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England und die Zeil
William Joyce
Parteiamtliche Tageszeituna
Pas Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen
Nummer 305 14. Jahrgang
Donnerstag. 16. November 1944
.Wirklich keine Zeh za verhören'
Auch Briten zu neuer Offensive gezwungen ■■ Gegen Maasfroni ■ Immer dasselbe: Maierialschlachi
ulichtlatemen oan- .. leschiänkt. Es ößt * Vorsi‘cht^*
sgwerfen. Bei det r, zh Fnschgerichtea □ 'eiche Gewebe mit jf die Kerne heran? i trocknet die fl ( ■eich im Ofenrohrw 1 , :en die Mandela* 1 weil sie nicht nut ja? noch einen feinen na,, iahen. Sie weiden ielmühle gemaUa,
k von heute
15: Unterhaltung** eitspiegel. 19.15: [ Ita r Temperamente",!», für Dich". - h, Beethoven, lenten berichten, lyl Iwig Hölscher,
21: Ewige Gestatek ste Sendung dei^ von Spohr, üsit
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DrahtbCricht unseres Vertreters
sc h, Lissabon, 15. Nov. Die britische
0 Armee ging, wie das Hauptquartier Eisenhowers mitteilt, am Dienstggnach- mittag za einer neuen Offensive gegen die deutschen an der Maasfront vor. Dem An- jriif der Infanterie nnd der Panzer, der jeinen Ausgangspunkt südostwärts von fljdhoven hatte, ging ein schweres Ariiileriefeuer vorauf, das ,von den englischen Korrespondenten mit dem „Sperr- [eaer von El Alamein“ verglichen wird. Oie britischen Berichte schildern ausführlich die Wucht und Größe dieses Artillerie- [jombardements. Die Taktik Montgomerys verändert sich also nicht. Durch Konzentration größter Artilleriemengen hoffte man, die deutschen Befestigungen zu zerschlagen und die Widerstandskraft der deutschen Truppen zu zermürben. Als besonders heftig werden die Kämpfe am Zu- immenflufl des Noorder- nnd des Wessem- Kanals bezeichnet.
Gleichzeitig dauert die Schlacht im Raume, von Metz und Nancy an. Alle Kämpfe finden bei schlechtestem Schnee- ind Regenwetter statt. Dieses Wetter ist nach amerikanischen Berichten besonders schlimm an der Yogesenfront, wo die hef- lifsten Schneefälle seit zehn Jahren statt- refunden' haben sollen. Die Yogesenfront sehe heute aus wie die Front im Osten in den schlimmsten Wintermonaten.
Trotz dieses schlechten Wetters sah sich die britisch-amerikanische Führung genötigt, zum Angriff vorzugehen. In maß- sebenden britischen Kreisen steht man auf dem Standpunkt, man habe „nunmehr wirklich keine Zeit mehr zu verlieren . Man habe den Deutschen ohnehin Zeit genug gelassen, ihren Widerstand neu_zu organisieren. Je länger man mit einer Ge- «raloffensive warte, desto schwieriger nni bärtiger müßten die Kämpfe sein. Deswegen werden die jetzigen Teiloffensiven der Amerikaner bei Metz nnd der Engländer an der Maas als A n f t a k t zu einem unmittelbar bevorstehenden Gr o ß- angrif f an der ganzen Front bezeichnet. Nur wird in den Berichten aus dem Hauptquartier Eisenhowers immer wieder vorsichtig hinzugefügt, die Schwierigkeit liege in dem Mangel an guten Häfen. Die deutsche Taktik, die Ätlantikhäfen zu halten und die Kanalhäfen erst nach völliger Zerstörung aufzugeben, babe sich gelohnt.
Schwerpunklverschiebung hilf! nicht
Von unserem milit. v. W. -Mitarbeiter
Der schon vor Tagen von uns angekün- digte Vorstoß der Briten in Ostholland hat inzwischen begonnen. Drei britische Stoßkeile versuchten im Raume Niederweert, aach Osten vorzukommen, um unseren Brückenkopf am Westufer der Maas aufzu- trechen. Dieser britische Angriff hat heftige Gegenangriffe ausgelöst,. die mit den feindlichen Vorstößen ständig wechseln. Dieser Vorgang kann sehr gut der Beginn einer größeren britischen Aktion sein, die sich zum ersten Male nadi Osten »endet, weil Montgomery alle bisherigen Bemühungen in nördlicher Richtung bekehren mußte. Irgendeinen Einfluß auf die Schlacht an der Metzer Front wird die britische Anstrengung im Norden nicht bähen, weil beide Angriffe zu spät kommen, als daß sie noch eine im Aufbau befindliche Abwehrfront treffen könnten, hoch ist der britische Angriff erst in der Entwicklung und in Ziel nnd versammelter “hngriffskraft mit den amerikanischen Bemühungen in Lothringen noch nicht zu verwichen.
