Ausgabe 
(25.10.1943) 295
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vremer

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üer Natwncrlsdziai.il'rLN. vremens

flmtliches UerKündungsblatt ües Ncichsstakttialters in vldcndurg unv lZremen

Montag. 25. Oktober 194Z

kinzelpre.s >5 Nps.

llllvermiväerl Kürte Abvlskr im listen

^//lö/its c/sut§c/is ^.u/ttätkg^s/t /m ^Vsrtsn /(st'ns5SN5Ot/ons//sn /'Oftsc/i/itts" an c/st /tcr/ksn/Ld/isn ^/ont ru s/vvortsn O/s nsusn c/sut5c?isn ^Or/nssr/o/gs

Tmlitbericht »iiscrer Verllner Schriftlcitmig

pos. Berlin, 24. Oktober. Nachdem die Kampfe im Osten vorübergehend abgeflaut waren, brandete in der vergangenen Woche eine neue Welle schwerster feindlicher An­griffe gegen unsere Front von Welikije Luki bis zum Asowschen Meer, die nunmehr in dem bolschewistischen Großangriff, von dem der Wchrmachtbericht spricht, ihren Höhe­punkt findet. Der Raum, aus dem der Geg­ner vorstößt, ist H>as Kampfgebiet nördlich Laporoshje und die Einbruchsstelle südöstlich Krementschug.. Zweck der feindlichen Offen­sive soll offenbar sein, den bolschewistischen Massen den Weg von Norden nach dem Sü­den zu öffnen und auf diese Weise den Onjcpr-Bogen, der nach dem Osten hin aus­schwenkt, abzuschneiden. . Der Angriff im Raum von Krementschug und derjenige im Frontabschnitt zwischen Saporoshje und dem Asowschen Meer soll dabei offenbar als eine Klammer um die deutsche Verteidigung wir­ken, die nach beiden Richtungen, sowohl nach Norden, als auch nach 'Osten hin gefesselt werden soll. Der beabsichtigte Durchbruch wurde, wie der Wehrmachtbericht sagt, von unseren Truppen in erbittertem Kampf ab­gefangen. Jedoch dauert die Schlacht mit un­verminderter Heftigkeit an. Im Raume von Kiew und bei Smolensk wurden neue Ab- mehrerfolge. erzielt, die um so höher zu be­werten sind, als in allen Kampfräumen der Ostfront von sowjetischer Seite Iein Ab­flauen der Angrisfstätigkeit. sondern eher ein Ansteigen zu verzeichnen ist.

Die starke Beteiligung der Luftwaffe kn den Kämpfen im Osten geht daraus hervor, daß in den letzten beidcy Tagen 114 sowje­tische Flugzeuge bei elf eigenen Verlusten abgeschossen wurden. Diese starke Aktivität unserer Luftstreitkräste erscheint um so be­deutsamer, als sie Hand in Hand geht mit der verstärkten Abwehr der anglo-amerikanischen Terrorangriffe gegen das Reichsgebiet, dann aber auch mit einem vermehrten Einsatz gegen Ziele auf der englischen Insel. Erst soeben verweist ein ?I<-Vericht über einen Einsatz gegen London darauf, das? die neuen deutschen Angriffe auf die englischen Produk­tionsstätten ebenso wie die Stör-'und Einzel- zielangrisse über englischem Gebiete geflogen wurden, während der Schwerpunkteinsatz der Luftwaffe an anderen Fronten liegt.

Stehen diese Tatsachen in einem starken Gegensatz zu den marktschreierischen Ankün­digungen der britischen Agitation, nach denen die deutsche Luftwaffe angeblich- längst aus­gespielt haben soll, so läßt sich der gleiche Widerspruch zwischen britischer Erotzmäulig- leit und harter Wirklichkeit auch für das italienische Kampfgebiet nachweisen. Hier wurde bekanntlich durch anglo-amerikaaische Berichterstatter schon vor Tagen dieSchlacht um Rom" als eröffnet angekündigt. Der militärische Mitarbeiter derTimes", sieht sich nunmehr gezwungen, diese den Tatsachen weit vorauseilende Berichterstatttüng ganz energisch zurückzupfeifen. Bevor es soweit sei, bätten die Anglo-Amerikaner seiner Meinung nach nicht nur ein Hindernis, sondern noch eine ganze Reihe von schwersten. Hinder­nissen zu überwinden. Vorläufig sei mit -keinem sensationellen Fortschritt" an dieser knegssront zu rechnen.

