Ausgabe 
(23.11.1944) 311
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17.15: Bekannt« 30: Otto Dobrindt i: 19.30: Frontberichte. 3: 'Unterhaltung^); schlandsender: 17.15: jner, Klarmettentcn: Spohr. 18.30: Konsn .15; Klaviertrio ec:i 1 Reger. 21.00: ,C; spiel von Frans Wien).

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BremerMtuno

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Parieiamtlich® Tageszeitung

Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reichssiatthaliefs in Oldenburg und Bremen

Nummer 311 14. Jahrgang

Donnerstag, 23. November 1944

Einzelpreis 15 Rpf,

acht im Westen lobt weiter

Lothringen und Elsaß im Vordergrund Überragende Leistungen unserer Divisionen

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Von unserem milit. . W.-Mitarbeiter

. So merkwürdig es klingen mag: der operative Schwerpunkt einer Schlacht braucht keineswegs dort zu verharren, wo die Hauptkräfte anftreten. Wir haben eine ähnliche Erscheinung ip der Nor­mandie erlebt. Im östlichen Teile des Schlachtfeldes, böi Caen und in seinem Raume, kämpften eine kanadische, eine britische und Teile der 1. amerikanischen Armee, während im westlichen Schlacht­raum zunächst nur die Masse der 3. ame­rikanischen Armee auftrat. Erst mit dem Tage von Avranches wurde deutlich, daß dort, wo die kleinere Streitmacht ge- . kämpft hatte, der vom Gegner in Aus­sicht genommene. operative Schwerpunkt gelegen hatte. An der Aachener Front nun ist der Feind mit nicht weniger als ' drei Armeen gebunden, in Lothringen da- gegen kämpfen nur zwei Armeen, an der Burgundischen Pforte und im Oberelsnß nur eine Armee. Und doch kommt den - Kampfräumen in Lothringen und Ober­elsaß eine Bedeutung zu, die ihre tak­tische Rolle überschreitet upd in das Operative übergreift. Ein ursprünglich gewählter Schwerpunkt braucht keines­wegs immer dort liegenzubleiben, wo er einmal errichtet wurde. Er tritt auch nicht automatisch dort auf, wo die Masse der Kräfte steht.

Darum drängt sich das lothringische Schlachtfeld zur Zeit Stark in den Vorder­grund. Das gilt vor allem für seinen süd­lichen Teil, für den Raum , zwischen Rhein-Marne-Kanal und den mittleren Vogesen, weil sich der amerikanische Gegner, zur Zeit bemüht, sich hier den drit­ten Schwerpunkt der Lothringer Schlacht seit ihrem Beginn am 8. November auf- znbauen. um mit seiner Hilfe entweder den Stoß in den Südosten düs Saar­gebietes oder gegen das Loch von Zabern führen zu können. In diesem Abschnitt Rat der Feind zunächst den Rhein-Marne- Kanal und die Weiße Saar überschreiten wollen, wurde pber zurückgeworfen. In­zwischen hat der Gegner seine Angriffe wiederholt und ist bis Saarbnrg vorge- drungeri, wo heftige Straßenkämpfe statt­finden. Eine Berücksichtigung und Be­achtung des feindlichen Einbruchsraumes südlich des Rhein-Marne-Kanals veranlaßt eine neue ^Absetzbewegung zwischen Bla­mont und St. Die auf die Mittelvogesen.

