Ausgabe 
(25.11.1944) 313
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Parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Betferenden BOrgormslstora der Freien Haneestadt Brei

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der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches VerkOodungebldtt des Beichsstatthatters in Oldenburg und Bremen

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Durch wachsende militärische Kraft zum Sieg!

Reichsminisier Di. Goebbels weilte im Gau Weser-Ems Rede vor dem Führerkerps der Bewegung

Reichsmihister Dr. Goebbels weilte sm Freitag zu einem kurzen Besuch in d em vom Bombenterror so oft heimge- suchten Nordseegau. Der Minister, der n a , auch der schwer geprüften Hanse­stadt Bremen einen Besuch abstattete, sprach vor dem Führerkorps der natiönal- sojialistischen Bewegung des Gaues ^ C ser-Enis und den hationalsozialisti- schen Fährungsoffizieren verschiedener Truppenteile der Wehrmacht und gab ihnen in längeren Ausführungen die Pa­role für die kommenden Wochen und Monate.

Gauleiter Pani Wegen er hieß den Reichsminister bei seiner Ankunft herz­lich willkommen und begleitete ihn zu­sammen mit stellvertretendem Gauleiter joel und Ganpropagandaleiter Seiffe hei seiner Fahrt durch die Straßen der von (len anglo-amerikanischen Luftgäng- stern sichtbar gezeichneten, aber an ge­beugten Stadt Bremens Kreisleiter Max Schümann nnd der stellvertretende Re». Bürgermeister, Senator Dr. Duck- vitz. unterrichteten den Minister über len Umfang der durch den Luftterror in Jen bisherigen Kriegsjahren verursach­ten Schäden nnd gaben ihm gemeinsam mit dem Polizeipräsidenten, Generalmajor' der Schutzpolizei Schroers, einen Überblick über die getroffenen Maßnah­men der Schadensbekämpfung und Be­treuung der Bevölkerung. Anschließend »ing die Fahrt des Ministers noch in andere Teile des Gaues.,

Ferner hatte Reichsminister Dr. Goeb­bels Gelegenheit, sich über verschiedene, den Luftkrieg und die Reichsverteidigung betreffende Tagesfragen zu unterrichten. Auch über Fragen der Volksaufklärung und Propaganda hielt Dr. Goebbels mit dem Gauleiter und' dem Gaupropaganda­leiter eine Bespreecbung ab. Sowohl diese Besprechungen als auch die eingehenden Besichtigungen vermittelten dem Minister, Aer- trete seiner starken Beanspruchung im frepenwärtigen Stadium des Krieges in die Nordwestecke des Großdeutschen Rei­ches rekommen war, ein lückenloses Bild von den Belastungen, denen der Gau Weser-Ems heute ausgesetzt ist, aber auch von der Entschlossenheit unseres Raumes, weiterhin zu arbeiten und zu kämpfen, Höhepunkt des Besuches war zweifellos die mitreißende Ansprache, die Reidis- minister Dr. Goebbels vor dem Führer- orps der NSDAP, unseres Nordseegaues und den nationalsozialistischen Führungs- piiizieren verschiedenerTrüppenteile hielt, diese Rede war diktiert von jenem sieges- licheren Elan, der einen in vielen Schlach- n bewährten Kämpfer auszeichnet.. Zu dieser Führertagung wären die in vorder­er Front des politischen Kampfes in deser-Ems stehenden Nationalsozialisten zusammen gekommen. Daß sich zu iljjien fein der n ationalsozialistischen Führengs-

nheit bei den Soldaten der deutschen Volksarmee tätigen Offiziere gesellt hat- len. war v6n symbolhafter Bedeutung. Im- ®m wieder unterbrach Beifall und leb­hafte Zustimmung die Feststellungen des Ministers, der ja in diesem Kreis der Kämpfer ein immer wieder mitgehendes Auditorium fand. Diese Parole, mit der die hilnehmer der Führungstagung mit dem widispropagandaleiter der Partei in die atädte und Dörfer unseres Gaues zurück- whren, wird ohne Zweifel viel dazu bei­den, daß noch mehr als bisher eine fte und u/ierbittliehe Ent- . J lossenheit die Menschen unsere® Raumes zusammenführt.

