Ausgabe 
(20.11.1944) 308
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heule und mol)«

8. November : Unterhaltung a|j id Abschied“, Sö»| Worten Goethes? is Zeitspiegels, s! ernaufführung Jfcjj'i andsender: 17,15: d a. 18.00: „VivakW sehen Hausmusik M .00: „All dies istfej länge.

November 00: Was sich SoMttS bliche Musik deuisi oll von Anton Brach«! Leitung Wilhelm fitj die das Herz erfreu 1.40: „Tosca“ v. tel ind Greisengesang, Isj , 21.00: Gluck, Dvoru

Er scheint 6mal wöchentlich

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BremerMtunn

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Parteiamtliche Tageszeitung

Pas Amtsblatt des Begierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsbkdt des Reichssiatthaliers in Oldenburg und Bremen

Nummer 308 14. Jahrgang

Montag, 20. November 1044

Einzelpreis 15 Rpf.

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Unerschütterte Abwehrfronl

Feindliche Geständnisse über Zeitnot — Wachsende Enttäuschung auf der Gegenseite

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prahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

p r . W. Sch. Berlin, 19. Nov. Stärkere englische Angriffe in Südostholland und T or dem Brückenkopf Roermond, uner- s 4 ,- terlicher Widerstand unserer Front in aer neuen Schlacht bei Aachen, härte Kämpfe mit den auf breiter Front in Lothringen vorgehenden Amerikanern, an- „rfifencie nordamerikanische Regimenter znisien dem Rhein-Marne-Känal und Badonviller und stärkere feindliche An­griffe im weiteren Raum der Burgundi- sien Pforte. Die feindliche Großoffen­sive hat demnach mit wenigen Aussparun­gen die Westfront in ihrer ganzen Aus­dehnung erfaßt, und es muß damit ge­rechnet werden, daß in der nächsten Sdilachtphase noch weitere Verbände ein­gesetzt werden als zur Zeit und daß die bisher noch ausgesparten Frontabschnitte ebenfalls in die in der Entwicklung be­griffene anglo-amerikanische Großoffen­sive Eisenhowers einbezogen werden.

Die Erfolge des deutschen Widerstandes gegenüber dem ersten feindlichen An­sturm, der die Grofioffensive einleiten soll, bestärken uns in der Zuversicht, daß unsere militärische Führung und die über­legene Kampfkraft unserer Soldaten die ihr jetzt wieder gestellte schwere Auf­gabe meistern werden, von der wir im voraus wußten, daß sie uns gestellt wer­den würde. „Am dritten Tage der Schlacht hei Aachen hielt unsere Front unerschüt­tert dem feindlichen Ansturm stand“. Das ■ist gewiß im Hinblick auf das, was der Feind an zahlen- und materialmäfiiger Übermacht einzusetzen vermag, eine große Sache. Gewiß hat der Gegner in diesen Taeen auch mit besonderen Schwierig­keiten zu kämpfen, die durch das schlechte Wetter verursacht werden. Dem angrei­fenden Feind schlägt der Hagel ins Ge­sicht, ’uno WoIRüftV - IVübCff ltegAi und" Schneetreiben behindern den vollen Ein­satz der Panzer und Luftwaffe. Aber darüber ist sich wohl Eisenhower selbst von vornherein klar gewesen, daß er eegen Ende November immer mit solchen Wetterschwierigkeiten rechnen muß.

ln einem Leitartikel des „Manchester Guardian“ wird ausdrücklich festgestellt, dal! zu dieser Jahreszeit das Wetter kaum jemals günstig sei. Der nasse Boden stelle immer ein ernstliches Hindernis dar, und liegen und Schlamm kämen den Deutschen zu Hilfe und behinderten die Schwung­kraft des Angreifers. Schlechtes Wetter könne auch den vollen Einsatz der Luft­überlegenheit begrenzen. Wenn trotzdem tisenhower jetzt eine Generaloffensive einleiten wollte, so bestätigt eine solche englische Darstellung eindrucksvoll unsere Auffassung, daß hinter diesem Versuch ein starker politischer und militärischer Druck wirksam ist. „Viele Dinge“, so keßt es dm „Manchester Guardian“, for­dern gebieterisch die Erzwingung eines baldigen Endes. Es ist außerdem nicht klug, Deutschland bei der Herstellung seiner neuen Waffen Zeit zu lassen.“

