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Parteiamtliche Tageszeitung
Das Amtsblatt des Betferenden BOrgormslstora der Freien Haneestadt Brei
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der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches VerkOodungebldtt des Beichsstatthatters in Oldenburg und Bremen
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Durch wachsende militärische Kraft zum Sieg!
Reichsminisier Di. Goebbels weilte im Gau Weser-Ems Rede vor dem Führerkerps der Bewegung
Reichsmihister Dr. Goebbels weilte sm Freitag zu einem kurzen Besuch in d em vom Bombenterror so oft heimge- suchten Nordseegau. Der Minister, der n a , auch der schwer geprüften Hansestadt Bremen einen Besuch abstattete, sprach vor dem Führerkorps der natiönal- sojialistischen Bewegung des Gaues ^• C ser-Enis und den ■ hationalsozialisti- schen Fährungsoffizieren verschiedener Truppenteile der Wehrmacht und gab ihnen in längeren Ausführungen die Parole für die kommenden Wochen und Monate.
Gauleiter Pani Wegen er hieß den Reichsminister bei seiner Ankunft herzlich willkommen und begleitete ihn zusammen mit stellvertretendem Gauleiter joel und Ganpropagandaleiter Seiffe hei seiner Fahrt durch die Straßen der von (len anglo-amerikanischen Luftgäng- stern sichtbar gezeichneten, aber an gebeugten Stadt Bremens Kreisleiter Max Schümann nnd der stellvertretende Re». Bürgermeister, Senator Dr. Duck- vitz. unterrichteten den Minister über len Umfang der durch den Luftterror in Jen bisherigen Kriegsjahren verursachten Schäden nnd gaben ihm gemeinsam mit dem Polizeipräsidenten, Generalmajor' der Schutzpolizei Schroers, einen Überblick über die getroffenen Maßnahmen der Schadensbekämpfung und Betreuung der Bevölkerung. Anschließend »ing die Fahrt des Ministers noch in andere Teile des Gaues.,
Ferner hatte Reichsminister Dr. Goebbels Gelegenheit, sich über verschiedene, den Luftkrieg und die Reichsverteidigung betreffende Tagesfragen zu unterrichten. Auch über Fragen der Volksaufklärung und Propaganda hielt Dr. Goebbels mit dem Gauleiter und' dem Gaupropagandaleiter eine Bespreecbung ab. Sowohl diese Besprechungen als auch die eingehenden Besichtigungen vermittelten dem Minister, Aer- trete seiner starken Beanspruchung im frepenwärtigen Stadium des Krieges in die Nordwestecke des Großdeutschen Reiches rekommen war, ein lückenloses Bild von den Belastungen, denen der Gau Weser-Ems heute ausgesetzt ist, aber auch von der Entschlossenheit unseres Raumes, weiterhin zu arbeiten und zu kämpfen, Höhepunkt des Besuches war zweifellos die mitreißende Ansprache, die Reidis- minister Dr. Goebbels vor dem Führer- ‘orps der NSDAP, unseres Nordseegaues und den nationalsozialistischen Führungs- piiizieren verschiedenerTrüppenteile hielt, diese Rede war diktiert von jenem sieges- licheren Elan, der einen in vielen Schlach- “n bewährten Kämpfer auszeichnet.. Zu dieser Führertagung wären die in vorderer Front des politischen Kampfes in deser-Ems stehenden Nationalsozialisten zusammen gekommen. Daß sich zu iljjien fein der n ationalsozialistischen Führengs-
nheit bei den Soldaten der deutschen Volksarmee tätigen Offiziere gesellt hat- len. war v6n symbolhafter Bedeutung. Im- ®m wieder unterbrach Beifall und lebhafte Zustimmung die Feststellungen des Ministers, der ja in diesem Kreis der Kämpfer ein immer wieder mitgehendes Auditorium fand. Diese Parole, mit der die hilnehmer der Führungstagung mit dem widispropagandaleiter der Partei in die atädte und Dörfer unseres Gaues zurück- whren, wird ohne Zweifel viel dazu beiden, daß noch mehr als bisher eine ™fte und u/ierbittliehe Ent- . J lossenheit die Menschen unsere® Raumes zusammenführt.
Gauleiter Paul Wegener
fnthot dem Reichsntinister namens der um '“U versammelten Führerschaft des Ganes !?“ Her anwesenden nationalsozialistischen Unrungsoffiziere der Wehrmacht dieWill- wniniensgrüfie des Nordseegaues. Weitere vpiißungsworte galten dem anwesenden “Oerbefehlshaber des Marine-Oberkom- audos Nordsee, Admiral Förste.
