vielen Enttäuschungen mühsam durchgerungen hat, auch angesichts der Tatsache nicht zu revidieren, daß die erbitterten Kämpfe im Osten zur. Zeit im Dnjeprknio selbst und diesseits von Melitopol toben. Eine strategische Entscheidung zugunsten des Gegners kann tatsächlich, wie sich auch die Läge entwickelt haben mag, unter keinen Umständen mehr in Frage kommen, und darauf kommt es schließlich an.
Außerordentlich maßgeblich für die Beurteilung muß doch dje Tatsache bleiben, daß die Sowjets nach wie vor und in den letzten (Fortsetzung aus Seile 2)
kortäsiisr ckes erbitterten kingens
^/srt/i'c/i 5mo/snrk Ourc/ikruc^vsrLuc/is c/sr öo/rc/isw/Ltsn gsLc/isi'tsrt
Aus dem Führ er Hauptquartier, 23. Oktober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „An den Schwerpunkten der großen Abwehrschlacht im Süd- und Mittelabschnitt der Ostfront kam es gestern zu besonders erbitterten Kämpfen. Mehrere südlich Melitopol und südöstlich Saporoshje in schmaler Front angreifende Sowjet-Divisionen wurden unter hohen Verlusten abgeschlagen, einige Einbrüche abgeriegelt. Beiderseits Dnjepropetrowsk gelang es feindlichen Kräften unter dem Schutz dichten Nebels auf dem westlichen Dnjepr-User Brückenköpfe zu bilden. Im Einbruchsraum südöstlich Kre- mentschng wechselten starke feindliche Angriffe gegen unsere Abriegclungs- sronten mit eigenen Eegenangrissen. Die Sowjets verstärkten ihre Anstrengungen, anf Kriwoi Rog durchzubrechen. Die schweren Abwehrkämpse dauern unvermindert an. Zu harten Kämpfen kam es auch westlich Smolensk. Starke Durchbruchsangrisfe der Sowjets scheiterten dort an dem zähen Widerstand unserer Truppen, die im Gegenangriff vorübergehend verlorengegangenes Gelände zurückeroberten und dabei eine schwächere feindliche Gruppe vernichteten. Von der übrigen Ostfront sind »ur örtliche Kämpft aus den Abschnitten' nördlich Kiew, beiderseits der Ssosh-MLndung, südwestlich W el i k i j e- Luki und südlich des Ladogasees zu melden. In den schweren Kämpfen der letzten beiden Tage wurden 282 Sowjetpanzer. davon die meisten an der Front zwischen Asowschem Meer und Krementschug abgeschossen.
An der süd italienischen Front fanden gestern keine nennenswerten Kampfhandlungen statt. Starke deutsche Kampffliegerverbände griffen erneut mit gutem Erfolg den feindlichen Versorgungsstiitzpunkt Neapel an. Nach inzwischen eingegangenen Meldungen versenkte die Luftwaffe in der Nacht zum 22. Oktober im östlichen Mittelmeer einen feindlichen Zerstörer und beschädigte einen zweiten durch Bombentresser.
Ueber den besetzten Westgebieten wurden gestern elf feindliche Flugzeuge, davon nenn durch Flakartillerie der Luftwaffe, abgeschossen. Nordamerikanische Bomber überflogen bei dichter Wolkendecke und Regenwetter Slldostdeutschland und warfen planlos und weit zerstreut Bomben aus einige Orte. In der vergangenen Nacht fanden Einzelangrisfe durch feindliche Störflugzeuge aus West- deutschland statt. Deutsche Kampfflugzeuge bombardierten Einzelziele im Stadtgebiet von London."
Her küdrer empling llorvetlenksMign I-ütli
Ois 6x///ontsn übsfss/ckt - logsrbs/sk/ c/s§ Oxoöac/m/rci/r vön/tz
Au? dem Führ er Hauptquartier, !-> Oktober. Der Führer empfing Korvet- ünkavitiin L ü t h, Kommandant eines llnterscciootes, und überreichte ihm das >h»i -m S. August ISIS verliehene Eichen- ^ui mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.
Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Trszadmiral Dönitz, erließ anläßlich der Wen Ehrung des Korvettenkapitäns Lüth durch den Führer folgenden Tagesbefehl an m U-Boot-Waffe:
Soldaten der ll-Bootwaffe! Der Führer hat dem Korvettenkapitän Wolfgang Lüth nach Rückkehr von seiner 15. Feindfahrt am heutigen Tage das ihm verliehene Eichenlaub'mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes überreicht. Damit hat einer der ältesten Kämpfer aus euren Reihen als erster Offizier der Kriegsmarine die höchste deutjche Tapferkeitsgus- zeichnüng erhalten. Vom ersten Kriegstage an ununterbrochen im U-Voot-Einsatz. bewährte er sich aufs höchste in allen Phasen
des U-Boot-Krieges, im harten Kampf unter der englischen Küste, im erbitterten Nin gen der Eeleitzugschlachten und in der Jagd in den Weiten des Atlantiks und Indischen Ozeans. Seins verbissene Zähigkeit, sein blitzschnelles Zupacken und sein entschlossenes Draufgängertum verkörpern vorbildlich Haltung und Leistung des deutschen ll-Voot- mannes.