Auch wenn die Amerikaner zur Zeit nodi in Lothringen auf breiter Front vor- Sehen, so kann auch hier, wo der Angriff schon zehn Tage lang dauert, festgestellt ''erden, daß der Durchbrüchsplan bisher Sesdieitert ist. Die feindliche Berichterstat- ■ung muß das seufzend zugeben und gleichzeitig bekennen, daß der bisher zu '»zeichnende Mißerfolg nicht nur mit den Wetterverhältnissen erklärt werden könne, sondern vor allem in der erstaun­lichen Widerstandskraft der deutschen Soldaten seine Ursache finde.“ Es ‘sind •bellt allein die schlechten Verbindungs- ' v ’ e oe“, so erklärt „Time and Tide“, „die den Alliierten das Vorankommen so er­schweren, vielmehr hat der Feind sich seit September in einem verblüffenden Maße erholt, was die alliierten Truppen immer ™ehr zu spüren bekommen. Diese Wieder- äufrichtung der Deutschen wirkt beinahe Mystisch. Ihr Widerstand ist zäher denn Je, und ihr Kampfgeist so, als habü es •"emals den ereignisreichen August 1944

gegeben.“

Diese Entwicklung findet natürlich auf . r anderen Seite ihren Niederschlag in emer wachsenden Enttäuschung. Man wauche heute, so erklärt die englische "ochensehrift „Sphere“, nicht viel Zeit, * n j> die Enttäuschung der Londoner ,zu •kennen. Fast alle hätten geglaubt, der Tle S gehe noch in diesem Jahre zu Ende, ii i d® s sen erlebten sie ihren sechsten I j härtesten Kriegswinter. Eines sei Jedenfalls kla. r: Das „himmelhochjauch-

end zu Tode betrübt“, eine Stimmung, w die Menschen infolge der vielen und J? 1 "idersprechenden Prophezeiungen . er den Krieg verfielen, könne inmitten r, ne s totalen Krieges nur die schlimmsten 0 gen haben, zumindest erlahme die »1 T*r Widerstandskraft. Dazu komme vsn. 1 ^hmmste Enttäuschung für die Be- , j ruil g in London und Südengland der W»- ttue I' nc i e Beschuß mit V 1 und JF

des K ^ eu ^ e die Frage nach dem Ende Uni. _ n ®g e s gestellt werde, so könne man Op---- . w °rten. daß sich bisher ' aller

J’J'mismns als unbegründet erwiesen e : daß die deutschen Vergeltungsxvaf-

r j p Mengen auch auf Holland, Belgien dt t yivD re * c: h niedergehen könnten; daß Jicssturm eine riesige Unterstützung

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der deutschen Truppen bedeute und daß Deutschland über die bis jetzt eingesetz­ten Vergeltungswaffen hinaus vielleicht noch wirksamere Waffen einsetzen könne. Wenn man dazu die Klagen von ameri­kanischen Frontkorrespondenten nimmt, daß es Für amerikanische Verhältnisse auf die Dauer unerträglich sei, was den Sol­daten seit der Invasion zugemutet werde und daß diese heute schon müde seien, so kann man die Feststellungen des „Man­chester Guardian“ schon verstehen, daß man nur. wegen der Dringlichkeit der Rufe, die aus dem Drängen der Zeit stammten, das Wagnis einer Großoffen­sive im Westen ohne entscheidende Vor­bereitungen nach Beseitigung der Nach­schubschwierigkeiten und trotz der un­günstigen Wettermöglichkeiten .auf sich genommen hahe.