Diese Südoperatiön auf dem lothringi­schen Schlachtfelde gewinnt zusätzliche Bedeutung durch die Tätigkeit der 1. fran­zösischen Armee sowohl im Raume von Beifort wie auch nach Einbruch in das Oberelsaß im allgemeinen Abschnitt Mülhansen. Wenn der - General Bet- houart mit der Masse seiner Kräfte unter Ausnutzung der Kämpfe von Bei­fort den Stoß in das Elsaß unternahm, so leitete ihn dabei der Gedanke, im Rücken unserer Vogesenverteidigung nach Norden zu marschieren und damit diese Gebirgsstellung zu umfassen, doch hat Bethourt zu diesem Zweck nur wenige Divisionen, angesetzt. Das führt zu der Folgerung, er erwartete diesen über­raschenden Erfolg des Einbruchs keines­wegs und ist selbst erstaunt über die Raumfortschritte seiner Divisionen, die, sich hart nördlich der Schweizer Grenze pegen den Rhein vorschoben, nach Nor­den einschwenkten und mit ihren Pan­zerspitzen im Abschnitt Mülhausen zum Kampf gestalt wurden.

Die deutsche Führung kann diesen Ein­bruch in das Elsaß wegen der dadurch entstehenden 1 Rückengefährdung der Vo- gesenfront nicht unbeantwortet lassen. Scharfe Gegenmaßnahmen sind notwen­dig, die allerdings erleichtert werden, 'veil der Feind nur mit verhältnismäßig beschränkten Kräften im Elsaß steht und die Masse seiner französischen Armee im Kampf um Beifort gefesselt ist, wo ihr Stoß im Weichbild der Stadt aufgefangen Wurde. Erste Gegenstöße gegen den elsäs- sischen Einbruch erfolgten bei Altkirch. Veitere sind mit operativer Wirkung im Gange, um den Einbruch unwirksam zu machen. Schon sind die rückwärtigen Ver­bindungen des Gegners westlich Basel unterbrochen.

Men feindlichen Fortschritten im Ab­schnitt des Rhein-Marne-Kanals und im Elsaß stehen auf der anderen Seite Mo­mente gegenüber, die dem Gegner nicht mehr einbringen als zusätzliche Belastun­gen und Sorgen. Zunächst hat sich der Gesmer im Norden und in der Mitte der Lothringer Schlacht infolge Schwächung seiner Angriffskraft erheblich zurück- balten müssen. Das wurde von unseren Truppen zur Stärkung der Abwehrfront zwischen Luxemburg und dem Rhein- Marne-Kanal ausgenutzt. Hier haben Ge­genangriffe bei Busendorf und bei Mör- chingen, wo sie schon vor einigen Tagen erfolgten, die Lage dahin geklärt, daß der Gegner von offensiven Maßnahmen abge­sehen hat. Im Metzer Abschnitt sind er- gchlithe Kräfte der 3. USA-Armee dünn Straßenkämpfe und durch Angriffe gegen Terteidigte Werke in Anspruch genom- men und gefesselt. Einen gleichen Einfluß

Dort, wo Eisenhower die Masse seiner Offensivstreitkräfte angesetzt hat und wo wir eine Abnutzungssdilacht schlagen, die übrigens auch der Feind beabsichtigt, wenn er schon nicht zum Durchbruch gelangt, kommt der Gegner entweder nur schritt­weise vouwärts oder überhaupt nicht. Ob­wohl er seine schweren Artilleriebombarde­ments aufrechterhält und immer wieder frische Panzerreserven in die Schlacht führt, kommt er nicht.entscheidenden, Erfolgen. Durch unsere Stellungssysteme vermag er sich nicht dufchzubeißen, obwohl Hunderte, von Batterien pausenlose Bom­bardements unterhalten und auch die Masse der feindlichen Luftflotten ständig über diesem Schlachtfeld eingesetzt sind, sofern das Wetter ihr Auftreten überhaupt gestattet. Jülich, Eschweiler und Düren bleiben dem Gegner versperrt. Die feind­

lichen Raumfortschritte beschränken sich in den letzten Tagen auf Geländepunkte zwi­schen Geilenkirchen und Eschweiler und in den Waldungen von Hürtgen. Auch die britischen Angriffe westlich der Maas sind nicht anders verlaufen als die amerikani­schen Offensivunternehmen.