Auch neutrale Beobachter zeigen sich immer wieder skeptisch gegenüber den anglo-ameri- laniichen Erfolgsankündignngen. So stellt ein IchwedUcher Berichterstatter fest, das; die feindliche Agitation auch im Hinblick auf irisier angekündigte Invasionspläne auf dem Ralkin einen merklichen Rückzieher macht. Dazu wird darauf hingewiesen daß die Jah­reszeit für eine militärische Aktion' in Grie­chenland schon zu weit vorgeschritten sei, da das dortige schwer zu durchdringende Ge- birgsgelände im Winter die Verteidigung in besonderem Matze begünstige.

Ganz ähnlich steht es endlich auf dem Ge­biet des Seekrieges. Hier kamen deutsche Torpedoboote also leichte Seestreitkräste, in der Nacht zum Sonnabend zu einem beson-

ller kükrsr an Mals!4ickssl

Aus dem Führerhauptquartier, 26. Oktober.

T-er Führer hat Seiner Majestät dem König "on Rumänien zu seinem Geburtstag am Oktober mit einem in herzlichen Worten gehaltenen Telegramm seine Glückwünsche übermittelt.

ükjkskginplsr unck Akriksrulsgv

Berlin. 24. Oktober. In letzter Zeit haben Mönche ehemalige Asrikakämpfer aus der Ee- >°ng°nichait unmittelbar ihren Angehörigen geschrieben. Es ist- im eigenen Interesse not­wendig, diese Celbstmeldungen umgehend dem "nchtzen Wehrmeldeamt oder dem Arbeitsstab »ruvis" mitzuteilen, der bei jedem stelloer- Uetenden Generalkommando eingerichtet ist. E Meldung ist wichtig, da nur dadurch

etwaige 'llnipriiche aus Afrikazulage und son-

"W Eebllhrnisse gesichert werden. Dabei ist I-der Mitteilung die alte Feldpostnummer ^"^nlkakämpsers anzugeben. Familienan- Morige, die bisher noch keine Schritte zur ochwrulmng nach ihren Angehörigen unter- omiiien haben, werden nochmals aufgefor-

bei dem nächsten Wehrmeldeamt einen

sMgobogen auszufüllen. Er bildet die Grund- !°ge ,ür die Nachforschungen und für die spa- ' ^ Eebührnisregelung.

ders schönen Erfolg gegen schwere feindliche Einheiten im Kanal. Dabei, wurde ein Kreuzer versenkt, zwei Zerstörer wurden tor­pediert, während auf unserer. Seite keine Verluste eintraten.

Zu dem Erfolg wird im. einzelnen ge­meldet: Ein englischer Kreuzer erhielt be­reits int ersten Anlauf unserer Boote zwei Torpedotresser und nach einigen Minuten mindestens noch einen dritten, wahrscheinlich sogar einen vierten Treffer. Unter der Wir-, kung der Torpedos, entstand ein Brand, der schnell um sich griff und die Munitionskam­mer erfasste. Es gab eine starke Explosion, die das Schiff auseinanderbrach. Kurz vor seinem Untergang wurde der Kreuzer mit starker Schlagseite und tief im Wasser liegen­den Heck beobachtet.

Im Laufe des Kampfes hatten zwei der dem Kreuzer zunächst stehenden britischen Zerstörer den Versuch unternommen, die leichten deutschen Seestreitkräfte an der Durchführung ihres Angriffes zu hindern. Sie schössen etliche Salven, die jedoch keines der deutschen Fahrzeuge trafen. Sie- selbst wurden dagegen von mehreren Torpedos ge­troffen, die rasch um sich greifende Brände zur Folge hatten. Nach den gegebenen Um­ständen ist es sicher, datz die beiden Zer­störer schwere Beschädigungen erlitten haben. Ihr, Sinken konnte jedoch im weiteren Ver- lauf der Operationen nicht beobachtet wer­den. Als der Morgen anbrach, erschienen zwei britische Flugzeuge über der llnter- gangsstelle und suchten nach Ueberlcbenden.

