Ausgabe 
(15.11.1944) 304
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Parieiamtliche Tageszeitung

Pas Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

Nummer 304 14. Jahrgang

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstatthaliers in Oldenburg und Bremen

Mittwoch, 15. November 1944

Einzelpreis 15 Rpf.

Abnuiziuigsschlachi für die Feinde

Außerordentliche Blutverluste und hoher Materialverschleiß der Nordamerikaner in Lothringen

prahtbericht unserer Berliner Schrlftleltung

bm. Berlin, 14. Nov. Die alliierte Offensive gegen die westliche Verteidi- junjsfront der Reiches entwickelt sich zu einer typischen Abnutzungsschlacht, die jj t die Angreifer mit außerordentlichen ß!u (Verlusten und stärkstem Materialver- (dileifi verbunden ist, ohne daß es dem massierten Ansturm gelänge, unwesent­liche Anfangserfolge zu strategischen Operationen äuszuweiten. Als charakte­ristisch für die gegenwärtige Situation muß eine Erklärung des Unterstaatssekre- lirs im nordamerikanischen Kriegsdepar- tement, Patterson, gewertet werden, der den Verbrauch an Geschützen, Panzern and Munition als enorm bezeichnet. Gene­ral Eisenhowers Armeen verbrauchten altein an schweren Granaten innerhalb von 10 Tagen derartige Massen, wie sie die amerikanischen Fabriken in 35 Tagen lierstellten. Die amerikanischen Arbeiter müßten deshalb unmenschliche Anstren- mngen machen, um mit dem Verbrauch von Kriegsmaterial an der Front nur an­nähernd Schritt zu halten.

Die Schlacht im lothringischen Raum, die von der 3. nordamerikanischen Armee unter dem Befehl des Generals P a 11 o n getragen wird, läßt den Materialver- schleiß des Gegners besonders deutlich werden. Bereits in den ersten sechs Tagen des erbitterten Ringens wurde ein Drittel der für die Offensive bereitgestellten Kordamerikanischen Panzer von den deut­schen Verteidigern außer Gefecht gesetzt. Der Gegner massiert an den einzelnen Brennpunkten ein beispielloses Artillerie­feuer, ohne jedoch Lücken für einen Durchbruch öffnen zu können, der zu strategischen Bewegungen gegen das erste Zift.das .Saargebiet, ausgeweitet werden feile. Aus der Schlacht um das Saarge­biet wurde auf diese Weise eine Schlacht um Metz, nachdem es sich der Gegner nicht leisten zu können glaubt, diesen starken deutschen Waffenplatz durch nördliche und südliche Überflügelung als deutsche Position im Rücken der Front bestehen zu lassen.

Bisher haben die schweren Geschütze ran Metz noch nicht in die Schlacht ein- regriffen. In den Berichten der alliierten Frontkorrespondenten wird jedoch die An­sicht Pattons unterstrichen, daß die nord- amerikanischen Truppen hier noch außer- 'dentliehe Schwierigkeiten zu überwin- [len haben werden. Die Deutschen ver- chten ganz augenscheinlich, an dieser Front eine große Verzögerungsaktion itirchzuführen, um die auf diese Weise (Wonnene Zeitspanne zur Ausbildung 'veiterer Divisionen und zur Fortentwick­lung der V-Waffen zu nutzen, denen ganz augenscheinlich ein taktischer Wert auch ^ den Kontinentalfronten zuzuspre- chen sei.

Berlin. U ’’ov. tFehnnachtbericht

~u den am Montag im gemeldeten 222 abge­

schossenen Panzern sind in den letzten 24 Stunden weitere 70 hinzugekommen. Diese Ausfälle wiegen um so schwerer, als dite gegenwärtigen harten Kämpfe für den Feind zunächst lediglich eine Operation mit dem räumlich begrenzten Ziel dar­stellen,. Metz zu Fall zu bringen. Dabei hat er bereits zwei Drittel seiner zum Durchbruch gegen die Saar bereitgestell­ten Verbände in den Kampf werfen und von der Eifelfront Truppen zur Verstär­kung des Druckes gegen Metz abziehen müssen.