Es muß dabei immer wieder unter­strichen werden, daß unsere Divisionen in der schwersten Schlacht, die jemals im Westen getobt hat, auf offensive Gegen­stöße nicht verzichten, sondern diese immer wieder ansetzen, was allein schon für die starke Kräfteversammlung spricht, die wir auf diesem Schlachtfeld konzen­trieren konnten. Im allgemeinen wird die Schlacht um Aachen auf der Stelle geschla­gen. Der Feind hatte das nicht gewollt; er wollte den Durchbruch. Da er ihm bisher verwehrt wurde,' blieb ihm nichts anderes

übrig, als den Kampf gleichfalls als Ge­legenheit zur Abnutzung der deutschen Kräfte fortzusetzen. Allerdings wird sich am Ende der Schlacht zeigen, ob der Wille zur Abnutzung beim Gegner genügte, sich selbst vor deren Wirkung zu bewahren.

Ein endgültiges Urteil über die , große Schlacht zwischen Maas und Schweizer Grenze verbietet jedoch allein- schon die Tatsache ihrer Fortdauer, ihrer unge­hemmten Heftigkeit und des vorläufigen Ausbleibens jeder Abschwächung oder gar des Stillstandes. Was die deutschen Di­visionen des Westhperes- bisher in der Ab­wehr des feindlichen Generalangriffes ge­leistet haben, erlaubt jedoch schon heute die Feststellung: Die Westfront hat eine Kräftigung erfahren, die noch vor wenigen Wochen als unerreichbar angesehen wurde.

Eisesihower worat vor Uoberschcüzoitg

Ueberraschungserfolg im oberen Elsaß Keine Erfolge an der Hauptkampffront bei Aachen

Drahtbericbt unseres Vertreters

sch. Lissabon, 22. Nov. Der Über- raschungserfolg französischer und ameri­kanischer Teilstreitkräfte im oberen Elsaß wird natürlich heute von der ame­rikanischen und englischen Presse stark herausgestellt und soll den deprimieren­den Eindruck, den der Mißerfolg der alli­ierten Hauptoffensive im Raume von Aachen gemacht hat, einigermaßen ver­wischen. Man berauscht sich an den Er­folgen rasch vorgestoßener Streitkräfte, meldet aber gleichzeitig, daß die Deut­schen unterdessen starke Panzer- und In­fanterieeinheiten in den Kampf geworfen hätten und zu heftigen Gegenangriffen übergegangen seien. Auch in dem nach Norden anschließenden Frontabschnitt der 3. amerikanischen Armee sind nach Eisen- howers Bericht die amerikanischen Trup­pen jetzt auf schwerste deutsche Hinder­nisse und Panzergräben gestoßen.

General Eisenhower warnte gestern in einer Pressekonferenz ausdrücklich da­vor, die Vorgänge im oberen Elsaß zu überschätzen, da dieser, Kriegsschauplatz von keiner entscheidenden Bedeutung sei. Eisenhower suchte demgegenüber das In­teresse der amerikanischen und englischen Öffentlichkeit ausschließlich auf die Kämpfe bei Aachen und Metz zu konzen­trieren. Leider habe er bisher keinerlei Anzeichen dafür feststellen können, daß die Deutschen an Rückzug dächten. Auch könne von keinerlei Verschlechterung des deutschen . Widerstandsgeistes die Rede sein.Wenn wir gewinnen wollen, müs­sen wir nach wie vor kämpfen wie die Teufel, schloß der General seine Aus­führungen.

Obwohl Eisenhower auch am Dienstag seine Truppenwie die Teufel kämpfen ließ, um seine eigenen Worte zu gebrau­chen, kann sein Hauptquartier keinerlei wesentliche Veränderung der Lage berich­ten. Es sei zwar abermals Geländegewinn nördlich und südlich der großen Straße von Aachen nach Köln erzielt worden, aber diese Geländegewinne könnten nach Metern berechnet werden. Man muß zu­

geben, daß der deutsche Widerstand nicht geringer, sondern stärker geworden sei. Auch die über der Kamffront eingesetzte amerikanische Luftwaffe sei auf stärke­ren Widerstand gestoßen. Besonders ver­lustreich seien die Kämpfe in dem waldi­gen Gebiete ringsum und' nördlich von Geilenkirchen, wo die Truppen der 2. bri­tischen Armee auf eine dermodernsten Verteidigungssysteme Europas gestoßen seien.