Das für die deutschen Streitkräfte so er­folgreich verlaufene Gefecht fand bei den Sieben Inseln" (Les sept Iles"), westlich der ehemals britischen Kanalinseln statt, un­weit vom Eingang zupr Golf von. St. Malo. Es beannn in der zweiten Stunde mach Mit-, rernacht und dauerte nur wenige Minuten. Die deutschen Einheiten, die durch ihr blitz­schnelles Zuschlagen und hartes Treffen den Gegner offensichtlich auch moralisch schwer getroffen haben, erlitten -bei dieser schneidi­gen Wafsentat keine Beschädigungen und Verluste. ,

Gleichzeitig weisen neutrale Blätter erneut auf die U-Bdst-Eesahr hin., So erklärt die spanische ZeitungAlkazar", datz die Anglo- Amerikaner trotz aller gegenteiligen Behaup­tungen sehr wohl wlltzten, datz die U-Boote auch weiterhin eine starke Bedrohung für sie bedeuten. Auch die Angrifssmöglichkeiten der deutschen Luftwaffe seien bei weitem noch nicht erschöpft.

In derOsaka Mainitschi Shimbun" zieht ein höherer japanischer Offizier die Folge­rungen aus diesen Tatsachen, indem er die ungebrochene Stärke der deutschen Kriegs- organisation feststellt. Im Osten seien die

deutschen Bewegungen trotz allem gegentei­ligen Anschein doch lediglich unter dem Ge­sichtspunkt der Vernichtungsstrategie durch­geführt worden. Alle Ereignisse hätten den deutschen Entschlutz, die sowjetische Wehrkraft endgültig zu zerschlagen, höchstens noch ver­stärkt, im übrigen aber die äutzerste- stungsmobilisierung der. Heimat zur Durch­führung dieses Zieles zur Folge gehabf. Schon jetzt ist es klar, datz die sowjetischen Menschenverluste nicht mehr wettgemacht werden können. Dagegen sei Deutschland reichlich mit Arbeitskräften, Nahrungsmit­teln und Rohstoffen versorgt. Front und Hei­mat seien eins. Die Reserven der Luftwaffe schließlich hätten einen so gewaltigen Um­fang, datz großangelegte Bergeltungsangrifse auf England durchaus zu erwarten seien.

Auch der amerikanische General Eisenhower zieht eine ähnliche Folgerung aus den Tat­sachen, wenn er in einer Rundfunkanfprache an die USA.-Truppen sagi:Dies ist ein harter, bitterer und blutiger Krieg, es ist ein langer, langer Weg."

Da» Üeez 4iee HeeasFeee

6i/c/sr VOM ^ämpisrtum unrsrsr 6,sncic/ts7s im Ostsn

Ucberall an der langen Front im Osten stehen deutsche Grenadiere im erbitterten Kamps gegen einen an Zahl und Material meist überlegenen Gegner. Und wenn es im­mer wieder gelingt, diesen aufzufangen, seine wütenden Angriffe zum Scheitern zu brin­gen, so ist dies in erster Linie das Verdienst des deutschen Grenadiers, Monatelang im Kampf phne Ablösung, in glühendem Son­nenschein, in der Kühle der Nächte, bis auf die Haut durchnäht in Schlammfluten wa­tend, im- Angriff oder in der Abwehr alle Bewegungen zu Futz ausführend, kämpft er verbissen und zäh um jeden Meter Boden oftmals auf sich allein gestellt, lediglich sei­nem soldatischen Gewissen verantwortlich Von einem der Brennpunkte des großen Kampfes, an denen sich eine tapfere Division erneut bewährte, sei hier aus dem Erleben der Front berichtet. Das Bild des Grena­diers und seines .Kämpfertums tritt ein­dringlich aus dieser Schilderung vor die Heimat.

*

Gleisdreieck! Welche Bedeutung und welch persönliches Schicksal Tausender verknüpft sich mit diesem Wort!

