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Parteiamtliche Tageszeitung
Das Amtsblatt des Begierenden Bürgermeisters der Freien m™— B rem«
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblatt des Beichsstatthalters in Oldenburg und Breinett
Nummer 312 14. Jahrgang
Freilag, 24. November 1944
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Feindliche Verluste übersteigen in ungeheuerlicher Weise ulle Vorausberechnungen
-jrahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
pr.W.Sch. Berlin, 23. Nov. Von Tag z a Ta? schärfer zeichnen sich auf Grund von militärischen und politischen Symp- l onieI , auf der Gegenseite die Möglichkeiten ab, die uns dann gegeben werden, ttenn wir die uns jetzt gestellte gewaltige infääbe zu lösen und die große Offensive jaserer Feinde auf der ganzen Frontaus- Jehnang zu einer Zermürbungschlacht zn machen vermögen, in der der Gegner jach schwersten Verlusten seinen Strategen DnrchbrnchSplan für eine längere j)auer zurückstellen muß. Der anglo-ame- rikanische Großangriff begann vor über U Tagen im lothringischen Ranm. Seit jber einer Woche tobt dazu die dritte
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riegelte Einbruch ins Oberelsaß, und ichließlich meldet ein Kriegsberichter Seute morgen, daß seit zehn Stunden die ij, englische Armee ein gewaltiges Trommelfeuer auf den Raum zwischen Venlo ud Geilenkirchen eröffnet hat, so daß jach im Norden mit einer weiteren räumlichen Ausdehnung der gigantischen Materialschlacht im Westen zn rechnen ist. Auf allen traditionellen großen An- lahrtstraßen zum Rhein, über Aachen, durch Lothringen, das Saargebiet und die Pfalz, sowie schließlich durch die Burundische Pforte sucht Eisenhower in die lebenswichtigen Räume des Reiches durchzubrechen. Er hat sich gegenüber der Presse dazu bekannt, daß er jetzt ohne Rücksicht auf Menschen- und Materialverluste den entscheidenden Strategien Erfolg noch in diesem Jahr zu erzwingen versuchen müsse. Die Gründe, die ihn zn einer Großoffensive gezwungen Iahen, ohne das Vorhandensein aller notwendigen Voraussetzungen abzuwarten, sind bekannt und in der Feindpresse zur Genüge mit aller Deutlichkeit erörtert worden. In der Septemberausgabe der amerikanischen Zeitschrift „Readers Di- pesf“ veröffentlichte ein namhafter Journalist einen Aufsatz unter der Überschrift •deshalb wir Deutschland noch im Jahre WH besiegen müssen“. Es sei, so hieß es H Jda, unbedingt notwendig, noch in diesem Jahr mk den Deutschen fertigzuwerden, die Folgen, die eine Verlängerung des Keges für die alliierten Völker selbst ben würde, nicht abzusehen seien. Die rründe für diese Auffassung hat die spache Zeitung „Informaciones“ richtig 'kannt, wenn sie es als wahrscheinlich eichnet, daß nach dem Abprall der . enwärtigen alliierten Offensive seitens « deutschen Führung die neuen Me- jnJcamp_äu e.« '■ p 0 d e n angewandt würden, durch die eine grundsätzliche Wandlung wahren werde.