Gauleiter Paul Wegener

fnthot dem Reichsntinister namens der um 'U versammelten Führerschaft des Ganes !? Her anwesenden nationalsozialistischen Unrungsoffiziere der Wehrmacht dieWill- wniniensgrüfie des Nordseegaues. Weitere vpiißungsworte galten dem anwesenden Oerbefehlshaber des Marine-Oberkom- audos Nordsee, Admiral Förste.

Uer Nordseegau habe, so führte der hnon* er aus m Verlauf des Krieges oft ® Blickpunkt des Geschehens gestanden,

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verzeichnen. In späteren Jahren wird man einmal staunend vor der Meisterung ge­rade des Unterbringungsproblems stehen. Wie im Reich, so verblassen jedoch auch bei uns im Augenblick alle Probleme ge- genüber dem Ansturm der Feinde an un­seren Grenzen. Alle Frauen und Männer unseres Raumes stehen mit der uns eige­nen Standfestigkeit im totalen Krieg. Aber Wenn wir auf die großen Kraftaustren- gungen unserer Soldaten schauen, dann können für uns keine Entbehrungen grö­ßer sein, als wie sie in den Schlachten von den Männern und Söhnen unserer Heimat hingenommen werden.

Nachdem Gauleiter Wegener noch ver­schiedene dringliche Probleme unseres Kriegsalltags berührt hatte, wandte er sich mit folgenden persönlichen Worten an den Minister^,Nicht nur wir in diesem Saal, sondern die Frauen und Männer des Gaues Weser-Ems wissen sich mit Mil­lionen Deutscher einig darirt, um Ihnen, lieber Parteigenosse Dr. Goebbels, in

schlichten, aber um so aufrichtigeren Worten für die in ihrer AM einmalige Meisterung kritischer Tage, Wochen und Monate tief empfundenen Dank zu, sa­gen. Sie haben Schlachten in scheinbar hoffnungslosen Zeiten für Deutschland ge­wonnen. Sie haben stets in Wort und Schrift Haltung bewiesen. In schwersten Stunden haben Sie wie in den Kampfjah- ren von einst im Volk gestanden, zu ihm gesprochen und in den nicht mehr weg- zudenkeüden Artikeln imReich mutig die schwersten Probleme der Zeit erörtert. Sie sind der Marschall des Worts nnd der Schrift, nnd am Tage des Kriegsendes werden wir uns der meisterlichen Hand­habe der von Ihnen geführten Waffe be­sonders erinnern.

Der Gauleiter versprach abschließend, daß der Gau Weser-Ems mit ganzer Hin­gabe. dem Minister in seiner Eigenschaft als Reichsbevollmächtigter für den totalen Kriegseinsatz helfen wolle "und bat dann den Minister, das Wort zu nehmen.

Reichsminisier Dr. Goebbels

stellte einleitend fest, daß der hinter uns liegende Sommer und Herbst das deutsche Volk vor Belastungsproben gestellt habe wie noch nie in diesem Kriege. Die Tat-, Sache, daß das deutsche Volk die außer­ordentlichen Schwierigkeiten der vergan­genen Monate überwunden nnd heute be­reits seine alte Verteidigungskraft wieder­gewonnen, habe, werde' vom Feind als das deutsche Wunder bezeichnet. Wir aber wissen, daß es sich dabei um kein Wunder, sondern nm das Ergebnis unserer Stand­haftigkeit, Gläubigkeit nnd der Stärke unserer Herzen handelte.