Dönitz, Großadmiral, Oberbefehlshaber der Kriegsmarine.
»vie IVeNgesedickle ivüräe ikrsn 8 imi verlieren...
5v,nliu/vu<^ übsr c//s 6sutsck-/,'nn/5ciis /(omplgsms/nscliolt gsgsn c/sn öo/sckisvv/smus
Berlin, 23. Oktober. Der ehemalige fin- "liche Staatspräsident Svinhufvud bezeichne die deutsch-finnische Freundschaft in einer smttrredung mit dem Vertreter einer deut- M Nachrichtenagentur als ein sottenes N»piel ideeller Sympathie in dieser Welt N Egoismus. Die Freundschaft des sinm- hei, Volkes zu Deutschland, sagte der Alt- Mdent, unterliege keinen Schwankungen. N lasse auch keinen Zweifel an dem Siege ^uischlands wie Finnlands in diesem Kriege Memmen. Die gegenseitige Freundschaft beiden Völker sei durch zahlreiche -rathen begründet. Die Weltgeschichte wurde Sinn verlieren, erklärte Svinhufvud 7'äer. wenn Europa dem Bolschewismus in ^ stände fiele. Es sei ein Schandfleck der -nibichte. dah ejii System wie das bolsche- fsinchs 2V Jahre lang in Europa habe exi- können, und eine Schande für Europa '- du Unterstützung des Bolschewismus durch ^°re Mächte. Wenn die Bolschewisten ste- ,^Mrden. ^ wäre das auch der Tod Finn-
.I°»n Finnland der bolschewistischen Her- "Mrderung im Herbst 1939 nicht begegnet i»il» Eiirt die finnische Zeitung „Dar- !, ? - wäre das finnische Volk verloren g«- Zwischen den beiden Kriegen habe ^ i,,. 7 "ade eines Abgrundes mit dem Wie- ^ Mibau begonnen, aber bereits im Som- L hatte lleberfall der Sowjets ^ wiederum keine andere Wahl gelaiien Waffen zu greifen. Jede Regie- damals versucht hätte, den Konflikt " Nachgiebigkeit zu lösen, wäre von der
Volksmeinung hinweggefegt worden. Die Zeitung „Haencen Sanomat" bringt zum Ausdruck Finnland werde sich nie dazu verstehen «inen Frieden.zu schließen, der seiner Ehre zu nahe trete. „Deutschland hat es uns möglich gemacht", sagt das Blatt, „dem bolschewistischen Ansturm die Stirn zu bieten. Diese Waffenbrüderschaft wird und mug von uns hochgehalten werden."
„Für Finnland gibt es nur die Möglichkeit, weiterhin einen unerschütterlichen. Lebenswillen und festen Glauben an das Recht der eigenen. Sache zu haben", sagte der Vorsitzende des finnischen Eewerkschaftsverban- dcs, Vuori, bei Eröffnung der Jahrestagung am Sonntag. Für die Fortsetzung des Krieges müßten alle Kräfte, Mut und Lebenswille aufgebracht werden.
,M ksmpten um unsers Mlieit"
Hoots/ükssr unc/ c/sr rts//v. /^/n/rtsrprös'c/snt /4ntonsLcu Lprocksn
Lraiova. 23. Oktober.. In der Landeshauptstadt Oltenie sprachen der Staatsfuh- rer Marschall Antonesrn und der stellvertr. Ministerpräsident Pros. Mihai Antonescn auf einer Tagung der Vertreter der dörflichen Kulturheime und zur einer
Woche Olteniens". Der Marschall bezeichnete
unserer Nation I- Einheit
ihn zu verteidigen, welche Anfechtungen auch immer noch kommen sollten. Ich rufe deshalb alle Rumänen auf, sich zu gemeinsamer Arbeit zusammenzuschließen. Zum Schluß forderte der Staatssllhrer alle Rumänen auf, dem Ideal der Nation nachzustreben und für die Ehre des rumänischen Namens einzutreten.
Die Rede des stellvertretenden Ministerpräsidenten war im gleichen Sinne ein Appell an die traditionellen Kräfte des Volkes und zum Vertrauen in die nationale Zukunft. „Das Schicksal unserer Soldaten stützt sich", so erklärte er, „in diesen schweren Tagen auf unseren Glauben". 4999 Delegierte aus rumänischen Dörfern aller Provinzen und mehrere tausend Bauern aus Oltenien sowie die Bewohner Craiovas grüßten den Marschall während seiner Rede und bei seinem Gang durch die Stadt mit stürmischem Beifall.
