Ausgabe 
(24.11.1944) 312
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Parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Begierenden Bürgermeisters der Freien m B rem«

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Beichsstatthalters in Oldenburg und Breinett

Nummer 312 14. Jahrgang

Freilag, 24. November 1944

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Hermann

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Härteste Feuerprobe bestanden

Feindliche Verluste übersteigen in ungeheuerlicher Weise ulle Vorausberechnungen

-jrahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

pr.W.Sch. Berlin, 23. Nov. Von Tag z a Ta? schärfer zeichnen sich auf Grund von militärischen und politischen Symp- l onieI , auf der Gegenseite die Möglich­keiten ab, die uns dann gegeben werden, ttenn wir die uns jetzt gestellte gewaltige infääbe zu lösen und die große Offensive jaserer Feinde auf der ganzen Frontaus- Jehnang zu einer Zermürbungschlacht zn machen vermögen, in der der Gegner jach schwersten Verlusten seinen Strate­gen DnrchbrnchSplan für eine längere j)auer zurückstellen muß. Der anglo-ame- rikanische Großangriff begann vor über U Tagen im lothringischen Ranm. Seit jber einer Woche tobt dazu die dritte

. _Schlacht an der Aachener Front. Dann

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riegelte Einbruch ins Oberelsaß, und ichließlich meldet ein Kriegsberichter Seute morgen, daß seit zehn Stunden die ij, englische Armee ein gewaltiges Trom­melfeuer auf den Raum zwischen Venlo ud Geilenkirchen eröffnet hat, so daß jach im Norden mit einer weiteren räum­lichen Ausdehnung der gigantischen Ma­terialschlacht im Westen zn rechnen ist. Auf allen traditionellen großen An- lahrtstraßen zum Rhein, über Aachen, durch Lothringen, das Saargebiet und die Pfalz, sowie schließlich durch die Bur­undische Pforte sucht Eisenhower in die lebenswichtigen Räume des Reiches durchzubrechen. Er hat sich gegenüber der Presse dazu bekannt, daß er jetzt ohne Rücksicht auf Menschen- und Ma­terialverluste den entscheidenden Strate­gien Erfolg noch in diesem Jahr zu erzwingen versuchen müsse. Die Gründe, die ihn zn einer Großoffensive gezwungen Iahen, ohne das Vorhandensein aller not­wendigen Voraussetzungen abzuwarten, sind bekannt und in der Feindpresse zur Genüge mit aller Deutlichkeit erörtert worden. In der Septemberausgabe der amerikanischen ZeitschriftReaders Di- pesf veröffentlichte ein namhafter Jour­nalist einen Aufsatz unter der Überschrift deshalb wir Deutschland noch im Jahre WH besiegen müssen. Es sei, so hieß es H Jda, unbedingt notwendig, noch in diesem Jahr mk den Deutschen fertigzuwerden, die Folgen, die eine Verlängerung des Keges für die alliierten Völker selbst ben würde, nicht abzusehen seien. Die rründe für diese Auffassung hat die spa­che ZeitungInformaciones richtig 'kannt, wenn sie es als wahrscheinlich eichnet, daß nach dem Abprall der . enwärtigen alliierten Offensive seitens « deutschen Führung die neuen Me- jnJcamp_äu e.« ' p 0 d e n angewandt würden, durch die eine grundsätzliche Wandlung wahren werde.