In England macht man sich, wie derLon- fcner Korrespondent von „Stockholms udningen“ berichtet, besondere Sorgen jtewegen, weil, wie man dort sagt, die putschen den Verteidigungskrieg so führen und in der Weise manövrierten, daß ® “ e ’ n unnötiges Risiko auf sich nähmen,
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S0T ^ lI } e iJ l Monat an der Westfront fünfmal kip Granatwerfer zerstört worden sind, m., während des ganzen Feldzuges in ian • zur Invasion auf Sizilien, und 'tu September sedismal soviel Gra-
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rinri n ,vie ’ m J un r verschossen worden laP • 11 ^reiben die „Informaciones“, Am'» e -i S1< ^ i e<zf zeige, wie sehr die Anglo- l,l ®falri ri » er ^* e ’ der Überschätzung des [0 Eicp t0 L s Material falsch gerechnet hätten. '■H- n r er wu fite schon, was er sagte, als le Kampfmoral de# deutschen Soldaten
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Mitarbeiter des „Irish Independent“ e"h f 1 j 'scb* ,, «( , 4 spip—in klar zn erkennen, daß das i ' r!: ^ aniSr ^ R Gborkommando jetzt alle
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Es ist klar, daß bei einer solchen Konzentration der Kräfte und des Materials der anhaltende und nur vorübergehend nachlassende Feinddruck da und dort zur elastischen Zurücknahme der Front zwingen kann. Entscheidend bleibt, daß der Zusammenhang der eigenen Front erhalten bleibt und daß die feindlichen Geländegewinne auf deutschem Boden sich in einem möglichst geringen Ausmaß halten. Dieser Forderung konnte bisher noch überall an der Westfront Genüge geleistet werden. Die Beule, die der Feind bei Aachen bis zu einer Linie westlich Jülich und östlich Eschweiler sowie im lothringischen Raum über die elsässische Grenze hinaus bis nach Zabern in unsere Front treiben konnte, stehen tatsächlich auch nicht annähernd in einem erträglichen Verhältnis zu den furchtbaren Verlusten. 20 000 Mann und 320 Panzer als Opfer nur einer Woche in der neuen Abwehrschlacht bei Aachen, das ist ein Aderlaß, dessen
Fortsetzung auch die feindliche Übermacht nicht ertragen kann, wenn gleichzeitig die Verluste auf unserer Seite, die entsprechend dem heldenhaften Widerstand unserer Truppen als nicht unerheblich bezeichnet werden müssen, weit hinter denen der Gegner Zurückbleiben.
Etwas anders sah die Lage zunächst nach dem Einbruch von zwei bis drei gegnerischen Divisionen ins Oberelsaß aus.' Hier handelte es sich aber offenkundig um einen Überraschungserfolg, der nicht im operativen Gesamtplan Eisenhowers stand, sonst hätte er wohl stärkere operative Reserven bereitgehalten, um sie beschleunigt in das Einbruchsloch zu werfen, um es zu erweitern und zu vertiefen. Bis jetzt jedenfalls waren allein die verfügbaren örtlichen Reserven auf unserer Seite in der Lage, von den südlichen Ansläufern der Vogesen her die vorgeprellten feindlichen Kräfte im Rücken bis zur Schweizer Grenze abzuriegeln und inzwischen den Einbruchskeil zu erweitern. Der Gegner greift immerhin im Oberelsaß noch weiter nach Norden an, und das Endergebnis der beweglich geführten Kämpfe ist noch nicht
zu übersehen. Der gegnerische Versuch, eine Verbindungslinie durch einen eigenen Durchbruch zwischen Beifort und Mülhausen zu schaffen, bleibt abzuwarten.
Inzwischen muß der britische Nachrichtendienst bestätigen, daß es „den Deutschen durch heftige Gegenangriffe gelungen ist, den zwischen der Burgundischen Pforte und dem Rhein hergestellten Korridor an einer Stelle zn durchstoßen nid ferner eine Stadt wiederzuerobern“. Die Feindpresse weiß, warum sie in der Beurteilung der Kämpfe im südlichsten Abschnitt der Westfront so vorsichtig ist. Von einem irgendwie entscheidenden strategischen Erfolg des Gegners kann hier in der gegenwärtigen Lage keineswegs gesprochen werden. Was von dem Frontabschnitt bei Aachen gesagt wird, daß nämlich unsere Truppen dort weiterhin die härtesten Feuerproben bestanden und ihre Stellungen gehalten haben, das wird, davon sind wir fest überzeugt, am Ende der Offensive Eisenhowers für die ganze Westfront gelten. Daran sollen auch erwartete Ereignisse im Osten nichts ändern.