Um jeden Zoll Bodens

Lissabon, 22. Nov. Die Deutschen kämpfen wütend um jeden Zoll Bodens, meldet der Kriegskorrespondent des

lenkirclien bis znm äußersten mit jedem zur Verfügung stehenden Mann und jeder Waffe. Es sei ein langsamer und harter Kampf, der über offenes Land führt, das übersät ist mit Ein-Mann-Bunkern und und feuernden Schützengräben. Es gehe durch von Granaten zerrissene Dörfer und Städte, wo jedes zerstörte Hans der Stützpunkt eines Scharfschützen ist. An­dere Häuser, die geräumt sind, seien mit Minen und Fallen besät. Der amerikani­sche Soldat berechne die Entfernungen auf deutschem Boden nicht nach den Maß­stäben der Landkarte.' Sein Gesichtskreis reiche höchstens bis zum nächsten Ein- Mann-Bunker oder bis zum Ende einer nit Trümmern besäten Straße. Er wate im News Chronicleh bei der ,9.- USA-Armee,, Morast, und die Kälte kralle sich unbarm- Sie kämpften zwischen Aachen und Gei- herzig in ihm fest.

Churchill stärkt seine Hausmacht

Durch Aufnahme des Schwiegersohns in das Kabinett

Drahtbericht unseres Vertreters sch. Lissabon, 22. Nov. Die englische Presse steht heute ganz im Zeichen der von Churchill bekanntgqgebenen Neu­ernennungen im Rahmen seiner Regie­rung. Das meiste. Aufsehen erregt selbst­verständlich der jugendliche neue Minister für öffentliche Arbeiten, ^Duncan 'San­dys, denn Duncpn Sandys ist der Schwie­gersohn Winston Churchills. Der Premier­minister hat damit seineHausmacht auf innerpolitischem Gebiet neu verstärkt. Das Ministerium für öffentliche Arbeiten ist angesichts der gigantischen Wohnungs­bauprobleme der Nachkriegszeit von ganz besonderer Bedeutung, und Churchill wollte offensichtlich es inunbedingt zu­verlässigen Händen wissen. Düncan San­dys, der in der Öffentlichkeit infolge sei­nes oft arrogahten und snobistischen Auf­tretens wenig beliebt ist, hat als Gatte einer Tochter Churchills noch rascher Kar- i riere gemacht als gewöhnlich schon ein (Mitglied der englischen Oberschicht. Er

Fiasko von Roosevelts Frankreich-Politik

Verlorenes Spiel an Moskau

Drahtbericht unseres Vertreters

kl. Stockholm, 22. Nov. Die Entwick­lung in Frankreich beunruhigt die poli­tischen Kreise Washingtons immer mehr. Man hat das Gefühl, daß sich Frankreich politisch nicht nur von Großbritannien, sondern auch von den USA zu emanzi­pieren beginnt und den Versuch macht, seine eigenen , Wege zu gehen. Die Mel­dung von der Moskanreise de Gaulles ist in Washington mit Staunen aufgenom- meri worden; man hatte sich befeits allzu sehr an den Gedanken gewöhnt, daß Frankreich eine politische und wirtschaft­liche Kolonie der USA sei, und stellt nun ärgerlich fest, daß die Washingtoner Rech­nung falsch war. Man spricht nunmehr offen von Roosevelts fehldirigierter Frankreichpolitik und glaubt auch, den passenden Sündenbock gefunden zu ha­ben. Er heißt Robert Murphy. Murphy war der Experte Roosevelts für französische Fragen; er war es, der Roosevelt riet, das de-Gaulle-Regime nicht anzuerken­nen, und Roosevelt blieb auch dann noch fest, als die Briten sich längst für die Anerkennung ausgesprochen hatten. Mur­phy war es auch, der fn London offen er­klärte, daß die USA ihre in Französisch- Nordafrika errichteten Militärbasen nie- mals räumen würden, daß sie im Gegen- teil auch Basen in Frankreich als not­wendig erachteten.