Die andere Möglichkeit muß natürlich auch in Betracht gezogen werden, daß Sta­lin wieder einmal befohlen hat, daß die Anglo-Amerikaner die Aufgabe durchzu­führen haben, möglichst viele deutsche Kräfte im Westen zu binden, um den Bolschewiken eine neue Offensive zu er­

leichtern, für die sid offenbar ihre Vor­bereitungen als abgeschlossen ansehen. Aber auch für diesen Fall haben wir die Zuversicht, daß .der Gegner im Osten ebenso wie derjenige im Westen die „my­stische Kraft“ der deutschen Wiederauf- richtnng höchst wirksam an sich verspüren wird.

Durchbruch nirgends gelungen

Drahtbericht unseres Vertreters

sch. , Lissabon, 19.' Nov. „Bei fürchter­lichem WAtter, in Regen, Schnee, Hagel und Sturm hat sich die größte Schlacht des bisherigen Feldzuges in Westeuropa ent­wickelt“, heißt es in einem amerikanischen Funkbericht über ■ die große Offensive General Eisenhowers. Im Hauptquartier Eisenhowers gibt man zu, daß ein Durch­bruch nirgends gelungen ist.“ Der Kampf an der Front der 1. und 9. amerikanischen Armee waren erbittert", heißt es in einem Londoner Uberseebericht.“ „Die deutschen antworten auf unseren, Druck mit äußer­ster Stärke. Ihre Verteidigungszone ist überaus tief, und sie wehren sich mit der

größten Entschlossenheit.“ Auch andere Korrespondenten stellen geradezu erschüt­tert fest, wie rasch sich die deutschen Sol­daten von den „furchtbaren Schlägen der britisch-amerikanischen Luftwaffe“ er­holen. Ein amerikanischer Berichterstatter erklärt, es seien offensichtlich lediglich besonders ausgewählte Elitetruppen, die den Englänedrn und Amerikanern 'ost­wärts Aachen gegenüberständen. Sehr ent­täuscht ist man im Hauptquartier Eisen­howers auch über die mangelnden Ergeb­nisse der Bombardierung der deutschen rückwärtigen Verbindungen im links- und rechtsrheinischen Gebiet. Es feei unfafilich, daß es den Deutschen trotz aller Schwie­rigkeiten, die durch dieses Bombardepieut hervorgerufen würden, immer wieder, ge­lungen sei, xlie Verkehrslage zu meistern. Die Angriffe der Sturzkampfbomber auf Eisenbahnzüge und Eisenbahnanlagen haben in den letzten Wochen das deutsche Transportsystem im Rücken der Front auf das äußerste beansprucht, und trotzdem sei es nicht gelungen, die Verbindungen .völlig zu zersdilagen und die deutschen 1 Truppen zu isolieren.

Dramatische Zuspitzung der Lage in Belgien

Regierung Pierlot gibt den kommunistischen Drohungen nach — Demonstrationsverbot aufgehoben

Drahtbericllt unseres Vertreters

tt. Genf, 19. Nov. Die Lage in Belgien hat in den letzten 24 Stunden durch die Ankündigung weiterer Demonstrationen der SJG.-Widerstandsbewegung eine neue Verschärfung erfahren, wenn sie in ihren Auswirkungen auch nach wie vor unge­klärt bleibt. Uber den Brüsseler Rund­funk, hat jiie Regierung Pierlot bekannt­geben müssen, daiU dfe Vefsammlungen und Kundgebungen abgehalten werden dürfen, daß die Verantwortung dafür le­diglich den Bürgermeistern aufgehalst wird. Diese können also sehen, wie sie mit den widerspenstigen Partisanen, fertig werden wollen. Der Brüsseler Polizeichef ist seines Amtes enthoben worden, weil es ihm nicht gelungen war, die bekannten Kundgebungen am Donnerstag, die die Verschärfung der Krise herberführten, zu unterbinden. Pierlot scheint weiter ent­schlossen zu sein, gegen diejenigen Par­tisanen, die ihre Waffen bisher nicht ab­geliefert hatten, mit. aller Strenge vorzu­gehen. Ob es ihm gelingen wird, Herr über die bewaffneten Verbände zu wer­den, in deren Reihen sich unzweifelhaft die finstersten Elemente bis zu Wegelage­rern und Banditen, eingeschlichen haben, wird mit jedem Tage zweifelhafter.