Uer Nordseegau habe, so führte der hnon* er aus ’ ’ m Verlauf des Krieges oft ® Blickpunkt des Geschehens gestanden,
Wohl _ __T- - J/tn rvv*A ftötl
verzeichnen. In späteren Jahren wird man einmal staunend vor der Meisterung gerade des Unterbringungsproblems stehen. Wie im Reich, so verblassen jedoch auch bei uns im Augenblick alle Probleme ge- genüber dem Ansturm der Feinde an unseren Grenzen. Alle Frauen und Männer unseres Raumes stehen mit der uns eigenen Standfestigkeit im totalen Krieg. Aber Wenn wir auf die großen Kraftaustren- gungen unserer Soldaten schauen, dann können für uns keine Entbehrungen größer sein, als wie sie in den Schlachten von den Männern und Söhnen unserer Heimat hingenommen werden.“
Nachdem Gauleiter Wegener noch verschiedene dringliche Probleme unseres Kriegsalltags berührt hatte, wandte er sich mit folgenden persönlichen Worten an den Minister^,Nicht nur wir in diesem Saal, sondern die Frauen und Männer des Gaues Weser-Ems wissen sich mit Millionen Deutscher einig darirt, um Ihnen, lieber Parteigenosse Dr. Goebbels, in
schlichten, aber um so aufrichtigeren Worten für die in ihrer AM einmalige Meisterung kritischer Tage, Wochen und Monate tief empfundenen Dank zu, sagen. Sie haben Schlachten in scheinbar hoffnungslosen Zeiten für Deutschland gewonnen. Sie haben stets in Wort und Schrift Haltung bewiesen. In schwersten Stunden haben Sie wie in den Kampfjah- ren von einst im Volk gestanden, zu ihm gesprochen und in den nicht mehr weg- zudenkeüden Artikeln im „Reich“ mutig die schwersten Probleme der Zeit erörtert. Sie sind der Marschall des Worts nnd der Schrift, nnd am Tage des Kriegsendes werden wir uns der meisterlichen Handhabe der von Ihnen geführten Waffe besonders erinnern.“
Der Gauleiter versprach abschließend, daß der Gau Weser-Ems mit ganzer Hingabe. dem Minister in seiner Eigenschaft als Reichsbevollmächtigter für den totalen Kriegseinsatz helfen wolle "und bat dann den Minister, das Wort zu nehmen.
Reichsminisier Dr. Goebbels
stellte einleitend fest, daß der hinter uns liegende Sommer und Herbst das deutsche Volk vor Belastungsproben gestellt habe wie noch nie in diesem Kriege. Die Tat-, Sache, daß das deutsche Volk die außerordentlichen Schwierigkeiten der vergangenen Monate überwunden nnd heute bereits seine alte Verteidigungskraft wiedergewonnen, habe, werde' vom Feind als das „deutsche Wunder“ bezeichnet. Wir aber wissen, daß es sich dabei um kein Wunder, ■sondern nm das Ergebnis unserer Standhaftigkeit, Gläubigkeit nnd der Stärke unserer Herzen handelte.
Dr. Goebbels zog einen Vergleich zum Kampf der Bewegung, die ebenfalls verschiedentlich vor der endgültigen Erringung der Macht die schwersten Belastungen und" härtesten-Zerreißproben zu, bestehen gehabt habe. Er erinnerte an den 30. Januar 1933, als er zur Charakterisierung dieses Tages, an dem der Kampf der Bewegung um die Macht seine Erfüllung fand, über den Grofideutschen Rundfunk sagte: „Dieser Tag ist der Triumph der Zähigkeit“. So werde es auch am Ende dieses Krieges sein. Die Geschichte schenke den Völkern, die zum Kampf um ihr Leben! und ihre Zukunft .angetreten seien, nichts. In einer Auseinandersetzung von, säkularen Ausmaßen wie in diesem Kriege müsse ein Volk nicht nur über alle Höhen des Triumphes, sondern auch durch alle Tiefen schwerer Belastungen Und bitterer Rückschläge schreiten, bis es englich den verdienten Sieg erringe.