- Mitte Oktober traf Caffery als dinloma- tischer Vertreter der USA in Paris ein. Sein Beglaubigungsschreiben war jedoch de Gaulle, sondern an Außen-

iT geiesseit. runen""ö, nicht an de Gaulle, sondern an Aunen-

taben auch die Kämpfe mu Beifort, wen . Bidanlt gerichtet. Dies wurde m

£ le m . e}lr französische Kräfte bto /L en ® p j a j s Beleidigung empfunden. Nur gern französischen Armeefuhrer im Blick ^ Woche später erfolgte die Schwen- seine elsässischen Operationen heb | knng dßI Washingtoner Frankreichpolitik

mit der Anerkennung des de-Gäulle-Re- gimes. Die Geste von Washington kam so spät, daß sie keinerlei Wirkung mehr in Paris auslöste. Psychologisch hatte Roose­velt das Spiel in Frankreich bereits ver­loren.

'Roosevelt steht heute vor dem Scheitern seiner Frankreichpolitik. Seine Berech­nungen, daß sich das in Frankreich ver­gossene . Blut amerikanischer Soldaten reichlich bezahlt machen werde, sind falsch. Die Früchte der Invasion vom 6. Juni d. J. wird nicht Wallstreet ernten, sondern Moskau. Frankreich liefert das eindrucksvollste Beispiel dafür, wie sehr sich die ganze Politik Roosevelts festge­fahren hat. Der von Roosevelt gewollte Krieg kostete die USA bisher die runde Summe von 280 Milliarden Dollars, und jeder Monat, um den sich der Krie^ ver­längert, kostet weitere 7,5 Milliarden Dol­lars. Daß sich die in das Kriegsunter­nehmen investierten Riesensummen je­mals amortisieren werden, ist ausge­schlossen. Die USA-Soldaten, die in Europa kämpfen, besorgen längst nicht mehr das Geschäft der Wallstreet, sondern sie kämpfen als Schrittmacher für eine Macht, die bis vor drei Jahren in den USA nbch verfehmt war. Diese Macht hat ihren Sitz in Moskau.

Wproschilow abgesagt

Stockholm, 22. Nor. Wie Reuter aus Moskau meldet, wurde dort amtlich be­kanntgegeben, daß Armeegeneral Nikolai Bulgarnin zum Mitglied desStaat

Aufgaben als Mitglied des Komitees ent­hoben wurde, ernannt yrorden ist

wurde 194-5 parlamentarischer' Sekretär des Versorgungsministeriums. Im Jahre 1944 mächte ihn sein Schwiegervater zum Vorsitzenden des Ausschusses zur Bekämp­fung von V 1. Hier hat er keine besonde­ren Lorbeeren ernten können, fiel aber trotzdem die Treppe hinauf und wurde der Nachfolger des bisherigen Ministers für öffentliche Arbeiten, Lord Portal, den Churchill unter sanftem Druck zum Rück­tritt zwang.

Welch große Bedeutung man in London der Verteidigung des britischen Empires gegen" die Anstürme amerikanischer Kon­kurrenz beimißt, zeigt die rasche Ernen­nung des konservativen Abgeordneten Sir Edward Grigg zum Nachfolger des ermor­deten Lord Moyne als Ministerresident im Mittleren Osten. Gleichzeitig wurde der konservative Abgeordnete Harold Balfour zum Nachfolger Lord Swintons als Mini­sterresident von Westafrika ernannt. Beide Posten haben im Augenblick r -den Zu­sammenhalt des Empires ganz besondere Bedeutung.