Dr. Goebbels zog einen Vergleich zum Kampf der Bewegung, die ebenfalls ver­schiedentlich vor der endgültigen Errin­gung der Macht die schwersten Belastun­gen und" härtesten-Zerreißproben zu, be­stehen gehabt habe. Er erinnerte an den 30. Januar 1933, als er zur Charakteri­sierung dieses Tages, an dem der Kampf der Bewegung um die Macht seine Erfül­lung fand, über den Grofideutschen Rund­funk sagte:Dieser Tag ist der Triumph der Zähigkeit. So werde es auch am Ende dieses Krieges sein. Die Geschichte schenke den Völkern, die zum Kampf um ihr Leben! und ihre Zukunft .angetreten seien, nichts. In einer Auseinandersetzung von, säkularen Ausmaßen wie in diesem Kriege müsse ein Volk nicht nur über alle Höhen des Triumphes, sondern auch durch alle Tiefen schwerer Belastungen Und bitterer Rückschläge schreiten, bis es englich den verdienten Sieg erringe.

Der Minister ging dann auf die mili­tärische nnd politische Lage ein. Er schil­derte, die sich aus der augenblicklichen Situation für uns ergehenden neuen Mög­lichkeiten nnd stellte in einem Vergleich mit unseren früher äußerst anfälligen Verbindungslinien fest, daß wir heute ge­wissermaßen eineFront ohne Riicken- schmerzen hätten, was uns in die Lage versetze, einen unmittelbaren und un­unterbrochenen Kräftestrom von dpr Hei­

mat zur Front und von der Front zur Heimat fließen zu lassen.

Unter Bezugnahme auf die gegenwär­tigen Gewaltanstrengnngen des' Feindes sagte Dr. Goebbels, die Anglo-Amerikaner legten, bereits wieder, wie so oft schon im Laufe dieser 5 l A Jahre, voreilige Sieges­termine fest, von deüen wir aber gerade heute besonders genan wüßten,, daß sie sich über knrz oder lang in schwere psychologische nnd materielle Rück­schläge verwandeln werden.

Enttäuschungen dieser Art seien geeig­net, die ohnedies schon stark verbreitete Unlust und Kriegsmüdigkeit im Feind­lager noch zu steigern und der allge­meinen Kriegsmoral der ^.nglo-Ameri- kaner nicht .wiedergutzumachenden Scha­den zuzufügen. Dasselbe treffe in ge­wissem Sinne auch für den Osten zu. Auch die . Sowjets hätten sich in ihrer politischen und militärischen Zielsetzung übernommfen, so. daß sie heute vielfach schon vor den gleichen schwierigen Problemen stünden, die uns zur Zeit un­serer Offensiven im Osten so viel zu schaffen gemacht hätten. Die im Augen­blick eingefrorene Ostpreußen-Offensive beweise, wie Dr. Goebbels sagte, daß.der Feind um so anfälliger werde, je weiter er sich von seinen heimatlichen Versor- gungs- und Rekrutierungsbasen entferne.

Unter dem Alpdruck der ständig wach­senden deutschen Widerstandskraft, des vermehrten Ausstoßes moderner wirk­samer Waffen und der neuen zahlreichen Volksgrenadierdivisionen sei der Gegner heute in 'einem riskanten Wettlauf mit dem Kriegsfaktor Zeit getreten. Der wach­senden Krise im Feindeslager stehe der wertvolle Zeitgewinn gegenüber, der uns durch das tapfere Ausharren der deut­schen Kanal- nnd Atlantikstützpunkte ge­geben worden sei nnd der uns - geholfen habe, im Laufe' von drei Monaten unsere alte bewährte Kampf- und Verteidigungs­kraft wieder voll zu erringen. Auch der totale Kriegseinsatz des deutschen Volkes

diene diesem Ziel. Jeder begonnene Tag erhöhe unsere Chancen, die mobilisierten Kräfte so nutzbringend wie nnr möglich einzusetzen. Sowohl die Schaffung der neuen Volksgrenadierdivisionen als auch die Aufstellung nnd die erste Bewährung des Volkssturms hätten dazu beigetragen, daß das deutsche Volk in seiner Gesamt­heit heute von einer Welle von Selbstbe- wufitsein, Zuversicht nnd neuem Kraftge­fühl durchpulst werde.