Der Minister ging dann auf die militärische nnd politische Lage ein. Er schilderte, die sich aus der augenblicklichen Situation für uns ergehenden neuen Möglichkeiten nnd stellte in einem Vergleich mit unseren früher äußerst anfälligen Verbindungslinien fest, daß wir heute gewissermaßen eine „Front ohne Riicken- schmerzen“ hätten, was uns in die Lage versetze, einen unmittelbaren und ununterbrochenen Kräftestrom von dpr Hei
mat zur Front und von der Front zur Heimat fließen zu lassen.
Unter Bezugnahme auf die gegenwärtigen Gewaltanstrengnngen des' Feindes sagte Dr. Goebbels, die Anglo-Amerikaner legten, bereits wieder, wie so oft schon im Laufe dieser 5 l A Jahre, voreilige Siegestermine fest, von deüen wir aber gerade heute besonders genan wüßten,, daß sie sich über knrz oder lang in schwere psychologische nnd materielle Rückschläge verwandeln werden.
Enttäuschungen dieser Art seien geeignet, die ohnedies schon stark verbreitete Unlust und Kriegsmüdigkeit im Feindlager noch zu steigern und der allgemeinen Kriegsmoral der ^.nglo-Ameri- kaner nicht .wiedergutzumachenden Schaden zuzufügen. Dasselbe treffe in gewissem Sinne auch für den Osten zu. Auch die . Sowjets hätten sich in ihrer politischen und militärischen Zielsetzung übernommfen, so. daß sie heute vielfach schon vor den gleichen schwierigen Problemen stünden, die uns zur Zeit unserer Offensiven im Osten so viel zu schaffen gemacht hätten. Die im Augenblick eingefrorene Ostpreußen-Offensive beweise, wie Dr. Goebbels sagte, daß.der Feind um so anfälliger werde, je weiter er sich von seinen heimatlichen Versor- gungs- und Rekrutierungsbasen entferne.
Unter dem Alpdruck der ständig wachsenden deutschen Widerstandskraft, des vermehrten Ausstoßes moderner wirksamer Waffen und der neuen zahlreichen Volksgrenadierdivisionen sei der Gegner heute in 'einem riskanten Wettlauf mit dem Kriegsfaktor Zeit getreten. Der wachsenden Krise im Feindeslager stehe der wertvolle Zeitgewinn gegenüber, der uns durch das tapfere Ausharren der deutschen Kanal- nnd Atlantikstützpunkte gegeben worden sei nnd der uns - geholfen habe, im Laufe' von drei Monaten unsere alte bewährte Kampf- und Verteidigungskraft wieder voll zu erringen. Auch der totale Kriegseinsatz des deutschen Volkes
diene diesem Ziel. Jeder begonnene Tag erhöhe unsere Chancen, die mobilisierten Kräfte so nutzbringend wie nnr möglich einzusetzen. Sowohl die Schaffung der neuen Volksgrenadierdivisionen als auch die Aufstellung nnd die erste Bewährung des Volkssturms hätten dazu beigetragen, daß das deutsche Volk in seiner Gesamtheit heute von einer Welle von Selbstbe- wufitsein, Zuversicht nnd neuem Kraftgefühl durchpulst werde.
Zwar seien tvir, wie Dr. Goebbels betonte, noch keineswegs über den Berg,
aber es sei ebenso eine Tatsache, daß sich des Feindlagers eine tiefe Skepsis bemächtigt habe angesichts der Gewißheit, daß das deutsche Volk nie und nm keinen Preis nachgeben oder schwach werden würde. Unter stürmischen Beifallskundgebungen seiner Zuhörer stellte Dr. Goebbels fest, daß der Feind eher vor unserer unbeugsamen Haltung die Waffen strecken • werde, als daß wir vor seiner Material- Überlegenheit kapitulierten. '
(Eortsetzung auf der nächsten Seite) _
Die Rechnung der Feinde ist falsch
Von Erich Beek
Kriege, die ihren Ursprung fanden in dem weltanschaulichen Gegensatz zwischen zwei Völkern, hat es immer gegeben. Seit dem Beginn unserer Geschichte sind immer wieder derartige Konflikte um großer Ideale willen ausgebrochen, die von dem einen Volkvertreten und von demranderen abgelehnt wurden. Der Kampf der Griechen nm ihre Freiheit, der Kampf der Römer zu der Zeit 'ihres Wachsens, die Kreuzzüge des 11:, 12. nnd 13. Jahrhunderts, die durch die Reformation ausgelösten Machtkämpfe um die politische .Verteilung der Welt und nicht zuletzt die Kriege, die der französischen Revolution von 1789 folgten, sie alle hatten, zutiefst eine ideologische Wurzel, die zunächst s die politischen Beziehungen der Völker untereinander beeinflußte und dann 'zu Kriegen führte.