Rufe schallen in die Grabesstille. Aus Trümmern, hinter zerschossenen Bunkern, aus der schützenden Erde steigen Gestalten empor, graue Schatten weisen stumm Lje Ablösung

vrileilkreurer im Ilsllsl verAllkl

^/sitsriiin Lckwsls im Ortsn Ourciibruckrvsrruc/is tisi

Kisw unc/ 5mo/snsic obgssck/ogsti - ^si L>oc/sicc,nsL-/n5s/n gsnommsri Aus dem Fiihrerhauplquartier.lzur Verengung einer in den Kämpfen der

24. Oktober. Das Oberkommando der/ Wehr­macht gibt bekannt:

Neue heftige Durchbruchsversuche der So­wjets zwischen dem Asowschen Meer und Sa­poroshje scheiterten auch gestern in schweren Kämpfen, bei denen sich die 3. ostmärkischc Gebirge-Division unter Führung von Gene­ralmajor Wittma » n besonders ausgezeich­net hat. In der Nacht zum 22. Oktober wur­den unsere Truppen nach tagclangen Stra-, tzenkämpsen in Melitopol auf Stellungen am Westrand der Stadt zurückgenommen.

, Aus dem Raum nördlich Saporoshje und aus der Einbruchsstclle südöstlich Krement- schug trat der Feind mit starken Kräften gleichzeitig zum Erotzangriss an. Er ver­mochte zwar Geländcgewinn in verschiedenen Abschnitten zu erzielen, jedoch gelang es un­seren Truppen in erbittertem Kampf, den beabsichtigten Durchbruch abzufangen. Die Schlacht dauert mit unverminderter Heftig­keit an.

Am Dnjepr südöstlich Kiew und an der Ssosh-Mündung blieben Angriffe der So­wjets auch gestern ergebnislos. Ein eigenes Angrisfsunternchmen nördlich Kiew führte

Krolie Srsnäv in Krest Vsrinoiitli

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Berlin, 24. Oktober. In der Nacht zum 24. Oktober griffen schwere deutsche Kampf- slicgerverbände in mehreren Wellen kurz nach 23 Uhr die britische Hafenstadt Ereat Liarmouth an. Bei günstigen Sichtverhält­nissen wurden die befohlenen Ziele trotz reger feindlicher Nckchtjagdtätigkeit und hef­tigen Abwehrfeuers leichter und schwerer Flak planmätzig mit Bomben beworfen. Im Abflug beobachteten die deutschen Kampf­flieger etwa zehn im Entstehen begritsene Brände, die rasch an Ausdehnung zunahmen. Zur gleichen Zeit wurden Einzelziele im Süden Englands von deutschen KampMug- zeugen mit Bomben belegt. -Zwei Flugzeuge kehrten von diesen erfolgreichen Einsätzen nicht zurück.

Deutsche Kampflieger sichteten am- 23. Ok­tober bei bewaffneter Aufklärung über dem östlichen Atlantik einige feindliche Schiffs, und griffen sie gegen Mittag an. Dabei fie­len mehrere Bomben hart neben die Bord­wand eines 3MI VRT. großen Landungs­bootes für Kampfwagen, das nach den De­tonationen der Bomben gestoppt liegen blieb und starke Schlagseite zeigte. Während sich dichte Oelschichten um das schwer getroffene Schiff bildeten, ging ein anderes Schiff zur Hilfeleistung längsseits. Mit der Versen­kung des Landungsschiffes ist zu rechnen. Kurze Zeit später wurde ein zweiter, ebenso großes Landungsschiff für Kampfwagen durch Bombentreffer ebenfalls schwer beschä­digt, Es blieb inmitten von Oelflecken be­wegungslos liegen.

Vortage entstandenen Einbruchsstelle,

Auch am dritten Tage der im Raume west­lich Smolensk anhaltenden Abwehrschlacht wurden die mit stärkstem Artilleriefeuer und unter ZuMhrung frischer Kräfte fortgesetzten Durchbruchsangrisfc der Sowjets blutig ab­geschlagen.

An den Abwehrerfolgen im mittleren Frontabschnitt haben das XXXIX. Panzer­korps unter Führung des Generals der Ar- tillerie Martin ek und die rheinisch-west­fälische 233. Infanteriedivision unter Füh­rung des Generalleutnants Becker beson­deren Anteil.