Mit Hilfe der von Norden herangeführ­ten Kräfte versuchte er südlich Dieden- hofen seine Übersetzstelle bei Ü c k i n - g e n zu verbreitern, um damit seinen weiter nördlich liegenden Brückenkopf bei Königsmachern zu entlasten. Das Unternehmen führte zu einer der blutig­sten Schlappen der Nordamerikaner. Zur Zeit werden die Reste der durch Gegen­

stöße auf engem Raum zusammengedräng­ten feindlichen Kräfte vom vernichtenden Feuer unserer Batterien überschüttet.

Das Schwergewicht der Schlacht lag weiterhin südöstlich Metz. Während sich der Gegner zwischen Seille und Nied an einigen zäh verteidigten deutschen Stütz­punkten festbiß, setzte er an der Nied seine Angriffe mit starken Infanterie- und Panzerverbänden beiderseits der Straße Pont-a-Mousson—St. Avold fort und über­schritt den Fluß. Dank dem Erfolg unse­rer Gegenangriffe blieb der Brückenkopf aber auf einen schmalen Uferstreifen be­schränkt. Hierbei kam es unter anderem in dem hart nördlich liegenden F o r e t de Remilly zu erbitterten Nahkämp- fen zwischen nordamerikanischen Pan­zern und Grenadieren, die ein Drittel des feindlichen Panzerrudels durch Panzer­schreck und Panzerfaust vernichteten. Auch bei Mörchingen gingen eigene

Panzer von Norden und Osten her zum Gegenangriff über und warfen die feind­lichen Kräfte aus einigen Ortschaften heraus.

Daß die Schlacht in Lothringen immer noch nicht auf ihrem Höhepunkt ange­langt ist, wird dadurch unterstrichen, daß der Feind seine Angriffszone zur Zeit nach Süden auszuweiten versucht. Zwischen Rhein-Mar ne-Kanal und der Meurthe bei Baccarat führte er nach schwerer Artillerievorbereitung eine Reihe zunächst noch örtlicher Vorstöße, die an der Bahn Lnneville—Saarburg und nordöstlich Bac­carat an dem Flüßchen Blette zu erbitter­ten, aber erfolgreichen Abwehrkämpfen führten. Die Verbreiterung der Angriffs­front deutet darauf hin, daß der Gegner unabhängig vom Ringen um Metz seine Durchbruchsversuche in Richtung auf die obere Saar wieder anfnehmen wilL

'Deutschland besitzt die besten und zähesten Soldaten der Welt 1

Englische Erkenntnisse — Politische Krise in Kanada wegen hoher Verluste in Europa

Drahtbericht unseres Vertreters

sch. Lissabon, 14. Nov. Die überaus schweren Verluste der kanadischen Trup­pen an der holländischen Front und die damit akut gewordene Frage einer Aus­dehnung der allgemeinen Wehrpflicht haben eine schwere politische Krise in Ka­nada hervorgerufen. Der kanadische Pre­mierminister Mackenzie King teilte heute mit, das kanadische Parlament werde be­reits am 28. November wieder zusammen- treten, statt Ende Januar 1945, wie ur­sprünglich geplant worden war. Auf der Tagesordnung soll die Frage der Wehr­pflicht stehen. Es ist nach den vorliegenden Berichten nicht anzunehmen, daß eine Einigung möglich ist infolge des Wider­standes in verschiedenen Provinzen. In­folgedessen dürfte es zur Ausschreibung allgemeiner Wahlen kommen.

„Ein grimmiger Winterfeldzug steht vor uns“, schreiben die Londoner „Times“; es werde Schwierigkeiten über Schwierig­keiten geben. Das Blatt betont weiter, es sei „höchst unklug“, die Schwere der Auf­gabe zu unterschätzen, die General Pätton an der lothringischen Front zu lösen habe. Die Verlängerung des Westfeldzuges in den Winter hinein mache dieses Unterneh­men sehr viel mühsamer. Bei einem Win­terfeldzug sei die Beweglichkeit der Truppe erfahrungsgemäß begrenzt und die Soldaten benötigen häufiger Nachschub und Ruhepausen. Andererseits besitze Deutschland immer noch die besten und zähesten Soldaten der Welt.