Selbstverständlich nutzten führende Männer der damaligen Zeit diese Waffengänge zu rein machtpolitischen Zwecken aus. Sie haben oftmals rein äußerlich den Sinn dieser Auseinandersetzungen verwischt, aber der forschende Historiker hat sich, niemals dadurch,beeinflussen lassen und immer .wieder den weltanschaulichen Grund als den entscheidenden festzustellen vermocht. Wenn in späteren Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten die objektive Wissenschaft daran gehen wird, aus den Akten und ministeriellen Erklärungen und vor allen Dingen aus dem Kriegsverlauf die wirklichen Gründe dieses Krieges festzustellen, dann werden sie freilich vergeblich nach dem Ideal suchen oder nach jenem großen weltanschaulich fundierten Gedanken, der unsere Gegner zwang, im Jahre 1939 uns diesen Krieg zu erklären. Mag man auch in den ersten Monaten noch versucht haben, mit ein paar öligen Phrasen den „Kampf um die Freiheit von Not und Furcht“ als das beherrschende Prinzip den Völkern vorzutäuschen — lärigsf ist jene Zeit vorüber, in der man derartiges nötig fand. Heute wird von "niemanden mehr bestritten, daß es ausschließlich machtpolitische Ziele sind,'die man anstrebt, daß'man aus wirtschaftlichen, aus Gründen eines besseren Znkunftsgeschäf- tes, um der'Beherrschung der Märkte willen, nm Ölquellen zu besitzen nnd was dergleichen Dinge mehr sind, die eigentlichen Triebfedern gewesen sind, die diesen Krieg auslösten. Deutschland als
Man dämpft „ganz unberechtigten Optimismus"
Der Panzerraid nach Straßburg — Churchill von deutscher Widerstandskraft zutiefst beeindruckt
P, ü‘" er ' n ruhigen Zeiten den großen liiAi en ^ er Politik meist etwas ent- « gewesen sei. „Der Raum Weser-Ems ,r,. e > s o sagte der Gauleiter weiter, „zu , „ ,e 'punkt der feindlichen Bomber. Die j a ° c ?iädte des Nordseegaues haben sj!,^idcsal vieler anderer deutscher frühzeitig hinnehmen
'■"ou:uu irunzeitig ninnenmen müssen. Sir k “ en darüber nicht, weil es einmal-
,./ rem Wesen nicht entspricht, und zum "Weren «»:i_ : ± __ e__
iii ' w eil wir mit unseren Sorgen nicht »UH» er f er iig' geworden sind, als die re n zerbombten Städte des Reiches. 1 riü den Minister gewandt, sagte der sj, »fer wörtlich: „Ich darf Ihnen offen Vn n Jl. wir in unserer Ecke voll Be-
Drahtberleht unserer Berliner Schriftleitung
Dr. W. Sch. Berlin, 24. Nov.So erregend zunächst die Nachricht klingt, daß einer feindlichen Panzergruppe ans der Senke von Zabern heraus der Einbruch in die Stadt Strafiburg gelungen ist, so bleibt doch festzustellen, daß auch in diesem Raum ebensowenig wie im oberen Elsaß neue vollendete strategische Tatsachen geschaffen worden sind. Die Entwicklung der Kämpfe befindet sich im Norden und im Süden des Elsaß durchaus noch im Fluß, nnd der Erfolg der natürlich sofort eingeleiteten deutschen Gegenmaßnahmen muß abgewartet werden. Im oberen. Elsaß haben sie immerhin schon zur rückwärtigen Abschnürung' der gegnerischen Kräfte nnd zur Verstärkung des Sperr- rieges geführt. Wenn es dem Feinde hier auch unter sehr hohen Verlusten gelungen ist, einige Ortschaften zwischen. Rhein- Rhöne-Kanal und Schweizer. Grenze zu nehmen, so bleibt die Sperre dennoch weiterhin wirksam, und die Ausbruchsversuche der im Oberelsaß abgeschnittenen Feindkräfte in westlicher und nordwestlicher Richtung sind bisher erfolglos geblieben, während südöstlich von Mülhau
sen die Kampfentwicklung bereits wieder im Zeichen erfolgreicher deutscher Gegenaktionen steht.