Patton wirft immer mehr Truppen in jhe Schlacht um Lothringen. Er gerät in jhe Gefahr, sich schnell zu verausgaben, has scheint ihm ein kleineres Übel als ®r Verzicht auf entscheidende Fort- sohritte zu sein. Vielleicht weiß er auch, oaü er' zusätzliche Verstärkungen von * e 'nem Heeresgruppenführer Bradley er- äälten kann, wenn seine eigenen Divi- sionen erschöpft sind. Vielleicht rechnet S mit baldiger Entlastung durch Aus- los img neuer Angriffe im Norden, obwohl nl n diesem Falle einem Trugschluß zum HP er fiele, denn die Verteidigung der ■otzer Front ist stark genug, sich selbst f "elfen, sie braucht nicht ihre Reserven a andere angegriffene Abschnitte abzu- ™en: Wenn Patton das annimmt, wer- bo?h'^ n C ^* e ® re äf? n isse eines Besseren
. Pj e operative Führung des Gegners lohnet sich im Augenblick dadurch aus, ä , s ie dän ursprünglichen Plajl abge- /h'i zu haben scheint. Dieser Wechsel ‘»'bezeichnend für einen Gegner, der sich
JJ; 1 * 0 stark fühlt, wie er glauben lassen spü e ; den ersten Tagen der an sich * hw «en Schlacht lagen die Schwer- » ,hte eindeutig etwa 55 km nordöstlich v km südöstlich Metz. Sowohl im V?., w ie im Südabschnitt hat. jetzt eine Liderung stattgefunden. Obwohl der i,, frontal nur Aufklärung betreibt,
1 et sich im Norden gegen Metz näher ^geschoben — wohlgemerkt unter
Vernachlässigung des Diedenhofep.er Abschnittes. Im Süden aber hat er die Angriffsfront über den Rhein—Marne-Kanal ausgedehnt, um mit zusaroyvengefafiten Kräften zwischen Kanal nnd Baccarat in nordöstlicher Richtung auf Saarburg durchzubrechen.
Freiwillig hat Patton das nicht getan. Er fand bei seinem Umfassungsversuch gegen Metz, wie er ihn ursprünglich betrieb, so viele Widerstände vor, daß er die Möglichkeiten der weitgespannten Umfassung von Metz in Nichts zerrinnen sah: sein .nördlicher Umfassungsflügel war praktisch an der Mosel liegen geblieben, nur der südliche war etwas besser vorwärtsgekommen. Auf diese Vorgänge ist das operative Umdisponieren zurückzuführen, die Ursache liegt in der harten und entschlossenen Abwehr, die dem Gegner die entscheidenden Gewinne verwehrte. Wenn der Feind jetzt neue, einfachere und begrenztere Wege beschreiten will, um Metz endgültig abzuschnüren, so tut er es mit geschwächten Kräften, denn niemand gibt ihm die 300 zerschossenen Panzer nnd die verlorenen Infanteriekräfte wieder, die in acht Tagen verbluteten. Seine Angriffsarmee hat sich mit zwei Dritteln bereits verausgabt.* Wird das letzte Drittel genügen, die Umfassung
der Festung zu erzwingen und dann noch den Durchbruch in das Saargebiet zu ermöglichen? . Nach - seinen bisherigen Erfahrungen dürfte selbst Patton daran zweifeln. Nur Reserven der obersten Führung können ihn aus seiner selbstgeschaffenen Lage befreien.
Die 3. USA-Armee kämpft nicht nur gegen eineNstarke nnd völlig ungebeugte Verteidigung. Sie kämpft gegen aufgeweichte Straßen und Äcker, gegen Regen- und Schneeschauer. Die Panzer müssen sich an die Straßen halten. Die Luftstreitkräfte finden nur gelegentlich Einsatzmöglichkeiten, üutzen sie dann aber intensiv aus. Die Nachschubkolonnen zermahlen die Wege und kommen nicht sehr schnell vorwärts. Die amerikanischen Divisionen aber rufen nach Munition, nach Versorgung, Verwundete wollen zurück, Treibstoff muß zu den Panzern, Schützenpanzern und Zugmaschinen. Der Feind muß auch unmittelbar hinter der Kampflinie' größte Anstrengungen machen, um die Schlacht zu nähren.