Die englische und amerikanische Presse haben in den letzten Wochen den Versuch gemacht, das Aufgebot des deutschen Volkssturms nach Möglichkeit zu bagatelli­sieren. In einigen Zeitungen war sogar er­klärt worden, es handele sich dabei ledig­

lich um eine Agitationsangelegenheit, und es werde niemals möglich sein, tatsächlich die geplanten Volkssturmbataillone auf die Beine zu stellen. Unterdessen hat der Wind vollkommen umgeschlagen. Man gibt heute offen zu, daß man sich in der Beur­teilung der Aussichten des Volkssturms ge­täuscht habe. Zeitungen und Rundfunk in London geben heute lange Berichte über die Vereidigung des Volkssturms und über 1 die dabei verlesene Proklamation des Führers. Unter großen Schlagzeilen wird die „erste große Demonstration“, der neuen Organisation geschildert. Der Rundfunkkommentator Lacey warnt seine Hörer ausdrücklich vor jedem Versuch, .die neuen deutschen Maßnahmen auf die leichte Achsel zu nehmen. „Wir dürfen keineswegs den deutschen Volkssturm

und was er zu leisten vermag, unter­schätzen“, erklärt Lacey wörtlich.

Trotz der scharfen Militärzensur des Hauptquartiers Eisenhowers geht aus den Frontberichten amerikanischer und eng­lischer Journalisten deutlich hervor, wie tief enttäuscht die Truppe über den Ver­lauf der militärischen Operationen ist. Die Truppe sieht sich wider Erwarten vor die Schwierigkeiten eines langen Winterfeld­zuges gestellt, für den sie ausrüstungs­mäßig bisher gar nicht oder nur unzu­reichend vorbereitet ist. Mehrere Korre­spondenten erzählen, daß manche Ein­heiten in leichtester Sommerkleidung die kalten Regenstürme des Herbstes in den Vogesen oder in Holland aushalten müßten.

Bewahrung der Volksgrenadiere

Sie standen in der Schlacht um Ostpreußen ihren Mann

Komitee für die Befreiung der Volker Rußlands

Gründungsversammlung — General Wlassow verlas ein Manifest

?ra g> 14. Nov. Unter Leitung des russi- Wien Generals Wlassow fand heute a uf der Burg in Prag die Gründungsver- ■äminlung des Komitees für die Befreiung Jw Völker Rußlands in Anwesenheit von hriretern russischen, ukrainischen, weiß- mdienisdien, tartarischen, kaukasischen Mid turkestanischen Volkstums statt. Von deutscher Seite wohnten der Veranstal- Mu? eine Reihe geladener Gäste von Maat und Partei bei. Ferner waren die Mitglieder der tschechischen Regierung lesend.

Nachdem der 'deutsche Staatsminister Böhmen und Mähren, tt-Obergruppen- uuier Frank, die Versammlung willkom- ffien geheißen und Begrüßungsworte an Erschienenen gerichtet hatte, hielt e neral Wlassow die Eröffnungs- Mispracke. Er verkündete die Notwendig- .■? der Zusammenfassung und einheit- ,®en Ausrichtung aller Kräfte der Völker

fV’j uus gegen ihren gemeinsamen tJid, den Bolschewismus. General !, , ow versicherte, daß die Völker Ruß- a \ s treue Verbündete des deutschen J . ln seinem Kampf gegen den Bol- t.„ ewisinils niemals die Waffen nieder­es? 1 Un< ^ Seite an Seite mit ihm bis zum o Siege kämpfen werden. Anschlie- Ä 1 verlas General Wlassow ein an die dp« u Ödlands gerichtetes Manifest U “ e freiungsausschusses. Das Manifest >.izeiclinet die Ausbeutung und Ver- fi[ f, Un S der Völker Rußlands durch den o» Sl ® e jvismus und enthält die Haupt- L , Sätze des auf dem Gebiet der So- i rinion neu zu errichtenden Staats- GIpS?’ ^ as au f der Anerkennung der

Wie erechtigung aller Völker Rußlands ^ ae n soll.

üJlVersammlung schloß mit einer An- iwj,7 e des Präsidenten der Vereinigung bj^Mjtaatlicher Verbände, H-Ober- PPßnführer Lorenz, der den Teil­

nehmern die Grüße der Reichsregierung überbrächte. Er bezeichnete General Wlassow als Freund und Verbündeten Deutschlands im Kampf gegen den Bol­schewismus.