In England macht man sich, wie derLon- fcner Korrespondent vonStockholms udningen berichtet, besondere Sorgen jtewegen, weil, wie man dort sagt, die putschen den Verteidigungskrieg so führ­en und in der Weise manövrierten, daß ® e n unnötiges Risiko auf sich nähmen,

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größtmöglidie Kräfte einsetzen zu kön- o®, wenn Eisenhowers Endangriff nadi , augenblicklichen Erschöpfungsphase Man habe keine Beweise dafür, n^ er ( eu ;sc ie Reserven eingesetzt ei ®n. Diese halte man wahrscheinlich für J n ^scheidenden Augenblick in Bereit- matt. Umgekehrt wissen wir, daß Eisen­der bereits sehr weitgehend auf seine Perativen Reserven zurückgreifen mußte, t ' le der Einsatz der lange zurückgehalte- j P . n 5 ' Armee beweist. Im gegnerischen spikl ,ln er Einschluß von Eisenhower ti, ', versu cht man es gar nicht zu be- j e !*® n > daß man sich im Hinblick auf die , ätsche Widerstandskraft und über den -'äug zum unerwartet hohen Einsatz von . und Material gewaltige Illusio- l :0 ämgegeben hat. Der Munitionsver- HitM ^ 6S ^ e n das hat nach Eisenhowers t e Un g alle Vorberechnungen ebenso in Neuerlicher Weise überstiegen wie die iJ n e an Menschen und Material. Der nssTraße oiiostr--' , SVansittart, der Jude Mor- uaibsch. T^, r g.4: Vu, mußte jetzt bestätigen, daß allein

S0T ^ lI } e iJ l Monat an der Westfront fünfmal kip Granatwerfer zerstört worden sind, m., während des ganzen Feldzuges in ian zur Invasion auf Sizilien, und 'tu September sedismal soviel Gra-

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rinri n ,vie m J un r verschossen worden laP 11 ^reiben dieInformaciones, Am'» e -i S1< ^ i e<zf zeige, wie sehr die Anglo- l,l ®falri ri » er ^* e der Überschätzung des [0 Eicp t0 L s Material falsch gerechnet hätten. 'H- n r er wu fite schon, was er sagte, als le Kampfmoral de# deutschen Soldaten

,. --.ig bezeichnete, um dann hinzu- /«n- daß man wie die Teufel kämpfen tu,, 56 » 11131 dennoch zum Erfolg zu kom- He keibt es, wie^der militfiri-

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Mitarbeiter desIrish Independent e"h f 1 j 'scb* ,, «( , 4 spipin klar zn erkennen, daß das i ' r!: ^ aniSr ^ R Gborkommando jetzt alle

j? areT1 . Kräfte "aufbietet, 'um den p u die Möglichkeit zn nehmen, ihre ;s,i 10n weiter zu verbessern, und im !;il * en Jahr dann strategisch im Vor- wfenüber den Alliierten mit reor-

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: en und verstärkten Kräften neue

°uen zu starten. Die Furcht vor

den Möglichkeiten, die Deutschland im nächsten Jahre einsetzen könnte, be­herrscht offenkundig alle militärischen Entschlüsse auf der Gegenseite.

Es ist klar, daß bei einer solchen Kon­zentration der Kräfte und des Materials der anhaltende und nur vorübergehend nachlassende Feinddruck da und dort zur elastischen Zurücknahme der Front zwin­gen kann. Entscheidend bleibt, daß der Zusammenhang der eigenen Front erhal­ten bleibt und daß die feindlichen Ge­ländegewinne auf deutschem Boden sich in einem möglichst geringen Ausmaß halten. Dieser Forderung konnte bisher noch überall an der Westfront Genüge geleistet werden. Die Beule, die der Feind bei Aachen bis zu einer Linie westlich Jülich und östlich Eschweiler sowie im lothringi­schen Raum über die elsässische Grenze hinaus bis nach Zabern in unsere Front treiben konnte, stehen tatsächlich auch nicht annähernd in einem erträglichen Verhältnis zu den furchtbaren Verlusten. 20 000 Mann und 320 Panzer als Opfer nur einer Woche in der neuen Abwehrschlacht bei Aachen, das ist ein Aderlaß, dessen

Fortsetzung auch die feindliche Übermacht nicht ertragen kann, wenn gleichzeitig die Verluste auf unserer Seite, die ent­sprechend dem heldenhaften Widerstand unserer Truppen als nicht unerheblich be­zeichnet werden müssen, weit hinter denen der Gegner Zurückbleiben.