Im einzelnen ergibt sich dieses Bild der Schlacht: Der Brückenkopf bei Königsmachern liegt fest von unseren Truppen umschlossen. Darum wurde südlich Die- denhofen bei Ückingen ein neuer Übergang über die Mosel betrieben. Er lag
unter ständig, schwerem Beschuß unserer Artillerie, jetzt spricht das OKW. von der Vernichtung dieser Feindgruppe. Im nahen Süden von Metz schiebt sich der Feind gegen die Vorwerke der Festung heran. Doch tritt diese Bewegung zurück vor dem Ausmaß der schweren Kämpfe südöstlich Metz, an der Nied bei Ham, an der Straße nach Dieuze bei Mörchingen: an diesen Plätzen hat es heftigste Be-
f egnungen zwischen Panzertruppen gege- en. Anlaß war das Streben des Gegners, die südliche Umfassungszange gegen Metz möglichst tief nach Nordosten vorzuschieben und fast nach Norden anzusetzen.
Diese Verkleinerung und Verengung der Umfassungstendenzen deckt die Grenzen auf, die dem Gegner und seinen Wünschen gesteckt sind. Durch diese Beschränkung nnd die zusätzliche Einschwenkung des südlichen Umfassungsflügels nach Norden gab der Gegner den eigentlichen Stoß ins Saargebiet auf. Durch die Ausdehnung der Schlacht über den Rhein-Marne-Kanal versucht er diesen Gedanken an neuer Stelle zu verwirklichen. Darum wurden amerikanische Regimenter zusammenge- fafit und nordostwärts Baccarat vorgeworfen. Ihre anfänglichen Einbrüche wurden jedoch in rückwärtigen Stellungen ausgeglichen.
General Eisenhowers Notrui nach Waifen und Munition
Ungeheurer Verschleiß der USA-Truppen an Kriegsmaterial —Schwieriges Problem für Washington
Drahtbericht unseres Vertreters
kl. Stockholm, 15. Nov, Die bereits gemeldeten Erklärungen des Unterstaatssekretärs im USA-Kriegsdepartement, Patterson, über den ungeheuren Verbrauch an Kriegsmaterial auf dem europäischen Kriegsschauplatz waren auf einen Notruf General Eisenhowers an die Washingtoner Regierung znrückznführen. In dem Notruf Eisenhowers heißt es, der Waffen- vetschleiß sei ungeheuer; die Front brauche dringend neue'Waffen nnd vor allem Munition. Patterson, der Eisenhowers Notruf in der Pressekonferenz kommentierte, erklärte weiterhin, daß sich auch die Front im Pazifik in der gleichen Lage befinde wie die westeuropäische Front. Auch General Clark habe wiederholt darauf hingewiesen, daß die Offensive in Italien nicht in Gang kommen könne, solange nicht mehr Waffen und Munition geliefert würden. MacArthur habe gemeldet! daß seine Streitkräfte in einem Monat auf den Philippinen mehr Munition verbrauchten als in den vorangegangenen 16 Monaten.
Patterson fügte noch hinzu, daß der durchschnittliche Waffenverschleiß in Frankreich 500 Kampfwagen und 900 Motorfahrzeuge pro Monat' betrage. Ergänzend dazu berichtet Associated Preß aus Washington, der monatliche Verbrauch Eisenhowers habe nunmehr- einen solchen Umfang angenommen, daß man mehr nnd mehr dazu übergehen will, die Munition von den Fabriken auf dem Luftwege an die Front zu transportieren. Die Lager im Kriegsministerium seien leer, denn die Front habe bereits die Herbstkontingente verbraucht.
In dieser Lage kommt der in den Wright-Fabriken in New Jersey abgebrochene Streik als besonders unangenehme Überraschung. Nachdem zunächst 1900 Meister und Vorarbeiter die Arbeit niedergelegt hatten, mußten 52 000 Arbeiter von der Werkleitung nach Haus geschickt werden, da sie ohne Anweisungen nicht arbeiten können. Der Streik brach aus, weil die Forderung der Meister und Vorarbeiter auf Anerkennung ihrer Gewerkschaft nicht erfüllt worden sind. Die
Kriegsarbeitsbeschaffungskommission hat an die Streikenden ein Ultimatum gerichtet und gedroht, daß die Fabrik unter militärische Leitung gestellt werde, falls der Streik nicht sofort abgeblasen würde. Die Arbeiter ließen das Ultimatum unbeachtet..* Die . Wright-Fabriken stellen Motoren für die schweren viermotorigen USA-Bomber her.