Im West- und Mittelabschnitt der südita- lienischen Front unternahm der Feind nach starker Artillerievorbereitung mehrere von Panzern begleitete Vorstöße'. Sie scheiterten meist schon im zusllmmcnaefatzten Feuer vor den Stclltingcn unserer Eesechtsvorposten oder im eigenen Gegenstoß.

Im östlichen Mittclmcer gelang es deut­schen Soldaten, die vorübergehend in Krieas- qefangcnlchasternten waren, sich zu be­freien. Nach Kräktezufiihrung und Unter­stützung durch die Luftwaffe nahmen üe die nom Feind bekctzte Dodekanes-Jnscl Lcvitha im Handstreich. Am 22. Oktober landeten außerdem Verbände der Luftwaffe, verstärkt durch Scerstrnppen, auf der von Briten und Vadoglio-Truppen besetzten Insel Siain- palia. Sie zerschlugen den feindlichen Wider­stand und besetzten die Insel. Es wurden Gefangene und Beute eingebracht.

In der vergangenen Nacht griff ein Ver­band deutscher Kampsfluazeuge mit gutem Erfolg die an der englischen Küste geleaene Hafenstadt Kreat Aarmouth an. Andere Flugzeuge bombardierten Einzelziele in Siidcngland. Im Atlantik erzielten Kampf­flugzeuge Bombentreffer aus zwei Lan­dungsschiffen, von denen eins als vernichtet angesehen werden kann.

In der Nacht zum 23. Oktober fand im Kanal ein Gefecht zwischen eigenen Torpedo­booten und einem überlegenen britischen Kreuzervcrband statt. Hier errangen die deutschen Streitkräste einen vollen Erfolg. Sie versenkten einen britilchen Kreuzer und torpedierten außerdem zwei Zerstörer. Eigene Schäden und Verluste traten hierbei nicht ein.

Minier äsiilncker ksnäslreick in äer Legsk

fo/Zsc/i/sm/ägst bsrstzsli sins /nrs/ - 50 /(omsroc/sn ou§ sng/isckst 6s/cmgstiLc/icrit bsitsik

Von Xriegsbeiicktsr locken löigsnsen,

In der Aegäis. 24. Oktober. (?ic.-Sonder- berickit.i Die unermüdliche Seeausklarung unserer Luftwaffe hatte festgestellt daß aus e?n°r der ahlreichen Eilande in der Mai­schen Inselwelt zwei feindliche Funkstationen arbeiteten die dem Feind ständig wichtige Meldungen über vorbeifahrende deutsche Schiffsgeleite gaben. Es konnte sich nur um

badN-hörig/Funktrupps handeln, d.e uns °n verräterischer Weise ,n den Rucken sielen.

Zur näheren Erkundung startete eines Morgens eine Aufklärungsmaschme S-e kam mit aufschlußreichen Ergebnissen nach Hause, die s° üb°rr°ich°nd °-°ren, daß sie zu ,os°r- tiaem Sandeln Veranlasiung gaben. Mit kübnem Entschluß nämlich hatte der Flug­zeugführer neben einem Motorboot ,n der schmalen Bucht der Insel gewassert, in dem er 60 deutsche Infanteristen, die er für Scki'ssbrüchige hielt, festgestellt hatte. Sein Erstaunen war nicht gering, als er die deut- Soldaten von acht schwer bewaisneten Ländern bewacht sah. Wie sich in einer nssch-n Verständigung herausstcllic waren die deutschen Soldaten, von denen die Halste ^rmundet war, wenige Tage zuvor nach einem englischen Angriff auf ihr Geleit m Gefangenschaft geratet,, Sie sollten von den

Briten nach einem Stützpunkt geschleppt wer­den, waren aber durch widrige Verhältnisse hierher gekommen. An eine Befreiung aus der Gefangenschaft glaubten sie schon nicht mehr.

Nach der Rückkehr des Aufklärers stand der Plan unserer Luftwaffensllhrung fest: In überraschendem Zugriff sollten zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen wer­den. Der Entschluß war ebenso kühn wie gewagt. Die unmittelbare Nähe eines feindlichen Flottenstützpunktes ließ vermu­ten, daß das geplante Unternehmen gestört, wenn nicht vereitelt werden würde. Doch der mögliche Erfolge rechtfertigte jeden Ein­satz: galt es doch nicht nur, die eigenen Ka­meraden zu befreien, sondern vor allem auch die verräterischen Funkstationen auszuheben und die Insel mit eigenen Kräften zu be­setzen.