Etwas anders sah die Lage zunächst nach dem Einbruch von zwei bis drei gegneri­schen Divisionen ins Oberelsaß aus.' Hier handelte es sich aber offenkundig um einen Überraschungserfolg, der nicht im operativen Gesamtplan Eisenhowers stand, sonst hätte er wohl stärkere operative Re­serven bereitgehalten, um sie beschleunigt in das Einbruchsloch zu werfen, um es zu erweitern und zu vertiefen. Bis jetzt jedenfalls waren allein die verfügbaren örtlichen Reserven auf unserer Seite in der Lage, von den südlichen Ansläufern der Vogesen her die vorgeprellten feind­lichen Kräfte im Rücken bis zur Schweizer Grenze abzuriegeln und inzwischen den Einbruchskeil zu erweitern. Der Gegner greift immerhin im Oberelsaß noch weiter nach Norden an, und das Endergebnis der beweglich geführten Kämpfe ist noch nicht

zu übersehen. Der gegnerische Versuch, eine Verbindungslinie durch einen eigenen Durchbruch zwischen Beifort und Mülhau­sen zu schaffen, bleibt abzuwarten.

Inzwischen muß der britische Nachrich­tendienst bestätigen, daß esden Deut­schen durch heftige Gegenangriffe gelun­gen ist, den zwischen der Burgundischen Pforte und dem Rhein hergestellten Korri­dor an einer Stelle zn durchstoßen nid ferner eine Stadt wiederzuerobern. Die Feindpresse weiß, warum sie in der Be­urteilung der Kämpfe im südlichsten Ab­schnitt der Westfront so vorsichtig ist. Von einem irgendwie entscheidenden strategi­schen Erfolg des Gegners kann hier in der gegenwärtigen Lage keineswegs ge­sprochen werden. Was von dem Front­abschnitt bei Aachen gesagt wird, daß näm­lich unsere Truppen dort weiterhin die härtesten Feuerproben bestanden und ihre Stellungen gehalten haben, das wird, da­von sind wir fest überzeugt, am Ende der Offensive Eisenhowers für die ganze West­front gelten. Daran sollen auch erwartete Ereignisse im Osten nichts ändern.

Deutsche Verteidigungskraft iiberfraf Befürchtungen der Feinde

Britische Warnungen vor einemGefühl der falschen Sicherheit Größte Materialschlackt dieses Krieges

Drahtbericht unseres Vertreters

tt. Genf, 23. Nov. Die deutsche Verteidi­gungskraft an der Westfront hat auch die größten Befürchtungen im alliierten Lager noch übertroffen. So ist es verständlich, daß die Frontberichter und Rundfunkkom­mentatoren die englische Bevölkerung davor warnen, sichin ein Gefühl der fal­schen Sicherheit übet die Erfolge der, Großoffensive wiegen zu lassen. Dabei wird immer wieder auf das bedenkliche Wetter als Schuldfaktor hingewiesen, daß nicht größere Erfolge und weitergesteckte Ziele erreicht worden sind. Bei der hohen Bewertung der Kampfkraft des deutschen Soldaten wird von englischen Korrespon­denten immer wieder betont, daß die Deutschen im eigenen Lande mit einem Fanatismus sondergleichen kämpfen und daß auch die Volkssturmbataillone im Kampf einen nicht zu unterschätzenden Gegner darstellen. DieNew York Times heben in ihrem Lagebericht von der West­front die glänzende Kampfmoral der deut­schen Soldaten hervor und erwartetnoch viel Blut und Tränen. Viel Blut und Trä­nen müssen die Amerikaner jetzt auf dem Schlachtfeld von GeilenkirchenStolberg lassen, wo die bisher größte Material­schlacht dieses Krieges bei ungeheuren Menschen- und Materialverlusten der an­greifenden alliierten Verbände tobt.