Dem amerikanischen Panzerraid von Zabern bis nach Strafiburg blieb immerhin der letzte angestrebte Erfolg insofern versagt, als die Absicht, die Brücke nach Kehl überraschend in Besitz zu nehmen, von unseren Sicherungsstreitkräften verhindert werden könnte. Der Vorstoß auf und^o und so VieleTi geringeren Straßburg steht selbstverständlich ebenso tri 'fen fertig getonten zu sein Wir wie der gesteigerte Druck der feindlichen tan -. u 6 gewonien zu se _- p an zerkräfte gegen die Vogesenpasse im
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sammenhang mit dem feindlichen Überraschungserfolg im Oberelsafi. Deutsche Gegenangriffe konnten verhindern, daß die feindlichen Panzerstreitkräfte nach dem Erreichen des Vogesenkammes ihren Vormarsch in das Elsaß südwestlich von Straßburg fortsetzten.
Im Feindlager hütet man sich. angesichts der Ungewißheit der weiteren Entwicklung und der Bedrohung der vorgeprellten Kräfte durch deutsche Gegenmaßnahmen vor verfrühten Prognosen. In London tut man alles, um einen noch ganz unberechtigten Optimismüs zu dämpfen. Nach, einem' Bericht des Londoner Korrespondenten der „Baseler National-Zeitung“, „wünschen dort maßgebende Kreise zu verhindern, daß die Kriegserfolge in der Südflanke der Westfront als entscheidend betrachtet werden“. Dagegen wird weiterhin im Tone bitterster Enttäuschung festgestellt, daß der Kampf an der Aachener Front mit dem Ziel des Einbruchs in die niederrheinische Ebene unvorstellbar hart sei. „Man bemüht sich, das dem englischen Publikum klar zu machen, wobei die Erklärungen Eisenhowers maßgebend sind“.
An dieser Aachener Front hat der Feind das Schwergewicht seiner Kräfte, drei ganze Armeen, versammelt, um die größte Bedrohung für einen der lebenswichtigsten Räume des Reiches zu schaffen. Trotz maßloser Opfer, die die anglo-amerikanischen Truppen in dieser gewaltigsten Materialschlacht aller Zeiten auf verhältnismäßig engem Raum erlitten haben, stehen die Kämpfe nach dem heutigen Wehrmachtbericht ' auf größeren Frontabschnitten im Zeichen eigener erfolgreicher Gegenangriffe, wobei unsere Grenadiere, Volksgrenadiere nnd Panzertrnppen einmalige und bisher un
vorstellbare , Leistungen vollbrachten, indem sie gegen eine gewaltige zahlen- nnd materialmäfiige Übermacht eine Reihe von Ortschaften znrückeroberten. Kein Wort des Dankes nnd des Ruhmes reicht an diesen todesmutigen Einsatz nnd an die Kampfleistnng unserer Soldaten gegenüber der schwersten Bedrohung dieses Krieges heran.
Wenn man auf englischer Seite heute zugibt, daß die Stimmung eines Volkes in steigendem Maße zü einem entscheidenden Kriegsfaktor werden kann, so wird man die Bedeutung der in der englischen Wochenschrift „Sphere“ gemachten Mitteilung richtig einschätzen, daß selbst Churchill zutiefst von der unerhörten Widerstandskraft der Deutschen beeindruckt sei, die in vieler Hinsicht unerfreuliche Überraschungen für die Alliierten gebracht habe.“- Mehr noch als in den dunklen Tagen von 1940 gilt es für alle Engländer auch in der Heimat nnd an der Front, sich dafür zu wappnen, daß sie’ die nächsten sechs Monate auf See, in der Luft und auf dem Lande vielleicht noch eine härtere Blut-, Schweiß- und Tränenzeit ■ als bisher ertragen werden, müssen“. Rundfunk und Presse ziehen heute in England die stärksten Register auf, um dem englischen Volke, daß ganz etwas anderes erwartet hatte, als es heute sieht, die Gründe dafür klar zu machen, daß die große Offensive an den wichtigsten Frontabschnitten, nicht vorwärts kömmt.
Für uns bedeutet all das eine Vertiefung der Erkenntnis, daß sieh für Uns neue Kriegsaspekte öffnen werden, wenn es uns gelingt, die Front gegenüber dem feindlichen Generalansturm im Westen und demnächst wohl auch im Osten zn halten.
Wettbewerber auf den Handelsmärkten, Deutschland als sozialer Reformator, Deutschland als Einiger Europas und damit nicht nur politischer, spndern wirtschaftlicher Konkurrent ersten Ranges, dieses Deutschland, das sich zu einer neuen Großmacht zu entwickeln begann, mußte beseitigt werden, weil es, scheinbar wenigstens, die beherrschende Stellung Englands und in noch höherem Maße der USA auf dem Gebiet des Welthandels bedrohte. .