Stalin befiehlt

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

Dr. W. Sch. Berlin, 19. Nov. In Belgien glaubte'"sich der Ministerpräsident Pierlot in seinem Kampf gegen die im wesent­

lichen kommunistisch bestimmte „Wider­standsbewegung“ auf die dürftige Krücke der anglo-amerikanisehen Besatzungs­armee (stützen zu können. Er drohte sei­nen inijerpolitischen Gegnern mit dem Eingreifen dieser Besatzungstruppen, falls sie nicht die Waffen ablieferten und auf Straßendemonstrationen verzichteten. Das hat ganz offenkundig nicht die Zustim­mung, . des.JC r. l, gefunden. Der _ Mos­kauer Sender nahm vielmehr ganz aus­drücklich für -die in diesem Zusammen­hang zurückgetretenen kommunistischen Minister Stellung, stellte fest-, daß die Kluft zwischen der Regierung Pierlot und dem Volke immer größer geworden sei und daß in Brüssel Gerüchte über eine bevorstehende Ablösung des Kabinetts umliefen. Dieses Vorgehen erinnerte allzu sehr an dasjenige; das die Sowjets gegen­über der iranischen Regierung Säed, und schließlich auch mit Erfolg, zur Anwen­dung brachten, als diese in der Frage der ölkonzessfonen die nationalen Interessen gegenüber den bolschewistischen Ausbeu­tungsplänen verteidigen wollten. Auch in Iran stimmten die bolschewistischen Ab­sichten nicht ganz mit den politischen und geschäftlichen Interessen der Briten und der Yankees überein, aber schließlich ga­ben London und Washington doch klein­laut bei, weil man ja um Gotteswillen den mächtigen Stalin nicht verstimmen darf.

Ähnlich geht es jetzt in Belgien. Seit­dem Stalin seine Stimme erhoben < hat, dürfen Amerikaner und Briten natürlich nicht mehr offen gegen dessen Schützlinge auftreten, und infolgedessen muß auch

der Ministerpräsident Pierlot, der sich zu­nächst als starker Mann gebärdfert hatte, entscheidend zu rück weichen. Am Sonn­abend sah sich die Regierung gezwungen, die zunächst verbotenen Strafiendpmon- strationen für Sonntag zu genehmigen. Es wurden ein Paar Einschränkungen ge- I macht, um der Regierung zu ermöglichen, das Gesicht zu wahren. Auch mit der Aufhebung, des .Verbotes möchte Pierlot wohl den Anschein erwecken, als ob er noch Herr seiiier eigenen* Schlüsse sei. Tatsächlich bezeugt die Entwicklung, daß er heute völlig unter der Gewalt der Straße steht und damit zu einer Puppe im verbrecherischen Spiel des Kreml ge­worden ist.

Den Sinn der Entwicklung begreift man, allmählich auch in anderen ausländischen- Bereichen, wo man sich früher gegen alle Erkenntnisse sträubte, die von uns aus­gesprochen wurden. Nach einem Londoner Bericht der. „Neuen Züricher Zeitung“ geben die belgischen Kommunisten durch ihre Forderung offen zu, daß sie die be­waffnete Widerstandsbewegung nicht nur als ein Instrument gegen die „Kollabo- rationisten“ und den Kampf gegen den äußeren Feincj, sondern als Organ des Klassenkampfes betrachten. Gegenüber dieser Entwicklung muß die belgische Regierung sowohl wie die anglo-ameri­kanische Besatzung stillschweigend zu- rüekweichen, weil Stalin befiehlt. Auf der Linie dieser Entwicklung liegt es auch, wenn von nun ab sämtliche Staatsbeamte der Korümunistischen Partei beitreten dürfen.