Weder Beurteiler der Kriegslage in London noch anglo-amerikanische Front­korrespondenten verbergen, wie ein Korrespondent aus London heridhtet,ihre Hochachtung vor der Geschicklichkeit, mit der die Deutschen im Westen ihren Ver­

teidigungskrieg führen. Sie nehmen, so heißt es weiter, kein unnötiges Risiko auf sich, sondern manövrieren, um größtmög­liche Kräfte einsetzen zu können, wenn Eisenhowers Erdangriff nach der augen­blicklichen Erschöpfungsphase komme. Man habe keine Beweise dafür, daß bisher deutsche Reserven eingesetzt seien. Diese hälfe man wahrscheinlich für den ent.schei- denden Augenblick in Bereitschaft. Die Deutschen nützten stattdessen Minenfelder und die schlammigen Wege als Bundes­genossen bis zum äußersten aus.

Nach der aufsehenerregenden Eröff­nung der jetzt in Gang befindlichen großen Offensive ist, so schreibt Com­mander Bray imDaily Herald, das Tempo sehr schnell zurückgesunken. Des­halb ist ein Wort der Warnung notwendig. Diese Offensive wird keine Wiederholung des alliierten Vormarsches durch Frank­reich und Belgien sein. Der Feind ver­fügt ganz offenbar Uber Reserven, die er für die Schlacht um Deutschland zurück­hält. Außerdem besitzt er machtvolle und klug entworfene Verteidigungs­stellungen. Schließlich kämpfen wir zum ersten Male auf feindlichem Boden, und wir werden uns also mit jeder Art von Sabotagen auseinanderzusetzen haben, gegen die die Deutschen früher kämpfen mußten.

In der Frage, ob die Entscheidungs­schlacht in Westeuropa vor oder hinter dem Rhein stattfinden wird, ist der Mili­tärkritiker der Madrider ZeitungInfor­maciones davon überzeugt, das sie auf dem Westufer geschlagen wird. Es wird nach seiner Meinung kein Entschieden

Spule Erkenntnisse eines Kriegshetzers

Bullitt kennzeichnet die Methoden zur Bolschewisierung Europas

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

g. Berlin, 23. Nov. William Bullitt, ehe­mals Chefbotschafter Roosevelts für Europas in der Zeit unmittelbar vor dem Beginn des Krieges und in dieser Eigen­schaft einer der hauptverantwortlichen Hetzer, die seinen Ansbruch schürten, hat vor einiger Zeit in der weitest ver­breiteten nordamerikanischen Zeitschrift Life einen gegen Moskau betont aggres-, siven Artikel veröffentlicht. Er hat jetzt erst ein internationales Echo ausgelöst, wobei es nicht recht ersichtlich, aber auch nebensächlich ist, weshalb diese Reaktion so spät eintrat. Vorweg ist freilich zu sagen, daß Bullitt heute in einer Art offenen Konfliktes mit dem Weißen Haus und der amtlichen Washingtoner Außen­politik steht. Er hat sich' in den letzten Jahren mehrfalls als enfant terrible er­wiesen und ist in der Beurteilung außen­politischer Fragen oft genug aus der Reihe getanzt, wobei ihm sein sehr be­kannter Name dazu geholfen hat, solchen Stellungnahmen Gewicht zu geben, ob­wohl sie sozusagen von privater Seite stammen. Seine Auffassungen sind also alles andere als eine Interpretation der amtlichen Ansichten, eher das Gegenteil. Andererseits ist es bezeichnend, daß eine so weitverbreitete Zeitschrift wieLife ihn aufgenommen hat, obwohl seine anti­sowjetische Tendenz unverkennbar ist. In diesem Artikel legt Bullitt die allmäh­liche Unterminierung von ganz Europa durch den Bolschewismus im einzelnen dar. Der Aufsatz hat nun, wie die ge-, nannte Zeitschrift in einer späteren Num­mer mitteilt, zu einer Fülle von Protest­briefen aus linksradikalen Kreisen der USA geführt. Die Zahl der Briefe war so groß, daß der gesamte Raum der Spalte Briefe an die Schriftleitung dieser Frage zur Verfügung gestellt wurde. In* einem Vorwort weist die Zeitschrift die