Am bedeutungsvollsten unter den Neu­ernennungen ist die Bestellung von San­dys Churchills Schwiegersohn zum Minister für allgemeine Arbeiten. Ihm wurde eine bedeutsame Aufgabe anfyebür- det, nämlich die Sorge um die Wieder­instandsetzung aller in London und Süd­england durch V 1 und V 2 beschädigten Gebäude. Diese Aufgabe muß schnell und mit neuen Mitteln gelöst werden, da sonst insbesondere für London eine Katastrophe droht.

! Auf den Kopf geslelli

Von

Hans Wendt, Stockholm

Dieser Krieg hat bei unseren Gegnern, bei denen nicht umsonst traditionelle Heuchelei, Rabulistik und bolschewistische Tarnkünste einen Bund fürs Leben ein­gingen, Rekorde an -Zynismus und Ver­drehungen zuwege gebracht, vor denen eine später^ Zeit mit einigem Kopfschüt­teln stehen' wird. Aus Deutschlands Streben zur Verwirklichung .seines Rech­tes auf Selbstbestimmung und Sicherung seiner Grenzen, aus der deutschen Ant­wort auf die Abrüstungs- und Revisions- Sabotage der anderen und der friedlichen Einigung und sozialen Höherentwicklung aller Deutschen wurde bereits vor 1939 durch infame Unterstellung eindreister Griff nach r der Weltherrschaft gemacht. Der wirkliche Imperialismus jener Mächte, die diesen Charakter um so weniger leug­nen konnten, als sie Rfesenreiche bereits besitzen und zur Durchsetzung neuer un­gerechtfertigter Machtansprüche immer offener Einkreisungs- und Kriegsvorbe­reitung betrieben, gebärdete sich als pure Uneigennützigkeit zugunsten kleiner Völ­ker. England wählte als Mittel zum Krieg die berüchtigte Polengarantie, die es seit­her unaufhörlich gebrochen hat. Roosevelt inszenierte unter dem Anschein unbeding­ter Kriegsfeindlichkeit den jüdischen Weltkrieg im großen. Selbst eine schwe­dische Darstellung sagt über seine Metho­dik, die einen Macchiavelli hätte erblei­chen lassen:Als er das amerikanische Volk mit in den Krieg treiben wollte, begann er mit einer Neutralitätsgesetz­gebung, die. sich das Aussehen gab, als sollte sie jedes amerikanische Eingreifen in europäische Angelegenheiten verhin­dern. Und als er dann die Neutralitäts­gesetze umgehen wollte, geschah das mit Hilfe reiner Sophismen und Auslegungs­künste, indem er die Hilfe an China und England als Leih- und Pachtsystem be­titelt wurde. »

Und doch, die beiden Plutokratien sind selbst auf diesem ihrem ureigensten Ge­biet von dem sowjetischen Verbündeten bei weitem überflügelt worden. Wenn man heute feststellt, wieneutrale schwedische Zeitungen fließend die Mos­kauer Agitationsthesen vomfriedlichen Aufbau der Sowjetunion wiedergeben, der ausgerechnet kurz vor dem Reifen der ersten Früchte durch Deutschland rauh gestört worden sei', so möchte man soviel Frechheit fast bewundern. Natürlich, so war es ganz genau: nur, um eines Tages die Völker der Sowjetunion mit einem wundersamen Lebensstandard zu be­glücken, hatten die bolschewistischen Machthaber vorher diese Völker liqui­diert und mit'beispiellosen Leiden ihrer Opfer die furchtbarste Angriffsmaschine der Welt geschmiedet, und dann kam Deutschland und störte taktlos das edle Werk der großen Menschenliebe ...