*

g. Die Gründung eines Befreiungskomi­tees, das den Willen der Völker Rußlands zur Befreiung vom bolschewistischen Joch dokumentiert, ist ein Ereignis von großer politischer Bedeutung. Mit diesem Komitee wird den antisowjetischen Kräften inner­halb der russischen Völker ein Organ ge­schaffen, das sie gegen die Unterdrücker ihrer Heimat zusammenfaßt. Das Ziel die­ses neuen Komitees ist, wie es in dem Manifest heißt, die Befreiung der Völker Rußlands von der Tyrannei Stalins, die ehrenhafte Beendigung des Krieges und die Bildung eines neuen freien Staats­wesens. . ,. ,

Seit Jahren strömen antisowjetische Ostfreiwillige zu den deutschen Waffen, um an der Befreiung der Völker Rußlands teilzunehmen. Diese Bereitwilligkeit er­wuchs aus der Erkenntnis, daß der Bol­schewismus nicht nur für das kulturerhal­tende Deutsche Reich, sondern für Europa und die ganze Welt ein ungeheures Maß von Verelendung und Not bedeutet. Der deutsche Soldat hat die Verelendung die­ser russischen Völker mit eigenen Augen gesehen und ist fest entschlossen, dem Terrorregiment des Bolschewismus ein Ende zu bereiten. An seiner Seite kämpfen die freiwilligen Soldaten der Völker Ruß­lands, die die Gefahr des bolschewistischen Terrors erkannt haben, der seit über 20 Jahren eine totale Unterdrückungs­politik betreibt. Diese antisowjetischen Kräfte haben sich nun unter der Führung des Generals Wlassow vereinigt, um an der Seite der deutschen Verbände die Be­freiung ihrer Völker durchzuführen und ihnen eine glückliche Zukunft sicherzn- stellen.

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

g. Berlin, 14. Nov. Nachdem schon vor mehreren Tagen die große Abschlußmel­dung über die Schlacht im ostpreußischen Grenzraum veröffentlicht worden ist, gab Oberleutnant G a b s , Kompaniechef in einer ostpreußischen Grenadierdivision, deutschen Pressevertretern einen kurzen Bericht über die Härte der Kämpfe. Ein Soldat, der unmittelbar an der Front ge­standen hatte, der so wie Tausende das Trommelfeuer der sowjetischen Artillerie, die Fliegerangriffe feindlicher Bomber und die Panzervorstöße erlebte, zeigte in nüchtern-sachlicher Art, was sich hinter den trockenen Abschuß-, Verlust-, Gefan­genen- und Beutezahlen des OKW.-Be- richts verbirgt. Seine Volksgrenadier­division, so führte Gabs aus, wurde Ende Juli in Ostpreußen auf gestellt. In sieben Tagen mußte sie einsatzbereit sein, denn bereits am 1. August wurde sie den bol­schewistischen Armeen entgegengeworfen. Der Kampf um Wilkowischken, der viele Tage lang im Mittelpunkt des Ostfront­geschehens stand, war die erste Etappe des Einsatzes. Die hohen Ausfälle, beson­ders an Offizieren, sind ein Kennzeichen für die ungeheure Härte der Kämpfe. Nachdem in einem sechswöchigen, nur örtlich begrenzten, aber sehr hartem Rin­gen eine neue Hauptkampflinie aufgebaut war, begannen die Sowjets ihren großen Vorstoß auf Ostpreußen.

Neben der Bewährung des von der ost­preußischen Bevölkerung geschanzten Ver­teidigungssystems, das sich in großer Tiefe im Osten der Provinz hinzieht, ist es vor allem der Heldenmut jener Gre­nadierdivisionen, die am 16. Öktober die Verteidigung ihres Heimatbodens gegen die anstürmenden Sowjets aufnahmen. Ein unvorstellbares Trommelfeuer hatte die Offensive eingeleitet, und unter einem Übergewicht von Menschen und Material erzwangen die Sowjets gegen die sich tapfer wehrenden Volksgrenadiere einen Durchbruch. Daß sich immer wieder, trotz des konzentrischen feindlichen Angriffes, Widerstandsnester im Rücken der sowjeti­schen Front hielten, dokumentiert in ein­deutiger Weise, welchen Grad die Härte der Schlacht bereits in dem ersten Ab­schnitt erreicht hatte. Stellungswechsel gab es nicht. Jeder Gefechtsstand wurde verteidigt. Da es nicht möglich war, die Reserven rechtzeitig heranzuführen, ent­standen zum Teil Frontlücken. Der Füh­rung gelang es jedoch immer, sie zu schließen. Die Heftigkeit jener Kämpfe wird dadurch beleuchtet, daß es, wie Gabs sagte, nicht selten vorkam, daß Divisions­gefechtsstände im Nahkampf verteidigt wurden, daß Divisionskommandeure mit der Waffe in der Hand gegen den Feind kämpften.