Die Erklärungen Pattersons verleihen dem Kriegsbild im Westen eine ganz neue Nuance. Das Stocken der Offensive Eisenhowers an der deutschen Westgrenze wurde bisher vor der USA-Öffentlichkeit mit den Nachschubschwierigkeiten begründet.. Nunmehr kommt als wichtige Ursache drohender Mangel an Munition und Waffen hinzu. Die Kriegsmaterialproduktion der USA hat im Jahre 1943 ihren Höhepunkt erreicht. Die letzte vorhandene Statistik, die Ende Mai 1944 abschließt, weist einen Rückgang der Beschäftigten- ziffer in der gesamten USA-Wirtschaft von 40,2 auf 38,2 Millionen aus. In^der Industrie allein ging die Beschäftigung von 17,2 auf 16 Millionen Arbeiter zurück. Die freigegebenen i,2 Millionen Arbeiter wurden dem Heer, der Marine und der Luftwaffe, zur Verfügung gestellt. Der Produktionsindex innerhalb der Industrie ging, der amtlichen Statistik zufolge, von 249 im Oktober 1943 auf 237 im Mai 1944 zurück. Die USA stehen erneut vor einem Wendepunkt. Sie müssen den Krieg entweder total weiterführen, das heißt weitere radikale Umlegungen innerhalb der Industrie zugunsten der Kriegsmaterialproduktion vornehmen oder die im Kampf stehenden Armeen müssen den Verbrauch an Waffen und Munition einschränken. Eine Entscheidung wird bald getroffen werden müssen.
Stoßseufzer einer USA-Zeitung
Genf, 15. Nov. Die türkische Zeitung „Akscham“ zitiert in einem Bericht über die Kriegslage eine Äußerung der „New York Times“, in der die Überzeugung zum Ausdruck kommt, daß die Besiegung Deutschlands nicht in der Macht der Anglo-Amerikaner nnd ihrer Verbündeten
Verstärktes V- Feuer auf London und Südengland
Britisches Luftfahrtministerium sagt: Konzentrierter Angriff
Stockholm, 15. Nov. Auch am Dienstag, so wird aus London gemeldet, lag Südengland unter dem Beschuß der deutschen Vergeltungswaffen. Der englische Nachrichtendienst muß zugeben, daß Häuser zerstört wurden und Verluste eintraten. Im Gebiet von London wurde ebenfalls Alarm gegeben.
Wie das britische Luftfahrtministerium zum Beschuß Südenglands und des Raumes von London durch die deutschen Vergeltungswaffen in der Nacht zum Mittwoch ergänzend berichtet, sei eine Aüzahl von Gebäuden vollkommen zerstört worden. Der Angriff sei in verstärktem Maße erfolgt. Die Deutschen hätten „einen konzentrierten Angriff“ durchgeführt.
Londoner Verschweigeiaklik
Drahtbericht unseres Vertreters hw. Stockholm, 15. Nov. Die Berichterstattung aus England über V 2 ist gegenwärtig wieder einmal vollkommen gesperrt. Das Londoner Informationsministerium scheint sich mit seinen Bedenken durchgesetzt nnd die nur mit Rücksicht auf die deutschen Nachrichten zugelassene
zeitweilige Auflockerung der Meldungssperre rückgängig gemacht zu haben. In der gesamten sdiwedischen Presse liegt gegenwärtig nicht mehr eine einzige eigene Meldung aus England zum Thema V 1 oder V 2 vor. Es werden lediglich einige amerikanische Telegramme aus London verbreitet, die der Aufgabe, dienen, dem Weltschrecken über V 2 entgegenzuwirken.