Parolen an das Landvolk für die Erzeugungsschlachi 1945

Leistung des Landvolks ist die Voraussetzung der Leistung des Soldaten und Arbeiters

Berlin, 19. Nov. Auf einer Kundge­bung des deutschen Landvolks sprach Reichsbauernführer Reichsminister Backe zur sechsten Kriegserzeugungsschlacht. Er führte aus: Wie bei Ausbruch des Krieges 1939 sind wir in der Ernährüngswirtschaft fast ausschließlich auf unsere eigene Kraft angewiesen. Die Aufgabe aber, die Er­nährung von Front und Heimat zu gewähr­leisten, ist viel größer geworden als zu Beginn des Krieges. Sollen Front und Rü­stung ihre Aufgabe aber erfüllen, so ist Voraussetzung dafür, daß sie ausreichend ernährt werden, das heißt, die Lösung un­serer Aufgabe ist die Voraussetzung zur Lösung ihrer Aufgabe.

Der Reichsbauernführer erörterte die sehr einschneidende Drosselung der Stick­stoffzuteilung, bedingt durch die Auswei­tung der Rüstung, so daß .das der Land- xvirtschaft allgemein zur Verfügung ge­stellte Kontingent nur 40 Prozent des Vor­jahres erreicht. Es muß trotzdem möglich sein, daß die Intensivkulturen keine Ein­schränkungen in ihrer Flächenausdehnung erfahren. Der Fehlbetrag an Stickstoff im Boden muß durch andere Maßnahmen wettgemacht werden.

Neben den Mangel an Stickstoff tritt die Notwendigkeit, Eisenbahn und Wasser­straßen zu entlasten. ■ Daraus ergeben sich diese Rückwirkungen auf unsere Erzeu­gung. In den Zuschußgebieten muß die Kartoffelanbaufläche auf Kosten anderer Früchte erweitert werden. Dabei darf die Ausweitung zu Lasten des Rübenanbaües nur soweit gehen, daß die Grundlage für unsere Viehfütterung, insbesondere für unsere Milcherzeugung, bleibt. Ferner wird die Verteilung der Schweinekontin­gente dieser neuen Lage insofern ange­paßt werden, als die Erzeugung in den Knrtoffelzuscbnßgehiefen stärker gedros­selt werden muß als- in den Gebieten mit genügende? Kartoffelversorgung, damit.

möglichst viel Kartoffeln der direkten menschlichen Ernährung zugeführt wer­den können. Umgekehrt wird diese Politik den Abbau der Schweinebestände in den Kartoffelüberschußgebieten namentlich des Ostens hintanstellen.

Das Ziel muß sein, den Gemüseanbau und die Gesamternte gerade an Intensiv­früchten nicht zurückgehen zu lassen. Weiter muß ich eine Drosselung der Kleintierhaltung auf das äußerste verlan­gen, denn jeder, der Futtermittel für Kleintiere verwendet, die/ an sich dem Schwein gehören, entzieht diese der'all­gemeinen Versorgung. In derselben Rich­tung liegt die äußerste Sparsamkeit in der Pferdefütterung, um das Ersparte der Milchwirtschaft und der Schweinemast zukommen zu lassen

Reichsminister Backe nannte die Paro­len , die 1945 befolgt werden müssen:

1. Beibehaltung des Ölfruchtanbaues mindstens im Umfang des .vorigen Jahres, womöglich sogar eine Ausweitung.

2. Aufrechterhaltung der Milchleistung durch sorgsamste Gewinnung und Kon­servierung von Futter, beste Pflege und Fütterung und vor allem durch schärfste, radikalste Einschränkung des eigenen Vollmilchverbrauchs in Haus und Stall.

3. Aufrechterhaltung des Kartoffelan­baues, seine Ausdehnung in Zuschußge­bieten auf • Kosten anderer, nicht so wesentlicher Früchte, ja auf Kosten des Rübenbaues in diesen Gebieten. Beibe­haltung der Kartoffelanbaufläche in den Überschußgebieten trotz geringerer Stick- stoffzuteilung durch Gewinnung zusätz­licher Stickstoffquellen aus dem eigenen Betriebe.

4. Beibehaltung der Gesamtanbaufläche im Gemüsebau, deren Ausweitung im Hinblick auf die Verkehrslage in den Ge­bieten,. in denen die Gemüseversorgung bisher durch größere Zuschüsse gewähr-

rJeistet wazde.