Nie ist ein Krieg mit weniger Idealismus geführt worden als dieser. Nie hat man weniger auf der anderen Seite von Weltanschauung gesprochen und von ideologischen Gegensätzen als diesmal. Reinster Materialismus, Marktbeherrschung auf der westlichen Seite, Völkerterrorisierung und Völkerausbeutnng auf der östlichen, das sind die von vornherein klar erkennbaren Ziele, um deretwillen man zu den Waffen griff. Und so sehen wir jetzt, da sich diese Auseinandersetzung dem entscheidenden Höhepunkt nähert, auch viel krasser und' viel deutlicher als. in früheren. Kriegen das' absolut Negative des gegnerischen Kriegsziels, das rein Machtmäfiige und eben nur Materialistische.
Es ist typisch für die Einstellung der anderen, daß Eisenhower, als er die Grenzen des Reiches erreichte, in seinen Tagesbefehlen ausdrücklich ablehnte, als „Befreier“ zu kommen. Er komme als „Eroberer“ und als nichts anderes, und sein Verhalten der deutschen Zivilbevölkerung gegenüber, soweit sie in seine Hände geriet, zeigt auch nichts anderes als den „Eroberer“, allerdings in seiner unsympathischsten und brutalsten Form. Und ebenso wie dieser Eisenhower, verzichtet auch Stalin auf alle die dummen Redensarten, die er früher einmal über die „Befreiung von Völkern“ nnd der „Errichtung von demokratischen Regierungen“ gemacht hat. Auch er spricht lediglich nur noch von „erobern“, nnd die Schandtaten 1 seiner Soldateska im ostpreußisehen Grenzgebiet, vor allem in Nemmersdorf, haben gezeigt, was er unter solchem „Erobern“ versteht.
• Und wie der politische Beweggrund, so auch die ganze Krifegführung. Sie baut sich auf dem Gedanken der materiellen Überlegenheit auf. Was die Feindseite auf diesem Gebiet leisten kann, wissen wir bereits aus dem ersten Weltkrieg. Was Me jetzt leistet, erleben wir nunmehr im Westen. Zwischen Geilenkirchen und der Roer, also in einer Erontbreite von .nur \Yi km, stürmten 120' feindliche Panzer vor. Also auf jede 12 m ein Panzer. Diesem Einsatz auf einem- ganz schmalen, kleinen Frontstückchen entspricht der. Aufmarsch auf der ganzen Breite von 650 km Länge der deutschen Verteidigungsfront vom Maasbrückepkopf bis zur Schweizer Grenze. 80 Divisionen sind hier aufgebaut. Ein Reuter-Korrespondent erklärt, daß Eisenhower auf einer Front von 50 km Länge- nicht weniger als drei Armeen eingesetzt habe, in Gesamtstärke von 400 000 -Mann. Auf jeden Kilometer der- Front im Abschnitt Aachen—Geilenkirchen entfielen 8000 Mann. Eine solche Kräftekonzentration habe es bisher noch nicht gegeben.
Dieses beinah’ unvorstellbar große Aufgebot an Menschen und Material hat nur den einen Zweck, noch so rasch wie möglich die deutsche Front zu überwältigen und den Stoß ins Innere des Reiches durchzuführen. Die Batterien der ersten nordamerikanischen Armee ' verschossen in der ersten Woche der dritten Schlacht bei Aachen pro Stunde durchschnittlich 20 Tonnen Munition, wie man erbeuteten feindlichen Geheimbefehlen entnehmen kann. Mit dieser wahrhaft phantastischen Materialverschleuderung glaubte man, in wenigen Tagen jeden deutschen Widerstand überwunden zu haben und den Weg freikämpfen > zu können ins Ruhrgebiet oder in die norddeutsche Tiefebene und im Süden über den Rhein nach Baden. „Die Alliierten sind entschlossen, den europäischen Krieg zu einem raschen Abschluß zu bringen“, schrieb bei Beginn dieser neuen Offensive die „New York Times“. Dies sei als letzter Versuch zu betrachten. noch vor Ausgang des Jahres 1944 den Sieg zu erringen. DaS Ziel Eisenhowers sei nicht nur, der '„Siegfriediinie“, sondern Deutschland den k.o.-Schlag zu versetz'*n. um dpn Krieg zu beenden. Ünd