meisten gegen Bullitt erhobenen Anschul­digungen als tendenziöse Entstellung zu­rück. Wie stark der Druck der kommu­nistischen Kreise, besonders in New York, aber war, zeigt sich dann darin, daß Life sich genötigt sah, eine ausführliche Erwiderung derPrawda abzudrucken.

Die kritischen Zuschriften- zum Bullitt- Artikel tragen bezeichnenderweise zum großen Teil die Unterschriften von Ju­den, zum Teil enthalten sie aber auch begeisterte Zustimmung. In letzteren wird besonders die Stelle in dem Bullitt-Artikel hervorgehoben, wo Roosevelt als großer Fehler vorgeworfen wird, daß er im Som­mer 1941 Stalin durch Hopkins weit­gehende Unterstützung anbot im übri­gen eine für die Beurteilung der Kriegs­schuldfrage sehr interessante Feststel­lung, ohne sich von diesem ein Ver­sprechen hinsichtlich der Unabhängigkeit der Staaten Europas geben zu lassen. Selbst wenn Roosevelt der Ansicht war, daß Stalin dieses Versprechen nicht halten würde, so hätte doch zu gegebener Zeit die krasse Darlegung dieses Treuebruches eine große Wirkung ausüben können. Das ist wenigstens die Ansicht Bullitts und offenbar auch sehr vieler anderer Ameri­kaner. Als sehr zeitgemäße Warnung wird ferner die Darstellung der sowjetischen Methode bezeichnet, von europäischen Län­dern zunächst nur die Bildung einerauf­richtig freundschaftlich demokratischen Regierung zn verlangen, d. h. einer schwa- chen oder einer Volksfrontregierung, die es den Kommunisten ermögliche, sich für die kommende oder zumindest anpestrebte Beherrschung Europas weitgehend zu or­ganisieren.

Wie gesagt es handelt sich hier um den Seitenhieb eines, politischen Außen­seiters, um mehr nicht. Das Echo freilich, das er in den USA selbst gefunden hat*, weist doch recht interessante Züge auf.

dabei geben. Ein Fluß wie der Rhein diene militärisch ebenso als Verteidi­gungszone wie eine stählerne Linie. Wenn die Alliierten vor dem Fluß ihre Menschen und ihr Material verbrauchen und hinter dem Rhein frische und starke deutsche Armeen bleiben, was kann dann schon geschehen? fragt der spanische Militärkritiker. ^

Schwerter verliehen

Berlin, 23. Nov. Der Führer verlieh das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes an Haupt­mann Josef Wurmheller, Gruppen­kommandeur in einem Jagdgeschwader, als 108. Soldaten der deutschen Wehr­macht. Er , hat die Verleihung nicht mehr erlebt, da er vor einigen Monaten nach seinem 102. Luftsieg den Heldentod starb.

Moskauer Druck erlegen

Drahtbericht unseres Vertreters

kl. Stockholm, 23. Nov. Über die Hinter­gründe der Regierungskrise in Tschung- king, die zu dem Rücktritt von acht Mini­stern führte, wird noch bekannt, daß Tschiangkaisthek dem ständigen Druck, der auf ihn aus Washington und Moskau aus­geübt wurde, erlegen ist. Der verab­schiedete Kriegsminister Hoyingchin und der Finanzminister Knng waren in Mos­kau besonders mißliebig. Hoyingchin wurde von den chinesischen Kommunisten als ihr erbitterster Gegner angesehen. Er wurde beschuldigt, bedeutende Trup­penmengen nicht in den Kampf gegen Japan geführt zu haben. Die aufgesparten Verbände hätten lediglich die Aufgabe, die kommunistische Armee zn überwachen und zu neutralisieren. Sein Nachfolger Cheng ist ein bedeutend jüngerer Mann und gilt als' gemäßigt. Dem zurückge­tretenen Finanzminister Kung wird die Schuld für die Inflation in die Schuhe geschoben.