Im übrigen liefert die nordamerikanische Zeitschrift „Time“ ein interessantes Zeugnis dafür, wie sich die Beurteilung der deutschen Geheimwaffen nach einiger Zeit wandelt. Während die Engländer auch bei V 1 zunächst alles bagatellisiert und insbesondere behauptet hatten,. diese Waffe hätte keine Präzisionswirkung, stellt das USA-Organ nun an Hand eines Berichtes der englischen Luftwaffenbehörden in einer eigenen wissenschaftlichen Betrachtung fest, V i sei nicht nur erstaunlich billig in der Produktion, sondern auch, wie die jetzigen Enthüllungen gezeigt hatten, „weit mehr akkurat in der Wirkung, als die Engländer vorher hatten zugeben wollen". Wahrscheinlich werden ähnliche nachträgliche Zugeständnisse zu gegebener Zeit auch bezüglich V 2 fällig sein.
liegt. Ein Teil der Schuld daran will das Blatt dem Wetter zuschieben, das in Frankreich in diesem Sommer so schlecht gewesen sei, wie seit 55 Jahren nicht mehr. Weiter gesteht das amerikanische Blatt, daß der Widerstand der deutschen Truppen und der Beginn der Schlecht-' wetterperiode bei den‘Anglo-Amerikanern große Transportschwierigkeiten hervorge- rufen hätten, durch die die Operationen erheblich erschwert würden und die eine weitere Heranführung von Menschen und Material notwendig mache. Was für den Westen gelte, gelte in gleicher Weise für den Osten.
Schwerter und Eichenlaub
Führerhauptquartier, 15.Nov. DerFührer verlieh das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an General der Infanterie Hans von Obstfelder, Kommandierender General eines Armeekorps, als 110. Soldaten der deutschen Wehrmacht.
Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an General der Infanterie Gustav von Zangen, Oberbefehlshaber einer Armee, als 647. Soldaten der deutschen Wehrmacht.
„Die Zeit, wie herrlich weit und breit, - die Zeit ist mein Vermächtnis, mein Acker ist die Zeit.“ In England ist im allgemeinen die Kenntnis der deutschen Sprache sehr gering: aber diejenigen englischen Politiker, die dieses Goethe-Wort verstehen, werden keine besondere Neigung zeigen, ihm in ihrer augenblicklichen Lage zuzu- stimmep.-Denn die Zeit ist auf Deutschlands Seite. Und da Deutschland davon ausgiebigen Gebraüch macht, wird ihm auch der Endsieg zufallen, der allein die Zukunft des deutschen Volkes sicherstellt. Diese Tatsache ist vielleicht in Ehgland heute noch nicht voll und ganz erkannt, aber im englischen Volk setzt sich immer mehr das Gefühl durch, daß der „General Zeit“, der eigentlich den Krieg für die Alliierten gewinnen sollte, zu den Deutschen übergelaufen ist.
Noch vor acht Wochen glaubten die Gegner des Reiches, daß der Zusammenbruch des deutschen Volkes unmittelbar vor der Tür stände. Sie nahmen an, daß der Frankreich-Feldzug im Laufe weniger Wochen durch die Überschreitung des Rheines gekrönt, und daß das Ereignis zeitlich zusammenfallen würde mit dem Einmarsch der Sowjets in Berlin. Und es ist sicher nicht übertrieben, zu sagen, daß England heute nicht nur enttäuscht, sondern geradezu aus allen Wolken gefallen ist. Die Leute erinnern sich natürlich an Edens Prophezeiung, daß Deutschland im Laufe des September zusammenbrechen werde, sie erinnern sich auch, cfaß in diesem selben September in allen großen und kleinen Städten der Insel Friedensfeiern vorbereitet wurden; sogar die Eintrittskarten dafür waren schon ausverkauft: ich weiß natürlich nicht, ob die Veranstalter jetzt das Geld zurückgezahlt haben; es sollte gerechterweise gefordert werden.