Deutsche Verteidigungskraft iiberfraf Befürchtungen der Feinde
Britische Warnungen vor einem „Gefühl der falschen Sicherheit“ — Größte Materialschlackt dieses Krieges
Drahtbericht unseres Vertreters
tt. Genf, 23. Nov. Die deutsche Verteidigungskraft an der Westfront hat auch die größten Befürchtungen im alliierten Lager noch übertroffen. So ist es verständlich, daß die Frontberichter und Rundfunkkommentatoren die englische Bevölkerung davor warnen, sich „in ein Gefühl der falschen Sicherheit übet die Erfolge der, Großoffensive wiegen zu lassen“. Dabei wird immer wieder auf das bedenkliche Wetter als Schuldfaktor hingewiesen, daß nicht größere Erfolge und weitergesteckte Ziele erreicht worden sind. Bei der hohen Bewertung der Kampfkraft des deutschen Soldaten wird von englischen Korrespondenten immer wieder betont, daß die Deutschen im eigenen Lande mit einem Fanatismus sondergleichen kämpfen und daß auch die Volkssturmbataillone im Kampf einen nicht zu unterschätzenden Gegner darstellen. Die „New York Times“ heben in ihrem Lagebericht von der Westfront die glänzende Kampfmoral der deutschen Soldaten hervor und erwartet „noch viel Blut und Tränen“. Viel Blut und Tränen müssen die Amerikaner jetzt auf dem Schlachtfeld von Geilenkirchen—Stolberg lassen, wo die bisher größte Materialschlacht dieses Krieges bei ungeheuren Menschen- und Materialverlusten der angreifenden alliierten Verbände tobt.
„Weder Beurteiler der Kriegslage in London noch anglo-amerikanische Frontkorrespondenten verbergen“, wie ein Korrespondent aus London heridhtet, „ihre Hochachtung vor der Geschicklichkeit, mit der die Deutschen im Westen ihren Ver
teidigungskrieg führen.“ Sie nehmen, so heißt es weiter, kein unnötiges Risiko auf sich, sondern manövrieren, um größtmögliche Kräfte einsetzen zu können, wenn Eisenhowers Erdangriff nach der augenblicklichen Erschöpfungsphase komme. Man habe keine Beweise dafür, daß bisher deutsche Reserven eingesetzt seien. Diese hälfe man wahrscheinlich für den ent.schei- denden Augenblick in Bereitschaft. Die Deutschen nützten stattdessen Minenfelder und die schlammigen Wege als Bundesgenossen bis zum äußersten aus.
„Nach der aufsehenerregenden Eröffnung der jetzt in Gang befindlichen großen Offensive ist,“ so schreibt Commander Bray im „Daily Herald“, das Tempo sehr schnell zurückgesunken. Deshalb ist ein Wort der Warnung notwendig. Diese Offensive wird keine Wiederholung des alliierten Vormarsches durch Frankreich und Belgien sein. Der Feind verfügt ganz offenbar Uber Reserven, die er für die Schlacht um Deutschland zurückhält. Außerdem besitzt er machtvolle und klug entworfene Verteidigungsstellungen. Schließlich kämpfen wir zum ersten Male auf feindlichem Boden, und wir werden uns also mit jeder Art von Sabotagen auseinanderzusetzen haben, gegen die die Deutschen früher kämpfen mußten.“
In der Frage, ob die Entscheidungsschlacht in Westeuropa vor oder hinter dem Rhein stattfinden wird, ist der Militärkritiker der Madrider Zeitung „Informaciones“ davon überzeugt, das sie auf dem Westufer geschlagen wird. Es wird nach seiner Meinung kein Entschieden
Spule Erkenntnisse eines Kriegshetzers
Bullitt kennzeichnet die Methoden zur Bolschewisierung Europas
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