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Am gleichen Abend noch erhielten die an diesem Handstreich beteiligten Männer ihre klaren Befehle. Die Verladung eines ver­stärkten Fallschirmjägerzugcs in Wagcr-Ius und in einem Dornicrflngboot ging im fahlen Dämmerlicht des nächsten Morgens schnell und fast lautlos vonstalten. Nach längerem

Flug über die blauen Fluten des Aegäischen Meeres kommt die kleine Insel in Sicht. Strahlend ist die Sonne ausgegangen und taucht das felsige, geröllbedeckte Eiland in blendende Helle.

Nach einem wohl überlegten Plan wassern die Flugzeuge an drei verschiedenen Punk­ten. Die Ufer sind steil. Weder Weg noch Steg führt zu den beherrschenden Höhen hinauf. Wir laden und entsichern unsere Waffen. -Mit geübten Griffen werden die Schlauchboote zu Wasser gelüsten. Waffen, Munition und Verpflegung folgen in be­schleunigtem Tempo. Ein Boot nach dem anderen stößt ab. Wir kommen ohne Stö­rung an Land. Der Ausstieg beginnt. Er ist mühsam und beschwerlich.

Ein anderer Landungstrupp nimmt sich unter Führung zweier Oberärzte der ver­wundeten Kameraden an. Die Freude bei ihnen ist unbeschreiblich. Die Gesunden helfen tatkräftig mit. Es geht alles rasch und sicher. Kaum sind unsere Truppen an Land gegangen, da werden schon die Verwundeten an Bord der Flugzeuge geschasst. Je schneller alles vor sich geht, um so wahrscheinlicher ist der Erfolg.

Während des Landemanövers kreisen über uns in weiten Kurven die sichernden und be- lFortsetzung aus Seit« 2)

ein und ziehen stumm von dannen, eine un­heimliche Schar.

Im' Schutze der Dunkelheit beginnt ein geschäftiges Leben. Mit Spaten und Händen wühlt sich jeder einen kümmerlichen Schutz, trägt Balken herbei und baut sich ein Dek- kungsloch für den Tag. Fieberhafte Betrieb­samkeit überall, denn schon graut der Mor­sn. Leuchtkugeln lassen alle Bewegungen

litzartig erstarren, und hundert Augenpaare bohren sich in die Leere des Vorfeldes.

Die verrätrische Helle des neuen Tages legt sich wie ein graues'Leichentuch über das blutende Land und erstickt alles Leben. Die grauen Gestalte» der Nacht sind unterge­taucht, weggewischt, erstorben in dem großen Sterben rings umher. Keine Spur des Le­bens, nur Chaos, Vernichtung, Weit reicht, jetzt der Blick. Seht doch. dort .reckt sich aus dem Moortümpel eine verschmutzte Gestalt, um nach kurzer Beobachtung zum Feind wie­der unterzugehen im schützenden Grau der Erde. Hinter der unheimlichen Stille lauert die tückische Gefahr, steht eine furchtbare Drohung, Die. schleichende Angst vor der Un­gewißheit würgt an der Kehle. Warten, un­tätig liegend und lauern wie ein erschrecktes Tier. Wie sehnt sich das Herz nach der Klar­heit, dem offenen Kampf. Wenn sie doch nur kommen wollten!

Unheimlich diese Stille! Ist der Neben­mann noch-da? Nichts regt sich, es fällt kein Schuß. Die überreizten Nerven versagen den Dienst. Man dämmert ein wenig ein. Es ist ja so still.