Nur die kämpferische Überlegenheit des ( deutschen Infanteristen, der hungernd und frierend in seinem Erdloch saß, hielt den sowjetischen Ansturm auf. Was der Feind erzielte! waren ausgesprochene Material*

erfolge, die jedoch keinen wesentlichen Einbruch der Front zur Folge hatten.

Unter der hervorragenden Führung von Generalmajor Gorn, dem ersten Schwerter­träger des Heeres, haben sich die Volks­grenadiere der mehrfach im Wehtmacht- bericht genannten 561. Volksgrenadier- Division mit Ruhmeslettern in die Ge­schichte der deutschen Abwehrkämpfe in Ostpreußen eingetragen.

Deutsche „Antitankzone"

Madrid, 14. Nov. Der ’ militärische Mit­arbeiter der spanischen Zeitung „Infor- maciones“ widmet der deutschen Abwehr­taktik einen Kommentar, in dem es u. a. heißt: „So wie der heutige deutsche Ge­neralstabschef Güderian vor Jahren die Panzereinheiten gegen die bis dahin übliche Verteidigüngsmethode schuf, so hat er jetzt die deutsche „Antitankzone“ geschaffen, die ihre Wirksamkeit bereits bei den zusammengebrochenen sowjeti­schen Anstürmen in Ostpreußen bewiesen hat.“ Der Verfasser ist davon überzeugt, daß diese Abwehrtaktik auch im Westen Erfolg haben wird und meint, daß die deutsche Verteidigungstechnik zusammen mit den V-Waffen vielleicht bereits den Beginn einer revolutionären Ära der neuen deutschen Waffentechnik darstellt.

Wille zum fleich

Von

Alfred Püllmann

„Im Schatten unserer Nation aber marschiert jenes Europa, das es empfin­det, daß heute nicht Deutschlands Schick­sal allein entschieden wird, sondern die Zukunft aller jener Völker, die sich za Europa rechnen und die bolschewistische Barbarei verabscheuen.“

Adolf Hitler, 12. November 1944.

Ei dicsen Tagen, da der Kampf uin da» Reich mit dramatischer Wucht gewaltigen Höhepunkten entgegenstrebt, da die Flamme des Krieges an unseren Grenzen lodert, mag die Frage nach Sinn und Idee unseres Reiches drängender als sonst un­sere Herzen bewegen. Seit einem Jahr sind wir Schritt um Schritt aus der Großräu­migkeit zurückgekehrt und uns in det, Enge unseres deutschen Volksbodens za neuem leidenschaftlichem Widerstand ge­sammelt. Im Jahre 1941 noch lag der Kon» tinent dem deutschen Zugriff offen. Frank­reich, die Niederlande, Belgien, der Nor­den, der Balkan und das Ostland — über­all war es das Gebot der deutschen Füh­rung, das die Entwicklung dieser Länder, bestimmte, auch wenn diese Zusammen­arbeit nicht allerorts freiwillig erfolgte, so war es im ganzen gesehen doch so, daß allmählich eine umfassende großeuro­päische Planung einsetzte. Ja, hier und dort keimte bereits eine Art von ge­samteuropäischem Zusammengehörigkeits­gefühl empor. Europa war im Begriff, seine furchtbare Zersplitterung zu über­winden und unter deutschem Schutz einer neuen, höheren Einheit entgegenzuwadh» sen. Zum ersten Male seit mehr als 300 Jahren war das Reich wieder Führungs­macht des europäischen Kontinents. Allo deutschen Möglichkeiten begannen sich aufs neue zu enthüllen, alle Aufgaben, die dem Reich als europäischer Ordnungs­macht in den großen Abschnitten seiner Geschichte je gestellt waren, standen wie­der vor uns.

Könnte es nicht so scheinen, daß heute, da wir um unser Leben kämpfen, der großeuropäischen Politik des Reiches aller Boden entzogen ist? Haben wir bei dem Großkampf um Europa etwa schon ver­spielt? Ist von all den kühnen und auf eine jahrhundertelange Entwicklung ge­richteten Plänen nichts weiter übrigge­blieben, als der fanatische Wille, wenig­stens den Bestand des deutschen Staates, nein, unseres Großdeutschen Reiches, aus den Stürmen dieses revolutionären Krie­ges zu retten? Ja, wo endet das „Reich** und wo beginnt Europa? Können wir das eine preisgeben und das andere erhalten? Diese Frage schreit aus der Tiefe einet Auseinandersetzung, die an den Bestand des Abendlandes in seiner Gesamtheit rührt.