Zwar seien tvir, wie Dr. Goebbels be­tonte, noch keineswegs über den Berg,

aber es sei ebenso eine Tatsache, daß sich des Feindlagers eine tiefe Skepsis bemäch­tigt habe angesichts der Gewißheit, daß das deutsche Volk nie und nm keinen Preis nachgeben oder schwach werden würde. Unter stürmischen Beifallskund­gebungen seiner Zuhörer stellte Dr. Goeb­bels fest, daß der Feind eher vor unserer unbeugsamen Haltung die Waffen strecken werde, als daß wir vor seiner Material- Überlegenheit kapitulierten. '

(Eortsetzung auf der nächsten Seite) _

Die Rechnung der Feinde ist falsch

Von Erich Beek

Kriege, die ihren Ursprung fanden in dem weltanschaulichen Gegensatz zwischen zwei Völkern, hat es immer gegeben. Seit dem Beginn unserer Geschichte sind immer wieder derartige Konflikte um großer Ideale willen ausgebrochen, die von dem einen Volkvertreten und von demranderen abgelehnt wurden. Der Kampf der Grie­chen nm ihre Freiheit, der Kampf der Rö­mer zu der Zeit 'ihres Wachsens, die Kreuz­züge des 11:, 12. nnd 13. Jahrhunderts, die durch die Reformation ausgelösten Macht­kämpfe um die politische .Verteilung der Welt und nicht zuletzt die Kriege, die der französischen Revolution von 1789 folgten, sie alle hatten, zutiefst eine ideologische Wurzel, die zunächst s die politischen Be­ziehungen der Völker untereinander be­einflußte und dann 'zu Kriegen führte.

Selbstverständlich nutzten führende Männer der damaligen Zeit diese Waffen­gänge zu rein machtpolitischen Zwecken aus. Sie haben oftmals rein äußerlich den Sinn dieser Auseinandersetzungen ver­wischt, aber der forschende Historiker hat sich, niemals dadurch,beeinflussen lassen und immer .wieder den weltanschaulichen Grund als den entscheidenden festzustel­len vermocht. Wenn in späteren Jahrzehn­ten oder gar Jahrhunderten die objektive Wissenschaft daran gehen wird, aus den Akten und ministeriellen Erklärungen und vor allen Dingen aus dem Kriegsverlauf die wirklichen Gründe dieses Krieges festzustellen, dann werden sie freilich ver­geblich nach dem Ideal suchen oder nach jenem großen weltanschaulich fundierten Gedanken, der unsere Gegner zwang, im Jahre 1939 uns diesen Krieg zu erklären. Mag man auch in den ersten Monaten noch versucht haben, mit ein paar öligen Phra­sen denKampf um die Freiheit von Not und Furcht als das beherrschende Prinzip den Völkern vorzutäuschen lärigsf ist jene Zeit vorüber, in der man derartiges nötig fand. Heute wird von "niemanden mehr bestritten, daß es ausschließlich machtpolitische Ziele sind,'die man an­strebt, daß'man aus wirtschaftlichen, aus Gründen eines besseren Znkunftsgeschäf- tes, um der'Beherrschung der Märkte wil­len, nm Ölquellen zu besitzen nnd was dergleichen Dinge mehr sind, die eigent­lichen Triebfedern gewesen sind, die die­sen Krieg auslösten. Deutschland als

Man dämpftganz unberechtigten Optimismus"

Der Panzerraid nach Straßburg Churchill von deutscher Widerstandskraft zutiefst beeindruckt