5. Erhaltung der Rübenanbauflädie ins­gesamt im Reich mit der Maßgabe, sie dort im Einvernehmen mit dein Kreis­bauernführer zugunsten der Kartoffel einzuschränken, wo es die Verkehrslage bedingt und die Futterlage es erlaubt. Keinesfalls Einschränkung der Zuckerrübe zugunsten der Futterrübe jeglicher Art, da Düngerbedarf und Pflege bei beiden fast dieselben sind, die Zuckerrübe aber neben den kaum zurückstehenden Futter­mengen noch als hochwertiges Nahrungs­gut Zucker liefert.

6. Anpassung der Viehbestände an die Futterlage, bei Schweinen unter Berück­sichtigung des Kartoffelbedarfs der Zu­schußgebiete und beim Rinderbestand un­ter Berücksichtigung der Milchwirtschaft.

7. Wo die Voraussetzungen gegeben sind, Selbstanbau von Hülsenfrüchten für den Bedarf an Grünfutter und Gründünge- saat für den eigenen Betrieb und das eigene Gebiet. Einschaltung der Legumi­nosen als gute Vorfrüchte und Stidcstoff- ersparer in die Fruchtfolge mit der Maß­gabe jedoch, daß die Gesamtablieferun­gen sich nicht verringern.

8. Beste Pflege des Stallmistes und der Jauche. Gewinnung zusätzlichen Düngers aus Kuhmist und Kompost.

Der Reichsbauernführer unterstrich dann, daß die wichtigste Aufgabe der Bauersfrau die Milchablieferung an die Molkerei sej, denn hier handelt es sich um das Gebiet, auf dem de? Ernährungs­krieg für-Deutschland entschieden wird.

Es gibt keine Lage, die nicht gemeistert werden kann. Diese Auffassung hat sich insbesondere jeder ehrenamtliche Bauern­führer zu eigen zu machen. Wir wollen nicht verkennen, daß letzten Endes das gesamte deutsche Landvolk die Verant­wortung für die Ernährung trägt.Die Leistung des deutschen Soldaten und Ar­beiters hat zur Voraussetzung unstere ^Leistung, die j^istung des Landvolks,

MncArihurs Trugschluß

Von unserem milit. v. W.-Mitarbeiter

Seit dem 20. Okt. steht der Amerikaner MacArthur wieder auf einer Insel der Phi­lippinen, die er 1942 in einer überstürzten Flucht hatte auf einem Motortorpedoboot verlassen müssen. Mit diesem Termin be-, ' ganü die Landung im Raum von L e"y t e, zuerst auf der vorgelagerten Insel Suluan, dann auf Leyte selbst und schließlich audi a.uf der nordöstlich vorgeschobenen' Insel Samar. Nicht mit mehreren hunderttausend Mann, wie die amerikanische Bericht­erstattung meinte, doch immerhin mit fünf Divisionen steht der Feind auf Leyte. Seine Landung ließ sich zunächst nicht schwierig an. Es konnte auch kauni anders sein, denn die Abwehrkräfte, die Japan auf der Insel hatte, - standen natürlich nicht dort, wo die amerikanische Luftauf­klärung die Küste feindfrei gemeldet hatte'. Aber schon nach wenigen Tagen waren die ersten japanischen Truppen. von abgelegenen Plätzen der Insel her mit dem gelandeten Feind in Gefechtsberüh­rung gekommen. Seitdem wird die Vertei­digung Häufend verstärkt. Das geschieht einmal vom Süden her, von Mindanao, wie auch von der Hauptinsel Luzon her, Hauptnachschubhafen ist Omar geworden, gleichzeitig die Hauptstadt der Insel. Ge­gen ihn und die dort in gang befindlichen Ausladungen richten sich auch die An­griffe amerikanischer Bomber, ohne je­doch den Strom der Verstärkungen zur Kampffront verhindern zü können.