g. Berlin, 23. Nov. William Bullitt, ehemals Chefbotschafter Roosevelts für Europas in der Zeit unmittelbar vor dem Beginn des Krieges und in dieser Eigenschaft einer der hauptverantwortlichen Hetzer, die seinen Ansbruch schürten, hat vor einiger Zeit in der weitest verbreiteten nordamerikanischen Zeitschrift „Life“ einen gegen Moskau betont aggres-, siven Artikel veröffentlicht. Er hat jetzt erst ein internationales Echo ausgelöst, wobei es nicht recht ersichtlich, aber auch nebensächlich ist, weshalb diese Reaktion so spät eintrat. Vorweg ist freilich zu sagen, daß Bullitt heute in einer Art offenen Konfliktes mit dem Weißen Haus und der amtlichen Washingtoner Außenpolitik steht. Er hat sich' in den letzten Jahren mehrfalls als enfant terrible erwiesen und ist in der Beurteilung außenpolitischer Fragen oft genug aus der Reihe getanzt, wobei ihm sein sehr bekannter Name dazu geholfen hat, solchen Stellungnahmen Gewicht zu geben, obwohl sie sozusagen von privater Seite stammen. Seine Auffassungen sind also alles andere als eine Interpretation der amtlichen Ansichten, eher das Gegenteil. Andererseits ist es bezeichnend, daß eine so weitverbreitete Zeitschrift wie „Life“ ihn aufgenommen hat, obwohl seine antisowjetische Tendenz unverkennbar ist. In diesem Artikel legt Bullitt die allmähliche Unterminierung von ganz Europa durch den Bolschewismus im einzelnen dar. Der Aufsatz hat nun, wie die ge-, nannte Zeitschrift in einer späteren Nummer mitteilt, zu einer Fülle von Protestbriefen aus linksradikalen Kreisen der USA geführt. Die Zahl der Briefe war so groß, daß der gesamte Raum der Spalte „Briefe an die Schriftleitung“ dieser Frage zur Verfügung gestellt wurde. In* einem Vorwort weist die Zeitschrift die
meisten gegen Bullitt erhobenen Anschuldigungen als tendenziöse Entstellung zurück. Wie stark der Druck der kommunistischen Kreise, besonders in New York, aber war, zeigt sich dann darin, daß „Life“ sich genötigt sah, eine ausführliche Erwiderung der „Prawda“ abzudrucken.
Die kritischen Zuschriften- zum Bullitt- Artikel tragen bezeichnenderweise zum großen Teil die Unterschriften von Juden, zum Teil enthalten sie aber auch begeisterte Zustimmung. In letzteren wird besonders die Stelle in dem Bullitt-Artikel hervorgehoben, wo Roosevelt als großer Fehler vorgeworfen wird, daß er im Sommer 1941 Stalin durch Hopkins weitgehende Unterstützung anbot — im übrigen eine für die Beurteilung der Kriegsschuldfrage sehr interessante Feststellung —, ohne sich von diesem ein Versprechen hinsichtlich der Unabhängigkeit der Staaten Europas geben zu lassen. Selbst wenn Roosevelt der Ansicht war, daß Stalin dieses Versprechen nicht halten würde, so hätte doch zu gegebener Zeit die krasse Darlegung dieses Treuebruches eine große Wirkung ausüben können. Das ist wenigstens die Ansicht Bullitts und offenbar auch sehr vieler anderer Amerikaner. Als sehr zeitgemäße Warnung wird ferner die Darstellung der sowjetischen Methode bezeichnet, von europäischen Ländern zunächst nur die Bildung einer „aufrichtig freundschaftlich demokratischen“ Regierung zn verlangen, d. h. einer schwa- chen oder einer Volksfrontregierung, die es den Kommunisten ermögliche, sich für die kommende oder zumindest anpestrebte Beherrschung Europas weitgehend zu organisieren.
Wie gesagt — es handelt sich hier um den Seitenhieb eines, politischen Außenseiters, um mehr nicht. Das Echo freilich, das er in den USA selbst gefunden hat*, weist doch recht interessante Züge auf.
dabei geben. Ein Fluß wie der Rhein diene militärisch ebenso als Verteidigungszone wie eine stählerne Linie. „Wenn die Alliierten vor dem Fluß ihre Menschen und ihr Material verbrauchen und hinter dem Rhein frische und starke deutsche Armeen bleiben, was kann dann schon geschehen?“ fragt der spanische Militärkritiker. ^
Schwerter verliehen
Berlin, 23. Nov. Der Führer verlieh das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Hauptmann Josef Wurmheller, Gruppenkommandeur in einem Jagdgeschwader, als 108. Soldaten der deutschen Wehrmacht. Er , hat die Verleihung nicht mehr erlebt, da er vor einigen Monaten nach seinem 102. Luftsieg den Heldentod starb.