P, ü" er ' n ruhigen Zeiten den großen liiAi en ^ er Politik meist etwas ent- « gewesen sei.Der Raum Weser-Ems ,r,. e > s o sagte der Gauleiter weiter,zu , ,e 'punkt der feindlichen Bomber. Die j a ° c ?iädte des Nordseegaues haben sj!,^idcsal vieler anderer deutscher frühzeitig hinnehmen

'"ou:uu irunzeitig ninnenmen müssen. Sir k en darüber nicht, weil es einmal-

,./ rem Wesen nicht entspricht, und zum "Weren «»:i_ : ± __ e__

iii ' w eil wir mit unseren Sorgen nicht »UH» er f er iig' geworden sind, als die re n zerbombten Städte des Reiches. 1 riü den Minister gewandt, sagte der sj, »fer wörtlich:Ich darf Ihnen offen Vn n Jl. wir in unserer Ecke voll Be-

Drahtberleht unserer Berliner Schriftleitung

Dr. W. Sch. Berlin, 24. Nov.So erre­gend zunächst die Nachricht klingt, daß einer feindlichen Panzergruppe ans der Senke von Zabern heraus der Einbruch in die Stadt Strafiburg gelungen ist, so bleibt doch festzustellen, daß auch in diesem Raum ebensowenig wie im oberen Elsaß neue vollendete strategische Tatsachen ge­schaffen worden sind. Die Entwicklung der Kämpfe befindet sich im Norden und im Süden des Elsaß durchaus noch im Fluß, nnd der Erfolg der natürlich sofort ein­geleiteten deutschen Gegenmaßnahmen muß abgewartet werden. Im oberen. Elsaß haben sie immerhin schon zur rückwär­tigen Abschnürung' der gegnerischen Kräfte nnd zur Verstärkung des Sperr- rieges geführt. Wenn es dem Feinde hier auch unter sehr hohen Verlusten gelungen ist, einige Ortschaften zwischen. Rhein- Rhöne-Kanal und Schweizer. Grenze zu nehmen, so bleibt die Sperre dennoch wei­terhin wirksam, und die Ausbruchsver­suche der im Oberelsaß abgeschnittenen Feindkräfte in westlicher und nordwest­licher Richtung sind bisher erfolglos ge­blieben, während südöstlich von Mülhau­

sen die Kampfentwicklung bereits wieder im Zeichen erfolgreicher deutscher Gegen­aktionen steht.

Dem amerikanischen Panzerraid von Zabern bis nach Strafiburg blieb immer­hin der letzte angestrebte Erfolg insofern versagt, als die Absicht, die Brücke nach Kehl überraschend in Besitz zu nehmen, von unseren Sicherungsstreitkräften ver­hindert werden könnte. Der Vorstoß auf und^o und so VieleTi geringeren Straßburg steht selbstverständlich ebenso tri 'fen fertig getonten zu sein Wir wie der gesteigerte Druck der feindlichen tan -. u 6 gewonien zu se _- p an zerkräfte gegen die Vogesenpasse im

Raum von Schirmeck im operativen Zu-

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sammenhang mit dem feindlichen Über­raschungserfolg im Oberelsafi. Deutsche Gegenangriffe konnten verhindern, daß die feindlichen Panzerstreitkräfte nach dem Erreichen des Vogesenkammes ihren Vormarsch in das Elsaß südwestlich von Straßburg fortsetzten.

Im Feindlager hütet man sich. ange­sichts der Ungewißheit der weiteren Ent­wicklung und der Bedrohung der vorge­prellten Kräfte durch deutsche Gegen­maßnahmen vor verfrühten Prognosen. In London tut man alles, um einen noch ganz unberechtigten Optimismüs zu dämpfen. Nach, einem' Bericht des Lon­doner Korrespondenten derBaseler National-Zeitung,wünschen dort maß­gebende Kreise zu verhindern, daß die Kriegserfolge in der Südflanke der West­front als entscheidend betrachtet wer­den. Dagegen wird weiterhin im Tone bitterster Enttäuschung festgestellt, daß der Kampf an der Aachener Front mit dem Ziel des Einbruchs in die nieder­rheinische Ebene unvorstellbar hart sei. Man bemüht sich, das dem englischen Publikum klar zu machen, wobei die Er­klärungen Eisenhowers maßgebend sind.