Willkommen kür vrillsutentisger I-ütli. Osi köcksts Oräensträger äer Kriegsmarine, Korvettenkapitän l.ütk, bat ckissmal sncli ckls bisher längste l1-8oot-?sinckkskrt ckurcd- gskübrt. — Unser 8ilä rsigt Korvettenkapitän kütb bei äer Lsricdtsrststtung über äsn Verlaut cksr kskrt. links: Kapitän cksr llclll West, Kittsikieurträgsi Kapitän r. 3. llü- sing, unck rechts cksr lllottiUsnchsk, llicdsnlandträgsr Korvettenkapitän 3ckolr.
rn.-krlexsbei!c!iler I-axemaa» (Scki>
. Von I^Lrins-XrisZgbsriclrtsr Dr. HZnnns bl. keinknrZt
Als vor einigen Tagen das ll-Boot des glänzender Weg, der ihn in wenig mehr als Korvettenkapitäns Lüth am Anleger eineS' drei Jahren emporfllhren sollte unter die
unserer atlantischen Stützpunkte festmachte, fand eine Fernunternehmung ihr Ende, die man zu den bemerkenswertesten Taten deutscher U-Boot-Männer zählen wird, wenn einmal die heute noch wirksamen Gründe operativer Geheimhaltung hinfällig werden und die Welt nähere Einzelheiten dieser Fahrt erfahren wird. Die mehrmonatige Feindfahrt war die längste in der ereignisreichen Laufbahn Wolfgang Lüths und stellte in mancher Hinsicht die härtesten Anforderungen. Es ist klar, daß mit jedem Tag, den ein U-Boot weiter von der Heimat entfernt und länger in See ist, von dem Kommandanten ein Mehr an Führertnm und Selbstüberwindung in der unentrinnbaren Enge des Bootes und den wachsenden Entbehrungen ihres Daseins verlangt wird. Monate der Einsamkeit und des engen Aufeinander- angewiesenseins, die nur selten unterbrochen toerden von der gelegentlichen Begegnung mit einem Versorge! oder mit einem andern Kampfboot, haben indessen aus Lüth und seiner Besatzung eine Einheit geschmiedet, die jeder Belastung standgehalten und ihr Boot zu den höchsten Leistungen befähigt hat.
Mit der vor einigen Wochen erfolgten Verleihung der Brillanten stellte der Führer Korvettenkapitän Wolsgang.Lüth in die erste Reihe der deutschen Soldaten, neben Eeneralfeldmarschall Romme! und Jagdflieger wie Mölders und Marseille. Er war der erste, dem aus den Reihen der Kriegsmarine diese Auszeichnung zuteil wurde, Anerkennung eines harten Weges durch Opfer und Gefahr. Alle gefährlichen Lagen, in die ihn auf 13 Feindfahrten sein stürmender Wille gebracht hatte, meisterte er mit der Ruhe eines Baltendeutschen, überwand er mit einer souveränen Beherrschung seiner Waffe
AIs Oberleutnant Lüth im April 1949 mit 27 Jahren Kommandant eines der kleinen 250-Tonnen-U-Boote wurde, begann ein
ersten Soldaten des Eroßdeutschen Reiches. Mit seinem Boot versenkte er in den ersten sechs Monaten 87 299 VRT. Frachtraum und das französische U-Boot „Doris". Drei Jahre später konnte er seinem Oberbefehlshaber ein Ergebnis von 46 vernichteten Schiffen mit 254 609 VRT. melden. Im unmittelbaren Feld eines britischen Hafens löste er eine schwierige Minenaufgabe mit dem gleichen Schneid und seemännischen Können, das er später vor Grönland und in den Küsten- gewässern Südafrikas beweisen konnte. Stundenlange Wasserbombenangrisfe eines ganzen Rudels feindlicher U-Boot-J8ger in flachem Wasser auf Grund liegend über sich ergehen zu lassen und ein havariertes Boot dann noch sicher in den heimischen Stützpunkt zu bringen, erfordern schon Willen und Nerven, die außerhalb des gewöhnlichen Maßes liegen. Diese harte Schule bewährte sich bei der höchsten Form des U-Boot-Einsatzes, beim atlantischen Eeleitzugkampf.
Kurz bevor ihm im November 1942 das Eichenlaub verliehen wurde, hatte Wolfgang Lüth mit seinem schon angeschlagenen Boot als Einzelgänger, geschüttelt von den schweren Seen des Nordatlantiks und unbeirrt von Brechern und Orkan zwei Tage ein Geleit verfolgt und daraus vier Schisse versenkt. 48 Stunden Kampf mit hoher See des winterlichen Nordatlantiks verlangen allein schon das Letzte. Unter diesen Bedingungen, in zähem Wechsel zwischen Angriff und Nachstoßen, zwischen Ausweichen und erneutem Auf-Angriffsposition-Eehen noch zum Erfolg zu kommen, erfordert Männer, wie Wolfgang Lüth, die alles zu geben bereit sind und deshalb von ihrer Besatzung auch alles verlangen können. Das hat sich auch auf der längsten und schwierigsten, setzt beendeten Fahrt seines Bootes gezeigt, das über den Südatlantik hinaus ostwärts vorgestoßen war.