Der Stärkeanfall Tschiangkaisdieks, der, in der Abreise Stillwells zum Ausdruck kam, scheint somit überwunden zu sein. Jedenfalls wird die Umbildung der Tschungking-Regierung in London so auf­gefaßt.

Einzelpreis 15 Rpf.

Was ist unmöglich?

Von

Oberbereichsleiter Karl KieckbuscK

Wie es . dazu gekommen war, habe ick nickt selbst miterlebt. Jedenfalls stritten zwei durchaus begabte Männer über das. Subjektive und das Objektive in der Poli­tik: Man müsse die gegenwärtige Kriegs­lage sehr kühl und sachlich beurteilen. Es könne uns nichts anderes helfen als Ob­jektivität, meinte der eine. Man müsse, fanatisch an den deutschen Sieg glauben, lautete der Standpunkt des anderen. Er verdammte die Objektivität als eine Vor­stufe der Feigheit und des Landesverrates. Sehr spitz fragte sein Gesprächspartner? Seit wann eine objektive Wahrheit als fei­ger Verrat angesehen werden könne? Das wäre doch mehr als unlogisch.

Mein Lieber, erhielt er zur Antwort, es geht hier nicht um die Logik, sondern aus­schließlich um den Charakter! Was inj Kriege eineobjektive Unmöglichkeit is% das kann in logischer Weise niemand be­urteilen. Man kennt immer nur das eigene Rüstungspotential, das des Gegners kann man doch nur schätzen. Was nützen außer­dem die Waffen, selbst wenn es eine über­legene Zahl von Panzern und Flugzeugen ist. Es kommt gleichzeitig auf die Kampf­moral der Soldaten an. Diese aber ent­zieht sich jeder logischen Berechnung. Der sogenannte objektive Standpunkt kann daher nur eine Scheinvernunft verkörpern. In Wirklichkeit tarnt sich hier ein feiger Charakter hinter dem Schleier einer Rech­nung, bei der man von vornherein bereif ist, die Chancen des Gegners höher ein­zuschätzen als die eigenen!

Dieser Antwort wich der Ob jektivisf aus und fragte, was denn nun der subjektive Glaube nütze. Nur dadurch, daß ich mir immer, wieder einrede,wir siegen, wir müssen siegen! dadurch könne man doch keinen Krieg gewinnen?

Es kommt auch nicht auf das Reden an, meinte der Subjektivist, sondern auf das Arbeiten und das Kämpfen! Es ist aber etwas anderes, wenn ich den Strapazen der Arbeit und den Opfern des Kampfes mit einer inneren Gläubigkeit oder voller Ver­zweiflung entgegentrete. Es kommt bei einem Gewehr nicht nur darauf an, wie schnell es technisch funktioniert und wie groß sein Kaliber ist, sondern es entscheid det auch, wie lange es schießt und wie genau es trifft. Die Ausdauer und Treff­sicherheit sind aber die subjektiven Seiten' des Kampfes. Ihre Potenz wird tun so höher sein, je fanatischer der Wille zum' Kampf und je unbeugsamer der Glaube an den Sieg ist. Das sei schon recht, vertei­digte sich der andere, dennoch führe kein Weg darum hemm: was unmöglich sei, das bleibe auch unmöglich. Es sei ein objektiver Unsinn der Rhetorik, in der Po­litik von einer Kunst des Unmöglichen zu reden. Auch in der Politik könne man nur mit Wasser kochen.