An dieser Aachener Front hat der Feind das Schwergewicht seiner Kräfte, drei ganze Armeen, versammelt, um die größte Bedrohung für einen der lebenswichtig­sten Räume des Reiches zu schaffen. Trotz maßloser Opfer, die die anglo-amerikani­schen Truppen in dieser gewaltigsten Materialschlacht aller Zeiten auf verhält­nismäßig engem Raum erlitten haben, stehen die Kämpfe nach dem heutigen Wehrmachtbericht ' auf größeren Front­abschnitten im Zeichen eigener erfolg­reicher Gegenangriffe, wobei un­sere Grenadiere, Volksgrenadiere nnd Panzertrnppen einmalige und bisher un­

vorstellbare , Leistungen vollbrachten, in­dem sie gegen eine gewaltige zahlen- nnd materialmäfiige Übermacht eine Reihe von Ortschaften znrückeroberten. Kein Wort des Dankes nnd des Ruhmes reicht an diesen todesmutigen Einsatz nnd an die Kampfleistnng unserer Soldaten gegen­über der schwersten Bedrohung dieses Krieges heran.

Wenn man auf englischer Seite heute zugibt, daß die Stimmung eines Volkes in steigendem Maße einem entscheidenden Kriegsfaktor werden kann, so wird man die Bedeutung der in der englischen WochenschriftSphere gemachten Mittei­lung richtig einschätzen, daß selbst Chur­chill zutiefst von der unerhörten Wider­standskraft der Deutschen beeindruckt sei, die in vieler Hinsicht unerfreuliche Über­raschungen für die Alliierten gebracht habe.- Mehr noch als in den dunklen Ta­gen von 1940 gilt es für alle Engländer auch in der Heimat nnd an der Front, sich dafür zu wappnen, daß sie die nächsten sechs Monate auf See, in der Luft und auf dem Lande vielleicht noch eine härtere Blut-, Schweiß- und Tränenzeit als bisher ertragen werden, müssen. Rundfunk und Presse ziehen heute in England die stärk­sten Register auf, um dem englischen Volke, daß ganz etwas anderes erwartet hatte, als es heute sieht, die Gründe da­für klar zu machen, daß die große Offen­sive an den wichtigsten Frontabschnitten, nicht vorwärts kömmt.

Für uns bedeutet all das eine Vertie­fung der Erkenntnis, daß sieh für Uns neue Kriegsaspekte öffnen werden, wenn es uns gelingt, die Front gegenüber dem feindlichen Generalansturm im Westen und demnächst wohl auch im Osten zn halten.

Wettbewerber auf den Handelsmärkten, Deutschland als sozialer Reformator, Deutschland als Einiger Europas und da­mit nicht nur politischer, spndern wirt­schaftlicher Konkurrent ersten Ranges, dieses Deutschland, das sich zu einer neuen Großmacht zu entwickeln begann, mußte beseitigt werden, weil es, scheinbar wenigstens, die beherrschende Stellung Englands und in noch höherem Maße der USA auf dem Gebiet des Welthandels bedrohte. .

Nie ist ein Krieg mit weniger Idealismus geführt worden als dieser. Nie hat man weniger auf der anderen Seite von Welt­anschauung gesprochen und von ideologi­schen Gegensätzen als diesmal. Reinster Materialismus, Marktbeherrschung auf der westlichen Seite, Völkerterrorisierung und Völkerausbeutnng auf der östlichen, das sind die von vornherein klar erkennbaren Ziele, um deretwillen man zu den Waffen griff. Und so sehen wir jetzt, da sich diese Auseinandersetzung dem entscheidenden Höhepunkt nähert, auch viel krasser und' viel deutlicher als. in früheren. Kriegen das' absolut Negative des gegnerischen Kriegsziels, das rein Machtmäfiige und eben nur Materialistische.