Moskauer Druck erlegen
Drahtbericht unseres Vertreters
kl. Stockholm, 23. Nov. Über die Hintergründe der Regierungskrise in Tschung- king, die zu dem Rücktritt von acht Ministern führte, wird noch bekannt, daß Tschiangkaisthek dem ständigen Druck, der auf ihn aus Washington und Moskau ausgeübt wurde, erlegen ist. Der verabschiedete Kriegsminister Hoyingchin und der Finanzminister Knng waren in Moskau besonders mißliebig. Hoyingchin wurde von den chinesischen Kommunisten als ihr erbitterster Gegner angesehen. Er wurde beschuldigt, bedeutende Truppenmengen nicht in den Kampf gegen Japan geführt zu haben. Die aufgesparten Verbände hätten lediglich die Aufgabe, die kommunistische Armee zn überwachen und zu neutralisieren. Sein Nachfolger Cheng ist ein bedeutend jüngerer Mann und gilt als' gemäßigt. Dem zurückgetretenen Finanzminister Kung wird die Schuld für die Inflation in die Schuhe geschoben.
Der Stärkeanfall Tschiangkaisdieks, der, in der Abreise Stillwells zum Ausdruck kam, scheint somit überwunden zu sein. Jedenfalls wird die Umbildung der Tschungking-Regierung in London so aufgefaßt.
Einzelpreis 15 Rpf.
Was ist unmöglich?
Von
Oberbereichsleiter Karl KieckbuscK
•
Wie es . dazu gekommen war, habe ick nickt selbst miterlebt. Jedenfalls stritten zwei durchaus begabte Männer über das. Subjektive und das Objektive in der Politik: Man müsse die gegenwärtige Kriegslage sehr kühl und sachlich beurteilen. Es könne uns nichts anderes helfen als Objektivität, meinte der eine. Man müsse, fanatisch an den deutschen Sieg glauben, lautete der Standpunkt des anderen. Er verdammte die Objektivität als eine Vorstufe der Feigheit und des Landesverrates. Sehr spitz fragte sein Gesprächspartner? Seit wann eine objektive Wahrheit als feiger Verrat angesehen werden könne? Das wäre doch mehr als unlogisch.
Mein Lieber, erhielt er zur Antwort, es geht hier nicht um die Logik, sondern ausschließlich um den Charakter! Was inj Kriege eine „objektive Unmöglichkeit“ is% das kann in logischer Weise niemand beurteilen. Man kennt immer nur das eigene Rüstungspotential, das des Gegners kann man doch nur schätzen. Was nützen außerdem die Waffen, selbst wenn es eine überlegene Zahl von Panzern und Flugzeugen ist. Es kommt gleichzeitig auf die Kampfmoral der Soldaten an. Diese aber entzieht sich jeder logischen Berechnung. Der sogenannte objektive Standpunkt kann daher nur eine Scheinvernunft verkörpern. In Wirklichkeit tarnt sich hier ein feiger Charakter hinter dem Schleier einer Rechnung, bei der man von vornherein bereif ist, die Chancen des Gegners höher einzuschätzen als die eigenen!
Dieser Antwort wich der Ob jektivisf aus und fragte, was denn nun der subjektive Glaube nütze. Nur dadurch, daß ich mir immer, wieder einrede, „wir siegen, wir müssen siegen!“ — dadurch könne man doch keinen Krieg gewinnen?
Es kommt auch nicht auf das Reden an, meinte der Subjektivist, sondern auf das Arbeiten und das Kämpfen! Es ist aber etwas anderes, wenn ich den Strapazen der Arbeit und den Opfern des Kampfes mit einer inneren Gläubigkeit oder voller Verzweiflung entgegentrete. Es kommt bei einem Gewehr nicht nur darauf an, wie schnell es technisch funktioniert und wie groß sein Kaliber ist, sondern es entscheid det auch, wie lange es schießt und wie genau es trifft. Die Ausdauer und Treffsicherheit sind aber die subjektiven Seiten' des Kampfes. Ihre Potenz wird tun so höher sein, je fanatischer der Wille zum' Kampf und je unbeugsamer der Glaube an den Sieg ist. Das sei schon recht, verteidigte sich der andere, dennoch führe kein Weg darum hemm: was unmöglich sei, das bleibe auch unmöglich. Es sei ein objektiver Unsinn der Rhetorik, in der Politik von einer Kunst des Unmöglichen zu reden. Auch in der Politik könne man nur mit Wasser kochen.