18 Tage nach Beginn der Landung hat ein besonders bewährter japanischer Ge­neral, Yamaschito, den Oberbefehl auf den Philippinen und damit auf Leyte übernommen. Er ist der Eroberer der Ma- layischen Halbinsel und von Singapur. Die Wahl dieses Soldaten zum Ober­befehlshaber unterstreicht die Bedeutung, die Japan dem Rjngen auf Leyte und um die Philippinen zumißt. Es geht Japan um eine entscheidende Position, wichtiger als alles andere, was vorher von den Amerikanern angegriffen war. Unter den. Truppen, die . Yamaschito befehligt, befinden sich auch Divisionen, die seit der Eroberung dort stehen, die . selbst die Amerikaner von dort vertrieben. Sie sind also mit den besonderen Verhältnissen vertraut. /

Die ersten Kämpfe hatten bei Tacloban, einer Hafenstadt an der Ostküste, statt­gefunden. Sie zogen sidi dann nach Westen. Der Feind ist gezwungen, die we­nigen Straßen zum Vormarsdi und Angriff zu benutzen, weil das Gelände neben den Wegen für ihn meist unpassierbar ist. Die Japaner haben als die besseren Gelände- ausnutzer der 24. USA-Division im Norden von Leyte eine Niederlage bereitet. Ein Überraschungsangriff fuhr von den Höhen gegen die amerikanische Truppe hernie­der und vernichtete sie bis auf einige Reste. Dieser Kampfmanier erlagen die Engländer schon in Malaya und Burma, Dieser neue Vorgang ma.cht deutlich, daß auch die amerikanische Ausbildung den Gesetzen des Krieges im unübersichtlichen Tropengelände nicht genügend Rechnung getragen hat. Die amerikanische Führung konnte einige tiefere Brückenköpfe ge­winnen, in deren Räumen auch sofort Flugplätze angelegt wurden. Zunächst kamen die dorthin verlegten amerikani­schen Geschxvader auch noch zum wirken-. Dann aber setzte die japanische 1 Armee­luftwaffe mit starken Kräften zum Gegen­angriff an. Die Flugplätze sind seitdem kaum noch benutzbar. Von weitab gele­genen Inseln, wie Moroiäi und den Palau- inseln, muß Unterstützung herangeflogen werden. , Da dort jedoch noch selbst Kämpfe stattfinden, ist die Benutzung die­ser Inselbasen nur beschränkt möglich. Wenn sich nun in den letzten zwei Wochen immer weniger amerikanische Maschinen über Leyte und den anderen Philippinen­inseln sehen lassen, wie japanische Mel­dungen berichten, so ist das ein Zeichen, wie schwierig es für die Amerikaner ge­worden ist, dem Ringen auf Leyte die not­wendige Luftunterstützung zu geben.

Langsam treiben die Gefechte auf Leyte ihrem Höhepunkt zu. Die Amerikaner be­gleiten diese Entwicklung mit sehr nega­tiven Betrachtungen. Sie verheimlichen nicht mehr, daß die Lage, für die USA- Truppen geradezu bedrohlich geworden ist, nicht zuletzt, weil die Luftunter­stützung allmählich „fraglich“ geworden ist. Dieser Wandel in der feindlichen Auf­fassung widerspricht völlig dem Optimis­mus, den MacArthur wenige Tage nach der Landung offen zur Schau trug. Er läßt natürlich nichts' unversucht, um seine Kräfte laufend zu verstärken. Das gelingt jedoch angesichts der scharfen Über­wachung durch japanische Luftstreitkrafte nur in den seltensten Fällen. Infolge­dessen nimmt der Schiffsfriedhof vor Leytes Küste an Umfang ständig zu, ohne daß es durch den verzweifelten Einsatz der Nachschubflotten gelänge, die Über­legenheit auf Leyte durchzusetzen. Die auf Leyte gelandeten Amerikaner benöti­gen etwa 450-600 000 Tonnen Nachschub im Monat. Das mag sehr hoch erscheinen, wird aber durch die Rücksichten auf die tropischen Verhältnisse verständlich und durch den Zwang aufgeklärt, jedes Kilo Lebensmittel, das die Truppe verzehrt, über See heranzuschaffen. Nur wenn die Nachschubleistung erfüllt wird, können die Amerikaner weiterkämpfen. Mit dem ^Wachsen de? USAj-Landungskotps gietgen