Wir sprechen vom „Reich“ und denken dabei weit über den Zaun unserer deut­schen Grenzpfähle hinaus. Wir kämpfen für und um ein neues Europa und spüren bis in die letzten Fasern unserer Nerven den geheimen Zusammenhang, der beides miteinander verbindet, das „Reich“ und Europa, den Kernraum des Kontinents und seine fernen Außenposten. Ja, wir wissen, daß wir das Reich verlören, gelänge es uns nicht, Europa zu gewinnen. Wo also liegen die Wurzeln, aus denen dieses ge­samte europäische Bewußtsein seine star­ken Kräfte gewinnt?

Vielleicht ist es gar nicht möglich, diese Frage mit den Begriffen formaler Staats­rechtlehren zu beantworten. Es gibt über­haupt keine starren Grenzen, die das Reich und Europa voneinander trennen, beide leben aus- und voneiander. In ihrem Zusammenspiel kommt jene blutvolle Wechselwirkung zum Ausdruck, die in Jahrhunderten Europa zu dem geformt hat, was wir als Abendland bezeichnen. Das Reich erscheint — so hat es der vor einem Jahr im Osten gefallene und vom

Noch ein USA-Sch9achfischiff versenkt

Wetere Kriegsschiffe und T ransporter schwer getroffen

Tokio, t4. Nov. Die Versenkung eines weiteren Schlachtschiffes in den Ge­wässern der Philippinen durch Selbstab­sturz japanischer Armeeflieger gibt das Kaiserliche Hauptquartier am- Dienstag bekannt. Wie ein Bericht aus Manila be­sagt, sichteten Einheiten des „Fugaka“- Geschwaders der Armee-Luftwaffe am Nachmittag des 13. November eine feind­liche Schlachtflotte östlich von Luzon. Nachdem sie die Position des Gegners durch Funkspruch an ihren Stützpunkt gemeldet hatten, gingen sie sofort zum Angriff über. Die feindliche Luftabschir­mung, die sich aus nur 12 Jägern zu­sammensetzte, konnte nicht verhindern, daß zwei der japanischen Maschinen im Sturzflug auf ein Schlachtschiff trafen, das nach der Aussage von Mitgliedern des inzwischen zurückgekehrten japanischen Geleitschutzes innerhalb von 30 Sekunden in den Wellen verschwunden war. Wie das Kaiserliche Hauptquartier hinzufügt, hat eine weitere Maschine des gleichen Ge­schwaders, die mit einem Leutnant und einem Gefreiten bemannt war, ebenfalls einen Angriff auf eine feindliche Schlacht­flotte in den gleichen Gewässern durch­geführt und ein Kriegsschiff getroffen. Uber den Erfolg dieses Einsatzes konnten

jedoch keine weiteren Beobachtungen ge­macht werden.

Frontberichten zufolge versetzten wei­tere Einheiten der japanischen Luftwaffe im Verlaufe des 13. November der feind­lichen Nachschubflotte für die auf Leyte bedrängten Streitkräfte General Mac- Arthurs gleichfalls heftige Schläge. So schossen sie einen Schweren Kreuzer, der zum Schutze eines Geleitzuges in den Ge­wässern östlich von Samar eingesetzt war, in Brand und beschädigten einen größe­ren Transporter schwer. Andere japa­nische Luftwaffeneinheiten griffen einen zweiten Geleitzug in denselben Gewässern an und verwickelten ihn in heftige Kämpfe. Nähere Einzelheiten über den Erfolg dieses zweiten Unternehmens liegen noch nicht vor.

Die Hauptstadt der Philippinen war am 13. November wiederum das Ziel eines grö­ßeren feindlichen Luftangriffes. Frontbe­richten zufolge erschienen am Morgen dieses Tages ungefähr 400 Trägerbasierte feindliche Flugzeuge über Manila selbst wie auch über Clarkfield, Legaspi und Cavite. Insgesamt wurden 34 Maschinen von der japanischen Luftverteidigung heruntergeholt, während die Schäden in den japanischen Stellungen als gering an­gegeben werden. .