Schreckhaftes Erwachen! Aus tausend Schlllnden bricht ein Unwetter über uns herein. Die Hölle hat ihre Tore geöffnet und schüttet in teuflischer Wildheit Eisen und Feuer aus uns, daß es kein Entrinnen zu geben scheint. Trommelfeuer aus allen Roh­ren! Geduckt schmiegen wir uns an die Erde und suchen Schutz vor den berstenden Gra­naten. Der Höllenlärm verscheucht die Angst. Es kann ja nur treffen oder gut gehen. Doch noch sind die Mächte der Bernichtung nicht vollzählig. Mit wütendem Getöse stürzen sich Schlachtflicger auf uns und rotzcn uns mit ihren, fauchenden Bordwaffen ihre Feuer; garben entgegen. Wir haben nur ein wildes Lachen für sie, das über gepreßte Zähne heiser und gequält seinen Weg ins Freie sucht. , > -

Lebt noch jemand rechts und links? Schreien und Rufe» tönt nicht durch diesen Höllenlärm. Doch da steht der Kompaniechef, sucht Verbindung gibt Befehle. Dann ist noch alles gut.

Stundenlang hält diese Raserei an, häm­mert das Trommelfeuer auf uns, tobt der Vernichtungswille über uns hinweg. Mi­nuten werden zur quälenden Ewigkeit. Ein­mal muß doch ein Ende werden!

Langsam verebbt auch dieser Sturm. Aber hat er nicht alles zerbrochen'»m uns? Ist noch Leben möglich nach solchen Höllen- gewalten?

Sowjets!" schreit es von irgendwo. Gel­lend pflanzt sich der Ruf fort. Dort kommt einer 'unter Balken hervor, da kriecht einer auf allen vieren unter einem Schutthaufen heraus, hier greift einer zum Gewehr, eine Hand schiebt Trümmer, zerfetzte Ausrüstun­gen und Erde beiseite und bäbnt sich Platz, das MG. in Stellung zu bringen.

Und-schon schlägt den erdbraunen Masten, die gegen uns anfluten, wildes Feuer ent­gegen. Laßt sie nur kommen! Jetzt ist unsere Stunde da! In wilde» Scharen rennen sie gegen uns an und, holen sich blutige Köpfe. Wir sind noch nicht tot, das Trommelfeuer hat uns nur in die Erde gezwungen, einen Balken ins Kreuz geschleudert, dort zwei mit Erde und Drech überschüttet. Doch nun da der Feind alles tot glaubt, stehen wir wie­der auf unnd bereiten ihm einen blutigen Empfang.

Heiß ist der Kampf und schwer, aber wir sind jetzt in unserem Element. Kamps und nicht untätiges Lauern, Zuschlagen und nicht warten müssen. Und die bolschewistischen Teufelsgcsellen vor »ns spüren es, sie stürzen, taumeln, fallen, zögern, und fluten endlich zurück. Wieder und wieder versuchen sie es in tierischer Verbissenheit, bis sie es dann doch aufgeben müssen,

-b

Schweißtriefend, dreckbespritzt und kembend kommen wir an, Das Artillerieseucr ebbt ab.'Ein kurzer Befehl: Eingraben! Spaten heraus, und schon wird fieberhaft einge­buddelt, denn scder Mann weiß genau, datz in wenigen Minuten der Nebel bricht und infolge des flachen Geländes der Feind uns sonst vorzeitig erkennt. Wieder ein Besebl: Zugtrupp ME.-Kompanie 60 Meter vorver­legt! In rasendem Tempo, das Gerät er­greifend. in neue Position gewechselt. Schon graut dtr Tag. Die Sowjets streichen wild das Gelände mit MP.-Feucr ab. Zugfllbrcr und Melder ergreifen den Spaten und graben.

Mein Spaten fehlt. Mit den Handen wHd gebuddelt und gescharrt; was ist schon da­bei, wenn die Fingernägel abbrechen egal, es wachsen sa neue. 'Auch das ist gcichasft. Alles ist eingegrabcn, die Verbindung her­gestellt und im Schutze des Nebels dem Iwan ein neues Schnippchen geschlagen.

Wir liegen in unserm Loch und warten, warten. Die. Sonne steigt auf. zerbricht bis Nebelschwaden und schickt tröstende, wär­mende Strahlen auf uns drei im Deckungs­loch. Neuer Kummer tritt ein, weil das Grundwasser steigt. Ausschöpfen? Däs geht nicht. Lieber ein Freibad als Stellunasver- rat. Eng aneinandergeprctzt die Visage im Dreck und den Hintern, im Wasser, warten wir der Dinge, die da kommen werden.

Und das alles an einem Sonntagmorgen! Die Gedanken gehen heimwärts zu Frau und