Richtig, wurde ihm darauf geantwortet, es gibt Dinge, die sind möglich, und es gibt Dinge, die sind unmöglich! Daran zweifle niemand. Es ist immer nur im Einzelfall strittig, was möglich und was unmöglich ist. Das kann man aber nicht durch’ Diskussionen und - Scheinberechnungen, sondern nur durch Ausdauer und durch! Taten entscheiden. Eine zweifelhafte und noch nicht entschiedene Schlacht zum Siege zn führen, das ist durch eine Reorganisation der Kräfte oder gar durch eine Umrüstung auf völlig neue und technisch überlegene Waffen durchaus möglich. Unmöglich wird das erst, wenn man aufhört, zu arbeiten und zu kämpfen. Eine Politik, die auch vor' den ärgsten Schwierigkeiten nicht kapituliert, die werde .schließlich zur „Kunst deslünmöglichen“, denn sie verwirkliche gerade durch ihre Ausdauer, Zähigkeit und Wendigkeit noch viele von den Dingen, die die Herren der rechnerischen Objektivität längst aus dem Kreis ihrer
Deutsche hinter Stacheldraht
USA-Terror im Aachener Gebiet—Deutsche Frauen zur Negerbedienung
Eigener Drahtbericht
rd. Köln, 23. Nov. Was die deutsche Zivilbevölkerung in dem von den Anglo- Amerikanern besetzten deutschen westlichen Grenzstreifen zu erdulden hat, dafür liegt jetzt ein neues erschreckendes Beispiel vor. Der amerikanische Befehlshaber im Aachener Raum hat am Rande der alten Kaiserstadt ein riesiges Konzentrationslager errichtet. Bis jetzt sind aus den in der Umgebung von Aachen liegenden Ortschaften- 6000 deutsche Zivilisten, Männer, Frauen und Kinder, eingeliefert worden. Diese unmenschliche Maßnahme wird damit begründet, daß die amerikanischen Truppen die noch erhaltenen Häuser als Unterkunft für sich in Anspruch nehmen müßten.
In einem zweiten Lager, das als verschärftes Straflager errichtet wurde, befinden sich mehrere hundert Insassen, die als „besonders fanatische Nationalsozialisten bezeichnet werden. Der Chef des großen amerikanischen Konzentrationslagers ist Major Lancer, der Präsident der drei im Aachener Bezirk zur Aburteilung von Zivilisten geschaffenen Gerichtshöfe.
Zur Versorgung der Lagerinsassen mit Lebensmitteln wird nichts ans den Beständen der Alliierten geliefert. Die Lager
verwaltung, zu der auch einige Juden gehören, verteilt nur Lebensmittel, die aus den von den Amerikanern erbeuteten deutschen Beständen stammen. Die Rationen reichen natürlich nicht aus, müssen aber von den Verhafteten bezahlt werden.
Die nach der Besetzung Stolbergs in der Stadt verbliebene Zivilbevölkerung bat bereits den ersten Anschauungsunterricht von anglo-amerikanischer Kultur und Menschlichkeit erhalten. In der Kirche yon Stolberg sind von den Besatzungstrnppen die Bänke zusammengeworfen worden, damit man Platz erhielt für die Unterstellung von Pferden.
Um die für den Nachschubverkehr der Anglo-Amerikaner wichtigen Straßen freizumachen, sind rücksichtslos Männer, Frauen und Kinder zu Aufräumungsarbeiten gepreßt worden. Diese Zivilisten haben bereits erhebliche Verluste erlitten, da die zur Front führenden Straßen ständig unter deutschem Artilleriefeuer, liegen. Mit Vorliebe werden die deutschen Frauen bei den amerikanischen Einheiten zur Bedienung von Negern gezwungen, Dienstleistungen,_ die kein Engländer oder Amerikaner einer Frau seines Volkes zumuten würde. Die deutsche Bevölkerung wird eben von den neuen Machthabern als Freiwild behandelt. ge.