Richtig, wurde ihm darauf geantwortet, es gibt Dinge, die sind möglich, und es gibt Dinge, die sind unmöglich! Daran zweifle niemand. Es ist immer nur im Ein­zelfall strittig, was möglich und was un­möglich ist. Das kann man aber nicht durch Diskussionen und - Scheinberechnungen, sondern nur durch Ausdauer und durch! Taten entscheiden. Eine zweifelhafte und noch nicht entschiedene Schlacht zum Siege zn führen, das ist durch eine Reorgani­sation der Kräfte oder gar durch eine Um­rüstung auf völlig neue und technisch über­legene Waffen durchaus möglich. Unmög­lich wird das erst, wenn man aufhört, zu arbeiten und zu kämpfen. Eine Politik, die auch vor' den ärgsten Schwierigkeiten nicht kapituliert, die werde .schließlich zur Kunst deslünmöglichen, denn sie ver­wirkliche gerade durch ihre Ausdauer, Zä­higkeit und Wendigkeit noch viele von den Dingen, die die Herren der rechnerischen Objektivität längst aus dem Kreis ihrer

Deutsche hinter Stacheldraht

USA-Terror im Aachener GebietDeutsche Frauen zur Negerbedienung

Eigener Drahtbericht

rd. Köln, 23. Nov. Was die deutsche Zivilbevölkerung in dem von den Anglo- Amerikanern besetzten deutschen west­lichen Grenzstreifen zu erdulden hat, dafür liegt jetzt ein neues erschreckendes Bei­spiel vor. Der amerikanische Befehlshaber im Aachener Raum hat am Rande der alten Kaiserstadt ein riesiges Konzentrati­onslager errichtet. Bis jetzt sind aus den in der Umgebung von Aachen liegenden Ortschaften- 6000 deutsche Zivilisten, Män­ner, Frauen und Kinder, eingeliefert wor­den. Diese unmenschliche Maßnahme wird damit begründet, daß die amerikanischen Truppen die noch erhaltenen Häuser als Unterkunft für sich in Anspruch nehmen müßten.

In einem zweiten Lager, das als ver­schärftes Straflager errichtet wurde, be­finden sich mehrere hundert Insassen, die alsbesonders fanatische Nationalsozia­listen bezeichnet werden. Der Chef des großen amerikanischen Konzentrations­lagers ist Major Lancer, der Präsident der drei im Aachener Bezirk zur Aburteilung von Zivilisten geschaffenen Gerichtshöfe.

Zur Versorgung der Lagerinsassen mit Lebensmitteln wird nichts ans den Bestän­den der Alliierten geliefert. Die Lager­

verwaltung, zu der auch einige Juden ge­hören, verteilt nur Lebensmittel, die aus den von den Amerikanern erbeuteten deutschen Beständen stammen. Die Ra­tionen reichen natürlich nicht aus, müssen aber von den Verhafteten bezahlt werden.

Die nach der Besetzung Stolbergs in der Stadt verbliebene Zivilbevölkerung bat be­reits den ersten Anschauungsunterricht von anglo-amerikanischer Kultur und Menschlichkeit erhalten. In der Kirche yon Stolberg sind von den Besatzungstrnppen die Bänke zusammengeworfen worden, damit man Platz erhielt für die Unterstel­lung von Pferden.

Um die für den Nachschubverkehr der Anglo-Amerikaner wichtigen Straßen frei­zumachen, sind rücksichtslos Männer, Frauen und Kinder zu Aufräumungsarbei­ten gepreßt worden. Diese Zivilisten haben bereits erhebliche Verluste erlitten, da die zur Front führenden Straßen ständig un­ter deutschem Artilleriefeuer, liegen. Mit Vorliebe werden die deutschen Frauen bei den amerikanischen Einheiten zur Bedie­nung von Negern gezwungen, Dienstlei­stungen,_ die kein Engländer oder Ameri­kaner einer Frau seines Volkes zumuten würde. Die deutsche Bevölkerung wird eben von den neuen Machthabern als Freiwild behandelt. ge.