Es ist typisch für die Einstellung der anderen, daß Eisenhower, als er die Gren­zen des Reiches erreichte, in seinen Tages­befehlen ausdrücklich ablehnte, alsBe­freier zu kommen. Er komme alsEr­oberer und als nichts anderes, und sein Verhalten der deutschen Zivilbevölkerung gegenüber, soweit sie in seine Hände ge­riet, zeigt auch nichts anderes als den Eroberer, allerdings in seiner unsympa­thischsten und brutalsten Form. Und ebenso wie dieser Eisenhower, verzichtet auch Stalin auf alle die dummen Redensarten, die er früher einmal über dieBefreiung von Völkern nnd derErrichtung von demokratischen Regierungen gemacht hat. Auch er spricht lediglich nur noch vonerobern, nnd die Schandtaten 1 seiner Soldateska im ostpreußisehen Grenzgebiet, vor allem in Nemmersdorf, haben gezeigt, was er unter solchemErobern versteht.

Und wie der politische Beweggrund, so auch die ganze Krifegführung. Sie baut sich auf dem Gedanken der materiellen Überlegenheit auf. Was die Feindseite auf diesem Gebiet leisten kann, wissen wir bereits aus dem ersten Weltkrieg. Was Me jetzt leistet, erleben wir nunmehr im We­sten. Zwischen Geilenkirchen und der Roer, also in einer Erontbreite von .nur \Yi km, stürmten 120' feindliche Panzer vor. Also auf jede 12 m ein Panzer. Die­sem Einsatz auf einem- ganz schmalen, kleinen Frontstückchen entspricht der. Aufmarsch auf der ganzen Breite von 650 km Länge der deutschen Verteidi­gungsfront vom Maasbrückepkopf bis zur Schweizer Grenze. 80 Divisionen sind hier aufgebaut. Ein Reuter-Korrespondent er­klärt, daß Eisenhower auf einer Front von 50 km Länge- nicht weniger als drei Ar­meen eingesetzt habe, in Gesamtstärke von 400 000 -Mann. Auf jeden Kilometer der- Front im Abschnitt AachenGeilen­kirchen entfielen 8000 Mann. Eine solche Kräftekonzentration habe es bisher noch nicht gegeben.

Dieses beinah unvorstellbar große Auf­gebot an Menschen und Material hat nur den einen Zweck, noch so rasch wie mög­lich die deutsche Front zu überwältigen und den Stoß ins Innere des Reiches durchzuführen. Die Batterien der ersten nordamerikanischen Armee ' verschossen in der ersten Woche der dritten Schlacht bei Aachen pro Stunde durchschnittlich 20 Tonnen Munition, wie man erbeuteten feindlichen Geheimbefehlen entnehmen kann. Mit dieser wahrhaft phantastischen Materialverschleuderung glaubte man, in wenigen Tagen jeden deutschen Wider­stand überwunden zu haben und den Weg freikämpfen > zu können ins Ruhrgebiet oder in die norddeutsche Tiefebene und im Süden über den Rhein nach Baden. Die Alliierten sind entschlossen, den europäischen Krieg zu einem raschen Ab­schluß zu bringen, schrieb bei Beginn dieser neuen Offensive dieNew York Times. Dies sei als letzter Versuch zu be­trachten. noch vor Ausgang des Jahres 1944 den Sieg zu erringen. DaS Ziel Eisen­howers sei nicht nur, der 'Siegfriediinie, sondern Deutschland den k.o.-Schlag zu versetz'*n. um dpn Krieg zu beenden. Ünd