Nach genau den gleichen, im Grunde äußerst ,-rimitiven Praktiken wird gegen­wärtig bereits ein neuer, weit ausholen- der Großschlager der feindlichen Agita­tion betrieben: Nachdem es sich herum­gesprochen hat, daß im Falle eines Sieges der Europafeinde ein dritter Weltkrieg unvermeidlich sein würde, nämlich zwi­schen den Großräubern selbst, haben sie jetzt die Parole ausgegeben: In der Tat, es sei wohl leider ein weiterer Weltkrieg befürchten, aber durch Schuld der Deutschen, die'diesen Krieg schon heute vorbereiteten. Nichts ist so idiotisph, als daß es nicht seine Verfechter und sein Publikum fände.Alles auf den Kopf ge­stellt heißt die oberste Maxime unserer Feinde.

Ganz besondere Leistungen hat auf die­sem Gebiet der Bolschewismus zu ver­zeichnen, und wenn dieser Tage eine eng­lische Zeitung sagte, die Kommunisten von heute zeichneten sich durch einen geradezu religiösen Glauben an absolute Grundsatzlosigkeit aus, so war das aus- namsweise richtig beobachtet. Die Herr-

Bolschewisfische Lawine über Frankreich

Sowjetherrschaft inTouloüse Massenverhaftungen und Hinrichtungen

Drah'bericht unseres Vertreters

tt. Genf, 22. Nov. Aus Berichten der Schweizer Presse ist zu entnehmen, daß die bolschewistische Lawine noch, immer unaufhaltsam über Frankreich rollt und noch keine Ansatzpunkte für de Gaulle sichtbar sind, wie er seiner bolschewisti­schen Widersacher Herr werden will. Als Zentrum der bolschewistischen Herrschaft hat sich die Stadt Toulouse einen traurigen Namen gemacht.Tribüne de Geneve meldet, daß Toulouse vollständig in den Händen der Kommunisten sei. Im Stadt­haus habe sich ein Sowjet niedergelassfen, der die bolschewistischen Maßnahmen in der Praxis durchführe. Besonders ausgie­big sind die Verhaftungen der Nicht- bolschewisten, mit denen die beiden Staats­gefängnisse schon so sehr überfüllt sind, daßprivate Kerker eingerichtet werden mußten, um die Unzahl der Verhafteten unterzubringen. Die Bolschewisten rühmeD sich offen, daß in Toulouse seitherBe-, freiung die meisten Hinrichtungen statt­gefunden hätten.

liehen Verteidigungsuusschusses an Stelle, f Alle Bemühungen de Gaulles, diesen von Marschall Woroschilow, der seiner ^Verhältnissen zu steuern und die Macht in

^Toulouse wieder in die, Hand zu bekonv men, sind bisher gescheitert, ebenso wie

überhaupt die Radikalisierung des öffent­lichen und privaten Lebens immer mehr überhand nimmt, ohne daß es de Gaulle gelungen wäre, die Kontrolle darüber zu gewinnen. Die Abgesandten de Gaulles und die von ihm eingesetzten Beamten stehen dem Wüten der Bolschewisten ohn­mächtig gegenüber.

Myihos

dss kämpfenden Deutschen

ep. Madrid, 22. Nov. Der Verlauf der Kämpfe an der Westfront ist für den Mili­tärkritiker der Madrider ZeitungInfor- maciones ein Symptom dafür, daß der Krieg noch . einen ganzen Zyklus von Überraschungen bringen werde. Eisen- hower müsse eingestehen, daß auch nicht die schwächsten Anzeichen für ein Nach­lassen der deutschen Kriegsmoral erkenn­bar seien. Der Mythos des Materials müsse vor dem ewigen Mythos des Men­schen weichen. Die militärischen Werte seien nirgends überzeugender und krafU, voller vorhanden als bei den deutschen* Soldaten. Diese Werte könne man nicht Jkaufen und yerkaufen und ebensowenig fabrizieren.

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