Dieser- völlig unbegründete Optimismus, der bis vor kurzem das englische Volk erfüllte, war nicht nur das Ergebnis einer Churchill-Propaganda, sondern eine der ungesunden psychologischen Reaktionen, wie sie in der alten Redensart Ausdruck finden: „Der Wunsch ist der Vater des Gedankens.“ Schon im Vorfrühling dieses Jahres war es allen, die die britische Presse lasen und verstanden, klar, daß das englische Volk kriegsmüde wurde. Man wollte nichts mehr von diesem Krieg wissen, über dessen Ziele und Absichten man von der Regierung absichtlich im unklaren gelassen wurde, und man erkannte allmählich''— teils bewußt, teils mehr im Unterbewußtsein — die ungeheuren Schäden, die in einer gar nicht wieder gutzumachenden Weise dem englischen Empire zugefügt wurden: sowohl was die politische Macht als auch was die Substanz und den Zusammenhang des Empire und vor allem, was seine Stellung im Welthandel angeht Der durchschnittliche Engländer mag heute vielleicht noch nicht den ganzen Umfang und die ganze Bedeutung der Tatsache erkannt haben, daß Churchill sich mit Haut und Haar dem Dollar-Imperia-
Operntionsplnn in Italien gescheitert
General Alexander muß alliierte Enttäuschung beschwichtigen
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
g. Berlin, 15. Nov. Die für die Alliierten enttäuschende Entwicklung des italienischen Feldzuges findet einen deutlichen Niederschlag in einem Aufruf, den der britische Oberkommandierende, General Alexander, an die sich in Norditalien betätigenden Partisanengruppen gerichtet hat. Die allen Erwartungen und Prognosen widersprechende Langsamkeit des alliierten Vorrückens entschuldigt General Alexander mit dem harten Widerstand deutscher Elitedivisionen, deren Bindung an die italienische Front ihm nahezu als der einzige und wichtigste Erfolg des italienischen Feldzuges erscheint. Als weiteren Grund führt er die Schwierigkeiten des Winters an, — Regen, Schnee und Schlamm — die sich hemmend auf die Angriffskraft der alliierten Armeen in Italien auswirkten. Angesichts dieser Umstände gibt er den Partisanen die Anweisung, den eigenen Kgmpf dem verlangsamten Tempo der alliierten Operationen anzupassen, also die „komplementären Kämpfe an der Front des inneren Widerstandes“ zu verlangsamen und Aktionen größeren Stiles einzustellen.
In der internationalen Presse ist dieser Aufruf vielfach dahin verstanden worden, daß das alliierte Oberkommando im italienischen Feldzug eine Winterpause ein- treten lassen wolle. In Wirklichkeit findet sich jedoch für eine solche Annahme nicht die geringste Bestätigung. In Wirklichkeit sind gegenwärtig an der italienischen Front noch sehr schwere Kämpfe im Gange. Soeben hat sogar ein neuer alliierter Großangriff beiderseits der Stadt Forli eingesetzt, dessen Ausbreitung auf weitere Frontabschnitte erwartet wird. Das Ziel dieser ausgesprochenen Durchbruchsangriffe ist nach wie vor das tiefere Eindringen in die Po-Ebene; das die deutsche Verteidigung dem Gegner jedoch in schweren Kämpfen weiter erfolgreich verwehrt. Die klimatischen Verhältnisse in dem genannten Kampfraum, der bereits nördlich des
Apennin liegt, sind auch keineswegs so, daß sie eine Einstellung der Großkämpfe während des Winters erforderlich machen würden. Die Äußerungen des britischen Generals sind deshalb als eine Bestätigung für das Scheitern des alliierten Operationsplanes anzusehen.
Unter diesen Umständen verfolgt der Aufruf an sogenannte italienische Partisanengruppen offenbar nur den Zweck, die, Enttäuschung 'zu beschwichtigen, die in ihren Kreisen nach alliierter Auffassung über das sehr langsame Fortschreiten der britisch-amerikanischen Operationen eingetreten ist. Er ist augenscheinlich von dem Bedürfnis bestimmt, die sinkende Einsatzbereitschaft der italienischen Widerstandsgruppen mit der Verheißung zu heben, daß nach Überwindung der winterlichen Schwierigkeiten die entscheidenden und erfolgreichen alliierten Angriffsoperationen im Früh jahr beginnen würden. Im übrigem wird in dem Aufruf des Generals Alexander die Bedeutung italienischer Partisanengruppen in ungewöhnlichem Maße überschätzt. Das norditalienische Gebiet im Rücken der deutschen Front ist weitgehend befriedet und leistet durch Arbeit, Ordnung und Disziplin seinen Reitrag zii dem gemeinsamen Kampf.
An die Sowjets verschachert
Drahtbericht unseres Vertreters
kl. Stockholm, 15. Nov. Der Außenminister im norwegischen Exilkabinett, Lie, ist von einer Moskauer Reise nach Stockholm zurückgekehrt. Er wird sich hier einige Tage aufhalten, bevor er den Rückflug nach London antritt. Lie akzeptierte in Moskau nicht nur die amtliche Sowjetthese, daß die Zivilisation Europas von der bolschewistischen Armee gerettet wurde, sondern er erklärte darüber hin* au.: unaufgefordert, daß seiner Ansicht nach die Sowjetunion der bestimmende Faktor in Europa sein müsse. Mithin er» gibt sich die Schlußfolgerung, daß Lie | Norwegen an die Sowjets verschachern will, ganz von selbst.